Terror hat immer auch soziale Ursachen

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Mensch, Gesellschaft und Wissenschaft
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Ein Aufruf an die Gesellschaft in Reaktion auf die Morde in Hanau

Terror hat immer auch soziale Ursachen. Kein Mensch wird als Mörder geboren. Keiner als Links- oder Rechtsterrorist, Dschihadist oder Islamist. Auch “Verschwörungstheorien” sind den Menschen nicht angeboren (aber sprachliche Mittel, Menschen mit unangenehmen Meinungen auszugrenzen). Solche Extremfälle menschlichen Verhaltens sind immer eine Konsequenz zahlreicher Begegnungen mit anderen Menschen und Institutionen. Darum – und nicht nur wegen ihrer erschreckenden Folgen – geht es uns alle etwas an.

Wie viele Mordanschläge wie die des Nationalsozialistischen Untergrunds, auf dem Berliner Breitscheidplatz, gegen den CDU-Politiker Walter Lübcke oder vor Kurzem in Halle gegen Juden und andere Mitbürger Deutschlands und jetzt in Hanau muss es noch geben, bis die Menschen und vor allem die regierenden Politiker verstehen, dass auch die sovielste Verschärfung von Sicherheitsvorkehrungen und Polizeigesetzen keine Sicherheit garantiert?

Die deutsche Gesellschaft integriert nicht mehr. Sie grenzt aus: Seien es Arme, Einwanderer, Gemeinden und Städte in entlegenen Gebieten oder auch nur Mitbürger mit einer anderen Meinung oder anderem Aussehen. Hierzu haben auch die regierenden Politiker beigetragen, indem sie seit Jahrzehnten versprechen: Wenn es nur der Wirtschaft gut geht, dann geht es allen gut. Dem wurde in der “marktkonformen Demokratie” (Angela Merkel) – und nicht dem “demokratiekonformen Markt”, wie es eigentlich heißen müsste – alles untergeordnet: Bildung, Gesundheit, Kommunikation und Verwaltung; große Teile des Lebens an sich.

Die führenden Politikerinnen und Politiker interessieren sich vor allem für Projekte, die schöne Fotos für Pressemitteilungen hergeben; das tägliche Schicksal von “Durchschnittsmenschen” kann da kaum mithalten. Auch und gerade junge Menschen, die erst in unsere Gesellschaft hereinwachsen, oder unangepasste wie ich, können die heute alltäglich gewordene Doppelmoral kaum noch aushalten: Alles ist gut, wenn nur der äußere Schein gut ist.

Menschen, die ausgegrenzt sind oder sich auch nur so erfahren, werden aber anfällig für Radikalisierung. So haben wir dann im 21. Jahrhundert auch schon “Dschihadisten”, die in unserem Land aufgewachsen sind, und ihr leben für religiös verklärten Hass herzugeben bereit sind. Oder eben rechtsterroristischen Hass. Am Bahnhof von Hanau, wo jetzt die Morde geschahen, stieg ich früher um, wenn ich Freunde bei Frankfurt besuchte.

Wir definieren uns gesellschaftliche Probleme wie Arbeitslosigkeit, Armut, Gleichberechtigung, Integration oder Kriminalität so zurecht, wie es den regierenden Politikern gerade opportun erscheint. Ein Zeitzeuge aus der DDR sagte einmal: “Es war wie ein Theaterstück. Und alle spielten mit.” Ich frage: In wie vielen Teilen unserer Gesellschaft ist es nicht längst auch so geworden? (Ich frage insbesondere meine Kolleginnen und Kollegen aus der Wissenschaft: Spielen wir nicht auch längst Theater, um dem von Wissenschaftspolitikern oktroyierten Wettbewerbsmodell zu huldigen?)

Männliche Täter – und Opfer

Warum werden solche Taten fast nur von Männern begangen? Auch Männer werden nicht als Mörder oder Terroristen geboren. Und die allermeisten von ihnen sind friedlich. Dass Gewalt – und vor allem schwere bis schwerste Körperverletzungen – aber nicht nur auf der Täterseite, sondern auch bei den Opfern hauptsächlich ein Männerproblem ist, das ist ein blinder Fleck, den unsere Gesellschaft nicht wahrhaben will.

So wachsen aber Männer mit der Erfahrung auf, dass Gewalt eine Lösungsstrategie ist und sich doch keiner für sie interessiert, wenn sie Opfer werden. Also: Lieber Täter als Opfer sein, denn als Opfer existierst du nicht!

Es ist schon lange deutlich, dass Männer am häufigsten die Schule abbrechen oder herausfliegen. Interessiert das jemanden? Dass sie am häufigsten alkohol- und drogenabhängig sind. Interessiert das jemanden? Das sie am häufigsten obdachlos sind. Interessiert das jemanden? Dass sie am häufigsten im Gefängnis sitzen. Interessiert das jemanden? Dass sie am häufigsten in Kriegen gefoltert werden oder sterben – und keine Staatsanwaltschaften ermitteln, denn es sind ja nur “Soldaten”, “Rebellen” oder “Terroristen”. Interessiert das jemanden?

Dass sie sich selbst am häufigsten das Leben nehmen. Interessiert das jemanden? Dass sie auch ohne Suizid sogar in einem reichen Land wie Deutschland Jahre früher sterben als andere Geschlechtsgruppen. Interessiert das jemanden? Man ergänze zu dem Faktor “männlich” noch Attribute wie “aus armen Verhältnissen”, “aus einem bildungsfernen Elternhaus”, “nicht-weiße Hautfarbe”, “Moslem” oder vieles Andere mehr und die Unterschiede werden noch krasser. Interessiert das jemanden?

Ich schrieb schon vor Jahren darüber, dass die typischen Opfer von Gewaltverbrechen junge Männer sind (Wer ist hier eigentlich das typische Opfer?) – und erntete dafür viel Häme oder den Vorwurf, ich wolle Gewalt gegen Frauen relativieren. Ja, so huldigt man den blinden Flecken – oder anders gesagt: den Vorurteilen – unserer Gesellschaft.

Schon ein entsprechender Kommentar auf die polizeiliche Kriminalstatistik in den Diskussionsforen unserer schönen Presse konnte zur Löschung führen mit dem Hinweis, ich möge doch auf stereotypisierende Bemerkungen verzichten. (Weil ich eben statistisch nachwies, dass die meisten Opfer von Gewaltverbrechen, vor allem den schweren und schwersten Taten unter ihnen, das sind: Männer.)

Prekäre Wissenschaften

Von den meisten Wissenschaftlerinnen oder Wissenschaftlern brauchen wir keine Hilfe zu erwarten. Die rennen im Hamsterrad, um die von oben bestimmten Zielvorgaben zu erfüllen: Das sind vor allem eingeworbene Forschungsmittel und Veröffentlichungen in Fachzeitschriften, die mit der wirklichen Welt nichts mehr zu tun haben.

Und man investiert, investiert und investiert in Technologie und Wirtschaftswissenschaften – denn das ist immerhin gut für die Wirtschaft. Für Investitionen in die Menschen und die Verbesserung der Lebensumstände, in denen sie leben, bleiben allenfalls Brotkrümel übrig.

Die prekären Folgen betreffen insbesondere die Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften, die sich gerade mit dem Menschen in einem reicheren Sinne und nicht nur als Produktivkraft oder Biomechanismus beschäftigen. Also gerade die Disziplinen, die erklären könnten, wieso jemand zum Täter oder gar zum Terroristen wird – oder die sich traditionell eher mit den Minderheiten und Randgruppen in der Gesellschaft beschäftigen – wurden und werden selbst an den Rand gedrängt.

Den Kolleginnen und Kollegen aus meinem eigenen Fach, den Psychologen, geht es vielleicht noch etwas besser, weil sie immerhin in der klinischen Praxis verankert sind und für die Arbeitswelt Modelle liefern, mit denen sich “Humanressourcen” (damit sind wir gemeint: Sie und ich) optimieren lassen.

Aber die Mehrheit richtet ihr Fähnchen nach dem Wind, der aus den USA herüber bläst, und erzählt dann schöne Geschichtchen vom Menschen in den Medien oder peppigen TED-Talks. Dabei bräuchte man gerade ihre Expertise als Verbindungsglieder zwischen Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften auf der einen Seite und den Lebens- und Naturwissenschaften auf der Anderen.

Nutzlose Philosophen?

Und vergessen wir nicht unsere Philosophinnen und Philosophen! Seit Jahrzehnten muss man sich dafür entschuldigen, so ein “nutzloses” Fach zu studieren. In seiner Weihnachtsansprache Ende 2018 forderte Bundespräsident Steinmeier in Reaktion auf den gesellschaftlichen Hass, man möge mit Menschen mit anderer Meinung diskutieren.

Ja, wo lernt und lehrt man denn vernünftiges Argumentieren? In der Philosophie! Wir Deutschen können uns nicht ewig auf den diskursiven Errungenschaften des heute schon neunzigjährigen Jürgen Habermas ausruhen!

In der Philosophie funktioniert das so, dass man sich sogar ohne Diskussionspartner vorstellt, was denn Argumente gegen den eigenen Standpunkt sein könnten. Es geht um die Sache, nicht um den Status der Person, die sich für sie einsetzt.

Die Ethik war und ist gerade eine Errungenschaft der modernen Welt, die sich über Eigennutz und Machtspiele hinwegsetzt: Die Interessen aller Betroffenen müssen in gleicher Weise berücksichtigt werden und zählen; niemand fällt durch die Maschen. Unterschiede in der Beurteilung erfordern Unterschiede in der Sache, die sie betreffen, nicht in der Person; das wusste sogar schon Aristoteles.

Fortschritte wie die Demokratie, der moderne Rechtsstaat mit fairen Regeln für alle, Menschenwürde oder Menschenrechte sind auch Errungenschaften der Philosophie. Frage: Warum ist “Demokratie” (Herrschaft des Volkes) überhaupt ein griechisches Wort? Weil dort unsere politische Philosophie geboren wurde. Aber nein, wie wir seit der Schuldenkrise wissen, sind die Griechen ja alle Sozialschmarotzer, die den ganzen Tag in der Sonne Oliven essen und Steuern hinterziehen.

Die Menschenrechte heißen so und nicht Deutschen- oder Amerikanerrechte, weil sie für alle Menschen gelten. Trotzdem nehmen es unsere führenden Politiker seit Jahrzehnten oft tatenlos hin, dass unsere “Freunde” in Ost und West im Interesse ihrer nationalen Sicherheit und des sogenannten “Kriegs gegen den Terror” hemmungslos entführen (auch auf europäischem Grund und Boden), foltern, bombardieren, gar mit Drohnen morden. Alles Andere wäre ja schlecht für die Handelsbeziehungen.

Vom Nachteil, ein Moslem zu sein

Weltpolitisch gesehen mussten und müssen vor allem die Moslems viel einstecken. Noch schlechter: Moslem und Mann sein und dann vielleicht sogar noch einen Vollbart zu tragen. So fallen manche schon unter Terrorverdacht. Dabei sind auch die meisten Opfer islamistischen Terrors dies: Moslems.

Man muss sich ein Beispiel an Moslems wie dem belgischen Straßenbahnfahrer Mohamed El Bachiri aus dem “Problembezirk” Molenbeek nehmen. Bei dem Terroranschlag in Brüssel im März 2016 verlor er seine Frau und Mutter seiner drei Kinder.

Er reagierte aber nicht wie ein wildgewordener Cowboy, der alles um sich herum zerstörte, sondern schrieb Gedichte: Dschihad der Liebe. “Weil deine Geschichte auch meine Geschichte ist”, sagt der Autor darüber. Es wird meiner Meinung nach in Europa keinen Frieden mehr geben, ohne dass wir Moslems und anderen an den Rand gedrängten Gruppen wieder die Hand reichen.

Vom Untergang des Abendlandes

Seit einigen Jahren protestieren besorgte Bürgerinnen und Bürger gegen den von ihnen befürchteten Untergang des Abendlands. Es gibt auch viel, worüber man sich Sorgen machen sollte, wenn man eben nicht nur die aufgehübschten Pressemitteilungen und Nachrichten der Mainstream-Medien liest.

Ich sage aber: Das Abendland ist schon längst untergegangen, wenn wir uns nicht mehr auf die Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit als Grundvoraussetzung für alle einigen können und einander nur noch mit Verunglimpfung und Hass begegnen.

Diejenigen, die sich in der Mehrheit und damit auf der sicheren Seite wähnen, sollten sich aber darüber im Klaren sein, dass sich Grenzen ganz schnell verschieben. Wer heute drinnen ist, kann schon morgen herausfallen. Erst in jüngerer Zeit dürfte es wohl eine kleine Freude gewesen sein, als wegen Terrorverdachts Verurteilte in der Türkei Monate später auch diejenigen im Gefängnis sahen, die vorher gegen sie ermittelt und sie verurteilt hatten.

Entscheidend ist nicht, die “richtige” Grenze zwischen uns und denen zu ziehen, sondern gar keine, außer der der Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit.

Vergessen wir nie, dass die Nationalsozialisten erst Millionen von Juden und Osteuropäern in Vernichtungskriegen und -Lagern ermorden konnten, nachdem sie kritische Denker und Künstler, Philosophen, Kommunisten und Sozialdemokraten – eben mitunter unangenehme Zeitgenossen, weil sie uns den Spiegel vorhalten – ins Konzentrationslager gesteckt hatten. Selbst ein Reichskanzler – der letzte vor Hitler – und General wie Kurt von Schleicher (1882-1934) war nach der Machtergreifung nicht vor der Ermordung durch Nazis sicher.

Für die Sicherheit

Unsere Sicherheitsbehörden arbeiten Tag und Nacht sowie sehr hart dafür, dass wir weiterhin in Freiheit und Frieden leben können. Ich habe selbst in meinem Leben ein paar Polizistinnen und Polizisten kennengelernt, die inspirierende Persönlichkeiten sind und sich ebenso wie viele Ärzte für das Wohlergehen anderer einsetzen und oft genug gar aufopfern. Auch Gespräche mit einigen Staatsanwälten und Richtern waren für mich von großer Bedeutung.

Es ist aber doch kein gutes Zeugnis für den deutschen Rechtsstaat und untergräbt den Gedanken der Volkssouveränität, wenn in parlamentarischen Untersuchungsausschüssen (etwa zum NSU oder dem Anschlag am Breitscheidplatz) Lügen und Manipulationen von Polizisten und Staatsbeamten ans Tageslicht kommen; und wenn die Exekutive sich im Namen der “nationalen Sicherheit” mit Händen und Füßen dagegen stemmt, solchen Ausschüssen unverzügliche und vollständige Akteneinsicht zu gewähren.

So entstehen rechtsfreie Räume. Gerade die konservativen Politiker werden es im Wahlkampf doch nicht müde, gegen solche gefährlichen Räume zu wettern! Dass nicht alle Staatsgeheimnisse in der Tageszeitung abgedruckt werden sollen, ist klar. Wessen “nationale Sicherheit” gilt es aber noch zu schützen, wenn nicht einmal die gewählten Repräsentanten des Souveräns in diesem Land zu sehen bekommen, was die Behörden in ihren Akten stehen haben? Alle Behörden!

Berichte wie die des seit vielen Jahren unermüdlich recherchierenden Thomas Mosers machen leider deutlich, wie der Staat mit seinen Vertuschungsaktionen zum Teil selbst die demokratische Sicherheit untergräbt. Den nachrangigen Beamten, die sich bisweilen gegen ihre Vorgesetzten und wohl auch gegen die Hoffnung auf Karrierefortschritte stellen und in den parlamentarischen Ausschüssen unangenehme Fakten ans Tageslicht bringen, kann man als besorgter Bürger nur danken.

Das Fundament steht

Die gute Nachricht aber ist: Das demokratische und rechtsstaatliche Fundament steht, auch wenn es ein paar Risse bekommen hat. Jedes Verhalten ist auch ein Ausdruck sozialer Umstände – und diese kann man ändern; jede falsche Identifikation mit einem Missverständnis von “nationaler Sicherheit” oder einer Hassideologie ist ein psychologischer Prozess – und auf diese kann man einwirken.

Und damit spiele ich nicht auf Medikamente, Hormone oder gar Hirnschrittmacher an, wie sie das Menschenbild der Biomedizin und Hirnforschung nahelegen. Sondern auf: gute Argumente!

Wir Menschen haben das Fundament von Demokratie und Rechtsstaat selbst gebaut. Genauso, wie wir ihm Risse beigebracht haben, können wir diese auch wieder dichtkitten und das Fundament sogar verstärken. Angst ist dabei aber ein schlechter Ratgeber. Und Hass wird die Risse nur weiter verstärken. Auch sind die helfenden Ideen aus Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften nur aus dem Mainstream verdrängt, jedoch nicht tot.

