7 Vorteile erneuerbarer Friedensenergien, 7 Nachteile fossiler Gewaltenergien

Gut möglich, dass ausgerechnet der wiedergewählte US-Präsident Donald Trump mit seinem Irankrieg-Desaster der längst notwendigen Solarpunk-Energiewende den entscheidenden Schub zum Zusammenbruch des Fossilismus gab.

Denn endlich beginnen wieder Demokratien, sich gegen den fossilen Lobbyismus, die Konzernmedien-Desinformation und die fehlende Investitionsbereitschaft demografisch schrumpfender Gesellschaften durchzusetzen.

Der demografisch, fossil & digital verstärkte Rechtsmimesis der letzten Jahrzehnte hatte nicht nur die aufblühende Solarindustrie in Deutschland abgewürgtsondern auch die Abkehr von der Kernfusion (Atomkraft) zur Fernfusion (Solarenergie) in Japan wieder unterbrochen.

Jetzt endlich lesen wir sogar in der New York Times Sätze wie diese:

“The most fossil fuel-friendly government in recent U.S. history has shown us all just how risky reliance on oil and gas can be — and taught the world that true energy security lies in accelerating toward a cleaner, electrified future.“

Auf deutsch:

„Die am meisten fossil-verbrennerfreundliche Regierung der jüngeren US-Geschichte hat uns allen gezeigt, wie riskant die Abhängigkeit von Öl und Gas sein kann – und der Welt beigebracht, dass wahre Energiesicherheit in der Beschleunigung des Übergangs zu einer saubereren, elektrifizierten Zukunft liegt.“

Hoffentlich lesen sie das auch in der historisch fossil und „preußisch“ geprägten Berliner Blase.

Der Kampf um die Straße von Hormus und die Ölinsel Kharg (engl. Charg) verknappt Erdöl, Erdgas und Dünger und befeuert weltweite Teuerungen, Armut, regional auch Hunger und Gewalt. Foto & Bearbeitung: Michael Blume

Neben den täglich drastischen Preisen freue ich mich auch über die Verbreitung emotionaler & föderaler KI-Heimatenergie-Memes, die sowohl  konservative Reaktanz wie auch akademische Arroganz unterlaufen: Immer mehr Menschen überwinden so den bisherigen, fossilen Energieglauben als Vorstellungswelt von nationalen Symbolen,  Flächen und Farben, von vermeintlichen Kosten und Nutzen, Mythen und Fakten.

Um hier wissenschaftlich aufzuklären, braucht es also nicht nur akademische („kognitive“), sondern auch emotionale („affektive“) Botschaften, Begriffe, Bilder.

Dazu stelle ich im Folgenden für das Fediversum sieben vorteilhafte Merkmale erneuerbarer Friedensenergien wie Solar- & Windenergie und sieben Nachteile fossiler Gewaltenergien wie Erdöl und Erdgas vor.

Zu beiden habe ich mit ChatGPT Pro auch mal knuffig-emotionale Memes erstellt, die ich jedoch hier nur verlinke. Wer mit dieser Medienform nicht klar kommt, deren Ästhetik und Emotionen verachtet, darf sie gerne einfach ignorieren.

Starten wir also mit:

Die sieben Solarpunk-Vorteile erneuerbarer Friedensenergien

 

1. Erneuerbar („regenerativ“)

Energie aus der Sonne („Fernfusion“), aus Wind, Wasser und Geothermie kann immer wieder neu geschöpft werden, solange es die Menschheit gibt.

2. Dezentral (föderal)

Schon Ende März 2026 wandten sich 15 von 16 Länder-Stimmen der Energieministerienkonferenz (EnMK) in einer überparteilichen Entschließung gegen die fossile und zentralistische Politik von Bundesministerin Katherina Reiche. Denn Nationalstaaten neigen oft zu Bündnissen mit fossilen Altkomzernen, wogegen Kommunen und Länder erneuerbare Heimatenergien mit Wertschöpfung vor Ort anstreben. Erneuerbare Energien stärken den demokratischen Föderalismus.

3. Sparsam („skalierbar“)

Umso mehr Solaranlagen, Batteriespeicher und Co. gebaut und entwickelt werden, umso geringer wurden und werden die Kosten pro Kilowattstunde. Schon jetzt ist Solarenergie die günstigste Energieform überhaupt und auch Energiespeicher skalieren.

4. Verfügbar (schwer monopolisierbar)

Je nach Region sind Sonne, Wind , Wasser und Wärme (Geothermie) unterschiedlich gut verfügbar. Doch nahezu überall lassen sich erneuerbare Wohlstandsenergien gewinnen, damit auch wirtschaftliche Werte schaffen und Abhängigkeiten von fossilen Kartellen verringern.

5. Nachhaltig (Weite der Zeit)

Wer fossile Anlagen wie Kohle-, Atom- oder Gaskraftwerke errichtet, muss darauf achten, dass sie sich in meist begrenzten Laufzeiten vor Verschleiss und Abriss lohnen („amortisieren“). Post-fossile Energieanlagen können dagegen theoretisch immer wieder neu ausgestattet, ohne Verfallsdatum und also nachhaltig Energie-Erträge produzieren. Ein Großteil der verwendeten Rohstoffe lässt sich dabei auch recyceln.

6. Mitweltschonend

Erneuerbare Heimatenergien hinterlassen kaum Treibhausgas-Emissionen und keinen atomar strahlenden Sondermüll. Mit immer besseren Materialien und Recycling lassen sich auch andere Rückstände zunehmend reduzieren.

7. Energiedemokratisch 

Ob zuhause – etwa mit Balkonsolar – oder als Teil einer Genossenschaft: Wo Menschen ihre Energien erneuerbar selbst produzieren, werden sie wirtschaftlich unabhängiger und machen die Erfahrung von echter Selbstwirksamkeit. Erneuerbare Friedensenergien stärken die auch wirtschaftliche Selbstständigkeit und das demokratisch-lokale Erleben.

Dem stehen entgegen:

Die sieben Nachteile fossiler Gewaltenergien 

1. Fossile Rohstoffe werden verbrannt & verbraucht 

Ob Erdöl, Erdgas, Kohle oder Uran – eine Neubildung würde Jahrmilionen erfordern.

2. Zentralistisch (Konzern-national)

Fossile Rohstoffe werden von riesigen Konzernen mit befristet Beschäftigten geschürft, verkauft und verbrannt, die sich entsprechende Verbündete (Lobbyisten) in den Parteien, Medien und auch Wissenschaften der Nationalstaaten einkaufen. Der föderale Aufbau erneuerbarer Energien in Regionen und Kommunen wird entsprechend bekämpft.

3. Teuer (Förderkosten steigen)

Während die Kosten für weitere Einheiten erneuerbarer Energien sinken, skalieren Förderkosten nach oben: Leichter zugängliche Fossilstätten werden ausgeschöpft, dann müssen schwerer zugängliche Fundstätten gefunden und ausgebeutet werden. Für das Öl wurde sogar schon im 21. Jahrhundert eine weltweite Förderspitze („Peak Oil“) erwartet. Fossile Kraftwerke werden heute fast nur noch durch Steuerzuschüsse und die bürokratische Unterdrückung erneuerbarer Alternativen „rentabel“. 

4. Verknappbar (Fossile Kartelle)

Da fossile Rohstoffe nur an bestimmten Förderstätten zu schürfen sind, können sie aus finanziellen, politischen und militärischen Gründen verknappt werden. Einige Kartelle wie die Erdöl-OPEC bekunden das auch öffentlich.

5. Karbonblase droht (Enge der Zeit)

Durch den schnellen Ausbau der erneuerbaren Wohlstandsenergien und die säkulare Geburtenimplosion werden riesige Mengen fossiler Rohstoffe „ungenutzt“ im Boden verbleiben – die sogenannte Karbonblase. Um noch möglichst viel Profit daraus zu ziehen, bekämpfen Fossilisten daher auch post-fossile Technologien wie Elektroautos, Wärmepumpen und Batteriespeicher, oft auch mit Desinformation und Verschwörungsmythen.

6. Mitweltbelastend 

Die Verbrennung fossiler Rohstoffe verursacht massive Verschmutzungen und gesteigerte Emissionen von Treibhausgasen wie CO2, die Kernspaltung von Uran auch atomare Gefahren und Sondermüll. Auch noch die lautesten Fossilisten wollen für sich selbst Wohnungen in angenehmem Klima und ohne atomare Endlager in der Nähe.

