Blume & Ince 53: Gefahr von Parteiblasen & Irankrieg statt Friedensenergien

Wie werden zukünftige Medienwelten in (überlebenden) Demokratien aussehen? Diese Fragen stellen sich Inan Ince und ich öfter – und sie ist ein Hauptgrund für unseren Pod- & Videocast „Blume & Ince“. Wir optimieren nicht auf Reichweite und tragen auch alle Kosten selbst, ohne Einnahmen zu generieren. Denn wir hoffen, dass es in Zukunft in immer mehr und irgendwann allen Städten und Gemeinden dialogische Pod- und Videocasts geben wird, die eine neue Milieus und Parteien überspannende Mitmach-Öffentlichkeit schaffen. Die Republik (von lat. „res publica“ = öffentliche Sache) basiert auf einer gemeinsamen und dialogischen Öffentlichkeit, die immer weniger durch früher sog. Massenmedien hergestellt wird. Ohne Dialoge auch mit Andersdenkenden verlieren wir uns auch selbst. Schon der Talmud beschwört die entscheidende Bedeutung der „Chawruta“ (debattierenden Freundschaft) für das Lernen.

Wenn wir stattdessen alle nur noch algorithmische Konzernblasen bespielen und einander in unseren Mikroblasen bestätigen würden, dann bräche der demokratische Dialog völlig zusammen. Wer unsere europäischen Demokratien gegenüber externen und internen Angriffen beleben, ja retten möchte, stärke das FOSS-Fediversum!

Entsprechend haben wir uns nicht nur über die rege Resonanz auf die Kurdentum-Folge mit Oberbürgermeister Christoph Traub (CDU) und Dilnaz Alhan gefreut, sondern auch über einen ausführlichen Bericht im aktuellen Amtsblatt der Stadt Filderstadt.

Foto der oberen Seite 3 des Filderstädter Amtsblattes vom 20. März 2026. Getitelt ist: "Podcast Aufzeichnung 'Blume & Ince' mit Christoph Traub und Dilnaz Alan. Es geht um Menschen, Menschenrechte und Menschlichkeit". Darunter auch ein Foto der vier Diskutierenden in der Stadtbibliothek Filderstadt.

Im aktuellen Amtsblatt Filderstadt (12/2026) vom 20.03.2026 findet sich auf den Seiten 3 und 4 ein ausführlicher Bericht über die „Blume & Ince“-Folge 52. Das Filderstädter Amtsblatt ist auch online schwellenfrei verfügbar (Klick). Foto: Michael Blume

Wenn sie in ihren Ämtern angekommen sind, wollen Inan & ich auch die beiden neu gewählten Wahlkreisabgeordneten Maren Steege (CDU) und Clara Schweizer (Grüne) in unseren Pod- und Videocast einladen. Denn…

Die Gefahren medialer Zerblasung und insbesondere von Parteiblasen…

…fiel mir als christ-demokratisch aktivem Politikwissenschaftler erstmals 2017 massiv ins Auge, als sich die damalige Bundes-FDP unter Christian Lindner gegen den Eintritt in eine Bundesregierung entschied („Lieber nicht regieren, als falsch regieren.„). Während der damalige Bundesvorsitzende dafür innerhalb der FDP-Blase etwa auf Facebook begeistert gefeiert wurde, traf diese Entscheidung auf Unverständnis und Verärgerung bei den meisten Deutschen – einschließlich von Millionen Wählerinnen und Wählern, die ihre Stimmen der liberalen Partei anvertraut hatten. Diese Parteiblasen-Gefahr sah (und sehe!) ich auf immer mehr Parteien auch in Ländern und Kommunen übergreifen, so dass manche Spitzenkandidierende längst Wert darauf legen, sich von ihren überdrehenden Parteien zu distanzieren.

Ich bin daher sehr froh und dankbar, dass sich die CDU Baden-Württemberg unter ihrem Landesvorsitzenden und Spitzenkandidaten Manuel Hagel nun einstimmig dafür entschieden hat, das Gesprächsangebot der baden-württembergischen Grünen unter Cem Özdemir anzunehmen. Es wäre in meinen Augen als Politik- und Medienwissenschaftler für unsere Demokratie der reine Alptraum, hätte „meine“ Landes-CDU den Parteiblasen-Fehler der Bundes-FDP von 2017 wiederholt. Vom Volk gewählte Demokratinnen und Demokraten müssen immer zur gemeinsamen Übernahme von Verantwortung bereit sein und dürfen sich keinesfalls in Medienblasen abschotten, emotional zerblasen und politisch zerspalten lassen. Meine ich.

Das Foto eines Wahlplakates von 2017 zeigt einen dynamisch durch eine Stadt schreitenden FDP-Bundesvorsitzenden in Schwarz-Weiß-Optik.

Demokratinnen & Demokraten sollten immer bereit sein, Verantwortung für das Land und die Gesellschaft zu übernehmen und dem Rückzug in gefühlige, aber eben zunehmend polarisierte und dualistische Parteiblasen widerstehen. Die seit 2017 in Bundesparteien beobachtbare Zerblasung der demokratischen Öffentlichkeit trug dazu bei, dass ich 2019 meinen Facebook-Account löschte und später auch Meta und X den Rücken kehrte. Foto eines FDP-Wahlplakates: Michael Blume, 2017 

So beobachtete der SPIEGEL-Korrespondent aus Paris, René Pfister, im aktuellen SPIEGEL 13 / 2026 auf S. 49 unter anderem:

„Seit der Französischen Revolution hat die Linke einen fatalen Zug ins Sektenhafte. Das ist ihre große Schwäche. Wer ein helles Morgen schaffen will, wer an die Utopie glaubt, der sieht schnell Intrigen und Verräter, die es mit aller Härte zu bekämpfen gilt. […] Es gehört zu den Eigenarten der Linken, dass sie den Feind in den eigenen Reihen im Zweifel mit größerer Inbrunst bekämpft als den Gegner auf der anderen Seite der Barrikade.“

Dieser Analyse stimme ich zu, weise jedoch darauf hin, dass die politische Zerblasung längst auch liberale, moderate und konservative, bisweilen sogar christdemokratische Parteien erfasst hat. So ist doch gerade in Frankreich bereits das gesamte – nicht nur das linke – Parteiensystem zusammengebrochen. Zwischen mehreren von Einzelpersonen wie Marie Le Pen, Emanuel Macron und Jean-Luc Mélenchon dominierten, parteiförmigen „Bewegungen“ wurden die klassischen Parteien der Grande Nation zerrieben, gibt es inzwischen überhaupt keine stabilen, parlamentarischen Mehrheiten mehr. In den Städten und unter jungen Frauen dominieren Linksdualisten, in ländlichen Regionen und unter jungen Männern dominieren Rechtsdualisten. Sollte diese dramatische Entwicklung in unserem so wichtigen, europäischen Nachbarland nicht auch Deutschen zu denken geben?

Auch in Deutschland beobachten Inan und ich mit Sorge den Trend zur Überpersonalisierung, nach der Parteien ihre Integrationskraft verlieren und Parteitage zu inszenierten, zunehmend auch überdrehten Krönungsmessen werden. Es ist doch evident, dass auch die SPD den medialen (!) Kontakt zur Arbeiterschaft verloren hat und sich auch CDU und CSU durch rechtslibertären Fossilismus und Instagram-Überinszenierungen von den religiös, sozial und kommunalpolitisch geprägten Milieus ihrer einstigen Stammwählerschaften entfernen. Bei der AfD sehen wir dagegen bereits eine rechtsmimetische Parteiblase neuen Typs, die bereits medial so abgeschottet ist, dass sie auch durch skandalöse Äußerungen, interne Zerwürfnisse und „Vetternwirtschaft“-Enthüllungen kaum noch zu irritieren ist.

So kam die AfD bei den Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz in der jüngsten Wählergruppe von 18 bis 24 Jahren mit 20 Prozent auf Platz 1, gefolgt von der SPD mit 19 Prozent und der Linkspartei mit 18 Prozent. Die CDU erreichte in dieser Altersgruppe noch 15 Prozent, die Grünen 11. Die digitale Zerblasung der medialen und damit auch politischen Mitte ist bereits beobachtbar.

Ebenso warnte der Münchner Merkur zur Kommunalwahl in Bayern:

„Die Wähler-Watschn bei der bayerischen Kommunalwahl traf die CSU mit Zeitverzögerung, aber dafür mit umso größerer Wucht: 13 von vorher 53 CSU-Landratsposten sind futsch, dazu mit Augsburg die drittgrößte Stadt des Freistaats, ebenso Schweinfurt und Rosenheim, Regensburg konnte entgegen den Erwartungen nicht erobert werden. Es hagelte Stichwahl-Pleiten am Sonntag. Dabei hatte die Söder-Partei nach der ersten Wahlrunde noch hoffen dürfen, mit leichten Blessuren und einem Minus von 1,5% davonzukommen. […] Wenn die CSU ihre Dominanz in den Städten, Gemeinden und Landkreisen retten will, muss sie aus ihren Niederlagen lernen. Parteibindungen lassen nach, einen Amtsbonus gewähren die Wählerinnen und Wähler nicht mehr. Früher hieß es, die CSU brauche in den Kommunen nur einen Besenstiel aufzustellen, um gewählt zu werden. Das ist lange vorbei. Will die CSU heute siegen, braucht sie vor Ort die stärksten Kandidaten und überzeugende Ideen.“

Auch Demokratinnen der Linkspartei wie die frühere Bundestagsviezpräsidentin Petra Pau teilen längst unsere Sorgen vor entsprechenden Polarisierungs- und Radikalisierungstendenzen in den eigenen Reihen, gerade auch in den digital geprägten Jugendorganisationen. Mein Brandenburger Beauftragten-Kollege Andreas Büttner ist daher sogar vor Kurzem aus der Linken ausgetreten.

Gleichzeitig wurden sowohl bekannte Bundespolitikerinnen wie Ricarda Lang (Grüne), Klima-Aktivistinnen wie Luisa Neubauer, aber auch integrative und in Wahlen bislang erfolgreiche Ministerpräsidenten wie Daniel Günther (CDU) aus Schleswig-Holstein gezielt medial angefochten. Dabei fällt mir auf, dass da manche Verklagung von bestimmten Akteuren ausgeht, die auch mich in den vergangenen Jahren immer wieder angingen. Blume grüßt

Mit Ministerpräsident Daniel Günther (Schleswig-Holstein) beim CDU-Bundesparteitag 2026 auf der Messe Stuttgart. Foto: Michael Blume

In den USA wird die dualistische Polarisierung und Zerblasung der Parteien endlich wieder herausgefordert: Nachdem der texanische Christ & Demokrat James Talarico mit einer betont christlich-inklusiven Sprache rapide auch unabhängige und sogar (ex-)republikanische Anhängerschaften erreicht und begeistert, wird der Abgeordnete und Senatskandidat zunehmend panisch von MAGAs und aktuell sogar von US-Präsident Donald Trump selbst via „Truth Social“ angegriffen.

Die Zukunft auch der US-Demokratie hängt davon ab, ob es wieder Politikerinnen und Politikern gelingt, über die medialen Parteiblasen hinaus mit verständlichen Botschaften die Bürgerinnen und Bürger zusammen zu führen.

Talarico selbst formulierte seine Absage an parteiische Medienblasen im Bulwark Pod- und Videocast mit Tim Miller so:

I don’t feel like I’m accomplishing as much when I’m in the echo chamber. And sometimes it feels good to be with people who agree with you. And it’s sometimes fun to preach to the choir, but I don’t feel like I’m doing any good in some of these media spaces.“

In deutscher Übersetzung:

Ich habe nicht das Gefühl, dass ich so viel erreiche, wenn ich in der Echokammer bleibe. Und manchmal fühlt es sich gut an, mit Menschen zusammen zu sein, die derselben Meinung sind. Klar macht es manchmal Spaß, zu Gleichgesinnten zu predigen, aber ich habe nicht das Gefühl, dass ich in einigen dieser Medienräume etwas Gutes bewirke.“

Der jüdisch-christliche Dialog zwischen dem NYT-Pod- und Videocaster Ezra Klein (links) und dem texanischen Christ-Demokraten James Talarico (rechts) vom Januar 2026 fand und findet breite, längst auch internationale Aufmerksamkeit. Screenshot: Michael Blume

Erneuerbare Friedens- und Wohlstandsenergien statt dem Irankrieg-Debakel

Schließlich betrifft die digitale Zerblasung selbstverständlich auch Inhalte. So klammern sich noch immer viele Rechte und Libertäre an den fossilen Irrtum, erneuerbare Energien wären „teuer“. Vielen Linken fällt es dagegen schwer zu akzeptieren, dass ausgerechnet Bayern und Baden-Württemberg den Aufbau der Solarenergie in Deutschland anführen.

Eine Photovoltaik-Karte zeigt für das Jahr 2024 eine installierte Solarstrom-Leistung von 26.588 Megawatt in Bayern, was mehr ist als Baden-Württemberg (12.441) und Nordrhein-Westfalen (12.032) zusammen. Alle anderen Bundesländer bleiben hinter Niedersachsen mit 8743 Megawatt.

Entgegen sowohl rechter wie linker Klischees führt vor allem Bayern noch vor Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen den Aufbau der Solarenergie in Deutschland an. Erneuerbare Energien sind auch Wohlstandsenergien. Strom-Report-Grafik zu 2024 

Fakt ist: Gerade auch im Irankrieg-Debakel zeigt sich, dass erneuerbare Energien nicht nur Abhängigkeiten und die fossile Finanzierung von Diktaturen und Kriegen reduzieren (Friedensenergien). Sie sind auch bereits so kostengünstig, dass sie den Nutzenden enorme Preisvorteile gegenüber Erdöl und Erdgas bescheren und die Inflation dämpfen (Wohlstandsenergien).

Doch damit eröffnet sich auch die Gefahr, dass zwar post-fossile Eigenheimbesitzer und Elektroauto-Fahrende vor allem in Süddeutschland durch erneuerbare Energien noch wohlhabender werden, aber noch auf Jahrzehnte Millionen in Miete Wohnende, Ältere und Autofahrende in ländlichen Regionen weiterhin fossil abgezockt werden. Wenn Deutschland die Förderung erneuerbarer Wohlstandsenergien jetzt abschaffen würde, würden post-fossile Reiche noch reicher und fossil eingesperrte Arme noch ärmer! Umgekehrt formuliert: Der weitere Ausbau erneuerbarer Friedensenergien bietet nicht nur eine ökologische und ökonomische, sondern auch soziale Chancen! Wer dies nun beendet, nimmt die weitere Zerspaltung unserer Gesellschaft und Demokratie billigend in Kauf.