Der soziale Kontext

In seinem Abschlussstatement aus einem Bericht über die “Neurobiologie der Aggression” im Auftrag des US-Verteidigungsministeriums aus dem Jahr 2013 folgert der Generalleutnant Robert E. Schmidle Jr. – von der akademischen Ausbildung her übrigens Moralphilosoph und Sozialpsychologe:

“Wir sollten im Kopf behalten, dass die Biologie nur ein Teil dessen ist, was unser menschliches Selbstverständnis ausmacht und uns als Personen definiert, die in einer bestimmten Gesellschaft und Kultur leben. … Wenn wir über das Verhalten von Terroristen nachdenken, dann müssen wir nicht nur die Faktoren begreifen, die sie zu Terroristen gemacht haben, sondern auch diejenigen Faktoren, die uns dazu bringen, sie so zu nennen…

Menschen werden nicht schlicht wegen eines chemischen Ungleichgewichts in ihrem Gehirn zu Terroristen; sie werden wegen der Entscheidungen zu Terroristen, die zur Entwicklung ihres Selbstverständnisses als Terroristen beitrugen. Diese Entwicklung geschah in dem primär sprachlichen Austausch mit anderen Terroristen und nicht wegen des Feuerns bestimmter Synapsen im Gehirn…

Jeder Versuch, terroristisches Verhalten zu verstehen, ohne den gesellschaftlichen und kulturellen Kontext miteinzubeziehen, in dem sich das terroristische Selbstverständnis entwickelt, ist bestenfalls unvollständig und schlimmstenfalls vollständig falsch.”

Generalleutnant Robert E. Schmidle Jr., 2013, S. 85f.; dt. Übers. S. Schleim

Also packen wir’s an! Beispielsweise indem wir das ökonomische, dehumanisierende, den Menschen auf einen biologischen Mechanismus und seine Produktivität reduzierende Denken, in dem sozialdarwinistisch alle gegen alle kämpfen, wieder zurückdrängen und stattdessen eine tolerante und inklusive Gesellschaft für alle Menschen aufbauen.

Hinweise: Dieser Beitrag erscheint auch auf Telepolis – Magazin für Netzkultur.

Stephan Schleim

Veröffentlicht von

www.schleim.info

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216 Kommentare

  1. Terrorismus manifestiert sich ja als kriegsähnliche Form von Gewalt gegen Repräsentanten des Staates (z.B. Rote Armee Fraktion) oder gegen Personen, die von den Terroristen als Repräsentanten einer feindlich wahrgenommenen Bevölkerungsgruppe gesehen werden.

    Anders als bei einem echt kriegerischen Akt streben Terrorakte aber keine Geländegewinne oder Kriegsbeute an, sondern sie wollen Angst und Schrecken verbreiten indem sie in die zivile, friedliche Gesellschaft kriegerische Ereignisse hineintragen, womit sie weite Teile der Gesellschaft verunsichern.
    So gesehen ist Terror von Natur aus ein soziales oder eben antisoziales Phänomen (auch Antisozialität ist ein soziales Phänomen).

    Terroristen sind naturgemäss zuerst einmal häufig Männer, denn Männer sind sowieso für neun Zehntel aller Gewaltakte verantwortlich und Männer neigen auch mehr dazu prinzipiell zu werden und Ideologien und Konstrukten zu folgen. Allerdings zeigen die vielen Terroristinnen der Roten Armee-Fraktion, das auch Frauen dieses Handwerk ausüben können (Das war wohl eine Form der Emanzipation der Frauen in der BRD).

    Terrorismus kann viele Gründe haben. Meiner Meinung nach sollte man TerrorIstinnen jedenfalls nicht allein wegen ihrem Terror besonders ernst nehmen. Würde man das tun, hätten ihre terroristischen Akte ja mindestens ein Ziel erreicht. Wichtig aber scheint mir, wie der Terrorismus in der Gesellschaft aufgenommen wird. Die RAF etwa hatte zuerst recht viele Anhänger in gewissen Gesellschaftsgruppen der BRD und diverse islamistische Terrorgruppen hatten/haben sowohl Anhänger im islamischen Raum als auch in der islamischen Diaspora. Das muss man auf alle Fälle ernst nehmen. Denn es bedeutet ja, dass die Terroristen in Augen von Teilen der Bevölkerung “recht” haben und “richtig” gehandelt haben.

  2. Anders als bei einem echt kriegerischen Akt streben Terrorakte aber keine Geländegewinne oder Kriegsbeute an, sondern sie wollen Angst und Schrecken verbreiten indem sie in die zivile, friedliche Gesellschaft kriegerische Ereignisse hineintragen, womit sie weite Teile der Gesellschaft verunsichern.

    Soweit ich weiss, hatten einige der Terroristen der 70er (RAF etc) die Tupamaros als Vorbilder. Sie meinten im Ernst, daß durch ihre Gewaltakte, die “Massen” gegen das “Establischment” aufstehen würden.

    Die RAF etwa hatte zuerst recht viele Anhänger in gewissen Gesellschaftsgruppen der BRD und diverse islamistische Terrorgruppen hatten/haben sowohl Anhänger im islamischen Raum als auch in der islamischen Diaspora. Das muss man auf alle Fälle ernst nehmen. Denn es bedeutet ja, dass die Terroristen in Augen von Teilen der Bevölkerung “recht” haben und “richtig” gehandelt haben.

    Dem stimme ich zu. Allerdings war war die Unterstützung der RAF doch auf einen kleinen Teil der Bevölkerung (Studierenden) beschränkt. Man muß dabei bedenken, daß 1968 maximal 10% der Menschen Abitur hatten.

    Gruss
    Rudi Knoth

  3. Die URSACHE aller symptomatischen Probleme unseres “Zusammenlebens” im stets eskalierenden Kreislauf des imperialistischen Faschismus, ist die UNWAHRHEIT des nun “freiheitlichen” WETTBEWERB um Teilnahme am Bewusstseinsbetäubung globalisierenden Konsum- und Profitautismus – MACHT KAPUTT WAS UNS KAPUTT MACHT, denn wir brauchen eine wirklich-wahrhaftige Welt- und Werteordnung, mit Demokratie die Gemeinschaftseigentum organisiert und NICHT Konfusion regiert!

  4. Der erste und vermutlich einzige geistreiche, längere Beitrag zum Thema den ich lesen werde. Liegt vermutlich an meinen Quellen…

    Ich würde hier im Blog gerne mehr über Ausgrenzung, Stigmatisierung und besonders was man dagegen tun kann lesen. Als stark betroffener (Leidensdruck nach ICD) bin ich auf der Suche nach neuen Gedanken.

  5. Ich meine, Ursache für Terrorismus ist die (übertriebene) Aggression, hauptsächlich die des Mannes.
    Eine gewisse Aggression schien erforderlich, um letztlich auch evolutionär überleben zu können.

    Die früheren Erziehungskonzepte förderten die Aggression bei den Jungen. Moslemische Jungen möchten in jedem Falle „Kämpfer“ sein, nur dieser Status hat einen gesellschaftlichen Wert.

    Nach dem Krieg befürchteten Amerikaner, der Krieg in Deutschland könnte im Untergrund weitergehen („Wehrwölfe“). Ein ehemaliger Nazi mit „Napola Erziehung“ meinte, die Deutschen wollten eher einen „Führer“ und keine Zersplitterung, Terror „liege ihnen nicht“.

    Möglicherweise fördert die nicht ganz unerwünschte Zersplitterung der Gesellschaft und die vielen mitunter auch künstlich zusammengeführten Menschen, mit ihrem unterschiedlichem ideologischen Background, das natürliche Hegemoniestreben einzelner Gruppen.

    Daraus kann Terror entstehen.

    Andererseits scheint ein „Führerkult“ mit einheitlicher Ideologie bei uns nicht mehr möglich.

  6. Terrorursachen

    Terror hat immer auch soziale Ursachen.

    Nicht wirklich, und schon gar nicht in erster Linie. Vielmehr wird gerne versucht, Terror mit vorgefundenen sozialen Verhältnissen zu begründen oder gar zu rechtfertigen.

    Natürlich geschieht Terror immer in einem sozialen Kontext, was sonst, aber es scheint mir verfehlt, einen Kausalnexus vom sozialen „Ist“-Zustand zu individuellen unmoralischen Handlungen zu ziehen.

    Womit aber nicht bestritten werden soll, dass der Verlauf der soziokulturellen Entwicklung eines Individuums auch (!) eine Rolle spielt bei der Entstehung einer Terrorpersönlichkeit.

  7. Meinen Respekt für diese harte Abrechnung mit dem Zeitgeist.
    Der Hanauer Täter lebte mit seiner Mutter, die er tötete und sprach davon (laut N24), daß er “keine Privatsphäre und keine Freundin habe.”
    Der Täter von Halle hatte einen massiven Hass auf Frauen und den Feminismus.
    Anders Breivik wurde mit bereits mit vier Jahren zum Amtsarzt geschickt, wegen Verdacht auf sexuellem Mißbrauch, aber wieder heimgeschickt, weil kein männlicher Täter gefunden wurde. Nach einem weiblichen wurde nicht gesucht. Exakt in dem Jahr, in dem er wieder bei seiner Mutter einziehen mußte, begannen seine Planungen zur späteren Tat.
    Es gibt keinen einzigen Amoklauf, in dem männliche Gewalt als Ursache identifiziert werden konnte.
    Wer Augen hat zu sehen, der sehe.
    All das sind zumindest Indizien, die es zwingend erforderlich machen, das größte Tabu unserer Zeit zu hinterfragen, Gewalt und Mißbrauch, der von Frauen ausgeht, hinter verschlossenen Türen.
    Tatsächlich wird, mit viel krimineller Energie, alles getan, um dieses Thema unterm Deckel zu halten, sonst bricht das zentrale, unausgesprochene Dogma des Feminismus zusammen, und vor allem das der sogenannten “Gender”-Fraktion- daß Frauen bessere Menschen sind.
    Diese Ideologie und die politisch korrekte Methode, derer sie sich bedient, ist stark mitverantwortlich für die immer wieder kehrenden Amokläufe.
    Daß sich ausgerechnet die Wissenschaft an die Spitze dieses “korrekten” Fanatismus gesetzt hat- Ausnahmen abgesehen- ist, siehe Artikel, einer der Hauptgründe für den Verfall ihrer Glaubwürdigkeit.

  8. @Balanus (Zitat): Zu „Terror hat immer auch soziale Ursachen.“schreiben sie:

    Nicht wirklich, und schon gar nicht in erster Linie. Vielmehr wird gerne versucht, Terror mit vorgefundenen sozialen Verhältnissen zu begründen oder gar zu rechtfertigen.

    Antwort: Der RAF-Terror wird meist mit der 68er-Bewgung in Verbindung gebracht, während der jetztige Rechtsterror mit Pegida, AfD und dem Erstarken der Fremdenfeindlichkeit auch seit der „gefühlten“ Migrantenwelle in Verbindung gebracht wird. Sowohl der Spiegel, die NewYork-Times alsauch Angela Merkel machen das.
    Natürlich ist das keine Rechtfertigung, es ist nur eine Verortung in einer gesellschaftlichen Entwicklung.

  9. @ Martin Holzherr // 20.02.2020, 21:51 Uhr

    Wenn man nach den Ursachen eines Flugzeugabsturzes fragt, kommt man nicht umhin festzustellen, dass schon die Tatsache, dass die Maschine geflogen ist, zu dem Unglück beigetragen hat.

    Ganz ähnlich verhält es sich m. E. mit den „sozialen Ursachen“ für Terroranschläge.

  10. @Balanus: Klar. Falls „Soziale Ursachen“ des Terrorismus bedeuten soll, das soziale-/gesellschaftliche System erzeuge einen Druck auf Gruppen und Individuen, die dann als berechtigte Antwort terroristische Akte zulassen, dann ist das Unsinn.

    Allerdings ist es schon so, dass sich die Bereitschaft zur Gewalt in einer bestimmten Umgebung herausbildet.
    Beispiel: Die 68er antworteten auf eine autoritäre, lustfeindliche Gesellschaft wo der Muff von 1000 Jahren unter den Talaren zu finden war mit Vorbildern aus früheren Revolutionen und Rezepten von Anarchisten/Revolutionären. Diese Konstellation bildete die Grundlage für den Terrorismus der RAF.

    Aus heutiger Sicht kann man aber die 68er-Revolte auch ganz anders sehen, nämlich so: Sie bildete den Übergang von einer Kultur des Verzichts, der Autoritäten und der Lustfeindlichkeit zur heutigen Konsumgesellschaft, wo jeder Frust sofort mit einem lustvollen Kauf aufgelöst wird und wo jeder/jede alles darf wenn er/sie nur dafür zahlt. Mit Revolution hat das so gesehen wenig zu tun. Doch damals sah das für die Jungen ganz anders aus. Sie wussten noch nicht, dass die Spassgesellschaft, die jedes Bedürfnis sofort befriedigt (auch die freie Liebe) auch innerhalb des Kapitalismus möglich ist – und sogar ein gutes Geschäft sein kann. Es ist deshalb kein Wunder, dass die Alt-68 heute die grössten Spiesser sind (falls sie nicht schon gestorben und ins Spiesserparadies eingegangen sind).

  11. @ Stephan Schleim
    Großer Rundumschlag.
    Dennoch, und trotz einiger Dinge, über die ich wahrscheinlich mit Ihnen streiten könnte und wollte, das Beste was ich heute im Zusammenhang mit den Morden gelesen habe.
    Ich danke Ihnen für diese Reaktion.
    Und ja, es ist mehr als bedauerlich, dass die Strukturen, die z.B. einen Habermas hervorbringen konnten, so gar nicht mehr existieren.
    Das präzise Denken zu lernen wäre enorm wichtig, und trotzdem wird es zunehmend vernachlässigt.
    Was also können wir tun?

  12. @Balanus: Ursachen

    Was sind denn die Ursachen von Terror, wenn nicht soziale Umstände?

    Und du weißt doch, jedes Verhalten ist eine Funktion der Umwelt: V = U x K, wofür gilt, dass K selbst von der Umwelt geprägt ist.

  13. @DH: Feminismus

    Mir war nicht bekannt, dass diese Täter sexuellen Missbrauch durch ihre Mütter erfahren haben sollen. Wenn das stimmt, dann ist das eine traurige wie interessante Ergänzung.

    Man sollte aber nicht das Kind mit dem Bade ausschütten: Einerseits lässt sich nicht bestreiten, dass Frauen unter bestimmten Umständen wegen ihres Geschlechts benachteiligt wurden und werden; und andererseits gibt es im Feminismus, wie bei allem, sowohl bessere als schlechtere Autoren.

  14. @Alisier: Habermas und Jugend

    Und ja, es ist mehr als bedauerlich, dass die Strukturen, die z.B. einen Habermas hervorbringen konnten, so gar nicht mehr existieren.

    Es stimmt schon, dass so ein Habermas wohl ein einmaliges Ereignis war und ist…

    …aber Strukturen verändern sich, das ist normal. Es kommen neue Strukturen und neue Denker. Viele in der Jugend heute haben doch längst verstanden, dass ihnen hier in dieser Gesellschaft ein Theaterspiel vorgeführt wird.

  15. @Rast: Stigmatisierung

    Ich würde hier im Blog gerne mehr über Ausgrenzung, Stigmatisierung und besonders was man dagegen tun kann lesen.

    Ich habe dazu gerade ein längeres Interview mit einem Psychiater geführt. Es wird aber wohl noch eine Weile dauern, bis das erscheint.

    So viel vorweg: Mit Beispielfällen in die Öffentlichkeit gehen und so wissenschaftlich wie möglich an die Sache herangehen. (Und so z.B. erklären, dass vom Nachbarn mit einer Psychose kaum eine Gefahr ausgeht und von dem mit diagnostiziertem Autismus oder Depressionen wahrscheinlich gar keine.)

  16. Im einführenden Blogbeitrag fehlt ein wesentlicher Grund für die Ursache von solch schlimmen Verbrechen: Geld bzw. Geldgier.

    Unternehmen wie Facebook, Twitter, … leben als Geschäftsmodell auch wesentlich davon, dass man sie dazu nutzen kann, um Hass und Gemeinheiten ungehemmt zu verbreiten.
    Der Angriff auf die Mosche in Neuseeland, auf die Synagoge in Deutschland und jetzt gegen die Mitmenschen sind ausgeführt worden, weil die ausführenden Verbrecher sich mit Hilfe des Internet in ihren Hass hineinsteigern konnten und weil sie dort eine Platform zur Verbreitung ihres Hasses fanden.

