Alte Mythen, neue Narrative – Wie Antisemiten, Salafisten und Rechtspopulisten digitale Medien nutzen

Adolf Hitler liebte die populistische Rede und er verachtete das Buch. Nirgendwo wird dies so deutlich wie im Vergleich seiner oft bösartig-starken Reden (die mutmaßlich auch den AfD-Vorsitzenden Gauland inspirieren) mit der schwülstigen, oft kaum lesbaren Textwüste in “Mein Kampf”. Dort behauptete Hitler sogar – im Lande Martin Luthers und der Reformation! -, “daß alle gewaltigen weltumwälzenden Ereignisse nicht durch Geschriebenes, sondern durch das gesprochene Wort herbeigeführt worden sind.” Die bürgerlichen Intellektuellen, die Journalisten, Pfarrer und Juristen verspottet er dagegen als “Tintenritter”, denen “selbst die Kraft und Fähigkeit der Massenbeeinflussung durch das gesprochene Wort ersichtlich fehlt, da man sich immer mehr auf die rein schriftstellerische Tätigkeit geworfen hatte und auf die wirklich agitatorische der Rede verzichtete. Eine solche Gepflogenheit führt aber mit der Zeit zwangsläufig zu dem, was unser Bürgertum heute auszeichnet, nämlich zum Verlust des psychologischen Instinktes für Massenwirkung und Massenbeeinflussung.” (Band II, S. 1191, Kursiv im Original)

Tatsächlich befasste sich Hitler nicht nur in “Mein Kampf” intensiv mit der vergleichenden Wirkung verschiedener Medien wie Reden, Flugblätter, Bücher (die er verachtete), Radio und Filme. Ohne letztere “neue Medien” des 20. Jahrhunderts wie die “Volksempfänger” (Radio) oder “Jud Süß” (Film) wäre die Bewegung der Nationalsozialisten niemals so stark geworden!

Die kritisch edierte Ausgabe von Adolf Hitlers “Mein Kampf” ist schwer zu lesen, belegt aber auch das intensive Interesse Hitlers an den damals “neuen Medien”. Shelfie: Michael Blume

Auch die heutige AfD nutzt bewusst die “neuen Medien”, um die heutigen liberalen Demokraten “zu jagen” und Alexander Gauland weiß genau, was er medial tut: Ich gehe fest davon aus, dass er glucksend einplante, dass seine Paraphrasierung der Hitlerrede in der FAZ – die so dumm war, ihm zu trauen – auffallen würde. Die tage-, vielleicht gar wochenlange Erregungswelle war eingeplant und gewollt. Ich gehe also davon aus, dass Gauland 1. weitere “Fundstellen” zu anderen Texten eingebaut hat und 2. eisern dementieren wird, die Urtexte überhaupt zu kennen. So erzeugt er wieder eine lange Phase der Aufmerksamkeit für sich und seine Partei und führt uns heutige “Tintenritter” als Empörungskasper vor. Die demokratischen Parteien werden die AfD erst wieder zurückdrängen können, wenn sie digital-medial ebenbürtig werden – davon sind sie aber leider noch meilenweit entfernt.

Der Noahsohn Shem – Sem – gilt im Judentum als Begründer der schriftbasierten Kultur. Antisemiten hassen und bekämpfen genau diese. Aufnahme vom September 2018 bei der Vollendung einer Thorarolle im Stuttgarter Rathaus. Foto: Simone Helmschrott

Ganz ebenso wissen heutige Salafisten vom selbsternannten “Islamischen Staat” bis zu Pierre Vogel natürlich ganz genau, dass schon das bloße Fotografieren unter den Salafisten des frühen 20. Jahrhunderts noch als sündhafte Neuerung (Bid’a) galt. Es ist ihnen aber egal, denn sie nutzen das Internet und besonders gerne soziale Netzwerke, um hochkarätige Propaganda zu betreiben. Rechte und religiöse Extremisten lieben und verfeinern oft das Spiel mit Emotionen, Mythen und Medien und sind damit uns braven, oft etwas langweiligen Moderaten aller – und keiner – Konfession meist haushoch überlegen.