7. Ressourcenfluch-autoritär

Während erneuerbare Energien vielen und allen zugute kommen, konzentrieren sich fossile Profite und Macht in den Händen von wenigen. Die politikwissenschaftliche Rentierstaatstheorie und die volkswirtschaftliche Ressourcenfluch-Theorie zeigen auf, dass der Fossilismus Menschen und ganze Gesellschaften autoritär, feindselig-dualistisch und oft auch verschwörungsgläubig-antisemitisch verformt. 

FAZIT UND AUSBLICK

Insgesamt ging der Fossilismus des 19. und 20. Jahrhunderts mit einem beispiellosen Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum, aber auch mit der zunehmenden Externalisierung fossiler Kosten sowie eskalierender Gewalt gegen Menschen und Mitwelt einher.


Am Beginn des 21. Jahrhunderts geriet der Fossilismus rechter, linker, libertärer und religiöser Dualisten ins Wanken: Die globale Erhitzung (Klimakrise) eskaliert zur Wasserkrise, die Zahl neugeborener Kinder nimmt weltweit bereits seit 2012 immer schneller ab („Peak Child“) und immer mehr noch fossil geprägte Regionen auf der ganzen Welt verebben demografisch & wirtschaftlich inmitten wütender Reaktanz und Rechtsmimesis.

Die Frage des 21. Jahrhunderts ist also, ob sich die Menschheit insgesamt aus dem Evolutions- und Entdeckubgsprozess verabschiedet, oder ob wenigstens einige energiedemokratische, freiheitlich-vielfältige und lebensbejahende Solarpunk-Arche-Regionen überleben.

Ich bin da persönlich guter Dinge, denn: Niemand kann alles, aber alle können etwas verändern.

Fossilisten werden weiter haten, aber der Solarpunk wächst. Blume grüßt. 😌🙏🖖

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Dr. Michael Blume studierte Religions- und Politikwissenschaft & promovierte über Religion in der Hirn- und Evolutionsforschung. Lehrbeauftragter am KIT Karlsruhe, Wissenschaftsblogger & christlich-islamischer Familienvater, Buchautor, u.a. "Islam in der Krise" (2017), "Warum der Antisemitismus uns alle bedroht" (2019) u.v.m. Hat auch in Krisenregionen manches erlebt und überlebt, seit 2018 Beauftragter der Landesregierung BW gg. Antisemitismus und für jüdisches Leben. Auf "Natur des Glaubens" bloggt er seit vielen Jahren für das Fediversum, Wissenschaft und Demokratie, gegen antisoziale Medien, Verschwörungsmythen und den Niedergang Europas.

38 Kommentare

  1. Was Vorteile und was Nachteile sind, hängt davon ab, ob Sie das Spiel gewinnen oder verlieren möchten.

    Wir spielen das Loser Game, zu dessen Varianten Krieg und Russisch Roulette gehören – jeder macht sich selber fertig, wer zuletzt noch steht, hat gewonnen, denn er kann sich an den Leichen der Verlierer mästen. Dazu gehört es auch, seinen Mitbewerbern bei ihren Bemühungen um Selbstzerstörung hilfreich zur Seite zu stehen.

    Stellen Sie sich die Welt als Eiswürfel und Schneematsch im Shaker vor. Falls diese Klumpen intelligent handeln, sehen Sie Chaos und Magie: Sie ändern plötzlich ihren Kurs und vermeiden Kollisionen, Schneebälle verhärten sich zu Eisklumpen und lösen sich gleich darauf zu Schneeflöckchen auf, um zu überleben, die Dinge verformen sich aktiv, um ganze Überlebensmaschinen zu bilden, selbst der kleinste Splitter kann schnell Allianzen bilden und zum größten Würfel im Becher anwachsen.

    Wenn Sie mit dem Schütteln aufhören und die Überlebenden auswerten, sehen Sie ein scheinbar zufälliges Ergebnis – Sie hätten nie im Voraus wissen können, wer das Spiel überlebt oder hinterher am besten dar steht, sodass Sie ihm die Goldmedaille verleihen.

    Falls aber keine Intelligenz im Spiel ist, können Sie den Zufallsfaktor vernachlässigen, denn Sie kennen die Sieger in Voraus, wenn Sie deren physikalische Eigenschaften kennen: Die größten, härtesten Eiswürfel werden alle anderen zermalmen.

    Amerika hält sich zumindest für den größten, härtesten Würfel im Becher. Solange die Welt dumm spielt, tut es gut daran, sie darin zu bestärken und den Becher zu schütteln, so stark es kann, denn ganz egal, wie viel es selbst einstecken muss – die Konkurrenz wird pulverisiert und bleibt am Ende an den großen Würfeln kleben.

    Das heißt, solange es eine Vorbildfunktion hat, solange die Anführer der Konkurrenz Mini-Mes des US-Präsidenten sind, ist es das Klügste, wenn es sich den Dümmsten wählt, den es im ganzen Land finden kann. Arschkriecher ohne eigenen Willen, wie Europa oder Russland, sind damit praktisch schon tot, werden entweder assimiliert oder ausgelöscht. Übrig bleibt China.

    Wenn Sie aber von Arschkriechern regiert werden, die im Selbstzerstörungsmodus agieren, müssen Sie bei Ihrer Liste die Vorzeichen ändern: Mit fossilen Energien können Trumps Mini-Mes viel effektiver Harakiri begehen als mit erneuerbaren, da hat man’s schneller hinter sich und tut weniger weh.

    Wenn Sie aber solche Intelligenzbestien wie Orban von den Thronen entfernen, der eine Allianz mit Polen und Russland gleichzeitig einzugehen versucht, während Russland und Deutschland gemeinsam gegen die Polen agieren, in Deutschland die Intelligenzbestien, die immer stur das machen, was für sie selbst gerade am besten ist, und dann dumm aus der Wäsche gucken, wenn morgen die Rechnung kommt und alle anderen das tun, was für sie selbst am besten ist und nicht für die Deutschen, wenn… Dann haben Sie nicht mehr das Europa Bismarcks, das sich in Bündnisse und Klüngel verheddert wie ein Kätzchen in einen Wollknäuel, bis nur noch ein Krieg den Gordischen Knoten durchschneiden kann.

    Das Europa lallender Idioten hat uns in ein für Europa stereotypes Schlamassel manövriert: Im Norden führen wir mit Amerika Krieg gegen die Russen, im Süden mit Amerika Krieg gegen den Iran und mit dem Iran und der ganzen Welt Krieg gegen Amerika. Und wenn Amerika uns als Konkurrenz betrachtet, dann ist es nur folgerichtig, dass es einen Klon des größten Idioten Europas, Vladimir Sonofabitch Putin, ins Weiße Haus wirft, damit er das Gleiche mit mehr Macht macht und den Becher noch stärker durchschüttelt.

    Kann nach hinten losgehen. Wenn Sie Feiglinge wählen, sichert das nicht den Frieden, im Gegenteil – Sie werden bei hysterischen Überreaktionen verheizt, wie man es bei Putin, Trump, Netanyahu klar sieht. Und wenn ein Trump der Welt die Wahl lässt, Amerika zu fressen oder mit Amerika gefressen zu werden, wenn er den russischen Geier mästet, der immer dann aufwacht, wenn er solche Schwäche wittert, und in Europa Hass, Frust und Hysterie anheizen – kann sein, dass wir zu den Sitten unserer Vorfahren zurückkehren.

    Und dann hat Montezumas Rache in Washington plötzlich ein Problem mit Sowjetnazi-Wikingern, die den USA den Cortez machen.

    Amerikas Schwäche erkennt man schon daran, dass es Kriege inszeniert, die es mit Absicht verliert. Das hat die gleiche psychologische Wirkung, wie das KGB auf die Russen, oder die Peitsche auf die Sklaven: Wir kriegen eh nix gebacken, hat alles keinen Sinn, fügen wir uns in unser Schicksal. Alle Aktivität, alle Aggression, entlädt sich unter den Sklaven, auf niedrigstem Level, und schwächt sie zusätzlich zur Resignation. Dadurch herrscht freie Bahn für machthungrige Bojaren wie Trump oder Musk oder die Fossilien-Bosse.

    Europa funktioniert einfach anders. Wir können uns kein Sparta leisten, in dem die Mehrheit Heloten sind, die von Gangsta-Cops-Krypteia und sonstigem 08/15 Terror-Gedöns schwach gehalten werden. Wir haben’s immer wieder versucht, und es endete immer wieder in Krieg, Aufständen, Massaker, Hexenjagden, denn ein solch schwaches System laugt unsere winzigen Fürstentümer blitzschnell aus.

