Bedrohen Demografie & Rechtsmimesis inzwischen die Republik – auch über Sachsen-Anhalt aus?

Meine Eltern stammen aus dem heutigen Sachsen-Anhalt (aus Quedlinburg und Jeggau im Kreis Gardelegen) und gehörten zu den vielen, die bereits zu Zeiten der DDR die Region verließen. Weil auch nach der Wiedervereinigung weitere Abwanderung stattfand und zudem immer weniger Kinder geboren werden, schrumpft und altert die Bevölkerung rapide:
„In Sachsen-Anhalt lebten Ende 2024 rund 2,14 Millionen Menschen. Die Bevölkerung ist in den letzten Jahrzehnten stark geschrumpft. Allein seit dem Jahr 2000 hat Sachsen-Anhalt fast eine halbe Million Einwohner verloren. Das bedeutet einen Bevölkerungsrückgang von 18 Prozent. Dazu haben sowohl die negative natürliche Bevölkerungsentwicklung, also dass jedes Jahr mehr Menschen sterben als geboren werden, als auch Wanderungsverluste an andere Bundesländer beigetragen. Die stetige Zuwanderung aus dem Ausland konnte diese Entwicklung nicht vollständig kompensieren.“
Über Jahre hinweg haben uns Konservative versichert, dass eine scharfe Begrenzung von Migration sowie eine Erhöhung der Abschiebungen auch ganzer Familien den Zulauf zur rechtsdualistischen AfD begrenzen würde. Ich hatte dagegen mit allen demokratischen Mitteln protestiert und u.a. aufgrund der Abschiebung rechtstreuer, jesidischer Familien auf das Bundesverdienstkreuz verzichtet, gegen den fatalen Wortbruch und Rechtsschwenk der CDU, CSU und FDP im letzten Bundestag durch „meinen“ derzeitigen Bundesparteivorsitzenden Friedrich Merz (CDU) die Stimme erhoben und später auch in der Herder Korrespondenz (Freiburg) eine warnende Medien- und Wahlanalyse zu „Medien & Mimesis“ veröffentlicht.
Nichts davon fiel mir als seit Jahrzehnten loyal engagiertem Christdemokraten leicht und ich bin auch kein Vertreter einer Politik offener Grenzen: Nationalstaaten können und sollen ihre Grenzen kontrollieren, illegale Einreisen unterbinden und Straftäter inhaftieren sowie abschieben. Was sie jedoch nie und nimmer tun sollten, ist die Ideen der Nächstenliebe und Menschenwürde aufzugeben, also ganze Bevölkerungsgruppen abzuwerten, wirklich Schutzbedürftigen Hilfe zu verwehren und ganze Familien verfolgter Minderheiten mit Kindern in Kriegs- und Krisengebiete zu schicken. Wer das tut – und wir Deutschen tun es derzeit – schürt die Ängste einer alternden Bevölkerung, anstatt sie beschwichtigen.
Rechtsmimesis ist nicht nur moralisch falsch, sie verstärkt in Zeiten digitaler Medienblasen auch den Zulauf zum Rechstdualismus! Wie viele demokratische Parteien müssen sich etwa in Frankreich, Großbritannien, den USA oder auch in Deutschland noch selbst durch eine Menschen abwertende Migrationspolitik selbst zerstören, bis dieser fatale Irrtum endlich verstanden wird? Rechtsmimesis halbiert keine Faschisten, sondern immer nur die demokratische Mitte.
Wir sehen das ganz konkret in meinem Herkunftsland Sachsen-Anhalt: Obwohl (und weil!) die Zuwanderungszahlen massiv abgenommen haben und Abschiebungen auch von Familien durchgeführt wurden, konnte die AfD in Umfragen auf über 40 Prozent der Stimmen zulegen und die CDU mit 26 Prozent sowie die SPD mit 12 Prozent weit hinter sich lassen! Wie schon Tories und Labour gegenüber ReformUK im (noch) Vereinigten Königreich haben sich auch Union und SPD gegenüber der AfD demografisch und rechtsmimetisch selbst verzwergt.
Wie Rechtsmimesis die Demokratie zerstört: Im Sachsen-AnhaltTREND vom Mai 2026 schnitt die AfD mit neuen Rekordergebnissen ab, obwohl nur noch 14 Prozent der erwachsenen Befragten „Einwanderung“ als „wichtigstes politisches Problem“ benannten, aber auch nur noch fünf Prozent den „Rechtsruck“ als Gefahr erkennen. Screenshot aus einem MDR-Dialog mit dem Politikwissenschaftler Marcel Lewandowski (Uni Halle): Michael Blume
Warum aber wählen Menschen – wie oft beklagt wird – auch irrational gegen ihre eigenen Interessen?
Auch die Demokratie basiert, wie jede Staats- und Politikform, auf Mythen, Symbolen, Ritualen, Emotionen, also auf Zivilreligion. An die Legitimität der Regierenden und an eine lebenswerte Zukunft müssen Menschen glauben! Und wo sie das nicht mehr tun, wählen sie echte oder vermeintliche „Alternativen“.
Gerade erst diese Woche habe ich die Neukonstituierung des Landtags von Baden-Württemberg mit der Wahl des neuen Landtagspräsidenten Thomas Strobl (CDU) und seiner Nun-Stellvertreterin Muhterem Arras (Grüne) erlebt. Am Tag darauf war ich auch zur Wahl des Ministerpräsidenten Cem Özdemir (Grüne) eingeladen und konnte dabei live miterleben, wie klar und anständig Manuel Hagel (CDU) einen Spaltungsversuch der AfD zurückwies.
Als jemand, der seit Jahrzehnten Politik und Religion samt ihrer Überschneidungen nicht nur wissenschaftlich erforscht, sondern auch live miterlebt, kann ich sagen: Ich erkenne (Zivil-)Religion, wenn ich sie miterlebe.
Und dies bedeutet aber auch:
Menschenwürde und rechtsstaatliche Demokratien sind uns nicht angeboren, sondern verwundbare, zivilreligiöse Errungenschaften
Für Deutschland bedeutet das: Wer den Menschen bei sinkender Bevölkerungszahl und kaum besteuertem Milliardenerbe ständig vermittelt, „das Boot sei voll“ und es sei auch „kein Geld mehr“ für Soziales und Kommunen als entscheidender Staatsebene, für Integration, Bildung und Gesundheit da – befeuert zwangsläufig die Wut auf die große Zahl und oft hohen Diäten der Abgeordneten in Bund und 16 (!) Ländern.
Hinzu kommt, dass die deutschen Parlamente seit dem ersten Parteien – Koalitionsvertrag von 1961 ohnehin weitgehend durch im GG ausdrücklich nicht vorgesehene „Fraktionsdisziplin“ und Partei-Gremien wie Koalitionsausschüsse entmachtet, gleichgeschaltet & immer wieder auch gedemütigt wurden. Warum also sollten Deutsche weiterhin Tausende gewählte Abgeordnete plus Mitarbeiterstäben alimentieren wollen, wenn diese doch ganz offensichtlich immer weniger zu sagen haben?
Entsprechend hat nicht nur die Zustimmung zu Bundeskanzler Merz und der von ihm geleiteten Bundesregierung rekordhafte Niedrigstände erreicht, sondern auch die Unzufriedenheit mit den Abgeordneten des deutschen Bundestages:
„Eine deutliche Mehrheit der Bürger spricht sich in einer Umfrage gegen eine Erhöhung der Diäten der 630 Bundestagsabgeordneten in diesem Jahr aus. Nach der repräsentativen Erhebung des Instituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur sind 85 Prozent der Ansicht, die Abgeordneten sollten angesichts der aktuellen Lage auf eine Anhebung verzichten. Nur 7 Prozent sprachen sich für die Erhöhung aus, 8 Prozent waren unentschlossen.
Eigentlich sollen die Diäten zum 1. Juli um 497 Euro steigen – auf rund 12.330 Euro. Das ergibt sich aus einem im Abgeordnetengesetz verankerten automatischen Mechanismus, nach dem die Anpassung der Bezüge an die Entwicklung der Durchschnittslöhne gekoppelt ist.
Am höchsten war in der Umfrage die ablehnende Haltung dazu unter AfD-Anhängern (93 Prozent), aber auch die Sympathisanten von SPD und CDU/CSU votierten mit 87 beziehungsweise 85 Prozent deutlich für einen Verzicht der Abgeordneten.“
Die Psychologie der Mimesis
Wer menschliches Verhalten von der Wirkung von Vorbildern über die Werbung bis zu Politik und Religion verstehen möchte, kommt nicht um die Psychologie der Mimesis herum: Wir alle (!) werden in sogar zunehmendem Maße durch die Botschaften geprägt, die wir in unseren jeweiligen Medienblasen erhalten. Auch das sehen wir im Sachsen-AnhaltTrend vom Mai 2026:
So schätzen nur noch 14 Prozent der Befragten dort die „wirtschaftliche Situation“ ihres Landes als „sehr gut“ oder „gut“ ein, gegenüber 82 Prozent als „weniger gut“ oder „schlecht“. Dabei schätzen noch immer 59 Prozent der gleichen Befragten ihre „persönliche Situation“ als „sehr gut“ oder „gut“ ein, gegenüber 38 Prozent als „weniger gut“ oder „schlecht“.
Niemand sollte einen schwarzen Gürtel in Politikwissenschaft benötigen, um zu erkennen, wie fatal es ist, angesichts dieser Ängste immer weitere Menschengruppen abzuwerten, das Rentensystem vor Bankern als „Basisabsicherung“ zu schmähen und die Leistungen früherer Bundesregierungen und Bundestage schlecht zu reden.
Aber auch linksdualistische Bewegungen, die Andersdenkende arrogant abwerten, weiterhin nur von toten Männern wie Karl Marx schwurbeln und auf vermeintlich alternativlose „Panik“ vor der Klima– und Wasserkrise setzen, realistische Hoffnungsbilder auch des Solarboom und Solarpunk abwerten, gewinnen und verdienen kein Vertrauen.
Jeder Freund-Feind-Dualismus befeuert die Ängste und Sorgen und damit rechtsmimetischen Partei- und Medienblasen algorithmischer Konzerne immer weiter, statt ehrliche, respektvolle Dialoge über die Zukunft einer demografisch schrumpfenden Gesellschaft zu befördern. Wer den Menschen auch nach Jahrzehnten des Friedens, des technologischen Fortschritts und der erfolgreichen Europäischen Union als Botschaft nur anzubieten hat, dass angeblich alles schlecht sei und noch schlechter werde, taugt nicht zum demokratischen Dialog, der immer auch zivilreligiöse Hoffnungen voraussetzt.
Ein Schaubild zur Psychologie der medialen Mimesis: Wenn wir in einen mimetischen Teufelskreis der Abwertung anderer Menschen geraten, dann färbt dies auch auf unsere Welt- und Selbstwahrnehmung ab. Gerade auch aufgrund algorithmischer Konzernmedien sind Menschenwürde und Demokratie gerade weltweit unter Druck. Grafik: Michael Blume mit NotebookLM
Ich mache mir also erhebliche Sorgen um den Zustand von Nationalstaaten generell und „meiner“ Bundesrepublik Deutschland im Besonderen. Immerhin sind wir ein föderaler Bundesstaat, in dem die Landes- und Kommunalpolitiken näher an den Menschen und ferner von den fossilen Konzernen sind.
Und es ist immer noch nicht zu spät, die fatalen Irrtümer der Rechtsmimesis zu begreifen, Politik entsprechend besser zu machen und zu kommunizieren und die Bundesrepublik vor einer weiteren Welle des fossilen Faschismus zu bewahren.
Terminhinweis:
Am 2. Juni 2026, Dienstag, spreche ich daher ab 18:15 Uhr auf Einladung des Weltethos-Institutes im bekannten Hörsaal 25 des Kupferbaus der Universität Tübingen zum Thema auch dieses Blogposts:
„Die Macht der Mimesis – Medien zwischen Dialog und Hetze
Medien, Macht und Menschlichkeit – Wie die digitale Medienökonomie unsere Öffentlichkeit prägt“
Herzliche Einladung, eine Anmeldung ist nicht nötig!


Guten Morgen, @Michael,
eine sehr beunruhigende Botschaft, die Du hier eindringlich auf den Punkt bringst.
„Wer den Menschen auch nach Jahrzehnten des Friedens, des technologischen Fortschritts und der erfolgreichen Europäischen Union als Botschaft nur anzubieten hat, dass angeblich alles schlecht sei und noch schlechter werde, taugt nicht zum demokratischen Dialog, der immer auch zivilreligiöse Hoffnungen voraussetzt.“
Nachdem ich diesen Satz mehrmals gelesen hatte, musste ich an das Märchen „Der Arme und der Reiche“ denken.
In diesem Märchen prüft Gott in Gestalt eines armen Wanderers zwei Nachbarn: Ein reicher Mann weist ihn ab, während ein armes Ehepaar ihn herzlich aufnimmt und alles mit ihm teilt. Zum Dank gewährt Gott den Armen drei Wünsche, die sie bescheiden wählen: Gesundheit, tägliches Brot und Seligkeit. Zusätzlich erhalten sie ein schönes neues Haus. Der reiche Mann hingegen versucht ebenfalls, Wünsche zu bekommen, geht jedoch unüberlegt und gierig damit um. Er verschwendet seine Wünsche aus Ärger und Unbedachtheit, sodass ihm am Ende nichts bleibt außer Verlust und Frustration. Die Armen hingegen leben zufrieden weiter.