Daher habe ich mich sehr gefreut, dass das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen von Demokratie leben ein Projekt des Vereins Neue Narrative e.V. gefördert hat, um der Radikalisierung im Netz mit Aufklärungsangeboten entgegen zu wirken. Gerne stellte ich mich in Räumen des Deutschen Bundestages für eine Videoreihe zu Verschwörungsmythen zur Verfügung. Dabei bat ich um ein zunächst einfaches Setting ohne Bilder oder anderen Schnickschnack, da ich – auch mit Ihnen – herausfinden möchte, was digital und medial funktioniert. Ist die frontale Ansprache eine gute Idee? Kommen wesentliche Informationen so an und rüber? Sollten wir mit Grafiken und Einblendungen arbeiten, oder vielleicht gerade beim “puristischen” Stil bleiben?

Sieben Teile sind bereits geschnitten und eingestellt, unten jenes zur Bedeutung der digitalen Medien für populistische und extremistische Gruppen. Über allerlei Rückmeldungen zu diesen Videos – außer zu meiner Frisur 😉 – würde ich mich wirklich sehr freuen, da wir nur so besser werden können. Gerade auch im Kampf gegen den #Antisemitismus wird es allerhöchste Zeit, den digital-medialen Rückstand gegenüber den Aggressoren und Populisten endlich aufzuholen.

Wie und warum die ab 1485 verzögerte Einführung des Buchdrucks die Hochkulturen des Islam in die bis heute dauernde Krise stürzen ließ, erfahren Sie bei Interesse übrigens noch im alten Medium – des Buches…

Wenn alte und neue Medien miteinander interagieren: Empfehlung für “Islam in der Krise” von Arik Platzek. Twitter-Screenshot: Michael Blume, mit freundlicher Genehmigung

 

Dr. Michael Blume studierte Religions- und Politikwissenschaft und spezialisierte sich auf die Hirn- und Evolutionsforschung. Buchautor, Uni-Dozent, Wissenschaftsblogger und christlich-islamischer Familienvater. Hat auch manches erlebt und überlebt...

30 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Ich habe zum Vergleich noch mal bei Pierre Vogel reingesehen: Er ist im Gegensatz zu Ihnen bemüht, in die Kamera zu sehen, das heißt, mich direkt als Zuschauer anzusehen.

    Bei Ihnen sehe ich zu viel zu wenig: Ich sehe den Partner mit, zu dem Sie reden, und ich sehe den Kameramann links daneben. Nicht. Aber doch.

    Also entweder Talk-Format mit Partner (Vorbild vielleicht „Jung und naiv“ mit wenig Kameraaufwand), oder bitte Gesprächspartner und Kameramann ausblenden, indem Sie direkt in die Kamera schauen.

    Muß ja nicht stimmen, nur ein Gedanke.

    Wenn Sie sich mal durch Hitlers „Tischgepräche“ schmökern, werden Sie übrigens feststellen, daß er sich autodidaktisch durchaus eine Menge Halb- und Fünfachtel-Bildung angefressen hat, aus Büchern. Man versteht, wie gehobenes Bürgertum, das den brüllenden Mann in brauner Uniform am Rednerpult verachtete, auf einmal ganz angetan war, wenn sie ihn persönlich im kleinen Kreis im Frack kennen lernten.

  2. Nun beteiligen Sie sich auch an dieser Kampagne gegen Gauland. Dann informieren Sie sich mal darüber, daß die “urbane Elite” sich so sieht, wie sie Gauland beschrieben hat.