    Das ging gut, solange der Rest der Welt weit, weit weg war, sich langsamer entwickelte und uns keine Konkurrenz machte, sodass nur schwache Nachbarsfürsten vom ewigen Loser Game Europas profitierten. Doch heute steht hier ein Attila, da ein Dschingis, dort ein Cortez, und sie schöpfen mit vollen Händen aus unserer Selbstzerfleischung.

    Wir brauchen einen eigenen Weg. Der weder der amerikanische noch der traditionelle ist. Wir sind eine Stadt im ewigen Häuserkampf, und wenn Klein-Europa namens New York all seine ethnischen Viertel halbwegs im Griff haben kann, dann können wir das auch. Wir können nicht auf die Ausbeutung von Sklaven bauen, wie China oder USA, denn wir haben weder die Ressourcen noch die fügsame Bevölkerung, die keine Alternativen hätte – die Zeit der Leibeigenen ist vorbei. Wir brauchen eine Wirtschaft der Freien, und eine solche Wirtschaft muss leistungsfähig sein, denn es ist viel billiger, viele Arme mit der Peitsche zu füttern, damit ein Reicher Zuckerbrot haben kann, als genug Zuckerbrot für alle zu beschaffen, und gerade so viel Peitsche zu verwenden, dass sie sich nicht gegenseitig peitschen und versklaven.

    Die Sonnenenergie, die uns Dezentralisierung in einer Zeit der Zentralisierung bietet, die die Kleinen vorläufig freier macht als die Großen – bis wir alle unsere Solarpanele selbst finanziert haben und man sie nur noch besteuern muss, kennt man ja vom Ansiedeln von Kleinbauern in neuen Ländern – kann da auf viele Arten nützlich sein.

    Aber sie gefährdet die Allmacht professioneller Versager, die Amerikas Loser Game mitspielen. Und sogar Amerika merkt, dass es das Loser Game nicht gewinnen kann, weil es viel zu viele harte Würfel im Becher gibt und darin selbst Riesen wie China zermahlen werden können.

    Wir brauchen ein Winner Game. Und dazu gehören auch Win-Win-Lösungen. Trumps Deals wirken wie alles, was die neue Rechte macht: Die richtigen Erkenntnisse, die richtige Idee, dann pervertiert man sie ins Gegenteil und erreicht das Gegenteil von dem, was man wollte. Ist halt so, wenn man Loser Game und Winner Game gleichzeitig spielen will – weil Kaputtmachen leichter ist als Aufbauen, gewinnt das Losen.

    • Ja, @Paul S. – die Wirkungsweise erneuerbarer Friedens- oder fossiler Gewaltenergien lassen sich auch spieltheoretisch erkunden: Erneuerbare Heimatenergien basieren stärker auf kooperativen (Win-Win-)Spielen. Fossile Gewaltenergien führen häufiger zu konfrontativen Win-Lose-Spielen.

      Daraus erklärt sich auch ein großer Teil der Vorteils-Nachteils-Verteilung.

  2. Guten morgen, @Michael.

    Eine sehr hilfreiche Zusammenfassung! Ich denke, sie kommt gerade rechtzeitig zum Osterurlaub und als Argumentationshilfe beim Familientreffen.

    Danke und einen schönen Tag noch!

    • Vielen Dank, lieber @Peter 🙏🖖

      Das hast Du auch erstaunlich gut gespürt: Ich habe an dieser Aufzählung über die Oster-Feiertage mit Stift 🖊️ und Notizbuch gearbeitet, dazu auch zahlreiche Anregungen aus Mastodon eingearbeitet. Gerade weil mir das Bloggen weiterhin so viel Freude bereitet, überlege ich mir wieder mehr Tage und mehr Handschrift in die einzelnen Blogposts zu geben.

      Ich merke auch die Freude daran, dass zunehmend öfter auch ältere Blogposts neu kommentiert werden, wie auch Du es neulich gemacht hast. Auch das Bloggen und Dialogisieren vertieft sich in der Weite der Zeit. Spüre ich.

  3. Hallo, @Michael.

    ein kurzer Nachtrag:

    „Ob Erdöl, Erdgas, Kohle oder Uran – eine Neubildung würde Jahrmilionen erfordern.“

    Die radioaktiven Uranisotope werden (als Energierohstoff) mit der Zeit ganz abgebaut werden. Da bildet sich nichts mehr neu, solange es die Erde gibt. Vielleicht findet eine künftige Menschengeneration mal Wege, das vorhandene Uran technisch auf Art und Weise abzubauen, die uns heute noch nicht zur Verfügung stehen. Die herkömmlich abbaubaren Uranvorkommen in der Erdkruste dürften aber absolut begrenzt sei. Insofern ist das eine absolut nicht erneuerbare Form der Energiegewinnung.

    Du drückst es ja selbst so aus, was man vielleicht auch auf Uran verallgemeinern könnte:

    „Leichter zugängliche Fossilstätten werden ausgeschöpft, dann müssen schwerer zugängliche Fundstätten gefunden und ausgebeutet werden.“

    Forschungen haben gezeigt, dass es möglich ist, Uran aus Meerwasser zu extrahieren, jedoch sind die Kosten für diesen Prozess derzeit noch sehr hoch.

    Und für die schnell nötige Abkehr von Treibhausgasemissionen ist das wohl noch zu weit in der Zukunft.

    Und das Problem, wohin mit den radioaktiven Zwischen- und Endprodukten ist damit auch nicht adressiert.

    (Denkt man nun noch sehr weit in die Zukunft, wird sich das Verhältnis der radioaktiven Uranisotope zu-ungunsten des für die technische Kernspaltung besser geeigneten Uran-235 entwickeln – wegen dessen kürzeren Halbwertszeit im Vergleich zu U-238. D.h. sollte es in vielen Millionen Jahren noch oder wieder eine technische Zivilisation auf der Erde geben, die Nukleartechnik betreibt, wird das Problem der Anreicherung verschärft sein. Wenn dann überhaupt noch Material vorhanden ist. Aber das ist jetzt ein eher theoretischer Gedanke.)

    • Oh, vielen Dank für den spannenden Hinweis, lieber @Peter 🙏🖖

      Dass Uran langsam zerfällt, war mir zwar bewusst. Ich hatte aber bis heute geglaubt, dass es sich in Lagerstätten über lange Zeiträume ansammelt. Nun werde ich mich dazu noch einmal extra kundig machen & Danke Dir sehr für den Anstoß! Denn Du hast selbstverständlich völlig Recht: Wenn sich überhaupt keine Uran-Lagerstätten mehr bilden, dann stärkt das die Argumente gegen diese fossile Energieformen noch. (Und jetzt denke ich schon über Uran auf fernen Planeten und im Asteroidengürtel nach, Danke! 🤭😁⚛️)

      • Hallo, @Michael.

        „Ich hatte aber bis heute geglaubt, dass es sich in Lagerstätten über lange Zeiträume ansammelt.“

        Ich denke, das ist auch so korrekt. Aber die Gesamtmenge des Urans nimmt mit der Zeit unweigerlich ab, da kommt nichts mehr nach. Bei Erdöl und Kohle gibt es die Chance, dass es sich über Jahrmillionen nachbildet, weil über die langsamen geochemischen Prozesse Kohlenstoff aus der Atmosphäre wieder zu Erdöl / Kohle verwandeln kann.

        Was ich spannend finde, ist dass es vor ca 2 Milliarden Jahren mal, freilich ohne menschliches Zutun, zu einer nuklearen Kettenreaktion gekommen ist, die sich über Hunderttausende von Jahren aufrecht erhalten konnte, ein natürlicher Kernreaktor sozusagen (der Oklo-Naturreaktor).

        Damals war die Konzentration des Uran-235 (das besser gespaltet werden kann als Uran-238) noch deutlich höher als heute. U-235 zerfällt mit ca 700 Mio Jahren Halbwertzeit, während U-230 mit ca 4.5 Milliarden Jahren Halbwertzeit zerfällt. Daher nimmt der Anteil des gut spaltbaren U-235 über die Jahrmillionen deutlich ab im Vergleich zu U-238.

        Der Anteil an U-235 ist heute zu gering als dass sich eine solche natürliche Kettenreaktion bilden könnte.

