Wird die tiefe Hirnstimulation das Problem mit dem Übergewicht lösen?

Das „adipöse Gehirn“ ist ein weiteres Beispiel für verfehlten Neuro-Essentialismus
In seiner Nobelpreisrede 1981 prägte Roger W. Sperry (1919–1994) die These, dass praktisch jedes soziale und politische Problem ein Gehirnproblem sei, denn „alles kommt im Gehirn zusammen“. Kurz darauf wurden die 1990er-Jahre politisch zur „Dekade des Gehirns“ erklärt. Dies implizierte eine neurowissenschaftliche Perspektive auf den „Krieg gegen Drogen“ und 1997 veröffentlichte Alan I. Leshner, damals Direktor des National Institute on Drug Abuse, seinen einflussreichen Essay „Sucht ist eine Gehirnkrankheit, und das ist wichtig“ in der Fachzeitschrift Science.
Es wurden Versprechen gemacht, Milliarden investiert, Karrieren in der Neurowissenschaft aufgebaut – und bis heute ist keine der versprochenen hirnbasierten Suchtbehandlungen Realität geworden. Der problematische Drogenkonsum nimmt in vielen Ländern seit Jahrzehnten zu, ebenso wie die Zahl der drogenbedingten Todesfälle. Unterdessen erfreuen sich Behandlungsansätze, die auf gegenseitiger Unterstützung und Spiritualität basieren, wie das Zwölf-Schritte-Programm, zunehmender Beliebtheit. Sie greifen auf uralte menschliche und soziale „Techniken“ zurück. (Das griechische Wort „techné“ bedeutet übrigens Handwerk, Wissenschaft.)
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Ge- oder erfunden? Das „adipöse Gehirn“
Nun scheint eine Gruppe von Forschern, die das „adipöse Gehirn“ untersuchen und die tiefe Hirnstimulation als Behandlungsmethode vorschlagen, denselben Fehler zu wiederholen: Sie deuten ein primär umweltbedingtes und verhaltensbezogenes Problem als Hirnproblem, um es auch so zu behandeln. Andere und ich bezeichnen dieses Vorgehen in unserer Forschung darüber, wie die Hirnforschung die Wissenschaft und Gesellschaft prägt, als „Neuro-Essentialismus“. Bereits 30 Studien zur Hirnstimulation des „adipösen Gehirns“ oder von Essstörungen wurden veröffentlicht, an denen insgesamt 120 Patienten teilnahmen – darunter mit 95 Prozent auffällig viele Frauen!
Betrachtet man die Sache aus kultureller Perspektive, zeigen sich große Unterschiede, beispielsweise beim durchschnittlichen BMI (Body Mass Index) selbst zwischen ähnlich entwickelten Ländern wie den USA (durchschnittlicher BMI = 28,8), Großbritannien (27,3), Deutschland (26,3), den Niederlanden (25,4) und Japan (22,6). Übergewicht wird allgemein als BMI > 25 und Adipositas (Fettleibigkeit) als BMI > 30 definiert. Der Zusammenhang zwischen diesen Durchschnittswerten und dem sozioökonomischen Status, Bildung, Geschlecht und ethnischer Zugehörigkeit ließe sich noch genauer untersuchen.
Es stimmt zwar, dass „alles im Gehirn zusammenkommt“, insofern das Nervensystem ein wesentlicher Bestandteil der Wechselwirkung zwischen Umwelt, Körper und Gehirn ist, auf der unser Verhalten basiert. Gleichzeitig ist das menschliche Gehirn aber auch ein formbares Organ, das durch die Umwelt und die darin gemachten Erfahrungen geprägt wird.
Gehirn, Umwelt und Verhalten
Ich bestreite nicht, dass sich Verhalten durch Gehirnstimulation verändern lässt. Vielleicht lässt sich das Hungergefühl mit solchen Gehirn-Implantaten modulieren, was ausreichen würde, um die Daten als Machbarkeitsnachweis in renommierten Fachzeitschriften zu veröffentlichen – doch man sollte auch die Kosten und Nebenwirkungen bedenken. Ich bezweifle aber, dass sich das gesellschaftliche Problem mit dem Übergewicht auf diese Weise lösen lässt. (Und man denke auch daran, dass stimulierende Drogen und Psychopharmaka ebenfalls den Appetit unterdrücken, weshalb stark Konsumierende oft sehr dünn sind. Dies verbindet die beiden angeblichen Hirnprobleme auf interessante Weise.)