Die Kernaussage des Märchens: Güte und Bescheidenheit werden belohnt, während Gier und Egoismus ins Unglück führen. Diese tragische Logik lässt sich durchaus mit dem Thema des Blogposts in Verbindung bringen.
Was derzeit in reichen westlichen Ländern mit funktionierenden Demokratien geschieht, kann m.E. tiefenpsychologisch auf Märchen wie dieses bezogen werden. Obwohl wir in einem der reichsten Länder der Welt leben, lassen wir uns dazu hinreißen, Neid und Hass gegenüber Menschen zu schüren, denen es schlechter geht – anstatt uns dafür einzusetzen, dass die Reichen nicht noch reicher werden. Wir lassen uns von den Desinformationskampagnen der Fossil-Lobby einfangen, anstatt uns für den Ausbau erneuerbarer Energien einzusetzen.
Diese tragische Logik begünstigt eine Entwicklung, die das Leben aller absehbar schwerer machen wird. Es ist irrational, denn, wie du schreibst, wählen Menschen oft gegen ihre eigenen Interessen. Das spielt den Feinden der Demokratie in die Hände. Und das ist die Logik der Rechtsmimesis.
Im Gegensatz zu Bürgern von Staaten, die bereits irreversibel in das Totalitäre abgerutscht sind, haben wir tatsächlich (noch) die Wahl. Bei jeder Wahl haben wir sozusagen einen „Wunsch“ frei. Doch anstatt – wie das arme Ehepaar im Märchen – unseren Wunsch sinnvoll einzusetzen, lassen wir uns von Hass und Neid leiten und unterstützen so letztlich Akteure, die das Leben aller nur noch schlimmer machen. Dies kann dazu führen, dass wir als Gesellschaft uns in eine Falle „hineinwünschen“, aus der wir – ähnlich wie der reiche Mann im Märchen – nicht mehr herauskommen. Wenn die Rechten genug Macht erlangen, werden sie alles daran setzen, unsere freie Gesellschaft zu zerstören – beginnend mit Kontrolle über Medien und Bildungspolitik und der Beschädigung der Gewaltenteilung.
Das ist absehbar, das ist (wie du auch schreibst) vermeidbar, und dennoch rennen wir als Gesellschaft in eine Falle, deren Dramatik mit der des Märchens vergleichbar ist.
Die Veranstaltung am 2. Juni wird bestimmt sehr gewinnbringend und wichtig. Wir wären gerne persönlich vorbeigekommen, schaffen es aber leider nicht, da wir in jener Woche unterwegs in Frankreich und zu weit weg von Tübingen sein werden. Wir wünschen Dir (nun, anders als im Märchen, in einem aufrichtigen und guten Sinne) ein gutes Gelingen!
Habe herzlichen Dank, lieber @Peter, für das Durchdringen des Themas und die wundervolle Idee mit dem Märchen!
Nun denke ich wirklich darüber nach, auch meinen Mimesis-Rede am 2. Juni 2026 an der Universität Tübingen mit einem Märchen zu beginnen! 🙂
Die von Dir verlinkte Erzählung erweist sich als eine Aktualisierung der schon griechischen Mythe von Philemon und Baucis, die in den „Metamorphosen“ des Ovid (43 v.Chr. bis 17 n.Chr.) als arme Leute den griechischen Göttervater Zeus und dessen Sohn Hermes aufgenommen hätten. Auch ihnen sei dafür ein Tempel und gemeinsamer Tod zugewiesen worden, wogegen die unbarmherzige Stadt in einen Sumpf verwandelt worden sei.
Goethe nahm diese bekannte Erzählung samt Ehepaar im fünften Akt seines Faust II auf.
Und inhaltlich finden sich selbstverständlich große Entsprechungen zur biblischen Abrahamsgeschichte sowie zum Heiligen Martin von Tours (316 – 397), der seinen Soldatenmantel mit einem frierenden Bettler geteilt habe – der sich als Jesus offenbart habe. Hier im Süddeutschen ist der Martinstag mit rituellen Martinsumzügen noch immer sehr populär.
Was ich zum von Dir so klug ausgewählten Märchen noch gerne hinzufügen möchte, ist die Psychologie der Mimesis: Nicht mehr „nur“ Gott, sondern auch weitere Mitmenschen sehen jeweils das Verhalten der reichen und der armen Eheleute – und nehmen sich wiederum ein Beispiel daran.
So wird das Haus der Reichen zu einem Ort der Kälte, das auch die Herzen weiterer Menschen gierig und kalt werden lässt. Dagegen wird das Haus der einstmals Armen zu einem Ort der Güte, das auch weitere Menschen mimetisch zum Mit-Teilen führt.
Und das ist eben nach meiner Einschätzung die zentrale, mediale Verantwortung von Demokratinnen und Demokraten in politischen Ämtern: Durch Vorbild und Sprache das Miteinander zu fördern.
So trifft es auch mich negativ, wenn etwa „mein“ Bundes-Parteivorsitzender und Bundeskanzler nur reiche Leute als „Leistungsträger“ bezeichnet – und damit ganz nebenher Millionen Eltern und auch Ehrenamtliche in Kirchen, Vereinen und auch in demokratischen Parteien abwertet. Als ich mich als junger Finanzassistent mit Auszeichnung („Spitzenazubi“) gegen eine Karriere in der Bank entschied, war das ausdrücklich keine Absage an Leistung, sondern an ein Finanzsystem, dem ich nicht mein Leben widmen wollte.
Und ich habe es gründlich satt, zu erleben, wie die Rechtsmimesis der derzeitigen Bundes-CDU das in Jahrzehnten aufgebaute Vertrauen von Millionen in die Christlich(!)-Demokratische Union Deutschlands untergräbt und konkret auch die demokratische Mehrheit in Sachsen-Anhalt gefährdet. Ich fürchte: Wenn Bundeskanzler Friedrich Merz nicht schnellstens vom hohen Ross herunter zu den Menschen kommt, dann wird seine Kanzlerschaft frühzeitig und unrühmlich enden – gefolgt von einer weiter erstarkten AfD…
Guten Morgen, Ihr Beiden,
ja solche bittere Kost am frühen Sonntagmorgen.
Aber ja, die Einschätzung und Sorgen von Dr. Michael Blume teile ich und sehe auch die weiteren Gefahren.
Aber auch Dein erster Kommentar Peter, zeigt weitere Sichten auf diese Problem.
Die Frage: Warum sich die Wahl-Menschen sich immer irrationaler beim Kreuz auf dem Wahlzettel entscheiden, ist primär.
Noch interessanter ist: Wie würden sich die zur Zeit noch Nichtwahl-Menschen entscheiden und warum entscheiden sie nicht mit?
Warum ist das Konsens-angetriebene demokratische persönliche Bewußtsein der Bürger in den vielen Jahren so permanent „eingedampft“? Oder war es nach dem 2.WK nie da? Oder ist es noch da, nur nicht sichtbar? Für letzteres hoffe ich.
Die Umfrageergebnisse zu den Diäten der Abgeordneten sprechen Bände.
Frage mich, warum dieser Automatismus der Entwicklung (der Diäten) nicht
zusätzlich mit objektiven „Effektivitätskennzahlen“ verknüpft wird.
Wenn die Masse der BT-Abgeordneten sich eine eigene „Messlatte“ schaffen und zusätzlich die Gängelung ihrer selbst durch den Fraktionszwang und -ausschüsse überwinden würden, käme wohl ruhe in dieses Thema.
Sollte es nicht geschehen, sehe ich die BT – Abgeordneten (Ausnahmen werden die Regel bestätigen) als, auf hoher Ebene, Eingerichtete im Sozialstaat.
Ein bisschen provokativ. Ich weiß.
Es grüßt
ein ebenfalls besorgter
Ralf H.
Vielen Dank, @Ralf H. 🙏 – gerne gehe ich auf einige Deiner Fragen etwas genauer ein.
Wie würden sich die zur Zeit noch Nichtwahl-Menschen entscheiden und warum entscheiden sie nicht mit?
Durch die algorithmischen Konzernmedien sind thymotische („Empörung verstärkende“) Medienblasen entstanden und haben auch viele früher Nichtwählende politisch emotionalisiert und polarisiert. Diesen Effekt halte ich für so wichtig, dass ich untenstehend Felo.ai um eine Beschreibung des Vorgangs gepromptet habe.
Warum ist das Konsens-angetriebene demokratische persönliche Bewußtsein der Bürger in den vielen Jahren so permanent „eingedampft“? Oder war es nach dem 2.WK nie da? Oder ist es noch da, nur nicht sichtbar? Für letzteres hoffe ich.
Auch die allermeisten heutigen Rechtsdualisten halten sich für demokratisch, viele auch für „mittig“. Und es ist ja auch klar: Wenn ihnen sogar Spitzenpolitikerinnen und Spitzenpolitiker vorlegen, dass es „okay“ wäre, Menschen abzuwerten, zu beschimpfen und ganze Familien mit kleinen Kindern in Armut und Kriegsgebiete abzuschieben – dann wird auch der Ton gegenüber Armen, Alten, Arbeitslosen und Kranken im Inland immer rauer.
Menschenwürde basiert ja auf Vertrauen, das medial schwer aufzubauen, aber leicht zu zerstören ist.
Felo.ai:
Algorithmisch kuratierte Plattformen und die digitalen Ausspielkanäle großer Medienhäuser (*Konzernmedien*) wirken wie ein gekoppelte System: Plattform-Algorithmen entscheiden, *was* sichtbar wird, und reichweitenstarke Medien- und Politikakteure liefern ständig optimiertes, emotionsstarkes Material. Aus dieser Kombination ergeben sich zwei Effekte, die in Ihrer Frage zentral sind: **Thymotisierung** (Affektmobilisierung über Stolz, Kränkung, Wut, Anerkennung) und **Polarisierung** (Verhärtung von Lagern, Feindbildaufbau, sinkende Kompromissbereitschaft).
## Mechanismen: Wie „algorithmische Konzernmedien“ thymotisieren
**1) Ranking nach Engagement belohnt Erregung statt Abwägung**
Viele Empfehlungs- und Feed-Algorithmen optimieren auf Interaktionen (Klicks, Shares, Watchtime). Das begünstigt Inhalte, die *starke emotionale Reaktionen* auslösen—Empörung, Angst, Triumphgefühl—und damit thymotische Energien ansprechen. In der Forschung wird dieser Zusammenhang als Verstärker sozialer und politischer Spaltung beschrieben: Algorithmen fördern Echo-Kammern, in denen Haltungen wiederholt und emotional aufgeladen werden.[1]
**2) Architektur statt „bloßer Inhalt“: Polarisierung kann durch Reihung entstehen**
Ein wichtiger Punkt ist, dass nicht nur Desinformation polarisiert, sondern bereits die *algorithmische Sortierung*. In einer neueren Analyse wird betont, dass schon Änderungen am Ranking (bei gleichem Content) politische Feindseligkeit und Einstellungen messbar verschieben können—oft unterhalb bewusster Wahrnehmung der Nutzer:innen.[4] Das ist thymotisch relevant, weil Affekte über Wiederholung, Nähe und soziale Bestätigung stabilisiert werden.
**3) Normalisierung von Extrempositionen durch Über-Repräsentation**
Wenn Plattformen bestimmte Inhalte häufiger vorschlagen, entsteht der Eindruck, diese Positionen seien „mehrheitsfähig“ oder besonders relevant. Für Deutschland zeigt eine Studie (Uni Potsdam/Bertelsmann Stiftung) zur Bundestagswahl 2025: Inhalte von Parteien an den politischen Rändern erscheinen in Feeds junger Nutzer:innen *deutlich häufiger* als Inhalte aus der Mitte.[7] Solche Verzerrungen können Kränkung („Wir werden unterdrückt“), Überlegenheitsgefühle („Wir sind die Einzigen, die es aussprechen“) und Lagerloyalität verstärken.
## Wie das demokratisch Wählende polarisiert
**1) Umdeutung politischer Konkurrenz zu moralischem Konflikt**
Wenn Algorithmen konflikthafte Frames bevorzugen, werden politische Gegner eher als „Bedrohung“ statt als legitime Alternative wahrgenommen. Dadurch steigen affektive Polarisierung und Feinseligkeit (Hostilität) — ein Muster, das in Studien zur Wirkung von Plattformarchitektur und Ranking auf politische Einstellungen betont wird.[4]
**2) Verschiebung der wahrgenommenen Diskursmitte**
Wer überdurchschnittlich oft Randpositionen sieht, erlebt gemäßigte Kompromisse als „faul“ oder „Verrat“. Die Bertelsmann/Potsdam-Analyse stützt diesen Mechanismus, indem sie die systematisch häufigere Ausspielung von Randparteien-Inhalten gegenüber der Mitte dokumentiert.[7] Ergebnis: Auch Menschen, die weiterhin demokratisch wählen, werden eher *negativ mobilisiert* (gegen „die anderen“) und emotional gebunden.