        Ich finde das vom Erdzeit-geschichtlichen Aspekt her sehr spannend, und, ja, hier liegt viel Stoff vor für Science Fiction-Erzählungen.

        • Vielen Dank für die faszinierenden Erläuterungen, @Peter 🙏😌

          Gerade auch die „natürliche Uran-Kettenreaktion“ interessiert mich! Kannst Du mir dazu einen guten Text oder ein seriöses Video empfehlen?

          Ich hatte ja mal nach einem russisch geförderten Militärputsch in Niger über die Uran-Abhängigkeit unseres bedeutenden Partners & Nachbarn Frankreich gebloggt:

          https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/ressourcenfluch-putsch-in-niger-ein-weiteres-atomkraft-desaster/

          Angesichts der Fixierung mancher auf CO2-Werte scheinen mir die Gefahren dieser fossilen Gewaltenergie-Form oft unterbelichtet zu sein…

          • Herzlichen Dank, lieber @Peter 🙏

            Derzeit ist ja noch unklar, ob Trump dem iranischen Fossilregime nicht nur das Überleben als fossil finanzierte Diktatur, sondern auch die Anreicherung von Uran zugestanden hat.

            Sollte dies der Fall sein, dann wäre dies nicht nur eine herbe, militärische Niederlage für die USA und den US-Thymokraten, sondern auch ein schwerer Schlag für Israel und die arabischen Golfstaaten.

            Und das fossile Uran könnte trotz aller wirtschaftlichen und ökologischen Folgekosten doch noch einmal politisch und militärisch relevant bis hin zur weiteren Verbreitung von Atomwaffen werden…

            Seufzende Grüße!

      • Uran entsteht nach heutigem Wissensstand (fast?) ausschließlich bei Neutronenstern-Verschmelzungen (Kilonovae).
        Das sind recht seltene Ereignisse (1 Stück bisher detektiert durch Gravitationswellenastronomie, und anschließend bestätigt durch Beobachtungen im elektromagnetischen Spektrum).
        Uran ist im Universum daher ähnlich selten wie Gold, ist in der Erdkruste aber ca. 1000 mal häufiger (2ppm vs. 2ppb). Das liegt daran, dass sich das Gold, das die Erde bei ihrer Entstehung bekommen hat, fast vollständig im Erdkern befindet.
        Meteoriten liefern der Erde etwas Uran, aber zu wenig, um den Verlust durch Zerfall auszugleichen.
        Es können auf der Erde sehr wohl neue Lagerstätten entstehen, z.B. „Seifen“ (schwerere Stoffe lagern sich in einem Flussbett ab), nur bezogen auf die Gesamtheit der heute ausgebeuteten Uran-Fundstätten darf man da mit wahrhaft „geologischen“ Zeiträumen rechnen.
        Die Ozeane enthalten genug gelöstes Uran, dass man damit den heutigen Endenergiebedarf der Menschheit mit Leichtwasserreaktoren, bei direkter Endlagerung der Brennstäbe (also ziemlich ineffizient), für den Großteil eines Jahrtausends decken könnte.
        Die Konzentration von Uran im Ozeanwasser steht in einem Gleichgewicht mit der in der ozeanischen Kruste, die „Einstellzeit“ für das Gleichgewicht wird wohl sehr viel länger sein als ein Jahrtausend.
        Lange Rede, kurzer Sinn: wenn Uranvorkommen einer bestimmten Konzentration weg sind, dann bleibt das so für fast ewig.
        Vor allem wird nicht genug „nachgeliefert“ für irgendeinen stabilen Verbrauch.

        • Vielen Dank für die interessanten Erläuterungen zur Uran-Entstehung, @wereatheist 🙏🤓🌍

          Ich hatte Uran-Lagerstätten bisher nur im Kontext von Niger 🇳🇪, Frankreich 🇫🇷🇪🇺 und Russland 🇷🇺 thematisiert.

          https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/ressourcenfluch-putsch-in-niger-ein-weiteres-atomkraft-desaster/

          Doch nach den starken Kommentaren von @Peter Gutsche & Ihnen überlege ich, zu dieser fossilen Energieform noch mehr zu machen…

          • Sehr gerne, @Peter

            Die fossile Finanzierung des antisemitischen und terroristischen Regimes im Iran samt dessen Atomprogramm habe ich ja seit Jahren laut kritisiert. Für mich ist das nicht nur Fossilismus hoch 2 mit der direkten Finanzierung fossiler Gewaltenergien, sondern auch ein massiver Widerspruch Europas im Kampf gegen Antisemitismus.

            Felo.ai dazu:

            Die Finanzierung des iranischen Atomprogramms und der iranischen Diktatur ist eng mit den Einnahmen aus dem Export fossiler Brennstoffe verbunden. Der Iran ist reich an Öl- und Erdgasreserven, und diese Ressourcen spielen eine entscheidende Rolle in der Wirtschaft des Landes.

            Fossile Brennstoffe als Finanzierungsquelle

            Der Iran hat in der Vergangenheit seine fossilen Brennstoffexporte genutzt, um sowohl die Wirtschaft zu stützen als auch militärische und nukleare Programme zu finanzieren. Die Einnahmen aus dem Öl- und Gasexport sind für den Staatshaushalt von zentraler Bedeutung, da sie einen Großteil der staatlichen Einnahmen ausmachen. Diese Einnahmen ermöglichen es dem Regime, sowohl soziale Programme als auch militärische Ambitionen zu finanzieren, einschließlich des Atomprogramms[4][7].

            Die iranische Regierung hat wiederholt betont, dass ihr Atomprogramm ausschließlich zivilen Zwecken dient, jedoch gibt es weit verbreitete Bedenken, dass es auch militärische Ziele verfolgt. Die internationale Gemeinschaft, insbesondere westliche Staaten, sieht in den Fortschritten des iranischen Atomprogramms eine potenzielle Bedrohung, was die geopolitischen Spannungen weiter anheizt[5][7].

            Zusammenhang zwischen fossilen Brennstoffen und dem Atomprogramm

            Die Abhängigkeit des Irans von fossilen Brennstoffen hat auch Auswirkungen auf seine Energiepolitik. Während das Land über umfangreiche Öl- und Gasreserven verfügt, verfolgt es dennoch ein Atomprogramm, um die Energieversorgung zu diversifizieren und langfristig weniger abhängig von fossilen Brennstoffen zu sein. Dies könnte auch als Strategie interpretiert werden, um mehr Öl für den Export zur Verfügung zu haben, während die Stromerzeugung im Inland durch Atomkraft erfolgt[6][7].

            Insgesamt lässt sich sagen, dass die iranische Diktatur und ihr Atomprogramm in erheblichem Maße durch die Einnahmen aus dem Export fossiler Brennstoffe finanziert werden.

            Diese Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen ist sowohl eine wirtschaftliche als auch eine geopolitische Herausforderung für den Iran und die internationale Gemeinschaft.

            Das kann noch katastrophal werden, gerade auch für Israel, die arabischen Golfstaaten und die USA.

          • Hallo, @Michael.

            Vielleicht könnte man nach dem Austausch hier die Begriffe etwas schärfen – Vorschlag:

            Fossile Ressourcen (Erdöl, Kohle) sind nur über geologische Zeiträume erneuerbar (können gewissermaßen „nachwachsen“ und als abgestorbenes organisches Material in Erdöl oder Kohle verwandelt werden) – aber nur über sehr lange Zeiträume.

            Uran ist nicht fossil und auch nicht erneuerbar und, siehe Kommentar von @wereatheist, extrem selten im Universum. Einmal im Ausgangsmaterial eines Planetensystems vorhanden, zerfällt es unweigerlich und Menschen oder andere technische Spezies können den „Abbau“ des radioaktiven Materials durch induzierte Kernspaltung noch beschleunigen. Wobei mittelfristig Techniken denkbar sind, um noch in sehr „verdünnter Form“ vorhandenes Uran zu fördern (Ozean). Letzteres zögert das Problem nur heraus und ändert nichts daran, dass der Rohstoff nicht erneuerbar ist.

            Erneuerbare Energieformen hingegen leben von der direkten Nutzung Energie des Zentralsterns.

          • Danke, @Peter – keine Einwände. Bislang habe ich ja auch nicht Uran als „fossil“ bezeichnet, sondern Atomenergie insgesamt als „fossile Gewaltenergie“. Und das ist für mich auch nicht nur eine Frage der Physik und Kernspaltung, sondern der Konzern-Zentralisierung von Geld und Macht auf Basis von Brennstäben. Aber ich bleibe da selbstverständlich dialogisch interessiert.