Wenn Sie dem „adipösen Gehirn“ genauso skeptisch gegenüberstehen, wie wir alle dem „süchtigen Gehirn“ hätten gegenüberstehen sollen, und Adipositas als ein historisches und soziales Phänomen verstehen, eröffnen sich andere Lösungsansätze: Zunächst einmal besteht unser Körper buchstäblich aus dem, was wir essen und trinken. Wenn eine Industrie unsere Ernährung weitgehend bestimmt, die ihre Gewinne durch den Verkauf von zucker-, fett- und salzreichen Lebensmitteln (die allesamt sehr billige Geschmacksverstärker sind) maximiert, werden sich viele Menschen zwangsläufig ungesund ernähren. Und wenn man möchte, dass sich Menschen ausreichend bewegen, muss man dies fördern und unterstützen, anstatt sie den Großteil des Tages im Auto oder vor dem Computer sitzen zu lassen.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Wenn Adipositas nicht länger fälschlicherweise als Gehirnproblem verstanden wird, werden sich einige Neurowissenschaftler ein anderes Thema suchen müssen, um Forschungsgelder zu erhalten und Karriere zu machen – doch die Chancen stehen gut, dass sich die Gesellschaft dann tatsächlich verbessert, wenn wir die Umwelt gesünder gestalten. Denken wir an die Lektion vom „süchtigen Gehirn“.
Medikalisierung
Aber auch das ist noch nicht das letzte Wort: Wenn man weiter denkt als die Frage, was Neuro-Essentialismus aus einem körperlichen Zustand macht und welche technologischen Lösungen er aufdrängt, kommt man auf die allgemeinere Frage der Medikalisierung. Das heißt, inwiefern ist Adipositas überhaupt ein Zustand, der medizinische Aufmerksamkeit erfordert? Der BMI-Wert von 30 ist pragmatisch bestimmt.
Bei der – übrigens schon im 19. Jahrhundert vorkommenden – Verwendung des lateinischen Fremdworts von adeps, Fett, sollte man sich dafür hüten, Adipositas als Krankheit anzusehen. Zwar können Krankheiten das Gewicht beeinflussen und verändert das Gewicht das Risiko für bestimmte Krankheiten. Risiken sind aber abstrakte Größen und bei den meisten Menschen dürfte ab einem BMI von 30 das Leben nicht dermaßen eingeschränkt sein, dass man sie als krank ansehen dürfte. Wie so oft, legt der medizinische Diskurs eine Problemsicht und damit auch eine mögliche Ausgrenzung nahe, wo es gar kein Problem geben muss.
Neuro-Essentialismus verstehen
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Guter Beitrag. Ein weiteres Argument für den anwachsenden BMI ist die fortschreitende Verstädterung auf der Erde. Ein Bewohner , der von Stadt A nach Stadt B will, der muss nicht mehr laufen oder reiten, der lässt sich fahren.
Und innerhalb der Städte ist die Verkehrsdichte so stark geworden, dass ein Laufen oder Fahrradfahren lebensgefährlich ist.
Und……das Aufkommen von Elektrorädern wird das das Problem noch verschlimmern.
@NI: Fahrräder
Wenn man vom Auto aufs E-Bike umsteigt, dann ist das gut für die Fitness. (Und die Umwelt.)
Wenn man vom Fahrrad aufs E-Bike umsteigt, dann verliert die Fitness. (Und die Umwelt.)
Stephan Schleim Fahrräder zum Zweiten
Mir ist aufgefallen, dass es kaum „fette“ Niederländer oder Niederländerinnen gibt.
Das hängt ganz sicher mit der Fahrradkultur in diesem schönen Lande zusammen. Und man sollte es kaum glauben, fast jedes Restaurant bietet glutenfreie Gerichte an.
