Antisemitismus kein Rassismus wie jeder andere – Vortrag an der Universität Rostock

In der Frage, wie Antisemitismus und Rassismus zusammenhängen, werden auch in den Wissenschaften zwei sehr gegensätzliche Positionen vertreten: Die eine Position sieht im Antisemitismus einen Rassismus unter vielen, etwa antinegriden und antimuslimischen Rassismus oder Antiziganismus. Die andere Auffassung bestreitet dagegen, dass Antisemitismus etwas mit anderen Formen des Rassismus gemein habe. Beide gemeinsam vertreten überwiegend die Auffassung, dass der Rassismus erst im 19. Jahrhundert aus der Biologie erwachsen wäre.

Schon in meinem Buch über die Gefahren des Antisemitismus hatte ich dazu eine andere, mittlere Position eingenommen: Demnach ist auch Antisemitismus ein Rassismus – allerdings einer, der durch die Verbindung mit Verschwörungsmythen besonders gefährlich ist. Während in den meisten Formen des Rassismus die angegriffenen Gruppen abgewertet werden, werden Jüdinnen und Juden im Antisemitismus zu einer vermeintlich besonders schlauen und verschwörerischen, weltbeherrschenden “Rasse” aufgedeutet. Entsprechend fühlen sich Antisemitinnen und Antisemiten selbst dann von der vermeintlich jüdisch bestimmten Weltverschwörung bedroht, wenn sie gar nicht mit Juden zu tun haben oder – wie ich es im Irak erlebte – längst alle jüdischen Gemeinden vertrieben und vernichtet wurden!

Wie es Jean Paul Sartre formulierte: “Wenn es den Juden nicht gäbe, der Antisemit würde ihn erfinden.” Das Judentum dient hier nicht nur als Feindbild, sondern als Fixpunkt einer negativen Weltdeutung.

In sog. Verschwörungspyramiden findet man daher Juden und ihre angeblichen “Mitverschwörer”, früher Freimaurer – im heutigen Sprachgebrauch: Zionisten und Illuminaten – immer an der Spitze. Übertroffen werden sie allenfalls noch von außerweltlichen Mächten wie Teufeln oder Außerirdischen (Reptiloiden). Es gibt praktisch keine Verschwörungsmythologien, in denen umgekehrt beispielsweise Musliminnen, Afrikanerinnen, Chinesen oder Französinnen das Judentum kontrollieren würden. Dass Jüdinnen und Juden als erste religiöse Tradition Alphabetschrift und Bildung in Schulen entfalteten (genau dafür steht Shem!), trug ihnen den Ruf weltbeherrschender Schlauheit ein.

In den Pyramiden, mit denen sich Verschwörungsgläubige das Weltgeschehen deuten, finden sich Juden bzw. Zionisten stets an der Spitze. Screenshot: Michael Blume

Und so werden im Antisemitismus andere, vermeintliche “Rassen” wie “Zigeuner” (v.a. Sinti und Roma) und Menschen dunkler Hautfarbe stets als Teil (!) der jüdischen Weltverschwörung gedeutet, so schon vor und dann ausdrücklich im Nationalsozialismus. Der Antisemitismus verbindet sich also mit anderen Formen des Rassismus und radikalisiert diese mit – wie etwa im Genozid an den überwiegend christlichen Sinti und Roma, in dem europaweit Hunderttausende ermordet wurden.

In einem DLF-Radioninterview hatte ich die besondere Gefahr des Antisemitismus so formuliert:

“Und deswegen richten sich Antisemiten immer gegen Jüdinnen und Juden und darüber hinaus gegen Fortschrittshoffnung, gegen den Rechtsstaat, gegen das Zusammenleben von Menschen auf der Basis von Gleichberechtigung.

Es ist ein Rassismus, der sozusagen sich die gesamte Entwicklung der Welt als Weltverschwörung begreift.”

Tatsächlich stammt auch der Begriff der “Rasse” gar nicht erst aus der Biologie, sondern aus der spanisch-sprachigen Mythologie ab dem 15. Jahrhundert. Nachdem im Verlauf der spanischen “Reconquista” (Rückeroberung) des andalusischen Kalifates Abertausende Menschen jüdischer und islamischer Herkunft – nicht selten unter Zwang – zum Christentum konvertiert waren, hätten diese “Neuchristen” eigentlich das Anrecht auf volle Gleichberechtigung gehabt. Stattdessen wurde ihnen, vor allem den gebildeteren Juden, als “Kindern Sems” (!) vorgeworfen, die “falsche razza” (von arabisch (!) raz = Kopf, Herkunft) zu haben. Sie hätten “unreines Blut”, würden zur antichristlichen Verschwörung neigen und seien also von allen höheren Ämtern auszuschließen, scharf zu bewachen und wo immer “nötig” durch die eigens dafür eingerichtete Spanische Inquisition zu verfolgen. Lange vor der Entstehung der wissenschaftlichen Biologie bildete sich so die Obsession um die “limpieza de sangre”, die so genannte “Blutsreinheit”.

Mit der Übersetzung indischer Werke entstand ab dem 18. Jahrhundert der entsprechend “rassistische” Arier-Semiten-Mythos, nach dem die “Semiten” die Indo-Arier umgevolkt hätten – und einige Sprachwissenschaftler und Biologen des 19. Jahrhunderts griffen dann einfach zu. Der Rassismus hatte seine Wurzeln historisch eben nicht in den Naturwissenschaften, sondern in Mythen, die sich gegen die Wirksamkeit der christlichen Taufe wandten!

Leider ist dies jedoch noch immer kaum bekannt. Obwohl verhängnisvolle Grundlagenwerke des buchstäblich rassistischen Antisemitismus wie “Centinela contra Judios” (1674) enorme europäische und dann globale Wirkungen entfalteten – gibt es davon bis heute nicht einmal eine ordentlich kommentierte, deutsche Übersetzung!

Einladung an die Universität Rostock

Und so hatte mich sehr darüber gefreut, von Prof. Klaus Hock (Religionswissenschaft) zu “Warum der Antisemitismus nicht irgendein Rassismus ist. Verschwörungsmythen und Bedrohungsängste” an die Universität Rostock eingeladen zu werden. Sobald mein Bericht an den Landtag Baden-Württemberg (hier online) eingereicht worden war, konnte ich den Vortrag halten. Der Abend war sehr gut besucht – unter anderem auch durch Vorstände der jüdischen und islamischen Stadtgemeinden – und auch die Fragen des Publikums bewegten sich auf ehrlich interessiertem und sehr hohem Niveau. So erfuhr ich zu meiner Freude, dass auch Mecklenburg-Vorpommern einen Beauftragten erhalten soll, dass der BW-Landtagsbericht mit Handlungsempfehlungen bereits einigen bekannt war und sich immer mehr Bürgerinnen und Bürger – auch in der kritischen Auseinandersetzung mit dem nachwirkenden Marxismus – für echte Religionsgeschichte interessieren.

Nach dem Vortrag mit Prof. Klaus Hock und dessen Mitarbeiterin Dr. Nina Käsehage. Foto: Sybille Gundert-Hock, mit freundlicher Genehmigung

Eindrucksvoll erlebte ich aber auch das Wiedersehen mit der Hansestadt Rostock. Die Innenstadt war wunderschön restauriert, die Menschen wirkten entspannt, freundlich und vielfältig. Klar: Ein Uni-Campus ist auch nur ein Ausschnitt der Wirklichkeit, aber neben allen Nazi-Schlagzeilen kommt das lebendige, bunte, demokratische und wissenshungrige Bürgertum auch der neuen Bundesländer in den Wahrnehmungen manchmal zu kurz. Und das ist falsch und gibt den Ewiggestrigen mehr Macht, als sie im realen Leben haben. Historisch, baulich und menschlich ist Rostock definitiv ein Reisetip!

