Besuch im VEGAS

Beim letzten Treffen des Arbeitskreises Umweltgeologie hatten wir die Gelegenheit, das VEGAS zu besuchen. Was sich ein wenig wie ein Spielerparadies in der Wüste anhört, steht in diesem Fall für die Versuchseinrichtung zur Grundwasser- und Altlastensanierung.

Das Grundwasser ist ein wertvolles und ziemlich empfindliches Gut. Insbesondere Altlasten stellen da eine sehr reale Gefahr dar, die aber nicht so einfach zu beseitigen ist. Oft stellen sich die geologischen und hydrogeologischen Verhältnisse als sehr kompliziert heraus, und der Sanierungserfolg will sich nicht so einstellen, wie es im ursprünglichen Plan stand. Das ist ja auch das eigentliche Problem. Das man nämlich nicht so einfach in den Untergrund sehen kann. Vor der Hacke ist es, wie der Bergmann sagt, eben duster. Wie also soll man die notwendigen Informationen bekommen? In vor allem, wie verhält sich das Wasser, und wie die Schadstoffe im Untergrund?

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Sandkasten für Forscher. Der große Versuchstank von oben. Eigenes Foto, CC-By-Sa-2.0

 

Diese Fragen zu klären, ist nicht ganz einfach. Die meisten Modelle im Labormaßstab sind schlicht zu klein, um allgemeingültige Aussagen zuzulassen oder Sanierungstechniken hinreichend zu testen. Kleine ein- bis zweidimensionale Modelle eignen sich gut, um neue Technologien zu erproben. Doch irgendwann muss man auf großskalige Versuche umsteigen. In genau hierfür ist das VEGFAS mit seinen großen Versuchsanlagen hervorragend ausgerüstet. Neben transportablen Containern sind dies die großen Versuchanlagen mit 18,5x9x4,5 sowie 16x1x3m aus nichtrostendem Stahl.

Diese Container gewährleisten, dass man die Sanierung verschiedener Schadstoffe praxisnah testen kann, ohne dass hierbei eine Gefahr für die Umwelt besteht. Gleichzeitig können hier, anders als bei Feldversuchen, die Randbedingungen wie Bodenstruktur und Schadstoffverteilung genau kontrolliert werden. Ein weiterer Vorteil ist hier die Möglichkeit, die Sensoren punktgenau zu platzieren. Dadurch erzeugte hochauflösende Messnetze erlauben ein genaues versuchsbegleitendes Monitoring und eine genaue Massenbilanz. Diese Daten ermögliche es auch, numerische Simulationen von Grundwasser und Sanierungsmethoden zu kalibrieren.

Einer der derzeitigen Schwerpunkte ist die Sanierung von LNPL und DNPL-Schadensfällen mittels Hydraulische Sanierung unter Einsatz von Tensiden , Dampf-Luft Injektion und ENA (Enhanced Natural Attenuation). Dabei ist VEGAS ständig auf der Suche nach Standorten für die Anwendung innovativer Sanierungstechnologien.

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Schematischer Innenaufbau des Versuchstanks.Im Inneren wurde eine Flußsedimentation dargestellt, deren Baueinheiten aus drei Korngrößen als Vereinfachung für die begleitende Computersimulation eckig gewählt wurde. Eigenes Foto, CC-by-sa 2.0

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Außenansicht des Versuchstanks mit seinen Anschlüssen für die Sensoren. Eigenes Foto, CC-by-sa 2.0.

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Der 16x3x1m Tank mit seiner verglasten Seite. Möchte ich wirklich wissen, was darin nicht gefüttert werden soll? Eigenes Foto, CC-by-sa 2.0.

 

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Die einzelnen Korngrößen der simulierten Sedimentation sind gut zu erkennen. Eigenes Foto, CC-by-sa 2.0

Gunnar Ries studierte in Hamburg Mineralogie und promovierte dort am Geologisch-Paläontologischen Institut und Museum über das Verwitterungsverhalten ostafrikanischer Karbonatite. Er arbeitet bei der CRB Analyse Service GmbH in Hardegsen. Hier geäußerte Meinungen sind meine eigenen

3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Habe ich da eine Bildungslücke entdeckt (dass ich nämlich nicht weiß, was Sedimantation ist) oder ist einfach Sedimentation gemeint? (Bildunterschriften zum 2. und zum letzten Bild)

  2. Pingback:Die Erforschung von Schuttströmen mit Mikroseismik » Mente et Malleo » SciLogs - Wissenschaftsblogs

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