Tipp: Rotterdam
Ich frage mich, wofür manche Menschen den Nobelpreis bekommen. Aber der Irrsinn hat eben in einer szientistischen Gesellschaft Konjunktur.
Übergewicht hat der Mensch aus psychologischen Gründen. Die kann er auch angehen. Völlig ohne etwas vom Gehirn zu wissen und ohne irgendwelche Psychopharmaka. Man muss nur Sinn im eigenen Leben finden. Aber wie sollte das in einer scheinbar sinnlosen Welt gehen? Wer zur Vernunft kommen will, sollte sich nicht mehr an der Naturwissenschaft orientieren. Die kann über das Lebendige schlicht nichts sagen.
https://independent.academia.edu/ManfredReichelt
„Die KI plädiert für die Überwindung des naturwissenschaftlichen Denkens“ – https://www.academia.edu/156063270/Die_KI_pl%C3%A4diert_f%C3%BCr_die_%C3%9Cberwindung_des_naturwissenschaftlichen_Denkens
Manfred Reichelt,
zu „Wer zur Vernunft kommen will, sollte sich nicht mehr an der Naturwissenschaft orientieren.“
Wenn man nicht übertreibt, dann könnte man dieser Aussage zustimmen
„Wer zur Vernunft kommen will, sollte sich nicht nur an der Naturwissenschaft orientieren.
Was die KI betrifft, die bekommt keine Depressionen und keinen Lebensüberdruss.
Was den Link betrifft, Manfred , das ist Eigenlob, das du hier betreibst.
Beschäftige dich lieber mit einer Frau als mit einer KI.
@NI: Anhand der von mir zitierten Daten sieht man ja schon, dass die Niederländer*innen im Schnitt etwas weniger dick sind. Aber Übergewicht wird hier schon auch als nationales Problem gesehen. Einen größeren Unterschied gibt es im Vergleich zu Japan.
@Reichelt: Roger Sperry erhielt den Preis für seine Forschung zum Split Brain.
Und, na ja – es gibt sicher „emotionale Esser“ aber auch physiologische Unterschiede, die das Körpergewicht beeinflussen.
Dazu dann die eher kulturellen Unterschiede. Auf das, was im Text schon genannt wurde, könnte man ja mal eingehen.
Oder Sie machen hier v.a. Reklame für Ihren Ansatz.
@ Stephan Schleim: Ja, auch die physiologischen und kulturellen Unterschiede resultieren aus der Lebenswirklichkeit der Menschen und nicht aus irgendwelchen Vorgängen im Gehirn.
@ NI: Ja, die KI kann keine Depressionen bekommen, da sie keine Gefühle hat. Gefühle aber entstehen aus Wertungen. Neurologie wird uns nicht weiterhelfen, und die Psychopharmaka, die Depressiven verabreicht werden, lösen nicht das Problem, sondern verschieben es nur. Ich hatte selbst lange Zeit Depressionen – habe sie aber ohne jegliche ärzl. oder medikamentöse Hilfe dauerhaft besiegt.
@Reichelt: Es gibt immer eine Umwelt x Körper x Gehirn Wechselwirkung.
Ein Beispiel für tiefe Hirnstimulation ist, wenn Ihr Kühlschrank am Sonntag leer ist, wenn der Aldi zu hat. Diese Kombination von Stimuli wirkt bis ins tief ins Gehirn, das daraufhin zu dem Schluss kommt, seine Hungergefühle zu unterdrücken. Es sei denn, zu den Stimuli kommt eine Pommesbude dazu.
Das Gehirn ist ein Netzwerkknoten, eine Marionette, an der unzählige Strippenzieher von allen Seiten zerren, auch ganz kleine von Innen, die in den Genen sitzen oder durch Lernen konfiguriert worden sind, die Strippenzieher sind selbst Knoten, an denen andere Knoten ziehen, sowohl im Innern wie nach Draußen. Über die Strippen-Vernetzung im Innern wissen wir schon einiges, aber bislang haben wir nur die einstige Black Box Gehirn in mehrere kleinere Black Boxen aufgelöst, als würden wir statt einer Fußballmannschaft einzelne Spieler persönlich kennen.
