Aber hier regnet es doch! Der häufigste Bestätigungsfehler in der Klimakrise

So genial unser Säugetiergehirn auch ist – seine Mustererkennung ist fehleranfällig. So neigen wir dazu, spontane Verknüpfungen beizubehalten. Zum Beispiel wird oft vermutet, der Stadtname Regensburg leite sich vom Regen als Niederschlag ab. Aber nein, die ostbayerische Hauptstadt des Regierungsbezirkes Oberpfalz erhielt ihren Namen nach einem römischen Legionslager am Fluss Regen, der Castra Regina.

Blick auf die Steinerne Brücke über die Donau in Regensburg. Foto: Michael Blume

Auch bei der Frage der Niederschlagsmengen nehmen viele von uns intuitiv an, die globale Erhitzung führe zu weniger Regen. Entsprechend werden regenreiche Monate und gut gefüllte Flüsse schnell als vermeintliche Widerlegung oder mindestens Abschwächung der Klimakrise fehl-interpretiert.

Gerade in diesen Tagen, wo sowohl im Süden von Frankreich wie von Spanien bedrohliche Trockenheit um sich greift, wirkt diese Fehlannahme emotional entlastend, was den Bestätigungsfehler (engl. Confirmation Bias) wiederum verstärkt: Wir fühlen uns in falschen, aber eben emotional ansprechenden Wahrnehmungen (Wahr-Nehmungen!) bestätigt.

Doch wer sich wissenschaftlich über zwei Faktoren – die Sättigungsmenge von Wasserdampf in der Luft und die Schneemenge auf den Bergen – informiert, versteht die Zusammenhänge besser und kann besser reagieren.

1. Mehr Hitze -> mehr Starkregen & mehr Trockenheit

Wenn sich die Luft erhitzt, dann kann sie mehr Wasser aufnehmen. Mit jedem Grad steigt die Sättigungsmenge von Wasserdampf. Die Folge: Es wird tatsächlich mehr Wasser in die Atmosphäre gezogen, das häufig an anderen Stellen abregnet.

Sättigungsmenge von Wasserdampf nach Luft-Temperatur. Grafik: Markus Schweiß auf Wikimedia, 2005

So kann beispielsweise in Nordspanien starker Regen niedergehen, während in Andalusien der Donana-Nationalpark samt angrenzender Erdbeerfelder bereits austrocknet. Das zunehmend auch für Deutschland überlebenswichtige Konzept der Schwammstadt zielt darauf, in den Perioden starker, immer öfter sogar extremer Niederschläge das Süßwasser zu speichern, damit es nicht vorschnell in die Salzwasser-Ozeane abfließt, sondern für kommende Dürrephasen in Grundwasser und andere Wasserspeicher wie Moore und Zisternen einsickern kann.

Zukunftsfähig und attraktiv: Auf einer ehemalig versiegelten Brachfläche gestaltete die Stadt Schwäbisch Gmünd einen Schwammplatz mit viel Bepflanzung und auch wasserdurchlässigem Belag. Foto: Michael Blume, 12.05.2023  

Vorausschauende, Mitwelt-orientierte Kommunalpolitik, wie sie Richard Arnold als Oberbürgermeister von Schwäbisch Gmünd vorantreibt, wird in der Bewältigung der Wasserkrise überlebenswichtig.

2. Mehr Hitze -> Niederschlag fließt schneller aus den Bergen

Wie wichtig Gebirge als Wassertürme für Landschaften sind, lässt sich in den riesigen Wüstengebieten Westaustraliens, dem sog. Outback, sehen, wo auf der Fläche der Hälfte Europas nur wenige Menschen und Tiere leben können. Auf Bergen etwa auch der Alpen werden Niederschläge als Eis und Schnee gespeichert, woraus sich dann Bäche und Flüsse oft das ganze Jahr über speisen können.

Doch leider trifft die globale Erhitzung Gebirgsregionen besonders schnell: Wo das Sonnenlicht nicht mehr vom Schnee zurückgestrahlt, sondern vom dunklen Boden aufgenommen wird, steigen die Temperaturen, werden schließlich sogar ganze Berghänge durch das Tauen von Permafrost instabil.

Schon im April zu wenig Schnee. 2002 benannte sich der bayerisch-schwäbische Alpenort Hindelang zu Bad Hindelang um. Foto: Michael Blume, 9.4.2023

In der Schweiz stiegen die Durchschnittstemperaturen bereits um über 2 Grad Celsius und auch in meinem Heimatland Baden-Württemberg werden bereits bis 2040 plus drei Grad Erhitzung erwartet. In Perpignan, Südfrankreich, nahmen verzweifelte Bauern wieder eine traditionelle Heiligen-Prozession für Regen auf.

Für den Ski-Tourismus sind die schwindenden Schneemengen der Alpen schon jetzt ein zunehmendes Problem, das auch durch energie-, arbeits- und wasserintensive Schneekanonen nur noch teilweise ausgeglichen werden kann.

Für immer mehr Flüsse wie den Po, den Rhein und die Rhone bedeutet das, dass auf kurze Phasen von Hochwasser, mitunter gar Sturzfluten immer längere Phasen der Trockenheit folgen, in denen weniger Schmelzwasser abfließt. Der Gardasee und Po-Fluss in Italien trocknen bereits massiv und auch die wirtschaftlich bedeutende Rhein-Schifffahrt leidet bereits zunehmend öfter und länger.

Was hilft? Pflanzenkost und Wälder

Die bittere Wahrheit ist: Die Klimakrise der globalen Erwärmung schlägt bereits seit Jahren in Ländern des eurasischen Gürtels wie des Irak in die Wasserkrise um. Immer mehr Regionen der Erde werden für Menschen und viele Tiere faktisch unbewohnbar. Und dieser Trend greift auch bereits auf Europa über und wird Sommer 2023 auch Deutschland merkbar erreichen. Neben die – noch immer viel zu langsam geschehende – Reduktion von Treibhausgasen wie CO2 und Methan zum Abbremsen der Erhitzung tritt daher die Frage nach der Klimaanpassung: Wenn das Süßwasser immer schneller abzuregnen und abzufließen droht, sich auch die Grundwasser-Speicher immer schneller leeren, dann muss es anders gehalten werden.

Neben dringend notwendigen Infrastruktur-Maßnahmen wie Schwammstädten und Speicherseen richtet sich dabei neue Hoffnung auf die Wälder, von denen es in Deutschland noch immer einige gibt. Der bekannte Förster Peter Wohlleben erklärte dazu in der Stuttgarter Zeitung vom 25.04.2023: “Ich will niemandem den Fleischkonsum verbieten. Aber wenn wir in Deutschland zum klassischen Sonntagsbraten zurückkehren würden, also nur ein Mal in der Woche Fleisch essen würden, könnten wir 50.000 Quadratkilometer, mehr als die Fläche Niedersachsens, wiederbewalden und die deutsche Waldfläche um 50 Prozent erhöhen. Riesige Wälder könnten entstehen, es würde kühler und feuchter werden und mehr regnen.” 

Auch Wohlleben selbst ist inzwischen Vegetarier geworden, doch schon jeder Schritt weg vom Tierfleisch aus industrieller Massentierhaltung hilft. Denn solches Fleisch wird mit massiver Vergeudung von Wasser, Energie, Arbeitskraft und Futtermitteln produziert, die wiederum riesige Flächen beanspruchen. Pflanzenkost ist also nicht nur lecker, gesund und vermeidet Tierleid sowie Treibhausgase. Der Verzicht auf Fleisch spart auch Ackerflächen, auf denen in Zukunft wieder Wälder wachsen, Wasser gespeichert und die Luft aufgefrischt und gekühlt werden können.

Wassersparende Pflanzenkost und Mitwelt-orientierte Infrastruktur bilden die beiden Säulen menschlicher Zukunft.

Wir können der Klima- und Wasserkrise nicht mehr entgehen; aber wenn wir unsere Mitwelt (nicht nur Umwelt) samt Regen, Flüssen und Wäldern wertschätzen, können wir als Menschheit noch immer an vielen Orten gut leben.

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Dr. Michael Blume studierte Religions- und Politikwissenschaft & promovierte über Religion in der Hirn- und Evolutionsforschung. Uni-Dozent, Wissenschaftsblogger & christlich-islamischer Familienvater, Buchautor, u.a. "Islam in der Krise" (2017), "Warum der Antisemitismus uns alle bedroht" (2019) u.v.m. Hat auch in Krisenregionen manches erlebt und überlebt, seit 2018 Beauftragter der Landesregierung BW gg. Antisemitismus. Auf "Natur des Glaubens" bloggt er seit vielen Jahren als „teilnehmender Beobachter“ für Wissenschaft und Demokratie, gegen Verschwörungsmythen und Wasserkrise.

157 Kommentare

  1. “… könnten wir 50.000 Quadratkilometer, mehr als die Fläche Niedersachsens, wiederbewalden und die deutsche Waldfläche um 50 Prozent erhöhen. Riesige Wälder könnten entstehen, es würde kühler und feuchter werden und mehr regnen.”

    Doch weil wir aus wettbewerbsbedingten Gründen auch wieder Krieg in Europa spielen, wird die Gestaltung “unserer” Umwelt …”
    👋😉👍

    • Nein, @hto, nicht „wir“ sind es, die „aus wettbewerbsbedingten Gründen Krieg spielen“ – sondern der Ex-KGB-Mann Putin hat die Republik der Ukraine 🇺🇦 angegriffen. Ihr antiwestlicher Dualismus a la Wagenknecht & Ganser ist nicht nur sachlich falsch und überholt, sondern auch moralisch schwach. Sie verharmlosen Faschismus durch abgestandene Verschwörungsmythen – und Sie wissen, aber verdrängen es. Nicht fresh, sondern cringe. 😉🤔🤷‍♂️

      • Moralisch schwach sind Heuchler und Lügner, ich weiß, daß auch wir immernoch im wettbewerbsbedingten Kreislauf des imperialistisch-faschistischen Erbensystems um die Deutungshoheit agieren, wobei die Ukraine sozusagen unter die Räder gebracht/gekommen ist – Hätten wir keine Waffen geliefert, wären längst nicht soviele Ukrainer und Russen getötet worden, ausserdem ist der dadurch entstandene Hass vor allem uns anzurechnen.

        • Nein, @hto – ich schreibe hier gerade von der Verleihung des Theodor-Heuss-Preises 2023 in Stuttgart an Leonid Wolkow, Mitgründer und Vorstandsmitglied der von Alexei Nawalny gegründeten Antikorruptionsstiftung ACF International. Dass Sie sich an der Verbreitung von Putin-Propaganda beteiligen, der den Krieg gegen das Memorandum von Budapest und gegen die friedliche Republik der Ukraine entfesselt hat, ist für jeden vernünftigen Menschen klar zu erkennen. Ihr Geschwurbel dazu ist nicht nur schwer erträglich, sondern längst wirkungslos. (Und Ihre ständigen Beschimpfungen gegen mich schalte ich gar nicht mehr frei, sondern betrachte ich als Auszeichnung.)

          Zum Budapester Memorandum:

          https://de.m.wikipedia.org/wiki/Budapester_Memorandum

          Lügen und Hetze verlieren auf Dauer immer, @hto.

          • @Blume: “… sondern längst wirkungslos.”

            Tja, das denke ich allerdings auch.
            👋🥴👍

  2. Das Thema Wasser ist hoch komplex, deshalb meine Ergänzung bitte nicht als Vorwurf verstehen. Das in einem einzigen Artikel abzuarbeiten ist unmöglich. Eine Anmerkung muss aber noch sein. Wenn es wie in letzter Zeit etwas mehr regnet, dann profitiert die oberste Schicht (wenn es hochkommt 2 Meter) des Untergrundes davon, die haben gerade viel Wasser, wovon auch die Pflanzen was haben. So schnell wie das feucht wurde trocknet es leider auch wieder aus, so bald die Sonne scheint und es nicht mehr regnet.
    Bis aber aus Regen Grundwasser wird, das dauert. Es reicht daher nicht, wenn wir uns nur die oberste Schicht des Untergrundes ansehen, und uns darüber freuen, das die im Moment ausreichend Wasser enthält. Für die Pegelstände der Flüsse, für die Trinkwassergewinnung… sind die Grundwasserpegel von entscheidender Bedeutung. Die aufzufüllen ist eine richtig langwierige Angelegenheit, wofür es über Monate hinweg regelmäßige Schauer braucht.

    Damit zurück zum Bestätigungsfehler. Wenn mancher meint, es regnet doch, dann wird oft auch damit verbunden, das die Pflanzen mit Wasser versorgt sind, und es wird die Schlussfolgerung gezogen: alles bestens.
    So einfach ist es leider nicht. Wenn wie derzeit die oberste Schicht des Untergrundes ausreichend Wasser enthält, dann ist das zwar schön und gut, betrifft allerdings nur einen kleinen Teil dessen, was alles unter unseren Füßen ist. Nur besteht die Erde unter uns nicht nur aus dem von Wurzeln durchzogenen Bereich, sondern ist viel mächtiger. Die ganzen tieferen Bereiche bei der Betrachtung außen vor lassen greift deshalb viel zu kurz. Es wird ein großer Teil des Problems übersehen.

    • Danke, @Bambusradler – Ihr Kommentar ist nicht nur inhaltlich völlig okay, sondern aus meiner Sicht auch sehr erfreulich!

      Denn wie Sie zu Recht schreiben: Kein einzelner Blogpost kann dem interdisziplinären Themenkreis Wasser & Wasserkrise je gerecht werden. Umso wichtiger und schöner ist es, wenn Kommentierende wie Sie den jeweiligen Post konstruktiv erweitern – statt den Wissenschaftsleugnern und Dualistinnen das Feld zu überlassen, die zum Thema Klimakrise immer wieder auftauchen.

      Daher mein Dank – und die Hoffnung, Sie und andere wissenschaftlich Informierte hier öfter lesen zu dürfen! 🙏💧🖖

    • Danke, @Noch‘n Wort! Persönlich habe ich große Probleme mit dem Begriff „Klimaschutz“. Ein Klima wird es auf unserem Planeten noch Jahrhundertmillionen geben – „das Klima“ braucht keinen menschlichen „Schutz“. Wir selbst sind es, die unsere Mitwelt schützen müssten – oder eben aussterben werden.

      • Sehe ich auch so. Aber leider hat sich der Begriff festgesetzt. “Klimastabilisierung” oder “Klimaverschlechterungsverlangsamung” klingen zu kompliziert, sind zu lang, und mit der “-verschlechterung-” auch affektiv negativ besetzt — das taugt nicht für’s Wählerbinden.

        • Klar, @Sigi W – wir werden auch alle „sowieso“ einmal sterben. Das rechtfertigt jedoch weder Mord noch fahrlässige Tötung.

          Relativismus ist richtungs- und ehrenlos:

          https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/relativismus-dualismus-und-monismus-auf-twitter-mastodon-chatgpt-und-instalive/

          Nach meiner Überzeugung lohnt sich menschliches Überleben schon der noch unabsehbaren Erkenntnisse wegen, die auch die Zeit betreffen:

          https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/dennoch-liberale-anthropodizee-nach-karl-popper/

          Der Fachausdruck für die von Ihnen angeführte Frage (Warum noch weiteres, menschliches Leben?) lautet übrigens Anthropodizee und ist die philosophische Schwester der Theodizee.

          Bleiben Sie gerne dran – falls Sie sich trauen! 😊📚☕️

  3. Theoretisch dürft es gar keine Wasserkrise geben, Wasser ist das häufigste „Element“ das auf der Welt vorkommt.

    Das Problem ist nur, es ist nicht immer in der richtigen Menge und zum richtigen Zeitpunkt genau dort wo man es benötigen würde.

    Ich bewundere z.B. die Moslems in Arabien ungemein, weil sie es schaffen, mit der Hitze und dem Wassermangel zurecht zu kommen. Sie haben sich perfekt der Situation angepasst.

    Übrigens auch die Juden, weil sie das Hitze- und Wasserproblem mit Hochtechnologie angegangen sind, Wasserpipelines und Entsalzungsanlagen gebaut haben und sogar den Arabern mit Trinkwasser behilflich sind.

    Es führte vermutlich zu den bekannten Konflikten, weil die Juden von der eher nomadischen Lebensweise der Völker abgegangen sind und einfach einen Staat gebildet haben. Was eigentlich in der neueren Zeit auf der ganzen Welt üblich ist.

    Um die exponentiell zunehmende Weltbevölkerung insgesamt mit lebenswichtigen Ressourcen ausreichend zu versorgen, wurde das Konzept der „Massenproduktion“ entwickelt und höchst erfolgreich etabliert.

    Damit wurde das Ernährungsproblem Welt weit praktisch gelöst. Massenweise verhungerte Menschen gibt es kaum mehr….

    Den dort lebenden Völkern wurden recht willkürliche Grenzziehungen zugemutet, ohne auf die heiklen völkisch – psychologischen Gegebenheiten Rücksicht zu nehmen. Das sollte zum Nutzen aller behutsam korrigiert werden.

    Die Araber könnten sich weiter entwickeln. Könnten aus der Sonneneinstrahlung und Hitze Energie gewinnen, exportieren und komfortable Lebensformen „unterhalb“ der Energietechnik, allenfalls sogar unterirdisch entwickeln. Die Wasserversorgung könnte über Pipelines und Entsalzungsanlagen erfolgen.

    Statt Kriege zu führen, könnte eine kooperative weltweite Zusammenarbeit angestrebt werden und alle Synergie Möglichkeiten bestens zum Wohle aller Menschen genutzt werden.

    Das „natürliche Aggressionsproblem“ könnte ähnlich wie im futuristischen Thriller „das 10. Opfer“ mit Marcello Mastroianni und Ursula Andress „abgearbeitet“ werden.

    • Danke, @Elektroniker – wobei ich einiges leider zurechtrücken muss. So haben sich „die Araber“ ebenso wie etwa „die Europäerinnen“ über Jahrhunderte hinweg über die kulturelle Evolution an das Klima früherer Jahrhunderte angepasst – und geraten nun angesichts der Klimakrise unter massiven Hitzemord-Druck.

      Hier auf dem Blog hatte ich ja schon mehrfach auch über den Irak geschrieben. Aber auch etwa in einem Vortrag bei der Zeppelin-Universität in Friedrichshafen zum verschwörungsmythologischen Dualismus im Reichsbürgertum und Islamismus konnte ich über die zur Wasserkrise eskalierende Klimakatastrophe sprechen:

      https://www.schwaebische.de/regional/bodensee/friedrichshafen/antisemitismusbeauftragter-warnt-in-friedrichshafen-vor-verrohung-1604322

      Ich fürchte also, dass wir auch in den kommenden Jahren erleben werden, dass gerade auch arabische Menschen unter Hitze und vor allem Wassermangel leiden werden. Der auch von Ihnen angesprochene Staat Israel liefert aus der Meerwasserentsalzung inzwischen Unmengen Süßwasser sowohl an Jordanien wie auch an Gaza (!), um den völligen Zusammenbruch der dortigen Strukturen zu verhindern. Kein größeres Volk des eurasischen Gürtels wird ohne Zusammenarbeit in der Region überleben können.

  4. @ Michael Blume 13.05.2023, 10:43 Uhr

    Zitat: “Nein, @hto, nicht „wir“ sind es, die „aus wettbewerbsbedingten Gründen Krieg spielen“ – sondern der Ex-KGB-Mann Putin hat die Republik der Ukraine 🇺🇦 angegriffen.“

    Das Problem begann viel früher, nicht erst am 24.2.2022.

    Es begann mit der „Nato Osterweiterung“, mit der Installation der Ukraine als „unabhängigen“ Staat, wobei Russland vom Schwarzmeerzugang abgeschnitten wurde.

    Der „Casus Belli“ war, als die Ukraine den Russen Sewastopol abknöpfen und an die Nato verhökern wollte.

    Man stelle sich das umgekehrt vor. Der Warschauer Pakt hätte durch Förderung von Streiks und Arbeiteraufstände Westeuropa destabilisiert, sich immer mehr nach „Westen erweitert“, einen Staat nach dem anderen “inhaliert“. Glauben Sie ernsthaft irgendwer von der Nato hätte diesem Treiben länger zugeschaut?

    Selbstverständlich hätte es gekracht! Es war sonnenklar, dass es früher oder später bei der Nato Osterweiterung zwangsweise zum Krieg kommen musste…., außer die Nato hätte doch noch im letzten Moment ihren Schwanz eingezogen….

    Wen es womöglich in der Türkei auch noch „kracht“ (Bürgerkrieg), dann stehen wir vor einem Weltkrieg.

    • Nein, @Elektroniker – schon die Sowjetunion selbst war ein aggressives Imperium, was doitsche Rechte früher noch begriffen haben. Nach dem Zerfall dieser KP-Diktatur wurde auch die Ukraine 🇺🇦 unabhängig – und ihr wurde ausdrücklich auch von Russland die Sicherheit und territoriale Integrität im Budapester Memorandum von 1994 zugesichert, wenn sie ihre Atomwaffen abgebe.

      https://de.m.wikipedia.org/wiki/Budapester_Memorandum

      Es gibt keine Rechtfertigung für die mörderischen und am Ende selbstzerstörerischen Kriegszüge von Wladimir Putin. Leute wie Sie haben den nicht erst demokratischen, sondern schon menschlichen Anstand der Feigheit und Tyrannophilie geopfert. Das ist auch im Hinblick auf die zahlreichen, auch russischen Kriegsopfer erbärmlich. Sie sind zu schwach für die Wahrheit und also charakterlich unfähig zur Freiheit.

    • @Elektroniker

      Mal abgesehen von “Gorbatschow mit den “kleinen” Staaten und die Globalisierung” 1996 in den USA, das Problem, welches stets die Kapitulation vor der wettbewerbsbedingten Symptomatik verlangt, beginnt schon mit der Konfusion infolge der “Vertreibung aus dem Paradies” (Mensch erster und bisher einzige geistige Evolutionssprung) – Nur der Beginn einer wirklich-wahrhaftigen Kommunikation zur Vernunft des ganzheitlichen Wesens Mensch im globalen Gemeinschaftseigentum kann uns noch retten.

      • Ladies and Gentlemen, hier können Sie einen Querfront-Brückenschlag dualistischer, älterer Männer von Linksaußen (@hto) und Rechts (@Elektroniker / @Realo etc.) live beobachten. Die Verbreitung von Lügen und Putin-Propaganda selbst unter Blogposts zum Thema Regen und Wasserkrise gehört zu diesen Varianten zugleich feiger und toxischer Männlichkeit.