Und auch dieses Wissen verbreitet sich bereits am schnellsten – in Fediversum-Blasen!

Mastodon-Umfrage von Dr. Michael Blume vom 16. bis 19. März 2026. Die Fragestellung lautete: "Erneuerbare Energien sind für mich... (Mehrfachantworten möglich)." 568 Menschen stimmten ab. Nur 4% antworteten mit "zu teuer". 82% wählten "notwendig", 80% "Friedensenergien" und 63% "Wohlstandsenergien".

In einer Mastodon-Umfrage durch @BlumeEvolution@digitalcourage.social vom 16. bis 19. März 2026 erkannten bereits 80% von 568 Abstimmenden erneuerbare Energien als Friedensenergien und 63% als Wohlstandsenergien. Screenshot: Michael Blume

Hiermit also die herzliche Einladung, via Podigee, Spotify oder auch YouTube, Blog und Mastodon am „Blume & Ince“-Dialog mitzuwirken!

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Dr. Michael Blume studierte Religions- und Politikwissenschaft & promovierte über Religion in der Hirn- und Evolutionsforschung. Lehrbeauftragter am KIT Karlsruhe, Wissenschaftsblogger & christlich-islamischer Familienvater, Buchautor, u.a. "Islam in der Krise" (2017), "Warum der Antisemitismus uns alle bedroht" (2019) u.v.m. Hat auch in Krisenregionen manches erlebt und überlebt, seit 2018 Beauftragter der Landesregierung BW gg. Antisemitismus und für jüdisches Leben. Auf "Natur des Glaubens" bloggt er seit vielen Jahren für das Fediversum, Wissenschaft und Demokratie, gegen antisoziale Medien, Verschwörungsmythen und den Niedergang Europas.

43 Kommentare

  1. Talaricos Aussage spiegelt bisschen den wissenschaftlichen, (kritisch-)rationalen Ansatz, den ich auch gern predige: Dialog suchen und aktiv zuhören. Man muss weder sein Gegenüber mögen, noch seine Meinung am Ende teilen. Wichtig ist zu erkennen, dass sie vermutlich nicht die einzige Person ist, die so denkt. Es ist oft erstaunlich, wie viel man aber über die Einstellungen und letztendlich auch Probleme der anderen Seite lernen kann.
    Ultimativ scheitern daran auch jene Regime, die sich mit Ja-Sagern umgeben, sich in ihre Blase der für sie perfekten, kritik-immunen Welt begeben.

    • Vielen lieben Dank, lieber @Inan 🙏👍

      Zur Unterscheidung vom fossilen Faschismus und unserem demokratischen und interdisziplinären Dialog hat ein BunchofNumbers-Account heute Nacht einen Putinknecht-Druko unter meinen Redeclip zu erneuerbaren Friedensenergien gesetzt:

      „Dummes Geschwätz! Wir werden von einem Regime unter dem Vorwand des Klimaschutzes abgezockt! Und dann labert der Vogel noch von „Demokratie“! Nicht Putin ist unser Feind, sondern diese korrupte kriminelle Bundesregierung!“

      Habe mir erlaubt, auch darauf freundlich zu antworten:

      „Tja, ich verstehe die Verzweiflung von Putinknechten. Inzwischen muss Euer fossiler Tyrann selbst die Wirtschaftskrise zugeben & das Internet in Moskau abriegeln. Erneuerbare Friedensenergien wirken auch gegen diese fossile Diktatur und sollten noch viel schneller ausgebaut werden!“ 🤓🙌👍

      https://www.youtube.com/watch?v=1HRpXuO7ZkQ

      Hier ein Redeclip des US-Christdemokraten James Talarico, der mir besonders zusagt:

      https://www.youtube.com/shorts/Xq8IaNg6joY

      Hatte diesen Clip auch auf Mastodon geteilt & freue mich über die interessierte Resonanz auch dort:

      https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/116283014611351276

      Hier der Redetext Talaricos in Englisch:

      „There is something broken in America.

      Our economy is broken.

      Our political system is broken.

      Even our relationships with each other feel broken.

      That is because the most powerful people in the world want it that way.

      My faith teaches me to love my neighbor as myself.

      Not just my neighbor who looks like me, or prays like me, or votes like me.

      I am called to love all of my neighbors like I love myself.

      Because despite our differences, we all want the same things.

      A safe neighborhood, a good job, a quality, well-funded public school and the ability to see a doctor when we need one.

      But the billionaires, who own the social media algorithms, who own the cable news networks, who own the politicians fighting on our screens, they want us on each other’s throats.

      They want us focused on how we are different instead of he we are the same.

      I am tired of being pitted against my neighbor.

      I am tired of being told to hate my neighbor.

      It has been more of ten years of this kind of politics.

      Politics as bloodsport.

      Politics as professional wrestling.

      It tears families apart.

      It ends friendships.

      And it leaves us all feeling terrible all of the time.

      There is a deep hunger in this state and in this country for a different kind of politics.

      Not a politics of hate, not a politics of tribes, not a politics of division, but a politics of love.

      A love that can heal what is broken in America.

      In deutscher Übersetzung:

      „In Amerika ist etwas kaputt.

      Unsere Wirtschaft ist kaputt.

      Unser politisches System ist kaputt.

      Sogar unsere Beziehungen zueinander fühlen sich kaputt an.

      Das liegt daran, dass die mächtigsten Menschen der Welt es so wollen.

      Mein Glaube lehrt mich, meinen Nächsten zu lieben wie mich selbst.

      Nicht nur meinen Nächsten, der aussieht wie ich, betet wie ich oder wählt wie ich.

      Ich bin aufgerufen, alle meine Nächsten zu lieben wie ich mich selbst liebe.

      Denn trotz unserer Unterschiede wollen wir alle dasselbe.

      Eine sichere Nachbarschaft, einen guten Arbeitsplatz, eine qualitativ hochwertige, gut finanzierte öffentliche Schule und die Möglichkeit, einen Arzt aufzusuchen, wenn wir einen brauchen.

      Aber die Milliardäre, die die sozialen Medien-Algorithmen besitzen, die die Kabelnachrichtensender besitzen, die die Politiker besitzen, die auf unseren Bildschirmen kämpfen, sie wollen, dass wir uns gegenseitig an die Gurgel gehen.

      Sie wollen, dass wir uns darauf konzentrieren, wie wir unterschiedlich sind, statt darauf, dass wir gleich sind.

      Ich bin müde, gegen meinen Nachbarn ausgespielt zu werden.

      Ich bin müde, mir gesagt zu bekommen, dass ich meinen Nachbarn hassen soll.

      Es sind schon mehr als zehn Jahre dieser Art von Politik.

      Politik als blutiges Spektakel.

      Politik als professionelles Wrestling.

      Sie reißt Familien auseinander.

      Sie beendet Freundschaften.

      Und sie lässt uns die ganze Zeit als schrecklich fühlen.

      In diesem Staat und in diesem Land gibt es ein tiefes Verlangen nach einer anderen Art von Politik.

      Nicht eine Politik des Hasses, nicht eine Politik der Stämme, nicht eine Politik der Spaltung, sondern eine Politik der Liebe.

      Eine Liebe, die heilen kann, was in Amerika zerbrochen ist.

      Ob es aus den USA endlich wieder zu einer Wiederbelebung der Christdemokratie statt von rechtslibertärem Fossilismus kommen kann? Es wäre ein Segen für die ganze Welt und für so viele Demokratien…

  2. Die Fossilien steigen von Öl und Gas auf Atom um, und ohne die Einsparungen durch den billigen Ökostrom können wir uns gar nicht die Steuern leisten, um die Atomkraft zu subventionieren, damit die billig genug ist, mit Ökostrom zu konkurrieren. Feudalismus bleibt Feudalismus – die Bäuerlein müssen zahlen, damit die Fürsten Fehden führen können. Punkt. Was auch immer passiert, das muss gleich bleiben, sonst schreien die Fürsten in ihren Wiegen und halten Sie die halbe Nacht wach.

    Und das vermisse ich bei allen offiziellen Debatten – dass wir den Elefanten in der Mitte all unserer Universen einfach ignorieren und uns dem Babygeschrei fügen, statt unsere Fürsten zu informieren, dass die Meisten von ihnen schon über 40 sind und damit alt genug, aus Mamis Keller auszuziehen und sich einen Job zu suchen.

    Wenn Sie in der Black Box sind, sehen Sie das Innere der Black Box, wissen aber nicht, was die Black Box als Ganzes tut.

    Wenn Sie von einer Black Box in die andere schauen, sehen Sie, was die Black Box tut, aber nicht die Menschen darin.

    Wenn wir also von Black Box zu Black Box reden, hagelt’s schnell Leichen, weil keiner weiß, was er bei dem Anderen anrichtet.

    Dennoch sind wir mit dem Inneren unserer Black Boxen so sehr beschäftigt, dass wir die Welt um uns herum gar nicht anders wahrnehmen können als lauter Black Boxen, und auch nicht anders mit ihr interagieren können, als von Black Box zu Black Box.

    Deswegen brauchen wir trotzdem genug Selbsterkenntnis, um vom Innern der Black Box die Verantwortung für ihr Verhalten nach Außen zu übernehmen.

    Ich bin’s gewohnt, dass ich mit wehenden Fahnen an so eine Black Box heranstürme, weil von Außen offensichtlich ist, dass das Teil einen Arschtritt braucht. Doch ich bin’s gewohnt, dass sich meine Arschtritte in dem Moment in lauter Streicheleinheiten auflösen, in dem ich die Black Box unterm Weihnachtsbaum auspacke.

    Mit ausreichend Wahrnehmung und Empathie passiert etwas Merkwürdiges – aus Eiswürfeln, die im Shaker durchgeschüttelt werden und sich gegenseitig zerschmettern, wird Teilchenphysik. Die Boxen fliegen nicht bloß blind herum, sondern ziehen sich gegenseitig an, doch kollidieren nicht, sondern halten inne und umkreisen einander, sie bleiben über große Entfernungen verschränkt, statt einander sofort zu vergessen, es entstehen neue Strukturen und Moleküle. Unmögliches wird möglich, Unwahrscheinliches der Normalfall, aus dem chaotischen Blindflug der Einzigen Götter werden Welten gebaut, die sich selbst neuer Gott sind und neu lernen müssen, aus der Black Box ihrer Welt nach Außen und von Außen zu schauen.

    So wird aus der Zombie-Apokalypse, in der sich jede Zombie-Blase für die letzten Überlebenden hält, während alle anderen ihre Seele verloren haben – eine Wiedergeburt, man räumt die Black Boxen einfach um, die sich als Trümmer der alten Welt gegenseitig auffressen, teilt sie auf oder fügt sie zusammen, oder panscht sich ganz neue.

    Schwarz-grün ist eigentlich logisch, da es sich bei beiden um konservative Parteien handelt und das zu Konservierende immer mehr fusioniert – Ökonomie und Ökologie, Heimat und Umweltschutz, Bewahren und Fortschritt, sind heute eins. Den Konservatismus gibt es heute in zwei Geschmacksrichtungen: Das Leben erhalten, indem man dem Tod von der Schippe springt, oder das Sterben erhalten bis zum bitteren Ende. Da es bei beiden Wegen an die Schmerzgrenze geht, wundert’s mich nicht, dass jeder, der nach dem Lustprinzip entscheidet, im Kreise herum rennt.

    Die FDP vertritt die Interessen einer Wirtschaft, die die Leibeigenen auspresst und all ihre Profite sofort versäuft oder an der Börse verzockt, also des üblichen degenerierten alten Adels, die AfD ist ein Bauernaufstand der allerdümmsten Bäuerlein, die ihre Erlösung in noch mehr Peitsche, Saufen und Zocken sehen, für die CSU ist die Vorstufe zum Paradies, stets mit einem Bein fest auf der Erde und mit dem anderen im Grabe zu stehen und so langsam zwickt die Blutgrätsche a bissl, und die SPD profiliert sich allzu sehr als Arbeitslosenpartei: Dass man bei jeder Wanderung durch die Wüste ein paar Leute abkommandiert, um sich um die Schwachen zu kümmern, ist so der erste Gedanke eines Anführers, dann aber sofort vergessen, weil man die Starken organisieren muss, damit sie das Zanken, Zetern und Jammern sein lassen, Zelte aufschlagen, Wasser und Futter suchen und die Räuber abwehren, und eine SPD ist wichtig, damit sich um die Schwachen mit Essen und warmen Decken gekümmert wird, nicht mit dem Messer der Faulpelze, die sich um die Futtersuche mit Kannibalismus drücken wollen.

    Sekten, komplett introvertierte Black Boxen, haben ihren Sinn – die ganze Wissenschaft beruht darauf. Es sind Petri-Schalen, Labore, in denen bestimmte Eigenschaften durch Inzucht schnell überzüchtet werden können. Aus solchen Laboren kommen Game Changer, Durchbrüche, ganz Europa wurde von der Geographie zur Sekte gemacht, einem Hexenkessel, der ständig brodelt, es hat die Welt in wenigen Jahrhunderten mit Gift und Medizin übergossen, einer Sintflut aus Wundern des Himmels und der Hölle. Eine Sekte ist eine sehr winzige Uhr, die kann mit weniger Strom schneller ticken. Und wenn Sie viel Strom drauf geben, rast sie Ihnen in die Zukunft davon – leider ist sie dort allein im All, weil der Rest der Welt womöglich ganz woanders hin will, und wartet auf Sankt Nimmerleinstag, bis ihr der Saft ausgeht und sie auseinander fällt.

    Das heißt, was so ein Osterei ausgebrütet hat, wissen Sie erst, wenn Sie es knacken. Sie werden Gift finden, Medizin, und auch einfach nur irgendwelches graue Zeugs, das nicht weiter stört, solange Sie nicht darin ertrinken.

    Und wenn Sie Ihr Osterei zum Knacken anbieten, gewöhnen Sie sich daran, dass die Anderen das Gleiche finden werden. Wenn Sie es ehrlich meinen, wird’s peinlich. Wenn Sie sich nicht die meiste Zeit ziemlich doof vorkommen, tauschen Sie nicht Medizin gegen ihre Gifte aus, sondern mischen mehr Gift zusammen.

    Jede Black Box ist ein Gott, der vom Thron gestoßen wird, wenn er die Anderen anerkennt. So werden Götter zu Menschen. Und zu ihren eigenen Erlösern.