Und wir vergessen oft, dass wir mit dem ganzen Körper denken und fühlen. Fällt uns erst auf, wenn wir uns den Zeh irgendwo anstoßen, und das ganze Gehirn sich diesem Stimulus unterordnet. Aber Zehe, Leber und Pickel am Hintern telefonieren ja nicht nur mit dem Hirn hin und her, wenn wir’s bemerken, sondern rund um die Uhr.
Nach Außen hin sind die Strippen und Strippenzieher viel größer, da brauchen wir kein Mikroskop, wir kennen feine Details des Networkings, die im Hirn zu „Impulsen“ oder „Stromstößen“ oder „Chemie“ zusammenfallen, wir haben eher Probleme, aus dem Gewusel und Wechselspiel der Knoten die großen Black Boxen auszumachen, die unsere Strippen ziehen. Die Gesellschaft zum Beispiel ist ja eine Abstraktion, wir erkennen sie an der Wirkung, doch wir sehen sie nicht als materielles Objekt, nur als so was wie eine Gaswolke aus Molekülen, die sich kreuz und quer durch eine größere Gaswolke bewegen, wild durcheinander mit anderen Molekülen.
Es gibt unzählige Strippen, an denen Sie ziehen können, um eine gewünschte Wirkung zu erzielen, Sie können Knoten einfügen oder entfernen oder verschieben – aber das ganze Geflecht verzerrt sich stets mit.
Das Ganze ist ein kosmisches Geflecht, das sich bis zu den Sternen zieht, ein Fraktal aus Knoten aus Netzwerken aus Knoten aus Netzwerken, das sich sogar in der merkwürdigen Frage spiegelt, warum denn alle Konstanten unseres Universums exakt so geraten sind, dass Leben möglich ist – klar, weil’s keine Konstanten sind, sondern voneinander abhängige Variablen – nicht sie bleiben immer gleich, sondern ihr Verhältnis zueinander.
In so einem System fällt’s auch schwer, Gesundheit und Krankheit zu unterscheiden. Der Mensch ist ein Klumpen Zeugs, das ein Weilchen interagiert und funktioniert, bis es das nicht mehr tut, doch er ist auf eine extrem kurze Nutzungsdauer programmiert. Wenn der Natur etwas wichtig ist, arbeitet sie in Modularbauweise, mit Ersatzteilen, sodass sich das Netzwerk reparieren kann. Unsere Körper haben das drauf, unsere Gesellschaften haben das drauf, denn Zellen und Menschen werden schnell und munter ausgetauscht.
Doch der Mensch an sich ist ein Modul, ein Ersatzteil, ein Zahnrad, das schnell zusammen gestümpert wird, sich ein paar mal dreht und gleich wieder ersetzt wird, das Ganze schreit „gewollte Obsoleszenz“. Bei unserer Konstruktion setze die Natur auf Masse statt Klasse. Kann es bei solchem Pfusch, optimiert für kontrollierten Verfall, so etwas wie Gesundheit überhaupt geben? Oder suchen wir uns einfach unsere Prioritäten aus – was opfern wir, damit etwas Anderes besser funktioniert?
Leiden Sie mehr, wenn Sie kurz leben aber dabei schlemmen können, oder wenn Sie lange leben, aber um den Preis steter Enthaltsamkeit und Selbstquälerei? Ist Übergewicht nicht eine Krankheit für ein Bikini-Model, aber weniger für eine Zahnärztin? Zumindest müssen beide die Gewichts-Grenzen anders setzen, wenn sie das optimale Gleichgewicht, die beste Kosten-Nutzen-Rechnung, für sich konfigurieren.
Unser Gesundheitsbegriff kommt aus einer evolutionären Vorgeschichte, in der sich Menschengruppen nicht viel Individualismus und persönliche Freiheit leisten konnten, in denen sie mit allen Mitteln auf Standard-Werkzeuge, Roboter mit festgelegten Rollen dressiert werden mussten, um zu überleben. Diese Normung, die dem Menschen auf eine bestimmte Rolle zuschneidet, an einem one-fits-all Prokrustes-Bett misst, ist immer noch notwendig – aber wir haben weitaus größere Spielräume für Mutationen, individuelle Konfigurationen, Abweichungen.
