Wie der Vulkan Sinabung die Landschaft verändert

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Über den indonesischen Vulkan Sinabung hatte ich ja schon mal gepostet (hier und hier). Dieser Vulkan war lange ruhig und erwachte erst im Jahr 2010 wieder zum leben, was damals eine größere Evakuierungswelle zur Folge hatte. Rund 30 000 Menschen mussten ihre Heimat verlassen. Allerdings konnten sie schon bald wieder zurückkehren, da sich der Vulkan schon bald wieder beruhigte.

Sinabung from Space
Sinabung, aufgenommen am 6. Februar 2014. NASA Earth Observatory images by Jesse Allen, using EO-1 ALI data provided courtesy of the NASA EO-1 team

Diese Ruhe sollte aber täuschen, am 15. September 2013 erwachte der Vulkan erneut und ist seit dem mit kürzeren Unterbrechungen aktiv. Im Januar wurde die bestehende Sicherheitszone von 5 auf 7 Kilometer um den Vulkan ausgeweitet. Anfang Februar erfolgte eine Serie heftiger Eruptionen, die unter anderem mindestens 14 Todesopfer forderten. Die Bildung von Ladadomen, das aus-dem-Krater pressen von zäher, sauerer Lava und das wiederholte zusammenbrechen dieser Dome verursachte heftige pyroklastische Ströme (einige Videos hatte ich hier ja gezeigt). Diese pyroklastischen Ströme hinterließen auf ihrem Weg den Hang hinab in Richtung den Fußes des Vulkans eine deutliche Spur der Verwüstung südöstlich des Kraters.

 

Wie stark der Vulkan in dieser Zeit seiner Aktivität die Landschaft verändert hat, zeigt eine Aufnahme, die der Advanced Land Imager (ALI) des Earth Observing-1 (EO-1) Satelliten am 6. Februar 2014 machte. Die Felder und Dörfer sind deutlich mit Asche bedeckt. Die Veränderung fällt besonders auf, wenn man sie mit älteren Aufnahmen der Region vergleicht, wie zum Beispiel einer Aufnahme vom 7. Juni 2013 von Landsat 7 vergleicht.

Sinabung from Space
Sinabung, wie ihn Landsat 7 am 7. Juni 2013 sah. NASA Earth Observatory images by Jesse Allen, using Landsat data from the U.S. Geological Survey.

Gunnar Ries

Gunnar Ries studierte in Hamburg Mineralogie und promovierte dort am Geologisch-Paläontologischen Institut und Museum über das Verwitterungsverhalten ostafrikanischer Karbonatite. Er arbeitet bei der CRB Analyse Service GmbH in Hardegsen. Hier geäußerte Meinungen sind meine eigenen

3 Kommentare

  1. “Im Januar wurde die bestehende Sicherheitszone von 5 auf 7 Kilometer um den Vulkan ausgeweitet.” Dabei hat der Vulkankegel schon einen Basisdurchmesser von 7 km. Also eine sehr kleine Sicherheitszone.Sinabung scheint aber überhaupt eher ein Baby-Vulkan zu sein, wenn man ihn mit dem Aetna vergleicht. Interessant eigentlich, dass es einige Vulkane gibt, in deren unmittelbarer Umgebung man leben und hausen kann. Der Stromboli ist so ein Beispiel. Die Stromboli-Bewohner leben zwangsläufig in der unmittelbaren Nähe des Vulkans, beträgt die Fläche der Insel doch nur 12 Quadratkilometer.
    Interessant finde ich, dass pyroklastische Ströme schon bei so kleinen Vulkanen vorkommen. Ich dachte immer, solche Phänomene seien grösseren Vulkanen vorbehalten. Pyroklastische Ströme des Vesuvs scheinen ja für den Tod der Menschen in Pompeii beim Ausbruch im Jahre 62 verantwortlich gewesen zu sein.Beim Ausbruch des Mount St.Helen 1980 wurde ein Gebiet von 600 Quadratkilometern unter anderem durch pyroklastische Ströme zerstört.

    • Ich vermute stark, dass der Radius der Sicherheitszone vom Fuße des Vulkans aus gerechnet wird. Ob der Sinabung wirklich ein Baby-Vulkan ist, mag mit seinen gut 2460 m Höhe bezweifelt werden. das klingt doch schon ganz anständig, wobei ich nicht weiß, wie die allgemeine Höhenlage der Gegend ist.

      Menschen zieht es oft in die Nähe der Vulkane, und die des strombolianischen Typs sind gemeinhin auch recht zahm, von kleineren Ausrutschern abgesehen. Wer regelmäßig Dampf ablässt, ist eben ausgeglichener. Unangenehm sind die Typen, die lange ruhig vor sich hinköcheln. Aber es hat auch was Gutes, an einem Vulkan zu siedeln. Der Boden ist da meist sehr fruchtbar. Und das zahlt sich besonders in den Tropen mit ihrer enormen Verwitterungsrate aus.

      Was die pyroklastischen Ströme angeht,so braucht es nicht unbedingt einen großen Vulkan, auch wenn das manchmal hilft. Im Zweifelsfall muss eben die Eruption genügend Schwung haben.

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