Paskallavik-Porphyr

BLOG: Mente et Malleo

Mit Verstand und Hammer die Erde erkunden
Mente et Malleo

Es wird mal Zeit für ein wenig handfestes. Hiermit soll eine kleine Serie beginnen, in der ich einige interessante Gesteine vorstellen möchte. Den Anfang macht der Paskallavik Porphyr. Dieses sehr schöne Gestein wird billeicht schon manchem bei einem Strandspaziergangbegegnet sein, denn es stammt aus Skandinavien. Für den Geologen kann er als Leitgeschiebe viel über die Bewegungsrichtung der eiszeitlichen Gletscher erzählen.

Paskallavik-Geschiebe am Strand bei Rerik, Mecklenburg-Vorpommern. Eigene Aufnahme, CC-SA 3.0

Der Paskallavik-Porphyr ist ein relativ auffälliges Gestein, besonders im angefeuchtetem Zustand. Es sieht für mich immer ein bisschen so aus wie eine Blutwurst. Eines der charakteristischen Merkmale, die er mit anderen Smaländer Porphyren teilt sind die Einsprenglinge aus Quarz, die, wie in dem obigen Bild zu erkennen, oft bläulich gefärbt sind. Sie können aber auch grau sein. Die anderen Einsprenglinge sind Kalifeldspäte, die bis zu 3 cm groß werden können und eine abgerundete vierkantige Form, einer Fernsehröhre nicht unähnliche Form haben. Sie sind zumeist hellbraun bis gelblichbraun gefärbt und zeigen oft eine Zonierung. Dabei zeigen die Ränder eine hellere Färbung als die Zentren und bestehen aus Plagioklas. Die Grundmasse des Porphyrs ist feinkörnig, man kann einzelne Körner darin mit Hilfe einer Lupe erkennen. Ihre Farbe variiert von graubraun, braunviolett bis schokobraun und enthält oft kleine Biotite.
Die Feldspateinsprenglinge können eingeregelt sein, wenn der Porphyr gerichtetem Druck ausgesetzt worden ist. Dann sind die großen Feldspäte auch oft zerbrochen.

 

 

Gunnar Ries studierte in Hamburg Mineralogie und promovierte dort am Geologisch-Paläontologischen Institut und Museum über das Verwitterungsverhalten ostafrikanischer Karbonatite. Er arbeitet bei der CRB Analyse Service GmbH in Hardegsen. Hier geäußerte Meinungen sind meine eigenen

5 Kommentare

  1. Blutwurst-Porphyr

    Ich finde den Blogpost klasse und am Sand und den kleineren Steinchen kann man die Größe gut abschätzen.

    Paskallavik-Porphyr, Paskallavik-Porphyr, Paskallavik-Porphyr ich muss mir das merken. Ich finde den Namen so geil. Das ist genau die richtige Sorte “unnützes Wissen”.

  2. Paskallavik-Porphyr

    Toller Blog, besonders die Gesteine.

    Kannst du bei deinen zukünftigen Gesteinsvorstellungen noch einige Sätze zur Entstehungsgeschichte hinzufügen?

  3. @ Taiga

    Das kann ich gerne machen. Der Paskallavik Porphyr ist ein vulkanisches Gestein, wie es beispielsweise in Inselbögen auftritt. Die Einsprenglinge waren dabei schon in der Magmenkammer auskristallisiert.

Schreibe einen Kommentar