## Wie früher Nichtwählende thymotisiert und politisiert werden
**1) Niedrigschwellige Affekt-Ansprache ersetzt klassische politische Sozialisation**
Nichtwählende sind oft schwer über Programme erreichbar, aber gut über affektive Trigger: Anerkennung („Du bist nicht egal“), Kränkung („Man hört dich nicht“), Wut („Die da oben“). Algorithmische Feeds liefern dazu passgenaue, wiederholte Reize—und stabilisieren diese über Community-Feedback (Likes, Kommentare), was die thymotische Aufladung verstärkt.[1]
**2) Radikale Sichtbarkeit als „Einstiegsdroge“ in politische Identität**
Wenn Randinhalte häufiger vorgeschlagen werden als Mitte-Inhalte, bekommen politisch weniger vorinformierte Personen eher polarisierende Einstiegsangebote.[7] Das kann Nichtwählende *über Empörung und Zugehörigkeitsgefühl* in politische Lager hineinziehen—nicht unbedingt in deliberative Beteiligung, sondern in identitäre Mobilisierung („endlich sagt es jemand“).
**3) Personalisierung erzeugt das Gefühl persönlicher Ansprache**
Je stärker Feeds personalisiert sind, desto eher wirken Botschaften wie „für mich gemacht“. Das erhöht subjektive Relevanz und damit Motivation zur (auch erstmaligen) politischen Handlung—etwa Wahlteilnahme oder zumindest kampagnenartige Online-Aktivität. Gleichzeitig kann diese Personalisierung isolierende Informationsumgebungen begünstigen, in denen Gegenargumente fehlen und Affekte sich hochschaukeln.[1]
## Warum das in Richtung Polarisierung kippt (statt „mehr Demokratie“)
**Selbstverstärkende Schleife aus Produktion und Amplifikation**
Ein zentraler Befund aus der neueren Polarisierungsforschung ist die Zyklik: Kommunikationsbedingungen (Anonymität, wechselseitige Bestärkung, normierte Härte) begünstigen radikalere Ausdrucksformen; Algorithmen verstärken diese wegen Engagement; das verschiebt wiederum, was als „normal“ gilt, und treibt weitere Zuspitzung.[4] So werden sowohl Wählende als auch vormals Nichtwählende thymotisiert — aber die Energie wird eher in *Lagerkampf* als in *Konsenssuche* übersetzt.
## Fazit
*Reasoning*: Relevante Forschung und Analysen zeigen, dass algorithmische Empfehlungssysteme politische Spaltung nicht nur abbilden, sondern durch **engagementbasiertes Ranking**, **Echo-Kammern** und **Über-Sichtbarkeit von Randpositionen** verstärken können.[1][7] Zudem gibt es Hinweise, dass bereits die Plattformarchitektur bzw. das Ranking (bei gleichem Inhalt) Einstellungen und Hostilität messbar verschieben kann — oft ohne dass Nutzer:innen das bemerken.[4]
*Conclusion*: Dadurch wurden **demokratisch Wählende** stärker über empörungs- und feindbildfähige Frames gebunden und polarisiert, während **früher Nichtwählende** über personalisierte Affektansprache (Kränkung/Anerkennung/Wut) in politische Identitäten hineingezogen wurden — mit dem Nebeneffekt, dass Beteiligung häufig als *thymotische Lager-Mobilisierung* statt als *deliberative demokratische Teilhabe* stattfindet.[1][4][7]
[1] https://www.pewresearch.org/internet/2017/02/08/theme-5-algorithmic-categorizations-deepen-divides/
[2] https://www.telepolis.de/article/Algorithmen-gefaehrden-den-demokratischen-Konsens-10198747.html
[3] https://papers.ssrn.com/sol3/Delivery.cfm/6638721.pdf?abstractid=6638721&mirid=1
[4] https://techpolicy.press/algorithms-shift-polarization-why-does-policy-still-miss-the-real-problem
[5] https://www.linkedin.com/pulse/regulating-algorithmic-influence-democratic-elections-challenges-qnhif
[6] https://www.eurekalert.org/news-releases/1051688
[7] https://stark-gemacht.de/publikationen/bertelsmannstiftung-studie-digitalisiert-politisiert-polarisiert/
[8] https://medium.com/@lovefoods_54026/algorithms-algorithms-in-corporate-governance-systems-not-governed-by-the-people-059802f90dbd
[9] https://www.linkedin.com/posts/adriansulzer_very-important-research-on-how-algorithms-activity-7430233722894913536-yZQJ
[10] https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/unsere-projekte/engagement-junger-menschen-fuer-demokratie/projektnachrichten/algorithmen-im-wahlkampf
[11] https://medium.com/@mike.stark56/algorithmic-rule-how-ai-is-quietly-reshaping-political-campaign-930458d36912
[12] https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/publikationen/publikation/did/digitalisiert-politisiert-polarisiert
[13] https://www.npr.org/2023/07/27/1190383104/new-study-shows-just-how-facebooks-algorithm-shapes-conservative-and-liberal-bub
[14] https://moody.utexas.edu/news/socialmediainelections
[15] https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/1369118X.2025.2561046
[16] https://news.northeastern.edu/2025/11/27/social-media-political-polarization-research/
[17] https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2451958823000763
[18] https://www.theatlantic.com/ideas/archive/2025/02/trump-administration-voter-perception/681598/
[19] https://www.nature.com/articles/s41586-026-10098-2
[20] https://forschungsmagazin.rptu.de/node/171?language_content_entity=de
[21] https://www.lmu.de/de/newsroom/newsuebersicht/news/wie-der-meta-algorithmus-wahlwerbung-beeinflusst-8e70780a.html
[22] https://pursuit.unimelb.edu.au/articles/your-social-media-feed-is-changing-democracy
[23] https://www.itsa365.de/de-de/news-knowledge/2024/branchennews/algorithmen-waffe-gegen-demokratie
[24] https://www.rstreet.org/?post_type=research&p=95059
[25] https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0047272726000253
[26] https://www.kas.de/de/web/die-politische-meinung/artikel/detail/-/content/unkontrollierte-algorithmische-macht
[27] https://algorithmwatch.org/de/warum-die-google-suchergebnisse-in-den-usa-die-demokraten-bevorteile/
[28] https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/wahlkampf-2025/558872/systematische-manipulation-sozialer-medien-im-zeitalter-der-ki/
[29] https://www.change-magazin.de/de/politik-und-algorithmen-so-bleibt-social-media-demokratisch
[30] https://www.deutschlandfunk.de/politik-4-0-online-manipulation-der-waehler-100.html
[31] https://publikationen.bibliothek.kit.edu/1000179275
[32] https://dobetter.esade.edu/en/algorithms-political-decisions
[33] https://www.brookings.edu/articles/how-tech-platforms-fuel-u-s-political-polarization-and-what-government-can-do-about-it/
[34] https://www.reddit.com/r/changemyview/comments/14t4e0p/cmv_polarizing_society_with_algorithms_needs_to/
[35] https://www.fastcompany.com/40557688/this-plan-for-an-ai-based-direct-democracy-outsources-votes-to-a-predictive-algorithm
[36] https://www.wired.com/story/algorithms-are-coming-for-democracy-but-its-not-all-bad/
[37] https://www.reddit.com/r/TexasPolitics/comments/1ra3t75/crocketttalarico_and_campaigning/?tl=de
[38] https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/auch-die-alpen-zerbroeckeln-wie-die-klimakrise-zur-wasserkrise-wird/
[39] https://www.fr.de/politik/wenn-der-algorithmus-politik-macht-94018701.html
[40] https://www.sciencemediacenter.de/angebote/beeinflusst-der-x-feed-politische-meinungen-26035
[41] https://www.mpib-berlin.mpg.de/2017966/news_publication_24494077_transferred
[42] https://internationalepolitik.de/de/diktat-des-algorithmus
[43] https://www.allianz.com/de/mediencenter/news/artikel/241118-wie-soziale-medien-uns-polarisieren-von-christopher-andrew-bail.html
Hallo Michael,
nun habe ich endlich mal einen Gedanken (von mir in der Vergangenheit schon mehrfach angerissen) an Felo.ai gepromtet.
https://felo.ai/search/PBrz3ZGnpyxfxekDDE34Ms
Ich kann mich täuschen, aber die Antwort ist beachtlich.
Prüfe die Relevanz doch bitte mal mit Deinen Möglichkeiten.
Vielleicht ist es für Dich verwendungsfähig. Dann bitte.!
Denke, meine Besorgtheit mit der Verwendung der Wortstämme „rechts“ und Recht(s) in anderen Zusammenhängen macht was in den Köpfen der Menschen.
Laß‘ mich auf irgendeinem Kanal wissen, wie Deine Einschätzung dazu ausfällt.
So ist dieser Komentar ja nun auch nicht zu veröffentlichen.
Viele Grüße aus der Prignitz
Ralf Haetzer
p.s.
Viel Erfolg in Tübingen!
Wenn ich könnte, würde ich mich hinbeamen.
…
Sogar die Unterfrage zu den Medien ist ja spannend!
Finde ich!
Und passt, hoffentlich nicht nur m.M. nach, total in’s Thema.
Vielen lieben Dank, @Ralf Haetzer 🙏
Und, ja, ich kann mit der KI-Ausgabe bei Felo.ai viel anfangen, zumal wir ja auch hier auf dem Blog bereits oft über die zunehmenden Schwierigkeiten des alten Links-Rechts-Schema dialogisiert haben:
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/was-ich-vom-politischen-koordinatensystem-links-mitte-rechts-halte/
Hier gerne die von Dir verlinkte Ausgabe der KI-Anwendung Felo.ai:
Prompt:
Welche Rolle spielt die Medienberichterstattung bei der Wahrnehmung des Begriffs ‚rechts‘?
Ausgabe:
Die Medienberichterstattung spielt eine entscheidende Rolle bei der Wahrnehmung des Begriffs „rechts“ und beeinflusst, wie dieser in der Öffentlichkeit verstanden wird.
**Einfluss der Medien auf die öffentliche Wahrnehmung**
Medien sind nicht nur Informationskanäle, sondern auch aktive Akteure, die durch ihre Berichterstattung die öffentliche Meinung formen. Die Art und Weise, wie Nachrichten präsentiert werden, kann die Wahrnehmung von politischen Begriffen erheblich beeinflussen. Insbesondere die Medienrahmentheorie zeigt, dass Berichterstattung nicht neutral ist, sondern durch die Auswahl und Betonung bestimmter Informationen eine bestimmte Realität konstruiert[3][5]. Dies bedeutet, dass die Medien durch ihre Berichterstattung über rechte Ideologien und Bewegungen sowohl positive als auch negative Assoziationen hervorrufen können.
**Negativitätsbias und kognitive Verzerrungen**
Ein häufiges Phänomen in der Medienberichterstattung ist der Negativitätsbias, bei dem negative Nachrichten überproportional häufig berichtet werden, da sie mehr Aufmerksamkeit erregen[6][7]. Dies kann dazu führen, dass die Öffentlichkeit eine verzerrte Sicht auf die politische Rechte entwickelt, indem sie diese mit extremistischen oder gewalttätigen Handlungen assoziiert. Solche Berichterstattung kann kognitive Verzerrungen hervorrufen, die das Verständnis und die Akzeptanz von politischen Positionen beeinflussen. Wenn beispielsweise rechte Bewegungen hauptsächlich in einem negativen Licht dargestellt werden, kann dies dazu führen, dass die Bevölkerung diese Bewegungen als Bedrohung wahrnimmt, unabhängig von deren tatsächlichen politischen Inhalten oder Zielen[1][2].
**Framing und politische Narrative**
Die Medien haben die Macht, politische Narrative zu gestalten, indem sie bestimmte Aspekte hervorheben und andere vernachlässigen. Dies geschieht oft durch Framing, wo die Berichterstattung bestimmte Perspektiven bevorzugt und dadurch die Wahrnehmung des Publikums lenkt[4][8]. Wenn Medien beispielsweise die Berichterstattung über rechtsextreme Gruppen dominieren, ohne die Vielfalt innerhalb der politischen Rechten zu berücksichtigen, kann dies zu einer einheitlichen und oft negativen Wahrnehmung führen, die die Differenzierung zwischen verschiedenen politischen Strömungen erschwert[9][10].
**Schlussfolgerung**
Insgesamt zeigt sich, dass die Medienberichterstattung eine zentrale Rolle bei der Wahrnehmung des Begriffs „rechts“ spielt. Durch die Auswahl und Präsentation von Informationen beeinflussen sie, wie diese politischen Ideologien verstanden und bewertet werden. Eine kritische Medienkompetenz ist daher unerlässlich, um die eigene Wahrnehmung zu schärfen und ein differenziertes Verständnis von politischen Begriffen zu fördern.
