Im Garten eines Kraken – Die Intelligenz der Tintenfische (Video)

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Mit Verstand und Hammer die Erde erkunden
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Kopffüßer, also die Gruppe von Lebewesen, zu denen Tintenfische, Kraken, Kalmare und so weiter gehören, gelten als recht intelligente Wesen. Und das nicht nur im Verhältnis zu ihren nächsten Verwandten wie den Schnecken.

Wir alle haben ja im letzten Sommer von Paul, dem Orakelkraken gehört, der so treffsicher die Fußballspielergenisse vorhersagen konnte. Nein, Kraken haben keine übersinnlichen Kräfte, noch verstehen sie menschliche Sportarten. Aber sie können recht komplexe Aufgaben lösen. Zu den Standardaufgaben gehört der Leckerbissen in einem verschlossenen Behälter. Und genau das hat Paul gemacht. Sich einen leckeren Imbiss aus einem verschlossenen Behälter zu holen. Aber Paul und seine Verwandten können noch erheblich mehr. Ihre Tarnfähigkeiten würden beispielsweise jedes Chamäleon vor Neid erblassen lassen. Kaum ein anderes Wesen versteht es, seine Haut in Farbe und Struktur so an den jeweiligen Hintergrund anzupassen, wie die Kopffüßer.

Maggie Koerth-Baker hielt im August 2010 während des IGERT Symposiums in New Mexico einen Vortrag über die Intelligenz der Tintenfische. Glücklicherweise hat sie nicht nur eine lange und ausführliche Version ins Netz gestellt, sondern für alle eiligen Zeitgenossen, denen die 30-Minuten Version zu lange dauert, gibt es eine gekürzte, nur 10 Minuten lange Version hier

Wer nach diesem Video immer noch nicht genug von den wirbellosen Intelligenzbesiten und ihren erstaunlichen Fähigkeiten hat, für den habe ich noch ein paar interessante Videos gefunden.

Wer gut getarnt durch sein Leben geht, hat auch gute Chancen, dass der hungrige Feind einen nicht zum Mittagessen einläd. Oder, er kommt selbst zu einer schmackhaften mahlzeit, wenn er seine Beute überrumpelt. Ein Meister der Tarnung selbst unter den Oktopussen ist der Karnevalstintenfisch Thaumoctopus mimicus. Die unten stehenden Videos belegen seine Künste, egal ob er einen Rotfeuerfisch, eine giftige Scholle oder eine Seeschlange imitiert. Jetzt wurde untersucht, wie er seine nahezu perfekten Tarnungskünste entwickelt hat.

Aber auch andere Cephalopoden haben erstaunliche Tricks auf Lager, wenn es um das Täuschen und Tarnen geht.

Diese hier mit dem hübschen Namen Amphioctopus marginatus zeichnen sich durch die Verwendung von hohlen Kokosnussschalen als Unterschlupf aus. Dabei werden passende Schalen nach der Verwendung einfach mitgenommen.

 

Gunnar Ries studierte in Hamburg Mineralogie und promovierte dort am Geologisch-Paläontologischen Institut und Museum über das Verwitterungsverhalten ostafrikanischer Karbonatite. Er arbeitet bei der CRB Analyse Service GmbH in Hardegsen. Hier geäußerte Meinungen sind meine eigenen

8 Kommentare

  1. In einem von 256 Universen

    Die Krake Paul hat achtmal richtig geraten.

    Solch ein Vorgang kann nur in einem von 256 Universen stattfinden.

    Vermutlich ist die Krake Paul ein schlafender Agent der Mirgs.

    Seine Erhabenheit, Lord-Admiral Graf Frederik von Hombug befiehlt daher:

    “Sofort zuschlagen!”

    (Das ist übrigens sein Lieblingsbefehl.)

    Gerüchten zufolge soll die Krake Paul bereits verstorben sein.

    Auf derartig plumpe Tricks fallen wir natürlich nicht herein.

    Die Kraken waren schon immer Meister der Täuschung.

  2. Riesenkraken?

    Ich frag mich ob die riesigen Varianten noch entsprechend schlauer sind und in der Tiefsee schon Städte gebaut haben :).

    Gibt’s in der Hinsicht schon Untersuchungen? Riesenkraken sind ja bisher eher selten beobachtet worden.

  3. Intelligenz der Tintenfische

    Die “Intelligenz” bei Tieren wird meines Wissens nach fast ausschließlich im Rahmen der Evolution durch dem Trieb nach Überleben und Vermehrung ausgeprägt. Und damit unterscheiden sich Tiere zumindest bei dem Faktor “Überleben” wohl von Menschen, die ja alles versuchen, sich selbst zu vernichten.

  4. weitere Tierbeobachtungen:

    Hier eine Besprechung zweier Bücher zu interessanten Tierbeobachtungen. Diese sind zwar weder augeklügelte Experimente, noch mit Wissenschaftsanspruch, aber offenbar von Leuten, die ihr Gehirn ganz gut als “Universalsensor” einsetzen konnten.

  5. Ich frag mich ob die riesigen Varianten noch entsprechend schlauer sind und in der Tiefsee schon Städte gebaut haben :).

    Gibt’s in der Hinsicht schon Untersuchungen? Riesenkraken sind ja bisher eher selten beobachtet worden.

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