Was würde ein Alkoholverbot für Jugendliche bringen?

Sowohl der Nutzen des Verbots als auch die gesundheitswissenschaftliche Begründung ist zweifelhaft
Im ersten Teil habe ich den jüngsten Umschwung beim Thema Alkohol auf eine Initiative der Weltgesundheitsorganisation vom Anfang 2023 zurückgeführt. Die jahrzehntelange Empfehlung, Frauen könnten durchschnittlich 300 Milliliter Bier (mit 5 Prozent Alk.) am Tag „risikoarm“ konsumieren und Männer das Doppelte galt auf einmal nicht mehr. Laut der neuen Kommunikationsstrategie ist jeder Tropfen einer zu viel.
Ich habe dort kurz erklärt, dass die wissenschaftliche Begründung hierfür fraglich ist. Am Ende dieses zweiten Teils wiese ich auf Fehler und innere Widersprüche bei dieser Kommunikation hin – und auch die fehlende Bereitschaft von Fachleuten und Medien, sich Kritik zu stellen und Fehler zu korrigieren.
Zunächst beschäftigen wir uns aber mit dem tagesaktuellen Problem: Denn obwohl Jugendliche und Erwachsene schon seit vielen Jahren immer weniger trinken, will der Gesetzgeber jetzt den Zugang zu Alkohol für Jugendliche erschweren. Zahlreiche Medien berichteten, 14- und 15-Jährige dürften das Genussmittel bald nicht mehr konsumieren. Dabei irrten sie sich darüber, dass eine Einschränkung der Regelung in § 9 Jugendschutzgesetz zum sogenannten „begleiteten Trinken“ nur den Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit betrifft. So stand es auch wortwörtlich in einer Initiative des Bundesrats vom September 2025, die im ersten Teil erwähnt wurde.
Nehmen wir einmal an, der Alkoholkonsum unter 16 oder gar unter 18 Jahren würde in Deutschland generell verboten. Was wäre dann zu erwarten? Ein Blick in die Niederlande gibt darauf Hinweise.
Tipp: Mit einem Abonnement des Menschen-Bilder Newsletters verpassen Sie keinen Blogbeitrag mehr.
Vergleich Niederlande
Im kleinen Nachbarland im Westen wurde schon zum 1. Januar 2014 die Altersgrenze für die Abgabe von Alkohol in Gaststätten und Geschäften auf 18 Jahre angehoben. Das bezieht sich auch auf Gruppen: Beim Einkauf muss die jüngste Person volljährig sein und alle, die aussehen wie unter 25, müssen sich ausweisen. Ansonsten dürfen sie keinen Alkohol kaufen oder drohen dem Verkäufer hohe Bußgelder. Das bedeutet übrigens auch, dass Eltern in Begleitung ihrer minderjährigen Kinder beim Einkaufen nicht einmal mehr Bier oder Wein fürs Abendessen erwerben können.
Schul- und Ferienausflüge ins belgische oder deutsche Nachbarland, wo man bekanntlich – man muss ergänzen: vorläufig noch – ab 16 Jahren alkoholische Getränke kaufen darf, wurden seitdem populärer. Auf Volksfesten und in Sportvereinen entstanden aber Folgeprobleme, wo jetzt die 16- und 17-Jährigen neben ihren 18-jährigen Freunden oder Geschwistern nicht mehr trinken dürfen.
Wir wissen alle, was von solchen Regeln im Einzelfall zu halten ist, wenn (junge) Menschen ausgiebig feiern wollen. Nach ein paar enthüllenden Medienberichten mussten Vereine sich selbst in Erklärungen zu schärferen Kontrollen verpflichten. Wie streng sie sich daran halten, weiß niemand. Doch es gibt Studien zum Alkoholkonsum Minderjähriger.
Trotz der Verbote, der Strafen und aller Folgeprobleme hatten laut dem Nationalen Drogenmonitor 2023 immer noch 35 Prozent der 12- bis 16-Jährigen im letzten Jahr Alkohol getrunken, 22 Prozent im letzten Monat und 14 Prozent hatten sogar das problematische Rauschtrinken eingeräumt. Letzteres wird als der Konsum von mindestens fünf Glasen Alkohol bei einer Gelegenheit definiert.

In Deutschland halbierte sich die Lebenszeitprävalenz – mindestens einmal im Leben Alkohol getrunken zu haben – bei den 12- bis 15-jährigen Mädchen (rot) und Jungen (blau) im dargestellten Zeitraum. Auch der Anteil der regelmäßigen Trinker halbierte sich in etwa (nicht dargestellt). Zum Vergleich: In den Niederlanden hatten trotz der strengen Verbote immer noch 35 Prozent der 12- bis 16-Jährigen im letzten Jahr Alkohol konsumiert. Deutschland (ohne Verbote) und die Niederlande (mit Verboten) liegen damit in etwa gleichauf. Datenquellen: Alkoholatlas/BZgA, Nationale Drugmonitor
Die niederländischen 35 Prozent fürs letzte Jahr liegen überraschend nahe bei der Lebenszeitprävalenz der deutschen 12- bis 15-Jährigen, auch ganz ohne Regulierung. Ob der deutsche Gesetzgeber mit dem geplanten Verbot sein gestecktes Ziel überhaupt erreichen kann, ist damit fraglich. Eine häufige Quelle für den illegalen Alkoholkonsum Minderjähriger in den Niederlanden sind übrigens die Eltern und älteren Geschwister.