        Aber erkennen wir auch bitte an: Die Herren tragen hier (ggf. ungewollt) zur Aufklärung bei. 😊🙏☕️

  5. “Auch bei der Frage der Niederschlagsmengen nehmen viele von uns intuitiv an, die globale Erhitzung führe zu weniger Regen. Entsprechend werden regenreiche Monate und gut gefüllte Flüsse schnell als vermeintliche Widerlegung oder mindestens Abschwächung der Klimakrise fehl-interpretiert.Gerade in diesen Tagen, wo sowohl im Süden von Frankreich wie von Spanien bedrohliche Trockenheit um sich greift, wirkt diese Fehlannahme emotional entlastend, was den Bestätigungsfehler (engl. Confirmation Bias) wiederum verstärkt: Wir fühlen uns in falschen, aber eben emotional ansprechenden Wahrnehmungen (Wahr-Nehmungen!) bestätigt.” In Deutschland ist die Trockenheit momentan kein Problem, es ist eher nass. Im globalen Mittel beträgt nach Reanalyse NCEP prate.sfc.mon der tägliche Niederschlag 2,8 mm im Mittel der vergangenen 12 Monate. Die Niederschlagsmenge im Mittel 1948-2023 beträgt ebenfalls 2,8 mm pro Tag und hat sich somit wenig zeitlich verändert. Wissenschaft ist die Analyse von Beobachtungen.

    • Meine Güte, @Paul Berberich – Wissenschaft beginnt damit, dass man(n) Wissenschaft erst einmal versteht.

      Vielleicht versuchen Sie es ja nochmal mit diesem Blogpost. Ich habe mich bemüht, ihn in möglichst leichter Sprache und mit freundlichen Fotos zu verfassen. Wenn Sie sich ein wenig anstrengen, dann könnten Sie es sicher schaffen. Es liegt sicher nicht an Ihren Fähigkeiten, sondern nur an Ihrem Wollen. Good riddance!

    • > In Deutschland ist die Trockenheit momentan kein Problem, es ist eher nass.

      Ähm, nö. Nur oberflächlich.

      … bei uns in der Umgebung ist das Grundwasser in den letzten Monaten so stark abgesunken, dass die Brunnen der Grundwasserwärmepumpen nicht mehr tief genug sind und somit nicht funktionstüchtig. Seit März haben wir einen kompletten Heizungsausfall.

      Quelle: Leserbrief zu https://blog.fefe.de/?ts=9aaa7724 — Auf die schnelle leider keine bessere Quelle. Aber fefe korrigiert seine Irrtümer immer schnell, und da “Fefes Blog […] ein Leitmedium der Nerdszene” ist (Wikipedia, “Felix von Leitner”), und eine breite, idR fachgebildete und sehr korrekturfreudige Leserschaft genießt, bleibt da nichts unbemerkt bzw. unwidersprochen.

    • Wer sich über Deutschland informieren will, schaue auf den Dürremonitor des Helmholtz-Zentrums.

      http://www.ufz.de/index.php?de=37937

      Dort sieht man auch, dass nach Bodentiefe unterschieden wird, oberflächlich ist es feucht, in der Tiefe ist es trocken, in Ostdeutschland sogar schwere Dürre.

      • Vielen Dank für den Link, @Paul Stefan. Wer zu wissen wagt, kann also auch zur Wasserkrise & eskalierenden Dürre konkret auf Helmholtz-Niveau in Deutschland 🇩🇪🇪🇺 wissen…

      • Man sieht unter “Entwicklung der letzten 14 Tage – animierte Karten” sehr schön, wie sich die Oberflächenfeuchte mit dem Regen verändert, während beim Gesamtboden schon seeeeehr genau hinschauen muss.

  6. @ Michael Blume 13.05.2023, 12:06 Uhr

    Zitat: „So haben sich „die Araber“ ebenso wie etwa „die Europäerinnen“ über Jahrhunderte hinweg über die kulturelle Evolution an das Klima früherer Jahrhunderte angepasst – und geraten nun angesichts der Klimakrise unter massiven Hitzemord-Druck.“

    Ich habe nicht nur die “Klamottenfrage“ gemeint, sondern die ganze „Ernährungs- und Wasserökonomie“, vom Verhalten am Brunnen bis hin zur Körperreinigung….

    • Danke, @Realo. Sie haben soeben vor allem öffentlich gemacht, dass Sie mit Sockenpuppen unter verschiedenen Namen wie @Elektroniker und @Realo kommentieren, um den Anschein von Masse zu erwecken.

      Schämen Sie sich eigentlich manchmal noch für Ihre Lügen und Verstellungen? Hat man(n) Ihnen die Werte von Wahrhaftigkeit und Anstand denn nie vermittelt?

  7. Ein bißchen Nitpickerei, weil das nun mal meine Art ist:
    die Steinerne Brücke zu Regensburg überspannt die Donau, nicht den Regen.
    Und das seit dem 12. Jahrhundert.

    • Ich habe einfach klasse Leser, @wereatheist! @KRichard war jedoch schon etwas schneller und der Blogpost wurde bereits entsprechend korrigiert. 😊

      Klasse fände ich es natürlich, wenn es auch mehr konstruktive Kommentare zum Thema Wasserkrise, Regen, Dürre zu lesen gäbe. Bitte überlasst das DruKo-Feld hier nicht den üblichen (und immerhin selbstentlarvenden) Pro-Putin-Dualisten… 😊🙏🤔

  8. @ Michael Blume

    Zitat: „Schon die Sowjetunion selbst war ein aggressives Imperium, was doitsche Rechte früher noch begriffen haben.“

    Früher waren alle Staaten die glaubten es sich leisten zu können/müssen aggressiv und imperialistisch. (England, Deutschland, USA, Frankreich, Russland,….)

    Der Warschauer Pakt hat sich nicht nach Weste erweitert, die Nato aber hat sich nach Osten erweitert, das ist Fakt.

    Diese nachfolgenden Gedanken habe ich ungefähr so, übrigens erstmals um 2014, aus westlichen Medien entnommen, die die Sicht der „Ukrainischen Nazis“ in die Welt hinaus posaunt haben.

    Man müsse Russland nur gehörig destabilisieren und demütigen, ihnen Sewastopol abnehmen und an die Nato verhökern, dann schicken die Russen Putin in die „Wüste“, man braucht nur einen passenden Häuptling installieren, die Bodenschätze kommen in die Hände westlicher Kapitalisten, die Russen müssen sie in Sklavenarbeit abbauen und man braucht den „Geldregen“ nur noch aufzufangen.

    Kein Wunder dass viele Kriegs lüstern wurden. Aber natürlich auch, dass sich die Russen das nicht gefallen lassen….

    So ist nun einmal die Realität. Erbärmlich finde ich, sich dieser Realität zu verschließen, schnurstracks in einen mörderischen und am Ende selbstzerstörerischen Krieg „hineinzulaufen“.

    Bei A, B, C Waffentechnik sollte man nicht mehr mit „Feigheit“ argumentieren.

    Zitat: „Michael Blume 13.05.2023, 10:43 Uhr
    Nein, @hto, nicht „wir“ sind es, die „aus wettbewerbsbedingten Gründen Krieg spielen“ – sondern der Ex-KGB-Mann Putin hat die Republik der Ukraine 🇺🇦 angegriffen. Die Verbreitung von Lügen und Putin-Propaganda selbst unter Blogposts zum Thema Regen und Wasserkrise gehört zu diesen Varianten zugleich feiger und toxischer Männlichkeit.“

    Sie selbst haben den „Bogen zur Ukrainekrise“ gespannt….

    Ich vertrete stets (hoffentlich originelle) Gedanken die ich mir, wo auch immer, meisten sogar mehrfach, „aufgerissen“ habe, unter verschiedenen möglichst „passenden Nicknamen“. Ich schätze grob, es sind über 50. Die haben diesmal tatsächlich nicht „zusammengepasst“.

    Man kann meine aufgezeigten Fakten unterschiedlich bewerten. Aber z.B. die Nato Osterweiterung dürfte offensichtlich Fakt sein. Manchen nutzt sie, anderen schadet sie, auch das ist eine Realität…

    Ich wundere mich immer, warum sich andere nicht schämen, für die Einseitigkeit ihrer Sicht, die andere Menschen dazu verführt sich in einen Krieg treiben zu lassen.

    Diese Einseitigkeit kann „winzig“ sein, es ist ein gewaltiger Unterschied, beginnt man mit seiner „Zeitrechnung“ z. B. am 24.2.2022 oder am 8.5.1945.

    Daraus resultieren völlig unterschiedliche „Wahrheiten“ oder „Weltsichten“. Es ist unredlich das zu „unterschlagen“, aber völlig üblich um jeweils eine Seite „Kriegslüstern“ zu machen. Was allerdings im Krieg wichtig ist, sonst verbrüdern sich womöglich die Soldaten statt sich gegenseitig abzuknallen…. Das soll gesagt sein, solange es noch geht….

    Ich hasse den Krieg. Bin dafür den kleinsten Anlass, die kleinste Provokation zu unterlassen. Für einen Krieg braucht es immer 2 Seiten, 2 „Wahrheiten“. Und das erkennt man immer zu spät.

    Ich bin übrigens auch gegen Kriege ums Wasser, womit wir wieder beim Thema wären.

    Sie würden sich wundern, wüssten Sie wo man mir meine Werte von Wahrhaftigkeit vermittelt hat….

    • Lieber @Realo bzw. @Elektroniker,

      in diesem Blogpost geht es um Regen und die Klimakrise, die zur Wasserkrise eskaliert. Die Abrufzahlen und also das Interesse sind sehr erfreulich.

      Gerade deswegen habe ich wirklich keine Lust mehr, meine wertvolle Zeit an lügende Putin-Trolle – in Ihrem Fall sogar mit Sockenpuppen (Mehrfach-Accounts) – zu verschwenden. Sie und einige andere Herren hauen unter verschiedenen Pseudonymen die immergleichen und also langweiligen, antiwestlichen und antiwissenschaftlichen Verschwörungsmythen heraus. Sie erschweren damit gezielt wissenschaftlich informierende Sachdebatten, die andere Menschen interessieren (sog. Derailing). Bosheit will ich Ihnen dabei gar nicht unterstellen, womöglich kompensieren Sie einfach Feigheit vor unangenehmen Wahrheiten, Verbitterung, Reaktanz und Einsamkeit.

      Ich fürchte also, dass Sie und einige weitere Altherren hier das Netz und konkret diesen Blog für dualistische und damit auch für Sie selbst ungesunde Zwecke missbrauchen.

      Bitte haben Sie daher Verständnis, dass ich ab jetzt strenger moderiere und grundsätzlich nur noch Kommentare freischalte, die sich konstruktiv auf das Thema des Blogposts beziehen. Als Therapeut bin ich nicht ausgebildet und für digitales Gegockele verstockter Tyrannophiler stelle ich meine knappe Freizeit nicht länger zur Verfügung. Da lese ich lieber mehr oder verbringe Zeit mit meiner Familie.

      Danke für Ihr Verständnis, gehaben Sie sich wohl! 😊📚🖖

  9. @Wasserkrise in Deutschland

    Es kommen hier eine Reihe kleinerer Effekte zusammen. Die Gesamtniederschläge waren die letzten 3 Jahre recht wenig. Dazu kommt eine höhere Verdunstung durch höhere Temperaturen und längere Wachstumszeiten der Vegetation, es fällt mehr Regen in Schauern und Gewittern, was weniger Wasser versickern lässt. Und die Klimazonen wandern langsam nordwärts und bescheren uns mehr mediterrane Niederschlagsverteilungen mit einem Schwerpunkt im Winter und mehr sommerlichen Hochdruckphasen.

    Das alles lässt die Bodenfeuchte abnehmen, einen Effekt, der schon seit Jahrzehnten im Gange ist und vermutlich immer weiter zunehmen wird.

    Teilweise ist dies für die Landwirtschaft gar nicht so schlimm. Wir haben traditionell in Deutschland eigentlich eher zuviel Regen. Die landwirtschaftlich produktivsten Gegenden etwa in der Soester oder Magdeburger Börde haben entsprechend die niedrigsten Niederschlagssummen. Das führt dazu, dass die Nährstoffe weniger ausgewaschen werden.

    In traditionell eher zu nassen Regionen werden die Erträge also vermutlich erstmal steigen, währen sie in den trockeneren Gegenden denn tatsächlich weniger werden. So langsam aber sicher wird sich das aber auch drehen, und die Durchschnittserträge werden dann irgendwann immer weniger werden.

    Gleichzeitig geht die Bevölkerung eigentlich sogar zurück, was gut zu weniger landwirtschaftlichen Erträgen passt. Der Bevölkerungsrückgang wird zwar durch Migration ausgeglichen, dass kommt dann aber trotzdem hin, weil die bei uns Zugwanderten ja dann da fehlen, wo sie weggezogen sind. Wir haben also auf vielleicht 50 Jahre gerechnet weltweit einen ziemlich deutlichen Bevölkerungsrückgang zu erwarten. Entsprechend können wir voraussichtlich auch mit entsprechend zurückgehenden landwirtschaftlichen Erträgen klarkommen.

    Je weniger Fleisch wir verzehren, desto einfacher wird das auf jeden Fall. Aber so wie das aussieht, wird eine Halbierung des Fleischverzehrs dicke genügen.

    Das gilt aber nur, soweit es nur uns Menschen betrifft. Auch die Naturräume erleiden Schäden durch die Klimaverschiebungen, und ich finde, dass die uns auch was angehen.

    Wenn wir jedenfalls weniger Migranten aufnehmen, weiter selber weniger Kinder bekommen und dann auch noch weniger Fleisch verzehren, dann haben wir tatsächlich Luft, hier mehr Wald wachsen zu lassen. Wobei allerdings biologisch bewirtschaftete Ackerflächen und vor allem naturnahen Wiesen auch ganz direkt als wertvolle Naturräume mit hoher Artenvielfalt zählen können, auch wenn sie nebenbei uns und unsere Haustiere ernähren.

    Man weis natürlich nicht, was passiert, wenn wir die Klimaerwärmung nicht mal auf 2.5° begrenzen können, sondern es in Richtung 4° oder 5° geht. Die dann zu erwartenden Schäden für unsere Landwirtschaftlichen Erträge wie auch der Schaden für die Naturräume sollten wir unbedingt vermeiden, indem wir mit der Energiewende schnell genug fertig werden.

    Für das urbane Leben mache ich mir eigentlich weniger Sorgen. Wenn wir für genug Wasser im Boden für Straßenbäume und Parks sorgen können, dann braucht es vielleicht nur noch Klimaanlagen, und man kann hier weiter gut wohnen.

    In jetzt schon heißen uns trockenen Gegenden wird es natürlich aufwändiger. Aber wenn jetzt nicht noch Armut dazu kommt, dann kann man mit Entsalzungsanlagen und Klimaanlagen auch da noch klarkommen. Landwirtschaft kann man global sehen, die entsprechenden Erträge können gut transportiert werden. Hier kommt es wohl vor allem auf eine gute internationale Zusammenarbeit an.

  10. Danke Herr Blume für den Artikel und die strengere Moderation. Diese führt regelmäßig zu besseren Diskussionen.

    @Topic: Schwammstädte scheinen ein so einfach, relativ kostengünstig und wenig strittiges Konzept zu sein, das neben Wasserschutz auch viel Lebensqualität in die Städte bringt. Ich verstehe nicht, dass das nicht viel mehr gemacht wird.

    Off topic noch eine Anregung: in der letzten Zeit ist im Zusammenhang mit der KI-Diskussion auch oft von Long termism und der weniger radikalen Ausprägung effective altruism die Rede. LT ist relativ leicht als ablehnenswert zu erkennen, zu effective altruism würde mich ihre Position interessieren

    • Danke für die Rückmeldung, @Jochen. Im Grundsatz stehe ich dem monistischen Pragmatismus nahe, der dem effective altruism sehr nahe steht. Allerdings vertrete ich ein Mitwelt-Konzept, glaube also nicht, dass man(n) das Wohlergehen von Menschen getrennt von Tieren und Pflanzen „berechnen“ kann. Auch etwa Pflanzenkost und Bewaldungen sind Mitwelt-Dienst am Menschen.

      Gerade auch Schwammstadt-Konzepte mit einigen größeren und unzähligen kleineren Maßnahmen verstehe ich als Mitwelt-Denken und glaube, dass dies auch der Grund für die Widerstände sind. Wenn – wie derzeit etwa in Karlsruhe – Besitzer aufgefordert werden, Schotter-„Gärten des Grauens“ zu entsiegeln, dann kommt dies nach meiner Einschätzung sowohl dem Mikroklima wie auch der Sozialpsychologie zugute. „Eigentum verpflichtet“ zur Achtung und also Mitgestaltung der Mitwelt.

      • Vielen Dank für die prompte Antwort. Dann liege ich mit dem ea ja nicht komplett daneben 🙂
        Das Mitwelt-Konzept gefällt mir, zum Einen aus emotionalen Gründen, aber auch einfach, weil es ein notwendiger Bestandteil des ea ist. Ohne Mitwelt kann es auch den Menschen nicht gut gehen.

        • Der Dank ist ganz meinerseits, @Jochen. Der dualistische Umwelt-Begriff ist ja so tief und breit in unsere Kultur eingedrungen, dass ich mir unsicher bin, ob das dialogisch-monistische Mitwelt-Konzept dagegen noch rechtzeitig ankommen kann. Selbst das Anrennen gegen den schwachen Begriff Verschwörungstheorien mit dem besseren Verschwörungsmythen war lang und anstrengend. Aber ich denke, einen Versuch ist es wert – denn es hängt nicht wenig davon ab…

    • Nur anekdotisch: das Haus, in dem ich miete, hat zwei Hinterhöfe, beide komplett mit großen Betonflächen versiegelt.
      Also nicht mehr zeitgemäß. Nur ist der Untergrund mit Schutt durchsetzt und voller Hohlräume, was eine Grundlegung für Begrünung erschwert.
      Außerdem wollen die Leute ja auch ihre Fahrräder abstellen. Hier ist Berlin-Friedrichshain, also vier Obergeschosse und wenig Hoffläche.
      Ich werde mal mit den Nachbarn darüber sprechen, was denkbar wäre, und vielleicht spielt die Besitzerin mit (darf aber kaum was kosten).

  11. mehr Starkregen & mehr Trockenheit

    Ich kann das jammervoll hervorgebrachte “Versiegelung beenden” bald nicht mehr hören. Im Mittelalter gab es verheerende Überflutungen und damals waren nicht mal die Straßen in den Städten versiegelt!

    Wenn der Boden ausgedörrt ist, kann er kein Regenwasser aufnehmen – es läuft einfach oberflächlich ab.
    Wenn der Boden mit Feuchtigkeit gesättigt ist, kann er kein Regenwasser aufnehmen – es läuft einfach oberflächlich ab.
    Auch ein aufnahmebereiter Boden kann das Regenwasser nur in zeitlich begrenzter Menge aufnehmen, bei einer größeren Regenmenge bilden sich entweder Pfützen oder es läuft ab – wohin auch immer.

    Die alten Kulturen im Orient ( bei natürlicher Klimaveränderung ) hatten bereits damit zu kämpfen und deren Lösung waren keine “Entsiegelung” ( weil ja nichts “versiegelt” war ) und keine “Schwammstadt”, es waren Rückhaltebecken, Zisternen und ausgeklügelte Bewässerungsysteme.

    Insofern sollten wir vom Klein-Klein-Denken lassen und uns das Prinzip vergegenwärtigen:
    Pro m² “versiegelter” Fläche ( Straßen, Dächer ) müssten wir ( mal ins Leere geschätzt ) 10-20 Liter Rückhaltevolumen vorsehen, dessen Inhalt in der Zeit nach dem Starkregen entweder in lokale Gewässer abgegeben oder zur Bewässerung von städtischen Grüninseln genutzt wird oder vielleicht im Fall von Berlin, in die brandenburgischen Trockengebiete abgegeben wird.

    Ein Problem unserer “versiegelten” Städte liegt aus meiner Sicht eher in hoffnungslos veralteten, inzwischen hoffnungslos unterdimensionierten Kanalsystemen und wenn dann auch noch irgendwelche wasserbaulichen Maßnahmen zur “Renaturierung” ( “Wir werden der Natur schon zeigen, wie Natur auszusehen hat!” ) gemacht wurden, braucht man sich über überflutete Innenstädte nicht zu wundern. Aber im Zweifel bringt ein Vergnügungspark eben mehr Stimmen für einen OB als in Form von vergrabenen Abwasserrohren “verbaggertes” Geld.

    • Danke, @Karl Maier – nur sehe ich den Widerspruch nicht. Denn ich hatte mich ja ausdrücklich für durchdachte Mitwelt-Infrastruktur „plus“ sinnvoller Entsiegelungen ausgesprochen, sogar ein Foto-Beispiel und Wiederbewaldung benannt. Wie man(n) das in ein Entweder-Oder polarisieren kann, entschließt sich mir nicht – oder eher: Klingt noch nach dualistischem Umwelt- statt monistischem Mitwelt-Konzept.

      • Mein Konzept ist Ismusistisch … 😉

        Das Bild von Schwäbisch Gmünd mit der “entsiegelten Brache” ist sowas von armseligen Beispiel, nur Schau und nichts wirklich Wasserschluckendes dahinter.

        Was die “Wiederbewaldung” erbringen wird, werden wir sehen. Der aktuelle Hype, das “Klima” in den Städten durch Kübel-Bäume und andere Storken zu “verbessern”, wird nur viel Aufwand sein ( bewässern im Sommer, Wurzelballen vor Frost schützen im Winter und die Blätter aufkehren ) und wenig bringen, was die Temperaturminderung angeht. Da wären Sonnelsegel und Wasserzerstäuber sicher mindestens ebenso gut und letztendlich billiger.

        • Aha, @Karl Maier – lassen Sie uns raten: Sie setzen allein auf „Technologieoffenheit“ zur Bewältigung der Klima- und Wasserkrise und lehnen staatlich verordnete Einschränkungen im Hinblick auf „Nachhaltigkeit“ ab? Richtig?

          • lassen Sie uns raten – “Pluralis Majestatis”?

            Ja, ich setze tatsächlich auf Offenheit bei der Technik, bei den Methoden, was die Erreichung eines Ziels angeht, aber ich werde nicht zustimmen, wenn “Technologieoffenheit” als herabsetzendes Schimpfwort genutzt werden soll ( selbst wenn die FDP das als Schlagwort nutzt ). Ich habe keine Bedenken, wenn Einschränkungen staatlich verordnet werden – wenn sie denn logisch, sinnvoll und zur Erreichung eines Ziels nötig sind. Das Ziel ist doch, CO2 aus fossilen Quellen und unnötige CH4-Emissionen einzuschränken und letztendlich zu vermeiden – und alle Maßnahmen sollten in logischer und machbarer Reihenfolge darauf abzielen. Sicher sind WP eine geeignete Methode – wenn es nicht den Winter von Dezember bis Februar gäbe, wo die WP einen schlechten Wirkungsgrad haben ( und damit viel Strom verbrauchen ) und der Strommix in D noch auf absehbare Zeit in dieser Zeit ziemlich fossil-lastig ist. Im Sommer ( mit ganz viel EE ) braucht man keine WP, in den Übergangszeiten sind sie nützlich, je nach Strommix.
            Bäume machen Sinn, “Entsiegelung” auch, aber eben nur in begrenztem Umfang. An der Ahr hätten auch Bäume und entsiegelte Flächen die Katastrophe nur wenig begrenzt, viele Rückhaltebecken hätten sicher mehr gebracht, wenn sie auch nicht alles gerettet hätten. Bäume zur “Klimatisierung” von Innenstädten nutzen zu wollen – nun, da möchte ich mal Zahlen sehen ( kW Kühlleistung bei m³ Wasserverbrauch ) und nicht nur diesbezügliche fromme Wünsche hören.

