B wie Berlin – Babylon, Preußen und der fossile Faschismus

Es bleibt mir eine Ehre und Aufgabe, einst die Reform der deutschen, von den Nazis antisemitisch verformten Buchstabiertafel angestoßen zu haben. Und ich habe mir vorgenommen, über Jahre hinweg Deutschland in Form von eBooks neu durch zu buchstabieren.
Nach A wie Aachen und Ä wie Äpfelbach verzichtete ich diesen Sommer auf einen Flugurlaub und blieb bei Haus und Hund, um B wie Berlin zu schreiben. Denn B ist nicht irgendein Buchstabe, sondern er definiert das Alpha-Beth eigentlich erst. Auch ist Berlin nicht irgendeine Stadt, sondern die Hauptstadt erst von Preußen und dann von Deutschland. Hier belege ich das Thesenbündel rund um den fossilen Faschismus.
Entsprechend viel Arbeit und Mühe habe ich in diesen Text von 105 Seiten gesteckt.
Hier steht er Ihnen also kostenfrei zur Verfügung:
Das Cover des eBooklet “B wie Berlin. Babylon, Preußen und der fossile Faschismus”. Screenshot: Michael Blume
Klar freue ich mich auch über Rückmeldungen und Dialog, denn über Blogs leben und wachsen Texte immer weiter. Deswegen schreibe ich auch jede Zeile selbst und nutze KIen etwa im Grafik-Bereich nur mit klarer Kennzeichnung. Die Macht der Buchstaben könnte neben dem zwischenmenschlichen Dialog eine der beiden letzten Fähigkeiten sein, über die wir unsere denkerische Unabhängigkeit gegenüber KI-Kokons bewahren können.
Damit Sie es nicht machen müssen, hier auch eine KI-Zusammenfassung des eBooklets durch Google Notebooks LM, gerne ebenfalls für die Diskussion:

Seit vielen Jahren begleite ich diesen Blog als stille Leserin und bin wirklich immer wieder beeindruckt.
Die Idee, die von Ihnen gegen das Nazi-Unrecht angestoßene, neue deutsche Buchstabiertafel mit selbstgeschriebenen eBüchern zu jedem Buchstaben und jeder Stadt zu würdigen, beeindruckt und freut mich. Ich habe auch die zwei schon erschienen eBücher zu Aachen und Äpfelbach gelesen. Wenn Sie erlauben: Das könnte Ihr Lebenswerk werden!
Der Dank ist ganz meinerseits, @Vielen Dank 🙏
Ja, ich schreibe wirklich für mein Leben gerne. Auch deswegen habe ich in diesem Berlin-Babylon-Text gerne von Isaac Asimov (1920 – 1992) berichtet, der über 500 Bücher (!) schrieb, am liebsten Sachbücher. Aber wenn er – wie er selbst mal scherzte – mal wieder Geld brauchte, brachte er auch großartige Science-Fiction hervor. Egal, wie viel ich noch arbeite – so viele Bücher sind nicht zu schaffen & strebe ich auch nicht an.
Als aber die Reform der Buchstabiertafel gelang, da keimte die Idee, sie “durchzubuchstabieren”. Ich hatte gerne in der DIN-Reformkommission mitgewirkt und war von der Expertise der Kolleginnen und Kollegen sehr beeindruckt. Aber klar war mir auch: Das Alphabet gehört keinem Menschen und ich strebe keinen Gewinn damit an. Und ich wollte einfach frei und ohne Markt-Druck, auch ohne Abgabetermine schreiben. Ich möchte zu jeder Stadt so lange forschen und lesen, sie ggf. auch besuchen, bis sich ein Text ergibt. Und dann freue ich mich, wenn er auch noch Interessierte findet. Also entschied ich mich für das Format des eBooklets, eBüchleins. 🙂
Als nächstes stünde dann C wie Chemnitz an. Ich plane die Europäische Kulturhauptstadt bald für eine Veranstaltung mit der dortigen Jüdischen Gemeinde zu besuchen und freue mich schon darauf! 🙂
Guten Morgen, @Michael.
Wow, was für ein Text, was für eine Reise durch die Geschichte! Das ist so fesselnd geschrieben, dass ich nicht aufhören konnte zu lesen. Gleichwohl schwirrt mir jetzt der Kopf und – bei der Fülle von Information und der Wissens-Dichte – habe ich nur erst einen Bruchteil verdaut.
Eine für mich neue, teils überraschende, Sicht auf den Lauf der Geschichte, die die Jahrhunderte alte Macht des Fossilismus sichtbar und verhängnisvolle Entwicklungen und Fehlentscheidungen der Gegenwart klar hervortreten lässt.
Das alles aufgehängt am zweiten Buchstaben des Alphabets. Was die weiteren Buchstaben noch hervorbringen werden… Ich schließe mich hier der behutsamen Einschätzung von @Vielen Dank an.
Herzlichen Dank, @Peter Gutsche – Dein Interesse und Deine Rückmeldung freuen und ehren mich sehr! ☺️🙏🙌
Als ein Muss für jeden Buchstaben nehme ich mir die Stadt und die hebräisch-semitische Symbolbedeutung (Aleph = Stier, Beth = Haus usw.) vor. Im Fall von Berlin musste zudem auch noch der Bär 🐻 hinein, klar. ☺️
Und dann suche ich eben noch je einen Erzählstrang, der nach meiner Auffassung noch kaum bedacht wurde und den ich Interessierten und der Nachwelt gerne hinterlassen würde: Der Name Meir – Meier – Mayer zu Aachen, die Gebirgsregionen und Flussebenen zu Äpfelbach und der fossile Faschismus zur Geschichte von Berlin und Preußen. Irgendwann muss dann auch wieder gekürzt werden, hier etwa 15 Seiten… 🤔📚💁♂️
Für mich beglückend ist, dass der jeweilige Text durch den Blog weiter „lebt“, also gelesen, kommentiert und erweitert wird. Das habe ich ja auch immer wieder zu meinen Büchern angeboten, aber hier kann eben jede Person sofort und kostenfrei dazukommen.
Und dann macht auch einfach das Recherchieren, Konzipieren und Schreiben unglaublich Freude! Die Jüdische Gemeinde der Europäischen Kulturhauptstadt 2025 Chemnitz lud Barbara Traub & mich zu einer gemeinsamen Veranstaltung ein – und ich zähle die Tage! ☺️☕️📚
Mit dankbaren und herzlich verbundenen Grüßen, lieber @Peter ! 🤓
Danke für Ihre freundliche Antwort. Ich hatte als „Vielen Dank“ geschrieben.
Inzwischen las ich auch B wie Berlin. Und bin beeindruckt, überrascht. Bei A wie Aachen sah ich ja die Verbindung zum angeheirateten Familiennamen. Aber dass mich auch Preußen und Berlin etwas angehen würden, hatte ich so nicht erwartet!
Danke! Auf die nächsten eBücher freue ich mich! („EBooklet“ mag ich aber nicht schreiben, da ich denglische Worte nicht mag.)