        • Danke für diese weitergehenden Informationen, @wereatheist!

          Spannend!

          Ich denke, der genannte Aspekt zur Entstehung von Uran im Universum ist sehr bedenkenswert. Wenn Uran vergleichsweise selten im Universum vorkommt, dann hätte das Konsequenzen für astrobiologische Fragestellungen. Denn ich kann mir denken, dass dann Planeten mit relevanten geologischen Prozessen (Plattentektonik), die von einer inneren radioaktiven Wärmequelle abhängen, auch entsprechend selten sind. Haben Sie zum Forschungsstand genauere Informationen?

          • Über Schätzungen, wie häufig Plattentektonik bei Exoplaneten sein könnte, ist mir nichts bekannt.
            Aber als innere Wärmequelle ist nicht zwingend Radioaktivität erforderlich: der Jupitermond Io wird durch Gezeitenkräfte durchgeknetet und aufgeheizt.

  4. @Hauptartikel

    Ein weiterer Aspekt der Energiewende erscheint mir immer attraktiver. Wir müssen in Anlagen investieren, die bis zu 30 Jahre halten. Wenn wir hier jetzt Gas geben, dann wirkt das auch gegen die demografisch bedingte Nachfragekrise. Und das dann auf bis zu 20 Jahre.

    Zeit, die wir gewinnen können, bis wir wieder genug Kinderreichtum hinbekommen.

    Relevant wären insbesondere private Investitionen. Der Staat muss hier nur die Rahmenbedingungen wirklich förderlich setzten, ohne selber wirklich viel Geld in die Hand zu nehmen. Zumal ja wohl zumindest mittelfristig in Rüstung investiert werden muss, das kann nur der Staat selber finanzieren.

    Und das scheint mir auch global funktionieren zu können. So könnten eventuell nicht nur ein paar Archeregionen die Demografiekrise überleben. Das kann ich mir komplett flächendeckend vorstellen. Dass es eben einige Regionen vormachen, wie es geht, und alle anderen das sehen, und auf den Geschmack kommen, es selber auch zu realisieren.

    Insbesondere ist global betrachtet der Globale Süden sogar massiv im Vorteil. Je näher der Äquator, desto höher die Erträge und desto weniger die jahreszeitlichen Schwankungen. Und wo es keine winterliche Heizung braucht, braucht es auch praktisch keine teure Wasserstofftechnik.

    Die Wüstengegenden sind noch mehr im Vorteil, da gibt es mehr als doppelt soviel Ertrag wie in Mitteleuropa. Und auch Klimaanlagen müssen dort meistens genau dann laufen, wenn die Energieerzeugung auch ihr Maximum hat. Und dafür wird noch nicht mal ein Kurzfristspeicher braucht, da kann man die Solarerträge ganz direkt verwenden wie sie gerade anfallen.

    Das wird voraussichtlich alles so billig, dass es auch für ziemlich arme Menschen erschwinglich wird. Und so bekommt dann auch die globale Demografiekrise Zeit, überwunden zu werden.

    • Vielen lieben Dank, @Tobias – und ein dickes Ja! 👍 Denn genau auch die von Dir formulierte Hoffnung lässt mich bereits jetzt auf Solarpunk-Arche-Regionen wie den bayerischen Landkreis Wunsiedel blicken! Ein Linkstroll beschimpfte mich ja deswegen damals als “Solarpopper“– was ich als „Auszeichnung“ annahm! 😉🤭

      https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/solarpunk-und-solarpopper-wasserstoff-hoffnung-wunsiedel-bayern/

      Denn schon jetzt lese ich von mehr Wertschöpfung, hochwertigen Arbeitsplätzen, höheren Steuereinnahmen und besseren Zukunftsaussichten durch den dortigen Ausbau von erneuerbaren Wohlstandsenergien, Batteriespeichern und Elektrolyseuren für grünen Wasserstoff!

      Ich kann mir also sehr gut vorstellen, dass post-fossile Arche-Regionen auch wieder lebens- und familienfreundlicher werden als das heutige Wettbewerbs-Gehetze in hyperindividualisterten Großstädten. Gerade erst in diesen Tagen sprach ich mit einer glücklichen Witwe, die nach dem Tod ihres Ehemannes in einer Dorfgemeinschaft Sinn und Gemeinschaft fand, “statt in unserer damaligen Stadtwohnung einsam zu trauern.“

      Das hat mich beeindruckt, zumal ihre Augen leuchteten und sie voller Stolz ein Handy trug, über das sie in Bereitschaft war. Für ihre Freundschaften & die Wohngemeinschaft.

  5. „Dann endlich beginnen Demokratien…“

    Die Folgen, die der Fossilismus hat, müssen von Menschen verstanden werden. Dazu gehört, verstehen zu wollen. Doch der Mensch, oft gefangen in seiner Angst oder Bequemlichkeit, verweigert sich der Realität. Statt sich damit auseinanderzusetzen, suchen manche nach Schuldigen. Eine in ihrer großen Mehrheit demokratische Gesellschaft hat in Situationen wie der aktuellen nur dann eine Zukunft in Freiheit, wenn genügend Menschen das eigene Phlegma oder den Unwillen überwinden.

    „Neben den täglichen drastischen Preisen freue ich mich…“ möchte ich so nicht stehen lassen. Millionen Mieterinnen und Mieter sind auf die Entscheidungen ihres Vermieters angewiesen. Hohe Nachzahlungen bei der Nebenkostenabrechnung bedeuten für Menschen, die zur Miete wohnen eine finanzielle und eine psychische Belastung.

    • Ganz herzlichen Dank, @Marie H. – durchaus auch zu Ihrem berechtigten Hinweis auf die Situation von Mietenden. Vielleicht haben Sie schon gesehen, dass ich ausdrücklich vor einer „fossilen Mietfalle“ gewarnt habe, die sich etwa durch eine schlechte Überarbeitung des geltenden Heizungsgesetzes um Jahrzehnte verlängern könnte! Würde auch hierzu unser deutscher Bundestag erneut legislativ patzen, so würde ich mich gar an Protesten dagegen beteiligen!

      Es wäre nicht nur ökologisch, sondern auch volkswirtschaftlich und sozial schädlich, wenn Mietende auch in Zukunft in fossilen Abhängigkeiten gehalten würden, wogegen Eigenheimbesitzende durch erneuerbare Wohlstandsenergien bereits jetzt profitieren!

      Daher freue ich mich, dass Sie das thematisieren und sage zu, auch an diesem Thema zu bleiben!

  6. @Michael 07.04. 20:50

    „Vielleicht haben Sie schon gesehen, dass ich ausdrücklich vor einer „fossilen Mietfalle“ gewarnt habe, die sich etwa durch eine schlechte Überarbeitung des geltenden Heizungsgesetzes um Jahrzehnte verlängern könnte!“

    Nicht ganz so schlimm. Eine neue Gasheizung, wenn sie heute angeschafft wird, verbraucht zunächst mal auch weniger Gas. Gegenüber einer jetzt 25 alten Gasheizung können das 25 % weniger sein. Und so teuer ist die neue Heizung dann auch nicht. Wenn es später reichlich Überschüsse von grünem Strom auch im Winterhalbjahr gibt, dann kann man die Gasheizung auch in 10 oder 15 Jahren vorzeitig verschrotten, und sich eine Wärmepumpe zulegen.

    Bis dahin können wir den grünen Strom auch anderweitig unterbringen.

    Außerdem stehen Vermieter auch in Konkurrenz zueinander. Wer eine bessere Heizung eingebaut hat, kann die Grundmiete erhöhen. Die Mieter werden sich vor allem für die Gesamtkosten interessieren, die ihre Wohnung kostet.

    Was die Stromkosten betrifft, da bräuchten wir im Innenstadtbereich sowieso Lösungen, dass Investoren die geeigneten Dächer für kleines Geld mieten, überall PV installieren und dann zu stark reduzierten Durchleitungsgebühren überall in der lokalen Nachbarschaft verkaufen dürfen. Da hätten dann die Hausbesitzer kaum was mit zu tun.

    Und hier in der Innenstadt brauchen wir sowieso Fernwärmenetze u.a. mit Großwärmepumpe. Jedem Haus seine eigene Wärmepumpe wird hier sehr schwierig. Was wir für die Fernheizung dann brauchen, das wäre eine Anschlusspflicht. Und damit wäre der Vermieter dann auch verpflichtet, den aktuellen Stand der Technik mitzumachen.