          • Danke, @Karl Maier. Wie erwartet.

            Und, nein, ich verwende keinen „Pluralis Majestatis“. Im Gegenteil: Ich bilde mir nicht ein, der Einzige zu sein, der die Psychologie des angstbesetzten Dualismus verstanden hat. Hier lesen viele Interessierte mit, auch aus dem Fediversum.

            Weil: Technologieoffenheit + Erkenntnisoffenheit, darauf käme es an. Und jede echte Erkenntnis wirkt sich auch auf die Selbsterkenntnis aus.

            Wir – oder präziser: einige von uns – verstehen Ihre Reaktanz und Furcht im Hinblick auf die Klima- und vor allem Wasserkrise immer besser. Sie würden gerne Kontrolle ausüben, daher auch die pseudo-starke, technokratische Sprache. Vielen Dank für Ihre Ausführungen, wirklich! 🙏👍🖖

  12. @ Paul Stefan 13.05.2023, 17:39 Uhr

    Zitat: “Wer sich über Deutschland informieren will, schaue auf den Dürremonitor des Helmholtz-Zentrums.

    http://www.ufz.de/index.php?de=37937

    Dort sieht man auch, dass nach Bodentiefe unterschieden wird, oberflächlich ist es feucht, in der Tiefe ist es trocken, in Ostdeutschland sogar schwere Dürre.“

    Mich würde Ihre Antwort, oder die Antwort von Wetterexperten, auf 2 Fragen interessieren. (Die 2. Frage ist nicht ganz alltäglich).

    Ich kann mich leider an den genauen Link nicht mehr erinnern. Die Bilder waren sehr ähnlich zu den Bildern in ihrem Link. Allerdings wurden Korrelationen zwischen Windrädern/PVA Anlagen und Trockenheit hergestellt.

    Letztlich lief es darauf hinaus, dass derartige Anlagen, die eigentlich die CO2 Emissionen verringern sollten, die Trockenheit fördern. Die Rückstrahlung der PVA Anlagen könnten die Luft zusätzlich aufheizen, es würde mehr Wasser gebunden, Regen unterbleibt. Das könnte bedeuten, dass Zeiten natürlicher Trockenheit zusätzlich verlängert werden könnten? Das wäre natürlich extrem schädlich für die Vegetation.

    Jetzt die 2. eher ungewöhnliche Frage: Nehmen wir an, man gestaltet Windräder so, dass sie Strom „ernten“, wenn mit Sicherheit „Wind Übersschuss“ besteht. Umgekehrt aber vom Stromnetz (die entsprechend konstruierten Generatoren als) „Motoren“ angetrieben werden, um Regenwolken in wichtige Gebiete zu „treiben“.

    Womöglich Windräder/PVA Anlagen „auf See“ zusätzlich dafür sorgen, dass der Regen nicht über dem Meer „abgeregnet“, sondern ins zu trockene Land „geblasen wird“?

    Wäre das überhaupt denkbar? Damit könnte man sozusagen „das Wetter machen“?

    Natürlich müsste die Dynamik derartiger Systeme bestens verstanden werden, um solche Systeme planen zu können.

    • “Rückstrahlung der PVA Anlagen”

      Was soll das sein? Photovoltaikanlagen strahlen nicht zurück, sie nehmen Sonnentrahlung auf und verwandeln sie in Strom. Nur eine kleine Menge an Licht wird reflektiert. Die Panele sehen dunkel aus.

      Die Trockenheit entsteht nicht nur durch Regenmangel, sondern auch durch Verdunstung, siehe hier:

      http://www.spektrum.de/news/verdunstung-laesst-europa-austrocknen/2041591

      Bestimmend für unser Wetter ist der Jetstream, der in ca. 10 km Höhe weht. In welcher Höhe wehen Regenwolken? Wie hoch reichen Windräder? Damit kann man nichts antreiben.

  13. > Die Rückstrahlung der PVA Anlagen könnten die Luft zusätzlich aufheizen, es würde mehr Wasser gebunden, Regen unterbleibt.

    Wie das? Die PVA wandeln Strahlungsenergie in elektrische Energie um. Diese Energie würde ohne PVA auf anderen Oberflächen in Wärme oder chemische Bindungsenergie (Photosynthese) umgewandelt werden, oder reflektiert werden.

    > Nehmen wir an, man gestaltet Windräder so, dass sie Strom „ernten“, wenn mit Sicherheit „Wind Übersschuss“ besteht. Umgekehrt aber vom Stromnetz (die entsprechend konstruierten Generatoren als) „Motoren“ angetrieben werden, um Regenwolken in wichtige Gebiete zu „treiben“.

    Die Windräder sind viel zu niedrig. Maximalgiganten ereichen vielleicht 100-200 m Höhe (und jeder Meter kostet!). Regenwolken… da denken Sie in Kilometern.

  14. @Noch‘n Wort 14.05. 08:34

    „Die PVA wandeln Strahlungsenergie in elektrische Energie um.“

    Nur einen Teil. Insgesamt sind sie dunkler als Dachpfannen, absorbieren also mehr Energie, was dann neben Stromertrag auch tatsächlich als Wärme anfällt. Allerdings ist dies deutlich weniger als wenn der Strom in Wärmekraftwerken produziert wird, wozu auch AKWs zählen.

    „Die Windräder sind viel zu niedrig.”

    Dennoch haben die Windräder auch Auswirkungen auf das aktuelle Wetter, wie letztlich alle Vorgänge, die die Atmosphäre beeinflussen. Das Wetter ist eben ein nichtlineares System, wo auch kleinste Einflüsse einige Wochen später große Auswirkungen haben können. Man müsste dies aber auch auf Wochen genau vorausberechnen können, wenn man hier gezielte Wirkungen haben will.

    So klein wie die Auswirkungen der Windräder sind, ist eben diese Vorausberechnung derzeit nicht in der nötigen Genauigkeit möglich. Vielleicht wird das aber mal besser? Wenn man etwa bei Vollausbau der Energiewende alle Windräder in der Nordsee gleichzeitig in dieselbe Richtung als Windmotoren umdreht, könnte das theoretisch doch tatsächlich auch die Zugbahn eines Regengebietes verändern.

    Wenn das dann aber nur 10 Km sind, dann lohnt sich der Aufwand nicht. Dann lieber überschüssigen Strom in Entsalzungsanlagen verwerten, da weiß man, was man hat.

  15. @ Paul Stefan
    @ Noch’n Wort

    Danke für Ihre Antwort.

    Allerdings ist es nicht so einfach wie es scheint. PV Anlagen haben nur einen Wirkungsgrad von rund 20%.

    80% gehen irgendwie „verloren“. Die Strahlung sieht man nicht so einfach. Nur Anrainer die das Pech haben, dass ihnen PVA Flächen genau dort wo sie sich aufhalten müssen „ins Gesicht scheinen“, sie beeinträchtigen, sehen es anders. Die reflektierte Strahlung und Wärme existiert und heizt die Umgebung darüber auf. Die Luft nimmt mehr Wasser auf, die Umgebung bekommt weniger Feuchtigkeit ab, es regnet auch weniger.

    Dazu kommt eine gewisse „Dynamik“ durch Luftströmungen, die sich allenfalls extrem „aufschaukeln“ kann, bis hin zu Tornados. Die „kleinen Luftströmungen“ gibt es offensichtlich, fallen aber nicht auf, nur die Tornados.

    Pflanzen oder der Erdboden absorbieren mehr von der Strahlungsenergie. Es gibt zumindest Sichtweisen, die vermuten dass Pflanzen zwar CO2 aufnehmen, aber bei der Verwesung Schadstoffe abgeben, die einen stärkeren Treibhauseffekt bewirken als CO2.

    Vermutlich entsteht der Jetstream aus den vielen kleinen Luftströmungen auch über den Meeren, die die Temperaturunterschiede zwischen den Temperaturzonen ausgleichen und vermutlich durch natürliche Kräfte (Fliehkräfte, Schwerkraft,… lokale Luftströmungen, womöglich auch von Windrädern) auf bestimmte Bahnen gelenkt werden.

    Wenn die von PVAs nicht umgewandelte Strahlungsenergie nach oben „abgestrahlt“ wird, kann sie nicht mehr auf anderen Oberflächen in Wärme oder chemische Bindungsenergie (Photosynthese) umgewandelt werden, sie kann praktisch nur Luft erwärmen, indirekt Trockenheit fördern.

    Würde man PVAs in der Nähe von Windrädern am Meer installieren, wäre der wärmende Effekt erwünscht, weil mehr Wasser verdunstet, nötigenfalls aufs Land „abgelenkt“ werden kann und dort für Feuchtigkeit sorgen könnte.

    Würde man also die mit Wasser „aufgeladene, bodennahe“ Luft, z.B. über dem Meer, wo die Feuchtigkeit nicht gebraucht wird, mit Windrädern (die wegen der Stromgewinnung ohnehin vorhanden sind) in passende Gebiete (zumindest am Küsten nahen Festland) „umlenken“, könnte man vielleicht planmäßigen Einfluss auf das Wetter nehmen, Trockenheit verringern….

    Die Umlenkung der Luftströmungen wäre natürlich nur bei drohender gefährlicher Trockenheit nötig. Ein anderer Weg wären, Aufbereitungsanlagen und Wasserpipelines.

    • “Die reflektierte Strahlung und Wärme existiert und heizt die Umgebung darüber auf.”

      Und das würde nicht passieren, wenn dort keine PVA ist? Das Licht kommt ja sowieso an.

      • @ Paul Stefan 14.05.2023, 14:59 Uhr

        Zitat: „Und das würde nicht passieren, wenn dort keine PVA ist? Das Licht kommt ja sowieso an.“

        Das Licht und die Hitze würde vom Erdboden und von Pflanzen weitgehend absorbiert („aufgefressen“), aber kaum etwas „reflektiert“.

        Oberhalb der PVA Platten, die sind fast eine Art von „Ofen“, wird beides weitgehend (rund 70%) „zurückgeworfen“. Der Wirkungsgrad der PVA liegt bei rund 20%.

    • Sorry, das klingt mir alles zu sehr nach Science Fiction gerade.

      1. Deine 20/80-Rechnung hat einen gravierenden Denkfehler: PVAs können nur 20% der Strahlung in Energie umwandeln. Die restlichen 80% sind kein Verlust, sondern schlicht das, was von der Sonnenstrahlung übrig bleibt. Und diese erwärmen die Module (zusätzlich zu den Stromflüssen), werden reflektiert, oder z.B. bei Modulen für Agriphotovoltaik) teilweise durchgelassen.

      2. Auch die Photosynthese in Pflanzen ist nicht effizient. “Wirkungsgrade” liegen dabei sogar weit unter den von PVAs (mitunter deshalb, weil für die Reaktion Licht nur in einem bestimmten Wellenlängenbereich genutzt werden kann).
      Ideal ist die Photosynthese unter natürlichen Bedingungen maximal mit PVAs gleichauf, Real (also Reflektion, Durchlässigkeit, und Eigenverbrauch mit eingerechnet) liegt die sog. Nettoprimärproduktion bei 1-2%, also nur einem zehnteil von PVAs.
      Das erklärt auch, wieso Agriphotovoltaik (also PV-Moduke über Äckern) überhaupt möglich ist! Wenn man entsprechend optimierte Module einsetzt, bekommt man Stromproduktion, einen gewissen Pflanzenschutz (vor zuviel Einstrahlung und Verdunstung), und Ackerbau in einem Paket.

      3. Vor allem die Böden strahlen die absorbierte Sonneneinstahlung in Form von Wärmestrahlung wieder ab, und erhitzen die Umgebung darüber ebenfalls! Und teilweise sogar mehr!
      Licht, das reflektiert wird, hat (bis auf die Wärmestrahlung) einen kaum einen Effekt auf die Außenluft, denn diese absorbiert Licht so gut wie gar nicht (Und das ist auch gut so, denn nach deiner Logik müsste die Antarktis ja dann ein Hot-Spot des Planeten sein. Eis reflektiert nämlich ebenfalls einen Großteil des Lichtes. Licht die Luft direkt aufheizen, hätten wir ein fettes Problem!)

      4. Das erklärt mitunter auch, wieso es sich in Treibhäusern oder auf dem Dachboden im Sommer so warm anfühlt: Wärmestau! Es ist nichts, was PVAs zusätzlich verursachen (vor allem nicht, wenn sie auf bereits versiegelten Flächen (Dächer, Straßen, Parkplätze, etc.) gebaut werden, denn diese Flächen heizen sich bereits sowieso stärker auf. Deswegen ist es z.B. bei Windstille auch wärmer, denn dann findet kein Zufuhr von kühlerer Luft mehr statt.

      5. Diese aufgestaute Wärme zu nutzen, ist (wenn überhaupt) nur lokal möglich, und oft durch praktische Hindernisse beschränkt. In Städten z.B. wird es sogar notwendig, Hitzeinseln loszuwerden. Oftmals ist es hier aber sinnvoller, das Aufheizen durch Vegetation und offenere Bauweisen (Windschneisen, Parks, etc.) zu verringern, denn gerade im Sommer weiß man am Ende nicht wohin mit der warmen Luft.

      Rein spontan könnte ich mir vorstellen, dass man auch versuchen kann, die Wärme mithilfe von Wärmepumpen aufzukonzentrieren. Aber ob sich das lohnt, und überhaupt irgendwem etwas bringt ist halt fraglich. Wenn wohin damit, wenn es niemand gebrauchen kann?

      Das Ganze dann auch noch in Großem Maßstab (auf dem Meer) umsetzen zu wollen um feuchte Luft für Ruissland zu erzeugen ist zwar ambitioniert, wird real aber praktisch unmöglich umzusetzen sein. 😉

  16. @ Michael Blume

    Immer mehr Regionen der Erde werden für Menschen und viele Tiere faktisch unbewohnbar.

    Im Gegenzug werden allerdings riesige Regionen in Kanada und Russland erst durch den Klimawandel bewohnbar. Russland betrachtet sich ja als großer Gewinner des Klimawandels. Es z.B. hat seine Weizenproduktion in den letzten 20 Jahren massiv gesteigert und ist inzwischen größter Weizenexporteur der Welt:

    https://www.researchgate.net/figure/Wheat-Production-Wheat-Imports-and-Exports-of-Russia-between-1987-and-2019-in-million_fig1_341902327

    Das hat geopolitische (und für Russland mittelfristig sicher auch innenpolitische) Folgen, die von vielen noch unterschätzt werden.

    • Danke, @Tim. Persönlich sehe ich durch die Extremwetter die meisten Regionen am Klimakrise-Verlieren. Aber dass imperialistische, gerade auch russische Eliten sich auf die Gewinnerseite träumen, glaube ich sofort! Vgl. auch den Erhitzung-Zivilisationen-Chattext von Springer-Chef Döpfner.

      Ich denke, in diesem Thema steckt viel wissenschaftliche Musik. Wenn Ihnen dazu also noch etwas einfällt – sehr gerne!

    • “Im Gegenzug werden allerdings riesige Regionen in Kanada und Russland erst durch den Klimawandel bewohnbar.”

      Erst einmal versinken riesige Gebiete im Matsch, wenn der Permafrostboden auftaut. Die auf Permafrost gebauten Städte werden zusammenfallen.
      Und so riesig sind die Gebiete auch nicht, sie wirken vor allem in der Kartenprojektion groß.

      Russland: gut 17 Mio km2.
      Afrika: über 30 Mio km2.

      • Erst einmal versinken riesige Gebiete im Matsch, wenn der Permafrostboden auftaut.

        Es gibt schon seit langem große Entwässerungsprojekte in Sibirien. Das Russlandbild hat sich im Laufe des letzten Jahres natürlich stark verändert, aber sooo rückständig ist Russland in technischer Sicht nun auch wieder nicht.

  17. Auch ein zukünftiges Problem bzgl. Wasser und Wasserkrise ist die geplante oder gewünschte Wasserstoff-Wirtschaft, also die Produktion von Wasserstoff mit grüner Energie um dann wiederum den Wasserstoff als CO2-freien Brennstoff zu verwenden.
    Zur Herstellung des Wasserstoffs wird in Elektrolyseuren Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff zerlegt – und genau hier kommt die Wasserkrise ins Spiel.
    Wenn das (Süß- oder Trink-) Wasser regional oder gar global immer knapper wird, durch Klimawandel und Bevölkerungswachstum usw., dann fehlt es erst recht zur Herstellung von Wasserstoff.
    Man kann Salzwasser nicht zur Elektrolyse verwenden, das ist der casus knaxus. Wenn man Meerwasser erst mit schon hohem Energieaufwand in einer Entsalzungsanlage zu Süßwasser macht und dann aus diesem wiederum Wasserstoff gewinnt sind die Verluste “gottserbärmlich”. Von dem usprünglich eingesetzten grünen Strom bleibt schon auf dem Weg: grüner Strom -> Elektrolyse -> Wasserstoff -> Strom (im geeigneten Gaskraftwerk, wie in der Energiewende geplant) nur noch ca. 25% bis 30% übrig. Kommt die Entsalzung hinzu, bleiben noch ca. 10 bis 15%.
    So gesehen erweisen “wir” uns mit der Wasserstoff-Wirtschaft einen Bärendienst.

    Wenn gewünscht kann ich hier auch Quellen nennen, wo die Auswirkungen der Windkraftanlagen auf den Wind und die Folgen daraus untersucht wurden. Nur ausgerechnet die Gegenüberstellung von der geografischen Lage der deutschen Windparks mit dem Dürremonitor, die halte ich für völlig ungeeignet, denn die Windkraftanlagen summieren sich eben dort, wo auch die besten Erträge zu erwarten sind, und das ist in Mittel- und Norddeutschland. Zufällig herrscht dort eine stärkere Dürre als im Süden.

    • @ Wolfgang Richter 14.05.2023, 14:49 Uhr

      Zitat: „Nur ausgerechnet die Gegenüberstellung von der geografischen Lage der deutschen Windparks mit dem Dürremonitor, die halte ich für völlig ungeeignet, denn die Windkraftanlagen summieren sich eben dort, wo auch die besten Erträge zu erwarten sind, und das ist in Mittel- und Norddeutschland. Zufällig herrscht dort eine stärkere Dürre als im Süden.“

      Ich meine die „Zufälligkeit“ der relativ starkem „Dürre“ sollte man schon näher untersuchen. Die Nordsee/Ostsee ist relativ nahe.

      Erkenntnisse über eine gewisse zusätzliche Bodenerwärmung, zumindest wegen Windkraftanlagen, scheinen gesichert. Diese zusätzliche Erwärmung scheint ein besonderes Problem, wenn es ohnehin schon zu trocken ist.

      Im Süden ist man weiter weg von der „Wetterküche“ der Biskaya, noch dazu gibt es die Alpen, dennoch ist es feuchter, erst in Ungarn beginnt die Steppe (Puszta). Vermutlich weil es mehr Westwinde gibt?

      • Nein, @Realo – dass sich wegen Windkraftanlagen der Boden erwärmen soll, kann ich nicht als „gesichert“ werden, sondern nehme ihn als weiteren, reaktant-dualistischen Verschwörungsmythos wahr. Über wirre Behauptungsketten hinaus konnten Sie ja auch keine überprüfbaren Studien dafür aufbringen.

        Oder anders gefragt: Können wir Ihnen (samt Ihrer Sockenpuppen) noch helfen, in die monistische und wissenschaftlich erforschbare Realität zurück zu finden? Oder ist es dafür zu spät?

        • @ Blume

          Es wird Ihnen nicht entgangen sein, dass Sie sich im Internet jede Sichtweise durch wissenschaftlich belegte Studien „bestätigen“ lassen können.

          Ich habe mir natürlich auch meine Sichtweisen bestätigen lassen. Abgesehen von der Bodenerwärmung gibt es auch Tierschutzaspekte.

          Wenn Sie genug Geld haben, suchen Sie sich einfach Wissenschaftler die bekanntermaßen mit einer bestimmten „Einstellung im Kopf herumlaufen“ und beauftragen diese mit „passenden Forschungsaufträgen“. Es wird herauskommen was Sie haben wollen……

          Ein gewisser Herr Adlerauge sieht es auch etwas kritisch, er geht besonders auf Argumente ein, die Ihnen „Herzenssache“ sein dürften. Es geht um den Vogel-, Fledermaus – und Insektenschlag, der vielen Lebewesen das Leben kostet.

          Eine leicht kritische Studie, dass Windräder meistens ungewollt Wärme generieren, von Heise, der „Bibel“ meines Sockenbruders.

          Damen und Herren der Wirtschaft stellen die Umweltfreundlichkeit von Windrädern durch neueste Erkenntnisse erheblich in Frage. Sie beziehen sich sogar auf die Harvard-Universität, viel höher geht es nicht mehr. Scheinbar heizen Windparks das regionale Klima auf und erhöhen das Risiko von Dürreperioden. Für Deutschland könnte das zu einem gewaltigen Problem werden.

          Dr. Olaf Zinke, „im Dienste von agrarheute“ ist der Meinung dass Windkraftanlagen zu einem Anstieg der lokalen Temperaturen führen und das Mikroklima beeinflussen.

          Besonders Greifvögel wie der Rotmilan oder der Mäusebussard achten zu wenig auf die Windräder, und werden von den Flügeln erschlagen. Das ist ein besonderes Anliegen der Frau Verena Linde von „Geo“.

          Für eine gewisse „eike-klima-energie“ ist Windkraft – das gewaltigste Naturzerstörungswerk seit 200 Jahren.

          Wie Sie sich vorstelle können, ist mein Glaube an die Wissenschaft (außer Mathematik, Physik, Chemie, Technik) sehr begrenzt, da kann mir keiner mehr helfen…..

          • Ja, @Realo – Sie haben hier ja schon gezeigt, dass Sie es mit Wahrheit und Anstand nicht so genau nehmen. Von Sockenpuppen über Putin-Propaganda bis zum EIKE-Institut haben Sie alles im Angebot. Und die so generierte Aufmerksamkeit und Abspaltung Ihrer Angst und Einsamkeit wirkt wie eine Sucht, nicht wahr?

            Die weltanschauliche Option, die Sie – mehr oder weniger bewusst und auch gegenüber sich selbst – anwenden, nennt sich Relativismus: Sie glauben, Sie können die Wahrheit durch das Verbreiten von Desinformation so weit unkenntlich machen, dass sie nicht mehr wirkt.