Heute im Spiegel
https://archive.is/1mOqe
Hier sind weitere Informationen zum Projekt des AWI.
https://www.nwzonline.de/wesermarsch/awi-bremerhaven-wissenschaftler-entwickeln-biologische-entsalzungsanlage_a_4,0,2229767873.html
Herzlichen Dank, @RPGNo1 – da freue ich mich schon darauf, den aktuellen SPIEGEL zu lesen (bin Abonnent)! 🙏📚🙌
Und auch zu H wie Hamburg gibt es ja schon positives – der Erfolg der Elektrotaxi-Einführung! 😌🚕👍
Postete dazu kürzlich auf Mastodon:
Du kannst gerne theoretisch weiter schwadronieren, wie „man“ #Antisemitismus , #Kriege & #Klimakrise bekämpfen könnte. Du kannst aber auch wie z.B. #Hamburg neue Taxis 🚕 nur noch #Elektromobil zulassen. Schon jetzt fahren 700 (!) davon, die die #Mitwelt schonen, erneuerbare #Friedensenergien laden & keinen Cent mehr an #Putin , #Iran , #Katar und Terrorgruppen überweisen. Wer wirklich #Frieden will -> #Solarpunk statt #Fossilismus ! 🌞🔋🇩🇪🇪🇺🤔
https://sueden.social/@BlumeEvolution/115140157780481781
Erlaube mir jedoch den Hinweis, dass die Abhängigkeit von Wasser aus Meerwasserentsalzung Norddeutschland reicher und Süddeutschland ärmer machen wird. Denn bisher fließt das Süßwasser ja aus dem süddeutschen Alpenraum und den Mittelgebirgen weitgehend kostenfrei nach Norden, trägt auch etwa die Rheinschifffahrt. Die norddeutschen Medienredaktionen mögen es gerne feiern – aber worauf wird es wohl hinauslaufen, wenn dann der Süden bearbeitetes Wasser aus dem Norden kaufen muss? 🤔💧🔥
Vielen Dank für die anregenden, manchmal auch guten Nachrichten! 🙌
@Michael Blume
Die Meerwasserentsalzung bzw. Abwasseraufbereitung wird wohl eine große Chance für die trockenen Gebiete des globalen Südens darstellen. Oder auch des Mittelmeergebietes, welches unter immer stärkeren Hitzewellen zu leiden hat.
Statt großen Entsalzungsanlagen, die teils noch mit fossilen Brennstoffen betrieben und entsprechend gewartet werden müssen, sind zukünftig kleine dezentrale wartungsarme Anlagen vorstellbar, die mit Solarstrom laufen. Davon profitieren dann auch technisch weniger entwickelte Gebiet Afrikas, Asiens oder Amerikas.
Für die Abwassenaufbereitung sehe ich ähnliche Chancen. Dies wird auch im folgenden Artikel aus der Welt beschrieben.
https://archive.is/cNqAT
Herzlichen Dank, @RPGNo1 – und, ja, erneut stimme ich Dir zu, dass darin großes Potential steckt! 💡💦👍
So hatte ich bereits in einer Verschwörungsfragen – Folge noch vor dem Hamas-Terrorangriff darauf verwiesen, dass sowohl Jordanien wie auch Gaza vom Wasser aus der israelischen Meerwasserentsalzung längst abhängen:
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/verschwoerungsfragen-51-anti-israel-bds-und-wasserkrise/
Freilich muss ich – wie schon seit Jahren – wohl nochmal darauf hinweisen, dass sich die Klimakrise als Wasserkrise vor allem in Extremwettern ausdrückt.
So sprach ich ja neulich in Schorndorf nicht deswegen, weil die Gemeinde an Wassermangel leiden würde, sondern weil Menschen bei einem Hochwasser getötet wurden & prompt Verschwörungsmythen aufkamen, vgl.
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/files/michael-blume-rede-schorndorf-20250708-transkript.pdf
Leider sehr hörenswert ist auch diese neue Deutschlandfunk-Reportage von Hans-Günter Kellner
Wassermassen in Valencia – Die Folgen der Klimakatastrophe
https://www.deutschlandfunk.de/wassermassen-in-valencia-die-folgen-der-klimakatastrophe-100.html
Auch dort versuchen bereits Rechtsdualisten aus dem Versagen der (konservativen) Regionalregierung Kapital zu schlagen.
Das Thema Wasser – es wird uns lange und dialogisch beschäftigen! 🙏🚰🤔
Ein herzliches Dankeschön für die spannende Lektüre.
Wenn Sie erlauben, würde ich gerne noch folgendes hinzufügen.
Der von Ihnen erwähnte Nebukadnezar II. ging als “Nabucco” durch Giuseppe Verdi in die Geschichte der Oper ein. Das berühmte “Va pensiero” wurde zur heimlichen Nationalhymne Italiens, das ähnlich wie Deutschland erst im 19. Jahrhundert zur Einheit fand.
Zu den beim Bau der Bagdad-Bahn beteiligten Ingenieure gehörte der aus Württemberg stammende Otto Kapp von Gültstein.
Das Zitat von Peter Watson über den “armen Verwandten” muss man imho auch unter dem Aspekt der Folgen des 30jährigen Krieges sehen.
Nicht ganz verstanden habe ich die “Romantik-These”. Kleinstaaten im Sinne von räumlich klein? Sachsen, Hessen, Bayern, Württemberg sind für mich keine Kleinstaaten. Es würde auch ihre Bedeutung negieren!
Zu Max Liebermann: An seiner Beerdigung nahm ua der Maler Hans Purrmann mit seiner aus Stuttgart stammenden Ehefrau Mathilde Vollmoeller-Purrmann, ebenfalls Künstlerin, teil.
Zu den wichtigsten Theatern in Berlin zählte das Schauspielhaus am Gendarmenmarkt, dessen Intendant von 1934 bis 1944 Gustaf Gründgens war (Generalintendant der PREUßISCHEN Staatstheater; geboren in Düsseldorf).
Eine Nachfrage: Sie schreiben, dass Hitler im Reichstag zum Reichskanzler gewählt wurde (S. 39). Er wurde mW vom Reichspräsidenten ernannt.
Der Vorname Friedrich war auch im Haus Württemberg häufig. Der erste König von Württemberg trug diesen Namen, ebenso wie sein Vater Herzog Friedrich Eugen, der in den Stammbäumen heutiger europäischer Monarchen vorkommt (ua UK, Spanien, NL).
Am Russlandfeldzug Napoleons 1812 nahmen über 15000 Württemberger teil. Davon kamen knapp 400 wieder zurück.
Der letzte König von Württemberg, Wilhelm II., hielt sich ua im März 1913 an der Côte d’Azur auf. Dort besuchte er auch die letzte Kaiserin der Franzosen, Eugénie. Trotz aller Feindschaft zwischen Deutschen und Franzosen hielten sich zahlreiche deutsche Fürsten immer wieder in Frankreich auf.
Abschließend noch etwas zum Berliner Bär. Den Silbernen Bären erhielten ua Shirley MacLaine, Simone Signoret, Elizabeth Taylor, Hanna Schygulla.
Vielen herzlichen Dank, @Marie H. – ich freue mich wirklich, dass Sie den Text so genau durchgelesen, nahezu lektoriert haben! 😊 Vielen, vielen Dank!
Der von Ihnen erwähnte Nebukadnezar II. ging als “Nabucco” durch Giuseppe Verdi in die Geschichte der Oper ein. Das berühmte “Va pensiero” wurde zur heimlichen Nationalhymne Italiens, das ähnlich wie Deutschland erst im 19. Jahrhundert zur Einheit fand.
Danke & ja – gerade auch die Industrialisierung und der fossile Faschismus in Italien wären ein eigenes Buch wert gewesen! Aber am Ende musste ich sogar viel zu Berlin selbst herausstreichen, da der Text schon über 100 Seiten lang war…
Den Gedanken, einmal extra zu Italien zu schreiben, behalte ich aber gerne! 🙂
Zu den beim Bau der Bagdad-Bahn beteiligten Ingenieure gehörte der aus Württemberg stammende Otto Kapp von Gültstein.
Oh ja, da gibt es faszinierende Verbindungen auch zu Baden & Württemberg!
So war ich fest davon ausgegangen, dass das Benzin ursprünglich auf Carl Benz (1844 – 1929) zurückgeht! Aber, nein, “Benzol” gab es schon vorher und laut Wikipedia wanderte der Name durch die Kulturen:
“Der ursprüngliche Name stammt von dem arabischen Wort für Benzoeharz, luban dschawi – „Weihrauch aus Java“. Dieser Ausdruck gelangte durch arabische Handelsbeziehungen mit Katalonien nach Europa. Mit dem Wegfall der ersten Silbe und der Änderung des ersten a zu e entstand im Italienischen benjuì, im Mittellateinischen benzoë, woraus sich das deutsche Wort Benzol entwickelte.”
https://de.wikipedia.org/wiki/Motorenbenzin
Das Zitat von Peter Watson über den “armen Verwandten” muss man imho auch unter dem Aspekt der Folgen des 30jährigen Krieges sehen.