    Dass sich Menschen in Krisenzeiten in Labore, Petri-Schalen ausbrüten und wie die Irren Mutationen ausbrüten, ist normal und gesund. Doch für sich allein ist jedes Ei ein Zombie-Ei, und erst wenn Sie sie knacken und dem Reality Check unterziehen, wissen Sie, ob und welches Start-up tatsächlich Lösungen bietet und welches nur Bullshit geschaffen hat. Und selbst wenn alles, was Sie geschaffen haben, sich bloß als Bullshit entpuppen sollte – Sie haben nicht versagt, sondern Ihren Job getan, einen der vielen Wege durchs Labyrinth erkundet.

    Das Nest brennt und brütet einen Phönix aus. Doch der schlüpft aus vielen Eiern, und was das für ein Lego-Frankenstein-Monster sein wird, wird durch die Black Boxen bestimmt, die das Feuer überleben.

  3. Guten Morgen, @Inan und @Michael,

    danke für die neue Folge und für Euren Einsatz!

    Ich kann heute eigentlich nicht viel hinzufügen; Ihr habt bereits so viel in kurzer Zeit thematisiert und erklärt.

    Ich wollte nur sagen, dass ich es wunderbar finde, dass Ihr beide der lebende Beweis dafür seid, dass ein friedlicher, respektvoller und freundschaftlicher Dialog über verschiedene Parteien hinweg möglich ist. Mit Eurem Podcast setzt Ihr ein Zeichen gegen die wachsende Polarisierung in Politik und Medien. Stichwort: parteienübergreifendes „dialogisches Miteinander“.

    @Inan:
    „Manche Antworten sind einfach auch länger … sonst braucht man diese Frage nicht zu stellen.“

    Ich denke, diesen Satz sollte man sich ausdrucken und gut sichtbar an die Wand hängen. Genau wie Du bin ich auch ein Freund der längeren Antworten – denn die Welt ist kompliziert.

    Gerade bei Themen, die polarisieren – wie beispielsweise dem Klimawandel – wird oft ein enormer Druck ausgeübt, kurze Antworten zu geben. Aber das Thema ist komplex. (Deshalb fand ich es zum Beispiel billig, wenn sich Leute hämisch über Manuel Hagels misslungenen Versuch lustig gemacht haben, den Klimawandel in einer Klasse zu erklären. Ich bin mir sicher, dass die wenigsten, die über ihn gelacht haben, selbst eine angemessene Antwort geben könnten.)

    „Mut zur längeren Antwort“ wäre also mein Motto. Gerade auch in Talkshows sollten die Leute mal ausreden dürfen. Gedanken zu entwickeln kostet Zeit, die oft nicht zugestanden wird.

    • Lieber Peter,
      herzlichen Dank für diese netten Worte! Es freut mich sehr, dass meine Aussage angekommen ist. Das wäre eine tolle Idee für B&I-Merchandise, wenn wir ein kommerzielles Projekt wären 🙂

      Klar wünsche ich mir auch von Politikerinnen und Politikern, dass sie auch mal auf den Punkt kommen, aber, wie du auch sagst, bei Themen etwa wie dem Klimawandel oder Migration, gibt es einfach viele Facetten.

      Es muss nicht darum gehen, andere Standpunkte zu übernehmen. Aber ich bilde mir ein eine Situation zumindest besser beurteilen zu können, wenn ich erst mal die Beweggründe verstehe, warum z.B. einige von der Hamas schwärmen, andere Grenzen dicht machen wollen oder wieder andere noch den letzten Rest Dino-Saft aus der Erde frakken wollen.

      Henry Ford sagte sinngemäß mal: „Hätte ich auf meine Kunden gehört, hätte ich einfach schnellere Pferde gezüchtet“.
      Jenseits von seinem Charakter (er soll nicht unbedingt das gewesen sein, was man einen guten Menschen nennen würde), steckt da viel Weisheit drin. Probleme lösen heißt zunächst einmal ihren Kern zu verstehen. Und das kann man nicht (allein) im Elfenbeinturm.
      Danke nochmal 🙂

    • Vielen herzlichen Dank, lieber @Peter 🙏

      Ja, Du hast uns und mich gut verstanden: Wenn ich doch den crossmedialen Dialog auch über Religions- und (demokratische) Parteigrenzen hinweg empfehle, dann versuche ich logischerweise auch, ihn zu leben, umzusetzen. Das Format „Blume & Ince“ macht riesige Freude und Inan ist sowohl menschlich und inhaltlich ein Super-Typ, wie zudem auch technisch voller Ideen und experimentierfreudig. So können wir neue Formen ausprobieren, ohne uns selbst unter Reichweiten- oder Optimierungsdruck zu setzen. Der interdisziplinäre und demokratische Dialog des 21. Jahrhunderts wird nicht in den Medien des 20. Jahrhunderts verbleiben können.

      Und nun liegen ja auch die neuen Wahlergebnisse zum Folketing (Parlament) in Dänemark vor, die erneut belegen, dass Rechtsmimesis und Anti-Migrationspolitik nicht geeignet sind, um die politische Polarisierung zu stoppen:

      Die dort rechtsdrehenden Sozialdemokraten verloren bei der 72. Folketingswahl am 24. März 2026 erneut 5,6 Prozentpunkte auf nun noch 21,9 Prozent, wogegen die rechtspopulistische „Dänische Volkspartei“ um 6,5 Prozentpunkte auf nun 9,5 Prozent zulegte. Auch die rechtsliberale Venstre gab um 3,2 Prozentpunkte auf nun noch 10,1 Prozent nach und wurde von der sehr linken „Sozialistischen Volkspartei“ mit einem Plus von 3,3 Prozentpunkten auf nun 11,6 Prozent überholt. Alle anderen Parteien bewegten sich in Bereichen unter drei Prozent.

      https://de.wikipedia.org/wiki/Folketingswahl_2026

      Damit ist nach meiner Einschätzung politikwissenschaftlich erneut belegt, dass sich die politische Polarisierung und Zerblasung der Parteienlandschaft nicht durch Anti-Migrationspolitik und Rechtsmimesis aufhalten lässt, sondern ihren tieferen Grund im algorithmisch manipulierten Mediensystem bis hin zum Neurohacking hat.

      Wer die parlamentarischen Demokratien wieder stabilisieren möchte, sollte weniger über Migration und mehr über den Einfluss von Medienkonzernen sprechen.

      Dir, lieber @Peter, daher auch vielen Dank für Deine Beiträge für unsere Demokratie und für die Wissenschaftskommunikation – gerade auch im Fediversum! 🙌👍

  4. Diese Folge von Blume und Ince gibt genug Stoff zum Nachdenken.

    Da erinnerte ich mich an einen Post von Ruprecht Polenz auf Mastodon. Er zitiert darin einen Kommentar in der „Zeit“ von Miriam Lau, der wenige Tage nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg erschien und der von Herrn Polenz als „glänzend“ bezeichnet wurde.

    Das Zitat lautet folgendermaßen:

    „Der schwarz-grüne Triumph vom Sonntag hat aller Öffentlichkeit das Scheitern der Methode Söder vor Augen geführt. Der CSU-Chef Markus Söder hatte – gemeinsam mit dem CDU-Fraktionsvorsitzenden Jens Spahn – versucht, die Grünen aus dem Kreis der demokratischen Parteien zu vertreiben.“

    Ich finde eine solche Feststellung unfassbar! Denn, was hier hätte passieren sollen, legt die Axt an die Wurzeln unserer Demokratie.

    Hier geht es nicht mehr nur um Parteiblasen oder Social Media Algorithmen.

    Politiker haben sich noch nie mit Samthandschuhen angefasst. Passend zum Thema „die Grünen“ fiel mir der ehemalige hessische Ministerpräsident Holger Börner und die Sache mit der Dachlatte ein.

    Ich teile Ihre Meinung zu den Sondierungsgesprächen in Baden-Württemberg.

    Miteinander zu reden, sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Wer aber andere demokratische Parteien loswerden will, zeigt damit, dass er oder sie an Dialog und konstruktiver Zusammenarbeit kein Interesse hat.

    Ich hoffe, dass der große Teil von CDU und CSU wahre Demokraten und Demokratinnen sind, die an der berechtigten Existenz Andersdenkender nicht rütteln.

    • Herzlichen Dank, liebe @Marie H. – und, ja, über den falschen Anti-Grünen-Kurs von Markus Söder (CSU) haben wir ja oft diskutiert, zumal es endlich sogar Widerstände in der dem Namen nach immer noch Christlich-Sozialen Union gab. Auch die Wahlergebnisse in Bayern belegen ja, dass die Rechtsmimesis auch dort nicht funktioniert, sondern zum dauerhaften Aufstieg von AfD und Freien Wählern geführt hat.

      Und leider wurde inzwischen auch wiederum Söder von einem grünen Jugendfunktionär als „Hurensohn“ beschimpft – die sich dann auch noch negativ an Cem Özdemir abarbeiteten. Parteipolitischer Dualismus funktioniert eben nie und keine demokratische Partei besteht nur aus fairen und weisen Menschen.

      Wir beide leiden ja oft unter den rohen Umgangsformen auch in den sog. sozialen Medien. Musste dazu leider auch wieder neulich eine Grenze verdeutlichen und posten:

      Also, ich finde die Frage nach linker Arroganz hier überzeugend belegt:

      „Ich stelle die Frage, ob es moralisch und ethisch vertretbar ist, die CDU zu unterstützen. Das ist alles. Meine Antwort ist eher nein.“

      Es käme mir nie in den Gedanken, das Engagement anderer Menschen in demokratischen Parteien „moralisch“ abzuwerten. Zumal dann auch schnell noch weiter links auch Sozialdemokrat:innen zu „Sozialfaschisten“ und Grüne zu „Ökokapitalisten“ gemacht werden. Auch Kirchen & Religionsgemeinschaften fallen durch & so führt der #Linksdualismus wieder & wieder von der akademischen Blase in die politische Sekte.

      Die meisten Ausprägungen von #Arroganz & #Dummheit haben dabei eine wesentliche Gemeinsamkeit: Die Betroffenen merken es selbst nicht. Und reagieren entsprechend irritiert, wenn sie gar nicht also so „gut“ oder „schlau“ wahrgenommen werden, wie sie selbst sich sehen.

      Ich achte jede demokratische Partei. Punkt.

      https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/116285329163530276

      Als sehr gut habe ich dazu den Drunter-Post (Drupo? 🤭) von @solaris@social.anoxinon.de empfunden:

      … und darum sollte man den Faschos auch nicht die Sozialen Medien überlassen. Rückzug ist keine Option. Das gilt aber auch für „Linksaußen“, von wo mir hier oft ein beleidigender Perfektionismus entgegenschlägt, der einen fairen Diskurs im Keim erstickt.
      Habe dagegen diesen Diskurs mit Interesse verfolgt. Genau dafür nehme ich mir hier die Zeit.

      https://social.anoxinon.de/@solaris/116287003671557292

      Ich möchte persönlich im Fediversum dialogisch aktiv bleiben – schon aufgrund solcher, ermutigender Stimmen. 🖖

  5. Vielen Dank für die Antwort.

    Vielleicht sind oft Missverständnisse, persönliche Befindlichkeiten etc der Grund für unsere Art, auf bestimmte Äußerungen der anderen zu reagieren.

    Natürlich würde es mich nicht freuen, wenn beispielsweise der Bundeskanzler das Wahlergebnis in Rheinland-Pfalz so interpretieren würde, dass die Mehrheit in Deutschland hinter den Plänen der Bundesregierung steht. Ich kann es ihm aber auch nicht verübeln, weil dieses Ritual auch schon von Regierungen jedweder Couleur so praktiziert wurde.

    Die CDU teile ich zwischen christlich/sozial und konservativ. Ich schätze das Engagement von Ihnen oder Ruprecht Polenz sehr. Über diejenigen, die mit ihren Äußerungen auch mich verletzen, sage ich nichts. Parteien sind keine homogene Gruppe. Auch wenn Geschlossenheit gerade in der CDU als höchstes Gut gilt.

    Im übrigen sollten wir mal über die Philosophie der Macht nachdenken. Macht ist in einer Demokratie immer zeitlich begrenzt. Wahlen sind frei und geheim und finden in regelmäßigen Abständen statt.

    Einen demokratischen Mitbewerber ins parteipolitische Aus schicken zu wollen, hat welche Beweggründe? Dauerhaften Machterhalt mit Gleichgesinnten?

    Ich meine, wir sollten nicht mehr Machiavelli wagen.

    Wir sollten unsere unterschiedlichen Standpunkte selbstbewusst vertreten, den Andersdenkenden aber mit Respekt und Achtung vor deren Meinung begegnen.

    • Herzlichen Dank, @Marie H. – und ich bin da ganz bei Ihnen.

      Der internationale Vergleich – etwa aktuell im Hinblick auf die Wahlen in Frankreich und Dänemark – hilft mir nicht nur, gerade auch mediale, demografische, politische Prozesse besser zu verstehen. Er schützt doch vor allem davor, einzelne Personen – wie Parteivorsizende – aber auch uns selbst zu überschätzen. Wenn etwa sozialdemokratische Parteien quer durch die Europäische Union 🇪🇺 hindurch verlieren, dann werden wohl kaum Bärbel Bas & Lars Klingbeil dafür alleine verantwortlich sein.

      Ebenso bezieht sich mein Interesse etwa am Aufstieg des Texaners James Talarico wesentlich auf die Frage, ob die Christdemokratie ihre Seele wiederfinden kann.

      Die Gefahr der Parteiblasen und Überpersonalisierung sehe ich nicht nur bei anderen, sondern auch bei uns selbst. Dabei ist unsere Zeit und Einflussmöglichkeit doch sehr begrenzt. Doch wir können sie dialogisch nutzen, um besser zu verstehen, was auch weit über Deutschland hinaus vor sich geht.

      Ich denke, das ist unsere Verantwortung und deswegen nehme ich mir auch immer wieder gerne die Zeit. Und bin Ihnen & anderen dankbar für die guten und tiefen, gerne auch mal strittigen Dialoge! 🙏🙌

  6. @Michael 25.03. 07:31

    „Damit ist nach meiner Einschätzung politikwissenschaftlich erneut belegt, dass sich die politische Polarisierung und Zerblasung der Parteienlandschaft nicht durch Anti-Migrationspolitik und Rechtsmimesis aufhalten lässt, sondern ihren tieferen Grund im algorithmisch manipulierten Mediensystem bis hin zum Neurohacking hat.“

    Ich bin mir aber unsicher, ob das wirklich die ganze Geschichte ist. Was ich sicher als kontraproduktiv annehme, das wäre, wenn man nur gegen Migranten spricht, aber gar nichts Funktionierendes unternimmt, das weniger Neue kommen und der Bestand besser integriert wird.

    Das kann z.B. passieren, wenn man nur die nationalen Grenzen kontrolliert, die Leute aber umgehend dann doch einreisen. Auch wäre es kaum hilfreich, wenn wir innerhalb Europas versuchen, uns die Neuaufnahmen gegenseitig zuzuschieben.