            Aber selbstverständlich ändern psychologische Tricks zur Wahr-Nehmung nichts an der – zugegeben harten – Wahr-heit. Und wenn Sie es auch derzeit leider wohl nicht mehr schaffen, sich dieser Realität, Wirk-lichkeit der Klima- und Wasserkrise zu stellen; so geben Sie uns anderen doch wertvolle Einblicke.

            Ihnen daher Dank und eine gute Nacht. 😊🙏🌙

          • Der Beitrag den Windräder ausüben befindet sich im Bereich des Mikroklimas. Dabei geht es um maximal zwei bis vier Rotorlängen im Nachlaufbereich des Windrades selbst. Es kommt zu einer minimalen Erwärmung des Bodens, was sich dadurch erklärt, dass insbesondere über Nacht Luftschichten weiter durchmischt werden und der Boden weniger auskühlt. Die Wärme wird einfach nur anders verteilt (sprich einfach gesagt: es geht weniger in die Luftschichten verloren und bleibt eben eher noch ein bisschen im (Ober)boden). Dieser Effekt ist aber wirklich schon minimal und nur im unmittelbaren (kleinen) Umfeld, er hat keinen Einfluss auf das Wetter, was im Gegensatz zum Mikroklima durch eine größere Ausbreitung charakterisiert ist.

            Die zunehmende Erwärmung der Arktis und der daraus resultierende geringere Temperaturunterschied zu den Tropen hat dagegen den entscheidenden Einfluss auf unsere Großwetterlagen, wie sie sich gestalten und wie lange sie “vor Ort” bleiben.

            Diese Aussagen sind aus dem hier darunter verlinkten Artikel zu entnehmen, dort ist das Ganze noch ausführlicher und nachvollziehbarer erläutert:
            https://www.mdr.de/wissen/energiewende-beeinflussen-windkraftanlagen-unser-wetter-duerre-trockenheit-100.html

          • Vielen Dank, @Master of Desaster. Das Widerlegen (sog. Debunking) von antiwissenschaftlicher Desinformation ist gerade auch in Blogkommemtaren sehr sinnvoll, da es lange online bleibt und von vielen gelesen wird. Und gerade auch das Thema „Klima- und Wasserkrise“ spricht ja nicht nur konstruktiv Interessierte an, sondern triggert auch Wissenschaftsleugner und Verschwörungsgläubige hart.

            Also: Vielen lieben Dank! 🙏👍📚

          • Ihre Hypothese, dass sich jeder Sachverhalt wissenschaftlich belegen lässt, gilt allenfalls auf einer sehr oberflächlichen Ebene, da jede wissenschaftlich geschulte Person die Qualität solcher Studien nachprüfen kann.

            Ja, es lassen sich sicherlich Studien finden oder schreiben, die ein bestimmtes Narrativ untermauern. Aber die Methoden mit denen falsche Hypothesen belegt werden, können (logischerweise) einer wissenschaftlichen Überprüfung nicht standhalten.

    • @ Wolfgang Richter

      Keine Sorge: Im Vergleich zum Trinkwasserbedarf ist der Wasserbedarf für Elektrolyse geradezu absurd gering. Alle europäischen Länder werden auch in Zukunft genügend Trinkwasser produzieren können, wenn sie ihr Wassermanagement verbessern. Folglich werden sie auch genügend Wasserstoff produzieren können, wenn sie wollen.

    • Wolfgang Richter
      14.05.2023, 14:49 Uhr

      Und welchen Wirkungsgrad hat die Photosynthese vom Lichtquant bis zum Brennholz oder gar bis zum Erdöl/Erdgas?

  18. Es gibt diese sogenannten Konfirmationsfehler, bei den Kritikern der Theorie mit dem CO2-zentrierten Erwärmungstrend, wie auch bei den Bestätigern dieser Theorie, die sehr viele Naturereignisse ganz ähnlich, auch wenn es bisher nur ca. 1 K auf diesem Planeten wärmer geworden ist (Quelle : das GISS sagt so seit 1880, auch andere Datenlagen sagen nicht anders), auf den partiell anthropogenen Klimawandel zurückführen, oft so i.p. Folgerichtigkeit als falsch erkennbar.

    Statt ‘Immer mehr Regionen der Erde werden für Menschen und viele Tiere faktisch unbewohnbar.’ [Artikeltext] ginge ebenfalls : ‘Immer mehr Regionen der Erde werden für Menschen und viele Tiere faktisch []bewohnbar].’

    Die Erde ist an ihrer Oberfläche “288 K (+15 °C)” warm, es kann auch ein wenig wärmer, vielleicht bis zu 10 K werden, in Kelvin ausgedrückt klingt es dann womöglich ein wenig entspannender, ohne dass eine Katastrophe droht; aus diesseitiger Sicht bestehen noch Jahrhunderte Zeit um hier mit Mitigation gegen zu wirken, um erst dann sozusagen einen Erd-Thermostat mit den Mitteln des sog. Geoengineerings zu finden.
    (Solly, an diese Idee mit dem global verabredeten Sparen an allen klimarelevanter Ausgasung glaubt der Schreiber dieser Zeilen nicht.
    Weil so nicht global mitgemacht wird.)

    Andere Gefahren gibt es ja ebenfalls, Dr. W will nicht alle nennen, auch um nicht anzuecken, aber die AI darf er vielleicht doch nennen, diese hat extrem schädliches Potential und dies zeitnah.
    Vielleicht erleben Freund Dr. Michael Blume und Dr. Webbaer so noch zusammen mit – Dr. W würde fast eine Wette darauf abschließen wollen, er gibt sich noch mindestens eine Dekade.
    Dann wird “grau” (vs. grün) geguckt, in nicht ferner Zukunft also.

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Webbaer

    • Lieber @Webbaer,

      wie gerne würde ich Ihren Optimismus zur globalen Erhitzung teilen, die erst nach einer US-republikanischen Kampagne 2001 zum „Klimawandel“ verharmlost wurde!

      Der Urheber dieser erfolgreichen Relativierungs-Kampagne, Frank Lunz, bat dafür 2019 um Entschuldigung und plädierte dafür, die Verharmlosung „climate change“ nicht mehr zu verwenden:

      https://www.politico.com/story/2019/08/21/frank-luntz-wrong-climate-change-1470653

      Denn das Problem ist, dass die Klimakrise eben nicht gleichmäßig und langsam verläuft. Die Landflächen erhitzen sich schneller und die Gebirgsregionen noch schneller – messbar auch in Baden-Württemberg und der Schweiz schon jetzt. Die Folgen sind brutale Veränderungen der Wasserkreisläufe, die schon jetzt Millionen Menschen entwurzeln und bis nach Europa reichen.

      Verdrängung (Blunting) und Abblocken (Reaktanz) sind gerade auch bei älteren Herren psychologisch verständlich, verzögern jedoch die dringend notwendigen Anpassungen.

    • Laut den Datenspezialisten von Berkeley Earth haben wir schon 1,3 Grad globale Erwärmung.
      Warum ziehen Sie niemals deren Daten in Betracht? Die sind Experten in der auswertung von Temperaturdaten zur globalen Erwärmung.

      berkeleyearth.org

      Eine Erwärmung von 10 Grad C als harmlos darzustellen, ist einfach aberwitzig.

      Die letzte Eiszeit war 7 Grad kälter als das Holozän, jetzt sind wir auf einem Pfad von 3 Grad Erwärmung in ca. 200 Jahren. Dass das ökologisch nicht gut ausgehen kann, liegt auf der Hand.

      • Danke, @Paul Stefan. Wir bekommen hier nun also direkte Einblicke in die Untiefen der dualistischen Wissenschaftsleugnung. In dieser Deutlichkeit erlebe ich das selten, aber die Wasserkrise triggert die Dualisten hart. Wir dürfen da auch für die nächsten Blog-Debatten noch spannende Erkenntnisse erwarten…

  19. Howdy, nur naturwissenschaftlich berichtet :

    1.) Die atmosphärische Karbonisierung ist EIN sog. Klimatreiber, die physikalische Hilfsgröße wird Klimasensitivität genannt, vergleiche :
    -> https://de.wikipedia.org/wiki/Klimasensitivität (‘Bei ausschließlicher Betrachtung der im Labor messbaren Strahlungswirkung von CO2 ergibt sich bei einer Verdoppelung der Konzentration eine Klimasensitivität von 1,2 °C.’)
    2.) Weil aber hier nur ein sog. Forcing (Dr. W könnte darauf verweisen, was ein Forcing ist, will an dieser Stelle abär nicht mit Webverweisen sozusagen überbelasten) vorliegt, wird sich über die Höhe dieser CO2-zentrierten Klimasensitivität gestritten.
    3.) Es ist eigentlich allen klar, dass humane Aktivität die Atmosphäre verdichtet, mit erwärmendem Effekt – auf dem die Erde begleitenden Trabanten, der Mond ist gemeint, ist es bei annähernd gleichem Abstand zur Sonne ca. 50 K kühler.
    4.) Das terrestrische Klimasystem ist hoch komplex, nicht wie i.p. Klima-Sensitivität, durch CO2 insbesondere. es gibt viele weiter sog. klimarelevante Ausgasung, insbes. durch den Menschen, äh, evoziert.
    5.) Es gibt diesbezüglich auch Datenlage, Dr. W hält sich meist so fest :
    -> https://data.giss.nasa.gov/gistemp/tabledata_v4/GLB.Ts+dSST.txt (das GISS ist renommiert – James Hansen. ökologistischer Aktivist, ist es ebenfalls)
    6.) Es gab dann eine feststellbare terrestrische Erwärmung von etwas weniger als + 0,1 K je Dekade.
    7.) Es gibt i.p. obig genannter Klimasensitivität, dann eine Abweichung, denn diese scheint – belegt – erst einmal idT bei ca. + 1,2 K (siehe oben) zu liegen.
    8.) Es gibt also abweichende naturwissenschaftliche Meinung, eine meint, sinngemäß sozusagen, dass die Erde bisher sozusagen Glück gehabt hätte.
    9.) Und Dr. W will da gar nicht widersprechen, denn ein hoch komplexes System kann nur schwerlich prädiktiv und gar die Rückschau meinend mathematisiert werden.
    10.) So dass sog. Konfidenzintervalle bereit zu stellen wären, insbesondere dann, wenn sich auf eine Wirkgröße, eben auf das (auch aus diesseitiger SIcht klimarelevante Gas CO2) konzentriert wird.
    Was ja auch geschieht.
    Manchmal wird es dann, aus diesseitiger Sicht polittisch, sächsisch ausgesprochen.

    Das ist eine fkn komplizierte Angelegenheit i.p. Rückschau und Prädiktion.

    “Just saying”

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Webbaer (der noch konkreter, fester werden könnte, nur einmal – vorab sozusagen – a bisserl das zu Bearbeitende abstecken möchte)

    PS:
    Und Dr. W ist selbstverständlich auch nicht klimatologisch zentriert, also locker.
    E-Z sozusagen. – Wie auch sonst (fast) immer.
    Hat sich allerdings – ohne Übetreibung – wie gemeint Herrn Dr. Georg Hoffmsnn, von den “ScienceBlogs.de”, Hans v. Storch (“Klimazwiebel”), Axel Bojanowski und auch ansonsten nur sozusagen klimatreuen Angebioen des Webs anvertraut.

    • Es ist tatsächlich interessant, lieber @Webbär, wie stark sich sowohl einige Verkünder wie fast alle Leugner der Klimakrise auf CO2 versteifen. Ich teile diese Fixierung ausdrücklich nicht, sondern sehe auch weitere Treibhausgase wie Methan und weitere Mitweltgifte wie Mikroplastik und Stickstoff bzw. Nitrat. Sollten Sie – und andere – sich doch einmal für das multidimensionale, wissenschaftliche Bild interessieren, so kann ich von der Zeppelin-Universität Friedrichshafen empfehlen: „Kleine Gase, große Wirkung. Der Klimawandel“

      https://www.sueddeutsche.de/wissen/buch-zum-klimawandel-kleine-gase-grosse-wirkung-1.4256434

      Für einige Dualisten wird es zu spät sein – doch Sie haben noch immer eine Wahl.

    • Für Ihre Angabe von 1 Grad Erwärmung benutzen Sie Daten mit einer Basisperiode von 1951-1980. Das sollten Sie in öffentlichen Diskussionen ausdrücklich dazu sagen, denn allgemein üblich ist eine Basisperiode aus der zweiten Hälfte des 19. Jh.

      Dann Ihre chronische Angabe der Klimasensitivität allein unter Laborbedingungen, was soll das? Natürlich gehören die Rückkopplungen im System zur Klimasensitivität.

      “Im sechsten Sachstandsbericht zu den naturwissenschaftlichen Grundlagen vom August 2021[16] wird der beste Schätzwert von 3 °C bestätigt, mit einer engeren wahrscheinlichen Bandbreite von 2,5 °C bis 4 °C.”

      de.wikipedia.org/wiki/Klimasensitivität#Bandbreite_der_Forschungsergebnisse_(ECS)

      Von Ihnen kommen immer nur diesselben Sprachbaustein. Sie klammern sich mit aller Kraft an ihre scheinbar beruhigende “Fakten”. Sie nehmen die dramatische Entwicklung der letzten Jahre im Klimasystem gar nicht wahr:
      Hitzewellen mit Werten weit außerhalb des üblichen Rahmens, Eissschmelze allerorten, tropische Regenwälder unter Stress, Abschwächen von Meeresströmungen.

      Ich habe keine Lust, für alles jetzt Belege zu verlinken. Sie sind internetfähig, Sie könnten die nötigen Informationen leicht finden, wenn Sie wollten. Aber Sie wollen nicht, Sie wollen sich der Wahrheit nicht stellen, so wie jemand nicht zum Arzt geht, um nicht zu wissen, wie krank er tatsächlich ist.

      • Dr. Webbaer bezieht sich auf diese Datenmenge vom GISS :

        -> https://data.giss.nasa.gov/gistemp/
        -> https://data.giss.nasa.gov/gistemp/tabledata_v4/GLB.Ts+dSST.txt

        Hat diese Daten aufgenommen und sozusagen der statistischen Trendbestimmung zugefügt.
        Die Bestimmung der sog. Klimasensitivät ist ein “heißes Eisen”, bspw. ist Lennart Bengtsson hier mal fürchterlich angeeckt, als er vor ca. zehn Jahren den Versuch wagte sie niedrig anzusetzen, bei ca. + 1 K.
        Es gibt abär, dies ist nicht nur Einzelmeinung, andere Faktoren, sog. Wirkgrößen oder Forcings, die den hier gemeinten Apparat als komplexes, nicht-lineares System beschreiben und insofern sozusagen fröhlicher sind, was den Zeitraum meint, in dem Gegenmaßnahmen zu finden wären, die auch “wirklich” (Dr. W glaubt nicht, dass “CO2-Sparen” in der BRD “wirklich” hilft), abhelfen.
        Es ginge dann eher Richtung “Geo-Engineering”.

        Kein Gag, Dr. W hat ca. 1.000 Lebensstunden investiert, um fachfremd [1], dem vielleicht bemerkenswerten Zustand nachzuspüren, dass hier Naturwissenschaft polittisch (sächsisch ausgesprochen) geworden sein könnte.
        Anleitung war hier Gegenrede von Dr. W verständig erscheinenden Personen und (leicht) erkennbarer politischer Aktivismus auf der anderen Seite, auch das PIK meinend, wie auch James Hansen. [2] [3]

        Dr. W dankt Kommentatorenfreund Herrn Dr. Michael Blume ausdrücklich für seine Verständigkeit und Toleranz.

        Mit freundlichen Grüßen
        Dr. Webbaer

        [1]
        Jeder ist fast überall fachfremd, in etwas so wie jeder fast überall Ausländer ist.
        Das Dilettantentum spielt eine wichtige und ergänzende Rolle.
        Abwertung des Dilenttantismus sollte aus diesseitiger Sicht nicht erfolgen, wenn so doch partiell auch befruchtend sein könnte bis müsste.

        [2]
        Es gibt sozusagen dulles Kritikertum am Sachverhalt, der an sich klar ist, nämlich, dass die Verdichtung der terrestrischen Atmosphäre erwärmend wirken müsste.
        Dr. W nennt an dieser Stelle auch das EIKE.

        [3]
        Es gibt auch politischen Aktivismus auf der anderen Seite, es lohnt sich aggressive bis diffamatorische Kritik von dieser Seite als polittisch (siehe oben) zu erkennen, aus Abnehmersicht, um dann zumindest a bisserl zu diskontieren.
        Dr. W fand bspw. dbzgl. Nachricht aus dem Hause “Rezo” (ein sog. Influencer und “Mietmaul” (er ist buchbar, anders als bspw. der ebenfalls beizeiten a bisserl “grelle” Dr. Webbaer)), nicht so-o töfte, insbes. dann nicht als Stefan Rahmstorf hier beizuspringen wusste.
        KA, warum genau, denn so war “S” (suboptimal also) vorgetragen.
        Rahmstorf kann Erkenntnistheorie, bspw. so nachgewiesen, R sollte aus diesseitiger Sicht so-o nicht beispringen :
        -> https://www.pik-potsdam.de/~stefan/mare-interview.html

        • Sie kommen immer mit demselben Zeugs. Ja, ein paar Leute sind angeeckt. Wissen Sie warum? Weil sie nicht mit dem wissenschaftlichen Fortschritt gehen wollten. Der von Ihnen so geschätzte Hans von Storch ist mit seinem Zweifel am sog. Hockey-stick von Michael E. Mann angeeckt. Der Graph von Mann wurde in der Folge x-fach bestätigt. Judith Curry hat sich verrannt, Lennart Bengtsson hat ein paper eingereicht, das zurückgewiesen wurde.

          Es gibt in der Klimawissenschaft viele Fortschritte, die manche nicht wahrnehmen, nicht wahrnehmen wollen.

          SIE, Webbaer, wollen es auch nicht. Damit wendet man sich aber von der Wissenschaft ab.

          Die Klimasensitivität beträgt nicht 1 Grad, es gehört zur Klimasensitivität dazu, die forcings zu berücksichtigen. Warum schreiben Sie wie in einer Zwangshandlung immer dasselbe Zeug ohne je auf Kritik einzugehen?

          Wann kommen Sie in der Realität an?

          Hier ein Artikel von 2018 zur Klimasensitivität:

          http://www.carbonbrief.org/explainer-how-scientists-estimate-climate-sensitivity/

          • Es ist schon so, dass es Datenlage und Theoretisierung gibt.
            Sicherlich sind die Daten, auf die sich einige beziehen, seit ca. 1880, nicht Der Maßstab.
            Es macht sich aber gut. wenn Datenlage und Theoretisierung zusammen passen, looky auch hier :

            -> https://de.wikipedia.org/wiki/Keeling-Kurve

            … bei der Annahme, dass die CO2-zentrierte Klimasensitiviät bei ca.+ 1 K liegt, passte es.

            Wobei Dr. W auch weiß, dass die hier vorgestellten Oszillationen keine besondere Beweiskraft haben, wenn eine grundsätzliche Klimavariablität von ca. + – 10 K angenommen bleibt.
            Historisch nachgewiesen, sicherlich wird es auch dann wärmer, wenn es nicht wärmer wird, Dr. W will diese Idee mit der Verdichtung der Atmosphäre durch menschliches Tun nicht anzweifeln, auf dem bekannten Erdtrabanten mit annähernd gleichem Abstand zur Sonne ist es ca. 50 K kühler.
            Direkt blöde wird es aus seiner Sicht abär, wenn einige zu glauben, zu wissen meinen, dass der Mensch so nicht aushalten kann, dabei sozusagen direkt in die Zukunft zu schauen angeben.
            Wissenschaft lebt vom Widerspruch, Konsens ist etwas für die anderen.
            Dr. W mag ihren “Sound” nicht so-o. hier gerne besser werden, Alle müssen sozusagen besser werden.
            Aufgeregtheit gerne zu Hause lassen, die Menschheit steht auch anderen Herausforderungen gegenüber, AI ist potentiell eine solche und sozusagen, aus diesseitiger Sicht, extra-problematisch, dies nur als Beispiel, auch neue, neulinke und ökologistische Bewegung ist so.

            Ansonsten, no problemo, vielen Dank für Ihre Einschätzung.

          • Ach, @Webbaer – wo der @Paul Stefan Recht hat, da hat er halt Recht.

            Für Millionen Menschen in Afrika und im eurasischen Gürtel sind die globale Erhitzung und Wasserkrise eben kein „no-o Problemo“ und Altherren-Relativismus, sondern bittere und zunehmend auch #Hitzemord-tödliche Realität. Und ich spreche hier nicht nur von wissenschaftlichen Daten, sondern auch von der politischen Realität, die ich selbst und viele andere sahen und erlebten:

            https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/irak-2015-europa-2023-die-klimakrise-wird-zur-wasserkrise/

            Auch von der Klima- und Wasserkrise Betroffenen in Europa dürften Ihre sprachlich geschraubten Kommentare vor allem höhnisch und zynisch erscheinen.

            Ich bin mir dabei gar nicht sicher, zu welchen Anteilen da bei Ihnen Bosheit (#Dualismus) oder einfach nur Feigheit (bzw. #Reaktanz) im Spiel ist. Sie könnten es ja längst besser wissen, scheinen sich aber nicht zu trauen.

            Das ist schon Problem-o-o…

          • Bösartigkeit (“Dualismus”) und Feigheit (“Reaktanz”) liegen womöglich nicht vor.

            Vielen Dank für Ihre Toleranz, Herr Dr. Michael Blume, es ist iO andere Meinung, Gegenmeinung, zuzulassen.
            Sicherlich ist Dr. Webbaer auch hier primär “Textfresser” [1], hat abär so klimatologisch sehr viel Zeit investiert, um wie gemeint naturwissenschaftlich ein- und mittauchen zu können.
            Kennt nichtlineare Systeme aus eigener Erfahrung.
            Es gibt für den absehbaren unternehmerischen Erfolg eines Wirtschaftsbetriebs kaum wissenschaftliche Arbeit, was daran liegt, dass so vorab zu bestimmen zu suchen, sehr schwierig ist.

            Dr. W mag, hängt sich gerne auch an der sog. Klimasensitivität auf, die CO2-zentriert ist, es kann niemand wissen, inwiefern so passend theoretisiert ist, nicht einmal, ob derartige Theoretisierung (“Klimasensitivität”, Karbon meinend, auch sozusagen Dreisätze) sinnhaft gewählt ist, Dr. W sieht hier zuvörderst ein Bild, eine Idee, die klar macht, dass es klimarelevante Ausgasung gibt, gerade auch bei Karbon.


            So hat sich Dr. Webbaer um die naturwissenschaftliche Bestandsaufnahme gekümmert, im Rahmen seiner Möglichkeiten, was es noch gibt, ist die Bearbeitung dieser Problematik mit Hilfe politischer Entscheidung.
            Die aus diesseitiger Sicht bundesdeutsch ganz arm dasteht, denn es ist nicht so, dass die BRD hier sonderlich ändern könnte, am terrestrischen Klimasystem und die Oberflächentemperaturen meinend, um die geht es primär.
            Dr. W rät diesbezüglich zu anderer Problemlösung, mag die Idee Geo-Engineering einzusetzen, später, jetzt noch nicht.