Beispiel für eine wundervoll gelungene Restauration: Die Stadtbibliothek Rostock. Foto: Michael Blume

Mein Fazit: Die weite (Bahn-)Reise hatte sich auf jeden Fall gelohnt, das Interesse am Verstehen und Überwinden von Antisemitismus besteht bundesweit. Den wunderbaren, religionswissenschaftlichen Gastgebern wie auch den Zuhörerinnen und Zuhörern von Rostock danke ich von Herzen!

Terminhinweise: Am 18.07.2019 geht es ab 20 Uhr in der Alten Aula der Universität Heidelberg u.a. mit Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble um den Auftakt zum Jüdischen Forum der CDU Baden-Württemberg. Gerne kostenfrei anmelden und kommen.

Und am 23.07.2019 spreche ich ab 19:30 Uhr im Hospitalhof Stuttgart über mein neues Buch “Warum der Antisemitismus uns alle bedroht. Wie neue Medien alter Verschwörungsmythen befeuern”. Herzliche Einladung, der Eintritt ist frei.

Michael Blume

Dr. Michael Blume studierte Religions- und Politikwissenschaft und promovierte über Religion in der Hirn- und Evolutionsforschung. Buchautor, Uni-Dozent, Wissenschaftsblogger und christlich-islamischer Familienvater. Zuletzt erschienen "Islam in der Krise" (2017) und "Warum der Antisemitismus uns alle bedroht" (2019). Hat auch in Krisenregionen manches erlebt und überlebt... Auf "Natur des Glaubens" bloggt er seit vielen Jahren wöchentlich, um Religionswissenschaft zugänglich und diskutierbar zu machen.

47 Kommentare

  1. Was bitte ist denn das jetzt? Waren Sie nicht der (vollkommen korrekten) Auffassung, dass Antisemitismus und Rassismus zwei vollkommen verschiedene Dinge sind? Glaube, Werte und Lehren stecken nicht in den Genen (Punkt). Aber mich haben Sie ja bereits als Antisemit und damit auch gleichzeitig als Rechtsradikalen und/oder Nazi abgestempelt, richtig? Und wenn nicht Sie, dann zumindest galileo2609 – wie Engstirnig kann man eigentlich sein?

  2. @Blume:

    Entsprechend fühlen sich Antisemitinnen und Antisemiten selbst dann von der vermeintlich jüdisch bestimmten Weltverschwörung bedroht, wenn sie gar nicht mit Juden zu tun haben oder – wie ich es im Irak erlebte – längst alle jüdischen Gemeinden vertrieben und vernichtet wurden!

    Nicht von einer vermeintlich jüdischen Weltverschwörung… von einer ganz bestimmt ähnlichen religiösen Lehre, die Menschen mindestens in zwei Klassen teilt – Gläubige und Ungläubige. Aber bei Ihnen schwingt ja immer der Semitismus mit, weil alle Menschen Noahs Kinder sein sollen.

    • @Nicht von Bedeutung

      Vielen Dank – so sind offensichtlich doch einige Wissenssplitter durchgedrungen. Das freut mich wirklich sehr!

      Und, ja: Gerade auch im Bezug auf das Judentum macht die vermutete, dualistische Einteilung in “Gläubige” und “Ungläubige” überhaupt keinen Sinn. Ganz davon abgesehen, dass die Frage nach dem “richtigen Glauben” (der Ortho-Doxie) stärker in der christlichen Theologie debattiert wurde, während im Judentum die Frage nach dem “richtigen Tun” (der Ortho-Praxie) im Vordergrund steht: Ja, als “Kinder Noahs” können nach semitisch-jüdischem Glauben auch Nichtjuden “Anteil an der kommenden Welt” haben. Sie sind als Anders- keineswegs = Nicht- oder Unglaubende.

      Ausführlicher dazu auch hier:
      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/warum-heisst-antisemitismus-nicht-einfach-judenfeindlichkeit/

      Wenn das angekommen ist, hat sich das Bloggen schon gelohnt. 🙂

  3. @Neoliberalismus ist keine Verschwörung

    Wer zu den Verlierern der Leistungsgesellschaft gehört, fragt sich auch mal warum das so ist. Die meisten machen sich eher Gedanken, warum sie selber versagt haben, und ziehen sich immer mehr aus dem Leben zurück. Wenn man die Schuld bei anderen sucht, und hier den Verhältnissen, die einem nur schlechte Chancen im Konkurrenzkampf gelassen haben, Absicht unterstellt, kann dann auch bei Verschwörungstheorien landen. Insoweit, wie die dann aber gar nicht zutreffen, helfen die wahrscheinlich kaum weiter.

    Menschen mit jüdischem Hintergrund sind wohl tatsächlich eher gebildeter und dann auch beruflich erfolgreicher, haben weniger mit Harz4 (bzw. Entsprechungen in anderen Ländern) zu tun und haben oft auch viel Kapital, welches sie wie jeder für sich arbeiten lässt. Von daher gehören sie eher zu den Leuten, die im Neoliberalismus gut leben können, und diesen wohl mehrheitlich begrüßen und auch fördern, soweit das möglich ist.

    Ich schätze aber mal, dass sie hier nicht die Welt regieren, sondern hier ganz normal nur ihrem eigenem Egoismus folgen, wie es eben die meisten Menschen dieser Welt machen. Den Anteil an jüdischem Kapital schätze ich auf weit unter 20 % am Weltkapital, dass ist sicherlich zu wenig, um hier eine Führungsrolle zu übernehmen. Es nützt also überhaupt nichts, hier eine Verschwörung zu bekämpfen, die so nicht existiert.

    Wenn man was gegen den Neoliberalismus hat, gegen ausufernden Konsum einerseits und in Europa wieder neu aufkommende Armut auf der andern Seite, nützt der Antisemitismus dabei nichts. Es sieht eher so aus, das die Logik des Geldes der einfache Grund ist für Ungerechtigkeit, Verschwendung und die daraus folgenden Umwelt- und Personenschäden. Der Neoliberalismus beinhaltet ja gerade, das die freie Wirkung des Geldes im Miteinander in jedem Falle zu begrüßen ist, und dass der Staat sich hier so weit wie möglich zurückhalten sollte, die freie Wirkung des Geldes zu beeinflussen.

    Das derzeitige System als Leistungsgesellschaft zu bezeichnen, die aus dem Neoliberalismus folgt, ist allerdings eher eine Beschönigung der tatsächlichen Verhältnisse. Hier hat nicht jeder die gleichen Chancen auf dem Bildungs- und Arbeitsmarkt in dem Land, wo er lebt, und auch die Nationalstaaten dieser Welt haben im internationalen Wettbewerb alles andere als die gleichen Chancen auf wirtschaftlichen Erfolg.