Unehrliche Wissenschaft
Ich hatte versprochen, noch auf die wissenschaftliche Grundlage des seit 2023 radikal anders gepredigten Umgangs mit Alkohol einzugehen. Die statistischen Details sind zu kompliziert, um hier in die Tiefe zu gehen. Dass diese Art der Studien in den Gesundheits- und Ernährungswissenschaften allgemein nicht sehr aussagekräftig ist, hatte ich schon erwähnt. So lässt sich prinzipiell keine Ursache-Wirkungs-Beziehung feststellen und bei Zeiträumen von Jahren bis Jahrzehnten, in denen sich viele kleine Krankheitsrisiken zu einer tatsächlichen Erkrankung entwickeln, kann man unmöglich alle möglichen Einflussfaktoren erheben.
Aber auch auf den ersten Blick lässt sich feststellen, dass die neue, seit 2023 von der Weltgesundheitsorganisation angestoßene Kommunikationsstrategie unehrlich und in sich widersprüchlich ist. Als Beispiel habe ich erst vor Kurzem die neue Empfehlung des niederländischen Gesundheitsrats diskutiert. Auch diese verbreitet die Sichtweise, es gebe keine sichere Untergrenze beim Alkoholkonsum. Wer aber nicht nur die Pressemitteilung liest, sondern auch den Bericht, findet Gegenteiliges:
„Bei Frauen wurde bei einem täglichen Alkoholkonsum von bis zu 25 Gramm kein Zusammenhang mit der Gesamtmortalität im Vergleich zu lebenslangen Abstinenzlern festgestellt. Bei einem Konsum von mehr als 25 Gramm Alkohol pro Tag zeigte sich ein erhöhtes Sterberisiko. Bei Männern wurde bei einem täglichen Alkoholkonsum von bis zu 45 Gramm kein Zusammenhang mit der Gesamtmortalität festgestellt. Ab 45 Gramm Alkohol pro Tag zeigte sich ein erhöhtes Sterberisiko.“ (Bericht des Niederländischer Gesundheitsrats, Juni 2026)
Wohlgemerkt, die hier zitierten Grenzen sind sogar doppelt so hoch wie die oben diskutierten alten Richtlinien für den „risikoarmen“ Konsum. Demnach könnten Frauen im Schnitt bis zu 0,6 Liter Bier und Männer sogar 1,1 Liter täglich trinken, ohne dass sich das statistisch auf die Sterblichkeit auswirkt. Wie passt das zur Botschaft, es gebe keine sichere Untergrenze?
Selbstwidersprüche
In zeitlicher Nähe zum Bericht des Gesundheitsrats hatte neben vielen anderen Medien auch die wichtige Tageszeitung de Volkskrant wieder einmal zum Kampf gegen Alkohol aufgerufen. Dort war es mit Ellen de Visser sogar eine Medizinredakteurin, die ein Schreckensbild des Alkoholkonsums ab dem ersten Tropfen an die Wand malte. Dass moderater Alkoholkonsum – gemäß dem erwähnten Bild der J- oder Hockeyschläger-Kurve – mit geringeren Gesundheitsrisiken einhergehe, sei lange widerlegt.
Dumm nur, dass eine ihrer eigenen Quellen, eine neue Arbeit aus dem wissenschaftlichen Fachmagazin Cancer, dem widerspricht. Für Alkoholtrinker im Bereich von sieben bis 14 Gläsern pro Woche fanden die Fachleute um Erikka Loftfield vom nationalen Krebsforschungszentrum der USA nämlich ein um 21 Prozent niedrigeres Risiko für mehrere Arten von Darmkrebs. Auf meinen Hinweis und die Bitte um Korrektur ihres Fehlers reagierte die Redaktion nicht.
Einen ähnlichen Fauxpas spülte mir kürzlich der Algorithmus von LinkedIn vor die Augen. Doch ich könnte viele weitere Beispiele nennen. Diesmal wiederholte Olivier George, Psychiatrieprofessor an der University of California in San Diego, das Mantra, es gebe keine sichere Untergrenze für den Alkoholkonsum.
Dem widersprach aber die von ihm zitierte neue wissenschaftliche Studie ausdrücklich: Unter 6,5 alkoholischen Getränken pro Woche hatte man keinen statistischen Unterschied bei der Sterblichkeit festgestellt. Bis zu 8,5 wöchentlichen Getränken gab es bei 999 von 1000 Menschen keinen Unterschied und bis zu 14 alkoholischen Getränken pro Woche bei 99 von 100.
Bei so kleinen Effekten ist zudem fraglich, ob der minimale Unterschied wirklich am Alkoholkonsum liegt oder einem anderen Lebensfaktor, der in der Studie nicht berücksichtigt wurde. Auch dieser Wissenschaftler korrigierte seine Fehler auf meine Hinweise ausdrücklich nicht. Warum sollte man auch auf die Fakten schauen, wenn man sich die Wahrheit schon zurechtgelegt hat?