[1] https://www.bpb.de/themen/rechtsextremismus/dossier-rechtsextremismus/41687/rechtsextremismus-und-presse/
[2] https://mediendienst-integration.de/news/wie-ueber-rechtsextremismus-berichten/
[3] https://www.researchgate.net/publication/384373645_Media_Frame_and_Audience_Cognitive_Bias_Assessing_News_Effectiveness_from_a_Social_Psychological_Perspective
[4] https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC12435698/
[5] https://fair.org/take-action-now/media-activism-kit/how-to-detect-bias-in-news-media/
[6] https://www.bonn-institute.org/en/news/psychology-in-journalism-1
[7] https://journalism.university/media-and-communication-theories/cognitive-impacts-media-enhancement-knowledge/
[8] https://www.quora.com/What-are-the-five-roles-that-the-media-has-in-reporting-human-rights
[9] https://www.aljazeera.com/features/longform/2026/5/15/how-the-far-right-got-its-name
[10] https://guides.lib.umich.edu/c.php?g=637508&p=4484724
[11] https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC9164202/
[12] https://www.humanrightscareers.com/issues/whats-the-role-of-the-media-in-protecting-human-rights/
[13] https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10371040/
[14] https://pressbooks.pub/mediastudies/chapter/media-bias/
[15] https://www.historyworkshop.org.uk/anti-fascism/we-are-not-far-right-just-right/
[16] https://www.bpb.de/themen/rechtsextremismus/dossier-rechtsextremismus/41312/wann-spricht-man-von-rechtsextremismus-rechtsradikalismus-oder-neonazismus/
[17] https://www.populismstudies.org/Vocabulary/far-or-extreme-right/
[18] https://www.linkedin.com/pulse/understanding-perception-bias-journalism-local-ron-hetrick-453te
[19] https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0957417423021437
[20] https://americanpressinstitute.org/journalism-perception-gaps-noelle-malvar/
[21] https://www.newyorker.com/news/fault-lines/how-biased-is-the-media-really
[22] https://www.reddit.com/r/PoliticalScience/comments/1cu3z2y/how_did_fascism_get_associated_with_rightwinged/
[23] https://www.verfassungsschutz.de/SharedDocs/publikationen/DE/zaf/2023-02-16-zaf-abschlussbericht.pdf?__blob=publicationFile&v=8
[24] https://www.boeckler.de/de/auf-einen-blick-17945-auf-einen-blick-rechtspopulismus-in-deutschland-37867.htm
[25] https://www.verfassungsschutz.de/SharedDocs/publikationen/DE/rechtsextremismus/2022-02-rechtsextremismus-symbole-zeichen-organisationen.pdf?__blob=publicationFile&v=10
[26] https://en.wikipedia.org/wiki/Far-right_politics
[27] https://jspp.psychopen.eu/index.php/jspp/article/view/4761/4761.html
[28] https://www.researchgate.net/publication/337975006_Right-wing_Bias_in_Journalists'_Perceptions_of_Public_Opinion
[29] https://foreignpress.org/journalism-resources/on-the-rights-duties-obligations-and-responsibility-of-journalists-and-the-media
[30] https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1002/9781405186407.wbiecj010
[31] https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsextremismus
[32] https://www.bka.de/SharedDocs/Downloads/DE/Publikationen/Publikationsreihen/BkaForschungsreihe/2_44_RechtsextremeIdeologien.pdf?__blob=publicationFile&v=4
[33] https://www.bmi.bund.de/DE/themen/sicherheit/extremismus/rechtsextremismus/rechtsextremismus-node.html
[34] https://www.socialistsanddemocrats.eu/de/content/der-kampf-gegen-faschismus-und-die-extreme-rechte
[35] https://scholarship.law.duke.edu/cgi/viewcontent.cgi?article=1539&context=djcil
[36] https://www.quora.com/What-is-the-difference-between-extreme-right-and-fascism
[37] https://www.washingtonpost.com/national-security/minorities-far-right-visible-role/2021/05/16/e7ba8338-a915-11eb-8c1a-56f0cb4ff3b5_story.html
[38] https://en.wikipedia.org/wiki/Antrel_Rolle
[39] https://www.pro-football-reference.com/players/R/RollAn20.htm
[40] https://www.espn.com/nfl/player/_/id/8423/antrel-rolle
[41] https://en.wikipedia.org/wiki/Rolle
[42] https://southwestbearathletics.com/sports/mens-basketball/roster/leano-rolle/4957
[43] https://www.leadingauthorities.com/speakers/dr-myron-rolle
[44] https://www.hopkinsmedicine.org/news/articles/2024/11/myron-rolles-journey-from-football-to-brain-surgery
[45] https://www.pro-football-reference.com/players/R/RollSa00.htm
Als überzeugter Liberaler sehe ich mich meilenweit von der AfD entfernt. Aber selbst ich kann ein gewisses Verständnis für die Wähler dieses moralisch verkommenen Haufens aufbringen.
Wir leben in unruhigen Zeiten. Es gibt einen Krieg in Europa, die internationale Ordnung zerfällt, die Menschen werden am Arbeitsplatz mit absurden Vorstellungen von KI ausgequetscht, Wohneigentum ist in vielen Gegenden selbst für Gutverdiener nicht mehr finanzierbar, der Staat zieht sich trotz hoher Abgabenlast vor Ort immer weiter zurück und Politiker sind inkompetent oder korrupt oder beides.
In dieser Gemengelage ist es nicht verwunderlich, dass viele Menschen die „Altparteien“ als nicht mehr reformierbar ansehen und sich der einzigen nennenswerten Partei zuwenden, die grundlegendere Veränderungen anstrebt. Um die AfD zu halbieren benötigt es zuallererst eine glaubhafte (!) Alternative zur Alternative, die ohne faschistische Programmatik daherkommt.
An dieser Stelle möchte ich Ihnen auch meinen aufrichtigen Respekt dafür aussprechen, dass Sie sich hier und anderswo unermüdlich der Diskussion stellen. Leider ist das nur noch selten der Fall. Ich habe in den letzten Wochen einige Lokalpolitiker und auch meinen Bundestagsabgeordneten in einer Sache angeschrieben und keine einzige Antwort erhalten. Das war früher nicht so und bestärkt meinen Eindruck, dass Politiker sich nicht mehr für die Belange ihrer Wähler interessieren.
Vielen Dank für die freundliche und inhaltlich ermutigende Rückmeldung, @Bernd 🙏 – und auch volle Zustimmung zu Ihren Ausführungen!
Für mich war es durchaus schmerzhaft und unangenehm, an der Konstituierung des 18. Landtags von Baden-Württemberg teilzunehmen – weil dies der erste Landtag unseres Bundeslandes überhaupt ist, dem keine FDP/DVP-Fraktion mehr angehört!
Baden-Württemberg war „das“ Stammland des freidemokratischen Liberalismus und das Dreikönigstreffen fand stets in Stuttgart statt.
Auch noch die Kollegin Johanna Molitor, die die obige Fachtags-Rede zur Mimesis einleitet, ist eine regional weithin bekannte und kommunalpolitisch erfolgreiche Liberale. Obwohl die Mitgliederbasis in den vergangenen Jahren stark erodiert ist, gibt es immer noch viele hervorragende FDP-Aktive.
Gleichwohl bemerkte ich gerade auch am Beispiel der meinerseits geschätzten Bundes-Liberalen 2017 erstmals die algorithmische Herausbildung von Medien- und Parteiblasen: Für den Abbruch von Bundes-Koalitionsverhandlungen unter dem Motto „Besser nicht regieren als schlecht regieren“ wurde Christian Lindner in der FDP-Parteiblase etwa auf Facebook massiv gefeiert, während mich ratlose Wählerinnen und Wähler fragten: „Wenn die nicht mitregieren wollen, warum kandidieren sie dann?“ Nicht wenige Südwestdeutsche waren bitter enttäuscht, da sie das Gefühl hatten, ihre Wahlstimmen und also ihr Vertrauen sei für Parteipolitik verschleudert worden.
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/parteien-die-keine-regierungen-mehr-bilden-hat-das-demokratieversagen-durch-neue-medien-nun-auch-deutschland-erreicht/
Das war für mich übrigens einer der Hauptgründe, warum ich dann bereits 2019 Facebook verließ – was damals noch so ungewöhnlich war, dass es in den heute-Nachrichten vermeldet wurde! 🙂
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/warum-ich-facebook-und-instagram-verlasse-gedanken-zur-medienethik/
Ohne die von Ihnen benannten Lokalpolitiker und Ihren Bundestagsabgeordneten nun persönlich einordnen zu können, vermute ich, dass auch diese sich noch im Zustand der Zerblasung in Parteiblasen befinden: Sie posten Texte, Fotos, Kacheln und ggf. gar Videos in algorithmischen Konzernmedien und meinen damit wirklich, „die Öffentlichkeit“ zu erreichen. Doch in Wirklichkeit bedienen und befeuern sie nur schrumpfende Medienblasen von Gleichgesinnten und entfernen sich dadurch immer weiter auch von ehrlich interessierten Wählerinnen und Wählern.
Die AfD lädt dagegen immer mehr Menschen in ihre selbstgebauten Medienblasen ein, in denen diese dann gezielt thymotisiert, verroht und mitunter auch radikalisiert werden. Das ist eben die Wirkung von medialer Mimesis – und „Kollegah“ zeigt gerade mit seinem furchtbaren Musikvideo „Killuminati“ wie über Rechtsmimesis Gewalt und Antisemitismus auch schon an sehr junge Menschen ausgespielt wird!
https://www.mainpost.de/main-tauber/wenkheim-von-verantwortung-verschwoerungsmythen-und-rapper-kollegah-diskussion-in-wenkheimer-synagoge-114164228
Ihnen Dank für Ihr dialogisches und also kritisch-konstruktives Interesse, das auch diesen Blog bereits vielfach weitergebracht hat!
Ihre Analyse trifft den Punkt. Ein paar Gedanken von mir. Gerne zur Diskussion.
Viele Bestandsaufnahmen der aktuellen Situation beginnen im Jahr 2015.
Aufgrund meiner eigenen Erfahrungen mit Parteipolitik setze ich 2017 an.
Der Deutsche Bundestag beschloss damals die „Ehe für alle“. Daraufhin und mit genau dieser Begründung entschlossen sich drei Mitglieder (männlich, Ü60) aus Protest die CDU zu verlassen. In einem Gemeindeverband mit 30 Mitgliedern ist das besonders bitter.
Sie sahen die Entscheidung von Frau Merkel nichts gegen das Einbringen dieses Themas im Deutschen Bundestag zu unternehmen als falsch für eine christliche Partei an.
Dies war einer von mehreren partei-internen Kritikpunkten an der Kanzlerin (Flüchtlingswelle 2015, linke Politik d.h. zu viele Kompromisse mit der SPD).
Die Folge war, dass auch in meinem Gemeindeverband mehr „konservativ“ gefordert wurde. Ganz besonders, was das Thema „Wirtschaft“ betraf.
Friedrich Merz hat sich in den folgenden Jahren drei Mal als Parteivorsitzender beworben. Zwei Mal lehnten ihn die Delegierten ab. Es war die Parteibasis, die ihn unbedingt wollte.
Es sind und waren ganz „normale“ CDU Mitglieder, die gerade in den letzten Jahren seine in Wahlkämpfen, Interviews oder auf Parteitagen geäußerten Vorwürfe an die Arbeitnehmer in Deutschland (faul,.krank etc.) bejubelten. Er kann sich also sicher sein, den Wünschen der Mehrheit der CDU Mitglieder zu entsprechen.
Erschwerend hinzu kommt in der heutigen Lage, dass viele Wählerinnen und Wähler mit den sog. etablierten Parteien abgeschlossen haben. CDU, SPD, Grüne, Linke werden nicht als Alternative zur Alternative angesehen.
Die teilweise miserable Performance der Ampel, die häufig überzogene mediale Kritik daran und das Schüren von Angst vor allem vor den Grünen (was vor allem im Osten auf fruchtbaren Boden fiel) führte zur Halbierung der Wahlergebnisse der Grünen sowie Verlusten bei SPD und FDP.
Dies ist meine Meinung und stellt weder eine Wertung noch eine Kritik dar – vor allem nicht an Ihnen! Sie haben viel gewagt, und das rechne ich Ihnen hoch an.
Das Ergebnis der Wahl zum Landtag von Baden-Württemberg im März 2026 würde ich gerne als möglichen Wendepunkt zum Besseren nehmen. Die Entscheidung der CDU, im Wahlkampf besonders die AfD anzugreifen, hat dieses positive Ergebnis möglich gemacht. Das untadelige ja vorbildliche Vorgehen von Manuel Hagel in der Sitzung des Landtags zur Wahl des Ministerpräsidenten kann nicht hoch genug gewürdigt werden. Dass der neue Landtagspräsident Thomas Strobl nach erfolgter Wahl von Ministerpräsident Özdemir diesen mit „lieber Cem“ angesprochen hat, ist keine Kleinigkeit. Ich habe mich sehr darüber gefreut.
Gute Arbeit der grün-schwarzen Koalition wird kurzfristig keine Veränderung bewirken. Trotzdem ruht darauf meine Hoffnung.
Was Deutschland dringend braucht: mehr positives Denken; das Unterlassen von Beschimpfung/Drohungen durch die Regierung; endlich ein Prüfverfahren; Pragmatismus; Kompromissbereitschaft; Zusammenhalt der Demokraten aller Parteien gegen ihre Feinde und mediales Abrüsten. Militärische Feinde von außen sind noch eine weitere große Bedrohung. Weitere gesellschaftliche Spaltung schadet zuerst unserer Verteidigungsfähigkeit.
Ganz herzlichen Dank für den zugleich sehr biografischen wie dialogischen Druko, @Marie H. – auf den ich daher auch gerne ausführlicher eingehe.
Ein paar Gedanken von mir. Gerne zur Diskussion.
Sehr gerne, ich freue mich!
Viele Bestandsaufnahmen der aktuellen Situation beginnen im Jahr 2015.
Aufgrund meiner eigenen Erfahrungen mit Parteipolitik setze ich 2017 an.