            Mit freundlichen Grüßen
            Dr. Webbaer (der sich gerne auch ausklinken kann, gerne kurz ein Zeichen geben oder gleich löschen, Dr. W hat diese Möglichkeit eingeräumt, angeboten, auch weil er gerade hier nicht stören möchte)

            [1]
            Während einige auf die “GPT”-Technologie schauen und sich fragen, wie so sein kann, geht Dr. W eher in sich und fragt sich, wie er selbst die Sprache gelernt hat, womöglich ganz ähnlich wie “GPT”.
            Dies ist auch philosophisch frickin interessant.

          • Lieber @Webbaer,

            wie geschrieben: Ihre Verharmlosung der Klima- und Wasserkrise läuft schon jetzt auf ein Opfern von großen Teilen Afrikas und des eurasischen Gürtels heraus – samt der entsprechenden Flüchtlingsströme. Selbst zum Existenzrecht der Republik Israel haben Sie sich ja unlängst negativ geäußert, hier:

            https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/verschwoerungsfragen-51-anti-israel-bds-und-wasserkrise/#comment-137758

            Zu ChatGPT hat mir unser Mittlerer schwer zu denken gegeben, hier:

            https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/was-die-ki-chatgpt-post-jailbreak-zu-donald-trump-mir-ihren-zielen-in-20-jahren-spricht/

            Ich kann Ihre Ängste nachvollziehen – fürchte jedoch, dass die Schwurbel-sprachliche Flucht vor den auch bedrückenden Befunden der Wissenschaft in die Reaktanz der falsche Denkweg sei.

          • Lieber Her Dr. Michael Blume, zur Existenz Israels hat sich der Schreiber dieser Zeilen x-fach geäußert, immer bejahend.
            Außer, dass er die Idee angezweifelt hat, sog. Rückkehr-Rechte meint, denn so könnte es allgemein problematisch werden, insofern ist die “Macht des Faktischen” zitiert worden, die (seit nunmehr bald 80 Jahren) unumkehrbar ist, in dem Sinne, dass einstmaliges Unrecht, sollte es bei dieser Staatsgründung vorgelegen haben (dies ist ein schwieriger Topos), nicht durch neues Unrecht entsetzt werden kann.

            MFG
            WB (der die neuliche Ai gerne auch deshalb zitiert, weil er weiß, dass es diesbezüglich bald unkomfortabel wir)

          • Lieber @Webbaer,

            ja, genau das ist doch der Punkt: Mal sprechen Sie sich für Israel aus, dann wieder für den Antizionismus. Als ob es Ihnen Freude macht, die Menschen gegeneinander auszuspielen. Nur vor Themen wie der Klima- und Wasserkrise, die von Ihnen selbst Veränderungen verlangen würden, rennen Sie mit wilden Konstruktionen weg.

            Und wie kommen Sie nur darauf, das würde niemand merken? Ich möchte nicht urteilen, zu welchen Anteilen das Feigheit vor den Sie betreffenden Krisen oder aber boshafte Freude am Dualismus sei…

            Nach Hunderten von Kommentaren treten halt schon Wiederholungen des Immergleichen auf… Ich vermute da starke Reaktanz. Und ich meine das gar nicht böse, sondern beobachte, dass diese inneren Widersprüche auch den Betroffenen selbst nicht gut tun.

            Ihnen einen schönen Abend, freue mich jetzt auf eine Lesung! 🙂

  20. @Wolfgang Richter 14.05. 14:49

    „Von dem usprünglich eingesetzten grünen Strom bleibt schon auf dem Weg: grüner Strom -> Elektrolyse -> Wasserstoff -> Strom (im geeigneten Gaskraftwerk, wie in der Energiewende geplant) nur noch ca. 25% bis 30% übrig. Kommt die Entsalzung hinzu, bleiben noch ca. 10 bis 15%.“

    Der meiste Wasserstoff wird in der Industrie verwendet, mit deutlich günstigeren Wirkungsgraden als bei der Wiederverstromung. Auch wird Einiges für Fahrzeuge verwendet werden können, und zu Heizzwecken als Ergänzung zu Wärmepumpenheizungen, insbesondere wenn der Strom aktuell knapp ist.

    Bei Wikipedia Stichwort Meerwasserentsalzung steht:

    Mehrstufige Entspannungsverdampfung
    Der Energieverbrauch beträgt 23–27 kWh/m3

    Umkehrosmose
    Je nach Salzkonzentration muss aufgrund des hohen Drucks auch in optimalen Anlagen mit einem Energieaufwand zwischen 2 und 4 kWh pro Kubikmeter Trinkwasser gerechnet werden.

    Bei Wikipedia Stichwort Wasserelektrolyse steht:
    Zur Herstellung von 1 m³ Wasserstoff (bei Normaldruck) wird in der Praxis zum Beispiel eine elektrische Energie von 4,3–4,9 kWh benötigt.

    Gasförmiger Wasserstoff kommt auf 0,0899 kg · m−3 bei 273 K
    Dafür braucht man 9 mal mehr Gewicht an Wasser. Also ca. 0,8 kg Wasser.
    1 Kubikmeter Trinkwasser kann also 1000/0,8 * 4,6 Kwh Energie aufnehmen, das sind 5750 Kwh. Dagegen stehen dann maximal 27 kWh/m3 für die Entsalzung des Wassers.

    27 / 5750 = 0,0047 , also gerade mal gut 0,5 %.

    Und bei Umkehrosmose noch 10 mal weniger.

    Fazit: Die Produktion von Trinkwasser spielt praktisch keine Rolle für die Wasserelektrolyse zur Erzeugung von grünem Wasserstoff.

  21. Michael Blume
    14.05.2023, 21:26 Uhr

    Wir – oder präziser: einige von uns – verstehen Ihre Reaktanz und Furcht

    Die Methode ist hinlänglich bekannt, anstatt mit logisch-technischen Argumenten und Zahlen “ad rem” zu antworten, meine Fragen faktisch zu widerlegen, wird “ad personam” formuliert.
    Aber das fällt auf.
    Philosophen können zwar wünschen, aber sie werden das Klima nicht “retten”, ändern können nur Techniker und Ingenieure etwas, wenn die Politik sie ändern lässt.

    • Nope, @Karl Maier – Sie sind hier nicht das Opfer, sondern haben selbst mit pseudo-starker Sprache „ad personam“ attackiert. Ich halte Ihnen einfach freundlich einen Spiegel vor – Sie erschrecken vor Ihrem eigenen Umwelt-Technik-Dualismus.

      Und Sie schreiben (schon etwas leiser) weiter: „Philosophen können zwar wünschen, aber sie werden das Klima nicht “retten”, ändern können nur Techniker und Ingenieure etwas, wenn die Politik sie ändern lässt.“

      Die bittere, monistische Tatsache ist: „Das Klima“ muss nicht „gerettet“ werden, es wird auch ohne uns ein Erdklima geben. Es geht um die Mitwelt und das Überleben von uns Menschen. Und dieses ist nur zum Teil technologisch überformbar, zum größten Teil ökologisch bedingt. Entsprechend braucht gerade auch die Wasserkrise – auch wenn es Sie noch so sehr erschreckt – nicht nur „Techniker und Ingenieure“, sondern auch Veränderungen der Ernährung, Förster und Politikerinnen. Keine Maschine kann auch nur annähernd, was jeder Wald 🌳 zu Nullkosten kann.

      Ihnen eine gute Woche, vor allem mehr Mut. 😊📚💧

  22. Es war hier schon von der Bodenerwärmung und damit verstärkte Austrocknung durch PV-Anlagen (aufgeständert über dem Erdboden) die Rede. Davon wusste ich bisher nichts und hielt das auch aus physikalischen Gründen für unwahrscheinlich. Doch nun gibt es eine Studie, die sogar eine erhebliche Erwärmung unter großflächigen PVA berichtet.

    Zu Bodenerwärmung durch WKA gibt es mehrere Studien, wovon ich hier nur mal zwei verlinken will.
    Außerdem hier der Link auf die oben schon erwähnte Harvard-Studie.

    Es sieht wohl tatsächlich so aus, dass wir mit PVA und WKA die Wasserkrise verstärken, wobei allerdings das Ausmaß bisher gering erscheint. Aber je mehr PVA-Flächen und WKA desto stärker könnten die Auswirkungen sein.

    • Echt jetzt, @Wolfgang Richter? Sie wollen schwache Nebenwirkungen von Erneuerbaren Energien gegen massive Hauptwirkungen fossiler Verbrennungen ausspielen?

      Ich kann es hier nur wiederholen: Wem es mit Mitweltschutz wirklich ernst ist, der spart Unmengen an Wasser, Energie, Futtermittel & Flächen durch den Verzicht auf Produkte der industriellen Massentierhaltung. Und erschließt der Land- und Forstwirtschaft neben der Anlage neuer Wälder 🌳 auch Einnahmen durch Agriphotovoltaik, die die Verschattung durch PV sogar in Ertragsvorteile für Pflanzen verwandeln.

      Die Versuche, stattdessen von Deutschland 🇩🇪🇪🇺 bis Südafrika 🇿🇦 die je eigene Verantwortung dualistisch & verschwörungsmythologisch auf andere abzuspalten ist zwar psychologisch verständlich, schadet aber am Ende sogar den Wissenschaftsleugnern selbst.

      #Mitwelt-#Monismus: Das ist der Weg.

      • @Michael Blume,
        es erstaunt mich hier im Forum immer wieder, wie schnell sie gegen einen Foristen agieren, der nicht exakt konform mit Ihrer Meinung ist. Warum lassen Sie keinen Disput ganz ohne Emotionen zu?

        Wenn Sie meinen Text richtig gelesen haben, spiele ich gar nichts gegeneinander aus. Es ging mir einzig um den wissenschaftlichen Stand der Nebenwirkungen von PVA und WKA, der bisher wenig betrachtet wurde.

        Soll man denn die Wasserkrise bzw. die lokalen Dürren noch dadurch verstärken, dass man in ohnehin schon schlecht dastehenden Regionen WKA und PVA errichtet, oder sollte man bei der Standortwahl diesen Punkt nicht ebenfalls beachten?
        Vorbildlich erscheint mir ein Projekt in der Schweiz, bei dem eine sehr große PVA hoch oben in den Bergen errichtet werden soll, wo negative Auswirkungen auf die Umwelt doch wohl auszuschließen sind

        • Nö, @Wolfgang Richter – es geht hier nicht darum, “exakt konform” mit meiner “Meinung” zu sein. Es geht darum, dass einige hier diesen Blog versuchen zu missbrauchen, um fossile Desinformation über Erneuerbare Energien zu verbreiten und die Klima- und Wasserkrise zu relativieren. Die wissenschaftlichen Erkenntnissen beispielsweise zu Vergeudungen und Schäden durch industrielle Massentierhaltung sollen dabei durch konsequentes Derailing verdrängt werden. Auch Sie versuchen ständig auf solche Nebenschauplätze auszuweichen, anstatt sich dem eigentlichen Themenkreis zu stellen.

          Das werde ich, wenn ich es schon freischalte, auch stets klar aufzeigen. Dann ist es wenigstens informativ für alle Leserinnen und Leser. Oder um es im EIKE-Putin-Doitsch auszudrücken: Das wird man(n) ja wohl noch sagen dürfen! 😀

    • Der Beitrag von pro-wald-hohensaaten ist keine Studie, sondern ein Meinungsbeitrag als PDF. Nur weil oben Studie steht, ist es keine. Es gibt keinerlei Fussnoten nur Referenzen in denen der Autor sich selbst zitiert.

      Hintergrund: In Hohensaaten wurde die großflächige Rodung eines Waldes für einen Solarpark beschlossen. Der Autor behauptet ohne jede Herleitung der Zahlen, dass der Solarpark wämer sein wird, als der Wald jetzt. Das vermute ich auch. Wald zu roden, um Solarflächen zu bauen, ist auch einigermaßen Irrsinn. Lässt aber über PVs die auf Dächern stehen keine Aussage zu. Wie schon oft beschrieben, wandeln PVs 20% der Energie in Strom um. Die Engerie wäre sonst auch Wärme geworden.

      Die 2. Studie bezeugt eine uneinheitliche, sehr kleine und zeitlich & lokal stark begrenzte Auswirkung auf die Umgebungstemperaturen.
      Zusammengefasst:
      Bei 30% der Windparks wurde es minimal kälter, bei 60% minimal wärmer.
      Tagsüber gab es keinen Effekt.
      Im Abstand von mehr als 10km gab es keinen Effekt.

      Im Schnitt ergab sich eine Erwärmung der Bodentemperaturen bei Nacht von 0.1° Celsius in einem Radius von bis zu 10km um den Windpark. Die größten Effekte von 0.3° gab es bei sehr großen Windparks die in den Wüsten der USA stehen.

      Große Windparks in den USA gehen übrigens von 500MW bis 1.5GW. Deutschlands größter Park hat 320MW. In Summe wissenschaftlich spannend, als Argument gegen Erneuerbare aber absolut untauglich. Zumal eine lokale Erwärmung, nicht mit der Erwärmung es Weltklimas gleichzusetzen ist.

  23. @ Blume

    Ich empfehle mal ein blog-Serie zum Monoteismus.

    Nicht wenige verstehen,finden den Weg, den Übergang vom Dualismus zu Monoteismus.

    Was ist Monoteismus im Kern philosophisch und was bedeutet es im Alltag?
    Dualismus zu bekämpfen bedeutet nicht gleichzeitig die Bekehrung zum Monismus.
    Das ist noch unklar.

    • Sie meinen Monotheismus? Das ist nicht zwingend – sowohl der Monismus wie auch der Dualismus können je atheistisch, agnostisch oder theistisch gelebt werden können. Allenfalls der Antitheismus wäre zwingend dualistisch.

  24. Es sind nicht alle Klimatologen so abgebrüht oder wissenschaftlich distanziert, dass sie dem Geschehen zuschauen, als blickten sie in einen Versuchsaufbau, der nichts mit der Realität drumherum zu tun hat.

    “A few personal notes:
    I was just at a NASA team meeting for 3 days in DC. The scientific findings are so fucked up. Experts on tropical rainforests told me privately that they think the Amazon has already passed its tipping point. Let that sink in. The world needs to know.”

    https://twitter.com/ClimateHuman/status/1656512546830950400?s=20

    “When I am at these scientific meetings, where basically every talk and poster is about precisely how Earth is rapidly breaking down, I just want to scream. I stood up and asked a question about this in front of everyone, though maybe too politely.”

    twitter.com/ClimateHuman/status/1656512548269707264

  25. Danke für diesen Beitrag.
    Das Umentscheiden, das Handeln, nach dem Erkennen der Verschnellung der Ereignisse.

    Noch habe ich ein wenig Hoffnung, dass mehr Menschen den Mut zum Wissen, als zum Leugnen finden.
    Und mich zu diesem, ziemlich langen Kommentar hinreißen lasse. Kommentare, die ich zuletzt unterlassen habe, um den Anfeindungen zu entgehen.

    Danke, dass Sie es nicht tun.

    Der Mensch ist sehr intelligent, aber er ist nicht weise.
    Dieser Netzfund gab mir die Antwort auf die Frage, wieso die Menschheit, die ihre eigene jahrtausend alte Geschichte doch so gut kennt, nicht in der Lage ist aus sich heraus zu wachsen und es besser zu machen. Besser als im Mittelalter, als Kriege dem Machterhalt und der Geldgier einiger weniger dienten. Besser als im Zeitalter der Industrialisierung, als wir Menschen und Natur vergifteten.

    Seit 1856 weiß die Menschheit, dass CO2 die Atmosphäre erwärmt. Dass das Konsequenzen hat. Und doch ignorieren wir, blenden wir aus, weil wir der Sicherung unseres Wohlstands Vorrang geben.
    Wir nennen es Freiheit und Recht. das Recht mindestens das zu haben, was die Generationen vor uns hatten und die Freiheit nach Gutdünken dies zu übertreffen und uns dabei zu fotografieren.
    Luxusgüter geben uns Ansehen, Zustimmung und das Gefühl zur Elite zu gehören, wir wollen von den “Richtigen” gemocht werden.
    Psychologische Grundbedürfnisse, nennt die Psychologie es. Braucht die Menschheit einfach eine Verhaltenstherapie?
    Sind Querdenker, Coronaleugner, und Rechte im Modus der Leugnung gefangen, drum kann nicht sein, was nicht sein darf.

    Wasserkrise. Da kam ich gedanklich her, aber wo will ich hier hin …

    Ich will verstehen, verstehen, warum wir die “Katastrophenfilme” der 80er und 90er verschlungen haben. Den Atem anhielten, wenn der Klimaforscher in einem Dürregebiet die Wetterstation betrat und kopfschüttelnd die sich stetig erhöhten Werte zur Kenntnis nahm. Wenn ein gut gefülltes Flugzeug aus einem weit entfernten Land unter all den Passagieren auch den ein oder anderen mit Fieber infizierten Geschäftsmann ausspuckte, der am Flughafen zusammen brach.

    Wie der Virologe verzweifelt versuchte die Passagiere zusammen zu halten, um eine Ausbreitung zu verhindern. Wie wir ungläubig zusahen, wie mehrere ausbrachen, zum Geschäftstermin, aus Ignoranz und der Satz “Was für ein Idiot!” der anderen Zuschauer hörten.

    Wir fühlten uns klug und vernünftig dabei, wir würden das Richtige tun.
    Der Politiker, die Ignoranten, die sich weigerten, zu informieren, zu handeln, weil wirtschaftliche Folgen im Vordergrund standen. Niemals würden wir diese unterstützen. Wir nicht.

    Inzwischen leben wir in all diesen Filmen, aber wir tun nicht das Richtige. Wir bringen nicht den Mut auf hinzusehen, zu verstehen, zu wissen und entsprechend zu handeln.
    Die Wasserkrise ist längst hier, genauso wie die Bodenerosion, die globale Erwärmung, die Klimakrise. Und wir pflanzen keine Bäume, wir holzen sie ab, wir erzeugen weiter Plastik, und nähren unseren Wohlstand. Den brauchen wir, der gibt uns Sicherheit.

    Wir lassen schon jetzt Menschen ertrinken, die lieber dieses Risiko eingehen, als zu Hause zu verhungern und verdursten.

    Wir sehen uns das alles in den Nachrichten an und ignorieren, dass es nur eine Sicherheit in unserem Leben gibt. Den Tod.
    Ignorieren, dass die Flüchtlinge der Zukunft aus Spanien, Frankreich, Griechenland und Italien zu uns in den Norden kommen.
    Und dann aus Österreich, … und irgendwann aus Bayern und Baden-Württemberg.

    Noch denke ich bei jeder Wahl, und sind es nur Kommunen und Gemeinden, wie lange noch? Wie lange noch, bis wir so rechts sind, wie 1933. Und darüber hinaus.
    Bis wir bewaffnet zu Hause sitzen und “die anderen” unsere Nachbarn und Freunde sind.

    Wenn “Wohlstand” der Zugang zu Wasser ist. Der Zugang zu Nahrung, und sind es nur Kartoffeln einem Unterschlupf.
    Bis dahin haben wir Kriege geführt, Menschen getötet, unzählige Naturkatastrophen erlebt und leiden Durst und Hunger.

    Alles hängt mit allem zusammen.
    Das Wasser, die Luft, der Boden, unser Klima.
    Jeder einzelne Mensch hat es in der Hand und könnte, … wenn er nur willen wollte, das alles aufhalten.

    Aber was weiß ich denn.

  26. Auf dem Umschlag des Reiseführers „Per Anhalter durch die Galaxis“ stehen in „großen, freundlichen Buchstaben die Worte KEINE PANIK.“ Dieses Motto möchte ich auch in der Klimadebatte empfehlen!
    Die Menschheit ist seit Anbeginn, seit der Entstehung der Spezies Homo sapiens, den Unbilden des Wetters ausgesetzt. Kaltphasen wechselten sich mit wärmeren Phasen ab und der Wandel erfolgte manchmal extrem schnell. Vor der Sesshaftwerdung konnten Jäger und Sammler durch weite Wanderungen dem Klimawandel auszuweichen. Mit der neolithischen Revolution, der Erfindung des Ackerbaus und der Sesshaftwerdung der Menschen war dieser Ausweg nur noch eingeschränkt möglich und es blieben vor allem die Alternativen Anpassung oder Untergang und nur in großer Not die Flucht. Spätestens mit zunehmender Bevölkerungszahl wie bei der Entwicklung der sumerischen Stadtstaaten vor ca. 5000 Jahren waren die Menschen ziemlich ortsgebunden – und so konnte der Klimawandel oder auch nur ein paar Jahre der Wetterextreme wie ausbleibender Regen ganze Reiche zu Fall bringen. Im „Spektrum der Wissenschaften“, Mai 2023 gab es dazu einen sehr schönen Artikel: „Dürre brachte wohl das Hethiterreich zu Fall“. Drei Jahre extreme Dürre von 1198 bis 1196 v. Chr. führten zum vollständigen Zusammenbruch eines mächtigen Reiches, dass bis zu diesem Zeitpunkt der Großmacht Ägypten militärisch ebenbürtig war. Es gibt zahlreiche andere Beispiele dafür, dass Klimaveränderungen Reiche und Kulturen in den Niedergang oder Untergang getrieben hatte (Altes Reich in Ägypten, Indus-Kultur, Maya-Reiche, Pueblo-Indianer).
    Wie stark Temperaturänderungen in kurzer Zeit ausfallen können, beschreibt eindrucksvoll der Artikel „Umbrüche am Ende der Eiszeit“ (Spektrum 1-2017): innerhalb von maximal 150 Jahren stiegen die Jahreshöchsttemperaturen im Rheinland von 9° auf 19°C!
    Die gegenwärtigen Probleme mit Temperaturanstiegen und Dürren oder extremem Starkregen, wie jetzt gerade in Italien zu beobachten ist, sind also keine Neuigkeiten. Neu ist aber die große Zahl der Menschen auf unserem Planeten, so dass auch natürliche Klimaänderungen Millionen Menschen vor gewaltige Herausforderungen stellen können. Wer aber glaubt, mit der deutschen Energiewende, mit Fleischverzicht und Lastenfahrrädern den Klimawandel aufhalten zu können, ist hoffnungslos weltfremd und will die realen Gegebenheiten einfach nicht zur Kenntnis nehmen. Die Zeiten, als „das Wünschen noch geholfen hat“, gab es sowieso nur in Märchenbüchern. Und heute gibt es technische Möglichkeiten, die Folgen des Klimawandels oder die Folgen katastrophaler Wetterereignisse in großem Maße abzumildern. Wenn es aber ganz dicke kommt, wie mit den zitierten drei Dürrejahren im alten Orient oder vielleicht wie im „Sommer des Jahrtausends“ 1540, dann stößt jede Anpassung an ihre Grenzen.
    Ein paar Worte zur deutschen Landwirtschaft: laut „statista“ führte diese im Jahr 2021 zu CO2-Emissionen von 61 Millionen t von insgesamt 679 Millionen t CO2 aus Deutschland in diesem Jahr. Das sind knapp 9 % der deutschen CO2-Emissionen. Hinzu kommen noch einige Millionen Tonnen Treibhausgas-Äquivalente durch Methan aus Rindermägen und aus der N2O-Freisetzung aus Stickstoffdünger, Ein kompletter Verzicht auf Tierhaltung dürfte diese Menge vielleicht halbieren, also ca. 30 Millionen t CO2 weniger. Nicht viel für Deutschland und im globalen Maßstab bedeutungslos. Wer auf Fleisch verzichten will oder gleich zum Hardcore-Veganer werden will, soll das gerne tun! Jeder soll nach seiner Fasson selig werden, denn wir leben (noch) in einem freien Land! Aber jedem Fleischesser ein schlechtes Gewissen einzureden und sich gleichzeitig moralisch aufs hohe Ross zu setzen, löst keine Probleme!
    30 Millionen t CO2 – das ist übrigens ungefähr die CO2-Menge, die durch die drei vor wenigen Wochen stillgelegten deutschen Kernkraftwerke eingespart worden ist. Jetzt steigen die deutschen CO2-Emissione wegen dieser grün-ideologisch motivierten Abschaltung wieder an und gleichzeitig muss unser Land aus halb Europa Strom importieren, s. http://www.agora-energiewende.de.
    Also: chillt mal, Leute, bleibt cool, KEINE PANIK – und niemand sollte sich ein deftiges Fleischgericht vermiesen lassen!