    Ich persönlich würde mir einfach wünschen, dass jede Kommune selber entscheiden soll, wie viele neue Zuwanderer sie haben will, und es der EU gelingt, die Außengrenzen so gut zu kontrollieren, dass genau so viele hier auch einwandern dürfen, wie die einzelnen Kommunen die bestellt haben.

    Natürlich gibt es auch noch Migration innerhalb der EU wie auch innerhalb Deutschlands. Da herrscht Freizügigkeit, und die will ich auch nicht missen. Aber wenn es in meiner Kommune einfach alles voll ist, und viele ihre Mieten nicht mehr zahlen können, dann sollten hier nicht auch noch Einwanderer von außerhalb Europas dazukommen.

    Ich würde nie im Leben die AfD wählen. Einmal weil man das anders sehen kann, was ich respektiere. Und für mich steht das ganze Thema weniger oben auf der Liste. Ich würde dann auch keine demokratische Partei wählen, nur weil sie weitere Migration begrenzen will. Themen wie Wirtschaft, Energiewende, Offene Software, Außenpolitik und inzwischen auch Demografie finde ich durchweg viel relevanter.

    Es ist freilich in der Demokratie so, dass die einzelnen Parteien einen Mix an Themen anbieten, jeder einzelne Wähler wiederum auch wieder einen eigenen Mix an Themen hat. Da sollte dann eine gute demokratische Kultur wiederum einen möglichst guten Mix an Themen zu konkreter Politik dann machen können.

    Da könnten weniger Koalitionsausschüsse und ab und an mal auch wechselnde Mehrheiten gar nicht mal so schlecht sein.

    • @Tobias 26.03. 00:27

      Zunächst einmal möchte ich Dir herzlich dafür danken, dass Du Dich über einige Kommentare hinweg dialogisch mit @Realo und dessen fossilem, tyrannophilem Dualismus auseinander gesetzt hast. Ich habe bewundert, mit wie viel Geduld Du immer wieder darauf hingewiesen hast, dass ihm weder Putin noch Trump den Schutz und die Zukunft bieten können, die er sich aus Überforderung und auch Feigheit vor der Wahrheit ersehnt. Aus meiner Sicht ist es wirklich hilfreich, dass wir besser verstehen, auf welche psychologischen Schwächen Tyrannei und Fossilismus, fossiler Faschismus weiterhin aufsetzen können.

      Zu Deiner Nachfrage: Die Sozialdemokratie in Dänemark hat einen strikten Anti-Migrationskurs mit einer Stärkung des Sozialstaates und einem Ausbau erneuerbarer Wohlstandsenergien verbunden. Lange Zeit wurde sie als Beispiel gegen die Evidenz aus praktisch allen Noch-Demokratien angeführt, nach der Rechtsmimesis die Polarisierung beschleunigt und gerade nicht aufhält:

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/kartenliebe-das-scheitern-digitaler-rechtsmimesis-am-beispiel-grossbritannien/

      Die aktuellen Wahlen widerlegen nun aber auch das „dänische Beispiel“ und verweisen auf die globale Zerblasung demokratischer Parteilandschaften: Die dänischen Sozialdemokraten um die bisherige Ministerpräsidentin Mette Frederiksen verloren deutlich, eine weiter links stehende Linkspartei gewann und dennoch reicht es zusammen nur noch für 84 Sitze im 179 Sitze zählenden Folketing. Und wie 2017 bereits die deutsche FDP so hat nun auch die dänisch-liberale Venstre erklärt, sie wolle nicht mehr mit den Sozialdemokraten koalieren. Als „Königsmacher“ scheinen damit die „Moderaterne“ um den bisherigen Außenminister Lars Lökke Rasmussen. Es werden komplexe und also wahrscheinlich lange Koalitionsverhandlungen erwartet – mitten in der Irankrieg-Preiskrise.

      Und dabei halte ich einen US-Bodentruppen-Angriff auf die iranische Ölinsel Kharg in den kommenden Tagen für denkbar, ja für gar wahrscheinlich.

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/der-fossilismus-im-jahr-des-feuerpferdes-trumps-iran-kharg-desaster/

      Bewusst hatte ich zudem mit Inan Ince auch mehrfach den Dialog über Japan gesucht, in dem die Sackgasse aus Anti-Migration-Rechtsmimesis und demografischer Implosion schon viel weiter fortgeschritten ist.

      Hier erklärt der Soziologe Dr. Jonathan Tam, warum in Japan bereits über 9 Millionen Wohnungen leer stehen, während die Mietpreise gerade auch für junge Familien in den Städten kaum noch zu stemmen sind:

      https://youtu.be/1QPMcWpJEgM

      Und hier erläutert der gleiche Wissenschaftler, der auch als Lehrer in Südkorea gearbeitet hat, warum dort parallel zur demografischen Implosion inzwischen Rekord-Suizidraten unter jungen Menschen stattfinden:

      https://youtu.be/ToV2wDsAyww

      Wir erleben gerade den Zusammenbruch des Fossilismus live mit. Und, ja, am Besten wäre es, dagegen die Kommunen mit ausreichend Ressourcen und Kompetenzen auszustatten, damit möglichst viele Solarpunk-Arche-Regionen die kommenden Jahrzehnte überstehen.

      Dir Dank für Dein dialogisches und immer wieder konstruktives Interesse, lieber @Tobias! 🙏📗🙌

  7. James Talarico spricht von „Echokammer“ und meint damit die Kommunikation mit Gleichgesinnten, wenn ich es richtig verstehe.

    Es gehört Mut und viel Selbstbewusstsein dazu, das Gespräch mit Menschen zu suchen – und wenn möglich – zu führen, die anderer Meinung sind.

    Und jetzt frage ich mich, wie schafft man es, Menschen zusammenzubringen?

    Öffentliche Veranstaltungen, wie der Blume und Ince Podcast in Filderstadt sind bestimmt eine solche Möglichkeit. Aus Interesse am Thema „Kurden“ kamen gab es sicher auch Teilnehmer, die für Friedensenergien etc auf diese Art eher erreichbar waren.

    Führt der Weg zu mehr Miteinander über Vorträge, die nicht politisch sind?

    Ich glaube, die Menschen müssen ein Interesse haben, ihre Wohnung zu verlassen und eben nicht nur online zu kommunizieren.

    • Haben Sie herzlichen Dank, @Marie H. 🙏 – und, ja, ich halte persönliche, dialogische Begegnungen und Gespräche für wichtiger denn je. In den vergangenen Tagen konnte ich mehrere Schulen und Konferenzen im Land besuchen, vor und mit Hunderten Schülerinnen und Schülern sowie Lehrenden und auch mit einer Gruppe von Schulleitenden sprechen. Dabei habe ich nicht nur einiges vermitteln dürfen – wie den Zusammenhang von Alphabetisierung und Antisemitismus oder zu den wieder bizarren Verschwörungsmythen von Xavier Naidoo -, sondern auch selbst viel gelernt. So wurde ich immer wieder nach der Gefahr eines 3. Weltkrieges gefragt, nach erneuerbaren Friedensenergien und vor allem nach Solarpunk als hoffnungsvoller Zukunftsvision.

      Bei immer mehr demokratisch und dialogisch Aktiven wie James Talarico schätze ich die gekonnte Verbindung von persönlichen Reden mit kurzen Redeclips, Pod- und Videocasts. So sprach der texanische Abgeordnete – der etwa einem deutschen Landtagsabgeordneten entspricht – wie oben erwähnt bei Ezra Klein, aber auch zur Trennung von Staat und Kirche beim früheren Trump-Fan Joe Rogan

      https://youtu.be/_jOGPvMftb8?si=ef5sFXi1727cxXh_

      …und auch bei der Politikhistorikerin Heather Cox Richardson über das Thema Religion & Politik:

      https://youtu.be/nuDS-WX2yv4

      Es gibt aber auch immer mehr weitere Demokratinnen und Demokraten, die gekonnte RL-Reden mit kluger Digitalarbeit verbinden, so der jüdisch-demokratische Senator Jon(athan) Ossoff, Georgia:

      https://www.youtube.com/shorts/HXj9mqiUYnM

      Und wie Sie ja wissen, liegt mir Kommunalpolitik als die bürgernächste Politikebene besonders am Herzen. Der im Blogpost erwähnte OB Christoph Traub nennt die Kommunalpolitik sogar mit starken Argumenten die „Warheitsebene“ – hier entscheidet sich letztlich, ob und wie die Demokratie im Alltag der Menschen funktioniert. Auch deswegen halte ich Landes- und Kommunalwahlen für eher relevanter als Wahlen zu den zunehmend „zerblasenen“ Nationalstaatsversammlungen.

      Genau das beschrieb übrigens auch Talarico im Podcast-Dialog mit Rogan, hier auf Englisch und dann Deutsch:

      So, the Republicans have a majority in the House and in the Senate. I’m a member of the Democratic Party.

      So, I literally can’t get anything done without working on a bipartisan basis. It is actually a blessing in this this modern era where we are all tribalized and polarized that I am forced to work with people who have completely different views than I do. And actually you get to know them.

      In DC, from what I hear, I have only been to DC a few times in my life, but from what I hear, you are really kind of separated physically from your colleagues. You don’t spend a lot of time talking to each other anymore.

      It is a lot of fundraising and and and events and not really a lot of relationship building.

      In the state capital, you don’t have the same media scrutiny, the same spotlight.

      So, we can still get to know each other and go out to eat with each other and meet each other’s families. And I actually think it’s a it’s something that we could benefit from at the national level is that kind of camaraderie and and professional working relationships with people across the aisle.

      Auf Deutsch:

      Also, die Republikaner haben eine Mehrheit im Repräsentantenhaus und im Senat. Ich bin Mitglied der Demokratischen Partei.

      Also, ich kann buchstäblich nichts erreichen, ohne auf überparteilicher Basis zu arbeiten. Es ist tatsächlich ein Segen in dieser modernen Ära, in der wir alle in Stämme gespalten und polarisiert sind, dass ich gezwungen bin, mit Menschen zu arbeiten, die völlig andere Ansichten haben als ich. Und tatsächlich lernt man sie dabei kennen.

      In DC [Washington], soweit ich gehört habe, ich war in meinem Leben nur ein paar Mal in DC, aber soweit ich hörte, ist man dagegen wirklich physisch von seinen Kollegen getrennt. Man verbringt nicht mehr viel Zeit damit, miteinander zu reden.

      Es gibt viele Fundraising-Aktivitäten und Veranstaltungen und nicht wirklich viel Beziehungsaufbau.

      In der Hauptstadt des Bundesstaates hat man nicht die gleiche Medienaufsicht, den gleichen Scheinwerfer.

      Also, wir können uns immer noch kennenlernen und zusammen essen gehen und die Familien des anderen treffen. Und ich denke eigentlich, dass es etwas ist, wovon wir auf nationaler Ebene profitieren könnten, diese Art von Kameradschaft und professionelle Arbeitsbeziehungen mit Menschen auf der anderen Seite des politischen Spektrums.

      https://youtu.be/_jOGPvMftb8&t=288

      Im Rahmen meiner Möglichkeiten versuche ich, sowohl den konkreten Dialog zu fördern wie auch wissenschaftlich über die Bedeutung von Medienpsychologie und dialogischem Monismus zu informieren.

  8. @Michael 26.03. 07:43

    „Die aktuellen Wahlen widerlegen nun aber auch das „dänische Beispiel“ und verweisen auf die globale Zerblasung demokratischer Parteilandschaften:“

    Was dann wohl die maßgebliche Baustelle wäre, dass Demokraten wieder mehr Dialog hinbekommen.

    Was das Thema Migration betrifft, da sind wir kurzfristig sehr gut ausgestattet, mit etwa 1,5 Millionen Ukrainern extra. Da können wir ein paar Jahre mit weniger Zuzug von außerhalb Europas ganz gut auskommen. Wenn denn die EU das schafft, die Außengrenzen entsprechend zu kontrollieren.

    Mittelfristig könnte es helfen, wenn der ländliche Raum aufgewertet wird. Etwa durch mehr Homeoffice oder auch ein Sammeltaxisystem auf Basis von selbstfahrenden Fahrzeugen. Dann werden die Wohnungen in den Ballungräumen billiger, dass junge Familien eher eine bezahlbare Wohnung finden. Und auf dem Land kann man auch mit Kindern besser wohnen, wenn man die Kinder nicht mehr rumkutschieren muss, weil die dann schon für die Grundschule das Sammeltaxi nehmen können.

    Langfristiger kann ich mir gut vorstellen, dass die Produktivität die nächste Zeit durch KI und Roboter so schnell steigt, dass wir das mit neuem Konsum gar nicht mehr wie gewohnt ausgleichen können. Dann wird weniger gearbeitet, und wir hätten dann zumindest mehr Zeit für Kinder. Vielleicht kriegen wir dann auch wirklich mehr. Aus reiner Langeweile möglicherweise.

    „Und, ja, am Besten wäre es, dagegen die Kommunen mit ausreichend Ressourcen und Kompetenzen auszustatten, damit möglichst viele Solarpunk-Arche-Regionen die kommenden Jahrzehnte überstehen.“

    Letztlich sind die Kommunen in der Tat näher dran an vernünftigen Lösungen. Und könnten gerne mehr Aufgaben und auch mehr Freiheiten gebrauchen. Aber auch Europa könnte mehr Einfluss gebrauchen. Nicht nur für die Verteidigung und eine wirksamen Kontrolle der Außengrenzen, auch ein europäisches Ministerium für Offene Software wäre dringend zu gebrauchen.

    Auch die Energiewende ist sowohl ein europäisches wie ein kommunales Projekt. Man könnte da mal gucken, dass wir in Europa eine eigene PV-Modulproduktion, eine eigene Batteriefertigung und die Förderung von entsprechenden Rohstoffen dafür hinbekommen. Notalls mit chinesischer Beteiligung. Und die Kommunen können auch ganz gut selber gucken, wie genau sie ihre lokale Energiewende hinbekommen und gleichzeitig ihren Bürgern und der lokalen Industrie möglichst günstige Energie anbieten können.

    • @Tobias 26.03. 16:40

      Über Deine auch emotionale und sicher auch biografisch bzw. altersbedingte Ablehnung von Migration haben wir ja schon öfter diskutiert. Erlaube mir nur den Hinweis, dass die Bevölkerung auch in Deutschland bereits um über 300 Menschen pro Tag sinkt, weil es sowohl an Geburten wie auch an Zuwanderung mangelt! Und da es daneben eben auch eine Binnenwanderung vom Land in die Städte gibt, sprechen wir also auch hier bereits von einer „japanischen Entwicklung“ von Leerständen einerseits und Mietwohnungsmangel andererseits. In verebbenden Regionen wächst die Wirtschaft nicht mehr und verlieren auch Erbgüter wie Immobilien immer mehr an Wert.