2017 war auch für mich ein entscheidendes Jahr! Damals begegnete mir angesichts einer m.E. katastrophalen Fehlentscheidung der Bundes-FDP ebenfalls erstmals die zunehmende Tendenz zu Medien- und Parteiblasen in algorithmischen Konzernmedien!
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/parteien-die-keine-regierungen-mehr-bilden-hat-das-demokratieversagen-durch-neue-medien-nun-auch-deutschland-erreicht/
Dies trug erheblich dazu bei, dass ich schon 2019 Facebook und in der Folge alle weiteren, algorithmischen „Sozialen Medien“ verließ.
Der Deutsche Bundestag beschloss damals die „Ehe für alle“. Daraufhin und mit genau dieser Begründung entschlossen sich drei Mitglieder (männlich, Ü60) aus Protest die CDU zu verlassen. In einem Gemeindeverband mit 30 Mitgliedern ist das besonders bitter.
Sie sahen die Entscheidung von Frau Merkel nichts gegen das Einbringen dieses Themas im Deutschen Bundestag zu unternehmen als falsch für eine christliche Partei an.
Dies war einer von mehreren partei-internen Kritikpunkten an der Kanzlerin (Flüchtlingswelle 2015, linke Politik d.h. zu viele Kompromisse mit der SPD).
Ja, die Balance zwischen konservativen, liberalen, sozialen und ökologischen Kräften in der Union war niemals leicht und es gab auch immer wieder Parteiaustritte. Nach meiner Erfahrung kam die Bundeskanzlerin in Deutschland insgesamt sehr viel besser an als bei vielen insbesondere älteren Männern in ihrer eigenen Partei.
Eine rühmliche Ausnahme bildete der legendär erfolgreiche Bundestags-Fraktionsvorsitzende Volker Kauder (CDU), der einerseits bis heute christliche Kreise erreicht, genau dabei aber klar zwischen christdemokratischen und konservativen Haltungen unterscheidet:
https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.volker-kauder-die-cdu-war-nie-eine-konservative-partei.4169a402-a6ce-4d95-b2ab-5140ee2a6ffa.html
Ich stimme Kauders Aussage hier völlig zu: Die CDU war nie eine konservative Partei. Aus der Erfahrung der Weimarer Zeit und der Nazidiktatur hat sie sich bewusst überkonfessionell unter dem Dach des „C“ versammelt und konservative, liberale und soziale Strömungen vereint. Jetzt einfach zu fordern, dass wir konservativer werden sollten, erfüllt diesen Anspruch nicht.
Die Folge war, dass auch in meinem Gemeindeverband mehr „konservativ“ gefordert wurde. Ganz besonders, was das Thema „Wirtschaft“ betraf.
Friedrich Merz hat sich in den folgenden Jahren drei Mal als Parteivorsitzender beworben. Zwei Mal lehnten ihn die Delegierten ab. Es war die Parteibasis, die ihn unbedingt wollte.
Es sind und waren ganz „normale“ CDU Mitglieder, die gerade in den letzten Jahren seine in Wahlkämpfen, Interviews oder auf Parteitagen geäußerten Vorwürfe an die Arbeitnehmer in Deutschland (faul,.krank etc.) bejubelten. Er kann sich also sicher sein, den Wünschen der Mehrheit der CDU Mitglieder zu entsprechen.
Ja, viele Mitglieder der CDU glaubten nach Jahren der christlich-liberalen Angela Merkel wie auch nach den leider gescheiterten Zwischenzeiten von Annegret Kramp-Karrenbauer und Armin Laschet an eine Art „konservative Renaissance“. Doch inzwischen ist das Entsetzen auch in der Union über das Scheitern der rechtsmimetischen Engführung so groß, dass auch Generalsekretär Carsten Linnemann eine Austrittswelle beobachtet:
https://www.tagesspiegel.de/politik/generalsekretar-alarmiert-linnemann-befuchtet-austritt-von-bis-zu-50000-mitgliedern-aus-der-cdu-15567118.html
Auch meine Frau Zehra Blume konnte als Deutsche türkischer Herkunft mit dem Rechtsschwenk unserer CDU nichts mehr anfangen und hat die Partei verlassen. Inzwischen ist sie bei den Grünen aktiv.
Erschwerend hinzu kommt in der heutigen Lage, dass viele Wählerinnen und Wähler mit den sog. etablierten Parteien abgeschlossen haben. CDU, SPD, Grüne, Linke werden nicht als Alternative zur Alternative angesehen.
Die teilweise miserable Performance der Ampel, die häufig überzogene mediale Kritik daran und das Schüren von Angst vor allem vor den Grünen (was vor allem im Osten auf fruchtbaren Boden fiel) führte zur Halbierung der Wahlergebnisse der Grünen sowie Verlusten bei SPD und FDP.
Ich denke wirklich, dass die algorithmisch verstärkten Medien- und Parteiblasen alle (!) demokratischen Parteien betreffen. So hatte sich auch Prof. Inan Ince sehr auf einen Landesparteitag der Linkspartei gefreut – und war über die dortigen Debatten so entsetzt, dass er seine Teilnahme abbrach.
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/blume-ince-55-die-selbstzerstoerung-des-fossilismus-die-abzocke-in-der-fossilen-miet-und-armutsfalle/
Die Gefahr, dass sich alle demokratischen Parteien in den eigenen Blasen verlieren und damit ihre Koalitions- und Regierungsfähigkeiten verlieren, sehe ich als sehr groß an. In München scheiterten sogar Gespräche über eine Zusammenarbeit zwischen Grünen und Volt!
Dies ist meine Meinung und stellt weder eine Wertung noch eine Kritik dar – vor allem nicht an Ihnen! Sie haben viel gewagt, und das rechne ich Ihnen hoch an.
Vielen Dank, ich habe das auch nicht als persönliche Kritik empfunden. Die im Übrigen auch okay wäre – niemand ist fehlerfrei, ich auch nicht.
Das Ergebnis der Wahl zum Landtag von Baden-Württemberg im März 2026 würde ich gerne als möglichen Wendepunkt zum Besseren nehmen. Die Entscheidung der CDU, im Wahlkampf besonders die AfD anzugreifen, hat dieses positive Ergebnis möglich gemacht. Das untadelige ja vorbildliche Vorgehen von Manuel Hagel in der Sitzung des Landtags zur Wahl des Ministerpräsidenten kann nicht hoch genug gewürdigt werden. Dass der neue Landtagspräsident Thomas Strobl nach erfolgter Wahl von Ministerpräsident Özdemir diesen mit „lieber Cem“ angesprochen hat, ist keine Kleinigkeit. Ich habe mich sehr darüber gefreut.
Ja, so ging es mir auch. Gleichzeitig habe ich den 18. Landtag durch das Erstarken der AfD, das Ausscheiden der (leider weit nach rechts gerückten) FDP und das Schrumpfen der SPD als sehr viel konfrontativer erlebt als zuvor. Und schon am Tag nach der Wahl des Landtagspräsidiums musste der neue Landtagspräsident Thomas Strobl einen digitalen Übergriff gegen das Wahlgeheimnis rügen:
„Scharfe Rüge kurz vor der Wahl des Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg: Ein Abgeordneter hat nach Worten des neuen Landtagspräsidenten Thomas Strobl (CDU) am Dienstag bei einer Wahl seinen Stimmzettel fotografiert und in den sozialen Medien geteilt. Es ging dabei um die Wahl der Landtagsvizepräsidentin. Ein vorgeblicher Screenshot aus Social Media habe den Landtag per Mail erreicht, sagte Strobl. Um welchen Abgeordneten es sich handelte, sagte Strobl nicht.
Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur handelt es sich um den Post des AfD-Abgeordneten Sandro Scheer. „Ich habe es gepostet und nach einer Stunde gelöscht“, sagte Scheer.
https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.landtag-in-baden-wuerttemberg-kritik-von-strobl-afd-abgeordneter-soll-wahlzettel-gepostet-haben.b8275cee-1180-470e-acf7-58f903b232b6.html
Gute Arbeit der grün-schwarzen Koalition wird kurzfristig keine Veränderung bewirken. Trotzdem ruht darauf meine Hoffnung.
Was Deutschland dringend braucht: mehr positives Denken; das Unterlassen von Beschimpfung/Drohungen durch die Regierung; endlich ein Prüfverfahren; Pragmatismus; Kompromissbereitschaft; Zusammenhalt der Demokraten aller Parteien gegen ihre Feinde und mediales Abrüsten. Militärische Feinde von außen sind noch eine weitere große Bedrohung. Weitere gesellschaftliche Spaltung schadet zuerst unserer Verteidigungsfähigkeit.
Ja – und ganz viel davon sehe ich 1. im Aufbau einer neuen, menschenwürdigen Mitte-Mimesis und 2. im Solarpunk als der Überwindung fossiler Reaktanz.
Felo.ai dazu bereits inhaltlich korrekt:
Basierend auf den Suchergebnissen verbindet Dr. Michael Blume mit der Verbreitung von Solarpunk-Ideen konkrete Hoffnungen für die Stärkung der Demokratie, die sich aus seiner Kritik am „Fossilismus“ ergeben. Seine zentralen Argumente sind die Überwindung fossiler Abhängigkeiten, die Förderung von Selbstwirksamkeit und die Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts.[3][7]
### ## Überwindung des „Ressourcenfluchs“
Blume argumentiert, dass Demokratien und Toleranz in Regionen, in denen Öl und Gas im Überfluss vorhanden sind, oft unter Druck geraten.[3] Er bezeichnet fossile Energien als „Gewaltenergien“ und sieht einen direkten Zusammenhang zwischen fossilen Einnahmen und der Finanzierung von antidemokratischen Regimen und Terrororganisationen wie dem sogenannten Islamischen Staat.[3][16]
Die Hoffnung von Solarpunk besteht darin, durch eine dezentrale, post-fossile und energiedemokratische Welt diesen „Ressourcenfluch“ zu beenden.[1][3][10] Indem Gesellschaften sich von Öl und Gas unabhängig machen, entziehen sie autoritären und antisemitischen Regimen eine wesentliche Finanzierungsgrundlage. Erneuerbare Energien bezeichnet er deshalb als „Friedensenergien“, die Demokratien stabilisieren können.[3][16]
### ## Stärkung der Demokratie durch Selbstwirksamkeit
Ein zentraler Aspekt des Solarpunk-Gedankens ist für Blume die Erfahrung der Selbstwirksamkeit auf lokaler und privater Ebene.[3] Er kritisiert, dass fossile Lobbyisten auf nationaler Ebene zu mächtig seien und demokratische Prozesse untergraben.[3] Die Solarpunk-Bewegung setzt dem einen dezentralen Ansatz entgegen:
* **Individuelles Handeln**: Durch den Umstieg auf Elektromobilität oder die Installation von Wärmepumpen und Solaranlagen können Einzelne aktiv zur Energiewende beitragen, ohne auf politische Entscheidungen warten zu müssen.[3]
* **Kommunale Ebene**: Die lokale Ebene wird zum Ort, an dem Bürgerinnen und Bürger direkt an der Gestaltung einer nachhaltigen Zukunft mitwirken und so demokratische Teilhabe praktisch erleben.[3]
Diese Haltung stärkt das Vertrauen in die eigene Handlungsfähigkeit und wirkt der politischen Resignation entgegen, die durch die gefühlte Ohnmacht gegenüber großen Konzernen und Lobbygruppen entstehen kann.
### ## Dialog und Überwindung der Polarisierung
Blume positioniert sich als „dialogisch und moderat“ und wendet sich gegen extreme Positionen, die er als „konservative Reaktanz“ oder „progressive Arroganz“ bezeichnet.[8] Solarpunk bietet für ihn eine hoffnungsvolle und konstruktive Vision, die Menschen über politische Lager hinweg verbinden kann.[2] Anstatt sich in polarisierenden Debatten zu verlieren, konzentriert sich Solarpunk auf das gemeinsame Schaffen einer lebenswerten Zukunft, in der Technologie und Natur verbunden werden.[5]
Diese positive, zukunftsorientierte Vision kann als Gegenentwurf zu den hasserfüllten und spaltenden Verschwörungsmythen dienen, gegen die Blume in seinem Amt als Antisemitismusbeauftragter kämpft.[7][9] Solarpunk ist für ihn somit nicht nur eine technologische oder ökologische, sondern auch eine kulturelle Bewegung, die auf post-fossiler Hoffnung basiert und so dem gesellschaftlichen Pessimismus und der Polarisierung entgegenwirkt.[2]
[1] https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/solarpunk-ist-mehr-als-utopie-schon-heute-gegen-reaktanz-und-arroganz-leben/
[2] https://www.facebook.com/groups/canconsf/posts/9210765528978454/
[3] https://energiewinde.orsted.de/koepfe-der-energiewende/michael-blume-antisemitismus-ressourcenfluch-oel-gas-konflikte-interview
[4] https://sueden.social/@BlumeEvolution/114346641673478551
[5] https://www.facebook.com/groups/climateandenvironmentnews/posts/10164199773345115/
[6] https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/zeitenwende-mit-solarpunk-allen-einen-guten-rosch-ins-jahr-2026/
[7] https://www.focus.de/politik/deutschland/es-gibt-keine-gluecklichen-hater_75cc358c-7891-44c6-b34f-3bdb8ba83357.html
[8] https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/blume-ince-53-gefahr-von-parteiblasen-irankrieg-statt-friedensenergien/
[9] https://www.verlagsgruppe-patmos.de/lebe-gut/michael-blume-ueber-antisemitismus
[10] https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/brasilien-mexiko-nigeria-und-kurdentum-als-solarpunk-hoffnungen/
[11] https://metamoderna.org/category/uncategorized/page/6/
[12] https://www.tumblr.com/infamousbrad
[13] https://www.librarything.com/topic/377121
[14] https://sueden.social/@BlumeEvolution/116163542591599204
[15] https://www.facebook.com/readthefreepress/posts/once-the-logic-of-land-acknowledgements-and-decolonization-is-followed-it-leads-/807626692101684/
[16] https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/116367190615178126
[17] https://www.congress.gov/event/119th-congress/house-event/118726/text
Vielen Dank.