Ich bin für die Einführung des Moppel-Genders, das nur dann als krankhaft gilt, wenn die Knie krachen und die Pumpe platzt. Und da muss die Heilung nicht Neuro-Stimulation sein, sondern ein Exoskelett mit Beinverstärkung, Zweitherzen und Cholesterin-Filter. Und für Leute, die sich als Transschlanke identifizieren, dünne Menschen gefangen in dicken Körpern, sollte die regelmäßige Fettabsaugung einfach dazu gehören, wie für die Katholiken der Kirchgang oder die Angestellten der Urlaub. Und wenn solche Upgrades nicht ohne Folgeschäden für den Körper installiert werden können, liegt das medizinische Problem bei der Technologie, nicht beim Menschen.
Und wer seine Persönlichkeit oder sein Verhalten mit Neurostimulation verändern möchte – da gibt es alles Mögliche, von Musik und Gesprächen über Bücher und Sport und Meditation bis zu – irgendwann – Gehirnchirurgie und Neuroimplantaten.
Die Zeiten ändern sich, und wir ändern uns mit ihnen. Nennt sich Evolution, und auch wenn’s eine Schnapsidee ersten Ranges war – läuft.
Obesity is a complex condition influenced by genetics, metabolism, hormones, environment, lifestyle, and the brain’s regulation of hunger and reward. While healthy eating, physical activity, behavioral therapy, medications, and bariatric surgery remain the primary treatment options, researchers are also exploring whether deep brain stimulation (DBS) could one day play a role in treating severe obesity.
Deep brain stimulation is a neurosurgical procedure in which thin electrodes are implanted into specific areas of the brain. These electrodes deliver controlled electrical impulses that modify the activity of targeted neural circuits. DBS is already an established treatment for certain neurological disorders, such as Parkinson’s disease, essential tremor, and dystonia, and it is also being investigated for several psychiatric conditions.
Vor kurzem wurde die Idee veröffentlicht, longevity zu fördern, indem man schon vor der Geburt interveniert. (PROSPER „life-course consortium for healthy longevity medicine“).
Manchmal scheint es, als ob Psychologen/Fachleute mit Menschen nur deshalb herumexperimentieren wollen – damit man dabei mit Forschungsgeldern den eigenen Arbeitsplatz finanzieren kann.
Ob eine Idee sinnvoll oder nützlich ist – interessiert dazu nicht.
@ Schleim: Gehirn und Körper können überhaupt nichts von sich aus bewirken. Nur wenn eine Seele sie belebt, sind Körper und Gehirn tätig. Nur dann finden Wechselwirkungen statt. Alles andere Denken führt auf eine falsche Fährte!
https://www.academia.edu/144356621/Leben_als_Ursprung_von_Materie_und_Bewusstsein
@Richard: Einfach nur furchtbar, diese Quacksalberei! Es sind allerdings nicht die Psychologen, die herumexperimentieren, sondern die Neurologen.
@ PaulS: Gott bewahre uns vor Gehirnchirurgie und Neuroimplantaten ! Aber leider läuft darauf alle Forschung hinaus. So wird der Mensch erst richtig krank gemacht!
@OI: Human beings are the only free creatures in creation, yet we are now setting out to turn ourselves increasingly into automatons controlled by external forces. What madness! Humans are the problem, and they ought to use their intelligence to bring themselves into alignment with their primordial archetype, so that both their own problems and the problems of the world may be resolved.
https://manfredreichelt.substack.com/p/the-bridge-of-reason-where-science
@Reichelt: Was denn für eine Seele? Das ist übrigens nicht Thema dieses Artikels, sondern Übergewicht – und wie man damit umgehen kann bzw. soll.
M.Reichelt.
“ Gefühle aber entstehen aus Wertungen“
Das hört sich mechanisch an. Spontane Gefühle beruhen nicht auf kognitiven Fähigkeiten, worauf die beruhen, das ist immer noch ein Mysterium.