    Die Zugriffszahlen von Facebook, Twitter, usw. steigen mit der Verbreitung von Hass – und auch damit, wenn man sich danach über die Opfer beklagt.
    Dieser doppelt wirksame Vorgang ist eine zuverlässige Geldmaschine.
    Wenn z.B. Trump ohne Einschränkung seine beleidigenden, lügnerischen und menschenfeindlichen Äußerungen verbreiten darf; ohne dass sein Zugang gesperrt wird – dann sollte man auch über das eigene Verhalten nachdenken:

    Wer selbst in facebook, twitter, … angemeldet bleibt – unterstützt aktiv diese Verbreitung von Hass und Menschenfeindlichkeit.
    Das Argument, dass man diese Medien zur Aufrechterhaltung von Sozialkontakten brauchen würde – ist eine vorgeschobene Behauptung. Man kann auch Papierbriefe, e-mail und direkte Telefongespräche dazu nutzen (es soll früher sogar möglich gewesen sein, dass man sich persönlich zu Gesprächen trifft).

    Mich erinnert das Verbleiben bei facebook, twitter, … wegen billiger Vorteile an das Dritte Reich. Damals unterstützen auch viele Leute die NS-Partei, weil man sich Vorteile davon versprach.

    Facebook, Twitter, … werden ihr Geschäftsmodell nur dann überdenken, wenn sich Kunden massenhaft davon abwenden. Es liegt also an den Kunden dieser Medien ob weiter aus Geldgier geförderter Hass unterstützt wird – oder nicht.
    Wenn genug Leute ihren Zugang kündigen, weil sie mit der unkontrollierten Verbreitung von Hass nicht einverstanden sind – dann werden diese Medien auch für Werbekunden uninteressant: möglicherweise erfolgt dann ein Umdenken in der Geschäftsstrategie.
    Ein erstes sichtbares Zeichen wäre es – Trump zu sperren.

  17. Heh ihr “Leisetreter”, wo sind eure Konkretisierungen, dahingehend wie dieser kreislaufende Stumpf-, Wahn- und Blödsinn wirklich-wahrhaftig menschenwürdig beendet wird?

  18. @KRichard

    Aha, Schuld und Sündenbock dingfest gemacht, weil der Profit zusehr die Negativität des Systems offenbart – erst die Ausbeutung dann die Unterdrückung, und immer schön im Sinne von delegierter wie konfusionierter “Verantwortungslosigkeit”???

  19. Zitat (Stephan Schleim):

    Was sind denn die Ursachen von Terror, wenn nicht soziale Umstände?

    Eine wichtige Ursache, eine wichtige Motivation für Terror ist das Narrativ, das die Terroristen ihren Mitgliedern, Sympathisanten und Möchtegern-Mitgliedern anzubieten haben.

    Die RAF beispielsweise warb mit Revoluzzer-Romantik, die privat in der Kommune ausgelebt wurde und wo die Arbeit darin bestand, als Stadtguerilla aufzutreten mit Namen wie den Tupamaros, der an einen Indianerstamm erinnerte. Die eigene Wut auf was auch immer wurde mit Formeln wie Widerstand gegen das Schweinesystem kanalisiert und gegen den Staat gelenkt.

    Auch die Schulmassaker in den USA finden immer wieder neue Franchise-Nehmer. Nicht selten werden sie durch die Videos angeheuert, die von früheren School-Shootings existieren. In der deutschsprachigen Wikipedia liest man zum Columbine School-Shooting (Zitat):

    Ihre Motive konnten nicht mit Gewissheit geklärt werden. Während der Amoklauf in den Medien häufig als Racheakt für erlittenes Mobbing in der Schule eingestuft wurde, gingen die Ermittlungsbehörden nach Auswertung der von den Tätern hinterlassenen Tagebuch- und Videoaufzeichnungen davon aus, dass es ihnen in erster Linie darum ging, berühmt zu werden.

    Sie wurden tatsächlich berühmt und ihr Schulmassaker wurde sogar namensgebend für einen Film. Viele Täter von späteren Schulmassakern nannten das Columbine-Schulmassaker explizit aks Vorbild.

    Auch die gerade jetzt gehäuften Terrorakte aus der rechten Szene schauen voneinander ab und beeinflussen sich gegenseitig. Ja, es gibt sogar einen globalen Austausch von Motiven, rechten Kampfbegriffen und Sprachfloskeln. „Bevölkerungsaustausch“ etwa gehört zu diesen mehrere rechte Terrorakte verbindenden Begriffen.

    Syopsis: Terror hat einiges mit Kriegshandlungen gemeinsam. Wie es im Krieg eine Kriegspropaganda gibt, gibt es auch eine Terrorpropaganda und gibt es auch Lügen und Verunglimpfungen über den Gegner/beziehungsweise das „System“. Auch das konspirative Leben der Terroristensöldner hat einiges gemeinsam mit dem Leben etwa als Fremdenlegionär oder Spion. Leute, die sich unter anderen Umständen vielleicht als freiwillige Söldner verpflichten würden, wählen heute eine Karriere als Terrorist und Killer. Als heutiger Terrorist wissen sie, dass die Erinnerung an sie erhalten bleibt. Sie sorgen oft mit einem selbst gedrehten Video selbst dafür.

  20. Terror hat einiges mit Kriegshandlungen gemeinsam.

    Der Wettbewerb, dessen Handlung im Geschäfts-Unsinn den imperialistischen Faschismus erhält, ist in all seiner konfusionierenden Symptomatik “Entwicklungshilfe” für Krieg, also weg damit, FÜR Zusammenleben OHNE Steuern zahlen, OHNE “Sozial”-Abgaben, Ohne manipulativ-schwankende “Werte”, usw.!?

  21. Die deutsche Gesellschaft integriert nicht mehr. Sie grenzt aus: Seien es Arme, Einwanderer, Gemeinden und Städte in entlegenen Gebieten oder auch nur Mitbürger mit einer anderen Meinung oder anderem Aussehen.

    Es prallen halt moderne kollektivistische Sichten, “kulturlinke” (vs. traditionslinke) Sichten auf konservative und liberale Sichten, da wird man sich nicht einig werden, insbesondere auch nicht, was die antiselektive und mengenmäßig unbegrenzt scheinende Immigration betrifft, die insbesondere das, was aus Sicht einiger zu Deutschland gehören soll, aber sittlich außerordentlich niedrig steht, ins Land spült.

    Ochlokratische Tendenzen sind festzustellen, es wird bergab gehen in der BRD.
    Sezession bahnt sich an.
    Sehen die “Dienste” übrigens ebenso.

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Webbaer (der den Nutzen der Philosophie, der ja im Grundsatz alles zu verdanken ist, zu schätzen weiß, wie es sich gehört)

  22. Begriffsbestimmung ‘Terrorismus’ :

    Terrorismus liegt vor, wenn Einzelne oder Parteien versuchen durch Drohung mit Gewalt oder Ausübung von Gewalt politische Ziele zu erreichen.
    Diese Gewalt soll in der Bevölkerung Schrecken verbreiten und die Bevölkerung zur Unterwerfung gegenüber den Tätern und deren Unterstützern oder zumindest zur Beschwichtigung gegenüber den Tätern und deren Unterstützern bringen.
    (Terrorismus liegt nicht vor, wenn Einzeltäter Schrecken verbreiten, aber keine politischen Ziele haben – wenn sie geistig gestört sind beispielsweise.)

    Diese Terrorismusdefinition macht nur für liberale Demokratien Sinn, in anderen Gesellschaftssystemen ist die Verbreitung von Verbrechen und Schrecken nicht unüblich, da macht sie keinen Sinn, war Georg Elser bspw. Terrorist?

    Terroristen sind fast immer Kollektivisten, die in Gegnerschaft zur liberalen Demokratie stehen.

  23. @DH

    Der Täter von Hanau fühlte sich von seiner Mutter abgelehnt, von einem Missbrauch ist bis jetzt nichts bekannt. Außerdem wurde die Rolle des Vaters außen vorgelassen, warum eigentlich? Laut dem „Hanauer Anzeiger“ soll Rathjen Senior in der Nachbarschaft gefürchtet sein.
    Außer Zweifel steht, dass der Täter psychisch schwer beeinträchtigt war. Er litt an Verfolgungswahn, den er durch rechtsextreme Thesen aus dem Internet nährte. Mir ist nicht klar, wieso Sie diese schreckliche Tat jetzt den Frauen und dem Feminismus anlasten möchten. Und was ist mit den Menschen mit Migrationshintergrund, die er umgebrachte? Was haben die Ihm angetan?

  24. @Web🐻

    Soll man den Terror des Kollektivs der religiösen “Geistlichkeit” vor dem Terror des Kollektivs der Aktienhändler einordnen, denn die Unwahrheit der Systemrationalität beginnt quasi zeitgleich, auch wenn sich die Bezeichnung Aktienhändler im zeitgeistlich-reformistischen Prozess scheinbar anders entwickelt hat???

  25. Weitgehend freies unternehmerisches Handeln gehört zur liberalen Demokratie, der Staat hat hier lenkenden Charakter und hat sich um “Auswüchse” zu kümmern.
    Der Handel mit Aktien, die die Teilhabe an Unternehmen der Wirtschaft verbriefen, gehört zum möglichst freien unternehmerischen Handeln hinzu.
    Sie scheinen ja einen sozusagen urwüchsigen Bauwagen-Sozialismus in Wohndörfern zu promovieren, auch dies geht, ist nicht verboten, Kommentatorenfreund ‘hto’.
    Ihre Sichten werden ja zur Kenntnis genommen.

    BTW, wer sich über den Hanau-Täter informieren will, nimmt am besten zuerst das Täter-Video und das Täter-“Manifest” zur Kenntnis, beides im Web verfügbar, das Manifest ist in doppelten Anführungszeichen geschrieben, denn es ist von Wahn gekennzeichnet, entspricht nicht anderen Manifesten beispielsweise denjenigen von Breivik oder vom Unabomber, auch beispielsweise die Kräfte des Islamischen Staats waren rational in ihren Rechtfertigungen.

  26. Wenn erwachsen werdende oder erwachsene Kinder gezwungen sind bei ihren Eltern zu wohnen, dann kann die freie Entfaltung ihrer Persönlichkeit stark eingeschränkt werden.
    Der Zwang bei den Eltern zu wohnen, und auch die Kleinheit der Wohnungen, kann finanzielle Ursachen haben.
    Die Unterdrückung der Entfaltung der Persönlichkeit kann zu Depressionen, Aggressionen und anderen Störungen führen.
    Das kann auch zur Flucht in eine frühe Ehe, oder zum Konsum von Drogen führen.
    Vermutlich sind die Nestflüchter freier und glücklicher.
    Bei jahrelanger Unterdrückung der Persönlichkeit kann es dann überraschend zu einer unangenehmen Explosion kommen.

  27. Natürlich geschieht Terror immer in einem sozialen Kontext, was sonst, aber es scheint mir verfehlt, einen Kausalnexus vom sozialen „Ist“-Zustand zu individuellen unmoralischen Handlungen zu ziehen. [Kommentatorenkollege ‘Bal’]

    Dies geschieht, um mit terroristischen Angriffen fertig werden zu können, auch psychisch, es fällt einigen leichter eine Schuld oder zumindest eine Ursache in der (eigenen) Gesellschaft zu suchen und vor allem auch zu finden.
    Hier ist auch eine Mode festzustellen, die Frage “Was haben wir getan, damit die Anderen so böse wurden?” erlaubt immerhin den Lösungsansatz, dass “wir” uns ändern müssen, damit es nicht mehr zu Terrorismus kommt.

    Modisch und armselig natürlich, denn es liegt beim Terrorismus eine Gefahr vor, kein Risiko, das eine (freiheitliche) Gesellschaft in Kauf genommen hätte.
    Luhmann bspw. unterschied stets fein zwischen Gefahr und Risiko.
    Diese Gefahr kann verstanden werden, wenn sich den Denkweisen der Terroristen angenähert wird, sie ernst genommen werden mit ihren politischen Zielen und den zugrunde liegenden Ideenmengen.
    Beim Hanau-Täter kann der Schreiber dieser Zeilen allerdings so nicht folgen.

  28. Die erste ‘soziale Ursache’ ist immer die Familie,Eltern,Geschwister,Großeltern, Verwandte,Freunde der Eltern. Dann Kindergarten,Schule,Freunde und Bekannte.
    Bevor es zu einem wie auch immer sortierten Weltbild kommt,bilden sich dort die Wechselwirkungen zwischen Freund-Feind,Angriff-Verteidigung,Macht-Ohnmacht,Täter-Opfer,Kontrolle-Freiheit,Selbst-Fremdbestimmung,Schutz-Ausgesetztheit,Liebe-Hass,Über-Unterordnung,usw aus.
    Zum Maskulinismus gehört die Rolle des Heldentums. Ich habe den Eindruck,dass sich faschistische Rollenbilder des Heldentums wieder einschleichen sollen. Märtyrergehabe und -stilisierung ist Heldenepos. Da prallen faschistische Rollenbilder aus Ideologie und Religion aufeinander. Generieren gegenseitig Heldengeschichten aus dem gegenseitigen Vorwurf und der Behauptung der unausgegorenen Debatte zur Überlegenheit. Der Überlegene gewinnt. Alle verlieren.
    Es dürfte nicht schaden,sich der Liberalen Idee zwischen Maskulinismus und Feminismus im Dauerstreit zwischen links-rechts zu vergewissern.
    Mir macht es den Eindruck, Hass ist ein Rollenproblem.

  29. @hto
    Die Verbreitung von Hassbotschaften durch ´soziale Medien´ ist ein Teil von deren Geschäftskonzept: Verweildauer im Netz = Werbezeit = Werbeeinnahmen.

    Biser sind die ´sozialen Medien´ Täterorientiert: Wer eine Hassbotschaft verbreitet, erzeugt Werbezeit. Wenn das Opfer diese Botschaft erhält und sich wehrt – entsteht wieder Werbezeit. D.h. man verdient mehrmals.

    Solange es Leute gibt, welche diesen üblen Mechanismus unterstützen, wird die Verbreitung von Hass/Beleidigungen immer mehr zunehmen. Es lohnt sich für die Betreiber dieser Netzwerke.

    Mein Vorschlag ist, dass möglichst viele Nutzer ihren Zugang kündigen – erst wenn die Geldquelle verschwindet, wird man diese Hassspirale unterbrechen können. Denn nur dann werden die Betreiber der ´sozialen´ Netzwerke bereit sein, ihr Geschäftskonzept zu korrigieren.

    Mein Vorschlag: Wer in sozialen Medien Hassbotschaften/Beleiligungen veröffentlicht und/oder teilt – soll den Zugang vier Wochen gesperrt bekommen.
    Wer ein ´like´ dazu vergibt – soll den Zugang zwei Wochen gesperrt bekommen.

    Wir brauchen eine eindeutig und deutlich opferfreundliche Veränderung der sozialen Netzwerke. Nur wenn solch eine Sperre lange genug ist, zeigt sie Wirkung – denn dann überlegt man sich ob/was man veröffentlicht, teilt bzw like-d
    z.B. Viele Frauen erhalten Nachrichten mit sexuellen Beleidigungen. Wenn es lange deuernde Sperren gegen Beleidiger geben würde, steigert dies die Lebensqualität von Frauen deutlich.

  30. Es bringt in diesem Zusammenhang nicht viel, Kommentatorenkollegin ‘Mona’, hier zu spekulieren und gar persönliche Steckenpferde zu reiten, wie nicht nur Sie dies getan haben.
    Nehmen Sie das “Manuskript” und das Video des Hanau-Täters zK, danke.
    Der O-Ton statt die Interpretation anderer (die ebenfalls aktuell “Steckenpferde” reiten, politisch ihr Ding machen) ist oft besser : “Go to the sources!” (Lucy Maynard Salmon)

  31. @Mussi (Zitat):

    Die erste ‘soziale Ursache’ ist immer die Familie,Eltern,Geschwister,Großeltern, Verwandte,Freunde der Eltern. Dann Kindergarten,Schule,Freunde und Bekannte.

    Antwort: ??. Bei Amokläufen kann das so sein. Beim Terrorismus, der ja typischerweise ideologische/politische/religiöse Motive vorgibt, weniger. Der islamistische Terrorismus beispielsweise geschieht im Namen des wahren Islams, rassistisch motivierte terroristische Attacken wie in Christchurch auf zwei Moscheen oder jetzt in Hanau nehmen meist explizit Bezug auf die Überlegen/Unterlegenheit von gewissen Rassen.

    Politisch/Weltanschaulich motivierter Terrorismus schliesst natürlich nicht aus, dass auch familiäre Hintergründe zur Tat beigetragen haben. Aber die Tat richtet sich an ein Publikum von Rassisten/Antirassisten.

  32. @MH
    Von Rollenbildern ist es nicht weit zu Weltbildern, wie die Pamphlete zeigen und so zu Ideologien und somit zur Frage der Herrschaft,dem zentralen Begriff der politischen Theorie.

  33. Hass ist genau so schlecht, wie Liebe gut ist, wenn es um Meinungsäußerung geht, beides darf gerne zu Hause bleiben und bleibt als persönliche Befindlichkeitsäußerung irrelevant.
    Ansonsten stört Emotion nicht sonderlich, kann überlesen werden, macht den Braten nicht fett, taugt nicht als rhetorisches Mittel.