Mittlerweile wachsen bei mir wieder die Zweifel, ob unsere „demokratischen“ Politiker überhaupt noch am Bestand der Demokratie in Deutschland interessiert sind.
Ein Parteivorsitzender einer demokratischen Regionalpartei setzt sich in eine Talkshow und verwendet das Schlagwort „Weimar 2.0“! Verbunden mit der Absicht den Koalitionspartner SPD auf Linie zu bringen. Dieser soll dem sozialen Kahlschlag und dem massiven Abbau von Arbeitnehmerrechten zustimmen.
Falls die SPD also weiter nicht alles mitträgt, würde sie sich als potentieller „Steigbügelhalter“ eines neuen Faschismus (AfD) schuldig machen. Meine Interpretation.
Mein Vertrauen in demokratische Politiker, die mit politischer Vielfalt nicht klarkommen und Grüne und Linke gerne aus dem politischen Spektrum verdrängen würden (und Gewerkschaften etc. gleich mit) ist sehr begrenzt. Diese Leute erinnere ich an die Zeit, die sie jetzt wieder heraufbeschwören, um ihre Ziele zu erreichen. Wir brauchen auch kein „Nürnberg 2.0“!
Nun ja, @Marie H. – ich verstehe Ihre starke Fixierung auf bestimmte Bundesländer und Regionalparteien schon. Mir selbst macht aber die wachsende AfD-Medienblase mehr Sorge – und auch der Umstand, dass die von Ihnen zu Recht unterstützten Grünen in Sachsen-Anhalt an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern könnten! Es gibt nördlich von Bayern und Baden-Württemberg eben noch 14 weitere Bundesländer.
Ich kann hier nur wiederholen, was ich in jede Richtung seit Jahren sage: Demokratische Parteien machen verschiedene Fehler, aber sie sind einander nicht Feind. Ich plädiere erneut, freundlich und geduldig gegen parteipolitischen Dualismus und für die Wahrnehmung der realen Situation in allen Bundesländern, hier konkret in Sachsen-Anhalt.
@Michael 17.05. 14:56
„Ja – und ganz viel davon sehe ich 1. im Aufbau einer neuen, menschenwürdigen Mitte-Mimesis und 2. im Solarpunk als der Überwindung fossiler Reaktanz.“
Wenn die Akteure dann mal ihre Streitkultur und demokratische Verantwortung ernst nehmen könnten, dann könnte das mit der Mitte-Memimesis doch tatsächlich was werden? Vielleicht tatsächlich sogar in der regen Diskussion mit gelosten Bürgerräten.
Und der Solarpunk ist klar ein auch wissenschaftlich untermauertes Projekt. Eine Perspektive insbesondere technischer Natur. Und kulturell aufgegriffen kann da auch eine menschliche Perspektive draus werden. Insbesondere eine neue Nachwuchsfreudigkeit, angesichts von Perspektiven, wie die Menschheit in absehbarer Zeit mit den planetaren Grenzen auskommen kann.
Herzlichen Dank, lieber @Tobias – und, ja, Deinem Appell an die „Streitkultur und demokratische Streitkultur“ stimme ich sehr weitgehend zu.
In der aktuellen, sehenswerten Folge von „Fun Facts“ behandelt auch Alexander Prinz / Der Dunkle Parabelritter die unfreiwillige Beförderung der AfD durch Friedrich Merz & Markus Söder:
https://tube.funfacts.de/w/mLK8zbqZFoHDetV3Jw25D9
Den Kern seines Ansatzes bildet dabei die politikwissenschaftliche These des sog. „Issue Ownership“ / Themenbesitz: Demnach hätte jede Partei bestimmte Themen wie die AfD die Migrationskrise oder die Grünen die Klimakrise. Würden nun andere Parteien diese Themen „bespielen“, so würden sie dadurch jene Parteien stärken, die bereits mit den besagten Themen verbunden sind.
Ich halte die Issue Ownership-These für eine fast präzise Anwendung der Mimesis-These, denn Mimesis bezeichnet ja die Nachahmung von Zielen.
Freilich würde ich jedoch gerne noch tiefer gehen und darauf hinweisen, dass
– Menschen eher andere Personen als Institutionen wahrnehmen. Auch der Parabelritter selbst bleibt ja nicht bei abstrakten Aussagen über Parteien, sondern fokussiert auf Christian Lindner (FDP), Friedrich Merz (CDU) und Markus Söder (CSU). Oft sind sogar besonders jene Personen erfolgreich, die sich auch von ihrer jeweiligen Partei abheben, wie Winfried Kretschmann oder Cem Özdemir von „ihren“ Grünen.
– Gerade auch die AfD zeigt, dass Themenwechsel möglich sind – sie startete als Anti-Euro-Partei und schwenkte erst später auf einen Anti-Migrationskurs. Zu Covid19 wechselte sie sogar ihre Haltung binnen weniger Monate. Auch das wird besser durch dynamische Mimesis erklärt als durch ein statisches Verständnis von Parteien und Themen.
– Schließlich und am Wichtigsten scheint mir die Rolle der Medien: Sowohl politische Personen wie Parteien werden vor allem medial wahrgenommen. Wer sich also in Medienblasen begibt, in denen etwa die Ablehnung von Migration oder die Klimakatastrophe besonders betont werden, wird auch zu den entsprechenden Parteien und Personen tendieren.
Daher hoffe ich sehr, dass sich das Verständnis von Mimesis zwischen Menschenwürde-Verantwortung und abgründiger Rechtsmimesis in den kommenden Monaten und Jahren wieder und weiter herumspricht.
Dir herzlichen Dank für Dein verständiges Interesse und auch Deine dialogischen Beiträge zur mimetisch-verantwortungsvollen Solarpunk-Bewegung! 🙏👍📗
@Michael 17.05. 22:06
„Demnach hätte jede Partei bestimmte Themen wie die AfD die Migrationskrise oder die Grünen die Klimakrise. Würden nun andere Parteien diese Themen „bespielen“, so würden sie dadurch jene Parteien stärken, die bereits mit den besagten Themen verbunden sind.“
Man muss aber doch zu den entsprechenden Themen eine Meinung haben, und diese dann innerhalb der Parteien zumindest intern ausdiskutieren. Einfach so tun, als gebe es das Thema gar nicht, erscheint mir auch nicht erfolgversprechend.
Und viele Menschen sind doch gar nicht für weniger Einwanderung. Dann eher ein paar mehr, denen nur die Art und Weise der Einwanderung suboptimal erscheint. Also illegal eingereiste Wirtschaftsflüchtlinge oder die schlechte Integration insbesondere der 2. Generation. Oder denen einfach angesichts von zusätzlichen Ukraineflüchtlingen die Mieten zu hoch werden, und die sich da eine ganz akute Entspannung erhoffen, aber im Prinzip gar nicht gegen weiterer Einwanderer sind, wenn sich der Wohnungsmarkt wieder erholt hat.
Auch das Klimathema scheint den Grünen soviel gar nicht mehr viel zu helfen. Als wenn sich das etwas ermüdet hätte. Entsprechend wäre meine Hoffnung, dass das Migrationsthema sich auch einfach ermüdet. Ob jetzt für ein paar Jahre weniger neue Einwanderer einreisen oder auch nicht.
Und klar dürfte vor allem sein, dass man den Zuzug von unerwünschten Einwanderern nur vernünftig reduzieren kann, wenn es die EU schafft, das Problem schon an Außengrenzen zu lösen. Das kann die Bundespolitik doch kaum vernünftig realisieren, ob sie es will oder nicht. Selbst wenn es national gelänge, würde es das Problem nur innerhalb der EU hin und her schieben. Das nützt uns dann auch nichts.
Und ich persönlich meine, dass es vor allem eine Entscheidung der Kommunen sein sollte, wie viele neue Zuwanderer sie wirklich haben will.
„Daher hoffe ich sehr, dass sich das Verständnis von Mimesis zwischen Menschenwürde-Verantwortung und abgründiger Rechtsmimesis in den kommenden Monaten und Jahren wieder und weiter herumspricht.“
Entsprechend die Gründe für eine Einwanderung von wirklich verfolgten Menschen als Dienst an der Menschenwürde zu sehen ist. Und eine Rückführung von Einwandererfamilien, die sich hier gut eingelebt haben, aus blankem nationalem Eigeninteresse Unfug ist. Die können wir wirklich gut brauchen, wenn sie sich hier schon mal wirklich eingelebt haben.
Und die 2. Generation besser integrieren scheint mir überaus sinnvoll zu sein. Abschieben geht da gar nicht, das sind Deutsche Staatsbürger. Und wenn die freiwillig in das Heimatland der Eltern zurückziehen, dann ist das ein wirklich herber Verlust für uns. Entsprechend liegt die Integration dieser Generation auch an uns. Wenn die hier in den Brennpunktstadtteilen in den Schulen überwiegend unter sich sind, dann kann das nicht gut sein.
Ich kann mir auch vorstellen, dass Migration ein lange verdrängtes Thema war, und gerade deshalb jetzt so einschlägt. Genauso wie das Klimathema von den Grünen, dass bald Jahrzehnte von der Politik und den Medien als überwiegend Spinnerei ziemlich ignoriert wurde, und dann aber doch zum Renner wurde. Nicht zuletzt durch die Flutkatastrophe im Ahrtal vor den Bundestagswahlen ein paar Monate später.
Lieben Dank, @Tobias – und ich möchte einmal hervorheben, dass Du mit Deinen angenehm unaufgeregten Drukos immer wieder auf etwas Wichtiges aufmerksam machst, das auch etwa Steffen Mau, Thomas Lux und Linus Westheuser in „Triggerpunkte“ (Suhrkamp 2023) beschrieben haben: In Wirklichkeit liegen die meisten Deutschen in den meisten Fragen gar nicht so weit auseinander, wie gerne behauptet wird. Die wenigsten wollen völlig offene Grenzen oder die Abschiebung integrationswilliger Familien, die meisten wollen keine ungeregelte Migration, befürworten aber die Zuwanderung von Fachkräften und humanitär begründete Aufnahmen.
So haben wir auch beim damaligen Landes-Sonderkontingent für besonders schutzbedürftige Frauen und Kinder eine überwältigende Hilfsbereitschaft erlebt, weil eben erkennbar war, dass es hier um echte Notfälle ging, die es auch niemals über die sog. Balkanroute geschafft hätten.
In einem Rückblick auf die Erfahrungen zu Ehren des langjährigen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann schrieb ich:
„Nadia Murad, eine der Aufgenommenen, wurde UN-Sonderbotschafterin und erhielt 2018 in unserem Beisein den Friedensnobelpreis in Oslo.
Zahlreiche andere, darunter Farida Khalaf, Jihan Alomar und Farhad Alsilo, gehen mit ihren Geschichten mutig an die Öffentlichkeit und setzen sich für ihre Gemeinschaft, aber auch für universelle Werte von Gerechtigkeit, Demokratie und Menschenrechten ein.
Ich hatte wirklich gehofft – und hoffe es immer noch –, dass Europa die Abriegelung der Außengrenzen mit humanitären Aufnahmeprogrammen
verbinden würde. Denn wir haben erlebt, dass es gelingen kann.
Wir leben in einer Zeit, in der das Laute vermeintlich wieder auf dem Vormarsch ist. Jeder kann zu jeder Zeit das Weltgeschehen kommentieren, interpretieren oder einfach mal in seinem Sinne umdeuten. Da bleibt vermeintlich wenig Zeit für das Zuhören.
Aber Empathie wird eben dort gefördert, wo Menschen einander zuhören, verstehen, füreinander einstehen.
Empathie ist keine Schwäche, sondern die Grundlage jeder lebensfreundlichen Zivilisation.“
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/files/Empathie-als-Sprache-der-Naechstenliebe-Michael-Blume2026.pdf
Das Gleiche erlebe ich auch in der Energiewende zwischen Solarpunk und Solarboom. Während in den vor allem digitalen Debatten der Eindruck entstehen könnte, es ginge um Alles oder Nichts, wird in der Realität nur noch über die Ausbaugeschwindigkeit diskutiert. Auch die EnBW kommt angesichts der rasant steigenden Anträge auf erneuerbare Netzanschlüsse für Photovoltaik-Anlagen und Batteriespeicher kaum noch mit dem Netzausbau hinterher!
Und gleichzeitig erfahren wir, dass eine mutmaßlich iranische Drohne das arabische Atomkraftwerk „Baraka“ in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) beschädigt hat!
Israel & die USA einerseits und der Iran andererseits eskalieren angesichts des Golfkrieges um fossile & atomare Gewaltenergien wieder ihre Drohungen. Nun traf eine mutmaßlich iranische Drohne das einzige Atomkraftwerk der Golfregion in Abu Dhabi, VAE, Baraka („Segen“). Es liefert ein Viertel des Stroms für die Emirate.