Wenn man mit dem Fuß wippt, bei Hören eines Liedes, dann führt der Körper ein Eigenleben,
Wenn man die Augenbrauen hochzieht, bei einer Überraschung, dann denkt man auch nicht vorher,
Wenn man den Mund verzieht, beim Anblick einere Citrone, dann kann der Posaunist nicht mehr spielen, auch wenn er das will.
Also der Körper ist in Maßen autonom.
Und deswegen ist er angreifbar durch Drogen.
Was jetzt das Übergewicht betrifft, da denke ich, das ist auch durch die Gene bedingt, Wer korpulente Eltern hat, der wird auch selbst korpulent.
Und wer empfindsam ist, der reagiert auf Druck mit mehr Essen. Das ist biologisch auch erklärbar.
@ NI: Nein, worauf Gefühle beruhen ist durchaus kein Mysterium. Sie hängen alle mit bewussten und unbewussten Vorstellungen zusammen, die einer bewussten o. unterbewussten Wertung unterliegen. https://manfredreichelt.wordpress.com/2024/12/10/urproblem-wertungen/
Das Leben selbst verläuft in Rhythmen. Also empfindet man diese in der Regel als angenehm und wippt mit dem Fuß. Auch die unmittelbaren Reizreaktionen beruhen bereits auf Wertungen. Man denke an Pawlows Hund. Der Körper ist nichts als Fleisch. Da ist gar nichts autonom. Man denke an eine Leiche.
@Schleim: Wir sind eine Seele, d.h. individualisiertes Leben. Das Leben an sich ist die Grundlage von allem, was ist. Dieses ist ewig. Nur aus dem Ewigen kann das Raum-Zeitliche hervorgehen. Was die Biologie kennt, ist also verkörpertes Leben. https://www.academia.edu/47776276/Ursprung_und_Ziel_Wie_die_Evolution_weitergeht_
Wo eben schon die Grundlagen falsch sind (Naturwissenschaft) müssen natürlich auch die Schlussfolgerungen falsch sein. Deshalb kann man mittels der Naturwissenschaft und ihrer Anwendung weder Fettleibigkeit begreifen, noch dem fettleibigen Menschen wirklich helfen. Naturwissenschaft hat ihre Berechtigung allein in Bezug auf die tote Materie.
M. Reichelt
„Der Körper ist nichts als Fleisch. “
Aus der Sicht eines Aasfressers stimmt das. Aus menschlicher Sicht stimmt das nicht (wir sind keine Aasfresser)
Also, sprachlich kommt man dem Seele – Leib Problem nicht näher.
Und ob „Fettleibigkeit eine Krankheit ist“, offiziell ist Adipositas als Krankheit eingestuft.
Meiner Meinung nach ist sie beides. Wenn man sie nur als Ursache von Folgeerkrankungen sieht, dann ist auch sie eine Krankheit.
Wenn man Adipositas als Folge einer verletzten Psyche betrachter, dann ist sie nur bedingt eine Krankheit, weil zuerst die Psyche geheilt werden muss und dann gesundet der Körper als Folge.
Ich vermute, sie stimmen mir zu.
Ich stimme auch bei der Seele zu, Seele ist der Kern der Psyche, die christliche Religion sagt es deutlich, „was nützt es dem Mensch, wenn er die ganze Welt gewänne und doch Schaden nimmt an seiner Seele.“
Jetzt zum Schwierigsten, den Hirnstimulationen.
Dabei geht man von ersten Störungen im Verhalten aus. Alzheimer ist so eine Volkskrankheit. Und wenn es den Neurowissenschaften gelänge, durch ein Implantat, den Zerfall es Gehirnes aufzuhalten, dann wäre das schon mal eine große Hoffnung. auch medikamentös müsste man den Ablagerungen im Gehirn beikommen können.
@Reichelt: Mit Blick auf die Anzahl der Links, die Sie hier teilen, sind Sie scheinbar jemand mit einem großen Geltungsdrang.