    Siehe dieses Zitat

    Es gibt heute eine globalisierte Klasse der Informationsarbeiter, der die meisten von uns angehören und die viel homogener und mächtiger ist, als sie denkt. Es sind gut gebildete, tendenziell eher junge Menschen, die sich kulturell zunehmend global orientieren, die die “New York Times” lesen statt die Tagesschau zu sehen, die viele ausländische Freunde und viele Freunde im Ausland haben, die viel reisen, aber nicht unbedingt, um in den Urlaub zu fahren. Es ist eine Klasse, die fast ausschließlich in Großstädten lebt, die so flüssig Englisch spricht wie ihre Muttersprache, für die Europa kein abstraktes Etwas ist, sondern eine gelebte Realität, wenn sie zum Jobwechsel von Madrid nach Stockholm zieht.

    Dies stand in dieser Zeitung. Das ist interessanterweise dieselbe Zeitung, in der Herr Benz seinen Artikel schrieb.

    Hat nun Herr Gauland von Hitler oder von Herrn Seemann “abgeschrieben”? Ich denke, daß es sich Herr Benz hier zu einfach macht.

    • Ach, @Rudi Knoth – ich schrieb es doch oben:

      1. Sicher hat Gauland verschiedene Textquellen genutzt und freut sich an der Schnitzeljagd.

      2. Die Hitler-Spur ist so nah gehalten, dass sie Erregung erzeugt, aber noch dementiert werden kann.

      Lassen Sie sich doch bitte nicht so einfach manipulieren, @Rudi Knoth. Durchschauen Sie das Spiel, das gar nicht so hochentwickelt ist…

  3. @Michael Blume 12. Oktober 2018 @ 07:54

    Nun habe ich den Text von Herrn Gauland nicht gelesen, weil mich die Bezahlschranke davon abhielt. Aber den Text im Tagesspiegel kann man ohne zu bezahlen lesen. Und die Ähnlichkeit des Zitates in diesem Text zu dem Text in dem anderen Artikel ist doch verblüffend. Und eine ähnlich klingende Selbstbeschreibung dieser “urbanen Elite” meinte ich anderswo schon mal gelesen zu haben. Ich bleibe dabei, Wolfgang Benz will mit seiner Hitler-Anspielung manipulativen Hitler-Vergleich herstellen. Wohl wissend, daß diese Leute sich so sehen.

  4. Michael – Dein Regal muss dringend umgeräumt und angemessen sortiert werden! Für jeden denkenden Menschen (und jedes fühlende Buch) ist diese Sortierung unerträglich. Auf der Upside allerdings vergrätzt Du bestimmt die Rechten, wenn Du seinen Kampf neben einen Blume stellst (dass das die kommentierte Version ist … so weit lesen sie nicht : ).

    • @Arvid

      Das kann ich aufklären: Dies ist eines der Arbeitsregale, in denen ich die Bücher einstelle, aus denen ich gerade lese und zitiere. Da werden also bald wieder ganz andere stehen. #Mixit #Diversity #KritischeEdition 🙂

  5. @ alle
    “….Lassen Sie sich doch bitte nicht so einfach manipulieren, @Rudi Knoth. Durchschauen Sie das Spiel, das gar nicht so hochentwickelt ist…” (Zitatende)

    Rudi Knoth schätze ich aber so ein, dass auch er weiß, dass nicht nur auf einer Seite “Spielchen gespielt” werden. (-:

  6. @Alubehüteter 12. Oktober 2018 @ 15:18

    Danke für den Hinweis. Ich habe mir den ganzen Text angesehen. Es geht also um eine Rechtfertigung von Populismus (rechts oder links). Der vierte Absatz stellt eine Beschreibung dieser “urbanen Elite” dar, die z.B. Herr Seemann auch von sich gibt. Also da ist der Hitler-Vergleich problematisch. In den weiteren Teilen wird schon das Bild des “vaterlandslosen Gesellen” gezeichnet. Die sit zwar nicht schön, aber auch nicht “allein Hitler”. Interessant die Benennung von KMU und “einfachen Leuten”. Man nannte diese Leute auch “Kleinbürger”. Diese verehrten Hitler schon. Es bleibt schon ein Nachgeschmack, aber mit Hitler oder Nazis hat dieser Artikel nur in Teilen zu tun.