    • Lieber Herr Quentmeier,

      der Einzige, der hier von „PANIK“ schreibt, sind Sie. Auch hat hier niemand behauptet, mit Einsparungen ließe sich der „Klimawandel aufhalten“. Dies stimmt ja gerade auch im Hinblick auf die Wasserkrise auf Jahrzehnte nicht mehr.

      Wie Sie einerseits die „gewaltigen Herausforderungen“ für „Millionen Menschen“ beklagen, dann aber jede eigene Veränderung dazu verhöhnen können, bleibt Ihr Problem. Offenbar befürchten Sie, Ihr eigenes „schlechtes Gewissen“ könnte Ihnen Ihr „deftiges Fleischgericht vermiesen“. Dabei hatte auch der Mit-Vegetarier Peter Wohlleben damit kein Problem.

      Also, haben Sie doch bitte keine Panik oder Sorge: Sie vermitteln nicht den Eindruck, dass das gewissenhafte Mitgefühl für Tiere und Menschen Ihre Reaktanz übersteigt. Und wie sollte auch jemand die Erwärmung fürchten, der bereits von innen friert?

      Es gibt eben ganz unterschiedliche Wahrnehmungen von „Wohlstand“. Meine unterscheidet sich sehr von Ihrer. Aber ich glaube auch nicht, dass Sie das interessieren muss. Lust auf einen Orangensaft?

      https://www.saarbruecker-zeitung.de/sz-spezial/treff-region/produktion-sinkt-preise-fuer-orangensaft-steigen_aid-90541055

      Gehaben Sie sich wohl, guten Appetit beim „deftigen“ Verschlingen toter Tiere und dem lautstarkem Ignorieren hungernder Menschen. Und Ciao. 🙂

    • Durch das Abschalten der letzten drei AKWs ist nicht der Anteil Kohleverstromung, sondern der Erneuerbaren gestiegen. Der Strom musste nicht importiert werden, er ist nur billiger als in Deutschland, deswegen steigt der Anteil.

      http://www.br.de/nachrichten/bayern/strompreisentwicklung-nach-atomausstieg-strom-sogar-billiger,TeEQusi?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE

      “Die gegenwärtigen Probleme mit Temperaturanstiegen und Dürren oder extremem Starkregen, wie jetzt gerade in Italien zu beobachten ist, sind also keine Neuigkeiten.”

      Das Ausmaß der extremen Wetterereignissen ist nicht normal und geht auf die globale Erwärmung zurück.

      Studieren Sie mal diese Seite:

      http://www.worldweatherattribution.org

      Fakten zu ignorieren und dann anderen “Ideologie” vorzuwerfen ist schon reichlich bizarr.

  27. @ Michael Blume 18.05.2023, 06:37 Uhr

    Zitat: „der Einzige, der hier von „PANIK“ schreibt, sind Sie. Auch hat hier niemand behauptet, mit Einsparungen ließe sich der „Klimawandel aufhalten“. Dies stimmt ja gerade auch im Hinblick auf die Wasserkrise auf Jahrzehnte nicht mehr.“

    Das ist doch der Widerspruch bei den „Einsparungen“. Auch Sie glauben offenbar selbst nicht ernsthaft daran, dass z.B. die „Tempobuße“, die „Opferung der Benzinautos“, das „Heizkesselopfer“ und der „Veganismus“ maßgeblich viel an der Situation ändern würde.

    Wegen der vielen anderen natürlichen „Antreiber des Klimawandel“ ist der von Menschen verursachte Anteil relativ gering.

    Im „extremen Gedankenexperiment“ würde das bedeuten, wenn wir alle ordentlich „Klimabuße“ tun, verbrennt die Erde statt in 75 Jahren erst in 80 Jahren. (Manche Klimakleberinnen glauben ernsthaft, sie würden es persönlich noch „erleben“ in der „Klimahölle zu verbrennen“). Wenn wir uns alle aus Angst vor dem Klimawandel sofort selber umbringen würden, wäre es erst in 100 Jahren aus mit dem Leben..

    Wobei es aber immer noch so sein könnte, dass die (natürlichen) Treibhausgase noch viel mehr zunehmen, weil z.B. die ungebremst „wild wachsende Natur“ (Tiere und Pflanzen) bei der Verwesung noch mehr schädliche Klimagase abgeben könnten, als wir Menschen derzeit, die auch „ordnend“ eingreifen.

    Was Sie im Bezug auf das Wasser sagen, da ist insofern was dran, weil Techniker die im Bereich Wasser, Kanal, Kläranlagen,…. arbeiteten, die Probleme schon vor 50 Jahren erkannt haben.

    Sie haben längst technische Lösungen entwickelt, um die Probleme auch künftig, aus ökonomischen Gründen möglichst genau zum „richtigen Zeitpunkt“ zu lösen, wie sie das bekanntlich auch bestens in der Vergangenheit gemacht haben.

    Die Technik und die Medizin haben Pest, Cholera,… hauptsächlich wegen der „technischen Problemlösungen“ (Wasserleitungen, …..) längst erfolgreich „ausgerottet“ und das wird die „richtige Wissenschaft“, anders als die „Weltuntergangspropheten, Bußprediger und Flagellanten (Klimakleber)“, auch in Zukunft nach Möglichkeit tun.

    Normalerweise ernähren sich Menschen und Tiere gemäß ihrer Tradition. Auch wenn es auch da „Abweichler“ gibt. Ich kannte eine Katze die fraß gerne „Fallobst“ von den Bäumen, oder einen Hund der ganz wild auf Torten und Mehlspeisen war.

    • Tja, @Realo – Sie und einige andere ältere Wissenschaftsleugner dürfen noch hoffen, die Realität der Klima- als Wasserkrise nur indirekt zu erleben. Italien 🇮🇹🇪🇺 erlebt dagegen (unter einer Rechtsaußen-Regierung) bereits genau die hier im Blogpost beschriebenen Extremwetter: Zerstörerische Hochwasser & lange Dürrephasen.

      https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/schwere-unwetter-in-italien-ueberschwemmungen-und-evakuierungen,TeRH8uW

      Und im Irak 🇮🇶 werden aus dem überhitzenden Süden fliehende Muslime gegen die religiöse Minderheit der Ezid:innen gehetzt:

      https://s-j-a.org/blog/michaelblume/

      Ihnen und Ihren Mit-Leugnern einen guten Appetit…

    • “Wegen der vielen anderen natürlichen „Antreiber des Klimawandel“ ist der von Menschen verursachte Anteil relativ gering.”

      Das ist falsch, warum schreiben Sie Unwahrheiten? Wollen Sie sich nicht korrekt informieren?

      Die anthropogenen Treibhausgase sind aktuell der dominante Klimatreiber, die globale Erwärmung ist menschengemacht. Das ist seit Jahrzehnten Stand des Wissens.

  28. @Michael 18.05. 06:37

    Auch hat hier niemand behauptet, mit Einsparungen ließe sich der „Klimawandel aufhalten“.

    Nur entschärfen, und das langfristig. Eine weltweite Erwärmung von 2.5° wird voraussichtlich nicht mehr zu verhindern sein, wobei wir nicht mal wissen, wie viel es genau wird. Die Prognosen haben einen deutlichen Unsicherheitsbereich. Die Erfahrung einer ziemlich erhitzten Welt wird nicht mehr zu verhindern sein. Und wenn zu wenig passiert, dann wird es auch noch immer mehr, nach 3° kommen bald 4° und 5°.

    Es bleibt uns nichts anderes übrig, als die Energiewende so schnell es geht umzusetzen. Ob man nur den Wohlstand auf regenerative Technik umstellt, oder auch den Wohlstand selber überprüft und soweit möglich reduziert, das würde einen erheblichen Unterschied machen.

    Dann gibt es auch noch Leute, die wollen nicht nur ihren Wohlstand nicht überprüfen, die wollen überhaupt nichts unternehmen. Hier scheint schlichtweg jede Verbindung der privaten Welt und der Verantwortung gegenüber dem Rest der Welt zu fehlen.

  29. @ Michael Blume 18.05.2023, 12:19 Uhr

    Ich leugne nicht die Wissenschaft, ich bin nur gegen das Treiben der „Weltuntergangspropheten“, die haben es nicht so sehr mit „Wissenschaft“.

    Mit Interesse verfolge ich, dass es auf einmal nicht mehr so sehr um die „Höllenhitze“ geht, sondern um die „Wetterdynamik“.

    Ich würde eher, als Anhänger von Lafontaine, der anders als Schröder, sogar gegen den Jugoslawienkrieg war, schon gerne der italienische Rechtsaußen-Regierung Schuld an der derzeitigen Klima- als auch Wasserkrise zuweisen. Aber ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie es die Frau Meloni geschafft haben könnte, in den wenigen Monaten ihrer Regierungszeit, diese Unwetter herbei zu hexen?

    Mich hat sogar ein Blog Teilnehmer, der normalerweise vor der „Höllenhitze“ warnt, darauf hingewiesen, dass sogar der Golfstrom ausbleiben könnte und Eiseskälte droht?

    In den islamischen Ländern neigen die Menschen immer noch dazu, aus ideologischen Gründen übereinander herzufallen. Beim chronischen Konflikt zwischen Schiiten und Sunniten geht es meiner Erinnerung nach, um das Erbe des Propheten Muhammad. Auch ob die Frauen Schleier tragen müssen oder nicht, ist ein dauerndes Konfliktthema. Mit der Hitze sind sie bislang recht gut zurecht gekommen.

    • Ach, @Realo. Sie kämpfen gegen Ihre eigenen Ängste, indem Sie diese auf Andersdenkende projizieren. Hier gibt es keine „Weltuntergangspropheten“ – die Welt gab es schließlich auch vor der Menschheit und wird es auch nach ihr geben. Beruhigen Sie sich, bitte. Keine Panik. Atmen Sie tiiiief durch.

      Als sich das (damals noch wenig vom Menschen beeinflusste) Klima in Nordafrika erhitzte, zogen sich Überlebende an den Nil zurück, es entstand das Gottkönigtum der Pharaonen. Menschen dürften m.E. auch die anthropogene Klimakrise überleben – die Frage ist, wie.

      Aber das ist reaktanten Feiglingen selbstverständlich egal. Sie hoffen, dass es sie nicht mehr betrifft. Und begreifen zu spät, dass auch Faschisten nicht gegen Naturgesetze ankommen. Ihre Kommentare werden langweilig, da sie der Wissenschaft nur ausweichen.

  30. @Quentmeier / Realo

    Heute lass ich von einem Kapitän einer untergehenden Luxusyacht,der das sinkende Boot zuerst verließ um sich zu retten und die Passagiere verloren zurück ließ. So kommen Sie mir auch vor.

  31. Sehr geehrter Herr Blume,
    gestatten Sie mir noch ein paar Worte?

    [Nein, es reicht. Sie müssen sich nicht für Wissenschaft und unsere Zukunft interessieren, wir ehrlich Interessierten Ihnen aber auch nicht endlos unsere Zeit schenken. Ciao heißt Ciao, zumal die Klima- und Wasserkrise Italien bereits voll erreicht hat. Da hilft auch kein Leugnen mehr. Ciao, M.B.]

  32. @ Paul Stefan 18.05.2023, 13:47 Uhr

    Zitat Realo: “Wegen der vielen anderen natürlichen „Antreiber des Klimawandel“ ist der von Menschen verursachte Anteil relativ gering.”

    Zitat Paul S: „Das ist falsch, warum schreiben Sie Unwahrheiten? Wollen Sie sich nicht korrekt informieren?
    Die anthropogenen Treibhausgase sind aktuell der dominante Klimatreiber, die globale Erwärmung ist menschengemacht. Das ist seit Jahrzehnten Stand des Wissens.“

    Ich gehe vom Faktum aus, dass es auch früher „Klimawandel“ und extremes Wetter gab. Nach den vorliegenden Daten gab es z.B. ca. 1540 in Mitteleuropa eine extreme Dürre, die offensichtlich auf Hitze beruhte. Bei weitaus geringerer Bevölkerung, keinen Autos und natürlich auch keine Öl Heizkessel.

    Verstehe nicht, wie Sie den Einfluss der „natürlichen Klimagase“ und anderer Gegebenheiten einfach leugnen können, nur den anthropogenen Faktor akzeptieren?

    Sie haben relativiert mit: „Dominant“.
    Ich habe relativiert mit: „Relativ gering“.

    Warum schreiben Sie von „Unwahrheiten“? Das würde ich nicht tun, es gibt hier praktisch keine „Eindeutigkeit“. Es läuft letztlich alles auf persönliche individuelle Bewertungen hinaus und die sind vom „psychischen Status“ der Beurteilenden abhängig.

    Warum ignorieren Sie einfach meine (allgemein bekannten) „Fakten“ die ungefähr von gleichwertigen Quellen stammen wie Ihre „Fakten“?

    • @Realo aka Elektroniker

      Ihr Beitrag ist eine Variante des Artikelthemas von Michael Blume.
      Sie schreiben quasi: “früher gab es auch irgendwann mal irgendwo ein Wetterextrem, also ist die Klimaerwärmung falsch!”

      Irgendwann 1540 für ca. 11 Monate in einem relativ begrenzten Bereich der Erde, heisst Mitteleuropa
      Quelle: 1 Studie der Uni Bern. Nehmen wir an die Autoren haben sauber gearbeitet, dann ist das ein klassisches Wetterextrem vor fast 500 Jahren.
      Ursache? Vermutlich Omegalage, es gab damals z.B. in Westrussland (östlicher Rand der Lage extreme Niederschläge)

      Hat irgendwer behauptet es hätte bisher nie zuvor Wetterextreme gegeben?

      Nun dagegen die Global Klimaerwärmung:
      – Antreiber der Erwärmung des globalen Klimas sind bekannt. Daher kommt man ja auf CO2, CH4, N2O usw.
      – Effekte zeigen sich global, nicht nur regional oder lokal
      – Wetterextreme nehmen global in Ausmaß und Anzahl stark zu
      – Attributionsforschung zeigt die Abhängigkeiten der Faktoren
      – Wärmemenge nimmt global zu (hier ganz wichtig Wärmemenge Q und Temperatur T unterscheiden)

      usw.

      Machen sie sich schlau.

      • Danke, @Adrian Guiness

        Wie geschrieben erlebe ich nicht, dass es @Realo samt Sockenpuppe @Elektroniker wie auch anderen Wissenschaftsleugnern hier an Intellekt („schlau“) fehlen würde. Vielmehr fehlt es an Mut und Charakter, um die auch beängstigenden Erkenntnisse der Wissenschaft in die eigene Verantwortung zu übersetzen. Stattdessen werden Intellekt und formale Bildung eingesetzt, um die Ängste abzuspalten und einen Dualismus aufzuspannen, der die Warnenden zu den vermeintlich Bösen, wenn nicht gar zu Verschwörern zählt.

        Die Blockade der meisten Leugner der Klima- und Wasserkrise ist also stark auf Seiten der Emotionen und Identitätserzählungen (Mythen) verortet und durch rationale Argumente kaum aufzulösen. Meine ich.

        • @Michael Blume:

          Hatte mit “schlau machen” nicht mangelnden Intellekt gemeint, sondern sich den Erkenntnissen zu stellen. Sie haben jedoch recht damit, dass man dies auch so lesen kann.

          Ihrer Analyse stimme ich zu. Es sind Angst und Unsicherheit die solche Leute umtreibt. Dem kann man vermeintlich “entkommen” wenn man die anderen zu Verschwörern oder Untergangspropheten erklärt.

          Ja, meine ich auch. Rationale Argumente helfen da nicht.

          • Vielen Dank, @Adrian Guiness

            Aus dieser (gemeinsamen) Beobachtung zum psychologischen Dualismus folgt m.E. auch, warum die Wasserkrise die Wissenschafts- und Klimakrise-Leigner so „triggert“. Mit jeder Dürre und jedem Extremregen „müssen“ sie stärkere Ängste und Zweifel auf jene von uns abspalten, die die unangenehme Realität der menschgemachten, globalen Erhitzung durch fossile Energieträger und industrielle Massentierhaltung benennen.

            Längst sind auch Seen weltweit betroffen:

            „Mehr als die Hälfte der größeren Seen und Stauseen weltweit hat seit 1992 signifikant an Volumen verloren, nur ein Viertel gewann Wasser hinzu. Das ist das Ergebnis einer großen Datenanalyse, die ein Team um Fangfang Yao von der University of Colorado Boulder in Science veröffentlicht hat. Als wichtigste Gründe nennen die Forscherinnen und Forscher mehr Verdunstung durch steigende Temperaturen, veränderte Niederschlagsmuster und veränderte Wassernutzung.“

            https://www.sueddeutsche.de/wissen/seen-wasser-klimawandel-1.5867718

            Wir dürfen erwarten, dass vor allem ältere & männliche Dualisten auch dazu wieder bizarre Narrative bis hin zu Verschwörungsmythen präsentieren werden…

  33. @ Dr. Armin Quentmeier 18.05.2023, 15:27 Uhr
    @ Blume,

    Zitat Blume: „[Nein, es reicht. Sie müssen sich nicht für Wissenschaft und unsere Zukunft interessieren, wir ehrlich Interessierten Ihnen aber auch nicht endlos unsere Zeit schenken. Ciao heißt Ciao, zumal die Klima- und Wasserkrise Italien bereits voll erreicht hat. Da hilft auch kein Leugnen mehr. Ciao, M.B.]

    So habe ich mir unsere „Meinungsfreiheit“ immer vorgestellt. Man muss nur etwas auf „den Zahn fühlen“.

    Aber immerhin würde ich Ihnen bestätigen, dass Sie „relativ offen“ sind. Andere haben schon „früher zugemacht“.

    • @Realo

      Klar bin ich „relativ offen“. Allerdings merke ich eben auch, wenn Wissenschaftsleugner und Verschwörungsgläubige „nicht mehr ganz dicht“ sind. 😉

      Ernsthaft: Solange in Diskursen noch Erkenntnisse zu gewinnen sind, halte ich viel durch. Bei allzu zwanghaften Wiederholungen von Langweiligem oder auch etwa von Hetze und Menschenverachtung, Verschwörungsmythen und weiteren Lügen ziehe ich dann aber eben auch mal die Bremse und weise die Tür. Das hier ist immerhin ein Wissenschaftsblog und kein Therapieclub für Dialog-unfähige Dualisten…

  34. @ Mussi 18.05.2023, 14:53 Uhr

    Zitat: „Heute lass ich von einem Kapitän einer untergehenden Luxusyacht,der das sinkende Boot zuerst verließ um sich zu retten und die Passagiere verloren zurück ließ. So kommen Sie mir auch vor.“

    Da haben sie einen falschen Eindruck von mir. Ich bin nur dafür, die „Hitze“ und die besonderen Probleme der „Wetterdynamik“ der Wissenschaft und Technik zu überlassen.

    Die haben ausreichend bewiesen, dass sie Probleme am ehesten und bestens lösen konnten.

    Das Jammern der „Weltuntergangspropheten“ war bisher weniger hilfreich.

    Jedenfalls ist mir nicht bekannt, ob die jemals ein Problem ernsthaft gelöst haben?

    • Nochmal, @Realo – Ihr dualistisches Feindbild von „Weltuntergabgspropheten“ geht hier völlig fehl. Niemand hier verkündet einen Untergang der Welt, der Umwelt, der Natur, des Klimas. All das wird es auch nach der Phase der menschengemachten Erhitzung geben. Die Frage ist nur, ob und wie viele Menschen die Klima- und vor allem Wasserkrise überleben werden, die durch Leugner und Verharmloser mutwillig verschlimmert werden.

      Durch wissenschaftliche Warnungen vor den Nebenwirkungen von FCKW und das entsprechende, politische Handeln wurde übrigens das sog. „Ozonloch“ gestopft. Wenn wir Menschen also wirklich wollen, dann können wir auch viel bewirken. Etwa durch bewussten Verbrauch, wasser- und CO2-sensitive Pflanzenkost.

  35. @ Realo

    Weil Sie sich ausgewählte historische Daten nutzen und nicht geleugnet werden gegenüber 2003,2015,2018,2021,2022,2023…die den anthropogenen Faktor mit Modell und Beleg in der Wirklichkeit eine Datenreihe wiederfinden…man man man…

  36. Es geht nicht um “Klimawandel”, sondern um die globale Erwärmung, hervorgerufen durch die Treibhausgase aus dem Verbrennen fossiler Energieträger. Das ist eindeutig belegt, das können Sie in den IPCC-Berichten nachlesen. Da gibt es auch Tabellen mit den Klimatreibern, wo man den Beitrag der einzelnen Klimatreiber ablesen kann.
    Die physikalischen Gründe für die globale Erwärmung sind im Detail bekannt. Und keiner behauptet, dass es früher keinen Klimawandel gegeben hat. Klimawandel gab es schon immer. Die globale Erwärmung gibt es erst seit ca. 150 Jahren.

    Wir sind auf dem Weg zu einem ökologischen Kollaps und Leute wie Sie und Quentmeier hauen nur einen Bullshit nach dem anderen raus und stellen sich dumm. Das ist eine moralische und intellektuelle Bankrotterklärung.