@ Schleim: Ich habe lediglich, wie Sie und jeder Wissenschaftler, Philosoph usw., das Bedürfnis meine eigenen Forschungsergebnisse usw. der Öffentlichkeit zu präsentieren. Da meine Arbeiten offensichtlich konträr zum öffentlichen Konsens (nämlich, dass die Naturwissenschaft alle Antworten zu allen Fragen des Lebens habe oder wo noch nicht, in Zukunft haben wird) sind, kann das natürlich von deren Vertretern negativ aufgenommen werden. Wo Argumente fehlen, agiert man dann gern ad personam. Das ist verständlich. Aber Menschen, wie ich, haben nun mal nicht viel Gelegenheit in die Öffentlichkeit hinein zu wirken. Zudem werden sie nicht mal bezahlt, geschweige mit Forschungsgeldern unterstützt. Also gönnen Sie mir doch meine kleinen Bemerkungen und die links auf meine Arbeiten. Die Ihren werden sicher nicht darunter leiden.
@ NI: Nein, ich sehe in der Neurowissenschaft nichts Positives. Das ist Manipulation um Menschen. Der Mensch wird, wie es durch ein solches Denken weiter degradiert. Er wird zu einem hilflosen Etwas gemacht, dem nur durch Technik im (weitesten Sinne) beizukommen ist. Seine eigene Bequemlichkeit, die bereits übermässig ausgeprägt ist, wird dann weiter zunehmen. Ein Problem wird dadurch nicht gelöst, sondern nur verlagert und damit zugleich verschärft. Der Mensch selbst ist das Problem und jeder Mensch hat die Aufgabe in Einklang mit seinem Urbild (Christus) zu kommen. Es müssen dazu die wahren Zusammenhänge des Lebens erkannt werden. Heute ist ja z.B. die Reinkarnation verifiziert. Da kann man also wissen, dass das, was heute versäumt wird, im nächsten Erdeleben uns als Aufgabe präsentiert wird. Aber, wie gesagt, mit der Naturwissenschaft ist da nichts zu lösen.
@ Mein Kommentar an NI (22.07.2026, 07:25) Ich habe leider, ohne zu überprüfen, auf „senden“ gedrückt.
Im zweiten Satz muss es heißen: „am Menschen.“
Der dritte Satz muss lauten: „Der Mensch wird durch ein solches Denken weiter degradiert.“ Dann: „nur durch Technik (im weitesten Sinne)…
@ Manfred Reichelt 22.07.2026, 07:25 Uhr
Zitat: „Nein, ich sehe in der Neurowissenschaft nichts Positives. Das ist Manipulation um Menschen. Der Mensch wird, wie es durch ein solches Denken weiter degradiert.“
Die Neurowissenschaft hat unglaublich vielen Menschen bestens geholfen.
Ich habe während meiner Ingenieursausbildung (HTL) als Ferialarbeiter zufällig in einer „Neurologie Psychiatrie“ handwerklich (stemmen von Rohrschlitzen für Elektrokabel,…..) relativ schwer gearbeitet.
Dabei ist mir aufgefallen, dass Patienten, praktisch zu „einem Bündel Mensch“ verschnürt, sie hätten sich selbst und andere Menschen „zerlegt“, eingeliefert wurden. Die bekamen Spritzen und sind vorerst als „Bündel“ verschnürt, eingeschlafen….
Ich konnte mir anfangs nicht vorstellen, dass ausgerechnet diese Patienten relativ gut geheilt werden konnten. In wenigen Tagen wurden die „Verschnürungen“ immer mehr gelöst, sie lagen entspannt im Bett und man konnte sich mit ihnen praktisch normal unterhalten. Ich konnte es kaum für möglich halten, dass ausgerechnet die Neurologie derartige Heilungserfolge haben kann….
Die ganze Erziehung ist Manipulation. Die Kinder von „Profis“ auf diesem Gebiet erreichen besser Abschlüsse nach ihrer Ausbildung.
Zitat: „Es müssen dazu die wahren Zusammenhänge des Lebens erkannt werden. Heute ist ja z.B. die Reinkarnation verifiziert.“
Möglichst viele Zusammenhänge des Lebens sollten erkannt werden.
