Die Tragödie von Armero und der Nevado del Ruiz

Heute vor 33 Jahren ereignete sich ein heftiger Ausbruch des  Nevado del Ruiz in Kolumbien. Der dadurch ausgelöste Lahar stellt eine der größten vulkanischen Katastrophen des 20. Jahrhunderts dar.

Die Katastrophe vom Armero

Als der Nevado del Ruiz am 13. November 1985 mit einer heftigen Explosion ausbrach, war das vermutlich für die umliegenden Siedlungen ein spektakulärer Anblick. Vermutlich hat aber niemand geahnt, in welcher Gefahr die Menschen wirklich schwebten. Vielleicht fühlten sich die Bewohner der 47 Kilometer entfernten Stadt Armero sicher vor dem Vulkan. Ein Gefühl, das trügerisch war. Denn rund zweieinhalb Stunden später hatte die Stadt regelrecht aufgehört, zu existieren. So lange brachte der gut 5 m hohe Lahar, um die Entfernung vom Vulkan zur Stadt zurückzulegen.

Armero aftermath Marso

Aufnahme vom späten November 1985. Die Stadt Armero lag im Zentrum des Fotos. Jeffrey Marso, USGS geologist [Public domain], via Wikimedia Commons

Zumindest mir haben sich die Bilder des Ausbruchs des Nevado del Ruiz in Kolumbien 1985 tief ins Gedächtnis eingebrannt. Von den ursprünglich 28 700 Einwohnern von Armero hatte nur gut ein Viertel überlebt. Insgesamt 23 000 Tote waren zu beklagen. Rund 5000 verletzte und 5000Häuser zerstört durch 2 Lahare. Der zweite Lahar traf die Ortschaft Chinchiná und tötete dort 1 800 Menschen und zerstörte gut 400 Häuser.

Die Katastrope von Armero gilt als die zweittödlichste Vulkankatastrophe des 20. Jahrhunderts, nach dem Ausbruch des Mt. Pelee von 1902.

Besonders tragisch war ein vergeblicher Rettungsversuch der 13-jährigen Omayra Sánchez. 60 Stunden kämpfte sie vor den versammelten Medien in den Schlamm- und Geröllmassen eingeklemmt um ihr Leben, bevor sie vermutlich an Unterkühlung starb.

Aufgebaut auf alten Laharen

Die Geschichte von Armero ist auch insofern tragisch, als dass die Stadt auf den Ablagerungen älterer Lahare ähnlichen Ausmaßes erbaut wurde. Diese Lahare stammen aus den Jahren 1595 und 1845. Es ist also nicht so, dass man es hätte nicht wissen können. Noch etwas macht die Katastrophe von Armero klar. Auch 47 Kilometer sind für einen größeren Lahar keine unüberbrückbare Entfernung.

Lahare sind eben auch in großer Entfernung noch tödlich. Um es genau zu sagen, sie scheinen gerade in Entfernungen über 20 Kilometer vom Vulkan ihre tödlichste Wirkung zu erzielen. Vermutlich liegt dies auch daran, dass sich die Menschen so weit vom Vulkan auch bei größeren Ausbrüchen relativ sicher fühlen. Ein Gefühl, das trügerisch sein kann, wie sich gezeigt hat. Zusammen mit Tsunamis und vulkanischer Tephra sind Lahare gerade im Bereich über 20 Kilometer Entfernung die dominante tödliche Gefahr.

 

Gunnar Ries studierte in Hamburg Mineralogie und promovierte dort am Geologisch-Paläontologischen Institut und Museum über das Verwitterungsverhalten ostafrikanischer Karbonatite. Er arbeitet bei der CRB Analyse Service GmbH in Hardegsen. Hier geäußerte Meinungen sind meine eigenen

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Lieber Herr Ries,

    Ihr interessanter Text braucht noch eine kleine Überarbeitung.

    Tippfehler:
    “Aon den ursprünglich 28 700 Einwohnern von Armero hatte nur gut ein Viertel überlebt.”

    Wörtliche Wiederholung:
    “Zumindest mir haben sich die Bilder des Ausbruchs des Nevado del Ruiz in Kolumbien 1985 tief ins Gedächtnis eingebrannt.”

    Inhaltliche Wiederholung:
    “Denn rund zweieinhalb Stunden später hatte die Stadt regelrecht aufgehört, zu existieren. So lange brachte der gut 5 m hohe Lahar, um die Entfernung vom Vulkan zur Stadt zurückzulegen.”

    “Er brauchte gut 2,5 Stunden, um die Stadt zu erreichen.”

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