    Der Kampf um die besten Plätze in der Gesellschaft fängt schon in der Grundschule an, und ist hier alles andere als einfach nur leistungsorientiert. Der Unterschied in der Benotung soll an deutschen Schulen bei der selben Leistung bis zu 2 Notenstufen betragen, je nach dem sozialen Status der Eltern. So gelingt es dann über viele Generationen, die eigenen Kinder in die selben lukrativen Positionen zu bringen, die man selber von seinen Eltern quasi geerbt hat.

    Dazu kommt dann noch das Kapital, das ganz offiziell vererbt werden darf, und was im wesentlichen auch das Ausmaß an Macht bestimmt, das einem Menschen zur Verfügung stehen kann. Wer viel davon hat, ist natürlicherweise auch dafür, dass hier möglichst nicht reglementiert wird, und auf keinen Fall Vermögenssteuern bezahlt werden müssen.

    So kann die Logik des Geldes ihre volle Wirkung entfalten. Wirtschaftlich erfolgreiche Unternehmen übernehmen nach und nach die Märkte, die Banken fördern diese Firmen, und die Anleger legen da ihr Geld an, wo sie am meisten Rendite machen können. Mit dem angesammelten Kapital werden dann auch die Politiker eingekauft, die das Kapitalsammeln dann brav fördern, egal welche Auswirkung das auf Natur und Menschen im Land hat.

    Unterm Strich wird ständig und seit Jahrzehnten fast nur danach geguckt, wie Wirtschaft und Kapital am schnellsten wachsen kann, selbst die Energiewende wird so gedreht, dass die EEG-Umlage dazu genutzt wird, dass die Privatverbraucher den Industriestrom subventionieren. Die Demokratien scheinen nicht in der Lage zu sein, auch nur irgendetwas gegen die Interessen des angesammelten Geldes zu unternehmen.

    Dass vielen Menschen die Lust am Leben dabei vergeht, und sie mit der Zerstörung der ganzen demokratischen Errungenschaften liebäugeln, ist im Prinzip nachvollziehbar. Der Mythos von der jüdische Weltverschwörung ist da effektiv, und hat eine lange Tradition, aber eben auch eine lange Tradition des Scheiterns. Den kleinen Leuten, die sich hier aus Lebensfrust Hoffnungen machen, hat das noch nie genützt.

    Der 2. Weltkrieg hat aber wenigstens die halbe Welt mit in Elend und Tod gerissen, es hat auch durchaus viele gut Etablierte und Vermögende getroffen, nicht nur unter den Juden. Für die Menschen, die auch ohne Krieg im Elend leben mussten, mag das eine kleine Befreiung gewesen sein. So manch einer kommt hier auf die Dauer richtig auf Krawall, und hat nichts mehr dagegen, wenn eben alles den Bach runter geht.

    Ich bevorzuge Alternativen zur Erwerbsarbeit, und gucke selber, wie ich mein Leben sinnvoll gestalten kann. Aber das braucht auch die richtigen Rahmenbedingungen. Vielleicht sollte man hier etwas vorsichtiger werden, leistungsschwache Mitbürger weiter unter Druck zu setzten. Ich kann mir hier gut vorstellen, dass der Kampf gegen den Klimawandel auch die Lebensbedingungen von Leistungsschwachen weiter verschärft.

  4. @Blume:

    Vielen Dank – so sind offensichtlich doch einige Wissenssplitter durchgedrungen. Das freut mich wirklich sehr!

    Machen Sie sich nichts vor. Nicht Sie haben mir Neues erzählt, sondern ich Ihnen!

    • Selbstverständlich, @NvB. Internetgelehrte und Esoteriker haben schon immer alles gewusst, nur wir Wissenschaftler und wissenschaftlich ehrlich Interessierte lernen und entdecken ständig dazu. Wie konnte ich das nur zu vergessen wagen… 😉

  5. @Blume:

    Gerade auch im Bezug auf das Judentum macht die vermutete, dualistische Einteilung in “Gläubige” und “Ungläubige” überhaupt keinen Sinn.

    [ironie]Nein, natürlich nicht. Da passt Jude und Nichtjude besser.[/ironie] Wer bitte ist denn hier nun der Rassist?
    Bleiben wir doch einfach bei der Frage, welcher Gott der richtige ist, bevor wir die Frage, welcher Mensch wohl der richtige sei, beantworten müssen.

    Ja, als “Kinder Noahs” können nach semitisch-jüdischem Glauben auch Nichtjuden “Anteil an der kommenden Welt” haben.

    Doch auch nur dann, wenn sie sich als Kinder Noahs sehen, also einen bestimmten Glauben annehmen (z.B. einen schöpferischen allmächtigen Gott). Und nein – ich werde niemals an die bzw. an eine Schöpfungsgeschichte glauben, egal in welcher Lehre sie auftaucht.
    Und außerdem steht immernoch die Frage im Raum, wer oder was einem Nachkommen Sems (Noahs Sohn) – also Abraham – ein bestimmtes Land verheißen konnte, wenn der oder das in Sems Lehre gar nicht mehr auftauchte. Kein “Kind Noahs” kann “Anteil an einer kommenden Welt” ohne (schöpferischen) Gott oder einem anderen göttlichen Kasper haben. Ich bin jedenfalls kein “Kind Noahs”.

    • Nun, @NvB – Sie sind nach eigenem Bekunden auch Nichtchrist, ggf. Nichtwissenschaftler, Nichtrusse, ich bin Nichtsatanist, Nichtitaliener usw. Und wir sind uns wohl hoffentlich einig, dass die Zugehörigkeit zu verschiedenen Gruppen nichts über die Qualität von Individuen aussagt.

      Und, nein, der Noachidische Bund verlangt nach den meisten Auslegungen kein spezifisches, religiöses Bekenntnis und auch keinen Glauben an Gott. Es reicht demnach, diesen nicht zu schmähen.

      Aber was erkläre ich Ihnen – Sie haben das alles doch schon immer gewusst! 😉 🙂

  6. @Blume (14. Juli 2019 – 21:15):
    Ich bin nach eigenem Bekunden ein Mensch (auch wenn mir das Menschsein aus Grüden, die sich Ihnen nach wie vor icht erschließen, nicht gefällt). Wenn es so wäre, wie Sie sagen, warum gibt es dann Juden, Christen und Muslime? Wieso stehen Satanisten bei all denen auf den “Abschußlisten”? Ganz einfach, weil Satanisten zwischen klugen und dummen oder besser gesagt zwischen auf- und abgeklärten Menschen unterscheiden, statt zwischen Gläubigen und Ungläubigen oder, wie Sie, zwischen Juden und Nichtjuden.
    Wenn Sie LaVey kennen, wieso schmähen Sie dann diese Weißheiten, statt Sie anzunehmen? Ist Ihnen das aus Ihrer Sicht zu böse? Dann bekennen Sie sich doch zum modernen Christentum oder dem Buddhismus – das sind atheistische Lehren und beinhalten in etwa das selbe, was die Gleichheit der Menschen angeht. Aber Gott zwingt Sie sicher zu etwas Anderem, richtig? Ist nicht mein Problem.

    • @Nicht von Bedeutung

      Die Lehren LaVeys sind mir ebenso bekannt wie z.B. jene der selbsternannten „Brights“ – und ich sehe da die gleichen Mechanismen am Werk, die sie „den Religionen“ mangels echter Kenntnisse vorwerfen. Die eigene Gruppe für klug bzw. aufgeklärt zu halten und gegen die vermeintlich Dümmeren und Abergläubigen abzugrenzen, muss nicht beeindrucken. Im positiven Selbstverständnis nehme ich den Satanismus als radikalen Individualismus wahr, der entsprechend selten in Familien und Gemeinden tradiert wird. Negativ definiert er sich über die Abgrenzung zu bestehenden Religionen, vor allem Christentum, Judentum und Islam.