    Der Mieter hat dann jedenfalls alles, was er braucht. Wie sich der konkrete Wohnungsmarkt jeweils in den einzelnen Kommunen entwickelt, das wäre dann aber wirklich relevant. Da zählen neben der Demografie auch die ganz lokalen Zuzugsbilanzen auf der einen Seite, auf der anderen Seite aber auch die Neubautätigkeit.

    • Nun ja, @Tobias – wir Blumes nutzen ja als Solarpunk – affine Familie bereits seit 2013 eine Wärmepumpe statt fossiler Heizung und sind überaus zufrieden.

      Auch im Freundeskreis wird angesichts des Irankrieg-Desasters nun intensiv über post-fossile Heizungssysteme wie eben die WP, aber auch über Geothermie diskutiert.

      Es geht mir dabei auch bei der Warnung vor „fossilen Mietfallen“ weniger um Alt-, als um Neubauten. Das geltende Heizungsgesetz weist hier m.E. den richtigen Weg und wird daher auch von Handwerksbetrieben energisch verteidigt.

      Bei Eigenheimbesitzenden hat sich der Markt ohnehin bereits post-fossil dynamisiert. Was nur noch Fossilkonzerne und deren Lobby ärgert, alle anderen freut. Beobachte ich.

      • @Tobias Jeckenburger 08.04., 00.39
        @Michael Blume 08.04., 07.19

        Mir ist bekannt, dass „Vermieter“ sowohl Einzelpersonen aber auch Immobilienunternehmen sein können.

        Um letztere geht es mir nicht, da ich damit keine aktuellen Erfahrungen habe.

        Ein Vermieter oder eine Vermieterin, die ein Haus mit 2 bis 3 Wohnungen (jeweils einzeln vermietet) in seinem/ihrem Eigentum hat, muss mE größere Investitionen trotzdem gut durchrechnen.

        Die derzeitige wirtschaftliche Situation hat sich im letzten Quartal noch verschärft. Vom Stellenabbau sind an Ostern 2026 mehr Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen bedroht als noch an Weihnachten 2025, wie ich im Bekanntenkreis gerade erst erfahren habe.

        Die damit verbundene finanzielle Unsicherheit verhindert Zukunftsinvestitionen.

        Im Beitrag von Bundeswirtschaftsministerin Reiche in der FAZ schreibt sie von „langfristigen Lieferverträgen mit den USA, Kanada, Angola und Mexiko“. Ob das realistisch ist, kann und will ich nicht beurteilen. Was ich mir aber vorstellen kann, ist, dass die Aussagen zur Beruhigung bei privaten Vermietern führen könnten und Investitionen, die finanziell möglich wären, unterbleiben.

        • Lieben Dank & ja, @Marie H. – die Fragen von erneuerbaren Wohlstandsenergien, fossiler Mietfalle und Investitionsbereitschaft sind ja auch, aber nicht nur eine Altersfrage. Auf Blume & Ince hatten wir ja auch schon darüber gesprochen – und werden das weiterhin tun.

          Auf Mastodon postete ich heute folgendes Zitat und Fragen:

          Im SPIEGEL 12 / 2026 behauptete Vermögensberater Nikolaus Braun auf S. 79: „Unser Umgang mit Geld wird von unbewussten Glaubenssätzen geprägt, die uns oft als Kindern eingebläut worden sind. Wenn man sich das bewusst macht und im besten Fall ein Stück korrigiert, kann man ein gesundes Verhältnis zu Geld entwickeln […] Zum Beispiel ‚Über Geld spricht man nicht‘. Merkwürdigerweise ist diese Unweisheit bei vielen Menschen verbreitet, egal ob sie Geld haben oder nicht.“

          Als Religionswissenschaftler mit Bankausbildung beschäftigen mich Brauns Thesen gerade sehr.

          Wie siehst Du das? Und könntest Du solche „unbewussten Glaubenssätze“ bei Dir selbst benennen? 🤔💸💡 #Geld #Glauben #Geldglauben #Dialog

          https://digitalcourage.social/@BlumeEvolution/116368242851694773

          Ich bin wirklich gespannt, hierzu dialogisch Neues zu entdecken…

          • Über Geld spricht man nicht. Das kenne ich auch.

            Sie zitieren einen Vermögensberater. Wieder ein aus zwei Worten zusammengesetzter Begriff. „Vermögen“ umfasst eine gewisse Menge materieller Werte: Geld, Immobilien, Grundbesitz etc. „Berater“: Im besten Fall hilft er den Kunden, bereits bestehende Vermögen bestmöglich anzulegen. Es gibt auch die Möglichkeit, dass die Menschen sich mit seiner/ihrer Kenntnis von Finanzprodukten ein kleines Vermögen schaffen. Hat man Pech, verdient vor allem der Berater.

            Wenn ich mich recht erinnere, dann dauerte es bis in die 1960er Jahre, bis Frauen ein eigenes Konto eröffnen durften. Auch dadurch war es Frauen erst mit Verzögerung möglich, sich mit „Vermögensplanung“ zu beschäftigen. Vom sog. Haushaltsgeld wäre das nicht möglich gewesen bzw war auch gar nicht vorgesehen. Manche Frauen sind durch Eltern oder Großeltern daher noch entsprechend geprägt.

            Und: Wer Vermögen schaffen will, hat weniger Mittel für den Konsum.

          • Vielen herzlichen Dank, @Marie H. – in einer ersten Fassung des Mastodon-Posts hatte ich die Berufsbezeichnung „Vermögensberater“ tatsächlich in Gänsefüßchen gesetzt. Aber ich wollte dann nicht hochnäsig sein, zumal ich ja selbst eine Bank-Ausbildung als Finanzassistent bei der früheren Landesgirokasse, heute LBBW absolviert hatte.

            Und es ist doch, wie Sie schreiben: Der Zugang zu Geldgeschäften wurde gegenüber Frauen, ärmeren Menschen und auch Arbeitern lange beschränkt. Die Gründung von Spar- und Girokassen sowie von Genossenschaftsbanken galt auch als soziales Projekt. Ganz ähnlich diskutieren wir ja heute wieder den Zugang zu erneuerbaren Wohlstandsenergien, von denen Eigenheimbesitzende bereits durchschnittlich viel stärker profitieren als Mietende.

            Gleichzeitig wurde Finanzbildung lange vom Bildungsbürgertum ferngehalten und ist bis heute – trotz vielfacher Anfragen der Schülerinnen und Schüler – nur schwach in den Bildungsplänen der Gymnasien verankert. Gerade auch deutsche Bildungsbürger gönnten sich kaufmännische Angestellte fürs Finanzielle, statt sich selbst auch kritisch damit zu befassen.

            Besonders bewegt mich das sehr deutsche Kompositwort „Vermögensbildung“, da es den so wertvollen Bildungsbegriff vom Menschen wegdeutet. Ob Jugend- oder Herzensbildung, Medien- oder Schulbildung, sogar Finanzbildung: Fast immer geht es um eine Stärkung von Menschen. Doch bei „Vermögensbildung“ geht es letztlich um Pläne zur Erlangung von materiellem Besitz.

            Das würde ich gerne einmal verstehen…

  7. @Michael 08.04. 07:19

    „Es geht mir dabei auch bei der Warnung vor „fossilen Mietfallen“ weniger um Alt-, als um Neubauten.“

    Vereinzelte Neubauten gehen auch in der Innenstadt mit Wärmepumpe. Für die Altbestände dürfte aber Fernheizung optimal sein. Mein Vermieter hat sich entschieden, in 4 bis 5 Jahren löst das meine Gastherme ab. Und das wird dann voraussichtlich für mich deutlich billiger werden.

    Zumindest wenn die Gaspreise so hoch bleiben.

  8. Einen wunderschönen Tag @Michael und Mitkommentatorinnen,

    da tut sich ja richtig was 🙂

    Die Endlichkeit von Uran und anderen Radioaktiven Stoffen ist ja an sich ein großer Knüller, da ja mit viel Aufwand und großem Risiko etwas verbraucht wird das man nur noch mit immensen Aufwand bergen kann.
    Schließlich wird in der Medizin Radioaktivität genauso gebraucht. Ich glaube zwar nicht das es zu einem starken Interessenkonflikt zwischen Energiewirtschaft und Medizin kommt, aber allein die Möglichkeit würde wieder einmal die Frage aufwerfen ob der Reichtum des einen das Leid des anderen rechtfertigt. (Was es meiner Ansicht nach nie tut)

    Scheinbar sind die Ölmärkte nach unten gerasselt weil es einen Waffenstillstand gibt, oder die Aussicht darauf. Wie stark die Märkte eigentlich durch Willkür und Massenbewegungen ins schwanken gebracht werden und alles andere als nach Regeln funktionieren ist schon bemerkenswert.