    @little Louis
    Ich bin einfach skeptisch, wenn ein Text nicht vollständig einfach verfügbar ist, und aus Teilen dann jemand dämonisiert wird. Das fing mit dem Buback-Nachruf an und ging mit der Rede von Herrn Homann und von Frau Eva Herman weiter.

  7. Gauland und Sarrazin wollen lediglich für einen diskreten Philofaschismus stehen, deren schmutzige Arbeit ihnen die rechtsradikale Extremistenszene abnimmt und mit deren Konsequenzen die nichts zu tun haben wollen.

    Biedermann und die Brandstifter.

  8. Bei Hitler ging es um eine (mutmaßlich jüdische) Weltverschwörung, die überall und nirgendwo zuhause ist, und deswegen gelassen zuschauen kann, wie seßhafte “Arbeiter- und Bauernvölker” sich gegenseitig in Kriegen massakrieren.

    Bei Michael Seemann (ein Namensvetter von Ihnen) ging es um den Gegensatz “somewheres” und “anywheres” insofern, als daß er sich nicht einer Verschwörung, sondern einer “eine[r] globalisierte[n] Klasse der Informationsarbeiter” angehörig fühlt, die überall und nirgendwo zuhause ist.

    Gauland hat ganze Passagen von Seemann abgeschrieben. Macht das Seemann zum Nazi?

    Hitler war Vegetarier und Nichtraucher. Meine Frau ist Vegetarierin, und in unserer engeren Familie raucht niemand. Ich mag Gauland auch nicht besonders (sein Spruch über Boateng war damals definitiv eine gezielte Provokation), aber nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich.

    Ich lese ja unheimlich gerne, aber “Mein Kampf” und der Koran waren die beiden Schriften, bei denen ich keinerlei Durchhaltevermögen hatte. Selbst der Leviticus war besser erzählt. Oder der Monolog von John Galt in “Der Streik”.

  9. @ rudi Knoth und
    ..Ich bin einfach skeptisch, wenn ein Text nicht vollständig einfach verfügbar ist, und aus Teilen dann jemand dämonisiert wird. Das fing mit dem Buback-Nachruf an und ging mit der Rede von Herrn Homann und von Frau Eva Herman weiter. ..” (Zitatende)

    Da tragen Sie (bei mir ) Eulen nach Athen. Und zwar egal aus welcher Himmelsrichtung.

    • @rudi Knoth und @little louis

      Interessant: Sowohl bei Martin Hohmann (inzwischen MdB der AfD) wie auch bei Eva Herman haben sich m.E. die anfänglichen Indizien und Befürchtungen voll bestätigt. Es kommt ja immer wieder vor – denken wir auch an Martin Luther -, dass sich Menschen in gehobenem Alter noch einmal radikalisieren.

      Wie war das bei Ihnen beiden sowie bei @Peter Müller? Standen Sie schon immer so weit rechts oder waren Sie in jüngeren Jahren noch stärker in der Mitte, gar links anzutreffen? Ich frage aus ehrlichem Interesse (und achte Ihre Anonymität dabei selbstverständlich).

  10. @Michael Blume 13. Oktober 2018 @ 11:13

    Wie war das bei Ihnen beiden sowie bei @Peter Müller? Standen Sie schon immer so weit rechts oder waren Sie in jüngeren Jahren noch stärker in der Mitte, gar links anzutreffen? Ich frage aus ehrlichem Interesse (und achte Ihre Anonymität dabei selbstverständlich).

    Ihre Frage erinnert mich an die Frage “Schlagen Sie Ihre Frau immer noch”? Nun ich verrate Ihnen, daß ich morgen weder NPD, CSU oder AfD wähle. Nun zu den drei von mir genannten Fällen:

    1. Buback-Nachruf: Das war bestimmt kein Rechter oder? Das Zitat stand zwar in seinem Text drin, aber er hat diese Straftat oder generell Straftaten nich1 befürwortet.

