Sinabung – pyroklastische Ströme und Staubteufel (Video)

Mente et Malleo

Der Vulkan Sinabung in Indonesien ist immer noch aktiv, ich hatte ja schon einmal ein Video dazu gepostet. Die jüngsten Eruptionen Anfang Februar haben mindestens 14 Todesopfer gefordert, als pyroklastische Ströme ein Dorf überrollten. Was immer diesen heißen Gas und Aschewolken in den Weg gerät, hat keine Chance mehr. Das bedeutet aber auch, dass die Menschen möglichst weiträumig evakuiert werden müssen. So sind seit dem Beginn der aktuellen Eruptionsphase im September letzten Jahres rund 30 000 Menschen auf der Flucht vor dem Vulkan.

Ein Problem ist sicher auch, dass so ein aktiver Vulkan auch immer wieder Leute anlockt, die seine Aktivität beobachten wollen. Was ich eigentlich durchaus verstehen kann. Und so waren laut Spiegel online wohl auch 4 Opfer Schulkinder auf einem Ausflug zum aktiven Vulkan. Oder dass Leute, die evakuiert wurden, schon bei kleineren Eruptionspausen wieder nach hause gehen. Auch das ist durchaus verständlich. Zumal bei ländlicher Bevölkerung, die eventuell auch Vieh hält. Aber es ist eben auch sehr oft sehr gefährlich. Vulkane sind oft kaum berechenbar. Explosive  “graue” Vulkane wie die des pazifischen Feuergürtels zumal. Selbst Experten liegen mit ihren Prognosen sehr oft daneben. Man denke nur an das Ehepaar Kraft, die beide als sehr erfahrene Vulkanologen 1991 einem unerwartet heftigem Ausbruch des Vulkans Unzen zum Opfer fielen.

Der pyroklastische Strom in diesem Video wird laut Angaben des Filmers mit doppelter Geschwindigkeit abgespielt, weil der pyroklastische Strom sonst zu langsam gewesen wäre. Man sollte sich davon aber nicht täuschen lassen. Diese Dinger sind höllisch schnell.

Faszinierend sind aber die Kleintromben als “Staubteufel” (Ascheteufel), die sich in der feinen vulkanischen Asche nach dem Strom bilden. So beeindruckend das auch aussehen mag, der feine Staub stellt durchaus auch ein Problem dar, mit dem die Menschen rund um den Vulkan fertig werden müssen.

 

Via Dan´s Wild Wild Science Journal

Gunnar Ries

Gunnar Ries studierte in Hamburg Mineralogie und promovierte dort am Geologisch-Paläontologischen Institut und Museum über das Verwitterungsverhalten ostafrikanischer Karbonatite. Er arbeitet bei der CRB Analyse Service GmbH in Hardegsen. Hier geäußerte Meinungen sind meine eigenen

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