Geburt eines Eisbergs

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Die Geburt eines Eisbergs ist durchaus kein alltägliches Ereignis. Am 14. Oktober hatte eine DC-8 der NASA bei einem Überflug über den Pine Island Gletscher einen rund 29 Kilometer langen, 50 bis 60 m tiefen und bis zu 80 m breiten Spalt quer über die Gletscherzunge entdeckt.

Die ersten Anzeichen, dass hier irgendwann demnächst ein teil der Gletscherzunge abbrechen wird und dabei zu einen gut 880 km2 großen Eisberg wird. Die Fotos zeigen den Spalt, wie er sich bei Überflügen am 26. Oktober gezeigt hat. Der Pine Island Gletscher ist einer der schnellsten Gletscher der Antarktis, er bewegt die enorme Menge von rund 69 (laut NASA sogar 79) km3 Eis vom Westantarktischen Eisschild ins Meer. Die Gletscherzunge erstreckt sich bis zu 48 Kilometer ins Meer. Aufgrund dieser Eigenschaften sind größere Abbrüche an diesem Gletscher nicht besonders selten. Das letzte Ereignis dieser Art am Pine Island Gletscher ereignete sich im Jahr 2001, als ein Eisberg mit den Abmessungen 42 x 17 Kilometern abbrach. Auch der damalige Abbruch wurde im Jahr 2000 von einem vergleichbaren Spalt eingeleitet und dabei von Satelliten beobachtet.

Der Spalt im Eis des Pine Island Gletschers (dunkle Linie), wie er am 26. 10.2011 von einem Passagier der DC-8 gesehen wurde. Foto: NASA CC-BY 2.0

Direkte Aufsicht auf den Spalt im Eis. Foto: NASA, CC-BY-2.0

Video zur Operation IceBridge (Hinzugefügt 04.11.2011)

Gunnar Ries studierte in Hamburg Mineralogie und promovierte dort am Geologisch-Paläontologischen Institut und Museum über das Verwitterungsverhalten ostafrikanischer Karbonatite. Er arbeitet bei der CRB Analyse Service GmbH in Hardegsen. Hier geäußerte Meinungen sind meine eigenen

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