    2. Matin Hohmann: Hier wurde wahrheitswidrig behauptet, daß der die Juden als Tätervolk bezeichnet hätte. Dies hat er aber nicht gesagt, sondern er hat gesagt “aus diesem Grund könnte man die Juden als Tätervolk bezeichnen”. Dies hat er aber gleich danach verneint und Deutsche wie Juden von diesem Vorwurf “freigesprochen”

    3. Eva Herman: Aus Ihrem Statement in dem Interview wurde gefolgert, daß sie auch “Gutes” an der NS-Zeit gefunden hätte. Die ist falsch. Sie sprach von “schlimmer Zeit” und einem “durchgeknallten Politiker”. Erkennen Sie da eine positive Bewertung der NS-Zeit? Ich nicht.

    Zu meinem Verhältnis zwischen mir und “little Louis”: WIr beide sind uns selten einig. Aber in zwei Punkten sind wir etwas näher: In der Befürwortung für Karl Popper und gewissen Zweifeln an Medienkampagnen, in denen sogar wie im jetzigen Fall der kritisierte Text nicht kostenfrei zur Verfügung steht.

    • @Rudi Knoth

      Echt jetzt, Sie schlagen immer noch? 😉 😮

      Ernsthaft: Wie Sie wissen, geht es mir wirklich ums Verstehen. So ist zum Beispiel auffällig, dass in Ihrer Auflistung von „Medienkampagnen“ nur sehr rechte Opfer vorkommen, z.B. ein Christian Wulff dagegen fehlt… Eine Ausnahme könnte der „Buback-Nachruf“ sein, der jedoch „vor meiner Zeit“ stattfand und über den ich mich gerne informiere…

      Diese spezifische Sympathie für „rechte“ Opfee würde ich schon gerne besser verstehen, zumal Sie ja nach eigenen Angaben anders wählen…

  11. Zu:
    “..Aber in zwei Punkten sind wir etwas näher: In der Befürwortung für Karl Popper und gewissen Zweifeln an Medienkampagnen, in denen sogar wie im jetzigen Fall der kritisierte Text nicht kostenfrei zur Verfügung steht….” (Zitatende)

    Das ist aber schön. Und über den Rest werden wir uns irgendwann eventuell auch noch einig. .Spätestens wenn “neue Evidenzen” vorliegen. Ich bin da ein wenig optimistisch, weil ich Ihre jetzige Position so ähnlich auch mal eingenommen hatte.

    Aber ich musste mich heute schon wieder ärgern . Über einen PR- Artikel über den Cern- LHC in einer Tageszeitung. In dem stolz geschildert wird, dass dort “unzählige Datenmengen” anfallen, die man “weder abspeichern noch transportieren könne” “(Sagte Arnulf Quadt)” Man würde diese deshalb durch “hochgezüchtete Statistik und neuronale Netze auf die “interessanten Fälle reduzieren, wo ein Higgs- Teilchen entstanden sein sollte.”

    Ich glaube allmählich, diese Disziplin wird irgendwann zu Herrn Blums Metier gehören.
    Ach was. Nur Spaß. Und zudem darf man hier ja nichts dazu schreiben.
    Beste Grüße.

    • @little Louis

      Ich darf also endlich hoffen, zum reptiloiden Superverschwörer mit eigenem Raumschiff befördert zu werden? 🙂

      Bisher wurde ich schon als heimlicher Jude, Muslim, Katholik, Freimaurer, US-Agent, Illuminat, Semit, Antisemit, Frau, Nationalist und Evangelikaler verdächtigt – aber noch immer nicht als Chemtrail-Pilot und reptiloides Alien! Dann wäre das Verschwörungskartenset endlich komplett! Und wenn es sich für Sie evident genug anfühlt… 😉 🙂

  12. @Michael Blume 13. Oktober 2018 @ 13:32

    Diese spezifische Sympathie für „rechte“ Opfer würde ich schon gerne besser verstehen, zumal Sie ja nach eigenen Angaben anders wählen…

    Eigentlich auch aus dem einfachen Grund weil der Nazi-Vorwurf recht gerne genannt wird und nach Aussage von Sascha Lobo in SPON mit dem Titel “Her mit den Nazikeulen” als eine Art “Disziplinierungsmittel” eingesetzt werden soll. Man sollte bei diesem Begriff noch mal genau nachdenken, bevor man ihn verwendet. Denn sonst wird dieser unglaubwürdig.