      Hinzu kommt, dass auch in unserem Staat der wirtschaftliche, mediale und also psychologische Druck auf die junge Generation immer mehr zunimmt – und bereits mehr als ein Drittel der jungen Menschen an Auswanderung denkt.

      Trendstudie „Jugend in Deutschland“

      Mehr als jeder dritte junge Mensch denkt über Auswanderung nach

      Berlin · Eine neue Studie zeigt, dass wirtschaftliche Unsicherheit, steigende Mieten, schulischer Druck und Zukunftsängste viele junge Menschen stark belasten – so sehr, dass manche von ihnen sogar bereits konkret planen, Deutschland zu verlassen.

      https://rp-online.de/politik/deutschland/mehr-als-jeder-dritte-junge-mensch-denkt-ueber-auswanderung-nach_aid-145565639

      All dies geschieht nicht erst morgen, sondern bereits gestern – und heute. Und mir ist selbstverständlich als Politikwissenschaftler völlig klar, dass diese Perspektive bei Wahlen gegenüber den geburtenstarken Jahrgängen der Über-60-Jährigen kaum noch eine Rolle spielt. Doch ich will mich nicht mit der Rechtsmimesis und dem Absterben auch von immer mehr Gebieten in Deutschland abfinden.

      Ein Schlüsselbegriff, über den wir ja auch bereits hier auf dem Blog öfter diskutiert haben, ist die Arbeit.

      Zu Recht schreibst Du:

      „Langfristiger kann ich mir gut vorstellen, dass die Produktivität die nächste Zeit durch KI und Roboter so schnell steigt, dass wir das mit neuem Konsum gar nicht mehr wie gewohnt ausgleichen können. Dann wird weniger gearbeitet, und wir hätten dann zumindest mehr Zeit für Kinder. Vielleicht kriegen wir dann auch wirklich mehr. Aus reiner Langeweile möglicherweise.“

      Und so fordern derzeit einerseits Bundespolitiker wie Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Bundes-Finanzminister Lars Klingbeil (SPD), die Menschen in unserem Land müssten mehr arbeiten. Andererseits und gleichzeitig sieht aber der Bundes-Digitalminister Karsten Wildberger (CDU) bereits einen drohenden Arbeitsmangel durch KI:

      Einige Interview-Aussagen von Digitalminister Karsten #Wildberger (CDU) finde ich überraschend, ja erfrischend:

      „Ich halte es für möglich, dass dank KI sehr hohe Gewinne erlöst werden können, auch in Deutschland. Und ich bin überzeugt, dass ein bedingungsloses Grundeinkommen ein Teil der Lösung werden kann, um die Umwälzungen am Arbeitsmarkt aufzufangen. Aber ausreichen wird das nicht. Wir Menschen brauchen eine sinnstiftende Tätigkeit. Kaum jemand kann doch nur zu Hause sitzen und Videos schauen, ohne verrückt zu werden.“

      Es muss verhindert werden, dass die Gesellschaft an Langeweile zugrunde geht?

      „Im Pflege- und sozialen Bereich wird es immer sehr viel zu tun geben. Auch das Handwerk wird im KI-Zeitalter nicht von Computern erledigt. Es werden neue Jobs geschaffen, von denen wir noch gar nichts wissen. Dessen ungeachtet müssen wir uns nichts vormachen: Die Zeit, in der die Industrie eine Jobmaschine war, geht zu Ende.“

      #KI #Arbeit #Industrie #Deindustrialisierung #BGE

      https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/116270593977934132

      Ich beobachte also, dass wir da noch völlig voneinander getrennte, ja widersprüchliche Diskurse führen. Im Rahmen meiner Möglichkeiten weise ich bereits auf diesem Blog darauf hin:

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/wie-die-fossile-industrialisierung-familien-spaltete-und-homeoffice-heute-zu-mehr-kindern-fuehrt/

      Doch nach meiner Erfahrung und Erwartung wird es noch einige Jahre dauern, bis auch in unserer Republik endlich Demografie, KI-Arbeit und Nachfragekrise zusammen diskutiert und gedacht werden.

  9. @Michael 26.03. 07:43

    „Erlaube mir nur den Hinweis, dass die Bevölkerung auch in Deutschland bereits um über 300 Menschen pro Tag sinkt, weil es sowohl an Geburten wie auch an Zuwanderung mangelt!“

    Das wären dann ca. 100.000 im Jahr.

    Laut Felo.ai hatten wir in Deutschland in den letzten 7 Jahre einen sehr leichten Anstieg in der Gesamtbevölkerung gehabt:

    2025 83,5 Millionen
    2024 83,6 Millionen
    2023 84,6 Millionen
    2022 83,8 Millionen
    2021 83,5 Millionen
    2020 83,2 Millionen
    2019 83,0 Millionen

    Mag sein, dass wir mehr Zuwanderer gebrauchen könnten. Ich weiß es nicht. Mit der Situation in Dortmund bin ich aber recht zufrieden. Mehr Nachwuchs wäre aber auf jeden Fall eine gute Sache, meine ich.

    „Und da es daneben eben auch eine Binnenwanderung vom Land in die Städte gibt, sprechen wir also auch hier bereits von einer „japanischen Entwicklung“ von Leerständen einerseits und Mietwohnungsmangel andererseits.“

    Dass auf dem Land öfter mal nichts mehr los ist habe ich bisher als eher unabänderlich angesehen. Zumal die meisten Zuwanderer da hinziehen wollen, wo sie auch Arbeit finden können.

    Mehr Nachwuchs bzw. Umzug von jungen Familien weg von den teuren Städten raus auf das Land halte ich für möglich, wenn wir mehr Homeoffice und ein Sammeltaxisystem hätten.

    @/ Karsten #Wildberger

    „Ich halte es für möglich, dass dank KI sehr hohe Gewinne erlöst werden können, auch in Deutschland. Und ich bin überzeugt, dass ein bedingungsloses Grundeinkommen ein Teil der Lösung werden kann, um die Umwälzungen am Arbeitsmarkt aufzufangen.“

    Sowas Ähnliches könnte in der Tat mal nötig werden. Fleißige Carearbeit wäre dann ja mit dem Grundeinkommen im wesentlichen abgegolten, aber ein gewisser Einkommenszuwachs wäre ja dann damit immer noch zu erzielen? Dasselbe wäre auch mit Arbeit an Freier Software denkbar.

    „Es muss verhindert werden, dass die Gesellschaft an Langeweile zugrunde geht?“

    Sehen wir dann. Insbesondere wie junge Menschen da hineinwachsen, wäre relevant. Und die digitalen Möglichkeiten sich zu beschäftigen und dabei noch echt weiter zu bilden, die bestehen ja schon längst immer mehr.

    „Doch nach meiner Erfahrung und Erwartung wird es noch einige Jahre dauern, bis auch in unserer Republik endlich Demografie, KI-Arbeit und Nachfragekrise zusammen diskutiert und gedacht werden.“

    Dauert alles seine Zeit. Arbeiten wir einfach schon mal dran.

    • Ja, @Tobias – auch die Deinerseits erhobenen Zahlen von Felo.ai weisen ja bereits auf eine Schrumpfung von rund 100.000 Menschen in 2025 hin.

      Auch stimme ich Dir zu, dass bereits wachsende Städte auch von Zuwanderung stärker profitieren. Junge Menschen – ob durch Zuwanderung oder durch mehr Geburten – beflügeln wiederum Nachfrage und Investitionen. Hier profitieren also gerade auch Länder wie Baden-Württemberg und NRW mit vielen mittleren & kleinen Städten.

      Demografisch alternde Gesellschaften tendieren zu einer zunehmend migrations- und familienfeindlichen Politik, wie wir das leider bereits massiv in Japan & Südkorea sehen können.

      Und heute erschienen auch neue Zahlen, wonach Überreiche durch hohe Preise für Erdöl und Erdgas meist noch reicher werden, Arme noch ärmer.

      Krisenprofite von Energieunternehmen:
      Wer jetzt am Irankrieg verdient

      Wenn der Ölpreis steigt, profitieren vor allem Vermögende. Neue Zahlen zeigen das Ausmaß dieser extremen Umverteilung.

      https://www.zeit.de/wirtschaft/2026-03/krisenprofite-energieunternehmen-uebergewinnsteuer-energiekrise-studie

      Eine Aufgabe von Wissenschaft besteht darin, das Verborgene sichtbar zu machen.

  10. @Michael 27.03. 06:50

    „Auch stimme ich Dir zu, dass bereits wachsende Städte auch von Zuwanderung stärker profitieren.“

    Was den Wohnungsmarkt betrifft, da ist mir aber als Mieter lieber weniger mehr. So sind die Mieten in Düsseldorf oder Münster mindestens doppelt so hoch wie hier in Dortmund.

    „Junge Menschen – ob durch Zuwanderung oder durch mehr Geburten – beflügeln wiederum Nachfrage und Investitionen.“

    Was dann wiederum auch aus meiner Sicht Pluspunkte sind.

    „Demografisch alternde Gesellschaften tendieren zu einer zunehmend migrations- und familienfeindlichen Politik, wie wir das leider bereits massiv in Japan & Südkorea sehen können.“

    Das wäre dann ja ein klassischer sich selbst verstärkender Effekt. Also doch nicht nur alles eine Folge der unseligen asozialen Netzwerke?

    Und doch scheint mir ein Abbau bei der Nutzung von Konzernsoftware und den destruktiven Plattformen als weiterführend. Und allgemeinfreie Software sowie Vernunft fördernde KI-Lösungen eine Perspektive auch gegen Rechtsmimesis.

    „Eine Aufgabe von Wissenschaft besteht darin, das Verborgene sichtbar zu machen.“

    Und gut ausgestaltete KI kann genau das dann wirklich fördern, dass es bei den Menschen selbst mehr ankommt.

  11. @Wohnungsmarkt

    Billige Altbauten kann man nun nicht neu bauen. Wo die Kommune allerdings großen Spielraum hat, das sind die Grundstückspreise. Die kommen dann ja auch auf die sowieso schon hohen Kosten für Neubauten noch obendrauf.

    Wenn die Kommune guckt, möglichst viele Flächen als Bauland auszuweisen, dann sinken die Grundstückspreise und damit kann dann günstiger gebaut werden. Und auch Zuwanderung aus dem Umland wie aus der Ferne kann dann angezogen werden. Und die Bauwirtschaft wird so auch noch gefördert.

    Entsprechend dazu passt es, wenn eben die Kommunen selber entscheiden könnten, wie viele Einwanderer von außerhalb Europas sie wirklich haben wollen.

    • @Tobias 27.03. 14:15 Uhr

      Du schriebst:

      „Was den Wohnungsmarkt betrifft, da ist mir aber als Mieter lieber weniger mehr. So sind die Mieten in Düsseldorf oder Münster mindestens doppelt so hoch wie hier in Dortmund.“

      Und hast um 17:08 Uhr noch einmal ergänzt:

      „Wenn die Kommune guckt, möglichst viele Flächen als Bauland auszuweisen, dann sinken die Grundstückspreise und damit kann dann günstiger gebaut werden. Und auch Zuwanderung aus dem Umland wie aus der Ferne kann dann angezogen werden. Und die Bauwirtschaft wird so auch noch gefördert.“

      Und genau so sehe ich das auch. Mieterinnen und Mieter stehen ja untereinander in einem Konkurrenzverhältnis – wenn Mietwillige hinzukommen, steigen die Mietpreise. Ganz anders ist es bei Menschen, die Eigenheime oder gar Mietwohnungen besitzen: Sie profitieren, umso mehr Menschen Wohnraum benötigen.

      So haben in meinem Heimatdorf Filderstadt-Sielmingen (Baden-Württemberg) sehr viele alteingesessene, überwiegend landwirtschaftlich geprägte Familien durch Vermietungen und Verkäufe an Zugewanderte aus dem Ausland und dann auch aus Ostdeutschland viel Geld verdient. Umgekehrt waren meine Großeltern und ihr Bauernhof in Jeggau bei Gardelegen (Sachsen-Anhalt) vom drastischen Wertverlust durch Abwanderung direkt betroffen.

      Auch Elisabeth Krüger hat ja hier einmal sehr kundig und eindrucksvoll über „Migration und Wohnungsmarkt“ gebloggt:

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/migration-wohnungsmarkt-ein-gastblogpost-von-elisabeth-krueger/

      Aus meiner Sicht wäre es daher wirklich angezeigt, wenn Kommunen in Solarpunk-Arche-Regionen mehr Bauland ausweisen würden, auf dem dann post-fossil gebaut werden kann. Zudem sollte sie Mietende bei Neubauten nicht länger zwingen, die höheren Nebenkosten durch fossile Öl- und Gasheizungen zu tragen.

      Großbritannien geht dabei – auch aus strategischen, mithin militärischen Gründen – sogar noch drastischer voran:

      Briten reagieren auf Ölkrise:
      PV und Wärmepumpen werden Pflicht

      Die britische Regierung verschärft angesichts der globalen Energiekrise infolge des Iran-Konflikts ihre Bauvorschriften: Alle neu errichteten Wohnhäuser müssen verpflichtend mit Solaranlagen und klimafreundlichen Heizsystemen ausgestattet werden.

      Mehr Erneuerbare sind strategische Notwendigkeit

      Die Maßnahme ist Teil des sogenannten „Future Homes Standard“, der ab 2028 greifen soll. Mit den neuen Regeln will London die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern reduzieren und zugleich die Versorgungssicherheit stärken. Nach Angaben von Energieminister Ed Miliband habe der Krieg gegen Iran deutlich gemacht, wie anfällig internationale Energiemärkte seien.

      https://winfuture.de/news,157717.html

      Meine Hoffnung ist, dass wir durch den dialogischen Blog-Wagenheber-Effekt – der auch KI-Ausgaben verbessert – das vernetzte Denken befördern können. Daher freue ich mich immer wieder über Deine Drukos, sehr! 🙏👍

  12. @Michael 27.03. 18:44

    „So haben in meinem Heimatdorf Filderstadt-Sielmingen (Baden-Württemberg) sehr viele alteingesessene, überwiegend landwirtschaftlich geprägte Familien durch Vermietungen und Verkäufe an Zugewanderte aus dem Ausland und dann auch aus Ostdeutschland viel Geld verdient.“

    Auch in meiner Heimatstadt Bochum hat entfernte Verwandtschaft ihren mittelgroßen Bauernhof samt Ackerflächen in den 60er und 70er Jahren nach und nach als Bauland verkaufen können. Von vormals landwirtschaftlicher Fläche mit einem Wert von um die 5 DM pro Quadratmeter wurde Bauland mit Werten um 300 DM pro Quadratmeter.