      Wissenschaftlich nicht uninteressant, aber persönlich haut mich das nun wirklich nicht um…

  7. @Blume:

    der Noachidische Bund verlangt nach den meisten Auslegungen kein spezifisches, religiöses Bekenntnis

    Schon allein, wenn ich so etwas lese, muss ich lachen. Eine Lehre, die auch noch ausgelegt werden muss, ist nicht wirklich eine Lehre, sondern “Bullshit”, womit wir wieder bei George Carlin wären. Außerdem wollten Sie hoffentlich “nach einigen Auslegungen” sagen, sonst müsste ich das in ” nach den wenigsten Auslegungen” korrigieren – verstehen Sie?

    • Nun, lieber @Nicht von Bedeutung, jede (!) Lehre lebt davon, dass sie immer wieder aufgegriffen und ausgelegt wird. Dies gilt nicht nur für Religionen und auch nichtreligiöse Weltanschauungen wie den säkularen Humanismus oder Marxismus, sondern auch z.B. für unser Grundgesetz, das Richterinnen auf neue Fragestellungen wie die Digitalisierung oder Gentechnik anwenden müssen. Und wenn niemand mehr die Lehren von LaVey lesen, hören und neu auslegen würde – so würde (und wird) auch diese Tradition des Satanismus erlöschen. Immer auch vielfältige Auslegung ist kulturelles (fachsprachlich: hermeneutisches) Weiterleben.

  8. @Blume:

    Fast haben Sie es verstanden, @Nicht von Bedeutung: Menschen unterteilen sich nicht in „Rassen“

    Nun ähm… Es gibt aber nun mal diverse Rassen unter den Menschen und das liegt in den Genen – das muss man akzeptieren. Das heißt aber nicht dass deren Denkweise (Glauben, Werte und Lehren) ebenfalls von den Genen abhängig ist oder dass diese Rassen irgendwie getrennt werden müssten oder gar eine von denen die “Herrenrasse” sei.
    Jude ist jedoch keine Rasse, sondern die Befolgung einer Lehre und das gilt auch für Christen, Muslime, Satanisten und sonstigem. Lehren unterscheiden sich in theistische und atheistische Lehren und ich bevorzuge atheistische Lehren und Sems Lehre ist nach meinem Dafürhalten nun mal eine theistische und Ihre “Auslegungen” sind mir dabei hinreichend egal. Wenn auch Sie das begreifen, wären Sie einen ganzen Schritt weiter.

    • Nein, @Nicht von Bedeutung – es gibt keine genetisch unterscheidbaren „Menschenrassen“, sondern eine menschliche Art mit verschieden gemischten Populationen. Das können Sie ganz einfach daran überprüfen, dass Sie unter Rassisten keinerlei Einigkeit über die Zahl der „Rassen“ finden werden: Drei, zehn, 258? Es gibt die objektiv feststellbaren Unterschiede einfach nicht.

  9. @Blume:

    Nein, @Nicht von Bedeutung – es gibt keine genetisch unterscheidbaren „Menschenrassen“

    Natürlich nicht. Und die Hautfarbe, die man ab der Geburt hat, ist absolut rein zufällig. Sie haben’s echt drauf. Aber egal, von Biologie (Gentechnik) muss ein Religionswissenschaftler ja auch nicht unbedingt Ahnung haben, selbst wenn es nur um Allgemeinbildung geht, was? 😆
    Es ist vollkommen egal, wie viele Rassen es gibt, von mir aus soviele, wie Darwin-Finken. Aber die Hautfarbe bekommt man über die Gene und das Geschlecht über Chromosomen. Da können Sie sich Ihr “Wissen” über Rassisten gepflegt in die Haare schmieren. Ach, Sie hatten es im Leben anscheinend nur mit “Weißbroten” (frei nach Eddie Murphy) zu tun… das würde Einiges erklären. Autsch.

    • Selbstverständlich sind Haut- und Augenfarben genetisch veranlagt, @Nicht von Bedeutung. Aber es gibt dabei eben keine absolut trennscharfen Grenzen z.B. zwischen Schwarz, Weiß, Rot oder Gelb, sondern ständige Mischungen. Selbst in unserer deutsch-türkischen Familie geht es da sehr bunt zu, jedes Kind ist eine einzigartige, genetische Mischung. In „Rassen“ können Sie nicht einmal uns einteilen, geschweige denn die gesamte Menschheit. Die „Rassenlehren“ waren und sind pseudo-wissenschaftlich, da ihnen die empirische Grundlage fehlt.

      Wollen Sie ggf. etwas zu Ihrer Neigung schreiben, umso lauter zu schimpfen und zu pöbeln, umso weniger Sie wissen? Ist das Ihre persönliche Art, oder geht das auf eine Empfehlung von LaVey zurück, die mir noch unbekannt wäre? 🤔

  10. @Blume:

    Die eigene Gruppe für klug bzw. aufgeklärt zu halten und gegen die vermeintlich Dümmeren und Abergläubigen abzugrenzen

    Nein, nein, nein, nein, nein. Selektiv lesen gilt nicht. Also bleiben wir bei “besser gesagt”: Auf- und Abgeklärt.
    Und Sie sind es, der aus religiöser Sicht im Satanismus (mindestens) eine monotheistische Religion sieht. Tatsächlich ist aber jeder Satanist sein eigener Gott und anderen “Göttern” gleich gestellt. Satanisten würden Tempel, Kirchen und/oder Synagogen kaufen, um sie Ihren Frauen (nicht aber gleich an Polygamie denken, weil ich die Mehrzahl verwende) zu weihen. Unkenntnis ist da eher auf Ihrer Seite und das bleibt wohl auch so.

    • @Nicht von Bedeutung – wie kommen Sie darauf, dass ich das nicht wüsste? Ganz abgesehen davon, dass es auch in den traditionellen Religionen immer wieder die Rede von den „Satanen“ in der Mehrzahl gibt, gibt es nicht nur mono- und henotheistische, sondern auch polytheistische Religionen sowie Ahnen- und Geisterverehrungen. Schon die alten Römer und Griechen schrieben den Menschen begleitende, höhere Wesen wie Genies oder Daimones zu. Und auch z.B. im Mormonentum streben Menschen danach, selbst zu Göttern zu werden.

      Dass jeder Mensch (ein) Gott sei oder werden könne, wenn er oder sie nur die richtige (hier: LaVey-satanistische) Erkenntnis habe, ist nun wirklich keine religionsgeschichtlich neuartige Idee…

  11. Nicht von Bedeutung
    Vergessen Sie mal die Einteilung von Menschen für einen kurzen Augenblick.
    In meiner Verwandtschaft werden sechs Sprachen gesprochen, zwei Religionen geachtet, sind zwei Hautfarben vertreten und niemand kommt auf die Idee eine Einteilung vorzunehmen. Das sitzt der Kommunist neben dem “Deutschnationalen”, da sitzt die gläubige Spanierin neben dem Moslem, alle verstehen sich und es gab nie Streit.