    Die globale Erwärmung kann man übrigens sehr klar am ocean heat content ablesen, der kontiunierliche steigt.

    en.wikipedia.org/wiki/Ocean_heat_content

  37. Hier ein Beitrag zu Indien angesichts der Klimakatastrophe:

    http://www.deutschlandfunk.de/ueberleben-in-der-heisszeit-indien-stemmt-sich-gegen-die-klimakatastrophe-dlf-19b1f328-100.html

    Vielleicht traut sich ja einer der Leugner, das anzuhören.

    Im neuen Spektrum der Wissenschaft 6.23, S. 50-53, gibt es ein Interview mit dem Klimawissenschaftler Thomas Frölicher über marine Hitzewellen, Versauerungsextremen und Sauerstoffmangel in den Ozeanen.

    S. 21-22: Bei einer globalen Erwärmung von zwei Grad werden kombinierte Extremereignisse (Hitzewellen und Versauerung) um das ca. 22-Fache zunehmen, von zwölf auf 265 Tage im Jahr. Dann haben wir einen anderen Ozean.

    • Vielen Dank für Ihr starkes, aufklärendes Engagement, @Paul Stefan!

      Und, ja, die Extremwetter in Indien 🇮🇳 kosten schon jetzt immer mehr Menschenleben. Auch die Folgen aus Dürren und Hochwassern in Pakistan 🇵🇰 zerstören Existenzen und treiben weitere Menschen in verzweifelten, oft religiösen Dualismus.

      Über den Staatszerfall von Syrien 🇸🇾, Iran 🇮🇷 und Irak 🇮🇶 hatte ich ja bereits verschiedentlich geschrieben. Aktuell erreichen mich wieder bedrückende Meldungen über neue Hetze gegen Ezidinnen und Eziden auch im Norden des Irak. Gab dazu eine Erklärung:

      https://s-j-a.org/blog/michaelblume/

      Auch zum Konflikt im Sudan 🇸🇩 und die verschärfenden Eskalationen rund um das Nilwasser möchte ich zukünftig schreiben. Die Klima- und Wasserkrise eskaliert jedoch global rasend schnell, so auch derzeit in Italien 🇮🇹🇪🇺, Kroatien 🇭🇷🇪🇺… 😢🔥🤔💧

  38. @ Adrian Guiness 18.05.2023, 19:01 Uhr

    Zitat: „Sie schreiben quasi: “früher gab es auch irgendwann mal irgendwo ein Wetterextrem, also ist die Klimaerwärmung falsch!”

    Ich habe nicht die Klimaerwärmung bestritten, die gab es, wie auch Kältezeiten, schon immer. Was unterstellen Sie mir da?

    Nur halte ich den Lösungsansatz der „Weltuntergangspropheten“ nicht für besonders „zielführend“.

    Klimawissenschaftler können Klimatrends erkennen, allenfalls auch komplexen Ursachen näherkommen, sind aber keine Fachleute für Problemlösungen (z.B. Katastrophenvorsorge, Städtebau, Vegetation, Infrastruktur, ….)

    Wenn es Lösungsmöglichkeiten gibt, so können die nur von Fachwissenschaftlern kommen, die immer schon Probleme lösen mussten und auch höchst erfolgreich gelöst haben.

    Realistische Problemlösungen sind gefragt, nicht Ideologien und Lösungen die mehr schaden als nutzen und viele Menschen um ihre Existenz fürchten müssen.

    Menschen die genug Geld haben fahren längst einen Tesla, haben eine moderne Heizung, ihr Haus gedämmt, ihre PV Anlage liefert so viel Strom, den sie auch noch verkaufen können.

    Ärmere wohnen eher in alten ungedämmten Häusern, mit einem alten Grundriss, zu kleinen Heizkörpern, einer alten Ölheizung und müssen auch noch fürchten, dass sie alles verlieren wenn die Heizung eingeht und sie rund 150 000 Euro in den Umbau investieren müssten, die sie gar nicht aufbringen könnten.

    • @Realo

      Beruhigen sie sich, die Welt geht nicht unter. Kenne jetzt auch keinen Propheten der das angekündigt hätte. Die hat schon noch so ca. 5 Milliarden Jahre.
      Erst recht keinen Klimatologen.

      Es geht immer um das Vermeiden von klimatischen Bedingungen unter denen menschliche Zivilisationen nicht oder nur noch mit extremen Aufwänden existieren können. Das wäre für die betroffenen Menschen dann relativ unangenehm.

  39. @ Guiness

    …das Unangenehme betrifft im übrigen auch das Leben an sich,wie Pflanzen und Tiere. Stichwort Biodiversität und Artensterben.
    Habe letztens eine Studie gelesen,dass die Vögel kleiner werden. Klima als abiotischer Faktor hat somit schon enormen Einfluss auf die Evolution.

    @ Realo

    Es ist das Konzept der westlichen Ökonomie,welches weltweit speziell seit dem Ende des Kalten Krieges übernommen wurde. Das führt dazu,dass Beton mitlerweile mehr als Biomasse ist. Folge insbesondere der Industriellen Revolution. Wenn das die nächsten weiteren 200 Jahre nochmal so weiter geht,dann ist da nichts mehr mit Ökologie.

    Es ist nicht nur Klima und Wasser sondern die Naturleistung an sich,die Grundbedingung an sich,die auf der Kippe steht.

    • @Mussi:

      …das Unangenehme betrifft im übrigen auch das Leben an sich,wie Pflanzen und Tiere. Stichwort Biodiversität und Artensterben.

      Das ist unstrittig. Jedoch werden sie in dem Maße, in welchem sie die klimatischen Bedingungen so wenig wie möglich verändern auch diese Prozesse so stabil wie möglich halten. Die bereits eingetretenen Veränderungen werden ohnehin ihre Wirkung zeigen bzw. machen das bereits.

      Zugrouten, Brutgebiete usw. verändern sich bereits seit vielen Jahren. Da versucht sich die belebte Natur längst an die veränderten Bedingungen anzupassen. Arten wandern ab, andern wandern zu usw. das ist z.B. auch bei Insekten so.

  40. @ Adrian Guiness 19.05.2023, 02:15 Uhr

    Ich sehe es wie Sie.

    Nur bekommt man bei „Klimakleberinnen“ den Eindruck, sie befürchten ernsthaft noch persönlich in der „Klimahölle verbrennen“ zu müssen.

    Das ist der Sache weniger dienlich….

    • @Realo

      Ich sehe es wie Sie.

      Seien sie da nicht so sicher 😉

      Nur bekommt man bei „Klimakleberinnen“ den Eindruck, sie befürchten ernsthaft noch persönlich in der „Klimahölle verbrennen“ zu müssen.

      Ich kann die Befürchtungen dieser Menschen nachvollziehen.
      Finden sie deren Aktionen nicht geradezu brav, verglichen mit dem was auf dem Spiel steht?

  41. @Realo 19.05. 00:49 / 10:25

    „dass sie alles verlieren wenn die Heizung eingeht und sie rund 150 000 Euro in den Umbau investieren müssten, die sie gar nicht aufbringen könnten.“

    Das ist doch völlig übertrieben. Die Wärmepumpe muss zunächst mal nur eingebaut werden, wenn sowieso eine neue Heizung fällig ist. Es geht also nur um die Mehrkosten. Meistens reicht nur die Wärmepumpe, eine Komplettsanierung mit neuen Fenstern und Außenwandisolierung ist nicht nötig und auch nicht vorgeschrieben. Selbst wenn die Heizkörper etwas zu klein sind, kann man auch einfach noch ein paar zusätzliche Heizkörper einbauen. Jedenfalls kommen wir hier wohl eher auf maximal 15.000 Euro Zusatzkosten.

    Insofern haben sie allerdings recht, dass es hier sehr unterschiedlich wird, ob man viel oder wenig Geld hat. Wer reichlich hat, und sowieso schon auf großem Fuß lebt, der hat sogar die Mittel, entsprechend mehr auszugeben, um alles Klimaneutral zu machen. Hier kommt allerdings das Problem zum Tragen, dass es hierfür nicht nur Geld braucht, sondern auch Arbeitskräfte und Rohstoffe. Hier kommt die Energiewende schnell auf eine begrenzte mögliche Geschwindigkeit.

    Wenn hier die richtig Wohlhabenden was entscheidendes Beitragen wollen, dann müssten die zuallererst mal ihren Lebensstil prüfen, und hier mal ordentlich reduzieren. Dann kann es sogar sehr schnell gehen mit der Energiewende. Dann trifft das eingesetzte Geld auch auf freie Arbeitskräfte, und gleichzeitig verringert sich der ganze Aufwand für den Umbau auf Klimaneutralität.

    Jetzt gibt es in der Tat auch Menschen, die haben hier wirklich keine Spielräume. Ein relativ gering Verdienender mit Kindern, der in einem Altbau in eher ländlicher Umgebung wohnt, hat hier fast nirgends Luft was zu sparen, und gleichzeitig überhaupt kein Geld für klimafreundliche Investitionen.

    Ohne Auto geht es auf dem Land kaum, ein Neuwagen ist unerschwinglich, schon gar kein E-Auto. Urlaubsreisen gibts schon sowieso keine, und die Wohnungsgröße ist auch längst minimal. Rücklagen für Investitionen gibt es auch nicht, im Gegenteil, der Kreditrahmen ist seit Jahren längs ausgeschöpft. Ein Mensch in dieser Situation steht dann sowieso schon mit dem Rücken zur Wand.

    Hier sollte der Gesetzgeber drauf Rücksicht nehmen. Und eben wenn nötig die Wärmepumpen so finanzieren, das auch solche finanziell nicht Handlungsfähige damit leben können. Oder eben Ausnahmen machen, dass man halt dann auch ausnahmsweise Gasheizungen einbauen kann, wenn hier wirklich kein Geld da ist für die Wärmepumpe.

    „Nur bekommt man bei „Klimakleberinnen“ den Eindruck, sie befürchten ernsthaft noch persönlich in der „Klimahölle verbrennen“ zu müssen.“

    Wer heute 23 ist, der geht 2067 in Rente und hat eine Lebenserwartung bis 2080. Wenn man sich vorstellt, dass wir 2070 eine Klimaerhitzung von 3° bis 5° haben können, falls hier weiterhin die Energiewende verschleppt wir, dann kann man hier in der Tat durchaus Angst bekommen. Die Wirkung für Deutschland wäre dann bis zu 9°. Man mag sich hier durchaus vorstellen können, dass das richtig schwierig wird.

    Es ist hier ziemlich vorstellbar, dass das die landwirtschaftlichen Erträge ruiniert, und ein Leben ohne Klimaanlage flächendeckend kaum noch möglich ist. Die sozialen Folgen könnten die ganze Zivilisation gefährden. Die Idee, dass wir aktuell die Letzten sind, die dies noch abwenden können, die ist wohl durchaus im Bereich des Möglichen.

    • Danke, @Tobias Jeckenburger

      Meine Frau und ich stammen aus Arbeiterfamilien mit ostdeutschem bzw. türkischem Migrationshintergrund. Als wir für uns & unsere Kinder endlich bauen konnten, entschieden wir uns für eine Luft-Wärmepumpe, ab 2017 auch für Elektro-Kleimwagen. Verboten stehe auch ich skeptisch gegenüber, aber eine ordentliche Förderung würde ökologisch sehr viel bringen & zudem unsere europäische Abhängigkeit von Ressourcenfluch-Staaten deutlich verringern. Habe vor acht (!) Jahren dazu geschrieben, Neuauflage angesichts des Ukraine-Krieges…

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/ein-zweites-buch-leben-oel-und-glaubenskriege-neu-im-jmb-verlag/

      Es ist m.E. schlimm genug, dass die Leugner der Klima- und Wasserkrise andere belügen. Aber sehr oft belügen sie sich auch einfach selbst…

  42. @ Adrian Guiness 19.05.2023, 12:32 Uhr

    Ich bin nicht total gegen die Weltuntergangspropheten/Klimakleber. Sie haben eine gewisse „Korrektivfunktion“.

    Sonst kommt es womöglich noch dazu, dass manche Menschen z.B. ein Auto kaufen das möglichst laut aus dem Auspuff röhrt, oder womöglich am meisten „stinkt“.

    Aber übertreiben sollten sie halt auch wieder nicht!

  43. @ Tobias Jeckenburger 19.05.2023, 13:45 Uhr

    Die Probleme betreffen vor allem ältere Menschen, die sich in der DDR seit 1990, im Westen einige Jahre früher, eine Ölheizung im Keller leisten konnten.

    Es verschwand nicht nur der Kohlemief, sondern das lästige tägliche Kohleschleppen war vorbei. Mit dem „Einzug“ des Ölkessel begann sozusagen das „süße Leben“ für den kleinen Mann und eine fast schon emotionale Beziehung zur Ölheizung.

    Diese Heizungen sind jetzt älter als 30 Jahre. Wenn man Glück hat, „leben“ sie noch einige Jahre. Es sind „Hochtemperaturheizungen“ die mit den üblichen Heizkörpern bestens „funktionieren“. Tauscht man einfach den Brenner und den Kessel, kostet das rund 15 000 Euro und das ist normalerweise kein Problem.

    Wärmepumpen betriebene Heizungen sind „Niedertemperaturheizungen“ und benötigen normalerweise „Flächenheizung“, wie Wand- oder Fußbodenheizungen. Außerdem haben sie einen schlechten Wirkungsgrad, daher sollte das Haus, die Fenster und besonders das Dach gut gedämmt sein, sonst explodieren die im Falle von Strom ohnehin schon hohen Betriebskosten.

    Wenn Sie im Winter nicht frieren wollen, keine Eigenleistungen mehr erbringen können, alles legal abrechnen, kommen Sie auf die kalkulierten 150 000 Euro.

    Außerdem haben alte Häuser eher einen ungünstigen Grundriss und werden nach rund 100 Jahren Lebensdauer abgerissen. Da lohnen sich derart hohe Investitionen nicht mehr.

    Dass man einen Neubau klimaneutral baut und auch mit einer besonderen Trinkwasser/Abwasser Ökonomie plant, ist ohnehin selbstverständlich. Aber man steckt kein Geld sinnlos in Altbauten und verschwendet Ressourcen….

    Industrieunternehmen sind flexibler, haben mitunter einen sehr hohen Energieverbrauch, aber auch einen wesentlich kürzeren Planungshorizont und da dürften Subventionen zweckmäßiger angelegt sein. Auch der Verwaltungsaufwand dürfte geringer sein.

    Zitat: „Es ist hier ziemlich vorstellbar, dass das die landwirtschaftlichen Erträge ruiniert, und ein Leben ohne Klimaanlage flächendeckend kaum noch möglich ist. Die sozialen Folgen könnten die ganze Zivilisation gefährden. Die Idee, dass wir aktuell die Letzten sind, die dies noch abwenden können, die ist wohl durchaus im Bereich des Möglichen.“

    Das ist alles gut möglich, nur glauben „Hardliner“ alles mit CO2 Einsparungen allein lösen zu können. Es ist aber ein Problem für viele Wissenschaften, von z.B. Katastrophenvorsorge, Städtebau, Vegetation, Infrastruktur, ….

    Eine Offenheit für alle zweckmäßigen Technologien ist erforderlich, ideologische “Scheuklappen“ erschweren alles nur sinnlos.

  44. Realo: “nur glauben „Hardliner“ alles mit CO2 Einsparungen allein lösen zu können. Es ist aber ein Problem für viele Wissenschaften, von z.B. Katastrophenvorsorge, Städtebau, Vegetation, Infrastruktur, ….”

    Nein, das ist falsch.

    RICHTIG ist, dass alle Anpassungen nicht ausreichen und helfen werden, wenn wir die CO2-Emissionen nicht massiv Richtung Netto-Null reduzieren. Die Folgen der globalen Erwärmung werden unsere Anpassungsfähigkeit überfordern, wenn der Temperaturanstieg nicht gestoppt wird.

  45. @ Mussi 19.05.2023, 09:28 Uhr
    @ Guiness

    Zitat: „…das Unangenehme betrifft im übrigen auch das Leben an sich,wie Pflanzen und Tiere. Stichwort Biodiversität und Artensterben.
    Habe letztens eine Studie gelesen,dass die Vögel kleiner werden. Klima als abiotischer Faktor hat somit schon enormen Einfluss auf die Evolution.“

    Nicht nur die Vögel und Insekten dürften kleiner werden. Ich fürchte, das ist letztlich auch bei den Menschen so.

    Die Menschen in Europa, Amerika, Afrika, …. sind einfach zu „gefräßig“, im Vergleich zu den Asiaten. Da wird auch der „Veganismus“ nicht viel ändern.

    Europäer usw. brauchten, zumindest früher, rund das 5 fache an Kalorien und auch mehr von den anderen Ressourcen. Die Asiaten sind zwar auch kleiner, ihre Arbeitsleistung ist aber mit Europäern vergleichbar.

    Die Japaner brauchten früher z.B. weniger Baustoffe, statt Betonwände gab es Shoji Raumteiler (Holzrahmen, Papier). Außerdem saßen sie beim Essen am Fußboden, brauchten nicht einmal Sitzmöbel….

    Ich weiß zwar nichts genaues, aber angeblich gibt es Konzepte, Beton und Ziegel durch leichte hohle Konstruktionen, hauptsächlich aus Abfall, zu ersetzen?

    Es steht immer alles irgendwie auf der Kippe…..

    • Krass, wie Sie die Ernährung gegen alle Wissenschaft aus Ihren „Berechnungen“ rauszunehmen versuchen, @Realo aka @Elektroniker. Da kickt die Reaktanz über die Logik und echte Verantwortung erkennbar hart hinweg… 🤭

  46. @ Paul Stefan 19.05.2023, 19:00 Uhr

    Sie behaupten: „… wenn wir die CO2-Emissionen nicht massiv Richtung Netto-Null reduzieren…“

    „Massiv Richtung“ ist Ihre „Hintertür“, so dass Sie praktisch immer recht haben.

    Ich behaupte: „… ist aber ein Problem für viele Wissenschaften, von ….“

    „Viele Wissenschaften“ist meine „Hintertür“, praktisch auch eine Tautologie, weil die Aussage, dass hinsichtlich der komplexen Auswirkungen der Klimafrage nur ein Forschungsgebiet alles vollständig „beherrschen würde“, völlig lächerlich wäre.

    Meine Behauptung: “…nur glauben „Hardliner“ alles mit CO2 Einsparungen allein ….“

    steht Ihrer Behauptung: „…wenn der Temperaturanstieg nicht gestoppt wird…“ gegenüber.

    Es werden eher wenige „Hardliner“ sein, die alles mit CO2 Einsparungen allein regeln wollen, wie auch der Temperaturanstieg nicht genau „Null“ sein wird.

    Fazit: Ich habe mich vorsorglich und genau so „trickreich“ („Viele Wissenschaften“, „Massiv Richtung“, ….) wie Sie, vor dem Vorwurf einer „falschen Behauptung“ geschützt.

    • Leute, bei allem Respekt vor männlichen Fixierungen: CO2 ist nicht das einzige Treibhausgas – gerade auch die industrielle Massentierhaltung emittiert Unmengen des noch sehr viel heftigeren Methan. Es bräuchte also klare und schnelle Änderungen sowohl auf systemischer wie individueller Ebene.

      1. Mehr Pflanzenkost 🌱
      2. Mehr Wald 🌳
      3. Nachhaltige Infrastruktur

      Let‘s do this.

    • “„Massiv Richtung“ ist Ihre „Hintertür“, so dass Sie praktisch immer recht haben.”

      Wir müssen Netto-Null erreichen, um die globale Erwärmung zu stoppen. Ja, natürlich betrifft das auch andere Treibhausgase, von denen Methan am wichtigsten ist.

      Es ist praktisch aber nicht möglich, auf Null zu kommen. Wir müssen deswegen
      auch CO2 speichern und aus der Luft zurückholen und an diesen Techniken arbeiten. Die Kapazitäten, CO2 aus der Luft zu holen, sind aber (noch) sehr gering und werden auch nicht besonders groß werden.

      Realo: ” weil die Aussage, dass hinsichtlich der komplexen Auswirkungen der Klimafrage nur ein Forschungsgebiet alles vollständig „beherrschen würde“, völlig lächerlich wäre.”

      Das behauptet auch keiner. Die Folgen der globalen Erwärmung werden von zahlreichen Disziplinen bearbeitet.

      Dass die globale Erwärmung 100% anthropogen ist, ist im Rahmen des epistemisch Möglichen erwiesen. Dazu gab es gerade ein neues Paper.

      https://twitter.com/TerliWetter/status/1659177243988353031?s=20

      http://www.pnas.org/doi/10.1073/pnas.2300758120

      Abstract:

      “Differences between tropospheric and lower stratospheric temperature trends have long been recognized as a “fingerprint” of human effects on climate. This fingerprint, however, neglected information from the mid to upper stratosphere, 25 to 50 km above the Earth’s surface. Including this information improves the detectability of a human fingerprint by a factor of five. Enhanced detectability occurs because the mid to upper stratosphere has a large cooling signal from human-caused CO2 increases, small noise levels of natural internal variability, and differing signal and noise patterns. Extending fingerprinting to the upper stratosphere with long temperature records and improved climate models means that it is now virtually impossible for natural causes to explain satellite-measured trends in the thermal structure of the Earth’s atmosphere.”

  47. @ Realo

    Was sind die Alternativen im Alltag: handeln oder unterlassen. Mehr bleibt reduktiv gesehen nicht.
    Ich plädieren für unterlassen. Ich unterlasse es Auto zu fahren,ich unterlasse Konsum,ich unterlasse Enegieverbrauch usw. . Einbussen an Lebensqualität habe ich nicht, im Gegenteil,ich gewinne Zeit für Musse. Musse für die Schönheit ökologischer Prozesse und der Natur. Manchmal sitze ich nur da,trinke ein Bier und denke wie sonderbar doch das Leben ist. Innerhalb von ca. 80 Jahren nehme ich das alles wahr und dann ist wieder nichts. Das verleiht Demut. Ich habe nicht,wie andere,das Gefühl,ich muss das Leben während meines Lebens beherrschen und kontrollieren.
    Das nennt man Freiheit. Die Freiheit nichts zu tun,unterlassen, nicht getrieben sein. Die Freiheit nichts zu sein. Der Drang vieler zur Selbstoptimierung und etwas Besonderes sein zu wollen,liegt mir fern. Diese Arroganz und Eitelkeit des Menschen dürfte eines der Hauptprobleme mit seiner Ökologie sein.
    In Blumes Worten: Reaktanz speist sich daraus. Sonderstellung.

  48. @ Mussi 20.05.2023, 05:20 Uhr

    Ich bewundere Sie irgendwie, wie Sie Ihr Lebenskonzept durchziehen können.

    Genügsamkeit kann sehr zufrieden machen. Alles ganz „locker“ zu sehen, auch wie „Ideologen“ glauben, die Welt verbessern zu müssen und letztlich Konflikte bis hin zu Kriegen schüren. Jetzt „glauben“ manche sogar, man könne mit etwas „Klimabuße“ das Klima verändern….. ohne massive Auswirkung auf die soziale Stabilität.