    Wobei sich gerade in der BRD die ungute Entwicklung auftut Hass, wenn er die Richtigen trifft, als ehrbar und wichtig zu verstehen, als sog. Haltung, die zu zeigen wäre, dabei Liebe zur Demokratie vorgetäuscht wird.

    Die Freiheit der individuellen Meinungsäußerung, ob mit dem Zeigen von Emotion verbunden oder auch nicht, ist zentral für die liberale Demokratie.
    Der Schreiber dieser Zeilen macht sich mittlerweile schon ein wenig Sorgen, wie legitime politisch rechte Meinung in der BRD herabgesetzt wird und deren Träger “verschweint”, dehumanisiert werden, vermutetes Ziel : möglichst vollständige Delegitimierung von Meinung und Meinungsgegner (der “Feind” sei, also etymologisch ableitbar : zu hassen ist, hier schließt sich der Kreis), so kann sich praktischerweise auch die Sachdiskussion gespart werden.

    Da würden einige hassen und so – und Hass, der geht ja gar nicht! [1]

    Lol, wenn die Bundesdeutschen mit ihren anti-rechten Einstellungen international zugreifen würden, müssten sie viele demokratische Regierungen delegetimieren. – Ein erneuter deutscher Sonderweg?

    MFG – WB

    [1]
    Dr. Webbaer hat sich vor vielleicht drei Jahren einen Text von Anetta Kahane zugeführt, einer bundesdeutsch bekannten Anti-Hate-Speech-Kraft, und in dem drehte sich alles um Hass, bei oder in Dr. Webbaer drehte sich dann auch etwas, denn der Text war dezent formuliert nicht von besonderer Verständigkeit gekennzeichnet, und Dr. Webbaer hatte ihn sich vier-, fünfmal durchgelesen, es war ein längerer Text, schwer verdaulich, suggestiv und eben redundant-zirkulär.

    Und Dr. Webbaer meditierte über ihn, kontemplierte und kam so nach ein, zwei Stunden zu dem Schluss, dass der Text nicht viel aussagt, außer, dass da jemand ist, der Hass und Hassende selbst stark hasst, so zum Hassenden, in diesem Fall auch : zur Hassenden geworden ist, sozusagen in die Hassfalle hinein gelaufen ist und ihr selbst zum Opfer fiel.

  34. @KRichard

    Die Medien, die einzig dem Surfen auf dem bewusstseinsschwachen wie bewusstseinsbetäubten Zeitgeist dienen, sind nicht sozial, also gibt es soziale Medien nicht.

  35. Erster Nachtrag, zweiter Beitrag:
    Zuerst kommt das nicht artikulierbare Unbehagen, und dann kommt die scheinbar grundlose Aggression.
    Erst danach geht man auf die Suche nach den Schuldigen, und findet dabei Ausländer, oder Kapitalisten, oder irgend eine andere Gruppe.
    Rathjen fühlte sich schon als Kind von anderen Menschen überwacht.
    Das trifft meistens zu, denn Kinder werden von Eltern und Lehrern überwacht.
    Die meisten Menschen entwickeln in der Pubertät das Bedürfnis, von der Überwachung und den Überwachern weg zu kommen.
    43 Jahre unter der elterlichen Überwachung könnte die Paranoia begünstigen.
    Danach sucht man die schuldige Gruppe für die Paranoia.
    Wenn man als wenig attraktiver Mann eine stark attraktive Frau sucht, dann kommt zuerst die Frustration und dann die Aggression.
    Hier ist dann die schuldige Gruppe schnell gefunden.

  36. @WebBär
    so ungefähr.
    niemand wird etwas gegen ein eher konservatives Familien und Weltbild haben,in dem Eltern Autoritäten sind. Die sogenannten Rechten haben aber ihr daraus entspringendes Problem mit Autoritarismus nicht geklärt.
    Und das ist genau das gleiche Problem beim politischen Islamismus.

  37. @web🐻

    In wirklich-wahrhaftigem “Bibel-Sprech”: Wer sich als “Einzelner” glaubt von Hass und anderen irritierenden Emotionen befreit und meint die Liebe allein verstanden zu haben, der sitzt nur einer weiteren stumpf-, wahn- und blödsinnigen Illusion auf, bzw. rennt gegen eine weitere Wand des Schicksals, denn Erlösung nur nach ganzheitlicher Erkenntnis!

  38. Theater in der Wissenschaft:

    Im Rahmen der Bewerbung für die Exzellenzinitiative meiner ehemaligen Uni wurden einzelne Bereiche von externen Evaluationen (vermeintlich wichtigen Profs vorrangig ausländischer anderer Unis) besucht. Die Vorbereitungen waren lächerlich:
    Mitarbeiter sollten an dem Tag im Anzug bekleidet(!) auf den Gängen des Instituts untereinander Fachgespräche auf Englisch führen; gut sichtbar für die durchziehende Evaluatorenkolonne, die kurz in ein zwei Labore reinschauen sollten.
    Dazu gab es natürlich eine Generalprobe.

    Bei einem ähnlichen Evaluationsevents einer anderen Wissenschaftsinstitution wurden Mitarbeiter (aka die Reste des Mittelbaus) zeitlich eng getaktet von A nach B und zuletzt in den zentralen Hörsaal für die Vorträge geschickt, um Mitarbeiterstärke in einzelnen Bereichen und Interesse an den Vorträgen zu simulieren.
    Natürlich auch mit Generalprobe.

    In beiden Fällen erfolgreich.

    Ich behaupte, dass die externen Profs das doch auch wussten, dass alles nur Theater war, aber sie wollten es vermutlich nicht sehen, bzw. war es nicht ihre Aufgabe abseits des Ausfüllen der Evaluationsformulare.

    Das war alles viel direkter als das für das „System“.

  39. @Terrorursachen

    Ich finde, das jeweilige Narrativ von Extremisten hat eine deutliche Eigeninitiative. Oft ist es für sich selber schon wirksam genug, dass sich der Extremismus über Jahrzehnte von selber erhält. Die konkreten Personen, die dann tatsächlich zur Waffe greifen, sind dann nochmal eine spezielle Population. In der Antifada der Palästinenser war das so organisiert, dass gezielt suizidale Personen angesprochen wurden, ihren ohnehin gewünschten Suizid nochmal in den Dienst der gemeinsamen Sache zu stellen. Damals gab es über Jahre hinweg fast täglich Selbstmordanschläge in Israel, soweit ich mich erinnern kann. Das führte dann tatsächlich zu einem relevanten Risiko für den einzelnen Israeli.

    Bei der der derzeitigen Intensität der rechtsradikalen Anschläge würde ich sagen, dass wir davon ziemlich weit entfernt sind. Die Wahrscheinlichkeit für Kleinunternehmer mit Migrationshintergrund, an solchen Anschlägen zu sterben, ist immer noch um Größenordnungen geringer, als bei Verkehrsunfällen ihr Leben zu verlieren. Die Aufregung angesichts des Unrechts dieser Taten ist allerdings auch wieder normal.

    Sicherlich spielen soziale bzw. soziologische Verhältnisse eine Rolle, wenn sich extremistische Narrative bilden und ausbreiten, und als speziellen Teil davon, dass sich Personen, die mit Mordanschlägen liebäugeln, dort einreihen.

    Insbesondere führt die herrschende „Leistungs“-Gesellschaft unter den Menschen verbreitet zu einer persönlichen Wüste zwischen Sinnlosigkeit und Ausgrenzung, die anfällig macht für allerlei Unsinn. Jetzt ist allerdings der durchschnittliche AfD-Wähler noch kein Mordattentäter. Wobei allerdings vor allem der freizügige Umgang der ganzen rechten Szene mit der Wirklichkeit meiner Ansicht nach wesentlich destruktiver ist, als die derzeit doch eher vereinzelten Mordattentate.

    Alles was rechts ist, jetzt zu hassen, hilft aber auch nicht wirklich weiter. Die Karre ist in den Dreck gefahren. Die Kombination von Harz4 und Migration haben in Deutschland einen Niedriglohnsektor entstehen lassen, der verbreitet einen verzweifelten Kampf gegen den sozialen Abstieg verursacht hat. Diejenigen, die es mit Ach und Krach geschafft haben sich vor einer prekären Situation zu bewahren, haben jetzt die größte Angst, doch noch in Harz4 und Niedriglohn abzurutschen. Jetzt Harz4 zu entschärfen wäre zwar angeraten, allerdings würde das erst in 20 Jahren wirken, der Zug für die aktuellen AfD-Wähler ist längst abgefahren, fürchte ich.

    Und die Migration reduzieren? Alle, die hier wirklich was zu sagen haben, profitieren doch von den vielen Migranten. Angesichts des Geburtenmangels sorgen die Migranten dafür, dass hier nicht die Mieten in den Keller gehen. Ohne diese massive Migration wäre den Immobilienbesitzern längst jeglicher Profit abgängig geworden. Und der Niedriglohnsektor kommt den Arbeitgebern sehr entgegen, und auch die Besserverdiener freuen sich über günstige Preise in der Gastronomie, bei den Putzhilfen oder in der Prostitution.

    Ich bin wirklich keine Ausländerfeind, aber die Kombination von Asylbewerbern und EU-Arbeitsmigranten hat in den letzten 20 Jahren Ausmaße angenommen, die ich nicht mehr gut finde. Wer hier Wurzeln geschlagen hat, hier womöglich sogar eingeheiratet hat, den können wir auf keinen Fall mehr vertreiben, das wäre eindeutig gröbstes Unrecht. Aber einen Teil der EU-Arbeitsmigranten wieder loszuwerden, das fände ich verlockend. Ein hoher und auch durchgesetzter Mindestlohn würde genau das leisten. Dann würde sich auch der Wohnungsmarkt in den Großstädten entspannen, und wir hätten vielleicht sogar wieder Luft, um Asylbewerber aufzunehmen, die wirklich an Leib und Leben bedroht sind, wenn sie kein Land finden, in das sie vor Verfolgung flüchten können.

    Aber wie das in dieser Lobby-Demokratie möglich sein soll, erscheint mir sehr schwierig. Ich würde mich nicht wundern, wenn selbst eine AfD in der Regierungsverantwortung von den Lobbyisten so in die Mangel genommen wird, dass sie dieses heiße Eisen nicht anfassen werden. Die Wirtschaft lebt eben einfach zu gut mit den Migranten.

  40. Dass der politische Terror in Europa besondere soziale Ursachen haben könnte, kann ich weniger nachvollziehen.

    Zumal die eher „armen“ Oststaaten in der EU kaum Terror haben und z.B. in Polen, besonders viele Flüchtlinge aus der Ukraine oder noch ärmeren Ländern leben. Diese „Flüchtlinge“ machen zumindest keinen Terror.

    Terror hat eher ideologische Ursachen. Besonders, nennen wir es ruhig rassistische Religionen/Ideologien, haben ein ausgeprägtes „Überlegenheitsgefühl“ und sehen andere im gleichen Staat lebende als „(ungläubige) Untermenschen“. Diese Sicht ist sowohl bei den Nazis als auch bei denjenigen Moslems die Andersgläubige nicht achten wollen, besonders ausgeprägt.

    In Frankreich/England begehen die Moslems Terrorüberfälle, aber davon dass die Einheimischen mit Terror „zurückschlagen“, hört man kaum. Man handelt rational.

    Es sieht so aus, als würde in allen Ländern, neuerdings sogar in England, diese Problematik bei der Bevölkerungsentwicklung berücksichtigt und man strebt an, mit einer restriktiven Einwanderungspolitik vorsorglich derartige Zustände zu verhindern.

    Die „erfahrenen“ Einwanderungsländer Amerika, Australien … machen es vor wie es geht.

  41. @ Martin Holzherr
    20.02.2020, 15:45 Uhr

    Zitat:
    Anders als bei einem echt kriegerischen Akt streben Terrorakte aber keine Geländegewinne oder Kriegsbeute an, sondern sie wollen Angst und Schrecken verbreiten …

    -> Ich bin nicht sicher, ob das so stimmen kann.
    Warum wollte jemand Angst und Schrecken verbreiten?

    Ich bin mehr der Auffassung, das es nur mit einer Rache-Aktion zu tun hat. Es ist dem Täter egal, ob das Angst und Schrecken verursacht – zumal die Täter oft eben diesen Effekt (wenn er denn überhaupt so umfassend entsteht) nicht mehr erleben, weil sie selbst tot sind. Und wenn es etwas gibt, dass man annehmen muß, wenn ein solches Ziel hinter der Tat steckt, dann ist es wohl diese Selbstwirksamkeit auch derartig zu erleben.

    Haben sie Angst? Oder “kombinieren” sie nur die üblichen erwarteten Folgereaktionen der Menschen ohne selbst etwas zu empfinden?

    Aber das scheint mir alles nicht in diesem Zusammenhang zu stehen. Es sei denn, die Szenerie sieht so aus:
    Der Täter ist durch irgendwas motiviert solches zu tun. Dann tut er es. Und dann, als er seiner Mutter davon berichtet, geschieht folgendes:
    Die ist so gar nicht davon beeindruckt…oder stolz auf diese Tat ihres Sohnes; stößt ihn von sich und demonstriert deutlich ihre Abneigung. Woraufhin der Täter dann auch seine Mutter tötet.
    Und weil dann nichts mehr Wert hat, tötet er sich selbst auch noch.

    Dann wäre allerdings nicht die Tat so zu sehen, das der Täter die angegriffene Gesellschaft beeinflussen wollte, sondern etwa seine Mutter oder andere unmittelbare Mitmenschen.

    Aus gewissen Bedingungen, die man nicht all zu oft öffentlich an/bespricht, kann man anhand solcher Szenarien auch erklären, dass vieles/alles an der Anerkennung der Frau / der Mutter liegt. Fällt diese weg, besteht für jeden Mann ein Ausnahmezustand und… mithin eine Entfremdung von der Welt, die ihn umgibt. Es ist aber nicht die Welt, die die Welt umgibt, die ihn umgibt – also der ganze Rest der Welt drumherum…wo manche dann sagen, sie wäre das Ziel indem Angst und Schrecken darin verursacht werden solle.

    Die einfachsten Denkweisen und Schlußfolgerungen sind nicht immer die wahrsten oder diejenigen, die tatsächlich auch zutreffen. Menschen, die durch solche Anschläge und Attentate überrascht sind, weil sie den Rest der Welt, in dem das geschah, nicht “im Blick” hatten (was nur menschlich ist, weil man nie alles zusammen beobachten kann), beginnen dann trotzdem zu denken, das über das subjektive hinaus Zusammenhänge geschlossen werden könnten.
    Dabei ist davon ausgehen zu können, das Täter in einer psychischen Verfassung sind, die absolut nicht dazu hinreicht, solche übersubjektiven Zusammenhänge auch wirklich zutreffend zusammenführen zu können.

  42. Entfremdung = Befremdung?

    Wenn wir “Entfremdung” sagen, meinen wir das Entfernen von der sozialen Umwelt.
    Mir erschliesst sich aber nicht, wieso wir dann “Entfremdung” sagen sollten.

    Die Vorsilbe “ent” deutete hier doch das Gegenteil von dem, was wir meinen.

    Solche Bedeutungsdfallstricke finden sich viele in der Sprache und niemanden fällt es wirklich auf.

  43. @Holzherr: Berühmtheit

    Sie wurden tatsächlich berühmt und ihr Schulmassaker wurde sogar namensgebend für einen Film.

    Nun ja – wer will heute nicht berühmt sein?

    Glücklicherweise werden aber nicht alle mit diesem Lebensziel Massenmörder. Da muss doch irgendwo vorher eine “Sicherung” durchknallen und man muss seine Opfer auch irgendwie als Feinde sehen können.

    So oder so – von ihrem Ruhm hatten die Täter dann ja aber nicht mehr viel.

  44. @Mussi: Maskulinismus

    Die Verwendung dieses unklar definierten, aber durchgängig sehr negativ konnotierten Begriffs erscheint mir nicht sehr sinnvoll.

    Es gibt inzwischen viel Aufmerksamkeit dafür, dass etwa Zeichentrickfilme solche Rollenbilder wie die befördern, Frauen seien Prinzessinnen, die sich vom Prinzen retten lassen müssten. Dass der Prinz dann für die Frau kämpfen und auf dem Weg andere Männer (oder meist männliche Monster) kaputtschlagen soll und muss, dafür gibt es noch nicht so viel Aufmerksamkeit; das ist eben eine nach wie vor typische Rolle eines Mannes – oder nicht?

    Und wenn man dann glaubt, Europa würde von arabischen Einwanderern angegriffen, dann ist in dieser Gedankenwelt doch recht deutlich, wie man zum “Helden” werden kann, oder nicht?

    So oder so – mir scheint die Redeweise von “männlichen Rollenbildern” sinnvoller als die vom “Maskulinismus”.