    Das ist die Zukunft Europas. Die Grenzen zwischen den Kulturen verwischen, die Sprachgrenzen werden immer unbedeutender, Die Toleranz zwischen den Religionen wächst, weil der Einfluss der Religionen kleiner wird.
    Schauen Sie positiv in die Zukunft !

    • Nein, @Lars – Muslime sind ebensowenig eine „Rasse“ wie „Semiten“. Es gibt gar keine Menschenrassen. Aber es gibt leider Rassistinnen und Rassisten, die Menschengruppen pauschal „rassifizieren“, also ihnen vermeintlich angeborene, negative Eigenschaften zuschreiben. Das hatte auch zunächst gar nichts mit Genetik zu tun, sondern mit der Religion der Vorfahren und der Behauptung, die christliche Taufe wirke nur bei „reinen Blutlinien“. Siehe Erklärungen und Links im Blogpost oben.

  12. @bote19:

    Das ist die Zukunft Europas. Die Grenzen zwischen den Kulturen verwischen, die Sprachgrenzen werden immer unbedeutender, Die Toleranz zwischen den Religionen wächst, weil der Einfluss der Religionen kleiner wird.

    Sicher nicht nur in Europa – hier (insbesondere in Deutschland) wird nur die Gothic-Szene größer. Die Toleranz zwischen den Religionen wird weltweit immer größer und dass der Einfluss der Religionen immer kleiner wird, ist einer Bewegung Mitte der 60’er Jahre geschuldet, die Ihren Ursprung in den Vereinigten Staaten hat – LaVey hätte auch ein Schwarzer (sorry, das ist die politisch korrekte Bezeichnung!) sein können (Jimi Hendrix z.B. der vor geschätzt etwa 400k Zuschauern die amerikanische Nationalhymne “zersägte“) und es hätte den selben Effekt gehabt. In Deutschland heisst dieses “Woodstock” inzwischen “Wacken” und in Frankreich (Clisson) “Hellfest” – so viel zum Thema Toleranz.

  13. @ Herr Blume,

    “Es gibt gar keine Menschenrassen.”

    Genau, der Unterschied zwischen nem Nigerianer und Chinesen ist n Sozialkonstrukt. 🙂

    • Selbstverständlich, @Lars. Es gibt jüdische Chinesen, weiße Nigerianer (etc.) – und sogar Menschen, die Leib und Leben riskieren, um nicht mehr zu diesen Nationalstaaten zu gehören (z.B. in Tibet).

      Und Sie müssen das nicht einmal „Linken“ glauben – auch in Deutschland lehnen Abertausende Reichsbürger die „Existenz“ der Bundesrepublik ab und proklamieren konkurrierende Fantasiestaaten (Sozialkonstrukte).

      Was es biologisch gibt ist ethnische und individuelle Vielfalt, die wir Menschen dann sozial kategorisieren. Dass es keine natürlichen „Menschenrassen“ gibt, können Sie leicht daran erkennen, dass sich Rassisten nicht einmal auf die Zahl der angeblichen „Rassen“ einigen können. Für einige ist unsere deutsch-türkische Ehe daher eine „Rassenschande“, während andere von einer „Rasse“ der „Kaukasier“ sprechen.

      Wenn das keine Sozialkonstrukte sind! 😅

  14. Dr. Blume, ich wollte Ihnen schon lange einmal Dank sagen für Ihre unermüdliche Aufklärungsarbeit. So sei dies hiermit getan. Ich bewundere vor allem Ihre Geduld, mit der Sie jedem hier begegnen – wünschte, ich hätte nur annähernd Ihre Langmut.

    Ihre Arbeit liegt mir auch deshalb sehr am Herzen, weil ich wie Sie eine interreligiöse Ehe führe, allerdings in den USA. Ich bin Christ, sie Hindu, und wir erwarten gerade unser zweites “indogermanisches” Kind, das dann wohl wie das erste auch Amerikaner sein wird. In dieser immer enger verflochtenen Welt brauchen wir Stimmen wie die Ihre. Keep up the good work, wie man hier drüben sagt.

    Tobias A. Kroll, PhD, CCC-SLP

  15. Nicht von Bedeutung,
    eine Satanische Bibel braucht es nicht, um sich in der Welt zurechtzufinden.
    Aber wichtig sind solche Menschen wie LaVey schon, auch wenn man sie ablehnt, weil sie uns zwingen, Stellung zu nehmen.
    Ich persönlich kenne nur Grufties, die haben in der Zwischenzeit dieses Stadium durchlaufen und sind jetzt wieder Menschen wie du und ich.
    Was hier die Frage “Rasse und Sozialkonstrukt ” angeht, dabei geht es um die Identifikation. Die wird in Korea z.B. viel strikter gesehen als in anderen Ländern.
    Die Koreaner lehnen z.B. die Chinesen ab, man sollte nicht glauben, dass sie benachbart sind. Als ich einmal einen Koreaner auf chinesisch ansprach, beteuerte er sofort, er sei kein Chinese und die Reaktion war panisch. Nach diesem Erlebnis fand ich, dass wir Europäer weniger Berührungsängste haben als die Ostasiaten.

  16. Herr Blume,

    wenn es keine Rassen gibt, dann muessen Sie das mal den Schwarzen in Suedafrika beibringen. Denn die benutzen ja ganz eindeutig biologische Merkmale bei ihrer Jagd auf die weissen Farmer.

    Im uebrigen, finden Sie es nicht interessant, dass die besten Sprinter der Welt zu 100% westafrikanischer Herkunft sind? Die bessere Hebelwirkung dieser Athleten aufgrund kuerzerer Muskeln und laengerer Baender sowie hoeherer Anteil von “super fast twitch muscle fiber” ist bestimmt auch n Sozialkonstrukt. 🙂

    • @Lars

      Zum einen können selbstverständlich alle Menschen rassistisch sein, ganz unabhängig von ihrer Hautfarbe. Zum zweiten gibt es viele vererbte Merkmale wie z.B. Laktose(in)toleranz, ohne dass sich daraus „Rassen“ abgrenzen ließen. Und das unterstreichen Sie ja selbst mit Ihrer Argumentation bezüglich „Westafrikanern“ – die also von den „Rassen“ von Süd-, Ost- und Nordafrikanern abzugrenzen wären? Wo und wie genau? Und was ist mit jenen, die nicht schnell laufen?

      Wenn es Menschen-„Rassen“ gäbe, so müsste deren Anzahl und Abgrenzung doch unstrittig feststellbar sein. Doch darüber fanden und finden nicht mal Rassisten einen Konsens…

      Daher mein Tip: Sprechen Sie gerne über Biologie, Kultur und Ernährung, über Populationen, Ethnien und Konstruktionen – aber lassen Sie den vorwissenschaftlichen und niederträchtigen Rassenquatsch weg.

  17. @bote19:

    eine Satanische Bibel braucht es nicht, um sich in der Welt zurechtzufinden.

    Dem stimme ich zu – man kann es auch freundlicher sagen (mit Robert A. Heinlein z.B.). Aber hat es dan auch den selben Effekt? Fühlt sich der Gegner oder Widersacher genug angeklagt über eine Mär? Nein, sie sind nicht genug angeklagt… sie denken möglicherweise nach, beziehen aber keine Stellung (ach das sagtest du schon…ok).

    Ich persönlich kenne nur Grufties, die haben in der Zwischenzeit dieses Stadium durchlaufen und sind jetzt wieder Menschen wie du und ich.

