Vulkanische Videos

BLOG: Mente et Malleo

Mit Verstand und Hammer die Erde erkunden
Mente et Malleo

Einige Videos über den Hawaiianischen Vulkanismus, die ich im Netz fand und die ich hier nicht vorenthalten möchte.
Das erste Video stammt vom Pu’u ‘O ‘o Krater, einem über 600 m hohen Schweißschlackenkegel. Es zeigt, wie die Lava angetrieben von Gasblasen aus der Erde dringt und dabei zerspratzt. Schließlich speist die Lava einen kleineren Lavastrom. Im zweiten Video sieht man, wie die zerspratzende Lava einen kleinen Schweißschlackenkegel aufbaut. Die noch heiße und flüssige bzw. halbflüssige Lava wird aus dem Kegel herausgeschleudert und wird beim Landen mit dem Kegel regelrecht verschweißt. Das dritte Video zeigt ein kleines Loch im Dach eines Lavatunnels. Oft ist die Lava eines Lavastromes nur an der Oberfläche abgekühlt und fest, während darunter in einem Lavatunnel noch glutflüssige Lava oftmals sehr weite Strecken zurücklegt. Und weil die feste Kruste die Hitze sehr schlecht leitet, verliert die Lava im Tunnel so gut wie nichts von ihrer Fließfähigkeit, so dass sie, wenn sie dann viele Kilometer vom Krater entfernt wieder ans Tageslicht dringt. Das gilt besonders für die Pahoehoe-Lava, die 1100 bis 1200 °C heiß, gasarm und basisch ist. Basisch bedeutet in diesem Fall, dass sie arm an Kieselsäure, also SiO2, ist. Je reicher an SiO2, desto zähfließender ist die Lava. Die gute Fließfähigkeit der basischen Lava kann auf dem vierten Video gut erkennen. Hier ist der Lavastrom aus einem Tunnel wieder an das Tageslicht gekommen. Das fünfte Video zeigt, warum die Pahoehoe-Lava auf deutsch auch als Stricklava bezeichnet wird. Beim Abkühlen schiebt sich die dünne Kruste der Oberfläche zusammen, bis sie an Stricke oder kleine Würste erinnert.
Auf Hawaii erreichen Lavaströme oft nach einigen Kilometern das Meer, wo sie die Insel schließlich vergrößern. Das Meer scheint zu kochen, wenn die heiße Lava auf das Wasser trifft, wie man im sechsten Video sieht. Die Dampfexplosionen, die beim Kontakt der Lava mit dem Meereswasser entstehen, können recht gewaltig sein (siebtes Video). Aber selbst wenn es für den Moment so aussieht, als wenn die Lava die Oberhand behalten sollte, am Ende wird das Meer siegen. Das achte Video zeigt, wie schnell das neu aufgebaute Land wieder vom Meer abgetragen wird. Ein kleiner Vorgeschmack des Schicksals, das auch den großen Inseln von Hawaii einmal blühen wird.

Gunnar Ries studierte in Hamburg Mineralogie und promovierte dort am Geologisch-Paläontologischen Institut und Museum über das Verwitterungsverhalten ostafrikanischer Karbonatite. Er arbeitet bei der CRB Analyse Service GmbH in Hardegsen. Hier geäußerte Meinungen sind meine eigenen

2 Kommentare

  1. ‘o ‘o

    Seufz, man könnte grün anlaufen vor Neid bei dem Gedanken an die Exkursionen, die die Geologie-Studis auf Hawaii so machen … 😉

    Frage am Rande: Wie spricht man eigentlich “Pu’u ‘O ‘o” aus? Dient das Apostroph zur Dehnung oder signalisiert es einen kurzen Kehlschluss?

    Besten Gruß
    Jo

Schreibe einen Kommentar