Nicht ganz verstanden habe ich die “Romantik-These”. Kleinstaaten im Sinne von räumlich klein? Sachsen, Hessen, Bayern, Württemberg sind für mich keine Kleinstaaten. Es würde auch ihre Bedeutung negieren!
Ja, Isaiah Berlin (1909 – 1997) hatte da vor allem die auch teilweise sehr verstreuten Territorien vor Augen wie Sachsen-Weimar-Eisenach, das auch zur Zeit von Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832) zwar zum Großherzogtum aufgewertet wurde, aber aus einem Flickenteppich verschiedener, unverbundener Gebiete bestand.
https://de.wikipedia.org/wiki/Sachsen-Weimar-Eisenach
Die m.E. völlig zutreffende Berlin-Romantik-These bestreitet also ausdrücklich nicht, dass etwa “Weimar” intellektuell bedeutend war und große, liberale Denkerinnen und Denker hervorbrachte. Vielmehr verweist sie darauf, dass überall im heutigen Deutschland Fürsten eine noch sehr personale Herrschaft über teilweise zersplitterte Territorien ausübten und damit das kulturelle, literarische und politische Denken prägten: Auch Goethe stand in persönlichen Diensten des Fürsten und wollte sich trotz aller Bildung etwa eine rechtliche Gleichstellung von Juden und die Erlaubnis christlich-jüdischer Ehen nicht vorstellen. Eine republikanisch-egalitäre Gesinnung hätte sich eher in großen Nationalstaaten bilden können, wie es dann ja nach dem Untergang des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation auch “zu spät” geschah. (“Zu spät” in Klammern, weil ja der preußische König 1849 die Bürgerkrone hätte akzeptieren können u.ä. Ich halte Geschichte nicht für determiniert.)
Zu Max Liebermann: An seiner Beerdigung nahm ua der Maler Hans Purrmann mit seiner aus Stuttgart stammenden Ehefrau Mathilde Vollmoeller-Purrmann, ebenfalls Künstlerin, teil.
Danke für den Hinweis! Ich möchte auf diesen großen Maler vor allem bei M wie München eingehen, da dort eines seiner bedeutendsten Gemälde entstand:
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/verschwoerungsfragen-26-jesus-bei-max-liebermann-vom-arischen-weltenherrscher-zurueck-zum-juedischen-arbeiterkind/
Zu den wichtigsten Theatern in Berlin zählte das Schauspielhaus am Gendarmenmarkt, dessen Intendant von 1934 bis 1944 Gustaf Gründgens war (Generalintendant der PREUßISCHEN Staatstheater; geboren in Düsseldorf).
Geplant und dann schweren Herzens gestrichen waren Ausführungen zu Bertold Brecht (1898 – 1956), zu dem ich daher als kleine Verbeugung auch eine Literaturquelle belassen habe. 🙂
Eine Nachfrage: Sie schreiben, dass Hitler im Reichstag zum Reichskanzler gewählt wurde (S. 39). Er wurde mW vom Reichspräsidenten ernannt.
Danke, Sie haben völlig Recht! Ich habe das gerade, weil es doch wichtig ist, korrigiert.
Der Vorname Friedrich war auch im Haus Württemberg häufig. Der erste König von Württemberg trug diesen Namen, ebenso wie sein Vater Herzog Friedrich Eugen, der in den Stammbäumen heutiger europäischer Monarchen vorkommt (ua UK, Spanien, NL).
Ja, mit dem im Deutschen sehr häufigen Namen Friedrich habe ich auch früher schon mal gerungen! 🙂
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/das-japhetitische-aeiou-von-friedrich-iii-von-habsburg/
Am Russlandfeldzug Napoleons 1812 nahmen über 15000 Württemberger teil. Davon kamen knapp 400 wieder zurück.
So ist es. Durch das Bündnis mit Napoleon Bonaparte (1769 – 1821) erhielt der bisherige Herzog und Kurfürst Friedrich Wilhelm Karl II. Land und Untertanen u.a. von Vorderösterreich sowie eine Königskrone und wurde zum württembergischen König Friedrich I. (1754 – 1816). Dafür opferte er auch Tausende seiner treuen Soldaten…
Der letzte König von Württemberg, Wilhelm II., hielt sich ua im März 1913 an der Côte d’Azur auf. Dort besuchte er auch die letzte Kaiserin der Franzosen, Eugénie. Trotz aller Feindschaft zwischen Deutschen und Franzosen hielten sich zahlreiche deutsche Fürsten immer wieder in Frankreich auf.
Danke & ja – wie im eBooklet erwähnt, parlierten auch die preußischen Könige vorzugsweise französisch. Es macht also einfach keinen Sinn, den nach-industrialisierten Nationalismus auf die älteren Monarchien zurück zu projizieren. Das zu betonen war mir wichtig.
Abschließend noch etwas zum Berliner Bär. Den Silbernen Bären erhielten ua Shirley MacLaine, Simone Signoret, Elizabeth Taylor, Hanna Schygulla.
Danke, den Silbernen Bären als Filmpreis hätte ich bei einem Ausflug in die neuere Geschichte durchaus noch erwähnen können. Das werde ich irgendwann nachholen! 🙂
Ganz herzlichen Dank fürs interessierte, auch kritisch nachfragende Lesen und die vielen starken Anregungen zu weiteren Vernetzungen! 🙏📖
Vielen Dank!
Zu den treibenden Kräften beim Kirchenbau ist auch Kaiserin Auguste-Viktoria (1858-1921) zu zählen.
Die einzige Tochter von Kaiser Wilhelm II., Viktoria Luise (1892-1980) heiratete 1913 den Welfen Ernst August von Hannover. In den Stammlisten beider findet sich wiederum Herzog Friedrich Eugen von Württemberg.
Viele Bücher wurden über den letzten deutschen Kaiser geschrieben. Heute sind sich die meisten Historiker einig, dass die schwierige Beziehung zu seiner Mutter für seine komplexe Persönlichkeit von großer Bedeutung war.
Besonders im 18. Jahrhundert strebten viele Fürsten eine Rangerhöhung an. Herzog Carl Eugen von Württemberg wäre gerne Kurfürst geworden.
Der Pietismus in Württemberg führte mW nicht zu einer besonders engen Beziehung zur Obrigkeit. Ich weiß nicht, ob es da in späterer Zeit eine Verklärung gab.
Französisch sprachen und schrieben die Monarchen des 18. Jahrhunderts. Opern hatten italienische/französische Libretti. Friedrich der Große schrieb ein Opernlibretto in französischer Sprache (Montezuma).
Die “Berliner Operette” erlangte im Kaiserreich überregionale Bedeutung. Paul Lincke und Walter Kollo sind bekannte Komponisten.
Am Deutschen Theater prägte Max Reinhardt eine ganze Ära. Ensemblemitglieder waren in dieser Zeit Elisabeth Bergner, Heinrich George, Emil Jannings, Conrad Veidt, Adele Sandrock uvm.
Carl Zuckmayers Stück “Der Hauptmann von Köpenick” setzte sich mit dem preußischen Militarismus auseinander und wurde 1931 in Berlin uraufgeführt.
Dem C wie Chemnitz sehe ich mit Interesse entgegen.
Herzlichen Dank, @Marie H. 🙏
Ihr Hinweis auf den Pietismus hat mich nun auf den Gedanken gebracht, Felo.ai mal völlig offen zu prompten:
“Welche Unterschiede entwickelten sich zwischen dem preußischen und süddeutschen Pietismus?”
Sehr bewusst habe ich keine weitere Informationen und keine Suggestion eingegeben.