    Eine besondere Leistung war das nicht, brachte aber etliche Millionen ein.

    Basis für diese Geschäfte war eine ganz gezielte Politik von knappem Bauland der örtlichen Kommunalverwaltung.

    Hier in Dortmund, wo ich inzwischen wohne, macht man das schon länger besser. Und versucht mit genug nicht zu teurem Bauland solventere Bürger in der Stadt zu halten, damit die hier ihre Einkommensteuern zahlen.

    Was dann eben auch zu einem recht moderaten Wohnungsmarkt geführt hat, bis heute. So konnte man trotz dem Ende von Kohle und Stahl die Einwohnerzahlen seit den 90ern ziemlich stabil halten. Und die Mieten durchaus auch. Ohne Zuwanderung wäre das sicher unmöglich gewesen.

    Die Ukrainer, die 2022 zusätzlich dazu kamen, haben allerdings durchaus die letzten Leerstände aufgefüllt, und aktuell ist hier kaum was frei. Ein paar Monate braucht es inzwischen, bis man was Neues gefunden hat, wenn man umziehen muss.

    Die verschiedenen Stadtteile bieten zusätzlich viel Auswahl. Ich wohne hier in einem ziemlich großem Sozialen Brennpunkt, wo überwiegend Eingewanderte wohnen, aber auch ein Teil der örtlichen Unterschicht, viele Künstler und eine Menge recht alte Einheimische. Weil es hier günstig ist und dazu so zentral ist, dass man nicht unbedingt ein Auto braucht.

    Nur Einheimische mit Kindern findet man hier praktisch keine, damit die nicht hier zur Schule gehen müssen. Entsprechend sind hier die Kinder der Eingewanderten sicher gerne gesehen, aber in den Schulen im wesentlichen unter sich. Dass das dann nicht die Integration fördert, dürfte klar sein.

    Wenn man das mal ändern könnte, wären wir glaube ich ein paar Schritte weiter.

  13. @Michael 27.03. 18:44

    „Aus meiner Sicht wäre es daher wirklich angezeigt, wenn Kommunen in Solarpunk-Arche-Regionen mehr Bauland ausweisen würden, auf dem dann post-fossil gebaut werden kann.“

    Was soll das auch, das knapp zu halten? Neubauen ist schon teuer genug.

    „Zudem sollte sie Mietende bei Neubauten nicht länger zwingen, die höheren Nebenkosten durch fossile Öl- und Gasheizungen zu tragen.“

    Hier in der Innenstadt baut man jetzt die Fernwärme deutlich aus. Bei mir kommt das in 4 oder 5 Jahren, bei einem Kumpel war das schon letztes Jahr fertig. Und tatsächlich ist das deutlich günstiger als seine alte Gastherme.

    Wir sind hier eine alteingesessene Wohungsbaugenossenschaft, die werden überall die Fernwärme nutzen. Eventuell braucht es allerdings bei manchen Eigentümern eine Anschlusspflicht.

    Mit Solarenergie auf den Dächern läuft es hier in der Innenstadt aber gar nicht gut. Es müssten sich Investoren finden, die die geeigneten Dachflächen anmieten und dort den gesamten Platz ausnutzen. Dann sollte es denen erlaubt sein, den Stromertrag zu verminderten Durchleitungsgebühren an die direkte Nachbarschaft zu verkaufen. Inklusive bidirektional angeschlossener E-Autos.

    Dann kann man gleich an der PV-Anlage noch Kurzfristspeicher installieren, dann hat man im Sommer auch nachts Solarstrom und bringt die lokalen Stromnetze nicht mit mittäglichen Überschüssen in Schwierigkeiten.

    • @Tobias 28.03. 13:57

      Danke, auf Deinen konstruktiven Druko gehe ich gerne im Sinne des Blog-Wagenheber-Effektes ein.

      „Was soll das auch, das knapp zu halten? Neubauen ist schon teuer genug.“

      Ja, das ist so und leider ist der Bund noch immer mit dem Stopfen von Renten-, Energiepreis- und Gesundheitslöchern beschäftigt, statt besser in die Zukunft zu investieren. Erste Landesregierungen haben es aber bereits begriffen – und ich hoffe, Baden-Württemberg wird da auch mehr tun:

      Angesichts gestiegener Bau- und Finanzierungskosten erhöht das Land Mecklenburg-Vorpommern die Förderung für den Neubau und die Modernisierung bezahlbaren Wohnraums. Die entsprechende Förderrichtlinie erlaube eine Anpassung der maximal möglichen Förderhöchstbeträge je gebauten Quadratmeter alle zwei Jahre, erklärte Landesbauminister Christian Pegel (SPD). „Um sicherzustellen, dass die soziale Wohnraumförderung des Landes die Kosten auch in einem veränderten Marktumfeld angemessen berücksichtigt. […]

      Künftig könne etwa der Neubau von Sozialwohnungen mit einem zinslosen Baudarlehen von bis zu 3.800 Euro je Quadratmeter unterstützt werden, in den Städten Rostock und Greifswald mit ihren angespannten Mietmärkten sogar mit bis zu 3.990 Euro.“

      https://www.stern.de/gesellschaft/regional/mecklenburg-vorpommern/wohnungsbau–land-hebt-foerderung-fuer-neubau-von-sozialwohnungen-an-37263324.html

      „Hier in der Innenstadt baut man jetzt die Fernwärme deutlich aus. Bei mir kommt das in 4 oder 5 Jahren, bei einem Kumpel war das schon letztes Jahr fertig. Und tatsächlich ist das deutlich günstiger als seine alte Gastherme.“

      Ja, jeden Tag begreifen es mehr Menschen und machen sich auf den Weg zu erneuerbaren Wohnungs- und Heimatenergien. Bei Batteriespeichern gibt es ja bereits so viele Anträge, dass die Gaskonzerne gemeinsam mit fossiler Politikobby den Ausbau durch bürokratische Genehmigungsverfahren verzögern.

      Und wenn auch das neue Klimaschutzprogramm der Bundesregierung leider noch lange nicht ausreicht, so stimmt inzwischen wenigstens wieder die Richtung:

      Eine der Maßnahmen ist die Ausschreibung von rund 2.000 neuen Windrädern, die 12 Gigawatt Windstrom produzieren sollen. Das soll dazu beitragen, dass in Deutschland bis 2030 insgesamt 115 Gigawatt Windstrom an Land erzeugt werden. Mit der Elektrifizierung von Industrieprozessen sollen im Jahr 2030 mindestens 4,3 Millionen Tonnen CO₂ eingespart werden. Dafür sollen etwa Wärmepumpen gefördert werden.

      Den Angaben zufolge ebenfalls Teil des Programms ist das neue Förderprogramm für Elektroautos, das bereits im Januar vorgestellt wurde. Demnach bekommen Privatleute bis zu 6.000 Euro Zuschuss beim Kauf eines E-Autos. Insgesamt sind dafür drei Milliarden Euro vorgesehen, mit denen der Kauf von 800.000 E-Autos unterstützt werden soll. Die Ladeinfrastruktur für E-Autos soll ausgebaut werden. Im Fokus liegt dabei die Nachrüstung bereits bestehender Mehrfamilienhäuser.

      https://www.zeit.de/wissen/umwelt/2026-03/klimaschutzprogramm-bundesregierung-carsten-schneider-klimaziele-2030

      Auch die Demografie kommt langsam in der Politikwissenschaft (und bald auch Politik?) an. Im aktuellen ZEIT-Interview (26.03.2026, S. 31, „Wissen“) erläuterte der Jugendforscher Simon Schnetzer, Leiter der jährlichen „Jugend in Deutschland“-Studie, warum nur noch 18 Prozent der 14- bis 29jährigen Männer und sogar nur noch neun Prozent der gleichaltigen Frauen von sich sagen: „Ich habe Vertrauen, dass die Regierung das Richtige tut.“

      Auch die neuen Daten bestätigen dabei, dass junge Männer häufiger zur AfD tendieren, junge Frauen häufiger zur Linkspartei. 61 Prozent der jungen Frauen und 50 Prozent der jungen Männer äußern „das Gefühl, dass Deutschland (politisch) nach rechts rückt.“

      Schnetzer u.a.: „Die politische Orientierung junger Menschen verläuft entlang ihrer größten Sorgen. Und hier stehen die Kriege in Europa und Nahost ganz oben, aber auch die Angst vor Inflation und Wohnungsnot und dem Zusammenbruch des Rentensystems. […]

      Der Frust über eine Politik, die nicht im Sinne der jungen Generation handelt und Themen wie den Klimawandel zunehmend ignoriert, ist sehr groß. Die Grunderfahrung vieler junger Menschen ist, dass die Mehrheit die Politik bestimmt und die Mehrheit alt ist. Egal, was die junge Generation äußert – psychische Belastung, Generationenkonflikte -, sie erlebt, dass sie als Minderheit damit nicht durchdringt. […]

      21 Prozent der Befragten äußern in der Studie konkrete Pläne, aus Deutschland wegzuziehen. 41 Prozent können sich das vorstellen.“

      2026, die „regelbasierte Ordnung“ bricht zusammen. Was erwartest Du in diesem Jahr?

      Wird Trump die iranische Ölinsel Kharg mit Bodentruppen angreifen lassen?

      Und wird China die RepublikTaiwan angreifen?

      https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/116306670000103906

      Bisher meint eine stabile Mehrheit der bereits Antwortenden, „Kharg ja, Taiwan (noch) nicht.“

      Über ein Viertel glaubt, „Kharg & Taiwan werden angegriffen.“

      Und nur ein rundes Zehntel glaubt, es komme zu gar keiner weiteren Eskalation, nur ein Prozent an einen Angriff auf Taiwan, nicht aber auf Kharg.

      Die Feigheit vor der Wahrheit des zusammenbrechenden Fossilismus besteht noch, aber sie schmilzt jeden Tag ein wenig mehr zusammen.

      Die Umfrage läuft noch zweieinhalb Tage.

  14. @Michael 28.03. 15:45

    „21 Prozent der Befragten äußern in der Studie konkrete Pläne, aus Deutschland wegzuziehen. 41 Prozent können sich das vorstellen.“

    Es sollen auch 500.000 junge Türkischstämmige, die hier geboren wurden, in die Türkei ausgewandert sein. Sicher ein herber Verlust für uns. Aber vielleicht wenigstens auch ein Gewinn für die Türkei?

    • @Tobias 28.03. 16:39

      Ja, der Wettbewerb um die schrumpfende Zahl junger Menschen hat bereits begonnen. Und jene Gesellschaften, die immer weitere Rechtsmimesis gegen ihre eigenen jungen Menschen und gegen Zuwanderung betreiben, versinken in der demografischen Traditionalismusfalle, verebben und verenden.

      Aktuell fliehen übrigens nicht nur Influencerinnen und Influencer aus den bis vor Kurzem fossil gehypten Golfstaaten…

      Wegen Iran-Krieg –
      Dubais Reiche liebäugeln mit der Schweiz

      Von einem Exodus kann man zwar noch nicht sprechen, aber die Signale verdichten sich: Vermögende aus der Golfregion interessieren sich zunehmend für die Schweiz – sowohl als Finanzplatz als auch als Wohnort.

      Autor: Mathilde Farine / RTS

      Donnerstag, 26.03.2026, 12:45 Uhr

      «Die Geldtransfers sind im Gange», sagt Patrick Akiki, Leiter des Bereichs Finanzdienstleistungen bei der Beratungsfirma PwC Schweiz, gegenüber dem Westschweizer Radio und Fernsehen (RTS). Ein Konto in der Schweiz zu eröffnen, brauche jedoch Zeit, fügt er hinzu, denn: «Die regulatorischen Anforderungen sind viel strenger als früher.» Die Schweizer Banken prüften Gelder sehr genau, bevor sie sie annehmen.

      https://www.srf.ch/news/dialog/wegen-iran-krieg-dubais-reiche-liebaeugeln-mit-der-schweiz

      Viele Regionen der Europäischen Union haben noch immer gute Chancen, zu lebenswerten und lebendigen Solarpunk – Archen des 21. Jahrhunderts zu werden. 🙂

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/dualistische-superyacht-vs-monistische-arche-wie-ueberleben-menschen-die-mitweltkrise/

      Dialogisches Wissenschaftsbloggen macht Freude und Sinn.

  15. @Michael 28.03. 16:52

    „Ja, der Wettbewerb um die schrumpfende Zahl junger Menschen hat bereits begonnen. Und jene Gesellschaften, die immer weitere Rechtsmimesis gegen ihre eigenen jungen Menschen und gegen Zuwanderung betreiben, versinken in der demografischen Traditionalismusfalle, verebben und verenden.“

    Uns wird es wohl helfen. Allerdings fehlen die jungen Leute natürlich erst recht da, wo sie auch noch wegziehen. Wenn da dann freilich tatsächlich kaum Perspektiven für gerade junge Menschen zu finden sind, sollen sie kommen. Praktischerweise aber nur so viele, wie wir auch verarbeiten können und auch wirklich haben wollen.

    Dauerhaft muss es ja auch nicht so bleiben. Wenn wir wieder selber mehr Kinder haben, sieht die Welt wieder ganz anders aus. Und wenn es in den Herkunftsländern endlich mal auch vernünftig läuft, brauchen die auch ihre jungen Leute wieder selber.

    So kann ich mir Nordafrika und den Nahen Osten mit wirklich weltweit besten Erträgen von PV durchaus florierender vorstellen.

    „Viele Regionen der Europäischen Union haben noch immer gute Chancen, zu lebenswerten und lebendigen Solarpunk – Archen des 21. Jahrhunderts zu werden.“

    Wer es später doch auch noch hinbekommen will, sieht dann bei uns wie es funktionieren kann. Und kann nachziehen, lebenswerte Kultur mit wirklicher Nachhaltigkeit zu verbinden. Zumal die Preise für die Komponenten der Grünen Technik vermutlich weiter sinken werden.

    Es widerstrebt mir, einen Großteil der Welt jetzt schon abzuschreiben. Aber klar, wer sich wirklich selbst zerstört, dem können wir kaum helfen.

  16. @Michael 29.03. 00:46 / Felo.ai

    „…sondern durch eine Rückkehr zu traditionellen, oft frauenfeindlichen Strukturen – was die demografische Krise weiter verschärft.“

    Was ich noch nicht ganz verstehe: Die Nachfragekrise und der Facharbeitermangel müssten sich doch eigentlich gegenseitig ausgleichen? Wie können Verbraucher fehlen, und zugleich Arbeitskräfte?

