Blume des Jahres 2015 – der Gemeine Teufelsabbiss

Mente et Malleo

So langsam neigt sich das Jahr dem Ende zu, und damit wird es auch wieder Zeit, die verschiedenen Tiere, Pflanzen und Dinge des nächsten Jahres zu betrachten. So was ist ja auch eine nette Gelegenheit, auf das eine oder andere Mauerblümchen hinzuweisen. Wobei es sich hier tatsächlich. um eine Blume handelt. Den Gemeinen Teufelabbiss (Succisa pratensis), der von der Stiftung Naturschutz Hamburg zur Blume des Jahres 2015 gekürt wurde.

Als Geowissenschaftler neigt man ja durchaus dazu, den Blick ein wenig zu sehr auf den Erdboden zu richten. Dabei gelangen dann zwangsläufig auch Pflanzen in den Fokus. Und über den Boden hängen die ziemlich direkt mit der Geowissenschaft zusammen. Ein kleines bisschen ist es auch Zufall. Ich bin dieser Blume dieses Jahr in den Alpen begegnet, genauer gesagt, am Eibsee. So fand ich es durchaus nicht uninteressant, dass sie auch in Norddeutschland heimisch ist. Also keine ausgemachte Alpenpflanze, auch wenn sie in den Alpen bis über 1000 m vorkommt. Vielmehr bevorzugt sie Moor- Magerwiesen mit wechselfeuchten, humosen und nur schwach sauren, basenreichen Boden. Sie gilt als ausgesprochener Magerkeitsanzeiger für den Boden. In Norddeutschland zählt er zu den bedrohten Arten. Trockenlegung und Düngung sind einige der Ursachen für Bestandsrückgänge.

Gewöhnlicher Teufelsabbiss
Gewöhnlicher Teufelsabbiss (Succisa pratensis). Eigenes Foto, CC-Lizenz.

Der Name hat ja durchaus auch einige geologische Assoziationen. Er rührt von der Wurzel der Pflanze her, die als Speicherorgan dient. Sie ist bis zu 50 cm lang und in der Tiefe sehr oft regelrecht abgefault. Das sieht dann für unbedarfte so aus, als wenn jemand (der Teufel) sich hier kräftig bedient hätte.

Interessant finde ich die Tatsache dass sowohl Pflanzen mit rein weiblichen Blüten als auch solche mit zwittrigen auftreten. Hier reifen dann die Staubblätter vor den Narben, so dass eine Eigenbestäubung vermieden wird. Die Blütezeit reicht von Juli bis September. Die Blüten werden neben Bienen auch gerne von verschiedenen Schmetterlingen besucht. Darunter auch etliche seltene und gefährdete Arten.

Aufgrund ihrer attraktiven Blüten wird die Pflanze durchaus auch gerne in Moorgärten angepflanzt. Hier finden sich auch verschieden gefärbte Zuchtvarianten.

Gewöhnlicher Teufelsabbiss
An einem kalten und regnerischen Tag schienen einige die Blüten als Ruhepunkt zu nutzen. Eigenes Foto.
Gunnar Ries

Gunnar Ries studierte in Hamburg Mineralogie und promovierte dort am Geologisch-Paläontologischen Institut und Museum über das Verwitterungsverhalten ostafrikanischer Karbonatite. Er arbeitet bei der CRB Analyse Service GmbH in Hardegsen. Hier geäußerte Meinungen sind meine eigenen

1 Kommentar

  1. An geeigneten Standorten (z.B. Teichen etc.) und mageren Böden ist der Teufelsabbiss eine dekorative Gartenpflanze, welche sich schnell vermehrt und im Sommer viele Insekten anlockt.

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