Das Ergebnis bestätigt, so meine ich, die Thesen zum preußisch-zentralistischen Monarchismus versus süddeutschem Föderalismus aus “B wie Berlin” eindrucksvoll:
Der Pietismus, eine Frömmigkeitsbewegung des Protestantismus, entwickelte sich in verschiedenen Regionen Deutschlands unterschiedlich, insbesondere in Preußen und Süddeutschland. Diese Unterschiede lassen sich auf geografische, politische und kulturelle Faktoren zurückführen.
### **1. Politische und soziale Rahmenbedingungen**
– **Preußischer Pietismus**:
– In Preußen war der Pietismus eng mit der staatlichen Ordnung und der Monarchie verbunden. Ab der Mitte des 17. Jahrhunderts unterstützte der preußische Staat pietistische Reformen, insbesondere durch die Förderung von Bildung und sozialen Einrichtungen wie Waisenhäusern. August Hermann Francke und die Universität Halle spielten hier eine zentrale Rolle. Der preußische Pietismus war stark konservativ und verband sich mit der Idee eines christlichen Staates, der die monarchische Autorität und die traditionelle soziale Hierarchie bewahrte[1][8].
– Der preußische Pietismus war zudem stark rationalistisch geprägt, was sich in der Betonung von Bildung und Wissenschaft zeigte. Dies führte zu einer Verbindung von Frömmigkeit und intellektueller Auseinandersetzung[6][8].
– **Süddeutscher Pietismus**:
– In Süddeutschland, insbesondere in Württemberg, war der Pietismus stärker von der ländlichen Bevölkerung und lokalen Gemeinschaften geprägt. Er entwickelte sich oft unabhängig von staatlicher Kontrolle und war weniger zentralisiert. Der süddeutsche Pietismus betonte persönliche Frömmigkeit und Gemeinschaftsbildung, was sich in der Gründung von Konventikeln und Hauskreisen zeigte[8].
– Der süddeutsche Pietismus war weniger rationalistisch und stärker emotional geprägt. Er legte großen Wert auf die individuelle Erneuerung des Glaubens und die praktische Umsetzung christlicher Werte im Alltag[6][8].
### **2. Theologische Ausrichtung**
– **Preußischer Pietismus**:
– Der preußische Pietismus war stark von der lutherischen Orthodoxie beeinflusst, die eine systematische und dogmatische Herangehensweise an den Glauben bevorzugte. Dies führte zu einer gewissen Spannung zwischen Pietisten und orthodoxen Lutheranern, die jedoch später in einer Allianz mündete, um gegen die zunehmende Säkularisierung und den Liberalismus vorzugehen[1][6].
– Die Verbindung von Pietismus und Rationalismus in Preußen führte zu einer Betonung der intellektuellen Reflexion über den Glauben und der Rolle des Staates in religiösen Angelegenheiten[1][6].
– **Süddeutscher Pietismus**:
– Der süddeutsche Pietismus war stärker mystisch und praxisorientiert. Er betonte die persönliche Beziehung zu Gott und die innere Erneuerung des Glaubens. Philipp Jacob Spener und seine „Pia Desideria“ hatten einen großen Einfluss auf diese Ausrichtung[6][8].
– Die süddeutschen Pietisten lehnten oft die staatliche Kontrolle über religiöse Angelegenheiten ab und bevorzugten eine dezentrale, gemeinschaftsbasierte Praxis[8].
### **3. Kulturelle Unterschiede**
– **Preußischer Pietismus**:
– In Preußen war der Pietismus stark urban geprägt und konzentrierte sich auf Bildungsreformen und soziale Institutionen. Die Nähe zur Monarchie und die Unterstützung durch den Staat führten zu einer stärkeren Integration in die gesellschaftlichen Strukturen[1][8].
– **Süddeutscher Pietismus**:
– Der süddeutsche Pietismus war stärker ländlich geprägt und hatte eine größere Nähe zur bäuerlichen Bevölkerung. Er war weniger formal und institutionell organisiert und legte mehr Wert auf persönliche Frömmigkeit und gemeinschaftliche Aktivitäten[8].
### **Zusammenfassung**
Der preußische Pietismus war rationalistischer, staatlich unterstützt und konservativ, während der süddeutsche Pietismus emotionaler, gemeinschaftsorientierter und weniger zentralisiert war. Beide Strömungen hatten jedoch das Ziel, den Glauben zu erneuern und praktische Frömmigkeit zu fördern, wenn auch auf unterschiedliche Weise.
[1] https://www.mdpi.com/2077-1444/12/11/959
[2] https://pietistschoolman.com/2011/08/15/pietist-denominations-and-their-colleges/
[3] https://ch-ojs-tamu.tdl.org/ch/article/view/6937/6105
[4] http://www.historyofmethodism.com/episode-20.html
[5] https://brill.com/downloadpdf/book/9789004303737/B9789004303737-s011.pdf?srsltid=AfmBOop9HKi6DUogAfr_j-1y6hJwuU4CVcDjgj3UZiI_AMLcdWYDJwh7
[6] https://jamespaulgaard.com/2009/02/09/the-rise-of-german-pietism-in-the-17th-century/
[7] https://en.wikipedia.org/wiki/Pietism
[8] https://de.wikipedia.org/wiki/Pietismus
[9] https://philadelphiaencyclopedia.org/essays/pietism/
[10] https://www.h-net.org/reviews/showrev.php?id=33972
[11] https://www.academia.edu/19013694/Die_Unterdr%C3%BCckung_des_Wolffianismus_in_Preu%C3%9Fen
[12] https://brill.com/downloadpdf/book/edcoll/9783657720231/BP000024.pdf?srsltid=AfmBOooauH2v4jU6WiolMO3frdjnc1iBt9dwsC0aznhl79kks8S1n8fg
[13] https://library.oapen.org/bitstream/handle/20.500.12657/49879/9783525517031.pdf?sequence=1
[14] https://www.britannica.com/topic/Protestantism/The-revival-of-Pietism
[15] https://www.landeskunde-baden-wuerttemberg.de/kaiserreich
[16] https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6nigreich_Preu%C3%9Fen
[17] https://www.hsozkult.de/event/id/event-65212
Nochmal ganz herzlichen Dank für Ihre anregenden Kommentare, @Marie H.! Auf die Idee, die beiden regionalen Ausprägungen des Pietismus einmal zu vergleichen (nicht gleichzusetzen), wäre ich von alleine nicht gekommen! 🙌
Gott, wie kompliziert einfache Dinge werden, wenn man sich ins Detail vertieft… Tja, die Interaktion von Wassermolekülen ist kompliziert, Wellen und Strömungen, die sie bilden, einfach.
Wie einfach es war, habe ich schon mal geschrieben – die römische Ostkolonisation, die auf Deutsche und Polen und Schweden und ansatzweise Moskau übergreift. Wie Kolumbus sie erst anheizt, finanziert, diesen Ländern eine kurze Blüte ermöglicht, dann umkehrt, Europa in die Piraten-Halbinsel aufteilt, die Länder mit Zugang zum Ozean, die ihr Staatsgebiet in Übersee massiv ausweiten und sich mit der Beute finanzieren können, und die Länder östlich des Rheins, denen Investoren und Siedler weglaufen, sodass sie krachend einstürzen. Die Russen, die sich mit westlicher Technologie ein Kolonialreich in Asien aufbauen können, die Preußen und Österreicher, die exakt dazwischen sind, wo sich die Kräfte aufheben, profitieren davon – die Deutschen errichten ihre zwei europäischen Mini-Kolonialreiche, die Preußen, in Deutsches Reich umbenannt, schließen zu den Kolonialmächten auf.
Dann werden die Piraten reich, übermütig und geraten sich in die Haare, die Deutschen verlieren ihr Kolonialreich. Es ist wieder 1800, die Franzosen machen sich im Rheinland breit, im Osten und Süden zerfällt alles, also macht Hitler das Gleiche, was die Preußen gemacht haben, und errichtet ein Kolonialreich in Mitteleuropa. Nur hat Russland schon derart abgewirtschaftet, dass es sinnvoll erscheint, sich das Land bis zum Ural zu krallen, um endlich eine sichere Ostgrenze zu haben, und damit auch fertig zu machen, was Kaiser Willy angefangen hat.
