Geo-Video: Bergsturz am Franz-Josef-Gletscher

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Mit Verstand und Hammer die Erde erkunden
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Bergstürze sind im Gebirge eigentlich nicht so selten, wie man hoffen möchte. Allerdings sind meist und glücklicherweise Beobachter selten zur Stelle. In diesem Fall war es aber anders. Am 13. Oktober diesen Jahres hatte sich eine 22 köpfige Gruppe unter der Führung von 2 Rangern aufgemacht, einen ansonsten abgesperrten teil des Franz-Josef-Gletschers in Neuseeland zu erkunden. Dieser Bereich ist für den normalen Tourismus gesperrt und sollte nur in Begleitung von erfahrenen Rangern begangen werden.

Auch in diesem Beispiel eines Bergsturzes kommt es zu ersten Steinschlägen, bevor der eigentliche Bergsturz beginnt. Die Gruppe hatte die Warnung wohl rechtzeitig verstanden und Deckung aufgesucht. Dennoch hatten die Leute wohl auch eine Menge Glück, denn am Schluss des Videos scheint einer der Begleiter einen größeren Stein in der Hand zu halten, welcher nahe der Gruppe landete. 

Besonders die Täler von Gletschern sind häufig Schauplätze von derartigen Ereignissen, denn die Tätigkeit des Gletschers lässt die Seitenwände sehr steil werden. Im Fall des Franz-Josef-Gletschers bestehen sie zudem aus Grauwacken und Tonsteinen. Dazu kommt, dass besonders gegen Ende des Südwinters hier die Temperaturunterschiede bei Sonnenschein und das Tauen und erneute Gefrieren von Wasser in Spalten die Gesteine der Wände schnell lockert und damit Bergstürzen Vorschub leistet.

Gunnar Ries studierte in Hamburg Mineralogie und promovierte dort am Geologisch-Paläontologischen Institut und Museum über das Verwitterungsverhalten ostafrikanischer Karbonatite. Er arbeitet bei der CRB Analyse Service GmbH in Hardegsen. Hier geäußerte Meinungen sind meine eigenen

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