Ländervergleich
Für einen ersten Eindruck kann man auch einen Blick auf die makroskopische Ebene werfen: Wie stark hängen Alkoholkonsum und die Lebenserwartung in verschiedenen Ländern zusammen?
Die Niederlande haben zum Beispiel einen 22 Prozent niedrigeren Pro-Kopf-Alkoholkonsum als Deutschland, aber nur eine einprozentige höhere Lebenserwartung, nämlich keine zehn Monate. In Luxemburg ist die Lebenserwartung so hoch wie in den Niederlanden, doch trinkt man so viel wie in Deutschland. In Frankreich oder Österreich trinkt man mehr – und ist die Lebenserwartung höher als in Deutschland.
Über alle Länder hinweg lässt sich ein klarer Zusammenhang aufzeigen, dass die Menschen im Durchschnitt desto länger leben, je mehr Alkohol getrunken wird. Das widerlegt natürlich nicht die Funde, dass vor allem ein starker Konsum zu schweren Erkrankungen führen kann. Es ist aber ein weiteres Indiz, dass ein gesunder Lebenswandel mit moderatem Alkoholkonsum vereinbar ist. Und es zeigt, dass sicht Gesundheit nicht nur auf einen Faktor reduzieren lässt.
Somit sehen wir, dass die anhaltende Panikmache als Folge der neuen Alkoholstrategie maßlos übertrieben ist. Warum viele Forscherinnen und Forscher sich daran beteiligen, bleibt Spekulation. Aber es dürfte um das Erzielen von Aufmerksamkeit und das Einwerben von Forschungsgeldern gehen. Mit Blick auf die schon geschehenen und bevorstehenden Gesetzesänderungen ist das aber nicht unschuldig. Die Folgeprobleme für die Gesellschaft sind groß.
Der größte Folgeschaden
Dabei haben wir das größte Problem noch gar nicht besprochen: Diese Gesundheitswissenschaftler wiederholen den schon oft und auch in der Coronaviruspandemie wieder begangenen großen Fehler, den Menschen nur als biologischen Zellhaufen zu definieren. Die sozialen Hintergründe und Folgen einer Maßnahme werden ignoriert.
Von den zitierten selbst ernannten Fachleuten für Alkohol scheint noch niemand ein Buch über die Kulturgeschichte des Genussmittelns in die Hand genommen zu haben. Ein Klassiker im Deutschen ist zum Beispiel Die Macht der Trunkenheit vom Geschichts- und Soziologieprofessor Hasso Spode. Im Englischen hat der Philosophieprofessor Edward Slingerland mit seinem Buch Drunk in ähnlicher Weise die Bedeutung des Alkohols für die Evolution und Kultur des Menschen herausgearbeitet – insbesondere mit Blick auf soziale Rituale und Gemeinschaft.
Wir befinden uns in einer Zeit, in der immer mehr Menschen über Einsamkeit, Depressionen und Angst klagen und nicht wenige von ihnen langfristig arbeitsunfähig werden. In dieser Zeit raten Gesundheitswissenschaftler mit radikalen, keineswegs unumstrittenen Warnungen vom Gebrauch des Mittels ab, das uns seit vielen Jahrtausenden beim Kontakt miteinander geholfen hat: Alkohol.
Dass vor allem regelmäßiger, starker Konsum zu bestimmten Krankheiten führen kann, bestreitet niemand. Doch die Gesundheitswissenschaftler übersehen den lange bekannten Fund, dass soziale Isolation ein viel größeres Gesundheitsrisiko ist als viele der immer wieder angeführten biologisch-körperlichen Risikofaktoren. Das ist keine neue Entdeckung, sondern habe ich schon im Schlusskapitel meines Buchs Gehirn, Psyche und Gesellschaft aus dem Jahr 2021 diskutiert.
Fazit
Damit ergibt sich folgendes Fazit: Die wissenschaftlichen Funde zu den Gesundheitsrisiken des Alkohols sind keineswegs so eindeutig, wie es viele Fachleute und -gesellschaften seit 2023 darstellen. Es gibt auch weiterhin Befunde, dass moderater Konsum unschädlich ist oder in bestimmten Bereichen sogar mit geringeren Risiken einhergeht (zum Beispiel hier oder hier).
Einige der neuen Berichte und Empfehlungen behaupten, es gebe keine sichere Untergrenze – zitieren aber selbst Studien, die das Gegenteil berichten. Ein vernünftiger Richtwert bleibt die über 20 Jahre bewährte Vorgabe für den „risikoarmen“ Konsum von durchschnittlich 300 Millilitern Bier (5 Prozent Alk.) pro Tag für Frauen und der doppelten Menge für Männer.
Ob die jetzt avisierte Streichung der Ausnahme für das „begleitete Trinken“ im Jugendschutzgesetz einen präventiven Nutzen hat, ist fraglich. Der Alkoholkonsum von Jugendlichen ist bereits stark zurückgegangen. Die Gesetzesänderung wird aber über viele Jahre zu praktischen Folgeproblemen führen.