    Oder sie heißen Alice Cooper oder nicht ganz so krass Ozzy Osbourne. 😀
    Die Gothic-Szene vermischt guten alten Metal der Grufti-Szene mit Punk und New-Wave – that’s all – I think.

    Was hier die Frage “Rasse und Sozialkonstrukt ” angeht, dabei geht es um die Identifikation.

    Bei mir nicht, auch wenn mich Blume auf dieser Schiene sehen will. Es gibt Rassen und da kann man nichts gegen machen – man muss es akzeptieren. Die Rasse macht einen Menschen aber nicht schlechter – die Erziehung jedoch schon. Deswegen ist mir persönlich die satanistische Einteilung von Menschen in Auf-und Abgeklärt lieber als Jude und Nichtjude, Christ und Antichrist, Rechts und Links, Muslim oder Antimuslim, Farbig und Weiß, usw. usf. Es sind Religion, Politik und deren Vertreter, die ständig Mist bauen.

  18. Der seit gefühlten Ewigkeiten geführte Streit um den Begriff “Rasse” ist zuweilen an Lächerlichkeit kaum zu überbieten.
    Es ist eine rein innerbiologisch- wissenschaftliche Definitionsfrage (oder Frage der Zweckmäßigkeit), ob ich Menschengruppen mit inhärent etwas “ähnlicherem” Genom (oder auch phänotypisch sich untereinander “ähnlicheren” Menschen) unter dem begriff “Rasse” oder unter irgeneinem anderen Begriff klassifikatorisch zusammenfassen will.

    Menschen die andere Menschen biologisch abwerten wollen, sind (theoretisch) nicht auf das Wort “Rasse” angewiesen und werden das auch ohne diesen genauso versuchen.

    Man kann sich des Eindrucks kaum erwehren, dass die politisch – emotional- propagandistische “Aufheizung” dieses Begriffs vor allem einer propaganditischen Agenda dient, die ohne diesen Begriff weit weniger effektiv wäre.

    • @little louis

      Wie Sie sicher genau wissen, ist die „gefühlte Ewigkeit“ genau das Problem – wie der obige Blogpost zeigt, war und ist die Rede von menschlichen „Rassen“ von Anfang an ausgrenzend und negativ geprägt. Genau deswegen wollen Rassisten ja auch dabei bleiben und nicht gerne neutralere Begriffe wie Ethnie, Herkunft oder Population gebrauchen.

      Ich stimme Ihnen aber zu, dass es darüber hinaus weitere Versuche gibt, unter Umgehung des Rassebegriffes gruppenfeindliche Menschenfeindlichkeit zu verbreiten. „Muslime / Juden sind ja keine Rasse, also kann ich kein Rassist sein, wenn ich sie hasse!“ – so etwas höre ich oft.

  19. @Rassenunsinn und Sozialkonstrukte

    Von Rassen reden Biologen eigentlich nur bei Zuchttieren. Hier wird ganz gezielt mit vergleichsweise gut kontrollierter Paarung kleinen Populationen gewünschte Eigenschaften angezüchtet. Dies führt auch nebenbei fast immer zu Krankheitsanfälligen Individuen, weil einerseits die Populationen durch die Zucht an Vielfalt einbüßen, und anderseits auch die angezüchteten Eigenschaften das System der Individuen oft stark belasten.

    So was hat es mit dem Menschen nie gegeben. Selbst die Sklaverei hat für ein paar hundert Jahre nur theoretisch die Möglichkeit zur gezielten Rassenzucht geboten. Alleine die Zeit hat hier angesichts der extrem langen Generationsfolge beim Menschen nicht gereicht.

    Der Mensch sucht seine Sexualpartner in der Regel selber aus, was zu einer guten Durchmischung über die Jahrhunderte sorgt. Gerade fremde Gene werden bei der Partnerwahl natürlicherweise sogar bevorzugt, was die Durchmischung noch beschleunigt.

    Deswegen gibt es eben auch keine Menschenrassen. Natürlich gibt es in Populationen einzelne Gene, die hier besonders verbreitet sind, weil sie spezielle Anpassungen an die lokalen Gegebenheiten mit sich bringen. Das sind aber beim Menschen nur sehr wenige, weil die Grunderfordernisse an die Fitness beim Menschen sich weltweit wenig unterscheiden.

    Innerhalb einer Population sind einige Gene allerdings dann doch fast vollständig verbreitet, z.B. was die Hautfarbe angeht. In lichtreichen Gegenden braucht man unbedingt eine dunkle Hautfarbe, weil man sonst schnell Hautkrebs bekommt, und in lichtarmen Gegenden braucht man eine helle Hautfarbe, um Genug Vitamin D bilden zu können.

    Wenn jetzt ein Mensch mit dunkler Hautfarbe in eine lichtarme Gegend zieht, sich dort einen Partner sucht und sich dort fortpflanzt, werden seine zahlreichen Gene mit jeder Generation immer weiter in der Population verteilt, aber nur die Gene für die dunkle Hautfarbe stellen hier einen Nachteil für die Nachkommen dar, und werden dann mit jeder Generation langsam aussortiert, bis sie sich ganz verlieren. Alle andere Gene des dunkelhäutigen Einwanderers verteilen sich munter in der Population, die guten breiten sich aus und bereichern den Genpool, die weniger guten werden mit der Zeit aussortiert, und verschwinden dann wieder.

    Hier muss man fast immer davon ausgehen, dass sich der Genpool durch Zuwanderer auf lange Sicht verbessert.

    Eigenschaften wie Arbeitsmoral, Pflichtgefühl oder Intelligenz sind sehr komplex, und wohl kaum an bestimmte Gene gebunden, und dann auch durch Bildung und Kultur so stark mitbestimmt, dass man hier keine Nachteile durch „Rassenverwässerung“ zu befürchten hat.

    Die Gene allerdings, die das Aussehen stark mitbestimmen, also Hautfarbe, Haarfarbe, Nasenlänge oder Körpergröße können dazu führen, dass ein Individuum aus dem gegebenen Sozialkonstrukt herausfallen kann.

    Das Aussehen eignet sich sehr für die hier im Blog angesprochenen Sozialkonstrukte, die eine nationale Identität herausstellen möchten, und fälschlicherweise die wenigen Gene, die das Aussehen mitbestimmen, mit den Qualitätsmerkmalen verwechseln, die das eigentliche Thema der meisten Sozialkonstrukte sind. Gerade Individuen, die den Qualitätsidealen der Sozialkonstrukte weniger entsprechen, sind hier empfindlicher gegenüber Einwanderern mit unüblichem Aussehen.

    Was die dunkle Hautfarbe angeht, ist diese womöglich tatsächlich weltweit ein Auslaufmodell, weil die Menschen in zivilisierten Verhältnissen nicht mehr in der prallen Sonne auf dem Acker arbeiten müssen, und sich die meiste Zeit hinter Glas aufhalten, also in Häusern wohnen und arbeiten und in Autos unterwegs sind. Und wenn Mensch ausnahmsweise doch den ganzen Tag draußen unterwegs sein sollte, gibt es ja heutzutage Sonnenschutzcreme.