  45. @P.R.: Theaterspielen

    Danke, dass Sie solche Beispiele hier mit uns teilen; mir sind ähnliche Fälle bekannt. An einem sollte ich mal mitwirken: Ich hatte mit mir selbst vereinbart, dass ich meinen Mund halte, bis ich angesprochen werde; und wenn doch, dann würde ich die Wahrheit sagen. Niemand hat mich gefragt. Also saß ich die 60-90 Minuten schweigend im Raum. Das ist dann noch die Theaterrolle, die mir am ehesten passt.

    Im Vergleich dazu ist der Fall einer Stadt, die sich einmal zur schönsten Europas wählen lassen wollte, und sich dann für den Besuch der Gutachter u.a. Lämmchen ausgeliehen hat, die man auf dem städtischen Rasen grasen ließ, fast schon putzig. Auch dieser Versuch hat übrigens funktioniert.

    So ist das in einer Welt, in der es nur ums Gewinnen geht.

  46. @Jeckenburger: Spitze des Eisbergs

    Bei der der derzeitigen Intensität der rechtsradikalen Anschläge würde ich sagen, dass wir davon ziemlich weit entfernt sind. Die Wahrscheinlichkeit für Kleinunternehmer mit Migrationshintergrund, an solchen Anschlägen zu sterben, ist immer noch um Größenordnungen geringer, als bei Verkehrsunfällen ihr Leben zu verlieren.

    Das stimmt in der Sache wohl schon; aber solche Mordanschläge sind meiner Meinung nach nur die Spitze des Eisbergs. Der Preis für das Festhalten an der ökonomischen Wettbewerbs- und Leistungsgesellschaft erscheint mir viel höher. Das müsste man dann aber systematischer ausarbeiten. Dazu fehlt mir gerade die Zeit.

  47. @Jeckenburger: Migration

    Und die Migration reduzieren? Alle, die hier wirklich was zu sagen haben, profitieren doch von den vielen Migranten. Angesichts des Geburtenmangels sorgen die Migranten dafür, dass hier nicht die Mieten in den Keller gehen.

    Sowohl diejenigen, die (aus nationalistischen Gründen) Migration verteufeln, als auch diejenigen, die sie (aus ökonomischen Gründen) befürworten, denken letztlich zu Kurz: Die Einen sind sich nicht darüber im Klaren, dass dann niemand für sie da sein wird, um ihnen im Krankenhaus oder im Altersheim, um es mal salopp zu formulieren, den Hintern abzuwischen; die Anderen übersehen, dass man einen Menschen eben nicht so wie einen leblosen Gegenstand problemlos von Umgebung A in Umgebung B verpflanzen kann.

    Ich bin selbst (Arbeits-) Migrant, wenn auch hochqualifizierter; aber ich habe auch mit vielen mittel- bis hochqualifizierten Migranten aus Ost- und Süd-Europa in Deutschland und den Niederlanden gesprochen und viele leiden unter den Integrationsproblemen und/oder vermissen ihre Heimat.

    (Ich vermisse nach rund zehn Jahren immer noch hin und wieder Deutschland; auch wenn es ein paar andere Dinge gibt, die mir hier in den Niederlanden besser gefallen.)

  48. @Jeckenburger: Flucht- und Migrationsursachen

    Die Meisten kommen doch, weil es in ihren Heimatländern so schlimm ist. (In einem gewissen Sinne gilt das sogar für mich: dass man nämlich als junger Wissenschaftler in Deutschland kaum einen ehrlichen Arbeitsvertrag bekommen kann. Nach dreieinhalb Jahren Verarschung im öffentlichen Dienst reichte es mir erst einmal.)

    In diesem Sinne ist relevant, dass die Mainstream Wirtschafts- und Entwicklungshilfepolitik doch darauf hinausläuft, dass es den Unterschied zwischen armen und reichen Ländern immer weiter geben wird, wenn er dadurch nicht sogar zunimmt.

  49. @Schleim

    Die Täter von 9/11 haben von ihrem zweifelhaften Ruhm auch nix, trotzdem kommen mir diese gebildeten und teils studierten Menschen/Theaterspieler wie Verzweiflungstäter von/für etwas GRÖSSERES vor, damit meine ich ganz sicher nicht die westliche Hasswelle!

  50. So wie ich diesen psychisch-kranken Menschen von Hanau jetzt sehe, ist er wohl auch nur ein nicht vernetzter Verzweiflungstäter, der für den logischen Hass dieser offenbar veränderungsUNwilligen Welt- und “Werteordnung” nach rechts für die herkömmlich-gewohnte Schuld- und Sündenbocksuche instruMENTALisiert wird.

  51. Soweit ich einigen Medien entnehmen konnte, war wohl seine Familie (Vater und Mutter) auch schon recht aggressiv. Möglicherweise hat sich das auf den Sohn “übertragen”.

  52. @Stephan Schleim
    “Benachteiligung von Frauen”
    Da heben Sie ohne Zweifel recht, aber wo liegt der Widerspruch?
    Es gibt Männer, die mißbrauchen, gleichzeitig aber, wie Sie selber schreiben, Bereiche, wo Männer benachteiligt werden. Das kann man eins zu eins auf die Frauen übertragen, mit dem Hinweis auf Täterinnen wird das Eine gesagt, ohne das andere zu bestreiten.
    Gute Autoren gibt es, man kann auch vom “real existierenden Feminismus” sprechen, aber es ist schon Fakt, daß die vernünftigen Teile nicht diejenigen sind, die heute die Richtung bestimmen.
    Stand heute, bis in die 90er war das völlig anders, die Frauenrechtsbewegung war nicht überwiegend eine Frauen-sind- rechts- Bewegung, sondern liberal geprägt, im echten Sinne des Wortes.

  53. @Mona
    Niemand macht so etwas wegen Vernachlässigung, und warum hören Sie jetzt plötzlich so genau auf den Täter, wo er doch sonst so ein Wirrkopf gewesen sein soll?
    Daß nichts von Mißbrauch bekannt ist, ist logisch, was nicht sein darf, existiert auch nicht. Das ist doch jetzt wirklich nicht neu, daß es massive Tabus gibt, die auf großer Breite unter den Teppich gekehrt werden, ist so alt wie die Menschheit selber. Machen Sie mal eine Umfrage im Establishment des 19.Jahrhunderts, was die Bildungsfähigkeit von Frauen angeht. Wie realistisch wird, Ihrer Ansicht nach, das Ergebnis ausfallen, und wieviel hätte es mit den vorherrschenden Dogmen der damaligen Zeit zu tun?
    Außerdem mißbrauchen Frauen etwas anders, meistens jedenfalls, Frauen neigen auch eher dazu, ihre Söhne zu Ersatzpartnern zu machen für eine Stelle, die eigentlich ein erwachsener Mann einnehmen müßte (mit Pädophilie hat das übrigens nur selten zu tun, wie bei Männern auch).
    Die Grenzen sind da fließend, zwischen emotionalem und sexuellem Mißbrauch, meist ist es eine Mischform aus beidem, wie auch bei männlichem Mißbrauch, das Ganze dann immer wieder vermischt mit Phasen echter und gesunder Mutterliebe, was die Sache dann völlig unberechenbar und für Betroffene zu einer heillosen Überforderung werden läßt.
    Interessant, daß Sie automatisch unterstellen, ich würde “den Frauen” die Schuld geben, ein weit verbreiteter Reflex, auch bei intelligenten Zeitgenossen.
    Ich habe das nirgends gesagt, es ist einfach nur so wie bei Männern, es gibt eben Menschen, die bestimmte Dinge tun und wenn eine Frau eine Straftat begeht, und etwa ein Polizist das ausspricht, unterstellt ja auch niemand, er habe die Frauen unter Generalverdacht gestellt.
    Die Aussage “Feminismus” war etwas pauschal, zugegeben, ich meinte den heutigen Feminismus, bzw. dessen Grundausrichtung.
    Grundproblem ist, daß es zwar (noch) ein Patriarchat gibt im öffentlichen und beruflichen Bereich, aber nie jemand über das Matriarchat im Privatbereich spricht, was aber zwingend nötig wäre, wenn man die Machtverteilung der Geschlechter analysiert.
    Frauen üben dort meist die Macht aus, inklusive des Mißbrauchs desselben, der immer bei einem Teil zu beobachten ist, v.a. wenn Macht negiert und nicht beobachtet wird- das gilt nicht nur für die Geschlechter, sondern für alle Formen der schlecht kontrollierten Macht, Frauen sind da nicht schlechter, aber auch nicht besser als andere Gruppierungen.

  54. @Tobias Jeckenburger, Sowasvon sowas und Stefan Schleim.
    Terrorismus wirkt über den Schrecken und die Verunsicherung durch eine einzelne , die schlimmsten Ängste aktivierende Tat – und auch über die mediale Wirkung dieser Tat, die in x Leitartikeln reflektiert wird und in Ansprachen von Bundespräsidenten und Regierungschefs der gesamten Bevölkerung bewusst gemacht wird (falls sie es nicht schon war). Das Massaker von Hanau war sogar den besten Autoren der New York Times noch einen längeren Artikel wert.
    Also: es gibt sogar eine weltweite Wirkung. Mehr Menschen auf der Welt haben von Hanau erfahren als Deutschland Einwohner hat! Für mich ist es absolut klar, dass auch die Täter das antizipieren und dass diese Breitenwirkung ein Mitgrund ist, warum die Tat begangen wird – und vor allem in dieser Form (möglicherweise noch mit Live-Videoaufnahme) inszeniert wird.
    Was aber hat es mit dem Einwand zu tun, dass sie – die Täter – meist die Tat nicht überleben? Nun, keiner überlebt das Leben. Wenn es stimmen würde, dass nur die eigene Lebenszeit, nicht aber die Erinnerung an mich als Person, eine Rolle spielt, dann würde sich niemand mit dem eigenen Begräbnis oder dem Testament beschäftigen. Und auch schon die Pharaos hätten auf die Pyramiden verzichten können.
    Das Vermächtnis der RAF beispielsweise besteht auch darin, dass sie heute noch ein Begriff sind, dass sich tausende von intelligenten Leuten mit ihnen beschäftigt haben und wohl 1000 Mal mehr Seiten Papier über die RAF geschrieben wurde als die RAF-Mitglieder selber an Papieren verfasst haben.

    Weil Terroristen mit ihrem Tod rechnen, bedeutet das für sie selbst und auch für ihr „Publikum“, dass ihre Sache, ihre Mission, so wichtig sein muss wie das Leben selbst. Doch die Ideen, Überzeugungen und die Ideologie, für die sie ihr Leben hingeben ist bei näherer Betrachtung meist eine so stark verzerrte Wahrnehmung der Wirklichkeit, in der sie und wir leben, dass man am gesunden Menschenverstand dieser Täter zweifeln muss. Und tatsächlich sind nicht wenige dieser Attentäter geistig/psychisch krank. Nicht so krank, dass sie ihre Tat nicht mehr minutiös planen könnten, aber doch so krank, dass sie in dieser Welt nicht mehr leben können.

    Terrorismus lebt fast immer von starken Überzeugungen und ist nur ausnahmsweise einfach eine Inszenierung nur um selbst bekannt zu werden. Denn Terrorismus ist eine Form der Konmmunikation des Individuums mit der gesamten Gesellschaft. Es ist eine Debatte mit Waffen, mit Bomben, mit Toten und Verstümmelten anstatt mit Worten und der Attentäter ist sich ziemlich sicher, dass er die stärkeren, jedenfalls wirksameren Argumente hat – denn seine „Worte“ verhallen nicht so schnell.

  55. @ Martin Holzherr 21.02.2020, 21:53 Uhr

    Ich vermute, ausgehend von Ihren Gedanken, der Grund dass relativ viele Menschen der Immigration kritisch bis feindlich gegenüberstehen, liegt einfach in den von der Evolution geprägten Denkmustern.

    Praktisch überall auf der Welt und seit „Ewigkeit“ wurden die Männer frühzeitig dazu erzogen, gegen jegliche Art einer Okkupation vorzugehen. Gott, Kaiser, Vaterland und die Familie auch unter Einsatz des eigenen Lebens zu schützen.

    Das kann man nicht einfach umkehren, indem sich manche Menschen mit weit offenen Armen an die Grenzen „hinstellen“, am liebsten „die ganze Welt“ aufnehmen wollen.

    Noch dazu werden die unerfahrenen Menschen mit unseren Sozialleistungen „geködert“. Die bei uns als Sozialhilfe ausgezahlten Gelder entsprechen fast dem Gehaltsniveau von Spitzenverdienern in den Herkunftsländern. Dass diese teilweise von Schleppern verführten armen Menschen größte Gefahren auf sich nehmen und viele dabei umkommen, verschärft das Problem.

    Dass dieses Problem zu einer tiefen Spaltung der Gesellschaft führt, manche labile Menschen die Traditionen blutig und unter Vernichtung ihres eigenen Lebens weiterführen, ist fast schon naheliegend.

    Es sind vermutlich Typen, die sich im Krieg freiwillig zu einem „Himmelfahrtskommando gemeldet“ hätten. Sie wollen, wie auch die Islamischen Glaubenskrieger, mit ihrer Tat in „ewiger Erinnerung“ bleiben.

  56. @Stephan 21.02. 17:25

    „Die Meisten kommen doch, weil es in ihren Heimatländern so schlimm ist.“

    Das ist die eine Seite. Die andere Seite ist, das es hier genug Arbeit für sie gibt. Ohne den deutschen Niedriglohnsektor würden voraussichtlich viele Betriebe ihre Produktion ins EU-Ausland verlagern, wenn wir einen hohen und auch durchgesetzten Mindestlohn hätten. Das würde einerseits dazu führen, dass die EU-Arbeitsmigranten nicht mehr so viele Arbeitsplätze hier vorfinden würden, andererseits würden ihnen diese dann in ihren Heimatländern zur Verfügung stehen.

    Ein Teil der Migration ist das Ergebnis davon, dass der Standort Deutschland einfach zu attraktiv für viele Betriebe ist. Der aktuelle Boom in der Bauwirtschaft trägt zusätzlich zur Nachfrage nach Mitarbeitern bei, und der wiederum hat neben den niedrigen Zinsen auch wiederum was mit Migration zu tun. Würden hier einige wieder das Land verlassen, würde sich das selbst verstärken, weil dann wieder Wohnraum frei wird und der Bauboom nachlässt.

    Polen soll sich zur Zeit bemühen, ihre eigenen Leute zurück nach Hause zu holen, weil es mit der Wirtschaft dort aufwärts geht, und ihnen jetzt dringend die Leute fehlen. Wenn sich der Trend auf ganz Osteuropa ausweitet, hätte ich die Hoffnung, das sich das Problem auf diese Weise ganz von selber entschärft.

    @Martin Holzherr

    „Terrorismus wirkt über den Schrecken und die Verunsicherung…“

    Sicherlich hoffen das die Terroristen und ihre Unterstützer, aber das führt doch so überhaupt nicht zum Ziel. Bevor man anfängt mit denen zu verhandeln, muss das ganze schon einen bürgerkriegsartigen Zustand annehmen – und selbst dann wäre es unsicher, ob wir als Gesellschaft auf Verhandlungen eingehen würden. Die RAF z.B. hatte doch nie eine Chance, eines ihrer Ziele zu erreichen. Und selbst die Antifada der Palästinenser hat wohl nichts erreicht.

    Ich denke, die Motive von Terroristen sind einfach nur emotional und von Grund auf irrational, und die ganze Aktion ist von vorne bis hinten aussichtslos. In diesem Sinne wirkt Terrorismus überhaupt nicht, auch wenn er über Jahre in den Medien das Topthema sein kann.

    Ich kann mich noch gut an die RAF-Zeiten erinnern, und wie sehr mich dieses ewige herumlamentieren mit dem Thema damals genervt hat. Das kam mir eher so vor, dass gerade Staat und Medien es darauf abgesehen hatten, die Terroristen im medialen Kampf gegen die linke und die grüne Bewegung dieser Zeit auszunutzen.

  57. @Schleim

    Tja, ohne Konkretisierung ist jeder Aufruf nur heiße Luft, bzw. der gewohnte “Aufstand der Anständigen” / eine Nullnummer.

    Du hättest im öffentlichen Dienst der BRD bleiben sollen, da wärest Du mit Deiner “liberalen” Bewusstseinsbetäubung gut aufgehoben.

    Keine Panik, ich der “altlinke Troll”, mit den absichtlich gleichen komprimierten Wiederholungen, werde hier auch nicht mehr posten, mir reicht der Scheiss mit den üblichen Verdächtigen.

  58. @ Tobias Jeckenburger (Zitat):

    In diesem Sinne wirkt Terrorismus überhaupt nicht, auch wenn er über Jahre in den Medien das Topthema sein kann.