Vor allem fällt in der heutigen Kommunikation über Alkoholkonsum das Soziale völlig unter den Tisch. Dabei hieß es schon in der Pressemitteilung der Weltgesundheitsorganisation, mit der alles anfing: „Benachteiligte und besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen weisen höhere alkoholbedingte Todesfall- und Hospitalisierungsraten auf, da die Schäden … bei einkommensschwachen Trinkern und ihren Familien in jeder Gesellschaft höher ausfallen als unter wohlhabenderen Trinkern.“ Dass sozial ausgegrenzte Menschen häufiger krank werden und früher sterben, dagegen könnten Gesundheitswissenschaftler, Medien und Politik einmal etwas unternehmen!
Während der Alkoholkonsum stetig zurückgeht und immer mehr Menschen und insbesondere Jugendliche über Einsamkeit, Angst und Depressionen klagen, wollen Gesundheitswissenschaftler gerade das Mittel abschaffen, das Menschen seit Jahrtausenden miteinander verbindet. Wenn diese Strategie weiter verfolgt wird, dürfte der inzwischen stark verbreitete Konsum sogenannter Antidepressiva sowie von Schlaf- und Aufputschmitteln weiter steigen. Schon heute steigen junge Menschen auf synthetische Drogen um, weil sie glauben, Bier und Ähnliches seien giftig; einige sind daran bereits gestorben.
Postscriptum: Danke für den Leserkommentar, der auf die besondere Rolle der Guttempler-Organisation, heute Movendi International, und Forscherpersönlichkeiten wie Tim Stockwell, emeritierter Psychologieprofessor an der kanadischen University of Victoria, bei den strengen neuen Anti-Alkohol-Richtlinien hinwies. Stockwell kam in einem Podcast im April 2025 ins Straucheln, als er die individuellen Risiken von moderatem Alkoholkonsum erklären sollte. Nach viel Herumgerede referierte er, dass man bei sechs Drinks pro Woche im Durchschnitt ganze elf Wochen früher sterbe; bei zwei Drinks pro Woche – dabei muss er selbst lachen – seien es zwei oder drei Tage. Spätestens hier sollte einem klar werden, dass es sich um statistische Rechenspiele handelt. In der Beschreibung des Podcasts ist trotzdem von „erschütternden Risiken, früher zu sterben“ in Zusammenhang mit moderatem Alkoholkonsum die Rede.
Zum Weiterlesen

Erfahren Sie mehr über die Themen Substanzkonsum und Abhängigkeit in Stephan Schleims Die Cannabisprotokolle (auch als eBook erhältlich) oder über Depressionen und psychische Gesundheit in Perspektiven aus der Depressions-Epidemie (auch als eBook erhältlich).
Neu: Diskutieren Sie die Blogbeiträge in der Community PsycheUndMensch auf Reddit (gratis).
Folgen Sie Stephan Schleim auf Twitter/X oder LinkedIn.
Man sollte noch erwähnen, daß in den USA im letzten Jahrhundert die Prohibition eingeführt wurde, was dann auch die organisierte Kriminalität befeuert hat.
Versuch zur Wiedereinführung oder nur zur nachträglichen Rechtfertigung?
Außerdem, da leicht widerlegbar, trägt es dann vielleicht zur Wissenschaftsverleugnung bei…
H.P.DU Beispiel : Prohibition
Du meinst also, dass ein Nichtverbot von Alkohol die organisierte Kriminalität verschwinden lässt ?
Es stimmt, wenn die Polizei aufrüstet, dann rüsten auch die Kriminellen auf.
es gilt ,hier einen Mittelweg zu finden, und den beschreiten wir ja schon.
warum also die neue Regel, dass Jugendliche grundsätzlich erst ab 16 Jahre Alkohol trinken dürfen. Meiner Meinung nach ist das für die Polizei einfacher, sie muss nicht erst überprüfen, ob die Erwachsenen auch wirklich die Eltern sind.
@H.P.DU: Sagen Sie das unserem Drogenbeauftragten und seiner Partei.
Ich fürchte, da geht es nicht um Vernunftgründe, sondern um Machtspiele und Ideologie.
Ich meinte damit, daß die Prohibition der organisierten Kriminalität ein zusätzliches Betätigungsfeld eröffnet hatte und sie insgesamt auch vergrößert, ja beinahe schon verallgemeinert hatte.
Verschwinden wird sie wohl nie, weil auch Kriminelle nicht verschwinden werden.
@Hauptartikel
Kontaktförderung und Alkoholismus sind dann wohl die zwei Seiten bei dem Thema. Das Eine mag echt gesund sein, und das Miteinander insgesamt sehr fördern können. Wenn freilich der Konsum immer mehr dabei steigt, vermutlich weil das Miteinander dann doch nicht so viel besser wird, dann kann das anfangen Richtung Alkoholismus zu kippen.
Die Beste Droge ist ein klarer Kopf, hab ich mal gehört. Und man kann sich auch den Alkohol so abgewöhnen, dass man dennoch ein förderliches Miteinander findet. Insbesondere macht das Sinn, wenn man bei deutlich zu viel Alkohol angekommen ist.