Und heute ist ganz Europa in der gleichen Lage wie Deutschland schon zweimal, von allen Ressourcen der Welt abgeschnitten, zermalmt zwischen Imperien. Nur ist es diesmal kein Sachzwang der Geografie, sondern rein freiwillig geschehen – weil Europa auf Druck der Deutschen Politik und Wirtschaft so gemacht hat, wie es die Deutschen gewohnt sind, sparsam, risikoarm, geizig und ohne den Planeten Erde zur Kenntnis zu nehmen. Mit Franzosen, Briten, Spaniern, die es gewohnt sind, nach Übersee zu schauen, mit Polen, Litauern, Esten, die es gewohnt sind, nach Russland zu schauen, wäre das nicht passiert, aber die hatten nix zu melden angesichts der wirtschaftlichen Übermacht der Deutschen.
Und wieder haben wir Zwergstaaterei, wieder einen Napoleon im Westen, der sie unter seine Knute bringt. Nur gibt’s diesmal kein Preußen, das ihm Konkurrenz machen könnte, und auch Russland ist keine Großmacht mehr, es wird von China absorbiert, die Amerikaner versuchen, dagegen zu steuern, die Teilungen schimmern schon am Horizont.
[Wegen Überlänge und unangemessener Sprache gekürzt, M.B.]
Auf den schönen Dialog mit @Marie H. hin schlug mir die japanische KI Felo.ai den Prompt vor: “Wie beeinflusste die Monarchie den preußischen Pietismus im 17. Jahrhundert?”
Das fand ich spannend – und hier ist die m.E. sehr überzeugende Antwort. Von mir stammen nur die Hervorhebungen durch Fett- und Kursivschrift sowie die Jahreszahlen zu Francke, um ihn historisch besser einordnen zu können:
## Einfluss der Monarchie auf den preußischen Pietismus im 17. Jahrhundert
Die Monarchie spielte eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung und Förderung des Pietismus in Preußen im 17. Jahrhundert. Unter den Hohenzollern wurde der Pietismus nicht nur toleriert, sondern aktiv unterstützt, da er mit den politischen und sozialen Zielen der Monarchie übereinstimmte.
### **1. Förderung durch die Monarchie**
– Die preußische Monarchie, insbesondere unter Friedrich Wilhelm I. (der “Soldatenkönig”), sah im Pietismus ein Mittel zur Stärkung der sozialen Disziplin und der Loyalität gegenüber dem Staat. Der Pietismus betonte Werte wie Gehorsam, Fleiß und Demut, die mit den absolutistischen Prinzipien der Monarchie harmonierten[5][10].
– August Hermann Francke (1663 – 1727), ein führender Vertreter des Pietismus, erhielt Unterstützung von der Monarchie, um soziale Einrichtungen wie Schulen und Waisenhäuser zu gründen. Diese Institutionen dienten nicht nur der religiösen Erziehung, sondern auch der Förderung von Bildung und sozialer Ordnung, was den Interessen des Staates entsprach[4][5].
### **2. Verbindung von Religion und Staat**
– Der Pietismus wurde in Preußen eng mit der staatlichen Verwaltung verknüpft. Die Monarchie nutzte die Bewegung, um die Bevölkerung zu kontrollieren und die soziale Stabilität zu sichern. Dies geschah durch die Einführung von Bildungsreformen und die Förderung eines religiösen Lebens, das die staatliche Autorität unterstützte[5][10].
– Die Monarchie sah den Pietismus als Gegenbewegung zur lutherischen Orthodoxie, die oft als zu dogmatisch und wenig praxisorientiert wahrgenommen wurde. Der Pietismus bot eine praxisnahe Frömmigkeit, die sich gut mit den politischen Zielen der Monarchie verbinden ließ[4][5].
### **3. Einfluss auf die Bildung**
– Im Zuge des Pietismus führte Friedrich Wilhelm I. 1717 die allgemeine Schulpflicht ein, um die religiöse und moralische Erziehung der Bevölkerung zu fördern. Obwohl diese Reform erst im 18. Jahrhundert vollständig umgesetzt wurde, zeigt sie die enge Verbindung zwischen Pietismus und staatlicher Politik[5].
– Die pietistischen Schulen und Waisenhäuser vermittelten nicht nur religiöse Werte, sondern auch praktische Fähigkeiten, die für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung des Staates wichtig waren[4][5].
### **4. Politisches Kalkül**
– Die Unterstützung des Pietismus durch die Monarchie war nicht nur religiös motiviert, sondern auch politisch kalkuliert. Der Pietismus half, die Bevölkerung zu disziplinieren und die Loyalität gegenüber der Monarchie zu stärken. Gleichzeitig bot er eine Alternative zu liberalen und revolutionären Ideen, die die monarchische Ordnung gefährden konnten[5][10].
### **Zusammenfassung**
Die Monarchie beeinflusste den preußischen Pietismus im 17. Jahrhundert maßgeblich, indem sie ihn als Werkzeug zur Förderung von sozialer Disziplin, Bildung und Loyalität gegenüber dem Staat nutzte. Diese enge Verbindung zwischen Religion und Staat trug dazu bei, den Pietismus zu einer zentralen Kraft in der preußischen Gesellschaft zu machen.
[1] https://brill.com/downloadpdf/display/title/64485.pdf?srsltid=AfmBOoqozaMx-kKhxHan2_RBw-fhr2MfP_a5vk2aQW9h5Z6fVo6znu_i
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Pietismus
[3] https://heiup.uni-heidelberg.de/catalog/view/816/1345/96250
[4] https://museeprotestant.org/de/notice/der-pietismus/
[5] https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6nigreich_Preu%C3%9Fen
[6] https://www.preussenchronik.de/begriff_jsp/key=begriff_pietismus.html
[7] https://heiup.uni-heidelberg.de/catalog/view/816/1347/109967
[8] https://brill.com/downloadpdf/display/title/64485.pdf?srsltid=AfmBOopNVIaMS0WSanGgErLPbrp-k61OqDSExsQ10x8RTidqmMlQpdJV
[9] https://de.wikipedia.org/wiki/Preu%C3%9Fen
[10] https://segu-geschichte.de/absolutismus/
[11] https://www.hanisauland.de/wissen/lexikon/grosses-lexikon/a/absolutismus.html
[12] https://www.preussenchronik.de/thema_jsp/key=thema_frankreich++-+vom+vorbild+zum+feindbild.html
[13] https://www.grin.com/document/311364?srsltid=AfmBOopQao6qPS6yRRHtXf62FoKQVFsPMnGIkyOQuW2pV60gOgjcCC_y
[14] http://www.michael-lausberg.de/index.php?menue=grosswerk&inhalt=absolutismus_kunst_preussen
[15] https://www.degruyterbrill.com/document/doi/10.1515/9783110837315.509/html?lang=en&srsltid=AfmBOopxkhMwHdkBrvW-t5W4j42GY00cVbnZQVZIiCrCan5TEMAyNoCJ
[16] https://elib.uni-stuttgart.de/server/api/core/bitstreams/1de6e171-46fa-47b2-851d-9feb3874e3a8/content
[17] https://library.oapen.org/bitstream/handle/20.500.12657/59480/9783110319798.pdf?sequence=1&isAllowed=y
@Booklet B wie Berlin
Inzwischen habe ich es fertig gelesen. Ein wirklich interessanter Rundgang durch die Geschichte.
Zum Ressourcenfluch: Ist denn hier analog des Staatsfonds Norwegens einfach die Finanzierung von massiver Aufrüstung sogar ein wirtschaftspolitisches Mittel, dass tatsächlich hohe Öl und Gaseinnahmen so versenkt, dass es der Aufwertung der eigenen Währung entgegenwirkt?