    Antwort:
    1) Gerhard Richter, wohl der bekannteste Künstler Deutschlands, hat einen ganzen Werkzyklus über die RAF geschaffen ( hier, ein Beispiel)
    2) Mehr Menschen auf der Erde kennen die RAF als das sie etwa Steffi Graf, Boris Becker, Sarah Wagenknecht oder Jürgen Habermas kennen.
    3) der kommerzielle Wert aller Presseartikel, Bücher, Filme und Kunstwerke über die RAF übertrifft wohl den Geldwert, den die Menschheit für die Mondlandung ausgab

    Fazit: Die RAF hat eine bleibende Erinnerung hinterlassen. Wenn sie schreiben, sie habe nichts bewirkt, gehen sie davon aus, dass die RAF etwas realisieren wollte. Doch wollte sie das überhaupt?

  59. @ Elektroniker
    Zitat 1: :

    Ich vermute, ausgehend von Ihren Gedanken, der Grund dass relativ viele Menschen der Immigration kritisch bis feindlich gegenüberstehen, liegt einfach in den von der Evolution geprägten Denkmustern.

    Ja. Und ich würde noch einen Schritt weitergehen und behaupten: eine Nation, die weder ihre Grenzen kontrolliert noch einen Unterschied zwischen Bürgern und Zugezogenen macht, hört auf zu existieren.

    Zitat 2:

    Die bei uns als Sozialhilfe ausgezahlten Gelder entsprechen fast dem Gehaltsniveau von Spitzenverdienern in den Herkunftsländern.

    Ja, für mehrere Entwicklungsländer machen die von Emigrierten zurückgesandten Gelder (die sogenannten Remittenzen) mehr als 20% des Landes-BIP aus – und das obwohl Migranten zu den Niederverdienern gehören.

    Überlegung: Wenn Migration mehr bewirkt als alle Entwicklungshilfe könnte man sich auch vorstellen, dass Industrieländer bestimmte Entwicklungsländer dadurch unterstützen, dass sie Menschen von dort als Arbeiter aufnehmen. Das aber für eine begrenzte Aufenthaltszeit, also ohne Recht auf Unterstützung und Aufnahme ins Sozialsystem. Die hier ausgebildeten ausländischen Arbeiter könnten dann als Zurückgekehrte auch die dortige Ökonomie beleben.

  60. Tobias J.
    Der Terror nutzt sich ab. Als sich der erste Iraker in die Luft gesprengt hatte, war das Medieninteresse groß. Nachdem es jeden Tag zig Opfer gab, wurde das gar nicht mehr gemeldet.
    Die Gefahr ist groß, dass sich Terroranschläge in Deutschland häufen, die Bevölkerung sie aber nur zur Kenntnis nimmt und zur Tagesordnung zurückkehrt.
    Ob jetzt Hanau typisch war und sich ein roter Faden erkennen lässt, wie Terror entsteht und wie er unterbunden werden kann, dazu fehlt mir der Einblick.

    Stephan Schleim
    Gratulation zu der gelungenen und übersichtlichen Einführung in so ein komplexes Thema.

  61. @Schleim
    Basis der Ökonomie,Ziel und Zweck,ist die Kooperation. Sehr gut dargestellt in ‘Konkurrenz und Kooperation,interdisziplinäre Zugänge zur Theorie der Coopetition’ aus dem Jahre 2000 von Jansen/Schleissing.
    Desweiteren wurde dieses Jahr auf dem WorldEconomicForum interessiert der Focus auf einen stakeholder value gelegt. Der shareholder value hat die Menschen zu Funktionseinheiten degradiert und gedemütigt. Der stakeholder -berechtigter Anspruchssteller- sind im Grunde alle. Dieser Gedanke stützt die Basis der Kooperation.
    Leider ist in der Masse noch nicht angekommen,dass die Ökonomie auf Kooperation basiert,weil Konkurrenz/Wettbewerb traditionell für wesentlicher angesehen wurden und werden. Die Ökonomen müssten eingestehen,dass sie Dekaden,um es diplomatisch zu sagen,nicht ganz richtige Dogmen postuliert haben.
    Die Bedeutung der Kooperation kommt,langsam,aber sie kommt.

  62. Also packen wir’s an! Beispielsweise indem wir das ökonomische, dehumanisierende, den Menschen auf einen biologischen Mechanismus und seine Produktivität reduzierende Denken, in dem sozialdarwinistisch alle gegen alle kämpfen, wieder zurückdrängen und stattdessen eine tolerante und inklusive Gesellschaft für alle Menschen aufbauen.

    Ein merkwürdiges Fazit, letzte Absätze haben oft einen fazitären Charakter, vermutlich liegt also ein Fazit vor.

    Denn (ökonomisch) ‘dehumanisierend’ ist die liberale Demokratie nicht, ‘Sozialdarwinismus’ wird von ihr nicht angestrebt, sondern ihm entgegengewirkt, und die bundesdeutsche Gesellschaft ist unter diesen Umständen ‘tolerant’ und ‘inklusiv’.
    Gegnerschaft zur Verfassung ist erlaubt, es darf nur nicht “gekämpft” werden, Straftaten werden nun mal von der Rechtspflege bearbeitet und wer als Verfassungsfeind agitiert (ohne das es zu sogenannter Volksverhetzung kommt, was aber der Verfassungsgegner leicht meiden kann) darf weitermachen – es wird dann auf die sogenannte integrative Kraft der Demokratie gesetzt, die bereits viele Verfassungsgegner wieder in die Demokratie zurückgeholt hat.

    Die BRD hat seit ihrer Gründung den Sozialstaat mehr und mehr ausgebaut, was allerdings nicht gegen die RAF geholfen hat, die ist endgültig kurz nach 1989 ausgeschieden, also aus Gründen, die die bundesdeutsche Gesellschaft nicht zu verantworten hatte, und nun ebenfalls nicht gegen aktuellen Terrorismus von Links (“Indymedia” ist offensichtlich eine terroristische Vereinigung, die allerdings mit Samthandschuhen angefasst wird, so die diesseitige Einschätzung, die “Antifa” ist auch nicht OK, ziemlich “Fa”, oder?), von Rechts (hier wird es abweichend mit massiver Repression versucht) und vom theozentrischen Kollektivismus hilft.

    Denn diese Terroristen haben ihr eigenes ideologiebasiertes und nicht von der BRD angestoßenes Programm, sind ja aus ihrer Sicht Freiheitskämpfer, machen halt ihr Ding.
    Die liberale Demokratie kommt hier regelmäßig (also nicht immer, geht ja auch nicht), wie bereits geschrieben, mit Toleranz und Hoffnung auf Besserung der Täter und der allgemeinen politischen Lage, ist sozusagen hübsch inklusiv.
    Sie wird wehrhafter werden müssen.

    Das im Zitierten angeregte Sich-An-Die-Eigene-Nase-Fassen und das Suchen nach eigener Schuld am Terrorismus deutet aus diesseitiger Sicht auf Anpassung (vergleiche mit ‘unangepasste [Menschen] wie ich’ [Artikeltext]) hin, ist irgendwie politisch korrekt, träumerisch und leider auch nicht konstruktiv.

    Es ist halt so, dass in einer noch sozialeren und menschlicheren Gesellschaft als sie nun in der BRD vorliegt dennoch Terrorismus zunehmen wird, weil die bundesdeutsche Gesellschaft sich wohl hauptsächlich wegen der Immigration, die nicht demokratisch beschlossen und so legitimiert ist, weiter spalten wird.

    Oder liegt Dr. Webbaer im hier Geschriebenen irgendwo falsch?

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Webbaer

  63. @Mussi (Zitat):

    Basis der Ökonomie,Ziel und Zweck,ist die Kooperation.

    Kooperationsbereitschaft ist tatsächlich das was Menschen von etwa Schimpansen mindestens so stark unterscheidet wie die unterschiedliche Intelligenz. Kooperation im Sinne von “was einem meiner Verwandten gehört, gehört auch mir ein bisschen” findet sich heute noch in weiten Teilen der Subsahara, wo etwa in Senegal (gemäss dem NZZ-Artikel von David Signer: “Wer Freunde hat, braucht keine Bank”) in einer typischen senegalesischen Wohnung ein ständiges Kommen und Gehen herrscht und sich jeder Verwandte oder Freund Dinge, die gerade nicht benötigt werden ausleiht . Das können Hosen, Zigaretten, ein Fahrrad oder wer weiss was auch immer sein. Teilen ist also in Senegal der Normalfall und wer nicht mitmacht gehört nicht mehr dazu. Allerdings bedeutet das auch, dass Einkommensunterschiede in einer solchen Gesellschaft praktisch wegerodieren, weil alle davon profitieren. In Senegal bewirkt das, dass die Besserverdienenden, die, die zur Oberschicht gehören, bei diesem Sharing-System nicht mehr mitmachen und sich regelrecht abschotten gegenüber den Verwandten und ärmeren “Freunden”.

    Hier im Westen kann man eigentlich sagen, dass wichtiger als Stakeholder- oder Shareholder-Value, überhaupt das Überleben einer Firma ist. Denn in einer Situation ubiquitärer Konkurrenz braucht es nicht sehr viel, dass eine Firma pleite geht. Es genügt, wenn es eine andere Firma gibt, die billiger produziert (z.B. Amazon, die Güter frei Haus liefert – und das erst noch billiger als im Shopping-Center).
    Aber auch die Arbeiter in einer Firma bleiben ja nicht aus Solidarität und Kooperationsbereitschaft, sondern weil sie einen mindestens so guten Lohn erhalten wollen, wie in jeder anderen Firma, die sie einstellen würde.
    Wettbewerb auf allen Gebieten und gegenüber jedem Teilnehmer, bedeutet letztlich, dass jeder jederzeit optimieren muss.

  64. @Elektroniker @Holzherr

    Ich möchte daran erinnern, welche monatelange Kampagne Herr Seehofer gegen Frau Merkel vor der letzten bayerischen Landtagswahl veranstaltet hat – weil sie Flüchtlinge nach Deutschland hereinließ.

    Diese massive Polemik von Seehofer gegen Merkel+Ausländer/Fremde kam der AfD zugute, welche dadurch in mehren Landtagswahlen gut abschnitt.

    Die Idee – dass man Grenzen gegen Zuzug aus anderen Ländern dichtmachen könne um irgendwelche Probleme zu lösen oder nicht entstehen zu lassen – bringt nicht viel.
    Die Erde ist kugelförmig und wer meint, durch Grenzen irgendwelche Klima- und/oder soziale Probleme lösen zu können – ist auf dem Holzweg.

  65. Zitat Stefan Schleim:

    Also packen wir’s an! Beispielsweise indem wir das ökonomische, dehumanisierende, den Menschen auf einen biologischen Mechanismus und seine Produktivität reduzierende Denken, in dem sozialdarwinistisch alle gegen alle kämpfen, wieder zurückdrängen und stattdessen eine tolerante und inklusive Gesellschaft für alle Menschen aufbauen.

    Eine unpassende Aussage im Zusammenhang mit den Morden von Hanau, denn die offizielle Reaktion auf Hanau ist die Forderung nach mehr Ausschluss von Rechten, nicht nach mehr Einschluss, nach mehr Inklusion.
    Politiker, Journalisten, TV-Debattierer, ja alle, wollen ja Menschen wie den Attentäter von Hanau überhaupt nicht inkludieren, sondern so stark exkludieren wie es überhaupt geht. Die AfD, die nach gängiger Meinung Ereignisse wie diejenigen in Hanau begünstigt, soll stärker überwacht und von den solidarisch zusammenwirkenden anderen Parteien (inklusive Links-Partei) von allen politischen Ämtern, so weit als möglich ausgeschlossen werden. Die Hasser werden tatsächlich gehasst – zurückgehasst.

    Es gibt ja den Konsens in Deutschland, dass Rechts das Böse an und für sich beheimatet ist. Das ist allerdings nicht neu. Rechte, Fremdenfeinde, Rechtsterroristen wurden schon immer als schlechte Menschen an und für sich eingestuft während von Linksterroristen oft gedacht und gesagt wird, sie hätten ja das Gute im Sinn (gehabt) und nur zu den falschen Mitteln gegriffen.

  66. @KRichard (Zitat):

    Die Idee – dass man Grenzen gegen Zuzug aus anderen Ländern dichtmachen könne um irgendwelche Probleme zu lösen oder nicht entstehen zu lassen – bringt nicht viel.
    Die Erde ist kugelförmig

    Antwort: KRichard, sie müssen in einer anderen Welt leben.
    Was denn ist die EU viel anderes als eine Festung gegen den Rest der Welt. Sie ist zwar keine Festung gegenüber chinesischen oder amerikanischen Produkten, aber eine Festung gegenüber potenziellen Migranten. Im Mittelmeer sind in den letzten 10 Jahren 100 Mal mehr Flüchtlinge ertrunken als ganz Australien Flüchtlinge abgewiesen und in Lagern festgehalten hat. Und dennoch spricht man in Europa von der inhumanen Flüchtlingspolitik Australiens. Und vergisst darob, dass die Flüchtlingspolitik Europas vielleicht humaner aber 100 Mal tödlicher ist als die Australiens.

  67. @Mussi: Kooperation

    Da sollte man auch genau hinschauen, was mit “Kooperation” gemeint ist, und ob das nicht bloß heißt, dass ein paar ohnehin schon Starke zusammenarbeiten, um die Anderen noch mehr auszubeuten.

    Aber klar, es wäre schön, wenn es nicht nur bei diesem Umdenken bliebe, sondern sich in der Gesellschaft auch wieder Dinge verändern.

    Ich bin hier noch etwas zurückhaltend optimistisch, denn auch in der Wissenschaft höre ich das jetzt seit bestimmt bald zehn Jahren, es gehe um Kooperation, doch in der Praxis hat sich noch nicht sehr viel an den Leistungsanforderungen geändert. Im Gegenteil: Es kamen immer mehr und mehr Auflagen dazu.

  68. @ KRichard 22.02.2020, 11:06 Uhr

    Herr Seehofer wollte einfach den früher höchst erfolgreichen „mia san mia“ Kurs von Franz Josef Strauß weiterführen.

    Allerdings haben sich die Zeiten geändert.

    Wenn man im Privatleben heutzutage derartiges versuchen würde, so fällt das ganze Leben in Trümmer. Die meisten Menschen müssen diplomatisch sein und sind gezwungen die Zähne fest zusammen zu beißen.

    Obwohl ich selbst nie geglaubt hätte, dass man auf eine „Mauer“ verzichten kann, ist das der äußerst diplomatisch agierenden Kanzlerin mit ihrem multifaktoriellen Lösungsansatz geglückt. Wir haben keine Mauer, keine Megastaus an den Grenzen, keine Mauertoten, keine Mauerschützenprozesse und Deutschland hat sich die „weiße Weste“ die es nach dem Krieg so stolz trägt, nicht bekleckert.

    Die Medien und manche Politiker haben durch ungeschickte und von den Medien provozierte Aussagen der AfD die Wähler massenhaft „zugetrieben“.

    Wie in allen anderen Ländern müssen wir selbst bestimmen wer, abgesehen von den Konventionsflüchtlingen, hereinkommt. Genau so wie sich jeder für einen Job bewerben muss, gilt das auch für Ausländer.

    Dass wir wegen unserer Geburtenrate auch ausländische Mitarbeiter brauchen können ist klar, nur muss alles geregelt ablaufen.

    Das Problem bei nur eine gewisse Zeit bei uns lebenden Ausländern ist, dass sie sich nach einer Rückkehr nicht mehr an die Gepflogenheiten der Herkunftsländer anpassen können, weil sie sich an das eher „lockere Leben“ bei uns gewöhnt haben.

  69. @Elektroniker (Zitat):

    Das Problem bei nur eine gewisse Zeit bei uns lebenden Ausländern ist, dass sie sich nach einer Rückkehr nicht mehr an die Gepflogenheiten der Herkunftsländer anpassen können, weil sie sich an das eher „lockere Leben“ bei uns gewöhnt haben.

    Antwort: damit steht ihre Sicht des Lebens im Westen in diametralem Gegensatz zur Sicht Stefan Schleims, der zum Leben hier sagt:

    das ökonomische, dehumanisierende, den Menschen auf einen biologischen Mechanismus und seine Produktivität reduzierende Denken, in dem sozialdarwinistisch alle gegen alle kämpfen

  70. @Dr. Webbaer 22.02.2020, 10:35 Uhr

    Hier möchte ich als “Ewigdeutscher” mal antworten:

    Die BRD hat seit ihrer Gründung den Sozialstaat mehr und mehr ausgebaut, was allerdings nicht gegen die RAF geholfen hat, die ist endgültig kurz nach 1989 ausgeschieden, also aus Gründen, die die bundesdeutsche Gesellschaft nicht zu verantworten hatte,

    Nun das war auch kein Mittel “gegen die RAF”. Denn nach der Agenda 2010 müsste es eigentlich eine neue RAF geben. Die RAF wollte auch kein “besseren Sozialstaat” oder “weniger Ungleichheit” sondern ein ganz andere politisches System.

    und nun ebenfalls nicht gegen aktuellen Terrorismus von Links (“Indymedia” ist offensichtlich eine terroristische Vereinigung, die allerdings mit Samthandschuhen angefasst wird, so die diesseitige Einschätzung, die “Antifa” ist auch nicht OK, ziemlich “Fa”, oder?), von Rechts (hier wird es abweichend mit massiver Repression versucht) und vom theozentrischen Kollektivismus hilft.