Was dann aber auch mal schwer oder praktisch unmöglich sein kann. Suchteffekte können rein praktisch unüberwindbar sein.
@H.P.DU: Kriminalität
Wobei es hier, im Bereich der Drogenpolitik, eine gewisse „Zusammenarbeit“ gibt: Der Drogenpolitiker definiert mit seinen Verboten das Feld, in dem die Drogendealer tätig werden können.
Ob das – zumindest manchmal – so gewollt ist, weiß ich nicht. Aber was ich weiß: In Wahlkämpfen macht es sich bei einem bestimmten Publikum gut, hart gegen (Drogen-) Kriminelle vorgehen zu wollen.
Und allgemein gilt meiner Analyse nach in unserer Gesellschaft, dass wir Probleme eher verwalten als Lösen, auch z.B. im Bereich der Gesundheitsfürsorge. Das Leben vieler Institutionen hängt ja davon ab, dass es genug Probleme gibt, die sie verwalten können. Und Geld verdient man im Gesundheitsbereich nun einmal mit Krankheit, nicht mit Gesundheit.
@Jeckenburger: zusammen trinken
Es ist ein Jahrtausende altes Ritual, dass man sich trifft, zusammen trinkt, und freundschaftlich unterhält. Es gibt Ausnahmen, ja; doch die sind eher selten.
Warum fällt es manchen so schwer, die Tatsache einzusehen, dass nicht nur das Ritual des gemeinsamen Trinkens, sondern auch ein psychoaktives Mittel wie Alkohol das Nervensystem vieler Menschen in einen Zustand versetzt, in dem sie geselliger sind?
Dass es bei allem ein „zu viel“ gibt, geschenkt! Aber es gibt auch ein „zu wenig“.
Und im Übrigen: Erstens halten sich gerade Jugendliche seltener an Gesetze und zweitens trinken sie von sich aus weniger denn je. Wo ist da noch das Problem, das einer dringenden Lösung bedarf?
Stephan Schleim
Der aktuelle Drogenbeauftragte ist Prof. Dr. Hendrik Streek.
Wenn man dessen Laufbahn betrachtet, dann fällt auf, ein Macher.
Gleichzeitig nennt ihn Herr Kubicki einen Zyniker, weil er die Idee in den Raum gestellt hat, bei älteren Patienten sollte man auch über den Preis teurer Medikamente nachdenken
darüber hinaus sind beide Elternteile Psychater.
Die Schlussfolgerungen sind jetzt dem Leser überlassen.
Zu ihm passt also ein kompromissloses Vorgehen gegen über alkoholischen Getränken.
@Stephan 21.08. 10:36
„Dass es bei allem ein „zu viel“ gibt, geschenkt! Aber es gibt auch ein „zu wenig“.“
So siehts aus, es kann auch m.E. tatsächlich ein zuwenig geben.
Und das Problem beim zuviel lässt sich auch nicht mit höheren Preisen lösen. So quält man die Betroffenen nur noch mehr.
@NI: Streek, den ich an anderer Stelle übrigens durchaus überzeugend fand, ist Mediziner/Arzt. Wie man (auch) hier im Blog sieht, ist es seit einigen Jahren in der Medizin bzw. Gesundheitsforschung in Mode, sogar moderaten Alkoholkonsum zu verteufeln.
Ob Herr Streek davon selbst überzeugt ist, dass ein Alkoholverbot (vorerst: für Jugendliche) die Welt besser macht, oder das nur fördert, weil das jetzt politisch opportun ist, das weiß ich nicht; ich kann ihm nicht in die Seele gucken.
Stephan Schleim
politisch opportun könnte zutreffen, seinem Werdegang gemäß strebt er Höheres an, vielleicht eifert er Jens Spahn nach. Schluss mit dem Lästern.
@NI: Na ja, Streeck und Spahn haben gemein, dass sie aus den USA per „Leihmutterschaft“ ein Kind importiert haben. Bei Spahn wog schwerer, dass er als MdB für das Verbot stimmte.
Da sieht man, wie flexibel die Christdemokraten mit ihren ach so konservativen Werten umgehen.
Bleiben wir lieber beim Thema – und wünschen wir den vier Männern das beste Vaterglück.
Wenn man die Angaben des Alkoholatlasses mit den Lebenserwartungen in den Bundesländern vergleicht, ist da keine Korrelation erkennbar. Der Anteil der Frauen mit riskanten Alkoholkonsum beträgt in Bremen z.B. ein Drittel von dem in Bayern. Die Frauen in Bayern haben allerdings eine höhere Lebenserwartung.
Q.:ht#tps://genesis.destatis.de/datenbank/online/statistic/126*/table/12621-0004
ht#tps://www.dkfz.de/fileadmin/user_upload/Krebspraevention/Download/pdf/Buecher_und_Berichte/2022_Alkoholatlas-Deutschland-2022_Auf-einen-Blick.pdf
Uwe: Interessante Idee, den Ländervergleich auf die Bundesländer anzuwenden.