Erneut bestätigt sich damit eine Solarpunk – Kritik: Zentralisierte & konkret atomare Energiestrukturen sind militärisch besonders verwundbar.
„Nach einem Drohnenangriff auf die Vereinigten Arabischen Emirate ist am Atomkraftwerk Baraka in Abu Dhabi ein Feuer ausgebrochen. Der Brand sei in einem externen Stromgenerator der Anlage ausgebrochen, teilte das Medienbüro von Abu Dhabi mit. Berichte über Verletzte gebe es nicht. Auch ein Anstieg der Radioaktivität über die Sicherheitsgrenzwerte sei nicht festgestellt worden.“
https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/116593592796466148
Es wird nach meiner Einschätzung daher immer wichtiger, die Polarisierung und Thymotisierung durch algorithmische Konzernmedien zu durchschauen und zu überwinden. Ein fairer Dialog ist möglich und er gelingt auch immer häufiger. So wie hier auf „Natur des Glaubens“ zwischen uns. Dir vielen Dank dafür, dass Du das lebst!
@Michael 18.05. 07:54
„Auch die EnBW kommt angesichts der rasant steigenden Anträge auf erneuerbare Netzanschlüsse für Photovoltaik-Anlagen und Batteriespeicher kaum noch mit dem Netzausbau hinterher!“
Durchaus erfreulich. Bei Anlagen auf dem eigenen Dach braucht es allerdings nur einen neuen Stromzähler. Insbesondere mit integriertem Speicher kann man so das ganze Sommerhalbjahr zu mindestens 90 % den eigenen Strom nutzen. Und wenn man Platz und Lust hat, kann man auch das Doppelte an PV-Leistung aufs Dach packen, und den passenden Speicher dazu. Soviel müsste die Kapazität des eigenen Netzanschlusses hergeben, dass dieser Strom problemlos abtransportiert werden kann. Und der kann dann gleich in der Nachbarschaft verbraucht werden.
Auch wenn man für den so eingespeisten Strom wenig bekommt, lohnt es sich vermutlich immer noch angesichts der inzwischen sehr günstigen Anschaffungskosten für die Module und die Speicherkapazität. Und das ist dann auch gleich nur eine Aktion, für die man die Handwerker bestellen muss.
Und wer sowieso auch noch eine Wärmepumpe hat, kann dann auch einen Teil des Stroms dafür selber herstellen. Und natürlich seine E-Fahrzeuge damit aufladen.
„Ich hatte wirklich gehofft – und hoffe es immer noch –, dass Europa die Abriegelung der Außengrenzen mit humanitären Aufnahmeprogrammen verbinden würde. Denn wir haben erlebt, dass es gelingen kann.“
Wenn man dann noch Kommunen hat, die diese Flüchtlinge gerne aufnehmen wollen, dann passt das doch. Was gibt es da noch zu meckern?
@Tobias 18.05. 13:53 Uhr
„Auch wenn man für den so eingespeisten Strom wenig bekommt, lohnt es sich vermutlich immer noch angesichts der inzwischen sehr günstigen Anschaffungskosten für die Module und die Speicherkapazität. Und das ist dann auch gleich nur eine Aktion, für die man die Handwerker bestellen muss.
Und wer sowieso auch noch eine Wärmepumpe hat, kann dann auch einen Teil des Stroms dafür selber herstellen. Und natürlich seine E-Fahrzeuge damit aufladen.“
Das stimmt schon – der früher widerständige Solarpunk verschränkt sich auch wirtschaftlich mit dem internationalen Solarboom, die Energiewende beschleunigt sich. Das ist erfreulich!
Dennoch möchte ich noch einmal auf die Gefahr der fossilen (Miet-)Falle verweisen, die wir m.E. nicht übersehen sollten: Größere Photovoltaik-Anlagen, Batteriespeicher, Wärmepumpen, Elektroautos und die dazugehörende Lade-Infrastruktur erfordern Investitionskapital und etwa bei Mietenden meist auch die Zustimmung Dritter. Auch dass auch immer mehr aufsteigende Länder wie Indien oder Kenia massiv von den erneuerbaren Friedens- und Wohlstandsenergien profitieren, begrüße ich. Dass jedoch viele Menschen in Deutschland davon noch ausgeschlossen bleiben und stattdessen steigende, fossile Kosten zu tragen haben, trägt m.E. zunehmend zur Wut auf „die da oben“ bei. Immer wieder werde ich darauf angesprochen, dass etwa Christian Lindner noch gegen Wärmepumpen gewettert habe, als er selbst schon davon profitierte.
Habe ja mit Prof. Inan Ince speziell dazu auch eine gemeinsame Pod- und Videocast-Folge gemacht…
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/blume-ince-55-die-selbstzerstoerung-des-fossilismus-die-abzocke-in-der-fossilen-miet-und-armutsfalle/
…und möchte nochmal dafür plädieren, dass wir im Sinne einer ökologischen UND sozialen Marktwirtschaft die Energiewende-Förderung stärker auf das Ausbrechen aus der fossilen Falle fokussieren. Es wäre schlimm und widersinnig, wenn sich Millionen Menschen dabei „zurückgelassen“ fühlten.
„Wenn man dann noch Kommunen hat, die diese Flüchtlinge gerne aufnehmen wollen, dann passt das doch. Was gibt es da noch zu meckern?“
Vielen Dank & ja, genau so war es: Die Aufgenommenen des Sonderkontingentes wurden nur in Kommunen aufgenommen, die sich freiwillig dazu bereit erklärt hatten und dafür auch aus Landesmitteln unterstützt wurden. Nach meiner Erfahrung macht es einen riesigen Unterschied, wenn Kommunen mitbestimmen können, ob und welche Menschen sie aufnehmen. Ein Bürgermeister wünschte sich beispielsweise ausdrücklich viele Kinder, weil ihm dies auch dabei half, einen bestehenden Kindergarten zu stabilisieren. Auch Ehrenamtliche waren oft sehr viel stärker engagiert, wenn es um wirklich Schutzbedürftige ging – und nicht etwa um Menschen, die sich über die Balkanroute einen Weg zum Wohlstand versprochen hatten.
Deswegen stimme ich auch hier ausdrücklich zu, dass Integration, Bildung und Demokratie sehr viel besser ineinandergreifen würden, wenn Kommunen über humanitäre Aufnahmen selbst bestimmen oder mitbestimmen dürften. Umgekehrt ist es ja gerade auch die Ehrenamtlichen eine Katastrophe, wenn der Bund gut integrierte Familien dann doch wieder abschieben lässt. So kann und sollte die Bundesrepublik nicht mit Menschen umgehen – weder mit den Zugewanderten, noch mit den eigenen Bürgerinnen und Bürgern und erst Recht etwa mit den gewählten Gemeinderätinnen und Bürgermeistern. Mehr Mit- und Selbstbestimmung würde viel Gutes bewirken!
@Michael 18.05. 07:54
„Jeder kann zu jeder Zeit das Weltgeschehen kommentieren, interpretieren oder einfach mal in seinem Sinne umdeuten.“
Was mir ja eigentlich eine willkommene Anarchie ist. Wahrhaftigkeit wäre aber wichtig dabei. Und eben lieber vorher noch mal überlegen, was man denn wo postet. Überhaupt erst mal denken vorm Schreiben.
„Da bleibt vermeintlich wenig Zeit für das Zuhören.“
Genau hier lohnt es sich auch Zeit zu investieren. Und gerne auch nicht so strikte Blasen bedienen. Da ist dann die Diskussionskultur wie etwa auf diesem Blog hilfreich. Ohne gute Moderation wird es schnell schwieriger.
„Empathie ist keine Schwäche, sondern die Grundlage jeder lebensfreundlichen Zivilisation.“
Nur gemeinsam können wir Menschen vernünftig überleben. Das sollte eigentlich längst klar sein. Und die Empathie im Miteinander ist nicht zu ersetzten.
Was letztlich auch der Kern von erfolgreicher Diplomatie sein kann? Und eigentlich auch die Basis von guter Politik.
@Michael 18.05. 07:54
„Größere Photovoltaik-Anlagen, Batteriespeicher, Wärmepumpen, Elektroautos und die dazugehörende Lade-Infrastruktur erfordern Investitionskapital und etwa bei Mietenden meist auch die Zustimmung Dritter.“
Praktischerweise sollte man die billige Grüne Technik mieten können. Das könnte eventuell meine Wohnungsbaugesellschaft anbieten. Den gehören hier ganze Siedlungen, die könnten alle geeigneten Dächer mit PV und integrierten Speicher ausstatten und den Strom dann direkt an uns Mieter verkaufen. Ich fürchte nur, dass das derzeit rechtlich schwierig wird, oder dass dann horrende Durchleitungsgebühren anfallen, obwohl der Strom nur maximal 100 Meter weit von dem Hausanschluss mit der PV-Anlage zum Hausanschluss des Abnehmers transportiert werden muss.
Den meisten Profit macht man nun mal mit dem selbstgenutztem Strom aus der eigenen Anlage bzw. dem eigenen Speicher. Mit ziemlich viel Abstand.
Was bleibt ist freilich dann eben die Durchleitungsgebühren zu bezahlen, vermutlich sehr zur Freude der lokalen Stadtwerke. Das funktioniert rein ökologisch genauso, nur der meiste Profit wandert vom Kunden zum Netzanbieter. Immerhin ist der im Besitz der Kommune, das Geld landet also letztlich in der Stadtkasse.
„Dass jedoch viele Menschen in Deutschland davon noch ausgeschlossen bleiben und stattdessen steigende, fossile Kosten zu tragen haben, trägt m.E. zunehmend zur Wut auf „die da oben“ bei.“
Auch die Mieter werden bald immer mehr grünen Strom beziehen, mit vermutlich auch sinkenden Preisen. Stehen aber eben schlechter da als Eigenheimbesitzer. Das ärgert, ja. Mich auch. Was soll ich machen. Zahlen und fröhlich sein, sagt man auch zu sowas.
Mal gucken, vielleicht findet ja meine Wohnungsbaugenossenschaft eine am Ende doch gute Lösung? Das würde auch für die Umsatz und reichlich Gewinn bedeuten. Und die interessiert es durchaus, wenn es ihren Mietern gut geht.
Wärmepumpe geht hier in der Innenstadt auch nur recht schlecht. Deswegen gibt es bei mir auch in 4 oder 5 Jahren Fernwärme. Wie ich jetzt gelesen habe, wird das bei mir mit Abwärme aus einem nahem Industriebetrieb funktionieren. Ein Kumpel ist da seit einem Jahr schon angeschlossen, und es ist tatsächlich viel billiger als die alte Gasrechnung für seine Therme.
Unterm Strich sind die Heizkosten deutlich höher als die Stromkosten, wobei letztere die nächsten Jahre eher sinken dürften, während Heizen und insbesondere Erdgas womöglich noch teurer werden. Wenn ich die 30 Euro monatlich nicht einsparen kann, die mir meine eigene PV-Anlage mit integriertem Speicher bringen würde, dafür aber tatsächlich 60 Euro weniger fürs Heizen ausgeben muss, dann geht es ja noch.
Danke auch für Deine konstruktiven Ideen, @Tobias – die wiederum aufzeigen, wie fossilistisch und bürokratisch der längst weltweite Solarboom in Deutschland noch ausgebremst wird!
Dagegen haben andere Länder den strategischen und auch wirtschaftlichen Wert erneuerbarer Heimat-, Wohlstands- und Friedensenergie bereits erkannt.
So konnte ich heute Morgen zum Thema posten:
Guten Morgen – Tässle Kaffee ☕️?
Heute wieder eine gute #Solarpunk – Nachricht!
Die bevölkerungsreichste Gesellschaft & Demokratie der Erde hat die strategische sowie wirtschaftliche Bedeutung der post-fossilen Energiewende erkannt.
„Indien und Norwegen haben eine „grüne strategische Partnerschaft“ vereinbart: Sie wollen gemeinsam die Energiewende & die nachhaltige Entwicklung mithilfe moderner Technologien vorantreiben, wie beide Seiten am Montag mitteilten. Indiens Premierminister Narendra Modi hielt sich zu einem zweitägigen Besuch in Norwegens Hauptstadt Oslo auf.
Indien ist stark von den Folgen des Iran-Kriegs getroffen – das Land ist der drittgrößte Ölimporteur weltweit, die Hälfte der Importe stammt aus der Golfregion. Zudem werden in Indien aktuell 73 Prozent des Stroms mit Kohle erzeugt. Die Regierung in Neu Delhi hat bereits angekündigt, den Ausbau der Windenergie sowie von Stromspeichern zu beschleunigen.“
https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/116599369075897495
Auch in den asiatischen Nachbarländern entfaltet sich der Solarboom:
Auch in Pakistan boomt der Ausbau von Photovoltaik – auch schon vor dem Irankrieg. Einfach, weil es sich lohnt & fossile Lobbyisten nicht so stark sind und weniger Bürokratie die Energiewende abwürgt.
