Videos: Gefahren durch Bergstürze

BLOG: Mente et Malleo

Mit Verstand und Hammer die Erde erkunden
Mente et Malleo

Manchmal sind mir meine Mitmenschen ein wenig fremd. Da hatte ich vor einem Jahr das Beispiel eines holländischen „Vulkanfreundes“, der bei seiner Besteigung des Santiaguito eine kleinere Eruption erlebte, und in völliger Ignoranz der Gefahren einen Freudentanz aufführte. Nun sind in der Geologie ja nicht nur Vulkane gefährlich, sondern auch andere Ereignisse können einen schnell um die Gesundheit oder mehr bringen. Zum Beispiel Bergstürze. Glücklicherweise kündigen sich die meisten dieser Ereignisse vorher an. So auch auf diesem Video, dessen Urheber mal wieder mehr Glück als Verstand hatte. Denn hätte ihn der Bergsturz erwischt, dürfte das für ihn nicht besonders gut ausgegangen sein. Vielleicht sollte man vor dem Anschauen ob der (unangebrachten!) Jubelschreie den Ton ein klein wenig dämpfen. Was ich aber besonders interessant an dem Video finde, ist das, was direkt vor dem Bergsturz passiert.
Bereits einige Minuten vor dem Hauptereignis zeigt die Wand die erste Bewegung, die eigentlich jedem aufmerksamen Beobachter zur raschen Flucht hätte veranlassen müssen. Kleinere Steine fallen an den Begrenzungen des späteren Bergsturzes herunter, weil die wand sich bereits langsam zu Tal bewegt, und die Scherkräfte den Fels zerreißen. Das ist einer der großen Vorteile, dass heutzutage fast jeder mit seinem Handy Videos von derartigen Ereignissen aufnehmen kann. Man gewinnt dadurch eine Menge Erfahrungen über die ersten Warnhinweise. Man sollte sich allerdings, wenn man Bewegung in einer Bergwand bemerkt, nicht unbedingt mit seiner Videokamera darunter aufbauen, denn so etwas kann sehr schnell gefährlich werden. Dieser Bergsturz ereignete sich in Wyoming, an der US 14A zwischen den Meilen 73 und 74.

Steile Kliffkanten sind immer gefährdet, was Bergstürze angeht. Und nicht nur Strassen und ihre Benutzer sind dann in Gefahr. Sehr oft werden auch Häuser in direkter Nachbarschaft von Steilhängen errichtet, so wie hier das Beispiel, dass sich vermutlich in Billings, Montana, abgespielt hat. Um die darunter liegenden Häuser vor unkontrollierten Bergstürzen zu schützen, werden kontrolliert größere Felsblöcke gelöst. Man kann erkennen, wie nahe die Gebäude an der Felswand stehen. Für die betreffenden Hausbewohner sicher kein sehr angenehmer Gedanke, und wenn etwas schief geht, dürfte sich auch eine Renovierung der Wohnung wohl erledigt haben.

via GeoChristian und LandslideBlog

Gunnar Ries studierte in Hamburg Mineralogie und promovierte dort am Geologisch-Paläontologischen Institut und Museum über das Verwitterungsverhalten ostafrikanischer Karbonatite. Er arbeitet bei der CRB Analyse Service GmbH in Hardegsen. Hier geäußerte Meinungen sind meine eigenen

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