    Bei dezentralen Energien wäre dies nie möglich, da jeder Konflikt sich nur Regional auswirkt und nicht die halbe Welt in Geiselhaft genommen werden kann.

    Spanien gibt ein gutes Beispiel die davon nun profitieren, nur noch in geringen Massen von Gas abhängig zu sein.

    Mit den Möglichkeiten die Biogasanlagen, Holzverstromung, Geothermie und Gezeitenkraftwerke anbieten, in Kombination mit Batteriespeichern, wäre es vielleicht möglich vollkommen umschwenken zu können.

    Man muss wohl nur den Glauben daran haben das es tatsächlich auch so werden kann 🙂

    • Lieben Dank, @Berthold

      Und ich möchte einen Absatz von Dir gerne religionswissenschaftlich unterstreichen:

      “Mit den Möglichkeiten die Biogasanlagen, Holzverstromung, Geothermie und Gezeitenkraftwerke anbieten, in Kombination mit Batteriespeichern, wäre es vielleicht möglich vollkommen umschwenken zu können.

      Man muss wohl nur den Glauben daran haben das es tatsächlich auch so werden kann“

      Das ist mir wichtig: Für die Komplexität der Energieversorgung und ihrer Folgen haben wir alle keine komplette Anschauung. Daher reduzieren wir die dynamische Komplexität auf einen Energieglauben aus Fakten, Symbolen, Farben und Mythen. Und diesen klären wir hier auf „Natur des Glaubens“ dialogisch miteinander auf. 😌🌱

      Auch Dir daher Dank für Deine Beiträge! 🙏

  9. @Michael 08.04. 13:53

    „Daher reduzieren wir die dynamische Komplexität auf einen Energieglauben aus Fakten, Symbolen, Farben und Mythen. Und diesen klären wir hier auf „Natur des Glaubens“ dialogisch miteinander auf.“

    Rein praktisch ist das auch Mystik, aber doch wesentlich konkreter als Geld. PV-Module z.B. liefern wirklich faktischen Strom. Das ganze Energiesystem ist auch sehr faktisch, nur eben braucht es auch Fantasie, es zu erfassen und zu verstehen.

    Geld dagegen existiert nun tatsächlich nur solange als Zahlungsmittel, wie wir daran glauben.

    Mein Balkonkraftwerk wäre sehr konkret. Zum Anfassen, und vor allem auch bei der nächsten Stromrechnung ein weiteres Faktum.

    • Ganz genau, @Tobias – zu überkomplexen und sich verändernden Systemen wie Energie, Geld, Familie, Staat, Gesundheit… entwickeln wir Menschen Glaubenstraditionen, die sich nur langsam verändern: „Über Geld spricht man nicht.“ – „Solarstrom ist teuer.“ – „Frauen wollen von Natur aus Mütter werden.“ – „Koalitionsverträge sind normal.“ usw.

      An diesen Stellen überschneiden sich dann meine Finanzausbildung, die Politik- und Religionswissenschaft. 🤔📚💡

  10. Hallo,
    Ein, bzw zwei Gedanken sind mir gerade allgemein gekommen –
    zum einen:
    – Ist ein (temporärer?) Rückgang der Geburtenrate wirklich so schlimm, langfristig gedacht? Wenn die weltweite Bevölkerung zuerst auf so 10mr peaked und sich dann auf einen leicht niedrigeren Wert einpendelt wäre das ja eigentlich zugunsten auch der Mitwelt und der Mitmenschen da so die Welt selbst nicht über gebühr belastet werden müsste um allen Menschen eine würdige Existenz zu gewährleisten. Das sollte natürlich nicht staatlich oder so erzwungen werden (genervter Seitenblick nach China, Stichwort 1 – Kind- Politik) aber wenn es sich natürlich einpendelt ist das denke ich nichts grundlegend schlechtes.

    Zum anderen:
    – Auch Solaranlagen und andere nicht-fossile Energieerzeugungswege haben immer noch den Nachteil, dass sie auf Ressourcen angewiesen sind die nicht überall in gleicher Menge verfügbar sind und dies dann eine gewisse Monopolisierung der Ressourcen (seltene Erden z.B.) vonseiten der Akteure die die Förderstätten kontrollieren mit sich bringt. Und dann natürlich auch Lieferkettenprobleme wenn sich jemand denkt in der Region oder entlang des Transportwegs von der Region zum Rest der Welt mit Dingen zu beharken die besser für Raumfahrtprogramme verwendet werden sollen.

    Das ist allerdings beides eher Meckern auf hohem Niveau.

    • Vielen Dank für die Nachfragen, @Marcus 🙏

      Und beide sind auch aus meiner Sicht völlig gerechtfertigt: Ein temporärer Rückgang der Geburtenraten und auch der Weltbevölkerung scheinen auch mir nicht „so schlimm, langfristig gedacht“. Bei einer Geburtenrate (TFR) von 1,8 Geburten pro Frau würde beispielsweise immer noch jede Generation um etwa 12 – 15% schrumpfen, aber das wäre wohl gut zu bewältigen. Bei 1,4 wie in Europa oder gar bei unter 1,2 wie in Japan, China und Südkorea sprechen wir aber schon von säkularen Implosionen – zumal die wenigen jungen Menschen ja auch öfter noch wegziehen oder gar – etwa von Putin – in fossilen Kriegen verheizt werden. Und dann brechen eben nicht nur Wirtschaftssysteme zusammen.

      Ebenfalls ist es richtig, dass auch Solaranlagen, Wärmepumpen, Batteriespeicher und Elektroautos oft auf seltene Rohstoffe angewiesen sind – die in der Vergangenheit gerne aus ärmeren Ländern importiert wurden, selbst wenn es beispielsweise Lithium-Lagerstätten in Europa gibt.

      Auch deswegen befürworte ich deutlich stärkeres Recycling und Ersatzforschung, um internationale Abhängigkeiten auch etwa von den Amerikas oder von China zu verringern. Und heute meldet chemie.de unter anderem:

      „Europas führendes Batterierecycling-Startup – hat seine erste industrielle Demonstrationsanlage in Deutschland in Betrieb genommen, die erstmals in großem Maßstab Altbatterien in heimische Lithium-, Graphit- und Nickel-Kobalt-Gemische umwandeln kann.

      tozero beginnt mit der Produktion von Lithium und anderen wichtigen Rohstoffen für die Energieunabhängigkeit Europas: Die in nur sechs Monaten errichtete industrielle Demonstrationsanlage stellt eine der bislang schnellsten Skalierungen im Bereich des Batterierecyclings dar.

      Die in Bayern im Chemiepark Gendorf gelegene Anlage wurde in einer Rekordzeit von sechs Monaten errichtet und kann jährlich mehr als 1 500 Tonnen Batterieabfälle verarbeiten. Aus diesen Abfällen kann tozero hochreines Lithiumkarbonat herstellen – das entspricht der Einsparung von Batterien für 6.000 Elektrofahrzeuge vor der Deponie – und Graphit und Nickel-Kobalt-Gemisch im industriellen Maßstab zurückgewinnen. Dank des firmeneigenen säurefreien, hydrometallurgischen Prozesses von tozero erfolgt dieses Recycling in einem einzigen, überlegenen Zyklus, und die zurückgewonnenen Materialien sind rein genug, um direkt wieder in die Produktion eingespeist zu werden.“

      https://www.chemie.de/news/1188451/ein-wendepunkt-fuer-europas-rohstoffsouveraenitaet-tozero-startet-produktion-von-lithium-und-anderen-kritischen-rohstoffen.html

      Auch hier also gilt das Solarpunk-Motto: Niemand kann alles, aber alle können etwas tun.

      Vielen Dank für das Interesse und die Nachfragen, gerne bis bald! 🙌

      • Vielen Dank 🙂

        Der (eigentlich sehr logische) Fakt dass der Grad der Geburtenimplosion eine Rolle spielt war mir nicht so stark vor Augen, muss ich mir merken.