    Indymedia ist erstmal nur eine Internetplattform, die man aber schon versuchte, zu verbieten.

    Gruss
    Rudi Knoth

  71. @Martin Holzherr 21.02. 21:53

    „Denn Terrorismus ist eine Form der Kommunikation des Individuums mit der gesamten Gesellschaft. “

    Mir ist der Gedanke unangenehm, aber in der Tat führen diese Attentate auch dazu, das wir das Thema Migration diskutieren. Insofern sind derartige Untaten tatsächlich sinnvoll, aus der Sicht der Täter, die angesichts des Ausmaßes der Migration so auf die Palme geraten sind, dass sie den Verstand verloren haben.

    Ich hatte schon die Beispiele RAF und Antifada angesprochen, die offenbar nichts Konkretes erreicht haben. Bei der IRA und der ETA sah es etwas besser aus, soweit ich weiß, hat man hier eine Verhandlungslösung gefunden, und ein Teil der Ziele dieser Terroristen konnte am Ende doch verwirklicht werden. Ob das nicht auch mit ruhiger, vernünftiger und geduldiger Verhandlungstätigkeit gegangen wäre, ist hier allerdings zu bedenken. Vielleicht wäre das sogar deutlich schneller gegangen, ohne den Umweg über Gewalttätigkeiten.

    @Elektroniker 22.02. 00:30

    „Ich vermute, ausgehend von Ihren Gedanken, der Grund dass relativ viele Menschen der Immigration kritisch bis feindlich gegenüberstehen, liegt einfach in den von der Evolution geprägten Denkmustern.“

    Ob das jetzt gesunde Instinkte oder niedere Beweggründe sind, ist wohl die Frage. Dies zu entscheiden, wäre die Frage inwieweit die Migration tatsächlich unsere Existenz hier im Lande beeinträchtigt. Die Wirtschaft freuts allemal, die Mieten werden höher, die Niedriglöhne niedriger. Aber die Gastronomie wird günstiger, vielfältiger und unter der Konkurrenz hier im Stadtviertel sogar noch besser. Und der Mangel an Altenpflegern wird auch durch die Migranten entschärft.

    In jedem Fall sind Migranten auch Menschen, und ich hätte nichts dagegen, mit Nachteilen zu leben, wenn ich einem Asylbewerber hier mit der Aufnahme das Leben retten kann.

    Ich denke aber, dass viele EU-Arbeitsmigranten hier gar nicht notwendig Arbeiten müssen, insbesondere wenn hier Firmen zumachen und ins EU-Ausland umziehen würden, könnten die genauso gut dann zuhause arbeiten. Dann müssten sie auch nicht ihre Heimat verlassen, was mit Sicherheit für die meisten Migranten selbst gar nicht so gut ist.

  72. @Tobias Jeckenburger (Zitat):

    Ich denke aber, dass viele EU-Arbeitsmigranten hier gar nicht notwendig Arbeiten müssen, insbesondere wenn hier Firmen zumachen und ins EU-Ausland umziehen würden, könnten die genauso gut dann zuhause arbeiten.

    Antwort: Wenn sie denn Sinn der EU-Arbeitsmigration in Frage stellen, stellen sie die Personenfreizügigkeit in Frage – und das führte ja bei den Briten zum Brexit!

  73. @Martin Holzherr Personenfreizügigkeit

    Die Personenfreizügigkeit will ich überhaupt nicht einschränken, nur die Bedingung so ändern, damit wir eine ausgeglichenere Migrationsbilanz zwischen den EU-Staaten haben. Offenbar ist der Standort Deutschland für Unternehmen zu attraktiv, das kann man durch einen hohen Mindestlohn ändern, der auch durchgesetzt wird. Oder einfach mit höheren Unternehmenssteuern, die in den letzten Jahrzehnten sowieso überall gesenkt wurden, was eh nicht so gut war. Das fehlende Geld mussten die Staatshaushalte anderweitig eintreiben.

    Die Attraktivität des Unternehmensstandorts Deutschland wirkt doch wie ein Sog auf Migranten jeglicher Herkunft. Das ist ja nicht nur der Druck, der sich aus den schlechten Verhältnissen in den Herkunftsländern ergibt.

    Und die allermeisten EU-Migranten und Asylbewerber kommen nicht hier her, um von Sozialhilfe zu leben. Die wollen arbeiten, und haben genau wie wir auch kein Interesse daran, sich den ganzen Tag zu langweilen, selbst dann nicht, wenn sie dennoch mehr Geld haben als die arbeitenden Menschen in ihrer Heimat.

  74. @Tobias Jeckenburger (Zitat):

    Die Personenfreizügigkeit will ich überhaupt nicht einschränken, nur die Bedingung so ändern, damit wir eine ausgeglichenere Migrationsbilanz zwischen den EU-Staaten haben

    Das wollten doch auch die Briten und auch die Schweiz, welche zwar nicht in der EU ist, aber an die Personenfreizügigkeit gebunden ist. Ein Rahmenvertrag zwischen der Schweiz um der EU scheitert gerade an den flankierenden Massnahmen der Schweiz, die Dumpinglöhne 🎢 verhindern wollen. Die EU ist hier absolut nicht kompromissbereit.
    Die EU will offensichtlich mittels Arbeitsmigration die EU-Länder harmonisieren, was zu tieferen Löhnen und Preisen in den reicheren und zu höheren Löhnen in den ärmeren Ländern führt. Für Deutschlands Niedriglohnsektor bedeutet das, dass er niedrig bleibt.

  75. @Tobias Jeckenburger, Ergänzung:
    Die Bundeszentrale für politische Bildung beschäftigt sich im Artikel Zuwanderung und Arbeitsmarktintegration mit dem Niedriglohnsektor und der Migration.
    Fazit des Artikels. EU-Migranten und Flüchtlinge landen häufig im Niedriglohnsektor und der deutsche Arbeitsmarkt erlebt gerade eine Polarisierung: Hochqualifizierte und Niedrigqualifizierte werden vermehrt gesucht, durchschnittlich Qualifizierte aber weniger. (Zitat: “Meine Erwartung ist, aber die ist nicht unumstritten, dass wir auch in Zukunft ein überproportionales Wachstum im Bereich dieser Helfertätigkeiten haben werden. Das ist sozial nicht unproblematisch, denn damit verbunden ist eine stärkere Einkommensungleichheit.”
    Jedenfalls nimmt in Deutschland wegen der Überalterung der Arbeitskräftebedarf zu. Auch der Bedarf beispielsweise an Pflegekräften und die sind im Niedriglohnsektor. Die weitverbreitete Vision, dass eine zunehmende Automatisierung/Roboterisierung den Niedriglohnsektor ausdünnt, der hat sich bis jetzt nicht bestätigt. Und es ist sogar äusserst fraglich ob zukünftig Roboter alte Menschen pflegen werden.

  76. @ Holzherr, Tobias Jeckenburger

    Zitat (Schleim): „…das ökonomische, dehumanisierende, den Menschen auf einen biologischen Mechanismus und seine Produktivität reduzierende Denken, in dem sozialdarwinistisch alle gegen alle kämpfen…“

    Was Schleim sagt, ist die neue Realität bei uns geworden. Wir (teilweise auch die Zuwanderer) haben uns angepasst, und mehr an Wohlstand gewonnen. Natürlich ist es ein Problem dass immer mehr Menschen „Wohlstand“ fordern, der „Kuchen“ sozusagen auf immer mehr Menschen verteilt werden muss. Allerdings die Familien, gemessen an der Geburtenrate, verloren ihre „Effizienz“, der Sozialdarwinismus wird zähneknirschend akzeptiert …

    Die Rückkehrer in ihre alte Heimat bekämen Nachteile, weil sie bei den in der alten Heimat zurückgebliebenen Menschen anecken, aber auch die 2. Generation der Zuwanderer ist unzufrieden.

    Die Rückwanderer werden ausgegrenzt weil ihre Rückkehr in der alten Heimat für Unruhe sorgt. Sie scheren sich weniger um die Religion und ihr Geld erzeugt Neid.

    Die 2. Generation erkennt aber, dass ihre ausgewanderten Eltern letztlich bei uns besonders ausgebeutet wurden. Sie können aber die tristen Umstände die zur Auswanderung der Eltern geführt haben nicht mehr nachvollziehen. Sie besinnen sich zurück auf ihre Kultur und ihre einzig wahre Religion, finden dass ihnen deswegen Privilegien zustehen, kooperieren mit Gleichgesinnten und nehmen den „Kampf“ auf.

    Wenn die kulturellen Unterschiede zu groß sind, kommt es eben zu besonderen Problemen bei der Zuwanderung, bei den Einheimischen und den Zuwanderern. Dies sollte berücksichtigt werden um zu verhindern dass schwerste Konflikte entstehen. Genau an solchen Konflikten leidet die Welt im Übermaß, z.B. Krim, Ostukraine, Nordirland, Hutus -Tutsis, Pariser Banlieues…..

    Es hilft nur eine sorgfältige Planung und eine selektive Auswahl der geeigneten Zuwanderer.

    Dies sagt die Erfahrung die wir auch neuerdings gemacht haben, aber auch die evolutionär entstandenen Denkmuster.

  77. @Elektroniker

    Zitat (Schleim): „…das ökonomische, dehumanisierende, den Menschen auf einen biologischen Mechanismus und seine Produktivität reduzierende Denken, in dem sozialdarwinistisch alle gegen alle kämpfen…“

    Was Schleim sagt, ist die neue Realität bei uns geworden.

    ZITAT:
    >>Ressentiments und wachsende Hass- und Gewaltbereitschaft sind Symptome einer kranken Gesellschaft. […] Politik und Konzernherrschaft haben nicht nur die Tarifverträge ausgehöhlt, sondern auch die Demokratie. Die Staatsbürger … haben nichts zu melden gegenüber der unkontrollierten Herrschaft globaler Konzerne; sie wissen und spüren es, empfinden die #Ohnmacht und reagieren auf die Verachtung seitens der Politik, ihre Degradierung zu Kunden und Verbrauchern und Entwertung zu Arbeitskräften mit #Aggression oder #Angst. Der kapitalistische Staat weiß diese Angst zu nutzen, denn ängstliche Menschen lassen sich besser lenken, begehren nicht auf und neigen zu Aggression gegen Schwache … Es gibt seelische Grundbedürfnisse. Als deren wichtigste gelten das Bedürfnis nach Selbstbestimmung, also der Wunsch, die Kontrolle über das eigene Leben zu behalten; weiterhin das Bedürfnis nach Anerkennung, als Mensch wertgeschätzt zu sein, und schließlich der Wunsch nach sozialer Eingebundenheit. Genau diese essentiellen, tief in der Seele verankerten Sehnsüchte zerstört der Neoliberalismus und sucht sie durch Konsum und/oder Angst zu ersetzen. Er verachtet #Empathie und #Solidarität, macht damit die Seele und die Gesellschaft krank. Sein »Alleinstellungsmerkmal« ist #asozial und #rassistisch. Widerstand gegen diese totalitäre Herrschaft dient der Bewahrung der Würde.<<

    — Georg Rammer (ossietzky15/2019): Die Seele in neoliberalen Zeiten
    http://www.ossietzky.net/15-2019&textfile=4852

    Vgl. hierzu auch
    https://www.facebook.com/soziale.frage/posts/2755008257919868

  78. @Martin Holzherr EU-Gesetze

    Wenn die EU hohe Mindestlöhne oder hohe Unternehmenssteuern in Deutschland verhindern könnte und verhindern würde, dann würde mich das aber wundern. Insbesondere wenn Deutschland die Mindestlöhne wollte. Wenn da einer Widerstand gegen leisten würde, dann doch wir ganz vorne weg, vermute ich mal.

    Sollte es tatsächlich die Politik der EU sein, zur Harmonisierung von Löhnen und Preisen aktiv eine derartige Migrationsschieflage in Kauf zu nehmen, dann wird es Zeit, dass das aufhört. Sonst führt das noch eher zum Ende der EU, als dass sich dadurch tatsächlich die Lebensverhältnisse angleichen. Ich schätze eher, dass das im Sinne der Angleichung sogar kontraproduktiv ist, wenn sich hier die Arbeitsplätze in diesem Ausmaß konzentrieren.

    Klar ist, dass die deutsche Wirtschaft ungern von höheren Mieten und niedrigeren Löhnen weg möchte, und in jedem Fall an der Attraktivität des Unternehmensstandortes Deutschlands festhalten will und auch gerne die daraus folgende Migration mitnimmt.

    Meine Überlegungen sind ja vorläufig nur theoretisch, denn die Lobbyisten der Wirtschaft sind voraussichtlich in diesem Punkt in unserer Demokratie kaum zu überwinden. Da gehe ich jedenfalls fest von aus.

    Vielleicht müsste man mal den Parteien verordnen, ein konkretes Wahlprogramm registrieren zu lassen, dass man nachher gerichtlich einklagen kann, wenn die Partei nach der Wahl in der Regierung z.B. aufgrund des Drucks von Lobbyisten sich nicht an das eigene Programm halten will. Dann könnte es tatsächlich passieren, das Politik auch mal gegen die Interessen der Arbeitgeber und der Vermögenden im Land nicht nur versprochen wird, sondern dann in der Regierung auch umgesetzt wird.

    Der von hto regelmäßig angesprochene Blankoscheck ist in der Tat ein Mangel im System, der nebenbei auch schon wirklich lange bekannt ist. Aber aktuell ist dieser Mangel immer noch.

  79. @Tobias Jeckenburger (Zitat):

    Sollte es tatsächlich die Politik der EU sein, zur Harmonisierung von Löhnen und Preisen aktiv eine derartige Migrationsschieflage in Kauf zu nehmen, dann wird es Zeit, dass das aufhört.

    Ich schätze eher, dass das im Sinne der Angleichung sogar kontraproduktiv ist, wenn sich hier die Arbeitsplätze in diesem Ausmaß konzentrieren.

    Nein, es ist aus Sicht der deutschen Wirtschaft erwünscht, wenn Arbeitswillige nach Deutschland ziehen – zumal die Babyboomgeneration in Pension geht und der eigene Nachwuchs fehlt. In Deutschland wird ein Arbeitskräftemangel von mehreren Millionen im Jahr 2035 prognostiziert, in der Schweiz ein Mangel von 1/2 Million.

    Die deutsche Wirtschaft will Immigration und zwar vorwiegend von (zukünftigen) Facharbeitern. Das Gesundheitssystem wiederum will vor allem Pfleger (für die in Rente und in Pflege gehenden Babyboomer).

  80. @ Sandra Burger

    Einerseits haben sie recht, es ist definitiv so. Aber früher war es aus meiner Sicht noch weitaus schlimmer, bei einer kleineren Weltbevölkerung.

    Ich möchte aber auf die „andere Seite“ des Problems verweisen, die normalerweise völlig ignoriert wird.

    Fakt ist, immer mehr Menschen wollen immer mehr Wohlstand. Und es gab noch niemals einen derartigen Wohlstand wie heute, für fast alle Menschen, jedenfalls bei uns.

    Druck auf die Menschen, Ressentiments, Hass- und Gewaltbereitschaft hat es früher noch weitaus mehr gegeben als heute, dafür keinen Konsum.

    Politik und Konzernherrschaft haben realistische Tarifverträge geschaffen, es gab noch niemals mehr Demokratie als heute und bei uns. Notwendige Planungsprozesse werden an Sabotage grenzend von „Demokraten“ behindert, wie noch niemals in der Geschichte. Die Demokratie ist teuer, wir müssen sie uns leisten können und wollen.

    Globale Konzerne wissen und spüren dies, sie sind aber trotzdem bereit und im Stande zu investieren, massenhaft begehrte Güter zu erzeugen, Menschen Arbeit und auch Sinn zu geben, Löhne und Steuern zu zahlen.

    Kunden wurden zu „Königen“ erhoben, denen ihre Wünsche z.B. von Amazon, Google fast von den „Augen abgelesen“ werden. Noch bevor die Kunden ihre Bestellungen abgegeben haben, beginnen sie sich auf die schnellst mögliche Befriedigung dieser Wünsche vorzubereiten, indem sie z.B. ihre Lager auffüllen.

    Die Politiker verachten die Menschen nicht, sie fürchten sie, könnte doch ein falsches Wort oder auch nur die falsche Betonung einer Silbe, ihren politischen Absturz verursachen.