Sozio-ökonomische und infrastrukturelle Faktoren dürften die Lebenserwartung viel deutlicher beeinflussen als der Alkoholkonsum. Wobei sich alle diese Faktoren gegenseitig beeinflussen können (wer z.B. in einer strukturschwachen Region in Armut lebt, wenig Bildung bekommt hat, wegen seiner Perspektivlosigkeit depressiv wird und die seelischen Schmerzen dann mit Drogen zudeckt).
Drogenpolitik verschleiert eine gescheiterte Sozialpolitik – das ist für mich der Weisheit letzter Schluss nach gut 20 Jahren Forschung zum Thema „Substanzkonsum“. Und gerade von konservativer Seite wird das gerne so aufrechterhalten, da diese am meisten vom Status quo profitiert.
Am Anfang war Drogenpolitik noch deutlicher rassistisch geprägt; heute geht es vor allem um einen Kampf von oben nach unten. (Warum lesen wir z.B. so viel über die angeblichen Probleme von Personen, die sich jetzt online und legal ihr Cannabis bestellen, doch so wenig über koksende Banker und Berater?)
Q.:ht#tps://www.tagesschau.de/inland/regional/badenwuerttemberg/swr-autounfall-und-drogen-verdacht-naechste-ruecktrittsforderung-an-thomas-bareiss-aus-der-jungen-union-100.html
Der Abgeordnete Bareiß hat sich selber eine Auszeit verordnet. Bei gewöhnlichen Kiffern wäre das die Untersuchungshaft.
@Uwe: Drogenskandal
Ja – der Drogenkonsum der anderen ist immer das Problem; und auch eine gekaufte Schwangerschaft ist nur so lange unmoralisch, bis man es selbst macht. Es ist eine Entscheidung „der Bürgerlichen und Konservativen“, sich immer wieder so auf den Arm nehmen zu lassen.
Konkret zu Bareiß: Beim SWR heißt es, man habe Hinweis auf „synthetische Betäubungsmittel“ gefunden. Damit fällt Kokain heraus. Die Website nennt als Beispiele: „Amphetamin, LSD oder Ecstasy, aber auch Schmerzmittel wie Fentanyl, Tilidin und Methadon.“
Wenn er sich ein Opiat/Opioid nicht vom Arzt hat verschreiben lassen, dann war das sehr dumm; das kann ich mir nicht vorstellen.
Am wahrscheinlichsten scheint mir dann Amphetamin. Das hätte man aber ggf. über eine ADHS-Diagnose legal regeln können.
P.S. Zur Untersuchungshaft: Die wäre ja nur dann geboten, wenn es eine 1) Wiederholungs-, 2) Flucht- oder 3) Verdunklungsgefahr gibt.
1) Wenn er im Krankenhaus lag/liegt? Ggf. könnte man hier erst einmal den Führerschein einziehen.
2) Bei einer etablierten Persönlichkeit mit Lebensmittelpunkt in Deutschland wohl eher nicht; zumal jemand dann in ein Land fliehen müsste, das keinen Auslieferungsvertrag mit Deutschland hat.
3) Das Ergebnis des Bluttests liegt ja vor. Ggf. Durchsuchung von Haus/Arbeitsplatz zur Sicherstellung von Beweismitteln. Im Artikel ist genannt, dass die Staatsanwaltschaft ermittelt. Die müssen das entscheiden.
Der Gleichheitsgrundsatz sieht vor, dass seine Funktion keinen Unterschied macht. Ob eine Durchsuchung bei einem Mandatsträger eine Aufhebung der Immunität voraussetzt, müsste ich nachschauen.
@ Uwe
Axel Müller über sich selbst:
Beruflich, privat und in der Politik liegt meinem Handeln das christliche Menschenbild zugrunde. Einem Kompass gleich, weisen mir meine Werte und mein christlicher Glaube den Weg.
……Mit Leidenschaft repariere ich beispielsweise meine Oldtimer in der eigenen Werkstatt. Auch hier geht es um das Bewahren von bestehenden Werten.
…..zusätzlich zu meinem langjährigen Einsatz in der CDU – in der katholischen Kirche und in zahlreichen Vereinen. Hierzu zählen die Plätzlerzunft in Weingarten, der örtliche Musikverein, verschiedene Sportvereine, der Partnerschaftsverein Weingarten-Mantua, der Kunstverein Justitia, der Bewährungshilfeverein, der Verein der Freunde und Förderer der Klosterfestspiele Weingarten und der Verein zur Förderung des schwäbischen Dialekts.
Stephan Schleim
sind sie immer noch nicht von der Integrität dieses Vorzeigeschwaben überzeugt. Bei so einem Mandatsträger wäre die Aufhebung der Immunität schlimmer als eine Alkoholvergiftung.
Uwe
Herr Müller ist ein Schwabe, der wohnt in der Nähe der Barockstraße, wo in den Barockkirchen unter dem Seitenaltar mumifizierte Christen gezeigt werden. Und das ist ein memento mori . Wenn du das einmal gesehen hast, dann denkst du anders über deinen Lebenswandel und dann vergisst du schnell die Pulle Bier.