    Schlüssig wäre, dass gerade junge Menschen als erstes gar nicht mehr eine vernünftige Karriere angeboten wird, während zugleich die Älteren die lukrativen Jobs haben und nach ihrem Arbeitsleben richtig ordentliche Renten kassieren.

    Eine Idee wäre es, dass Eltern bei Wahlen auch noch zusätzliche Stimmen für ihre Kinder abgeben dürfen. Also jedes Elternteil für jedes Kind eine halbe Stimme extra.

    Auch immer mehr Kapital und Kapitalertrag verschiebt ja das verfügbare Geld in Richtung der Älteren. Wenn man da endlich mal auch Steuern und Abgaben in ähnlicher Höhe wie auf Arbeitseinkommen durchsetzen könnte, ginge es den jungen Menschen, die ja nun alleine für den Nachwuchs sorgen müssen, finanziell gleich sehr viel besser.

    Es kann hier auch ein Teil des Problem sein, dass es gerade bei gut Gebildeten bis in die 30er dauert, dass man endlich auch Geld verdient und eine Familie gründet. Öfter läuft dann aber auch schon die biologische Uhr ab, und es klappen nicht mehr 2 bis 4 Kinder.

    Die es schon bräuchte. 15% der Paare können sowieso schon biologisch nicht mehr. Dann sind da noch Einige, die sich mit einer Familie völlig überfordert sähen. Entsprechend müssten die Anderen, die es können, gleich 3 oder 4 Kinder anstreben, damit das dann am Ende passt. Mit 2 Kindern ist es noch nicht getan.

    Zumal auch Familien mit 3 bis 5 Kindern ziemlich lebhaft sind, den Kindern geht es damit eigentlich sehr gut. Während Einzelkinder ganz schön einsam sein können. Aber klar ist, dass das dann auch viel Arbeit macht. Irgendwer muss dann weniger Arbeiten gehen. Und zugleich kosten 3 bis 5 Kinder auch viel Geld.

  17. @Michael 29.03. 15:31 / Felo.ai

    „Die demografische Traditionalismusfalle erzeugt somit einen sich selbst verstärkenden Teufelskreis: Traditionelle Geschlechterrollen → sinkende Geburtenraten → Investitions- und Nachfragekrise → wirtschaftliche Stagnation → Jugendarbeitslosigkeit → weitere Verzögerung oder Verzicht auf Familiengründung.“

    Es betrifft nicht jeden, aber wenn endlich mal geerbt wird, sind die Kinder meistens aus dem Haus. Entsprechend könnte man durchaus ertragreiche Erbschaftssteuern eintreiben und das Geld für die Unterstützung von Familien ausgeben. In Form von wirklich verlässlichen Kitaplätzen, aber auch als direkte Zuwendungen. Das müsste was nützen.

    Unselig natürlich, wenn Väter aus Tradition im Haushalt und der Kinderbetreuung kaum mitmachen.

    Sonst könnten sich beide Partner z.B. eine dreiviertel Stelle organisieren und sich die Carearbeit teilen. Bei entsprechendem Kinderreichtum auch je eine halbe Stelle.

    Welche Frau hat schon Lust, den ganzen Tag im Haus und mit den Kindern zu tun zu haben. Arbeiten gehen heißt ja auch raus zu kommen und was von der Welt mitzuerleben.

    Auch hilft es wenig, wenn zu viele studieren, und dann die entsprechende Jobs gar nicht da sind. Klar dass dann Eingearbeitete zuerst die Stellen bekommen, und junge Leute frisch von der Uni erst mal nicht so schnell was finden.

    Gerade bei jungen Frauen kann das noch schwieriger werden, wenn Arbeitgeber befürchten müssen, dass seine kürzlich eingestellte Frau demnächst erst mal Kinder bekommt. Wenn die Väter im Haushalt mitmachen und auch regelmäßig ihre Arbeitszeit dafür reduzieren, dann hätten Mütter auch bessere Chancen auf gute Jobs.

    Und sogar bessere Chancen auf Führungspositionen.

    Und eben könnte das Sammeltaxisystem auf Basis von Selbstfahrende E-Auto Familienfreundlich sein. Man kann dann auch jenseits der Städte auf dem Land besser leben, wenn man die Kinder schon in die Grundschule vom Sammeltaxi abholen lassen kann. Das spart viel Zeit und wäre sehr kostengünstig, insbesondere wenn man dann das eigene Auto komplett weglassen kann.

    Zusätzlich wird eine gewisse Rückwanderung aus den jetzt überlaufenen Städten zurück aufs Land die Wohnungskosten auch in den Städten reduzieren. Und wenn auf dem Land dann der Verfall aufgehalten wird, geht es uns auch besser.

    • @Tobias 30.3. 00:13 Uhr

      Vielen Dank – ich freue mich wirklich, dass wir hier dialogisch über die fossile Aufspaltung von Erwerbs- und Familienarbeit sowie über die nun eskalierende demografische Traditionalismusfalle dialogisieren können! 🙏🙌

      Aktuell hat sich gerade auch der Rheinmetall-Chef Armin Papperger international blamiert. Gegenüber einem US-Medium verspottete er die beeindruckende Drohnenflotte der Ukraine u.a. mit den Worten: „Das ist keine Innovation“. Die Herstellenden seien „ukrainische Hausfrauen“ (!) und im Übrigen: „So spielt man mit Lego.“

      Was für eine bodenlose, petromaskulinistische und akademische Arroganz, die auf die Schwäche der Altkonzerne im Gegenüber zu den schnellen, ukrainischen Entwicklungen wie den auch in den Golfstaaten begehrten Sting-Drohnen verweist.

      https://www.n-tv.de/wirtschaft/Rheinmetall-Chef-verspottet-ukrainische-Drohnenproduktion-id30525171.html

      Habe dazu auch auf Mastodon gepostet:

      Auch auf #Mastodon kämpfe ich als Arbeiterkind immer wieder gegen die akademische #Arroganz an, die die Lebensleistung anderer verhöhnt.

      Dass es das auch nicht nur in der Politik gibt, belegte gerade der Vorstandsvorsitzende von Rheinmetall, Armin Papperger. Gegenüber einem US-Medium verspottete er die beeindruckende Drohnenflotte der Ukraine u.a. mit den Worten: „Das ist keine Innovation“. Die Herstellenden seien „ukrainische Hausfrauen“ und im Übrigen: „So spielt man mit Lego.“

      Ich finde das etwa im Hinblick auf die Sting nicht nur sachlich falsch, sondern gegenüber den oft heldenhaft kämpfenden Frauen & Männern in der Ukraine auch schlicht unwürdig. Eine glaubwürdige & tätige Entschuldigung wäre das Mindeste, meine ich.

      https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/116314710781528882

      Der Fossilismus bricht vor unserer aller Augen zusammen, nicht zuletzt durch Reaktanz und Arroganz.

  18. @ Michael Blume 30.03.2026, 07:19 Uhr

    Zitat: „Aktuell hat sich gerade auch der Rheinmetall-Chef Armin Papperger international blamiert. Gegenüber einem US-Medium verspottete er die beeindruckende Drohnenflotte der Ukraine u.a. mit den Worten: „Das ist keine Innovation“. Die Herstellenden seien „ukrainische Hausfrauen“ (!) und im Übrigen: „So spielt man mit Lego.“

    Dass sich der Rheinmetall-Chef Armin Papperger, der normalerweise Panzer zum Stückpreis von mindestens 15 Mio Euro verhökert, über die aus seiner Sicht „Schmutzkonkurrenz“ von Kampfdrohnen, die ab 500 Euro aufwärts gehandelt werden aufregt, ist doch völlig klar.

    Mit einer „Irandrohne“ um rund 20 000 Euro, kann man eine Ölraffinerie in Brand setzen. Dabei wird nicht einmal eine Besatzung gefährdet.

    Zur Abwehr derartiger „Billigdrohnen“ werden derzeit weitaus teurere Abwehrraketen genutzt.

    Wenn sich die Perser die Vernichtung Israels, danach zuerst die Islamisierung Europas und danach der ganzen Welt, nicht aus dem Kopf schlagen, werden die Amis die Ölgebiete im Bereich der Hormusstraße platt machen, die Iraner vertreiben und sich das Öl schnappen.

    Einen lange dauernden Drohnenkrieg mit billigen Drohnen gegen den Iran, könnte sich Amerika leicht leisten…..

    • Ach ja, @Realo

      Wie geht es Ihrer fossilen Ölheizung? Wollen Sie uns Solarpunks noch immer verspotten?

      Die sehr guten Drohnen der Ukraine haben übrigens auch wieder neue Ölanlagen Ihres fossilen Lieblingstyrannen und Massenmörders Wladimir Putin getroffen:

      Die Ukraine greift seit Tagen gezielt Ölanlagen in Russland an. Nun wurde eine Raffinerie weit im Landesinneren getroffen.

      Ukrainische Drohnen haben offenbar in der Nacht zum 28. März eine Ölraffinerie in der russischen Stadt Jaroslawl getroffen. Die Anlage gehört zu den fünf größten Raffinerien Russlands und liegt rund 700 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt, wie der Telegram-Kanal Exilenova Plus berichtete.

      https://www.t-online.de/nachrichten/ukraine/id_101190286/ukrainische-drohnen-treffen-eine-von-russlands-groessten-raffinerien.html

      Vor dem fossil-faschistischen und antisemitischen Ölbündnis zwischen Russland und Iran hatte ich bereits vor Jahren gewarnt, u.a. 2019 mit Bildern von W. Putin und Ali Chamenei hier:

      https://www.salonkolumnisten.com/oel_antisemitismus/

      Einer der beiden weilt schon nicht mehr unter uns. Der andere regelt das Internet in Moskau ab, weil er niemandem mehr traut – den fossil unterdrückten Völkern schon gar nicht…

      Aber Sie dürfen sich trösten, @Realo: Auch Millionen anderer Trump- und Putinknechte haben sich wie Sie fossilistisch und charakterlich verrannt. Die Feigheit vor der Wahrheit war und ist eben leider weit verbreitet…

  19. @Realo 30.03. 14:55

    „Wenn sich die Perser die Vernichtung Israels, danach zuerst die Islamisierung Europas und danach der ganzen Welt, nicht aus dem Kopf schlagen,…“

    Womit das denn? Die paar Raketen, die gegen Israel durchkommen, tun es derweil wohl kaum. Dabei muss es wohl bleiben. Die Straße von Hormus blockieren dürfte aber vorerst praktikabel sein.

    „…werden die Amis die Ölgebiete im Bereich der Hormusstraße platt machen, die Iraner vertreiben und sich das Öl schnappen.“

    Warum nicht einfach dem Iran das Öl klauen? Dann ist auch längerfristig Ruhe mit Iran, so ganz ohne Geld. Nur mit Drohnen verkaufen wird man vermutlich nicht so weit kommen.

    „Zur Abwehr derartiger „Billigdrohnen“ werden derzeit weitaus teurere Abwehrraketen genutzt.“

    Eigentlich interessant, was mit Drohnen so immer mehr geht. Eben billige Abwehrraketen z.B., oder richtige Großangriffe mit 20.000 Drohnen auf einmal? Wenn die 2.500 Euro das Stück kosten, kostet so ein Drohnenangriff nur 500 Millionen Euro, soviel wie ein Kampfjet.

    Und 50 solcher Großangriffe kosten dann 25 Milliarden, nur ein Teil der derzeitigen Rüstungsausgaben der Ukraine im aktuellen Krieg in einem Jahr.

    Eine Menge Elektroschrott, allerdings. Diese Werte kann man nach dem Krieg einsammeln, wenigstens.

  20. @ Tobias Jeckenburger 31.03.2026, 00:23 Uhr

    Zitat: „Wenn sich die Perser die Vernichtung Israels, danach zuerst die Islamisierung Europas und danach der ganzen Welt, nicht aus dem Kopf schlagen,…“

    Das ist nun einmal die „Agenda“ der Hardcore Islamisten. Übrigens ein alt bekanntes „1, 2, 3, Muster“. Unsere Elterngeneration hat (in der Nazizeit) ungefähr Liedchen geträllert: Heute ziehen wir nach Frankreich, morgen nach „Engeland“ und übermorgen gehört uns die ganze Welt…..

    Zitat: „Womit das denn? Die paar Raketen, die gegen Israel durchkommen, tun es derweil wohl kaum. Dabei muss es w ohl bleiben. Die Straße von Hormus blockieren dürfte aber vorerst praktikabel sein.“

    Naja, für einige „Überraschungen“ waren die „Islamisten“ schon gut. Am 7. Oktober waren die Juden durchaus überrascht, als plötzlich tausende „Islamkämpfer“ aus Tunnel Löchern krochen, letztlich rund 2 000 Juden umgebracht haben, oder als Geiseln nahmen. Dass danach Gaza „zerlegt“ wurde, war irgendwie zu erwarten. Wie auch Persien irgendwann „zerlegt“ sein wird, wenn sie sich die 1, 2, 3 – Idee auf die „Weltherrschaft“ des Islam nicht aus dem Kopf schlagen.

    Mit der Blockierung der Hormusstraße machen sich die Perser die ganze Welt zum Feind.

    Dass die Perser auf die „Drohnen Idee“ kamen, war durchaus kreativ. Zumindest haben sie den Rheinmetall-Chef Armin Papperger wütend gemacht, der jetzt zur Kenntnis nehmen muss, dass recht wirksame „Billigdrohnen“ von Hausfrauen in Heimarbeit hergestellt werden können und die Aussicht auf die „Millionengewinne“ der Waffenfirmen wie früher, etwas trist geworden sind.

    Die Perser scheinen damit den Juden und den Amerikanern durchaus „kleinere Sorgen“ bereitet zu haben….

    Nur dürften auch die Amis begeisterten Drohnenkämpfer geworden sein…..

    Zitat: „Warum nicht einfach dem Iran das Öl klauen? Dann ist auch längerfristig Ruhe mit Iran, so ganz ohne Geld.“

    Darauf wird es hinauslaufen. Nur müssen sie halt vorher das „Wächterpersonal“ los werden….

    Zitat: „Und 50 solcher Großangriffe kosten dann 25 Milliarden, nur ein Teil der derzeitigen Rüstungsausgaben der Ukraine im aktuellen Krieg in einem Jahr.“

    Diese Grundidee der Perser, nutzt allmählich die ganze Welt und den vielen kleinen „Islamischen Kampftruppen“ der Perser werden die Drohnen hauptsächlich auf den Kopf fallen…..

    Der Westen lernt relativ schnell.