    Allerdings befürchte ich, dass die Konflikte, im Sinne Darwins unvermeidbar sind. Einer „Auslese“ wird man nicht ausweichen können….

    „Unterlassen“ kann durchaus eine zweckmäßige „Handlungsoption“ sein. Aber andererseits, jeder Mensch braucht Ressourcen zum Leben und die gibt es nicht gratis.

    Zitat: „Innerhalb von ca. 80 Jahren nehme ich das alles wahr und dann ist wieder nichts.“

    Aber nur, wenn man auf die „generative Aufgabe verzichtet“ hat. Darauf „verzichtet“ das „Abenteuer Leben“ weiterzugeben. Für manche Menschen ist es allerdings ein Jammer, wenn sie erkennen müssen „Kanonenfutter“ produziert zuhaben. Außer sie fühlen sich als „ausgezeichnete“ 9-fache „Heldenmutter“ wohl, die ihren (noch) nicht gefallenen 10. Sohn kritisch gefragt hat, ob er nicht womöglich ein „Feigling“ wäre….

    Zitat: „Ich habe nicht,wie andere,das Gefühl,ich muss das Leben während meines Lebens beherrschen und kontrollieren.“

    Da sind Sie in einer glücklichen Lage. Man ist mitunter, z.B. im höheren Alter, wegen der medizinischen Umstände gezwungen, auf die Ernährung penibel zu achten. „Gesunde Lebensmittel“ können absurde Probleme verursachen….

    Zitat: „Diese Arroganz und Eitelkeit des Menschen dürfte eines der Hauptprobleme mit seiner Ökologie sein.“

    Die Sache mit der „Eitelkeit“ war für mich nie ein Problem. Deswegen hat mir meine Mutter ehemals einen passenden 3. Nicknamen verpasst, der den Herrn Blume noch entgangen ist….

  49. @ Realo

    Ich weiss nicht,ob das ein Lebenskonzept ist.

    Viel mehr ist es die Konsequenz über das Nachdenken über Erfolg und Elite.

  50. @Realo 19.05. 16:32

    „Wärmepumpen betriebene Heizungen sind „Niedertemperaturheizungen“ und benötigen normalerweise „Flächenheizung“, wie Wand- oder Fußbodenheizungen.“

    Wärmepumpen laufen dann nur sparsamer. Die meisten Heizkörper sind auch eher überdimensioniert, außerdem wird es im Winter nicht mehr so kalt wie früher. Oft geht es dann auch mit Heizkörpern. Man kann die Wärmepumpe auch gut mit z.B. einer Gasheizung kombinieren. Bei großer Kälte oder wenn Strommangel im Netz akut ist, schaltet sich dann die Wärmepumpe ab und die Feuerung übernimmt. Die aktuelle Forderung ist ja 65 % regenerativ, die restlichen 35 % werden mit der Feuerung abgedeckt, das müsste reichen, um durch den Winter zu kommen.

    „Außerdem haben sie einen schlechten Wirkungsgrad, daher sollte das Haus, die Fenster und besonders das Dach gut gedämmt sein, sonst explodieren die im Falle von Strom ohnehin schon hohen Betriebskosten.“

    Das hat jetzt nichts speziell mit dem Heizungstyp zu tun. Die Idee hinter der Wärmepumpenheizung ist ja vor allem, dass Überschüsse aus der regenerativen Produktion verwertet werden können. Der Strom sollte dann idealerweise auch nicht mehr so teuer sein, insbesondere wenn man eine Kombinierte Anlage hat, die bei Strommangel im Netz auf Feuerung umschalten kann.

    Ich fürchte aber, es ist vielleicht ein paar Jahre zu früh, jetzt schon Wärmepumpen zur Pflicht zu machen. Einmal kommen die Hersteller und die Heizungsbauer womöglich gar nicht sofort hinterher, und auch steht jetzt erstmal mehr Zubau von Windrändern und PV-Module auf dem Plan. Dagegen spricht natürlich, dass neue Heizungen 25 Jahre halten, und entsprechend der Zubau von Wärmepumpen genau so lange dauern wird, bis alle dann eine Wärmepumpe haben. Das wäre 2048, bis dahin sollte die vollkommen regenerative Stromproduktion stehen.

    „Außerdem haben alte Häuser eher einen ungünstigen Grundriss und werden nach rund 100 Jahren Lebensdauer abgerissen. Da lohnen sich derart hohe Investitionen nicht mehr.„

    Sollte tatsächlich ein Haus in z.B. 10 Jahren abgerissen werden, so wäre es in der Tat sinnvoll, hier möglichst wenig zu investieren, egal mit welcher Technik. Auch sollte es unbedingt eine staatliche Finanzierungsmöglichkeit für eine neue Wärmepumpenheizung geben, es gibt genug Eigentümer, die jetzt wirklich nicht das Geld dafür haben. Oder eben überhaupt Ausnahmen erlauben, immer wenn es gute Gründe gibt, im Einzelfall dann keine Wärmepumpe einzubauen.

    Es ist das Wesen von vielen Vorschriften, dass wenn sie zu penibel gehandhabt werden, dass es dann ganz schnell sinnlos teuer werden kann. Ich wäre entsprechend für mehr Flexibilität, und für mehr Eigenverantwortung. Bei allen Bauvorschriften, nicht nur bei Wärmepumpen. Insbesondere verursachen sinnlose Kosten ja gerade eine Verzögerung der Energiewende, indem sie nicht nur Geld, sondern auch Arbeitszeit auffressen.

    Es könnte z.B. sein, dass ein Eigentümer in 10 Jahren sein Haus komplett mit einer Außenisolierung versehen will, und es daher sehr viel Sinn macht, mit dem Einbau einer Wärmepumpe noch solange zu warten.

  51. @ Realo

    Wissen Sie,Hilmar Kopper,ehemaliger Vorstandssprecher der Deutschen Bank,wurde mal befragt,was die Welt regiert? Geld oder Liebe?
    Er dachte immer,es sei die Liebe,aber tatsächlich ist es das Geld.
    Das deckt sich mit meinen Beobachtungen und Erfahrungen aus der Finanzbranche,in der ich tätig war.
    Es ist ein ernüchternde Ergebnis. Und wennPapst Benedikt mal auf einer Pressekonferenz kund getan hat,dass die Kathol. Kirche als Religion der Liebe auch auf Fortschritt und Wachstum zu achten hat,dann ist das dumpf. Kapitalismus unter dem Segen des Christenoberhauptes im Angesicht des Desasters Gottes Schöpfung, das angerichtet wurde,um im Sprachgebrauch zu bleiben.
    Kapital und Liebe in einer Frage und somit Verbindung zur Erlösung.
    Hahaha…Eliten…

  52. Spätestens wenn den Leuten regelmäßig die Keller volllaufen und sie einen Wasserschaden nach dem nächsten beseitigen müssen, werden sie es merken. Um das Verständnis von Wissenschaft und Statistik, Unterschied von Wetter und Klima usw. sollte an Schulen gelehrt werden, und weniger Auswendiglernen.

    • Danke, @Klimameise

      Zur Frage der Bildung bin ich bei Ihnen. Was jedoch das „Klimakrise merken“ angeht, bin ich seit Beobachtungen im Irak 🇮🇶 leider weniger optimistisch. Die Irakerinnen & Iraker „merkten“ die globale Erhitzung, die Extremwetter und vor allem den eskalierenden Wassermangel im Alltag. Vor allem die Wasserpreise gingen durch die Decke, da Trinkwasser zunehmend von Konzernen gekauft werden musste. Dies führte jedoch nicht zu einer breiten, ökologischen Bewegung, sondern eher zu feindseligem Dualismus und Gewaltbereitschaft.

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/irak-2015-europa-2023-die-klimakrise-wird-zur-wasserkrise/

      Mir geht es daher darum, so viele Menschen wie möglich rechtzeitig zu erreichen, so dass sie sich vorbereiten und den kommenden Schocks auch psychisch besser begegnen können.

  53. In den letzten Wochen gab es immer wieder starke Zugriffe auf diesen Blogpost. Ich interpretiere das hoffnungsvoll: Unwettererfahrungen und Unwetterwarnungen lösen bei immer mehr Menschen Zweifel am fossilen Lobbyismus aus.

    Habe daher heute auch mal die Copilot-KI gefragt: “Warum führt die globale Erhitzung zu mehr Starkregen?”

    Die Antwort, die sich erfreulicherweise auch auf den benachbarten Spektrum-Scilogs-Blog “Klimalounge” stützt:

    Die globale Erwärmung hat tatsächlich Auswirkungen auf das Wettergeschehen, und eine davon ist die Zunahme von Starkregen. Lassen Sie mich Ihnen erklären, warum das so ist.

    1. Wärmere Luft kann mehr Wasser speichern: Durch die Erderwärmung dehnt sich die Luft aus und kann dadurch mehr Wasserdampf aufnehmen. Pro Grad Erwärmung kann die Luft etwa sieben Prozent mehr Wasser speichern³. Dieser Effekt führt dazu, dass warme, feuchte Luft mehr Energie für Gewitter liefert.

    2. Gewitterpotenzial und Wasserdampfgehalt: Im Zuge der globalen Erwärmung ist der Wasserdampfgehalt weltweit um etwa fünf Prozent angestiegen. Dies ist eine erwartete Folge der Tatsache, dass wärmere Luft mehr Wasserdampf aufnehmen kann. Im Gewitter kondensiert der Wasserdampf, und dabei wird latente Wärme freigesetzt. Je feuchter die Luft ist, desto mehr Energie steht im Gewitter zur Verfügung¹.

    3. Veränderung der Luftströmungen: Die Erderwärmung beeinflusst auch die Luftströmungen in der Atmosphäre. Warme Luftmassen können jetzt schon vermehrt in nördliche Breiten transportiert werden. Dies verstärkt das Phänomen der Starkregenereignisse⁴.

    Insgesamt führt die globale Erwärmung zu einer erhöhten Gewitterneigung und einem gesteigerten Potenzial für Starkregen. Die Veränderungen im Klima haben Auswirkungen auf unser tägliches Leben, und es ist wichtig, diese Zusammenhänge zu verstehen. Wenn Sie weitere Fragen haben, stehe ich gerne zur Verfügung! 😊

    Quelle: Unterhaltung mit Copilot, 30.5.2024
    (1) Extreme Niederschläge: Warum gute Luft zu mehr Starkregen führt – MSN. https://www.msn.com/de-de/wetter/topgeschichten/extreme-niederschl%C3%A4ge-warum-gute-luft-zu-mehr-starkregen-f%C3%BChrt/ar-BB1ji7eo.
    (2) Warum die globale Erwärmung mehr Extremregen bringt. https://scilogs.spektrum.de/klimalounge/warum-die-globale-erwaermung-mehr-extremregen-bringt/.
    (3) Klimawandel – Erderwärmung führt zu Starkregen – SWR Wissen. https://www.swr.de/wissen/erderwaermung-fuehrt-zu-starken-regenschauern-100.html.
    (4) Extreme Niederschläge: Warum gute Luft zu mehr Starkregen führt – MSN. https://bing.com/search?q=Warum+f%c3%bchrt+die+globale+Erhitzung+zu+mehr+Starkregen%3f.
    (5) Klimawandel sorgt für stärkeren Regen – derStandard.de. https://www.derstandard.de/story/3000000208852/klimawandel-sorgt-fuer-staerkeren-regen.
    (6) undefined. https://bing.com/search?q=.

    Aus meiner Sicht wäre noch als 4. zu ergänzen, dass höhere Temperaturen zur Schmelze von Eis und Schnee führen – immer mehr Wasser wird immer früher aus den Gebirgen und schwindenden Gletschern freigesetzt. Es kommt damit zu immer schnelleren Wechseln von Hochwassern, Starkregen und längeren Dürrephasen. Die externalisierten Kosten der fossilen Energieträger schlagen zunehmend auf uns alle zurück.

    Wie lange die meisten Menschen wohl brauchen werden, um die Zusammenhänge zu begreifen?

    • Michael Blume
      02.07.2024, 20:43 Uhr

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/hitze-starkregen-das-klima-kippt/#comment-156043

      Sie haben mir merkwürdigerweise den Link hierher angetragen und ich will gerne auch hier meinen Senf beitragen.

      Regensburg hätte ich im Traum nicht mit einer verregneteren Burg assoziiert, vielleicht eher mit Regina, Herrscherin auf einer Burg, aber daß der Stadtnahme sich auf den Fluss bezieht, war mir lange bekannt, obwohl ich nie dort war.

      Etwas weiter in ihrem Text geht es um die Wassersättigung 7% 1° was ich interessanter finde.
      Wussten Sie vom Paradox, daß dies eben theoretisch möglich ist, tatsächlich aber gar nicht so oft vorkommt?

      Leider fällt mir die Bezeichnung dieses Paradox nicht ein, Perplexity meinte eben, es handele sich um das Wolkenparadoxon, ich glaube aber, was ich meine, hieß anders.
      Jedenfalls verhält es sich in der Natur so, daß die Luft bei 1°
      Erwärmung 7% mehr Wasser aufnehmen könnte, sie tut es aber nicht immer, vielleicht, weil die Pflanzen weniger verdunsten, wenn es ihnen zu warm wird, indem sie ihre Spaltöffnungen schließen.
      Die Luft kann also nur die frei verfügbare Feuchtigkeit aufnehmen, die vom Boden aufsteigt, wenn die von den Oberflächen aufgenommen ist, gibt es einen Mangel, weil die Pflanzen nichts mehr transpirieren.

      Ich weiß, es ist schon spät und Dinge wie Fußball sind derzeit auch wichtig, Sie müssen mir auch nicht auf jeden Stuss antworten …

      • Da gebe ich Ihnen mal ausdrücklich Recht, @Quasselstrippe – ich muss “nicht auf jeden Stuss antworten”. Aber es ist eine Aufgabe der Wissenschaft, sowohl auf Potentiale wie auch auf Gefahren hinzuweisen. Und wenn ich jetzt beispielsweise wieder lesen muss, dass sich Menschen wundern, warum Vogelgrippe-Erreger H5N1 auf Milchkühe in Massenbetrieben übersprang, dann seufze ich innerlich schon.

        https://www.n-tv.de/wissen/Drosten-Vogelgrippe-womoeglich-neue-Pandemie-article25052364.html

        Dr. Michael Blume warnt vor der industriellen Massentierhaltung im Zusammenhang mit der Klimakrise und Pandemien aus mehreren Gründen:

        1. Zoonosen-Risiko: Die industrielle Massentierhaltung erhöht das Risiko von Zoonosen, also Krankheiten, die von Tieren auf Menschen überspringen können. Enge Haltungsbedingungen und der intensive Kontakt zwischen Mensch und Tier begünstigen die Entstehung und Verbreitung neuer Krankheitserreger.

        2. Klimaauswirkungen: Die Massentierhaltung trägt erheblich zum Klimawandel bei, da sie große Mengen an Treibhausgasen wie Methan produziert. Dies verschärft die Klimakrise und ihre Folgen.

        3. Antibiotikaresistenzen: Der übermäßige Einsatz von Antibiotika in der Massentierhaltung fördert die Entstehung von antibiotikaresistenten Bakterien, was eine ernsthafte Bedrohung für die öffentliche Gesundheit darstellt.

        4. Biodiversitätsverlust: Die Massentierhaltung trägt zum Verlust der biologischen Vielfalt bei, da sie große Flächen für Futtermittelanbau beansprucht und natürliche Lebensräume zerstört.

        5. Ressourcenverbrauch: Die intensive Tierhaltung verbraucht unverhältnismäßig viele Ressourcen wie Wasser und Land, was die Nachhaltigkeit unserer Ernährungssysteme gefährdet.

        Dr. Blume sieht in der industriellen Massentierhaltung also ein Zusammenspiel verschiedener Risikofaktoren, die sowohl zur Entstehung von Pandemien als auch zur Verschärfung der Klimakrise beitragen können. Er plädiert daher für eine kritische Auseinandersetzung mit diesen Praktiken und für die Entwicklung nachhaltigerer Alternativen in der Landwirtschaft und Ernährung.

        Citations:
        [1] https://www.bundesregierung.de/breg-de/schwerpunkte/umgang-mit-desinformation/interview-verschwoerungsmythen-1790510
        [2] https://stm.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse/meldung/pid/antisemitismusbeauftragter-des-landes-legt-bericht-vor
        [3] https://weltethos-institut.org/news/weltethos-podcast-mit-dr-michael-blume-was-tun-in-einer-infodemie/

  54. Michael Blume
    03.07.2024, 13:57 Uhr

    Weswege seufzen, bzw was finden Sie daran besonders gefährlich, daß Viren übertragen werden? Ich meine die Welt ist voll davon und sie entwickeln sich ständig weiter.

    Seufzen muss ich, weil so vorhersehbar, wie bei jeder gepuschten Schreckensnachricht der anthropogene KW dran schuld sein soll, oder zumindest die Tierhaltung und grundübler Fleischkonsum.

    Keiner käme auf die Idee, Pilzzuchten schlechtzureden, weil Pilzvergiftungen durch Pilzsammeln im Wald zunehmen, oder Erdbeerkonsum miesmachen, weil auf wilden Erdbeeren der Fuchsbandwurm lauern könnte, oder?

    Besonders Massentierhaltungsbetriebe werden gegenüber kleineren Tierhaltungen penibel überwacht, damit keine Epidemien den Bestand gefährden können und extra medizinisches Personal hierfür vorgehalten, was Kleinbetriebe gar nicht leisten können.

  55. Michael Blume
    04.07.2024, 07:00 Uhr

    Ihr semantisches Konstrukt “gegen Reaktanz und Feigheit empirische Wissenschaft zur Klimakrise und zur industriellen Massentierhaltung”
    erinnert mich an Maja Göpels eindringlichen Satz, indem sie beliebige Wortbausteine so imposant wie nichtssagend kombiniert hat.

    Bin vielleicht nicht sehr mutig, eher vernunftaffin und setze die paar Fälle von H5N1-Erkrankungen in den VS von A x mit Zeckenbiss-Übertragungen von FSME und Borelliose oder Leierunfällen im Haushalt ins Verhältnis.

    Was meinen Sie, um welche Skalen sich diese Gefährdungen unterscheiden und welche mediale Aufmerksamkeit jeweils zukommt?

    Es ist doch ähnlich der Helmdebatten, daß die wahrgenommene Gefährdung realitätsfern ist, weil statistisch eher beim Treppensteigen und Autofahren Helme aufgesetzt werden sollten, als beim Tretroller- oder Radfahren.
    Genauso müssten doch eher Wiesen abgemäht werden, um Zeckenbisse zu vermeiden, als Kuhmassenställe abgeschafft werden?

    Ich meine auch, unser totaler Gesundheitsanspruch ist übertrieben, weil Krankheit, Schmerz und Leid einfach zum Leben gehören, wie die Mikroorganismen zur Haut- und Darmflora und nicht abgeschafft werden können, jedoch gelernt werden sollte, damit umzugehen.

    Vielleicht liegt unser Drang, Mitgeschöpfe, wie Hausspinner*innen fernhalten zu wollen, am Reinlichkeits- und Kontrollwahn? K.A wie ich jetzt darauf kam …

    • Ja, @Quasselstrippe – dass Sie auch Maja Göpel und generell keine erfolgreichen Wissenschaftlerinnen mögen, haben Sie ja bereits mehrfach deutlich gemacht.

      Perplexity.ai hat mein Argument übrigens sehr gut verstanden. 🙂

      Dr. Michael Blume identifiziert mehrere Gefahren, die aus Reaktanz und Feigheit vor empirischer Wissenschaft resultieren. Diese Gefahren betreffen sowohl die individuelle als auch die gesellschaftliche Ebene.

      ## Reaktanz

      **Reaktanz** beschreibt das Phänomen des Widerstands gegen wahrgenommenen Beeinflussungsdruck. Sie tritt auf, wenn Menschen das Gefühl haben, dass ihre Meinungs- und Verhaltensfreiheit bedroht ist. Dr. Blume sieht in der Reaktanz eine Gefahr, weil sie zu einer Ablehnung wissenschaftlicher Erkenntnisse führen kann. Dies ist besonders problematisch in Bereichen wie der Klimakrise oder der Pandemiebekämpfung, wo wissenschaftliche Empfehlungen essenziell sind. Wenn Menschen aus Reaktanz heraus wissenschaftliche Fakten ignorieren oder ablehnen, können sie Entscheidungen treffen, die sowohl ihnen selbst als auch der Gesellschaft schaden[1][5].

      ## Feigheit vor empirischer Wissenschaft

      **Feigheit** vor der Wahrheit und empirischer Wissenschaft kann zu einem feindseligen Dualismus führen. Dr. Blume nutzt das Beispiel des Films *Matrix*, um zu verdeutlichen, wie Feigheit vor der Wahrheit Menschen in eine Haltung des feindseligen Dualismus treiben kann. In diesem Kontext bedeutet dies, dass Menschen, die aus Angst vor der Wahrheit wissenschaftliche Erkenntnisse ablehnen, dazu neigen, sich in extremen und polarisierenden Denkmustern zu verfangen. Dies kann zu einer Spaltung der Gesellschaft führen, in der wissenschaftliche Fakten nicht mehr als gemeinsame Basis für Diskussionen und Entscheidungen dienen[2].

      ## Zusammenfassung der Gefahren

      1. **Ablehnung wissenschaftlicher Erkenntnisse**: Reaktanz kann dazu führen, dass Menschen wissenschaftliche Fakten ignorieren oder ablehnen, was in Krisensituationen wie der Klimakrise oder Pandemien gefährlich ist.
      2. **Feindseliger Dualismus**: Feigheit vor der Wahrheit kann zu extremen und polarisierenden Denkmustern führen, die die gesellschaftliche Kohäsion gefährden.
      3. **Verzerrte Wahrnehmung und Entscheidungen**: Sowohl Reaktanz als auch Feigheit können die Wahrnehmung und Entscheidungsfindung der Menschen verzerren, was negative Auswirkungen auf individuelle und kollektive Handlungen haben kann.

      Dr. Blume betont die Notwendigkeit, wissenschaftliche Erkenntnisse zu akzeptieren und sich mutig der Wahrheit zu stellen, um diese Gefahren zu vermeiden und eine konstruktive und faktenbasierte Diskussion zu fördern[1][2].

      Citations:
      [1] https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/reaktanz-unsere-gefuehle-gegen-die-wissenschaft/
      [2] https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/cypher-aus-matrix-wie-feigheit-vor-der-wahrheit-zum-feindseligen-dualismus-fuehrt/
      [3] https://stm.baden-wuerttemberg.de/de/themen/beauftragter-gegen-antisemitismus
      [4] https://de.wikipedia.org/wiki/Reaktivit%C3%A4t_%28Sozialwissenschaften%29
      [5] https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/reaktanz-45104
      [6] https://www.sozial.de/feigheit-sich-selbst-in-stich-lassen.html

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