Klingt ein bisschen wie Störche und Babys. 😉
Zum Thema: Alkoholverbot
(alles Folgende ist natürliche meine persönliche Meinung und bezieht sich nicht unbedingt auf konkrete Personen)
Seit 2023 gibt es wieder die Verstärkte Kampagne, angeführt von der WH0, mich zu einer „gesünderen“ Lebensweise zu zwingen, und immer mehr „Wissenschaftler und Experten“ schließen sich an. Warum ist das so?
Nun zum einen ist das ein gewisses Unvermögen oder auch Unwille, Daten korrekt zu interpretieren. Beispiele gibt es im Text genug. Nehmen wir die Grafik zum pro-Kopf-Verbrauch aus dem vorherigen Artikel. Der Wert von 10,5 l reinem Alkohol suggeriert bei vielen statistisch nicht so bewanderten Laien den durchaus unbewussten Eindruck, dass dieser Verbrauch gleichverteilt ist. Ist er natürlich nicht. Man muss nicht gleich mit Kanonen auf Spatzen schießen und von Verteilungsfunktionen und höheren Momenten reden, aber ein so anschaulicher Hinweis wie:
10% der erwähnten Bevölkerungsgruppe verbrauchen 90% des Alkohols. Dann weiß man nämlich auch, dass es eher darum gehen sollte eine Minderheit zu schützen.
Das Thema Alkoholverbot hat eigentlich zwei Aspekte, den Erwerb, bzw. korrekter die Abgabe von Alkohol an bestimmte Personen und den Konsum von Alkohol. §9 (1) verbietet die Abgabe an und den Konsum von Alkohol von Jugendlichen in der Öffentlichkeit generell. §9(2) konterkariert das Ganze aber bei Anwesenheit eines „Sorgeberechtigten“. Es gibt kein ausdrückliches allgemeines gesetzliches Alkoholkonsumverbot im privaten Raum. Was also strebt der Gesetzgeber an? Prinzipielles Alkoholverbot für Jugendliche und wie will er es durchsetzen und sanktionieren?
Dass zum Beispiel Eltern in Begleitung ihrer Kinder keinen Alkohol mehr kaufen dürfen, wie oben erwähnt klingt schon sehr absurd.
Aber wie kommen solche Meinungen zustande? Zunächst sind Probleme, die Alkohol verursachen kann, bekannt. Dann wird bewusst oder unterbewusst vergessen, dass eine relativ kleine Minderheit betroffen ist. (10% trinken 90% der Menge o.ä.). Menschen, auch in gehobenen Positionen suchen nach einer Aufgabe, sie entwickeln eine Mission: „Ich muss die Welt besser machen. Damit helfe ich den Menschen.“ Aus der Mission entwickelt sich eine missionarische Tätigkeit. Weitere „Experten oder Wissenschaftler “ schließen sich an, weil sie zu den „Guten“ gehören möchten. Es entwickelt sich eine Eigendynamik mit Forschung und Studien und den aufgezählten Schwächen beim statistischen Verständnis.Es entwickelt sich ein Mechanismus den Freud Projektion nennt. Geheime Ängste und Wünsche bezogen auf den Alkohol werden auf die Umgebung projiziert. Weil ich zwar gerne trinken würde, aber Angst vor den Folgen habe, verbiete ich es nicht nur mir, sondern auch den anderen.
Dazu kommt dann Opportunismus bei manchen Wissenschaftlern.
Stichworte: Mission, Projektion, Seelenheil, Opportunismus
@Fluffy: Korrelation über alle Länder hinweg…
Den Hinweis auf die Störche finde ich gut.
Leider ist es ja nicht so einfach, dass je mehr die Leute saufen, desto länger sie leben; oder Ähnliches für Schokolade oder Eiscreme.
Aber sinnvollerweise könnte man dann einmal überlegen, was der Grund ist, warum in vielen Ländern Alkoholkonsum und Lebenserwartung hoch sind – und in anderen Ländern niedrig.
Und vielleicht kommt man dann darauf, dass eine Kultur, in der Menschen (ziemlich) frei entscheiden und wirtschaften können, eine Kultur ist, in der ein gewisser Wohlstand entsteht und vielen Menschen ein möglichst langes und gutes Leben ermöglicht – zu dem für viele eben auch moderater Alkoholkonsum gehört.
@Fluffy: hoher Konsum
Ich habe gerade noch einmal in den Alkoholatlas geschaut (S. 54). Auch die Häufigkeit des Rauschtrinkens (mind. einmal fünf Gläser an einem Tag innerhalb der letzten 30 Tage) nimmt ab, bei Männern von 48 Prozent im Jahr 1995 auf 34 Prozent 2021; bei Frauen von 20 Prozent auf 17, wobei es da zwischenzeitlich bis 2003 eine Abnahme auf 13 Prozent gegeben hat.
Es gibt keine klare Definition für die schwersten „Säufer“ und dazu meines Wissens auch keine repräsentativen Erhebungen. Im Vergleich mit dem Cannabis, worüber ich demnächst einmal wieder schreibe, sah ich beim Alkohol aber eine Abnahme bei den Krankenhausaufnahmen.