    Ich hatte mal von einer Untersuchung gelesen, dass Populationen, die innerhalb von Afrika von sehr lichtreichen in weniger lichtreiche Gegenden umgezogen sind, ungefähr 800 Jahre brauchten, um ihre Hautfarbe den neuen Lichtverhältnissen anzupassen. Wer jetzt aber glaubt, dass sich die Supergene der arischen Rasse auf diesem Weg sowieso in der Welt ausbreiten werden, den muss ich enttäuschen: nur die Gene für die helle Hautfarbe werden sich weltweit ausbreiten, alle anderen Gene der Superarier eben nicht, die sind wegen der Mobilität der einzelnen Gene alle einzeln der Selektion ausgesetzt.

  20. Nicht von Bedeutung,
    Zur “Begriffsdiskussion” beziehe ich keine Stellung, zu einem Punkt von LaVey schon, weil der den Unterschied von Satanismus und Christentum ausmacht. Es geht um die Rache. Die ist ein Relikt aus der Urzeit der Menschheit und die ist verantwortlich , dass kein Frieden zwischen verschiedenen Familienclans hergestellt werden konnte.

    Das Christentum bezieht eindeutig Stellung und verbietet die Rache.
    “Die Rache ist mein spricht der Herr !”.
    Damit wird die unglücksbringende Kette der Gewalt unterbrochen.

    LaVey irrt, wenn er glaubt das Recht mit Gewalt erzwingen zu können.

  21. Herr Blume,

    ich finde es aberwitzig, wenn Sie mir “niederträchtigen Rassenquatsch” vorwerfen. Ich habe darauf hingewiesen, dass Westafrikaner im Durchschnitt eine bessere Veranlagung fuer Schnellsportarten wie das Sprinten haben. Wenn das fuer Sie rassistisch ist, dann sind wohl auch Sportwissenschaftler rassistisch.

    Sie haben auch meine Frage nicht richtig beantwortet, warum fuehrende Politiker der ANC in Suedafrika regelrecht zum Mord an den weissen Farmern aufrufen. Jagen die ein Phantom? Denn ihrer Logik nach gibt es ja gar keine Weissen und Schwarzen, weil es ja keine Rassen gibt. Also denkt sich Julius Malema jetzt Rassen aus?

    • @Lars

      Wollen Sie es wirklich nicht verstehen? Selbstverständlich gibt es Rassismus – auch unter Afrikanern -, der sich gerne, aber nicht ausschließlich auf Hautfarben beruft. So wurden gerade auch deutsche Jüdinnen und Juden trotz ihrer weißen Hautfarbe als vermeintliche „Rasse“ ausgegrenzt und verfolgt.

      Selbstverständlich haben Haut-, noch Augenfarbe, Laktoseintoleranz, Körpergröße o.ä. auch genetische Grundlagen, doch daraus lassen sich keine „Rassen“ konstruieren. Wir Menschen sind Angehörige einer einzigen Art mit fließenden Grenzen zwischen genetischen Populationen. Auch Ihr Erbgut ist bunt gemischt, wahrscheinlich auch z.B. mit Neandertaler-Vorfahren.

      Sie haben also die souveräne Wahl, ob Sie (sicher nicht nur hier) weiterhin rassistischen Quatsch vertreten, oder sich kundig machen und die sehr viel komplexere Vielfalt der Menschheit anerkennen.

  22. “Tatsächlich stammt auch der Begriff der “Rasse” gar nicht erst aus der Biologie, sondern aus der spanisch-sprachigen Mythologie ab dem 15. Jahrhundert.”
    Blume meidet es, Begriff zu definieren. Stattdessen spielt er mit Worten. Und theologisiert das, was nur politisch zu verstehen ist!
    Würde Blume Rasse so definieren, wie dies die Antisemiten tun (und wie es in Artikel 3 GG gemeint ist), und würde er sich an sein Theologiestudium erinnern, dann wüsste er, was ich in meiner BLUEPRINTtheorie entwickelt habe:
    Der nationalsozialistische Antisemitismus ist ein Plagiat des jüdisch angemalten Zionismus gewesen, insofern die Nürnberger Rassegesetze der NSDAP (1935) auf dem 5. Buch Mose, Kapitel 7 Verse 3-4 basierten.
    Es sind also die Erfinder des Deuteronium, die Judentum an “Blut und Boden”, also an Abstammung und an die Besiedlung ihres “Heiligen Landes” Israel gekoppelt haben – und die Nazis haben diesen völkischen Begriff von Judentum als nützlich erkannt und schlankweg für ihr arisches Deutschtum plagiiert
    Natürlich weiß Blume, was alle Zionisten wissen: das moderne israelische Einwanderungsgesetz basiert auf eben diesem Nürnberger Rassegesetz der NSDAP, weil der Zionismus keine religiöse, sondern eine völkische Basis hat.
    Meine Empfehlung: Widerlegen sie meine BLUEPRINTtheorie – oder ändern Sie Ihre Gesinnung.

    • @Gerd Weghorn

      1. Nein, ich werde Ihre widerlich antisemitischen Entgleisungen weder hier noch sonstwo durch Aufmerksamkeit belohnen. Es reicht.

      2. Ich habe nie Theologie studiert, sondern Religionswissenschaft (und darin promoviert). Bezeichnend, dass Sie nicht einmal das unterscheiden können…

  23. Juden wurden im 3.Reich aus ideologischen Gründen vernichtet, heutzutage sind mit Duldung des “demokratischen Rechtsstaates” Menschenleben dem Profit zu opfern, s. Videos „Unser täglich Gift“, „Big Pharma ist Profit wichtiger als Menschenleben“,„Tödliche Medizin und organisierte Kriminalität“ und Links http://news.doccheck.com/de/228007/implantate-immer-mehr-todesfaelle/, zu Computertomografien https://www.ippnw.de/commonFiles/pdfs/Atomenergie/Krebs_nach_niedrigen_Strahlendosen.pdf. Bestimmungen wie z.B. unter https://www.thieme.de/statics/bilder/thieme/final/de/bilder/tw_radiologie/Hoelting_Das-neue-Patientenrechtegesetz-Umsetzung-und-Aufklaerung-in-der-Radiologie.pdf werden erfahrungsgemäß ignoriert, wobei- wohl aus Bequemlichkeit- die Justiz mitmacht. Allgemein gilt: Gerichtlichen und behördlichen Entscheidungen fehlt zumeist eine plausible Begründung, oft sogar die Sachbezogenheit- von https://unschuldige.homepage.t-online.de/. Wegen dem „Kastendenken“ (z.B. http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/12/013/1201338.pdf) sind Rechtsbrüche und Rechtsbeugungen systemkonform, siehe z.B. http://www.hans-joachim-selenz.de/kommentare/2008/justiz-sumpf-deutschland.html. Das Bundesverfassungsgericht vertuscht das mit Nichtannahmebeschlüssen und Erfolgsquoten von 0,2 bis 0,3 %- https://www.amazon.de/Das-Recht-Verfassungsbeschwerde-NJW-Praxis-Band/dp/3406467237. EGMR macht es ebenso. Klassenkampf und Krieg gegen die Bürger um jeden Preis (von http://web.wengert-gruppe.de/wengert_ag/news/2003/SteuerstrafverfinDeutschland.pdf). Reaktionen darauf sind sogenannte Reichsbürger, Hass, Gewalt, Terror. Machtmissbrauch ist einzudämmen, z.B. durch Bürgergerichte- https://www.change.org/p/strafbarkeit-von-rechtsbeugung-wiederherstellen-b%C3%Bcrgergerichte-einf%C3%Bchren, Rechtsfindung per EDV und Einschaltung der unabhängigen (!) Verhaltensforschung. Protestaktionen bei Parlamenten scheinen zunächst zur Durchsetzung von Volksabstimmungen angebracht.