  21. @ Michael Blume 30.03.2026, 18:21 Uhr

    Ich verspotte doch keine Solarpunks! Ich bin immer für die technisch zweckmäßige und selbstverständlich ökonomische Lösung. Betriebe die das nicht beachten, gehen pleite und Staaten werden „arm“, können sich die Sozialleistungen nicht mehr leisten…..

    Wäre ich jung und würde halbwegs gut verdienen, wie ehemals, würde ich natürlich auf erneuerbare Energien umsteigen, bzw. wie ein Nachbar mit ähnlichem Beruf, ein neues Haus mit modernster Solartechnik bauen und ein E Auto fahren….. Das kostet, wenn alles sorgfältig geplant wird, kaum mehr als alte Technik. Der Nachbar und seine Frau konnten auch viel selber machen.

    Nur, ich bin über 80 und könnte mir nach derartigen Investitionen nicht einmal mehr eine „ordentliche Kiste“ für meine Bestattung leisten. Meine Erben würden mich für einen Idioten halten….

    Mein Heizöl würde ohne Nachfüllung rund 2 Jahre reichen. Mein Kessel ist übrigens ein Universalkessel, könnte im Notfall noch Holz und Kohlen heizen.

    Ein Heimwerker würde vermutlich mit viel Eigenleistung das Haus umbauen, ein solventer Käufer, wegen der günstigen Lage, alles wegreißen und neu bauen….

    Die Situation ist eben überall anders. Wird das nicht berücksichtigt, haben sehr viele Menschen sofort ihre „Katastrophe“, nicht erst in 50 Jahren…… Das scheint die jetzige Regierung gebührend zu berücksichtigen…. Manche lernen es nie……

    Politisch kann man nur hoffen, dass China und Taiwan nicht auch übereinander herfallen und „psychologische Mechanismen“ beachten (können). Fällt „Technokraten Regierungen“ eher schwer.

    Sie sollten als erstes Volk der Welt die Chance nutzen und durch „psychologische Klugheit“ einen „Bruderkrieg“ abwenden. Sie könnten friedlich und verständnisvoll kooperieren, für die ganze Welt Vorbild werden….

    • Tja, @Realo – es muss hart für Sie sein, dass Ihre beiden fossilen Lieblings-Tyrannen sich nun auch gegen Ihre Ölheizung wenden. Sowohl Putin wie Trump haben „militärische Spezialoperationen“ gestartet – und damit genau die Öl- und Gaskrise ausgelöst, vor der wir hier gewarnt haben. Und die Sie vor lauter unterwürfiger Tyrannophilie nicht wahrhaben wollten.

      Ich hoffe wirklich, dass es noch Öl und Gas zu erschwinglichen Preisen geben wird, wenn Leute wie Sie diese brauchen. Obwohl Sie sich gerade auch hier auf dem Blog über den Ausbau erneuerbarer Energien immer wieder lustig gemacht haben. Sie wollten unbedingt Aufmerksamkeit – und haben sich dabei blamiert…

      Und während ukrainische Drohnen Häfen und Raffinerien des russischen Angreifers zerlegen, hat Trump auch einen Rat-Schlag an Sie:

      Die USA fühlten sich in Zukunft nicht mehr für Verbündete wie das Königreich oder das „nicht hilfreiche“ Frankreich zuständig, die den Krieg-führenden Staaten am Persischen Golf ihre aktive Hilfe verweigern: „Holt euch doch euer Öl selbst!“

      Tja… 🤷‍♂️🛢️🔥

      Fossilismus tötet – auch den Verstand…

  22. @Realo 31.03. 08:31

    „Diese Grundidee der Perser, nutzt allmählich die ganze Welt und den vielen kleinen „Islamischen Kampftruppen“ der Perser werden die Drohnen hauptsächlich auf den Kopf fallen…..“

    Etwas doof an der Drohnentechnik dürfte sein, dass Angreifen viel billiger als Verteidigen ist. Wenn die Abfangdrohne nur 10 mal teurer ist als die Angriffsdrohne, dann lohnt es sich wohl mehr, lieber selber in Gegenschläge zu investieren.

    Auf Flugplätze, Fabriken aller Art, Infrastruktur, Wohngebiete oder Schützengräben und Artilleriestellungen.

    „Mit der Blockierung der Hormusstraße machen sich die Perser die ganze Welt zum Feind.“

    Ziemlich viele ärgern sich aber auch über Trump. Auch eine Mehrheit der US-Bürger. Musste das denn jetzt wieder sein? Die islamistische Propaganda ist doch zunächst mal nur Text, die muss man nicht so ernst nehmen. Trotz des Gazakrieges hat sich der Iran doch rein militärisch sehr zurück gehalten.

    Für die Energiewende sind allerdings die jetzt gestiegenen Öl- und Gaspreise nicht unbedingt zum Vorteil. Wenn gerade weniger solvente Länder mehr Geld für Öl und Gas ausgeben müssen, fehlt dieses Geld, um in grüne Technik zu investieren.

    Die Motivation für die Energiewende steigt, aber die tatsächlichen Möglichkeiten können wegen knapper Kassen dennoch weniger werden.

    Und dass jetzt Putin wieder richtig Kasse macht mit seinen Exporten, nötigt uns letztlich auch noch mehr aufzurüsten. Das kostet auch Geld, dass der Energiewende fehlen kann.

    Eine Schwierigkeit mit der Grünen Technik ist ja, dass man in Anlagen investieren muss, die eine Laufzeit von bis zu 30 Jahren haben. Das Geld muss man erst mal haben. Öl und Gas muss man nur aktuell bezahlen, nicht auf Jahrzehnte im Voraus. Natürlich rechnet sich die meiste Grüne Technik unterm Strich durchaus.

    Ich wäre also durchaus dafür, dass man sich da irgendwie einigt, und die Blockade der Straße von Hormus bald enden kann.

  23. @ Tobias Jeckenburger 31.03.2026, 13:43 Uhr

    Ich meine, dass den Politikern die Gefährlichkeit der modernen Waffentechnik bekannt ist, sie womöglich versuchen, deswegen absichtlich auf die weniger gefährliche „Drohnentechnik“ auszuweichen.

    Die herkömmlichen „Kriegsinstinkte“ werden fast schon mit „Spielzeugwaffen“ befriedigt. Geht fast schon im Sinne von Freud in Richtung „Sublimierung“.

    Zitat: „Ziemlich viele ärgern sich aber auch über Trump. Auch eine Mehrheit der US-Bürger. Musste das denn jetzt wieder sein? Die islamistische Propaganda ist doch zunächst mal nur Text, die muss man nicht so ernst nehmen. Trotz des Gazakrieges hat sich der Iran doch rein militärisch sehr zurück gehalten.“

    Ich kann mich erinnern, dass früher praktisch alle Moslems der Meinung waren, dass Israel ausgelöscht werden müsse, danach zuerst Europa danach die ganze Welt zum Islam bekehrt werden müsse.

    Viele islamische Länder sind nach und nach von dieser höchst gefährlichen Sicht abgewichen und stehen heute für friedliche Koexistenz aller Länder. Ich habe das Gefühl, dass auch die Iraner nicht mehr allzu weit von dieser „friedlichen Sicht“ entfernt sind.

    Hätten Israel und Amerika länger mit den „Aktionen“ abgewartet, wäre der Iran noch stärker geworden, und der Krieg hätte mit schrecklichen Folgen für den Iran enden können…..

    „Grüne Techniken“ wären ein riesiger Fortschritt, weil angestrebt wird, dass bei allen Prozessen nicht „Schädliches“ mehr entsteht.

    Das Problem ist die Ökonomie, letztlich der Markt, und die dahinter stehende Justiz.

    Das Problem, z.B. bei den Solarpaneelen ist, dass die Produktion, abgesehen von unserem Lohnniveau, bei unseren Umweltstandards zu teuer ist und am Markt nicht zu verkaufen sind. Die Manager würden im Knast landen.

    Auch die Netzkosten sind sehr hoch. Bedeutet, wenn Solarfelder in der „Pampa“ errichtet werden, sind die Netzkosten sehr hoch und der Strom entsteht ausgerechnet dann, wenn ohnehin durch die privaten PV Anlagen, zu viel Strom vorhanden ist. Die Versorger müssen Einspeisevergütungen bezahlen und müssen womöglich froh sein wenn sie den Strom irgendwie los werden….

    Das sind „Geschäfte“, auf die Unternehmer gerne verzichten würden. Normalerweise ist es umgekehrt, sie investieren, damit sie einen „Mangel“ beheben und daran gut verdienen können. So aber, die Politik hat sie praktisch dazu gezwungen, müssen sie Überschuss produzieren und den auch noch fast „verschenken“. Klar dass sie diese Auflagen ehestens los werden wollen.

    Gestiegene Öl- und Gaspreise sind für die Verbraucher immer ein Nachteil. Aber ich könnte mir vorstellen, dass Vermögende verärgert sind und vorzeitig umsteigen. Die „Erneuerbaren“, besonders die Akkus, dürften immer besser und günstiger werden, bis sie voll konkurrenzfähig sind.

    Ich meine, Kriege, noch mehr „Bruderkriege“, haben viel mit Psychologie zu tun. Ressourcenmangel könnte heutzutage durch moderne Technik ausgeglichen werden. Z.B. Getreidemangel in Kaltgebieten….

    Ich meine, dass Investoren die ihr Geld irgendwie nützlich anlegen wollen, auch in grüne Technik investieren würden. Irgendwann wird auch mein Heizkessel am Ende sein, obwohl mir der Techniker ehemals, im Spaß versichert hat, der lebt „ewig“ und „noch 5 Jahre länger“…..

    Konflikte, wie auch die Blockade der Straße von Hormus, beruhen auf einem „Kräftemessen“ und das ist grundlegend in der Psyche verankert. Nur wird es halt heutzutage oft z.B. mit Fußball im Sinne von Freud „sublimiert“.

  24. @Realo 31.03. 19:43

    „Das Problem, z.B. bei den Solarpaneelen ist, dass die Produktion, abgesehen von unserem Lohnniveau, bei unseren Umweltstandards zu teuer ist und am Markt nicht zu verkaufen sind.“

    Naja, einmal werden die Module immer noch billiger, dann macht das weniger aus, wenn die aus europäischer Produktion stammen. Da ist dann Spielraum für eine gewisse staatliche Förderung. Dann dürfte Chinas Außenhandelsüberschuss zu einer Aufwertung der Chinesischen Währung führen, das macht dann europäische Produktion vergleichsweise günstiger.

    Möglicherweise können auch chinesische Firmen in Europa nicht nur PV-Module, sondern auch Akkus produzieren.

    Und gerade bei PV macht die Installation vor Ort einen guten Teil der Kosten aus, diese Wertschöpfung bleibt auf jedem Fall im eigenen Land.

    „Auch die Netzkosten sind sehr hoch. Bedeutet, wenn Solarfelder in der „Pampa“ errichtet werden, sind die Netzkosten sehr hoch und der Strom entsteht ausgerechnet dann, wenn ohnehin durch die privaten PV Anlagen, zu viel Strom vorhanden ist.“

    Deswegen sind ja integrierte Speicher direkt am Produktionsort jetzt so wichtig. Was man so innerhalb eines Sommertages verarbeiten kann, das kann damit das 3-Fache sein.

    Und Anlagen in der Nähe der Verbraucher machen entsprechend auch keinen Netzausbau erforderlich. Zwar ist die Installation auf einzelnen Dächern deutlich teurer als bei Freiflächenanlagen, dafür kann man die dann einfach nur ans lokale Netz anschließen, falls sie denn auch einen integrierten Speicher haben.

    Es mag auch sein, das so manch ein großer Industriebetrieb direkt nebenan Platz für eine PV-Freiflächenanlage hat, die dann schön billig ist, aber trotzdem keine großen Anschlusskosten erfordert. Die kann im Prinzip bis zur Ansschlussleistung des Betriebs dimensioniert werden. Auch wieder mit soviel integriertem Speicher, dass der eine Tagesleistung Kapazität hat.

    Dann gibt es ja auch noch die Standorte ehemaliger AKWs und Kohlekraftwerke. Da ist etwa jeweils ein Gigawatt Netzanschluss noch vorhanden. Den kann man sowohl mit extragroßen PV-Freiflächenanlagen wie auch mit Batteriespeichern ausnutzen.

    Da haben wir doch für 10 Jahre reichlich Gelegenheit ganz viel an Grüner Technik zuzubauen, bis wir in den Bereich kommen, dass wir von März bis Oktober PV-Überschüsse haben, die nur noch mit der Produktion von Wasserstoff genutzt werden können.

    Dasselbe dürfte auch mit der Windenergie passieren. Also ertmal Anlagen gleich mit integrierten Speichern auszustatten. Nur da muss man auch erstmal in die Anschlüsse investieren. Man müsste noch gucken, wie die Balance zwischen PV und Wind praktischerweise ausfallen soll.

    „Ich meine, dass Investoren die ihr Geld irgendwie nützlich anlegen wollen, auch in grüne Technik investieren würden.“

    Das passiert doch schon längst. Die Rahmenbedingungen müssen nur stimmen, dann geht da auch noch sehr viel mehr. Zu Zeiten der Strommonopole z.B. durfte niemand auch nur eine Kwh ins Netz einspeisen. Umgehen konnten das nur große Industriebetriebe, die entsprechende Leistungen benötigten, dass sich eigene Kraftwerke lohnen.

    Ein weiteres Kuriosum war damals, dass man für einen Dieselmotor zur Stromerzeugung die volle Mineralölsteuer bezahlen musste, während ein Ölkraftwerk mit Dampfturbine diese Steuern nicht bezahlen musste. Und direkt verheizt war das Öl auch steuerfrei, obwohl genau das der Gipfel der möglichen Verschwendung ist.

    Wobei doch gerade ein Dieselmotor zur Stromerzeugung nicht ungeeignet gewesen wäre, wenn es um Leistungen von 200 bis 2000 KW geht, und der in Kraftwärmekopplung betrieben wird, dass man damit Fernheizungsnetze unterstützen kann.

    „Konflikte, wie auch die Blockade der Straße von Hormus, beruhen auf einem „Kräftemessen“ und das ist grundlegend in der Psyche verankert. Nur wird es halt heutzutage oft z.B. mit Fußball im Sinne von Freud „sublimiert“.“

    Da dürfte echt was dran sein. Auf beiden Seiten kann ich hier eine gewisse Kriegslust erkennen, die über Pragmatismus durchaus hinaus geht. Und auch hier wie öfter eigentlich beiden Kriegsparteien schadet. Entsprechend ist da Fussball wirklich hilfreich. Gerade Fussball, weil der inzwischen wirklich weltweit mit einigem Ernst gespielt wird.

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