@Fluffy: mein Fazit, Problemlösung
Hier mal separat, weil es dann vielleicht häufiger gelesen wird:
Es geht um zwei verschiedene Perspektiven und Ansätze. Die Gesundheitswissenschaftler („Public Health“) sind „Schreibtischtäter“ und transformieren Daten zu Statistiken, mithilfe von Modellen, die sie selbst aufstellen. Dabei haben sie ein Interesse, Aufmerksamkeit für ihre Forschung zu erhalten – und dafür eignen sich dramatische Botschaften am besten. Aus dieser Perspektive sieht man nie das Individuum. Unterm Strich erzählt man der Masse der Leute nun, dass eigentlich triviale Risiken (wie 1:1000 oder 1:100) radikalere Maßnahmen erfordern, obwohl der Konsum seit Jahrzehnten sinkt. Wie logisch das ist, möge jede(r) selbst entscheiden.
Demgegenüber steht die Perspektive der Suchtmedizin. Die sitzen nicht nur am Schreibtisch, sondern sehen den ganzen Tag die Härtefälle, die sich mit Alkohol (und/oder anderen Drogen) krank gemacht haben. Idealerweise würde man hier früher helfen, damit es gar nicht erst so weit kommt. Die Dramatisierung (s.o.) des Alkoholkonsums könnte aber gerade wieder zu einer verstärkten Stigmatisierung führen und dazu, dass die Betroffenen seltener Hilfe suchen (weil sie dann – Wir haben es euch doch gesagt! – eher als „Versager“ gelten).
Nach dem, was ich so wahrnehme, fließen in die Gesundheitswissenschaften weiter Millionen, während man an der Suchtmedizin spart, v.a. im Bereich der sozialen Prävention und Hilfe. Die Folgen dieser Sparpolitik sehen wir bei den vielen verwahrlosten Existenzen in vielen Innenstädten. Aber gut, zumindest haben wir Pressemitteilungen und Nachrichtenartikel, die uns zum 100. Mal erklären, wie wir gesund Leben müssen. Ende gut, alles gut. Und weniger zynisch: Ich kann auf die Paradoxie und ihre Folgen nur Hinweisen; die (v.a. finanziellen) Entscheidungen müssen andere treffen.
Noch ein abschließendes Bild zum Alkohol-Paradox, auf das ich in einer anderen Diskussion gerade kam:
Hilfe, der Meeresspiegel sinkt. Baut höhere Deiche!
Fluffy Betreff: Akohol und die WHO
Die WHO ist nur noch zu 15 % durch die Mitgliedsländer finanziert. Der Rest kommt von privaten Geldgebern.
So ist es erklärbar, dass plötzlich Initiativen gegegen Alkohol gestartet werden mit der Begründung die Gesundheit wäre in Gefahr
Das ist es doch was Herrn Schleim umtreibt, der sieht keinen kausalen Zusammenhang von Alkoholverbrauch und Alkoholverboten. ( und in Maßen genossen, auch nicht zum Krankheitsrisiko)
Ich selbst habe dazu keine Meinung, weil ich meinen Verbrauch auf 5 g pro Tag begrenzt habe.
Den Verdacht mit den Mehrheiten und Minderheiten teile ich.
1/3 der Jugendlichen sind mittlerweile Moslems und die trinken keinen Alkohol.
(was die Schlussfolgerungen mit dem sinkenden Gesamtverbrauch wieder relativiert.)
@Stephan Schleim
Gestern habe ich zufällig(?) (vielleicht ja hat ja eine Google-KI mitbekommen, dass ich in letzter Zeit einiges über Alkohol lese) einen witziges (ist nur positiv gemeint), und kurzes (~5 min) Video von 2017 zum Thema gesehen.
https://www.spektrum.de/video/ist-ein-glas-wein-am-tag-gesund/1519755?itm_source=banner&itm_medium=grid&itm_campaign=wwas
Die Aussage lautet zusammengefasst: In der Gruppe der Leute, die keinen Alkohol trinken, befinden sich viele, die das nicht ganz freiwillig tun, z.B. abstinente Alkoholiker, oder Menschen, die auf Grund ihrer Medikamente keinen Alkohol trinken sollten. Das sind also vorgeschädigte und kranke Personen, teils auch durch früheren exzessiven Alkoholkonsum, die die statistische Mortalität dann nach oben ziehen.
Das ändert aber nichts wesentlich an den oben präsentierten Zahlen, zeigt aber auch, dass es sinnvoll ist sich mit dem Thema Alkohol multikorrelativ zu befassen.
@Fluffi/y: Gruppen
Darin besteht ja die (angebliche) Innovation, die die Daten von Jahrzehnten von Forschung umstoßen soll: dass man Menschen, die wegen Krankheiten mit dem Trinken aufgehört haben, nicht mehr in die Gruppe der „Abstinenten“ zählt. Mit weniger Kranken erscheint diese dann natürlich (man möchte sagen: tautologisch) statistisch gesünder.
In neuen Untersuchungen hat man darum Gruppen mit Personen gebildet, die noch nie im Leben getrunken haben. Dann findet man aber entweder keine nennenswerten Unterschiede zwischen den Immer-Abstinenten und moderaten Trinkern – oder sogar wieder eine J-Kurve.
Also dann mal prost!