Systeme die auf Musterverarbeitung (Musteranalyse – Mustersynthese) wie z.B. die natürliche, als auch die KI beruhen, sind Fehler behaftet, weil Muster zwar „ähnlich“ aber meistens nicht absolut gleich sind. Scheinbare „Wahrheiten“ müssen nicht wirklich „wahr“ sein.
Auch sind die neuronalen Verknüpfungen, anders als die Gatterschaltungen in der Elektronik/Informatik, Fehler behaftet.
Ich würde zwar zustimmen, dass Information (genetische, memetische I,….) im Netzwerk der Menschen (auch der Nachfolgenden) weiter existiert, ähnlich wie Software vom verschrotteten Computer, aber vieles ist noch ungeklärt….
Jedenfalls beginnt man Denkprozesse immer besser zu verstehen. Die KI kann sie sogar recht erfolgreich, nachahmen. Beim „Bewusstsein“ (Empfindungen) verhält es sich schwieriger…..
M. Reichelt,
Die Neurologen haben in der Öffentlichkeit ein schiefes Image.
Man sagt, wenn der Mediziner keine Krankheitsursache findet, dann schickt man den „eingebildeten“ Kranken zum Neurologen.
So pauschal sehe ich das nicht, auch nicht die Abwertung der Naturwissenschaften,
Richtig ist, dass mit der Ablehnung der Religionen gleichzeitig die Depressionen zunehmen.
Zurück zum Übergewicht, der richtige Body-Maß-Index ist eine gute Voraussetzung auch für die seelische Gesundheit.
Und die Pharmaindustrie hat das auch erkannt, die Lebensmittelindustrie hat das erkannt, Sport wird wieder als wichtig angesehen.
Lana
das ist eine interessante Stellungnahme, es wird nicht klar wie du zur Spielsucht stehst. Die nimmt genau so zu wie die Fettsucht.
@Reichelt: Neurowissenschaften
Hier sollte man die Neurologie als medizinische Disziplin hervorheben, wo sich z.B. bei der Behandlung von Schlaganfällen sehr viel verbessert hat. Und wer sollt einem bei einem Hirntumor oder einer anderen Erkrankung des Nervensystems helfen?
Aber ja, dass man soziale Probleme nicht ins Gehirn verschieben wollte, wurde hier ja am Beispiel Sucht angedeutet. In meinem Blog finden sich seit bald 20 Jahren viele andere Beispiele. Ich denke, dass ich damit im Großen und Ganzen richtig lag.
Die Gesellschaft hat hier viel Innovation verpasst, indem sie die Sozial- und Geisteswissenschaften vernachlässigt hat. Ein Präsident Trump ist da die logische Folge.
@ Schleim
Das es solche Typen und Charaktäre wie Trump gibt, wird nicht zu vermeiden sein.
Das man ihn zum Vorbild nimmt,wählt und sich von ihm was sagen lässt schon.
@NI
22.07.2026, 10:08 Uhr
Etwas arg vereinfacht die Beziehung die Du in meinen Augen da nahelegen willst denke ich.
Wenn ich den Wissensstand richtig verstehe ist ein zentraler Faktor für die positive Wirkung von Religion nicht die Theologie oder Spiritualität an sich, sondern die soziale Einbindung. Zur Lebenszufriedenheit führen die sozialen Aspekte, nicht die Theologie oder Spiritualität.
Also führt auch nicht die Ablehnung von Religionen zu einem erhöhten Depressionsrisiko.
Auch wenn Dir das vieleicht gefällen würde 😉
Uli Schoppe,
„ein zentraler Faktor für die positive Wirkung von Religion nicht nur die Theologie oder Spiritualität an sich, sondern die soziale Einbindung“
Da hast du vollkommen Recht.
Dass die Religion auch mit der Gesundheit zusammenhängt, die Geistlichen erreichen alle ein hohes Lebensalter.
Anmerkung: Das Wort „Ablehnung“ von Religion ist von mir unglücklich gewählt, meiner Meinung nach ist es eher der Wegfall von Gruppenzwang . Früher hat der Nachbar und die Nachbarin darauf geachtet, ob jemand zur Kirche geht, ob jemand zur Beerdigung geht. Der Anteil von Singlehaushalten ist sehr hoch geworden.