Schade, dass in Deutschland weite Kreise noch immer leugnen, dass Erneuerbare Heimat-, Friedens- und Wohlstandsenergien sind… #Pakistan #Indien #China #Solarboom #Deutschland #Fossilismus #Erneuerbare #Heimatenergien #Wohlstandsenergien #Friedensenergien
https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/116599496955550840
Immerhin ging nun das Internet-Portal für die neue Elektroauto-Förderung des Bundes an den Start. Jedes Elektroauto reduziert die deutschen Öl-Importe und fungiert zugleich als fahrender Batteriespeicher. Wenn dann noch das Rohstoff-Recycling verstärkt wird, werden auch wir in Europa unabhängiger und wirtschaftlich stärker.
Toller Text und tolle Kommentare. Beim Lesen habe ich mir die Frage gestellt, was der Unterschied zwischen Zivilreligion und Ideologie sein könnte. Alles, was mir dazu einfällt, liegt in ihrer Schnittmenge. Sind die Begriffe fast synonym?
Ganz herzlichen Dank für die Nachfrage, @Hui Haunebuh 🙏🙌
Und, ja, die beiden Begriffe haben eine große Schnittmenge, sind jedoch nicht synonym.
Wenn wir Ideologie als gegenüber Argumenten abgeschlossene Weltanschauung verstehen, dann enthält tatsächlich jede Ideologie auch Zivilreligion: Also Mythen, Symbole, Lehren, Helden, Verheißungen.
Es gibt jedoch auch Zivilreligion, die nicht-ideologisch, mithin also offen für Dialog und Vielfalt ist. Beispiele dafür wären ein bundesdeutscher Verfassungspatriotismus (im Gegensatz zum ideologisch geschlossenen Nationalismus), die Freude an einer vielfältigen und inklusiven Nationalmannschaft), ein offenes Verständnis von Heimat und Heimatgeschichte, die Begeisterung für Menschenrechte und Martin Luther King, die Unterstützung der Europäischen Union 🇪🇺 u.v.m.
Jede politische Ideologie ist also auch zivilreligiös, aber nicht jede Zivilreligion ist ideologisch. 😌🌱🙌
@Michael 19.05. 07:42
„Indien ist stark von den Folgen des Iran-Kriegs getroffen – das Land ist der drittgrößte Ölimporteur weltweit, die Hälfte der Importe stammt aus der Golfregion. Zudem werden in Indien aktuell 73 Prozent des Stroms mit Kohle erzeugt.“
Insbesondere für Fahrzeuge geht dort viel Öl drauf. Einerseits gibt es derzeit kaum E-Autos als Gebrauchtwagen, dafür baut man in Indien auch sowieso schon sehr kleine Fahrzeuge. Die dürften auch in der E-Version kostengünstig sein, wenn denn auch der Ladestrom günstig ist.
Und da hat Indien Potential. Erst mal doppelt so viel PV-Ertrag als in Mitteleuropa, und dann können Indiens Kohlekraftwerke recht günstigen Backupstrom liefern, solange dort die Energiewende noch nicht komplett ist. Und die Kohle hat man vermutlich sogar noch im eigenen Land.
Den deutschen Erdgasunsinn spart man sich da offenbar. Das ist keine Übergangsenergie, das ist angesichts der Kriege in der Ukraine und der Golfregion einfach nur sehr, sehr teuer. Sozusagen eine finale Vergoldung der auslaufenden Karbonblase.
Ja, @Tobias – „Erdgasunsinn“ ist ein schönes und treffendes Wort. Angesichts des weltweiten Solarbooms und der rasanten Fortschritte bei Batteriespeichern, grünem Wasserstoff und Recycling wage ich die Prognose, das alle Gaskraftwerke, die nicht auch Wasserstoff-fähig sind, schnell zu teuren Subventionsruinen werden. Fossilismus und Rechtsmimesis vernichten Mitwelt und Wohlstand, schon jetzt.
@Michael 19.05. 07:42
„Jedes Elektroauto reduziert die deutschen Öl-Importe und fungiert zugleich als fahrender Batteriespeicher.“
Und zusammen mit fest installierten Kurzfristspeichern ergibt sich bald die Möglichkeit, noch mal doppelt so viel PV im ganzen Land zu installieren. So reicht der Solarstrom auch für den ganzen Abend und die ganze Nacht.
Danach wäre es in Sicht, dass man über das ganze Sommerhalbjahr durchgängig Überschüsse hat, um daraus dann Wasserstoff herzustellen.
Und mit jeder Stunde, die die alten Kohlekraftwerke noch laufen, sparen wir entsprechende Mengen Erdgas ein. Das ist nicht nur viel billiger, es hilft im Moment sogar, die Versorgung für den nächsten Winter sicherzustellen.
Keiner weis jetzt wohl, wie lange die Straße von Hormus noch blockiert ist. Und teuer war das Erdgas vorher schon.
Lieben Dank, @Tobias – und inhaltliche Zustimmung! Schon jetzt beginnt sich eine Solarboom – Mimesis zu entfalten, die die Schwerfälligkeit fossiler Bürokratie immer sichtbarer macht!
Guten Morgen – Tässle Kaffee ☕️?
Auch heute wieder gute #Solarpunk – Nachrichten!
Während die fossil geprägte Energie-Bürokratie in Deutschland den volkswirtschaftlich längst lohnenden Ausbau von bereits beantragten Netzanschlüssen & Batteriespeichern noch verzögert, kommen täglich mehr fahrende Batteriespeicher sogar mit Bundesförderung auf die Straße: Elektroautos.
Und diese reduzieren direkt den Import von Öl sowie den Ausstoß von Treibhausgasen, ihre schnell besser werdenden & zunehmend recyclebaren Batterien können zudem auch noch überschüssigen Solarstrom speichern und bei Bedarf wieder abgeben: also die Mitwelt schützen & lokale Werte schöpfen.
Bin sicher: Auch fossile Gaskraftwerke werden in wenigen Jahren nur noch Subventionsgräber sein.
Hier ein aktuelles eCarsharing – Beispiel aus den Niederlande 🌞🚙🌱
https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/116605050895876493
Das kommt ja auch dem von Dir mehrfach vorgeschlagenen eSammeltaxi-System schon sehr nahe! 🚙✅
@Michael 20.05. 06:59
„kommen täglich mehr fahrende Batteriespeicher sogar mit Bundesförderung auf die Straße: Elektroautos.“
Wenn wir 20% Elektroautos mit einer Kapazität von je 80 Kwh hätten, dann wären das bei 50 Autos auf 100 Einwohner dann 8 Kwh Speicherkapazität pro Einwohner. Bei einem Prokopfverbrauch von ca 16 Kwh Strom am Tag wäre das dann eine halbe Tagesleistung.
Das wäre schon genug, um den Solarüberschuss von Tagsüber auf den Abend und die Nacht zu verteilen, und auch erhebliche Teile der Windenergieschwankungen insbesondere im Winter könnten so zwischengespeichert werden.
Dazu kommen dann noch die fest installierten Speicher insbesondere direkt am Produktionsort oder direkt beim Verbraucher.
„Das kommt ja auch dem von Dir mehrfach vorgeschlagenen eSammeltaxi-System schon sehr nahe!“
Der Erste Schritt wären schon mal Carsharing von Elektrofahrzeugen, was besser läuft als mit Verbrennern. Die Verbrenner sollen schneller verschleißen, wenn sie ständig von anderen Fahrern gefahren werden. Den Effekt hat man bei Batteriefahrzeugen nicht. Außerdem halten Batteriefahrzeuge länger und schaffen ein Mehrfaches an Lebensdauerkilometerleistung.
Wenn jetzt noch die elektrischen Carsharingfahrzeuge selbständig zum Kunden und auch zur Ladestation hinfahren können, dann wird das deutlich praktikabler.
Wenn dann überhaupt die Fahrzeuge selber fahren können, möglichst noch bei jedem Wetter, dann könnten sie auch von Leuten genutzt werden, die gar keinen Führerschein haben. Insbesondere etwa von Kindern auf dem Land, dass die so alleine ohne Begleitung zur Schule fahren können.
Dann ist es nicht mehr weit, auch noch eine Sammeltaxifunktion zu implementieren. Wer Lust hat kann dann mit mehreren anderen die gleichen Strecken fahren. Dann wird es wirklich sparsam, und die Staus auf den Straßen verschwinden auch noch. Und das könnte so billig werden, dass sich normaler Busverkehr gar nicht mehr lohnt. Und auch auf weiten Strecken wäre das viel billiger als etwa die Bundesbahn. Wenn auch nicht ganz so schnell.
So käme man dann auf nur noch 10 oder maximal 20% der aktuellen Fahrzeugflotte. Und neben Riesenkostenersparnissen werden insbesondere in der Städten reichlich Parkplatzflächen frei. Und die Parkplatzsuche würde natürlich auch entfallen, was schon auch viel ausmacht.
Und die 10 der 20 % wäre auch genug Netzunterstützung, wenn die alle biderektional angeschlossen wären, wenn sie gerade nicht im Einsatz sind. Viel mehr Kurzfristspeicher bräuchten wir gar nicht.
Wie die Autoindustrie damit klarkommen würde, wäre freilich ein anderes Problem. Was den Rohstoffbedarf betrifft, wäre das Sammeltaxisystem jedenfalls auch ein Gamechanger.
Bei deutschem Lebensstandard wären das dann weltweit 0,5 bis 1 Milliarde Fahrzeuge. Durchaus weniger, als aktuell weltweit im Einsatz sind. Felo.ai sagt mir: „Eine Analyse von März 2025 schätzt die Anzahl der weltweit in Betrieb befindlichen Personenkraftwagen auf etwa 1,45 Milliarden.“
Wenn dann noch viele Minibusse mit um die 10 Sitzplätze dabei sind, braucht es noch weniger Fahrzeuge. Andererseits könnte auch deutlich mehr gefahren werden, wenn es entsprechend flott und billig vorwärts geht. Ob es nun zur Arbeit, zur Schule, zum Einkaufen oder in den Urlaub geht. Und alkoholisiert aus der Disko nach Hause wird so auch gleich einfacher.
Vielen Dank für den Solarpunk, @Tobias 😌🚙🌞
Und wer immer hier mitdenkt & mitrechnet erkennt schnell: Während wir jetzt noch Milliarden für Erdöl und Erdgas an oft feindselige Regime wie Putin-Russland und den Revolutionsgarde-Iran ausgeben, werden wir immer mehr Erneuerbare als Heimatenergien selbst herstellen, die Rohstoffe recyceln und damit immer mehr Wertschöpfung und hochwertige Arbeitsplätze im Inland schaffen (Wohlstandsenergien) und damit die fossilen Profite und Konflikte reduzieren (Friedensenergien).
Demokratie und Wohlstand, Frieden und Menschenwürde rücken durch den Solarboom, Batteriespeicher, Elektromobilität und grünen Wasserstoff jeden Tag ein Stück näher – auch zum Schutz der Mitwelt, des Klimas und Wassers.
Ich bin voller Hoffnung und grüße aus der Uni Konstanz, an der ich gleich vor inter- und nichtreligiösem Publikum sprechen werde… 😌🌱💡
@Minibusse auf der Autobahn
KI-gesteuerte Fahrzeuge könnten auch mit 1 Meter Abstand auf der Autobahn in der Windschattenkolonne fahren, das spart viel Energie. Und noch mehr Platz auf der Straße. Die Reichweite würde damit auch einfacher. Geht der Akku zur Neige, einfach den nächsten Parkplatz anfahren und in ein frisch aufgeladenes Fahrzeug umsteigen. Das Wiederaufladen hat dann Zeit.
Wenn die Fahr-KI entsprechend kompetent ist, könnte man auch mit 150 Kmh oder noch schneller unterwegs sein. Der Mehrverbrauch macht nicht so viel aus, wenn die Fahrzeuge gut besetzt sind, und wenn eben im Windschatten gefahren werden kann. Staus wird es dann auch kaum mehr welche geben, und die Autobahn wäre auch entsprechend frei, dass man dauerhaft wirklich schnell fahren kann.
@Tobias Jeckenburger
20.05.2026, 15:43 Uhr
Naja, das mit dem selbstständig fahren sehe ich irgendwie noch nicht.
Klar, Menschen sind als Fahrer auch fehleranfällig, diese Woche selber erlebt.
Aber in einem gewachsenen Netz wie bei unseren Strassen wird das schon eine spannende Herausforderung.
Menschliche Fahrer sind nicht wirklich zwanghaft besser aber praktikabel …
@Uli Schoppe 24.05. 23:46
„Aber in einem gewachsenen Netz wie bei unseren Strassen wird das schon eine spannende Herausforderung. Menschliche Fahrer sind nicht wirklich zwanghaft besser aber praktikabel …“
Mal gucken, man kann ja klein anfangen. Wenn erstmal nur das Carcharingfahrzeug zum Kunden ein paar Straßen weiter alleine fährt, muss es nicht mit jedem Wetter klar kommen. Wenn es etwa bei Schnee oder Sturm nicht selber fahren kann, muss der Kunde dann eben wir gewohnt selber zum Fahrzeug hinlaufen.
Wenn es aber irgendwann ausgereift ist und wirklich was taugt, wird es womöglich kaum mehr Unfälle verursachen. Was dann zur Folge hätte, dass die Versicherung viel billiger wird. Und die ist schon ein wesentlicher Kostenfaktor.
Und z.B. die Radfahrer freuen sich auch, wenn der alltägliche Stadtverkehr für sie deutlich ungefährlicher wird, weil die KI-Fahrzeuge besser aufpassen.