So hat ja die USA auch nach Ende des Kalten Krieges weiter unermüdlich aufgerüstet, und das könnte sogar der eigenen Wirtschaft geholfen haben. Und jetzt kann es uns helfen, wenn die USA diese militärische Fähigkeiten nutzt, um uns vor Putin zu schützen.
Auch Putin kann seinen Ressourcenfluch durch Aufrüstung entschärfen, mit Rüstungsproduktion im eigenen Land wie auch durch Rüstungsimporte. Natürlich muss man für die Wirtschaftswirkung nur Aufrüsten, und keinen wirklichen Krieg führen. Aber man kann eben auch dann Krieg führen, wenn man denn nun die entsprechenden Fähigkeiten dazu hat.
Alternativ wäre freilich, freie Mittel einfach zur allgemeinen Wirtschaftsförderung, für soziale Projekte, für die Energiewende und andere ökologischen Projekte sowie Unterstützung ärmerer Länder zu verwenden. Das steht ja nun frei, und man kann es einfach machen.
Die entsprechenden Diktatoren fördern wohl vor allem sich selbst und ihre eigene Macht, was ohne wirksame demokratische Kontrolle dann auch ziemlich praktikabel wird.
Vielen Dank für Dein Interesse und die spannende Frage, @Tobias 🙏
“Zum Ressourcenfluch: Ist denn hier analog des Staatsfonds Norwegens einfach die Finanzierung von massiver Aufrüstung sogar ein wirtschaftspolitisches Mittel, dass tatsächlich hohe Öl und Gaseinnahmen so versenkt, dass es der Aufwertung der eigenen Währung entgegenwirkt?”
Einerseits würde ich sagen: Ja. Wie im eBooklet geschildert, löste Reichskanzler Bismarck ja ungewollt eine massive Finanzblase und dann den sog. Gründerkrach aus, als er nach dem Sieg gegen Frankreich aus den Reparationen preußische Staatsanleihen tilgte. Auf der Suche nach weiterhin hohen Renditen verspekulierten sich Zigtausende, das zivile Wirtschaftssystem konnte das nicht bzw. nicht so schnell erwirtschaften. Statt einer Reflexion darüber eskalierte jedoch in Teilen des preußisch-deutschen Bürgertums der Antisemitismus.
Mein Zögern andererseits bezieht sich aber darauf, dass auch damals andere Wege denkbar gewesen wären. Wie auf den S. 69 f. geschildert lehnte ja sogar die nach dem preußischen Dreiklassenwahlrecht gewählte Abgeordnetenkammer mit überwältigender Mehrheit der Fortschrittspartei die von König Wilhelm I. geforderten, höheren Militärausgaben ab. Dieser ernannte ja Bismarck zum Reichskanzler, um genau diesen liberalen Widerstand zu brechen bzw. zu umgehen.
Auch etwa die Freisinnige Bewegung und spätere FDP (Freisinnig Demokratische Partei) der Schweiz vertrat keinen militaristischen Imperialismus – und trug erheblich zu einer turbulenten, aber doch nicht-militaristischen Industrialisierung der Alpenrepublik bei.
Aus meiner Sicht ist daher eine massive, fossile Aufrüstung zwar ein möglicher, aber nicht der beste Weg der Verwendung fossiler Einnahmen. Stattdessen war und wäre es möglich und sinnvoll, etwa durch Investitionen in Bildung, Infrastruktur, Wissenschaft und zunehmend auch erneuerbare Friedensenergien das Gewaltpotential von Kohle, Erdöl und Erdgas zu entschärfen. Ich war ja selbst freiwillig verlängert dienender Soldat unseres Bundeswehr und sehe durchaus den Bedarf an einer stärkeren Verteidigung der Ukraine und der Europäischen Union. Allerdings weise ich eben – seit Jahren – darauf hin, dass es doch ein Wahnsinn ist, gleichzeitig feindselige Ressourcenfluch-Regime durch Energie-Importe weiter zu finanzieren!
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/der-fossile-wahnsinn-4-wir-finanzieren-weiterhin-russland-ruesten-dann-dagegen-auf/
Aus meiner Sicht sollten Investitionen in die post-fossile Energiewende als Verteidigungsausgaben anerkannt werden, da sie den angreifenden Diktaturen und Terrorgruppen die Finanzmittel entziehen. Das häufig zu hörende Argument, wir müssten “erst” Kriege führen und könnten uns erst “danach” um den Ausbau erneuerbarer Friedensenergien kümmern, überzeugt mich weder politisch noch wirtschaftlich, sozial, ökologisch und ausdrücklich auch nicht militärisch.
@Michael 10.09. 07:55
„Stattdessen war und wäre es möglich und sinnvoll, etwa durch Investitionen in Bildung, Infrastruktur, Wissenschaft und zunehmend auch erneuerbare Friedensenergien das Gewaltpotential von Kohle, Erdöl und Erdgas zu entschärfen.“
Na wer deutlich mehr fossile Energie exportiert als er selber verbraucht, der wird sich doch über möglichst hohe Weltmarktpreise von Öl und Gas freuen. Und entsprechend nicht in die Energiewende investieren. In Bildung, Infrastruktur und Wissenschaft könnte man dann aber durchaus investieren. Ich denke auch, dass Putin eben Krieg führen will, und deshalb inzwischen regelrechte Kriegswirtschaft praktiziert.
Die aber dann auch die eigene Währung niedrig hält und auch die Arbeitslosigkeit im eigenen Land reduziert.
Bei den USA ist die Lage gemischt. Man fördert selber viel Öl, importiert aber auch welches, während man wiederum Gas exportieren kann. Einen Ressourcenfluch hat man entsprechend weniger, aber auch weniger Motivation für eigene Erneuerbare Energien.
Bei uns in Europa sieht das klar anders aus, wir importieren sehr viel mehr Öl und Gas, als wir selber fördern, und werden auch noch von Putin militärisch unter Druck gesetzt. Da ist die Sache klar, dass wir so schnell wie möglich unsere Energiewende fertig machen sollten.
Für China sieht es wohl genauso aus, und hier macht man da sogar noch ein äußerst florierendes Geschäft daraus. Was die Energiewende in der ganzen Welt beflügelt. Gerade die vielen ärmeren Länder haben so die Möglichkeit, mit Erneuerbaren Energien die eigenen Energiekosten nachhaltig zu reduzieren, insbesondere wo viel die Sonne scheint und die Solarerträge hoch und gleichmäßig sind und keine winterliche Heizung nötig ist.
Herzlichen Dank, lieber @Tobias 🙏
Ich freue mich, dass sich unsere Einschätzungen der Gefahren des Fossilismus via “B wie Berlin. Babylon, Preußen und der fossile Faschismus” offensichtlich weiter angenähert haben! 🙂
Auch Felo.ai gibt auf den Prompt Aus welchen Gründen blockieren Fossilisten den Ausbau erneuerbarer Friedens- und Wohlstandsenergien? inzwischen sachkundig aus:
## Gründe für die Blockade des Ausbaus erneuerbarer Energien durch “Fossilisten”
Die Blockade des Ausbaus erneuerbarer Energien durch Akteure, die fossile Energien bevorzugen, hat mehrere Ursachen, die sowohl wirtschaftliche, politische als auch soziale Dimensionen umfassen. Hier sind die wichtigsten Gründe:
### **1. Wirtschaftliche Interessen**
– **Profitmaximierung:** Fossile Energien wie Öl, Gas und Kohle sind für viele Unternehmen äußerst lukrativ. Die fossile Industrie hat über Jahrzehnte enorme Investitionen getätigt und profitiert weiterhin von bestehenden Infrastrukturen und Subventionen. Der Übergang zu erneuerbaren Energien würde diese Geschäftsmodelle gefährden und hohe Umstellungskosten verursachen[6][9][25].
– **Subventionen:** Regierungen weltweit unterstützen fossile Energien weiterhin mit Milliardenbeträgen, was die Wettbewerbsfähigkeit erneuerbarer Energien einschränkt[6][25].
