Was die Spuren verraten – CSI Geology

Paläontologen haben ja den bekannten Nachteil, dass die Lebewesen, die sie untersuchen, tot sind. Und das meist schon sehr lange. So lange, dass von ihnen meist nur Knochen übrig geblieben sind. (Wie es auf einer Dinosaurier-Ausgrabung zugeht, kann man gerade nebenan bei Lars Fischer sehen). Nun können Knochen eine Menge über das Lebewesen verraten, zu dem sie einst gehörten. Aber eben nicht alles. Und einfach hinausgehen und lebende Tiere in ihrem Verhalten studieren, das geht in der Paläontologie nun einmal aus naheliegenden Gründen nicht.

DinosaurTrackLarkQuarry cropped

Die Abdrücke sind heute teilweise unter einem Schutzdach vor der Verwitterung geschützt. Foto DinosaurTrackLarkQuarry.jpg: me_whynot derivative work: Hic et nunc (DinosaurTrackLarkQuarry.jpg) [Public domain], via Wikimedia Commons


Manchmal kommt ja der Zufall zu Hilfe, und aus den Knochen lässt sich noch einiges mehr herauslesen. Beispiele hatte ich hier ja auch schon genannt (zum Beispiel hier und hier). Und noch besser ist es, wenn man zusätzlich auch noch Spuren zur Verfügung hat. das kann einem schon etwas mehr verraten. Man hat dann quasi eine Momentaufnahme des Lebens der Tiere, welche die Spuren hinterließen.

Nun ist das aber nicht immer so einfach, vor allem, wenn man nicht nur einige Spuren hat, sondern deren ganz viele. Und alle von verschiedenen Arten. Dies ist der Fall im Lark Steinbruch in Australien. Dieser stellt das Dinosaur Stampede National Monument dar. Denn vermutlich war es genau das. Eine Stampede. Irgendwas oder irgendwer hat damals vor 95 Millionen Jahren eine friedliche Versammlung hühnergroßer und emugroßer Dinosaurier gehörig in Aufregung versetzt.

Mir scheint aber die Frage noch nicht abschließend geklärt zu sein, ob denn die großen Spuren, die hier als Trittsiegel von Australovenator, einem Fleischfresser, interpretiert werden. Oder ob sie nicht doch einen großen Pflanzenfresser wie Muttaburrasurus als Verursacher haben. Damit wäre aber dann die schöne Story von der Stampede wieder dahin.

Wie man sieht, ist das Spurenlesen nicht ganz so einfach.

 

https://www.youtube.com/watch?v=N6ZRGzx6VAE

Gunnar Ries studierte in Hamburg Mineralogie und promovierte dort am Geologisch-Paläontologischen Institut und Museum über das Verwitterungsverhalten ostafrikanischer Karbonatite. Er arbeitet bei der CRB Analyse Service GmbH in Hardegsen. Hier geäußerte Meinungen sind meine eigenen

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