Erdrutsche an Klippen in Dorset und auf Rügen

BLOG: Mente et Malleo

Mit Verstand und Hammer die Erde erkunden
Mente et Malleo

Da ich gerade von der Kreideküste Rügens komme, sehe ich derartige Meldungen mit einem besonders wachen Auge. Anfang Mai wurde für die Klippen der Juraküste in Dorset/England eine Erdrutschwarnung herausgegeben. Das Wetter der letzten 12 Monate hat die Klippen extrem abbruchgefährdet gemacht. Und da spielt es auch keine besondere Rolle, dass es gerade mal ein paar Tage trocken und angenehm war. Und es gibt auch einige sehr eindrucksvolle Rutschungen an den Klippen von Dorset zu beobachten. Man sollte also immer auf die warnenden Schilder und Hinweise achten. Und das nicht nur an Dorsets Juraküste, sondern auch für die Kreideklippen auf Rügen. Hier wie dort kann man viele jüngere und ältere Abbrüche erkennen. Und auch viele Leute, die allem Anschein entweder nicht Lesen können, oder extrem auf ihr Glück vertrauen. Manchmal hat mich der beobachtete Leichtsinn schlicht sprachlos gemacht. Ich werde sicherlich später noch einmal auf die Kreideklippen Rügens und ihre Abbrüche zurückkommen. Soviel sei aber gesagt: Die Gefahr von Abbrüchen und Rutschungen besteht an der gesamten Steilküste (auch an anderen Klippen und steilen Felskanten oder Böschungen sollte man natürlich immer vorsichtig sein). Und sie treten plötzlich auf und kündigen sich vorher nicht immer deutlich an. Lesen können ist kann ein evolutionärer Vorteil sein!

Aktuelle Gefährdung beim Betreten des Nationalparks Jasmund

Schilder warnen vor Küstenabbrüchen auf Rügen

Gunnar Ries

Gunnar Ries studierte in Hamburg Mineralogie und promovierte dort am Geologisch-Paläontologischen Institut und Museum über das Verwitterungsverhalten ostafrikanischer Karbonatite. Er arbeitet bei der CRB Analyse Service GmbH in Hardegsen. Hier geäußerte Meinungen sind meine eigenen

2 Kommentare

  1. Ein Rüganer berichtet…

    “Und sie treten plötzlich auf und kündigen sich vorher nicht immer deutlich an.”

    Stimmt. 2005 gab es einen spektakulären Abbruch, bei der beinahe ein Diakonieheim mit hinabgestürzt wäre:

    http://www.welt.de/…urch-Abriss-entschaerft.html

    Weihnachten 2011 wurde ein Mädchen verschüttet:

    http://www.spiegel.de/…es-maedchen-a-807740.html

    Ich bin auf Rügen aufgewachsen (Sagard und Sassnitz) und in meiner Jugend oft innerhalb und um Rügen herumgesegelt.

    Heute lebe ich in München. Hier bin ich sicher 🙂

  2. @ Stephan

    Danke für den Artikel über das Diakonieheim in Lohme. Den Erdrutsch konnte ich die tage auch besuchen und er sieht auch immer noch ziemlich spektakulär aus. Mittlerweile wurde eine Menge Zinnober getrieben, um der Sache zumindest vorerst Einhalt zu gebieten. Ich wollte eigentlich die Tage auch noch mal darüber bloggen.

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