### **2. Politische Macht und Lobbyismus**
– **Einfluss der fossilen Industrie:** Fossile Energieunternehmen haben starken politischen Einfluss und nutzen Lobbyarbeit, um den Ausbau erneuerbarer Energien zu verlangsamen. Sie fördern gezielt Desinformationskampagnen, um die öffentliche Meinung zu beeinflussen und politische Maßnahmen zu blockieren[6][26].
– **Langsame Genehmigungsverfahren:** Bürokratische Hürden und langwierige Genehmigungsprozesse behindern den Ausbau erneuerbarer Energien, selbst wenn politischer Wille vorhanden ist[3][5].
### **3. Technologische und infrastrukturelle Herausforderungen**
– **Energiebedarf und Effizienz:** Fossile Brennstoffe bieten eine hohe Energiedichte, die insbesondere in Bereichen wie Transport und Schwerindustrie schwer zu ersetzen ist. Erneuerbare Energien erfordern neue Technologien und Infrastrukturen, die kostspielig und zeitaufwendig sind[9].
– **Speicherprobleme:** Die Speicherung von Energie aus erneuerbaren Quellen ist technisch anspruchsvoll und noch nicht vollständig gelöst, was die Abhängigkeit von fossilen Energien verstärkt[3].
### **4. Soziale und kulturelle Widerstände**
– **Wahrnehmung und Akzeptanz:** In einigen Regionen gibt es Widerstand gegen erneuerbare Energien, etwa wegen der optischen Auswirkungen von Windkraftanlagen oder der Veränderung des Landschaftsbildes[3][8].
– **Misinformation:** Falschinformationen über die Zuverlässigkeit und Kosten erneuerbarer Energien führen zu Skepsis und Ablehnung in der Bevölkerung[26].
### **5. Geopolitische Aspekte**
– **Abhängigkeiten:** Fossile Energien sind oft eng mit geopolitischen Machtstrukturen verbunden. Länder, die fossile Brennstoffe exportieren, haben ein Interesse daran, ihre Marktposition zu erhalten und den Übergang zu erneuerbaren Energien zu verzögern[7][19].
### **6. Klimawandel-Leugnung und ideologische Gründe**
– **Ignorieren wissenschaftlicher Erkenntnisse:** Einige Akteure leugnen die Auswirkungen fossiler Energien auf den Klimawandel oder stellen die Notwendigkeit eines schnellen Übergangs infrage[6][9].
– **Ideologische Blockaden:** Fossile Energien sind in bestimmten Regionen und Kulturen tief verwurzelt, was den Übergang zu erneuerbaren Energien erschwert[9].
### **Fazit**
Die Blockade des Ausbaus erneuerbarer Energien ist ein komplexes Zusammenspiel aus wirtschaftlichen Interessen, politischem Einfluss, technologischen Herausforderungen und sozialen Widerständen. Ein schnellerer Übergang erfordert nicht nur technologische Innovationen, sondern auch politische Maßnahmen, um fossile Subventionen zu beenden, Desinformation zu bekämpfen und die Akzeptanz erneuerbarer Energien zu fördern.
[1] https://www.bee-ev.de/service/publikationen-medien/argumentarium
[2] https://www.greenpeace.de/klimaschutz/energiewende/erneuerbare-energien/energiekonzerne-energiewende-blockieren
[3] https://www.ecoflow.com/de/blog/bayern-fuhrt-beim-ausbau-erneuerbarer-energien
[4] https://www.energy.gov/fossil
[5] https://www.eurac.edu/de/magazine/teure-blockade-italien-muss-den-ausbau-erneuerbarer-energien-beschleunigen
[6] https://publichealth.berkeley.edu/articles/spotlight/research/top-scientists-issue-urgent-warning-on-fossil-fuels
[7] https://www.statkraft.com/newsroom/news-and-stories/2022/more-renewable-energy-more-peace-and-democracy/
[8] https://www.bfn.de/naturvertraegliche-energiewende
[9] https://www.brookings.edu/articles/why-are-fossil-fuels-so-hard-to-quit/
[10] https://fossilfueltreaty.org/
[11] https://democracyjournal.org/arguments/why-renewables-cannot-replace-fossil-fuels/
[12] https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/duerfen-deutsche-auch-die-israelische-regierung-kritisieren-wenn-sie-echte-freunde-israels-sind-dann-sollten-sie-auch-das/
[13] https://academic.oup.com/oocc/article/5/1/kgaf011/8099165
[14] https://www.theguardian.com/environment/2023/may/22/america-green-energy-obstacles-fossils
[15] https://rmi.org/the-incredible-inefficiency-of-the-fossil-energy-system/
[16] https://www.ucs.org/resources/barriers-renewable-energy-technologies
[17] https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/die-vier-vorteils-dimensionen-erneuerbarer-energien-klima-frieden-wohlstand-demokratie/
[18] https://pro.earth/2024/09/25/ausbau-erneuerbarer-energien-und-rueckgang-fossiler-energien-zu-langsam/
[19] https://www.naturschutz-energiewende.de/extrakte-aus-der-eu/in-der-eu-geht-der-ausbau-der-erneuerbaren-energien-voran/
[20] https://www.swp-berlin.org/publikation/die-globale-abkehr-von-fossiler-energie
[21] https://www.tagesschau.de/wirtschaft/energie/iea-prognose-erneuerbare-energien-100.html
[22] https://greenpeace.at/hintergrund/erneuerbare-energien-vorteile-nachteile-ueberblick/
[23] https://www.renewable-ei.org/en/activities/column/REupdate/20221006.php
[24] https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0301421519307578
[25] https://kleinmanenergy.upenn.edu/commentary/blog/fossil-foolishness/
[26] https://www.npr.org/2022/03/28/1086790531/renewable-energy-projects-wind-energy-solar-energy-climate-change-misinformation
[27] https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2214629623003766
[28] https://www.clingendael.org/publication/why-renewable-energy-matters-context-peace-and-stability
[29] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26887475/
[30] https://www.icr.org/content/fossils-still-say-no-cambrian-explosion
[31] https://betterworldcampaign.org/blog/renewable-energy-key-to-sustainable-peace-and-development
@Michael 10.09. 07:55
„Das häufig zu hörende Argument, wir müssten “erst” Kriege führen und könnten uns erst “danach” um den Ausbau erneuerbarer Friedensenergien kümmern, überzeugt mich weder politisch noch wirtschaftlich, sozial, ökologisch und ausdrücklich auch nicht militärisch.“
Das Militärische kommt aber wohl auch darauf an, wie verlässlich der Natopartner USA bleibt. Mit oder ohne US-Unterstützung sieht unserer militärische Aufrüstungsbedarf recht unterschiedlich aus.
Praktisch wäre es, wenn wir sowohl Trump bei Laune halten können wie auch alles zu unternehmen, unsere europäische Energiewende weiter zu bringen. Es versteht sich dabei durchaus von selbst, dass man bevorzugt da weitermacht, wo am kostengünstigsten das meiste Öl und Gas eingespart wird. Die Kohle verursacht nur ein Klimaproblem, da wäre es nicht verkehrt, die Kohlekraftwerke als letztes aus der Reserve zu nehmen. Wofür man jetzt weitere Gaskraftwerke bauen will, kann ich nicht wirklich nachvollziehen.
Auch eine gute Ladeinfrastruktur wird die Mobilitätswende recht kurzfristig in Gang bringen können. Inzwischen haben ja auch deutsche Autohersteller vernünftige, wenn auch teure Batteriefahrzeuge im Angebot. Zusammen mit 400-KW Ladestationen kann man damit problemlos überall hinfahren. Wenn das Laden dann hinreichend bidirektional möglich wird, ohne Durchleitungsgebühren für Autobatterien im Netzstabilisierungsbetrieb, dann haben wir bald mehr als genug Kurzfristspeicher einfach schon auf Basis der E-Auto-Flotte.