    • @„Menschenrechtler“

      Sie setzen ernsthaft den heutigen, bundesdeutschen (und selbstverständlich nicht perfekten) Rechtsstaat mit dem massenmörderischen NS-Regime gleich? 😤

      Danke für Ihre Demonstration in digitaler Verrohung… 😤

  24. Was Herrn Weghorn angeht: Ich denke nicht, daß seine Anliegen hier in einem Leserforum geklärt werden können. Er hat seinen Link gesetzt, und dabei sollten wir es belassen. Das muß er wo anders diskutieren, das sprengt hier jedes Format. Ich jedenfalls werde seine weiteren Beiträge ignorieren.

  25. @bote19 17.07. 08:12

    Ich denke nicht, dass Rache ein archaischer Rest ist. Die Rache ist in zivilisierten Verhältnissen nicht beim Herrn, sondern bei der Staatsanwaltschaft. Und bei allen Beziehungskonstellationen, bei denen man nicht den Anwalt und die Polizei zur Hilfe rufen kann, muss man die Rache nach wie vor selbst in die Hand nehmen.

    Auch Drogenhändler regeln ihre Konflikte lieber mit Verhandlungen, aber diese Abmachungen müssen dann auch durchgesetzt werden. Ohne deutliche Konsequenzen für Vertragsbrecher in Form von Verprügeltwerden oder mehr geht hier nichts. Ohne das Prinzip Rache funktionieren solche Geschäftsmodelle nicht.

    Die Staatsanwaltschaft ist fest davon überzeugt, dass sie tatsächlich Recht mit Gewalt erzwingen kann. Und der Staat ist ganz besonders empfindlich, wenn hier jemand sein Recht selbst in die Hand nimmt, das geht meistens weit vor dem Schutz von Kriminalitätsopfern. Dieser Schutz wird zwar bei Pressemitteilungen immer ganz hoch gehalten, aber in der Praxis wird die Polizei wesentlich aktiver, wenn ihnen hier jemand Konkurrenz macht.

    Das aktuelle Strafrecht basiert eher noch auf dem Prinzip Strafe als auf dem Prinzip Resozialisierung. Gerade im aktuellen Bildungssystem werden Kinder von Eltern mit niedrigen sozialen Status systematisch ausgegrenzt, was oft dazu führt, dass die entsprechenden Jugendlichen eigentlich nie sozialisiert werden. Der Staat nimmt die folgende lebenslängliche Harz4-Karriere einfach hin und holt als Ersatz einfach Ausländer ins Land.

    Sozialkonstrukte brauchen anscheinend nicht unbedingt eine funktionierende Solidargemeinschaft. Der deutsche Staat meint wohl, dass er sich ein Prekariat von um die 15% der Bevölkerung leisten kann. Wenn die dann mal nach Rechts abdriften, weil sie gar nichts mehr dagegen haben, wenn hier alles den Bach runtergeht, ist das dann aber auch die logische Folge von ausgrenzender Bildungs- und Sozialpolitik.

    Antisemitische und andere rassistische Propaganda sind dann auch eher das Mittel zum Zweck. Die Ursache von Unzufriedenheit bis zum Hass liegt hier wohl eher in ganz konkreter und realer Ausgrenzung im eigenen Land. Hier hilft nur ein Bildungssystem, das einerseits wirklich leistungsgerecht ist, und andererseits die Menschen in die Lage versetzt, sich auch jenseits von Erwerbsarbeit gut beschäftigen zu können. Wenn dann noch Harz4 entschärft werden könnte, dann könnte man auch die gefundenen Alternativen in Ruhe umsetzen.

  26. Tobias Jeckenburger,
    mit dem archaischen Rest war die Blutrache gemeint, die ja in der Mehrzahl der Fälle geächtet wird.
    Was bleibt, das Machtmonopol des Staates und der Staatsanwalt, von dem wir hoffen, dass er sich nicht nur von Rachegelüsten leiten lässt, er sollte besser neutral bleiben.

    Wir kommen wir jetzt von der Rache zum Antisemitismus ?
    Beiden gemein ist ein irrationaler Rest, der auf Kränkung, Zurücksetzung und einem tiefen Minderwertigkeitsgefühl basiert.

    Die Pogrome des Mittelalters führen auch darauf zurück, dass es in den Stadtvierteln der Juden weniger Pesttote gab durch die größere Hygiene.
    Das machte die Juden verdächtig.

    Die Juden der Neuzeit wird nichts Konkretes vorgeworfen, es reicht Jude zu sein und damit verdächtig.

    Gerd Weghorn
    Einen Zusammenhang herzustellen zwischen dem alten Testament und den Gebietsansprüchen der Nazis, das gehört in die Schublade „Ausrede“. Die Nazis haben sich über internationales Recht hinweggesetzt und dafür kann man nicht die Bibel verantwortlich machen .

  27. @Tobias Jeckenburger,

    Tobias Jeckenburger – 18. Juli 2019 @ 16:31
    Antisemitische und andere rassistische Propaganda sind dann auch eher das Mittel zum Zweck. Die Ursache von Unzufriedenheit bis zum Hass liegt hier wohl eher in ganz konkreter und realer Ausgrenzung im eigenen Land.

    Antisemitismus und Rassismus sind keine Befindlichkeiten innerhalb einer WG, die man mal eben mit dem Bauchgefühl eines betroffenen Mitbewohners auszudeuten versuchen sollte. Geeigneter ist es, zu diesem komplexen Furor die Analysen von Profis zur Kenntnis zu nehmen und diese auch zu verstehen. Ansonsten bewegen sie sich auf nicht akzeptablem, mehr als dünnem Eis.

    Grüsse galileo2609

  28. @galileo2609 19.07. 17:13

    Wenigstens sind hier ein guter Teil der Bevölkerung von Bildung eher ausgeschlossen, und sind mehr oder weniger lebenslänglich im Niedriglohnsektor und mit Harz4 unterwegs. Das ist meiner Ansicht nach für die Betroffenen in jedem Fall gar nicht gut, und da würde ich mir Abhilfe wünschen.

    Das im eigenen Land ausgegrenzt sein ist sicherlich nicht der einzigen Grund für Rechtsradikalismus, aber die Ausgegrenzten sind wohl tatsächlich wesentlich anfälliger, hier nach Rechts abzudriften.

    Was dann auch wieder an der mangelnden Bildung liegt, nicht nur an der Ausgrenzung auf dem Arbeitsmarkt. Eine bessere Bildungs- und Sozialpolitik wirkt natürlich nur langsam, für die Lösung des akuten Problems muss man dann auch noch woanders gucken. Wenn denn mal nicht der Zug längst abgefahren ist.

    Es geht hier nicht nur um das Prekariat selbst. Viele, die einen halbwegs vernünftigen Arbeitsplatz haben, haben begründete Angst, in der Harz4-Mühle zu landen, wenn sie diesen verlieren. Das kann dann auch nach 30 Jahren erfolgreichem Berufsleben noch zum Verlust fast aller Ersparnisse und zu einer Minirente führen. Diese Angst fördert den Rechtsradikalismus zusätzlich bei Leuten, denen es eigentlich noch ganz gut geht. Solche Bauchgefühle sind nur Gefühle, aber die sind real und sie haben Wirkung.

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