        Recycling war in der Tat etwas was ich in meiner Nachricht noch anreißen wollte, aber hatte daran dann nicht mehr gedacht. Das was denke ich trotz Recycling zumindest in der Anfangsphase einer Solarpunk-Wirtschaft zu einer Dependenz gegenüber Förderstätten führen wird (obwohl wie Tobias Jeckenburger hingewiesen hat dass die anteiligen Kosten der seltenen Ressourcen hier kleiner sind als bei z.B. Öl der Fall) ist, dass für eine vollständige Umstellung und Wachstum vielleicht (ich kenne da keine Zahlen, deswegen ein vielleicht, wenn ich mich irre wäre das natürlich sehr schön) noch nicht genug Material im allgemeinen Umlauf ist um es (wirtschaftlich) wieder nutzbar zu machen. Das sollte wie ja bereits erwähnt natürlich nicht von weiterer Entwicklung in dem Feld abhalten, im Gegenteil ist es ja eigentlich eher Ansporn auf dem Gebiet Technologien weiterzuentwickeln wie das Beispiel von tozero gut zeigt.

        Eine weitere Sache ist mir noch gekommen:
        Sie sprechen sich ja zumindest in diesem Artikel eher gegen Fusionskraft aus. Ist das als eine allgemeine Ablehnung zu verstehen oder eher eine Ablehnung der Haltung „dass die Fusion schon alles regeln wird“ (obwohl sie seit gut 50 Jahren 20 Jahre von der Marktreife weg ist) und man deswegen ja garnicht erst erneuerbare Energien aufbauen müsse ?
        Bin vllt ein wenig biased in dieser Haltung da ich seit Kindheit SciFi fan bin (Perry Rhodan u.A., bin aktuell Unibedingt beim Cantaro-Zyklus stehengeblieben ;P) und Fusionsreaktoren da natürlich ein Klassiker sind. Aber auch weil ich denke dass, sofern (großes sofern) man die Dinger mal zum Laufen bekommt die schon Nutzen haben können. Und die Wissenschaft die als „Nebenprodukt“ dabei herauskommt ist natürlich auch toll.
        Meine Haltung zum Thema Fusionsreaktoren und Energiewende wäre auch darin begründet:
        Jetzt erneuerbare Energien ausbauen, weil wir wissen dass es funktioniert und unseren Bedarf mehr als decken kann.So können wir dann in der Zukunft in aller Ruhe und hoffentlich einer stabileren Welt an z.B. Fusion weiterforschen (weil in 20 Jahren ist es halt klimatechnisch, geopolitisch usw. ein wenig zu spät, wir brauchen den Umstieg ja jetzt).

        • Herzlichen Dank, @Marcus, auch für Ihre Offenheit gegenüber dem Thema Demografie!

          Gerne habe ich meine Thesen dazu nun durch Perplexity.ai darlegen lassen:

          Dr. Michael Blume verbindet Demografie, Politik und Wirtschaft als Teil eines **demografisch-medial-fossilen** Kreislaufs: Die säkulare Geburtenimplosion schwächt Familien, Jüngere und langfristige Zukunftsorientierung, während ältere, reaktive Milieus politisch und kulturell dominanter werden. In dieser Lage sieht er die Digitalisierung als Verstärker einer weltweiten Rechtsmimesis und den Fossilismus als Ordnung, die Care-Arbeit entwertet, Familien zerreißt und damit sowohl Demografie als auch Demokratie unter Druck setzt. [scilogs.spektrum](https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/mehr-arbeiten-fossilismus-gegen-familien-demografie-deindustrialisierung/)

          ## Blumes Diagnose
          Blume beschreibt zwei Hauptfaktoren für die fossile Lähmung der Demokratien seit den 2010er Jahren: die „demografische Traditionalismusfalle“ und die „Konzern-Digitalisierung“, die zusammen zu Rechtsmimesis führen. Rechtsmimesis meint bei ihm nicht einfach konservative Politik, sondern eine reaktive, rassistische und sexistische Nachahmung rechter Deutungsmuster, die sich in Parteien, Medien und Alltagsdiskursen ausbreitet. [scilogs.spektrum](https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/mehr-arbeiten-fossilismus-gegen-familien-demografie-deindustrialisierung/)

          ## Rolle des Fossilismus
          Den Fossilismus versteht Blume als fossil befeuerten Kapitalismus wie Kommunismus, der Familien- und Pflegearbeit unsichtbar macht und auf Erwerbsarbeit reduziert. Dadurch werde Kindererziehung als „Privatvergnügen“ entwertet, was den Kinderwunsch und die Geburtenrate senke. Diese Entwicklung verstärke nach seiner Sicht Individualisierung und schließlich die säkulare Geburtenimplosion, die seit Fernsehen und Smartphone beschleunigt worden sei. [youtube](https://www.youtube.com/shorts/Vm2KAZcAswI)

          ## Politische Folge
          Politisch führt diese Schrumpfung für Blume zu einer Verschiebung hin zu älteren, konsum- und besitzstandssichernden Milieus, die Innovation und Investitionen bremsen. In diesem Umfeld gewinnen rechte, autoritäre und fossile Deutungen an Plausibilität, weil sie einfache Schuldzuweisungen, Abwehr von Veränderung und kulturelle Rückwärtsorientierung anbieten. So hängen für ihn Geburtenimplosion, Rechtsmimesis und Fossilismus nicht nur locker zusammen, sondern bilden einen gemeinsamen Krisenzusammenhang. [youtube](https://www.youtube.com/shorts/Vm2KAZcAswI)

          ## Kurzformel

          In Blumes Lesart lautet die Kette also: weniger Kinder, mehr demografische Alterung, mehr Reaktanz, mehr Rechte-Nachahmung, mehr fossile Machtlogik. Genau deshalb plädiert er im Gegenzug für erneuerbare Energien, Familienfreundlichkeit und eine Neubewertung von Care-Arbeit. [scilogs.spektrum](https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/mehr-arbeiten-fossilismus-gegen-familien-demografie-deindustrialisierung/)

          In Sachen Fusionsenergie bin ich ganz bei Ihnen, @Marcus. Nach dem Prinzip der Falsifikation und des sog. Historizismus bei Popper ist es unmöglich, wissenschaftliche Erkenntnisse im Voraus zu berechnen.

          So fasste er seine „Widerlegung des Historizismus“ in fünf Punkten zusammen, von denen ich hier die ersten drei zitiere aus „Das Elend des Historizismus“ (1965), Mohr Siebeck 2003, S. XIII – XIV („Vorwort zur englischen Ausgabe“):

          (1) Der Ablauf der menschlichen Geschichte wird durch das Anwachsen des menschlichen Wissens stark beeinflusst.

          (2) Wir können mit rationalen oder wissenschaftlichen Methoden das zukünftige Wachstum unserer wissenschaftlichen Erkenntnisse nicht vorhersagen.

          (3) Daher könnten wir den zukünftigen Verlauf der menschlichen Gesellschaft nicht voraussagen.

          Daraus schließe ich, dass es durchaus wichtig und richtig ist, an Fragen der Kern- und Fusionskraft weiter zu forschen. Es wäre aber historizistisch und daher auch erkenntnistheoretisch falsch, daraus ein Abbremsen der erneuerbaren Friedensenergien ableiten zu wollen.

          Ob es jemals wieder wirtschaftliche Atomkraftwerke mit überzeugender Endlagerung oder gar Durchbrüche in der Fusionskraft geben sollte, lässt sich heute unmöglich seriös beantworten. Die „offene Gesellschaft“ ist offen für wissenschaftliche Erkenntnisse und technologischen Fortschritt – und wird nicht das Eine gegen das Andere in Stellung bringen.

          Ihnen Dank für unseren schwungvollen Dialog, der mir Freude bereitet!

  11. @Marcus 09.04. 18:38

    „und dies dann eine gewisse Monopolisierung der Ressourcen (seltene Erden z.B.) vonseiten der Akteure die die Förderstätten kontrollieren mit sich bringt.“

    Entscheiden dürfte hierbei noch sein, dass die Rohstoffkosten bei den Erneuerbaren nur einen kleinen Teil der Kosten ausmacht. Keinesfalls so viel wie bei den fossilen Energieträgern.

    Und natürlich gut recycelt auch nur einmal eingekauft werden müssen, und dann für Jahrhunderte beim Endkunden verbleiben können. So sind dann auch Importe von PV-Modulen mit einem dauerhaftem Einkauf der verbauten kritischen Rohstoff verbunden.

    Selber Fördern wäre m.E. dennoch auch keine schlechte Idee.

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