Und damit können wir dann auch ohne weitere Speicherkapazitäten die installierte PV-Leistung schon in wenigen Jahren mehr als verdoppeln. Solange die Autobatterien aber auch im Netzstabilisierungsbetrieb Durchleitungsgebühren zahlen müssen, lohnt sich das dann nur so richtig, wenn man sich eine eigene PV-Anlage zulegt und eine eigene Autosteckdose nutzen kann.
@Tobias
Aus meiner Sicht besteht zwischen den Ausbauzielen kein Widerspruch. So würde ich es sehr begrüßen, wenn unsere Bundeswehr viele dezentrale eFuel-Anlagen bauen würde, vgl.
https://www.handelsblatt.com/unternehmen/energie/ruestungsindustrie-deshalb-setzt-rheinmetall-auf-e-fuels/100129723.html
Die Vorteile wären:
1. Reduktion der fossilen Importe aus oft feindseligen Staaten
2. Sichere Versorgung im Kriegsfall
3. Strom- & eFuel-Überschüsse ließen sich verkaufen
4. Die Entwicklungen würden die Gesamt-Resilienz unserer Gesellschaft erhöhen
Ich hoffe, da sind bereits gute Leute dran!
@Michael 11.09. 07:00
„So würde ich es sehr begrüßen, wenn unsere Bundeswehr viele dezentrale eFuel-Anlagen bauen würde,..“
Eigentlich sind die eFuels das Teuerste an der ganzen Energiewende. Versorgungssicherheit kostet aber nun extra. Und die entsprechenden Anlagen müssen erstmal entwickelt, geplant und dann gebaut werden. Das dauert alles, und da kann es wohl nicht schaden, wenn wir auch jetzt schon mit den eFuels anfangen.
Noch ein Vorteil wäre, wenn eben die ganze Kriegstechnik ohne jegliche Umbauten weiter mit flüssigen Kohlenwasserstoff laufen kann. Zu meiner Bundeswehrzeit sind unsere MTW-Kleinpanzer nur sehr wenig unterwegs gewesen, bei dem entsprechend niedrigem Energieverbrauch lohnt sich keine Umstellung auf Batteriebetrieb.
Die Luftwaffe verbraucht da wohl schon mehr. Aber gerade bei Flugzeugen sind Alternativen zu flüssigen Kohlenwasserstoffen technisch ziemlich schwierig.
Kleinere Drohnen allerdings können ganz gut mit Akkus laufen. Und die sind ja inzwischen immer mehr im Einsatz.
Ja, @Tobias – wie auch grüner Wasserstoff könnten und sollten Bundeswehr-eFuels vor allem mit überschüssigem (!) Ökostrom hergestellt werden, der ja bereits heute immer öfter anfällt. Die Bundeswehr könnte dazu nicht nur als Produzent, sondern auch als strategischer Energiespeicher dienen, statt weiterhin Russland & Co. fossil zu finanzieren. Das sage ich als großer Befürworter unserer Parlamentsarmee und der Europäischen Union als Verteidigungsbündnis. Wie viele Drohnen und Saboteure muss Putin noch schicken, bevor wir begreifen, dass fossile Energieträger wie Erdöl und Erdgas im 21. Jahrhundert ebenso überholt sind wie es Kohle-betriebene Dampfschiffe einst waren?
Eine post-fossile Verteidigung ist strategisch klüger, resilienter und mittelfristig auch kostengünstiger. Beobachte ich.
@Michael 11.09. 15:06
„..wie auch grüner Wasserstoff könnten und sollten Bundeswehr-eFuels vor allem mit überschüssigem (!) Ökostrom hergestellt werden, der ja bereits heute immer öfter anfällt.“
Die Umwandlung von Strom in Wasserstoff ist schon recht verlustreich, die Herstellung von eFuels auch noch, und wenn die eFuels dann noch in ineffektiven Verbrennermotoren genutzt werden, dann wird der Gesamtwirkungsgrad echt miserabel.
Für Fahrzeuge, die regelmäßig gefahren werden, sind Akkus einfach konkurrenzlos günstiger.
Man braucht fast 20 Kwh Überschussstrom zur Herstellung von einem Liter eFuel. Wenn man diesen Strom zum Aufladen von E-Autos direkt nutzt, dann kommt man damit 100 bis 200 Km weit. Und würde dann eben eher mehr als das 10-fache an eFuel-aufwand einsparen.
Es gibt allerdings schon Nischenanwendungen, wie etwa Panzer, die nur wenig bewegt werden, und aber vor allem Flugzeuge aller Art. Und man kann die eFuels gut langfristig in größeren Mengen lagern, das hilft dann, wenn man wirklich nur die letzten Stromüberschüsse erst in Wasserstoff und dann in eFuels umwandelt.
Wenn wir die derzeitigen unterirdischen Gasspeicher in Zukunft für Wasserstoff nutzen, passt da nun ¼ soviel Energie rein. Die sind dann recht schnell voll, da kann es dann helfen, wenn man eben auch entsprechende Mengen eFuels herstellt, und die dann in Tanks separat lagert.
Offenbar ist dies aber so ziemlich erst der letzte Schritt in der Energiewende. Solange wir sowieso noch fossiles Gas und Öl als Backup und Ergänzung nutzen, macht es wenig Sinn, größere Mengen eFuels herzustellen. Da reichen dann erstmal Batteriespeicher und immer mehr Wasserstoff, um alle Stromüberschüsse zu verwerten.
Auf jeden Fall kann aber die Bundeswehr weiter mit Verbrennermotoren und Düsentriebwerken laufen. Auch wenn die Energiewende irgendwann komplett ist, wird man dann eben die eFuels dafür nutzen können.
C wie Chemnitz.
Ich wünsche Ihnen und Frau Professorin Traub eine erfolgreiche Veranstaltung. Ihr gemeinsames Buch hat mir sehr gefallen.
Bei Chemnitz muss ich immer daran denken, dass es mal Karl-Marx-Stadt hieß.
Die Wahl zur Kulturhauptstadt habe ich vor ca. 5 Jahren live mitverfolgt. Unter anderem setzte sich Chemnitz gegen Nürnberg durch. N wie Nürnberg?
Vielen Dank, @Marie H.! 🙏🙌
Ja, ich freue mich heute Abend auf die gemeinsame Buchlesung mit Prof.in Barbara Traub auf Einladung der jüdischen Gemeinde Chemnitz in der Stadtbibliothek: ☺️
https://www.jg-chemnitz.de/2025/08/04/einladung-ein-gespraech-nach-1700-jahren-juedischen-lebens-in-deutschland-zwischen-barbara-traub-und-dr-michael-blume/
Meine Familie stammt ja aus Sachsen und entsprechend verbunden bin ich Geschichte & Städten. Habe extra ein Notizbuch eingepackt und werde versuchen, ein neueres Foto am berühmten „Nüschel“ (Kopf) zu machen.
Und, ja, seitdem ich mir vorgenommen habe, Deutschland einmal neu mit eBooklets zu buchstabieren, reise, sehe und lese ich noch bewusster. Wie im ganzen Universum so ergeben sich auch in diesem Projekt praktisch unerschöpfliche Vernetzungen. N wie Nürnberg wäre mir wichtig, doch die Strecke dorthin schüchtert mich fast ein! ☺️🇩🇪🇪🇺🙌
Vielen Dank für Ihr Interesse und Ihre Ermutigungen! 🙏📚🖖
Maskenball und Kanonendonner – Das Herzogtum Württemberg im Siebenjährigen Krieg
Leider hatte ich nicht die Möglichkeit, die Ausstellung des Landesarchivs Baden-Württemberg in Stuttgart zu besuchen.
Das Begleitbuch zur Ausstellung liegt jetzt vor mir.
Schon die ersten Zeilen weisen auf die aktuellen kriegerischen Konflikte hin.
Württemberg stand damals gegen Preußen. Auf die weitere Lektüre freue ich mich sehr.