    • @Rudi Knoth

      Sie haben aber schon mitbekommen, dass ich in einem anderen Blogpost genau über einen solchen absurden Vorwurf spotte? Wie kommen Sie nur darauf, ich würde nicht wissen, dass auch NS-Vokabular immer wieder missbraucht wird? (Wobei es interessanterweise ja gerade auch von Kommentierenden wie Ihnen selbst gerne eingeführt wird…)

      Meine Hypothese: Da Sie emotional näher bei Hohmann als bei Wulff sind, empfinden Sie den Sturz des Ersteren stärker als „Medienkampagne“ als den des Letzteren. Diese Orientierung an „gefühlter“ Wahrheit verbindet Sie auch mit @little Louis.

      Was meinen Sie? 🙂

  13. @little Louis 13. Oktober 2018 @ 13:53

    Aber ich musste mich heute schon wieder ärgern . Über einen PR- Artikel über den Cern- LHC in einer Tageszeitung. In dem stolz geschildert wird, dass dort “unzählige Datenmengen” anfallen, die man “weder abspeichern noch transportieren könne” “(Sagte Arnulf Quadt)”

    Das ist nicht schön. Denn dann sucht man nur nach Ereignissen, die eine Theorie stützen. Und diese Selektivität ist dann nicht im Sinne von Popper.

  14. @Michael Blume 13. Oktober 2018 @ 17:28

    Meine Hypothese: Da Sie emotional näher bei Hohmann als bei Wulff sind, empfinden Sie den Sturz des Ersteren stärker als „Medienkampagne“ als den des Letzteren. Diese Orientierung an „gefühlter“ Wahrheit verbindet Sie auch mit @little Louis.

    Eigentlich bin ich keinem der Beiden emotional verbunden. Wie ich schon sagte, verbindet mich mit “little Louis” wenig.

  15. @Michael Blume 13. Oktober 2018 @ 18:52

    Eher Eva Herman als Martin Hohmann. Denn ihr wurde damals wirklich etwas unterstellt, was sie nicht gesagt hatte. Und sie hat daraufhin ihren Job verloren. Eventuell waren eher ihre Angriffe auf die 68er der Grund für die Kampagne. Denn in dem Interview hat sie Hitler und den 68ern die Schuld für die Geringschätzung der Mütter gegeben.

    Aber lassen wir das. Das Thema war ja der Artikel von Gauland. UN den kann man wohl unterschiedlich interpretieren.

  16. @ M.B. und:
    …. Diese Orientierung an „gefühlter“ Wahrheit verbindet Sie auch mit @little Louis...”

    Vielleicht sollte ich Ihnen zu Halloween ein Päckchen “Spekulatius” schicken.

  17. @R.K. und:

    “..Eigentlich auch aus dem einfachen Grund weil der Nazi-Vorwurf recht gerne genannt wird und nach Aussage von Sascha Lobo in SPON mit dem Titel “Her mit den Nazikeulen” als eine Art “Disziplinierungsmittel” eingesetzt werden soll…”
    (Zitatende)
    Ich hoffe nicht, dass Sie glauben, ein Sascha Lobo oder gar “SPON” hätten irgendetwas mir “Links” zu tun.

  18. @ M.B. und:
    “…Zum Reformationstag, bitte – wir sind hier in Deutschland… 😉 #NoHalloween 🙂…..”
    (Zitatende)
    Oh my god ! Wie konnte mir das nur passieren? Muss an der unbedingten kulturellen Westbindung liegen. DIe sitzt einfach so tief, dass verschwörerisch- versiffter Altachtundsechziger- Antikapitlismus dagegen machtlos ist. Daran sieht man, wie gut langandauernde Integrationsbemühungen (auf lange Sicht hin) gelingen können.
    Nehmt Euch das zum Vorbild.

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