Das Leben ist kein Ponyhof #9 – Im Meer, da lebt der mächtige Sarlacc…

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Vermutlich kennen fast alle den Sarlacc, jenes geheimnisvolle Wesen, das auf dem Wüstenplaneten Tatooine in einer Sandgrube lebte, und dem Jabba gerne Han Solo und Luke Skywalker zum Fraße vorgeworfen hätte, auf dass sie über 1 000 Jahre verdaut werden sollten.

Für den Sarlacc soll eigentlich der irdische Ameisenlöwe Pate gestanden haben. Von wegen dem Sand, der Grube und dem Lauern auf das Opfer. Es gibt aber auch noch andere Wesen, die durchaus als Vorbilder in Frage kämen, so der Meereswurm Eunice aphroditois, der bis zu 3 m lang werden kann und die Ozeanböden des Indopazifischen Raumes in Tiefen von 10 bis 40 m unsicher macht. Und das ist wörtlich zu nehmen.

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Eunice aphroditois in voller Pracht. Die Antennen und die Kiefer sind deutlich zu erkennen. Image Credit: JennyHuang via Wikimedia, cc-Lizenz. Foto: Jenny (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Eunice_aphroditois.jpg), „Eunice aphroditois“, https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/legalcode

 

Am vorderen Ende hat er 5 Tentakel, mit deren Hilfe er seine Beute anlockt. Wenn sie dann in Reichweite kommt, ist es um sie geschehen. seine beiden Zähne schlagen mit hoher Geschwindigkeit in die Beute, dass diese manchmal regelrecht in Stücke gerissen wird. Ansonsten scheint über diese seltsamen Vertreter der Ringelwürmer nicht allzu viel bekannt zu sein. Ihre Borsten sind wohl auch für Menschen nicht ungefährlich.

Im Blue Reef Aquarium in Newquay Cornwall hatte man 2009 einen dieser Würmer eingeschleppt. Das fiel erst durch plötzlich verschwindende oder verletzte Fische und beschädigte Korallen auf. Erst als man das Becken Stück für Stück auseinander nahm, konnte der schuldige Wurm identifiziert werden.

In dem Video unten begleitet ein Rotfeuerfisch einen Taucher bei einem nächtlichen Tauchgang. Er hofft wohl, kleine, durch das plötzliche Licht aufgeschreckte Tiere erbeuten zu können. Rotfeuerfische sind selber erfolgreiche Räuber, und dank ihrer giftigen Flossenstacheln kennen sie wohl auch nur sehr wenige Feinde. Äh, nun ja. Dieser hier ging wohl davon aus, dass diese fünf kleinen Würmer ein leckerer kleiner Snack wären. Zu seiner Überraschung befand er sich plötzlich selber auf der Speisekarte wieder. Wenn man sieh die Videos darunter anschaut, kommt einem Alien irgendwie wie ein Kuscheltier vor…

Gunnar Ries studierte in Hamburg Mineralogie und promovierte dort am Geologisch-Paläontologischen Institut und Museum über das Verwitterungsverhalten ostafrikanischer Karbonatite. Er arbeitet bei der CRB Analyse Service GmbH in Hardegsen. Hier geäußerte Meinungen sind meine eigenen

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