    Der kapitalistische Staat fürchtet die Ängste der Bürger, könnten sie sich doch zusammenrotten und Rattenfängern folgen, die sich selbst einzementieren und die Demokratie beenden.

    Es gibt tatsächlich seelische Grundbedürfnisse. Als deren wichtigste gelten das Bedürfnis nach Selbstbestimmung, also der Wunsch, die Kontrolle über das eigene Leben zu behalten, allerdings nur so lange, als dieses Recht nicht den Nachbarn berührt, auch der Nachbar hat Rechte.

    Das Bedürfnis nach Anerkennung, Empathie, Solidarität, als Mensch wertgeschätzt zu sein, und schließlich der Wunsch nach sozialer Eingebundenheit, dürfte tatsächlich in der DDR besser realisiert worden sein.

    Allerdings dürfte genau der Drang nach immer mehr Konsum diese DDR Werte zerstört haben.

    Eines stimmt wohl, diejenigen die sich ehemals um die „Seele“ kümmerten wurden demontiert.

    Meiner Meinung nach würde es reichen, wenn einige zusätzliche „Seelenstreichler“, also Psychologen, Pfaffen und Sozialarbeiter zu den „Unglücklichen“ geschickt würden….

  81. @Elektroniker: Psychologie des Konsums

    Da Sie hier als “Elektroniker” auftreten, will ich Sie hier nicht dafür kritisieren, dass Sie sich den Menschen in seinem Konsumverhalten und “Wohlstandserleben” linear vorstellen. Aber eine Korrektur an…

    Fakt ist, immer mehr Menschen wollen immer mehr Wohlstand. Und es gab noch niemals einen derartigen Wohlstand wie heute, für fast alle Menschen, jedenfalls bei uns.

    …aus psychologischer Sicht scheint mir dringend nötig:

    Man kann jetzt natürlich die Proletarier aus dem 19. Jahrhundert, die in den Mietskasernen der Fabriksbesitzer dahinvegetierten, als Vergleichsmaßstab wählen und sagen: “Schaut her, selbst ein Hartz IV-Empfänger hat heute all das, wovon diese Proletarier nicht einmal träumen konnten!”

    Das geht aber an der psychischen Realität der Menschen vorbei. Und diese ist nun einmal, dass sich die Menschen nicht mit den Proletariern von damals, sondern mit den Mitmenschen der heutigen Zeit vergleichen. Und da nehmen die Unterschiede zu und erfahren sich “relativ” Arme als “absolut” Arme. Und so erfahren sie, dass diese Gesellschaft keinen (guten) Platz für sie hat.

    Die Bundesrepublik Deutschland ist ein sozialer Rechtsstaat (Artikel 20 GG) und in ihr gilt auch, dass alle Menschen vor dem Gesetze gleich sind (Artikel 3). Eine Politik, die primär die Interessen der Wohlhabenden und ihrer Lobbyisten bedient, wird diesem Standard nicht mehr gerecht. Es ist ja auch kein Zufall, dass das Bundesverfassungsgericht erst die Berechnung der Hartz IV-Sätze und vor Kurzem dann auch die Kürzungen unter das Existenzminimum für verfassungswidrig befand.

    Die führenden Politikerinnen und Politiker, die sich diese menschenunwürdige Sozialpolitik ausgedacht und/oder sie in Stand gehalten haben, haben sich schlicht außerhalb des grundgesetzlichen Rahmens bewegt. Das steht jetzt fest, wenn leider auch mit vielen Jahren Verspätung. Mit solchen Manövern bricht die Gesellschaft auseinander und man muss heute leider sagen: So viele von euch sind so arm, weil die Anderen so reich sind!

    Die Nationalsozialisten kamen schließlich an die Macht, weil die herrschenden Kräfte die Gesellschaft erst destabilisierten und das Bürgertum dann Hitler und seine Propagandisten und Schläger für das “kleinere Übel” hielt. Was daraus geworden ist, weiß man ja.

  82. @Stefan Schleim (Hartz IV + Existenzminimum):

    Was Arbeitnehmer und Rentner wissen sollten
    Kurz und bündig:

    1) Hartz IV ist das Existenzminimum, das der Staat bedürftigen Bürgern gewähren muss.

    2) Hartz IV ist – das folgt aus der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts – ZUGLEICH das Existenzminimum, das der Staat JENEN Bürgern, die ein Einkommen erzielen (Arbeitnehmer und Rentner), NICHT wegnehmen darf ( = Grundfreibetrag).

    https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Grundfreibetrag&oldid=56516555#%E2%80%9EHartz_IV%E2%80%9C_als_Basis_f%C3%BCr_die_Bemessung_des_Grundfreibetrags

    Wie Sie der Grafik entnehmen können, ist durch den Kaufkraftverlust das Existenzminimum aller Bundesbürger REAL – spürbar (!) – gesunken:
    https://www.facebook.com/photo.php?fbid=373664792720905&set=a.208642565889796

  83. @Martin Holzherr

    „Nein, es ist aus Sicht der deutschen Wirtschaft erwünscht, wenn Arbeitswillige nach Deutschland ziehen“

    Ja das sage ich doch gerade.

    Ich meiner aber, das eben das Interesse der deutschen Wirtschaft nicht mit dem Interesse von uns, damit meine ich die meisten Deutschen, übereinstimmt. Für uns wäre es sinnvoller, die Wirtschaftstätigkeit ein gutes Stück zu reduzieren, damit nicht mehr so viele EU-Arbeitsmigranten ins Land kommen bzw. besser noch ein oder zwei Millionen wieder nach Hause fahren. Dann würde sich auch der Bauboom abschwächen, was jede Menge Arbeitskräfte freisetzen würde, die könnten dann z.B. Altenpfleger werden.

    Es kann doch endlich mal Schluss damit sein, dass wir diese weltmeisterlichen Exportüberschüsse haben. Eine ausgeglichene Handelsbilanz ist doch ideal, kein Dauerüberschuss.

    Ganz nebenbei könnten wir auch mal weniger Konsumieren, das käme auch sofort und sogar unter Kosteneinsparungen dem Klimaschutz entgegen.

    Was nützt uns, der Mehrheit der Deutschen, dieses Übermaß an Wirtschaftstätigkeit, wenn durch weiteren Zuzug von Migranten die EU und der soziale Friede gefährdet wird, der Klimaschutz nur langsam vorwärts kommt und immer mehr Menschen wegen Arbeitsverdichtung und zu langen Arbeitszeiten dauerhaft krank werden?

    Sollen die Kapitalisten doch mal weniger bei uns, und mehr in den EU-Ländern produzieren, die reichlich Arbeitslose haben, die dringend Arbeit suchen.

  84. @Tobias Jeckenburger (Zitat):

    Es kann doch endlich mal Schluss damit sein, dass wir diese weltmeisterlichen Exportüberschüsse haben.

    Zustimmung!

    Stephan Schleim mahnt oben, wir alle sollten doch – idealerweise – die richtigen Lehren ziehen aus den Geschehnissen in der Weimarer Republik (Zitat: “Die Nationalsozialisten kamen schließlich an die Macht, weil die herrschenden Kräfte die Gesellschaft erst destabilisierten und das Bürgertum dann …)

    Dazu ein – im Prinzip hochaktueller – Text von Kurt Tucholsky aus dem Jahr 1931, also quasi kurz vor dem Ende der Weimarer Republik:

    Die Herren Wirtschaftsführer
    https://www.textlog.de/tucholsky-herren-wirtschaft.html

    […] Man sollte meinen, dass der gesunde Menschenverstand wenigstens eines sehen könnte: den Mißerfolg. […] Der unbeirrbare Stumpfsinn, mit dem diese Kapitalisten ihre törichte Geldpolitik fortsetzen, immer weiter, immer weiter, bis zur Ausblutung ihrer Werke und ihrer Kunden, ist bewundernswert. Alles, was sie seit etwa zwanzig Jahren treiben, ist von zwei fixen und absurden Ideen beherrscht: Druck auf die Arbeiter und Export. […]

    Die Lohndrückerei in Deutschland begann übrigens Mitte der 1970er Jahre mit der Regierung unter Helmut Schmidt (Stichwort: Lambsdorff-Papier, das Christoph Butterwegge als “Drehbuch für den neoliberalen Sozialabbau” bezeichnet):
    https://www.facebook.com/soziale.frage/posts/1351709028249805

  85. @Schleim
    Kurzfristige Erfolge und ein naiver Blick und Hoffnung auf wohlmeinenden Altruismus wird kaum helfen.
    Im wesentlichen geht es um Konsequenzen aus der Spieltheorie. Die Ökonomen haben traditionell und historisch begründet, ebenso aus dem Systemwettbewerb des Kalten Krieges,viele ihrer Ableitungen aus der nichtkooperativen-normativen-Spieltheorie für die Leistungsgesellschaft gezogen,die dann in hinterfragbaren Menschenbildern mündeten.
    Die kooperative Spieltheorie hatte ein Dasein als Stiefmütterchen. Dabei ist sie zentral. Jeder Kauf/Tausch ist eine Kooperation. Somit ist Konsum ein Kooperationsspiel. In der Folge ist die damit verbundene Arbeitsteilung und jeder Arbeitsvertrag eine Kooperationsveranstaltung. Marktwirtschaft ist als Ziel und Zweck eine vorrangig Kooperationsangelegenheit.
    Das ist ein grundsätzlicher fundamentaler Sichtwechsel,der in erster Linie erfolgen sollte,um den bisher hochgelobten Wettbewerb zu relativieren.
    Nicht Wettbewerb ist Ziel und Zweck,sondern Kooperation. Es Wechselwirkt.
    Jede berechtigte Anspruchsgruppe in diesem Kooperationsspiel muss seine Beteiligung auch einfordern. Niemand ist naiv,dass dieses einfach wird.
    Es gilt erst einmal,diesen Dogmenwechsel hinzugekommen,um zu erkennen,was möglich ist.

  86. @Schleim
    Sie sollten bei diesen Betrachtungen aber nicht Marktwirtschaft mit Kapitalismus(Geld) verwechseln. Fragen Sie mal die Ossis,die haben am Systen vorbei getauscht(kooperiert) wie Sau. Die kennen und spüren genau,was dieses Kooperationsspiel ausgemacht hat.
    Mit der D-Markt wollten sie eigentlich nicht das Geld,sondern den Segen der freien Kooperation. Das ist im Osten verloren gegangen und wird bemängelt und bemeckert.
    Wenn wir die Marktwirtschaft,Wettbewerb gehört dazu,aber nicht als Ziel und Zweck,als endlich Kooperationsspiel betrachten,dann kann es auch gelingen,den Kapitalismus(das Geldspiel) in einem anderen Licht zu betrachten…

  87. @Schleim

    “Proletarier” – Proleten sind heute die, die trotz Bildung, bzw. in ihrer relativ fachidiotischen “Bildung”, absolut nicht erkennen, dass alle Revolutionen und Kriege ein Zusammenleben OHNE die wettbewerbsbedingte Symptomatik zu globalisieren erfordern, der zeitgeistlichen Reformen/Assimilationen zu imperialistisch-faschistischer Bewusstseinsbetäubung ist es genug!!!

  88. “Schaut her, selbst ein Hartz IV-Empfänger …”

    Solch Präsentationen verbieten sich, erinnern sie doch an Marie A.: “Was, das Volk ruft nach Brot? Gebt ihnen doch Kuchen.”

    Mensch lebt nicht von Brot allein!?

  89. @MH
    Sie sollten ‘Warum wir kooperieren’ von Prof. Michael Tomasello,Anthropologe und Verhaltensforscher am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie lesen. Dann werden sie erkennen,das wir als Primaten mehr gemeinsam als Trennendes haben.

    Die Migration ist ebenfalls auf das Kooperationsspiel zu reduzieren. Wir ‘bauen’ sie in unsere soziale Marktwirtschaft und liberale Demokratie ein. Aus drei Gründen:weil man aus Not geboren hilft(kooperiert),weil sie demographischen bedingte Hilfe als Arbeitskräfte sind,weil Liberalität,Kooperation und Hilfe ansteckend sind und so hilft,mittels Kommunikation in die Heimat,Autokratisnus zu bekämpfen und unsere Verfassung zu patriosieren.
    Diejenigen,die das Gegenteil sehen, Migranten nehmen Ressourcen weg, haben keinen Blick,wie die Wechselwirkung zwischen Globalität und Lokalität abläuft. Nationalismus ist blind dafür,hat Scheuklappen.
    Die Welt wird voll,übervoll. wir sitzen alle im Gefängnis,dabei sollte man man aufeinander achten. Das sagt einem die Not.

  90. @ Stephan Schleim 22.02.2020, 22:55 Uhr

    In meinem ehemaligen Berufsleben spielte die Elektronik eine Rolle, allerdings nicht die Linearität sondern besonders der Hyperbeltangens, der das Sättigungsverhalten abbildet.

    Allerdings dürfte es beim „psychischen Wohlstand“ keine Sättigung geben, die Ansprüche steigen eher exponentiell und das ist das Problem.

    Die Proletarier aus dem 19. Jahrhundert, die in den Mietskasernen der Fabriksbesitzer dahinvegetierten, lebten damals immerhin besser als die „überschüssigen“ Menschen des Bauernstandes und waren freier als die Menschen in den Klöstern. Das Leben wurde mit der Technik immer besser.

    Soziale Hierarchien mit sich mehr oder weniger „wertgeschätzt“ fühlenden Menschen gab es immer und ich sehe keine Möglichkeit wie sich das wirksam ändern könnte.
    Sie würden es, eigentlich wenig konkret, mit mehr Geld im Wissenschafts- und Sozialbereich versuchen.
    Ich würde etwas sarkastisch, für mehr berufsmäßige „Streichler“ (Psychologen, Sozialarbeiter, Pfaffen…) die den Menschen „schön tun“ eintreten.

    In der DDR war man geschickt und man hat besonders die schwerer Arbeitenden etwas mehr „gestreichelt“ und die wurden recht selbstbewusst. Dafür fühlten sich andere Gruppen, z.B. Ärzte benachteiligt. Da brachte die „Umerziehung“ zum sozialen, besseren Menschen auch nicht viel. Von den hohen Löhnen im Westen angezogen, versuchten manche in diesen Gruppen zu flüchten.
    Viele sind später darauf gekommen, dass sie nicht wirklich „abgegangen“ sind. Ende 1989 wurde es allerdings kritisch und die Wirtschaft konnte den „Aderlass“ nicht mehr verkraften.

    Die Regierenden streicheln hauptsächlich die Produzenten, ganz einfach deswegen, weil es tatsächlich einen „Volksaufstand“ geben würde, wenn im Supermarkt z.B. eine Schinkensorte oder es an Bananen fehlen sollte. Selbst der „alte Honey“ konnte bei seinen Betriebsbesuchen nicht aufhören die Leute dort ausgiebig zu knutschen.

    Die Bundesverfassungsrichter wollten halt auch einmal zeigen dass sie ein „Herz für Unterprivilegierte“ haben. Es war deswegen auch kein Zufall, dass das Bundesverfassungsgericht erst die Berechnung der Hartz IV-Sätze und vor Kurzem dann auch die Kürzungen unter das Existenzminimum für verfassungswidrig befand.

    Die führenden Politikerinnen und Politiker, die sich H4 ausgedacht und/oder sie in Stand gehalten haben, haben schlicht befürchtet dass uns die Wirtschaft und die Arbeitslosigkeit um die Ohren fliegen und der Staat zusammenkrachen könnte. In seiner „Verzweiflung“ hat sich Schröder an einen erfolgreichen Technokraten gewandt um die Angelegenheit in Ordnung zu bringen. Wie später auch Merkel ehemals Ackermann um Rat gebeten hat um den drohenden Finanzkollaps abzuwenden.
    Beide waren erfolgreich und wir sollten uns klar darüber sein, dass es uns nicht so geht wie unseren Eltern/Großeltern ehemals. Die mussten gleich mehrmals in den Krieg, hatten zuerst Erspartes verloren, mussten später flüchten, haben Haus und Hof verloren, waren bettelarm und mussten neu anfangen. Sie hatten aber noch insofern Glück, als es in der Nachbarschaft auch noch viele Kriegsversehrte gab die unermesslich gelitten haben, denen es noch viel schlechter ging. Dann gab es auch noch Neider, die denen die Kriegsversehrtenrente geneidet haben.

    Mir sind noch Bilder unglaublichen Elends (die nicht mich oder meine Familie persönlich betrafen) in Erinnerung.

    Das alles ist das Ergebnis menschlicher Unzulänglichkeit.
    Es muss nicht immer so bleiben wie es ist. Realitätssinn ist angebracht.

  91. @Terrorismus
    In der Türkei,Syrien,Ägypten,eigentlich überall im mittleren und nahen Osten,auch China,werden diejenigen Terroristen genannt (Stichwort arabischer Frühling),die gegen Autoritarismus und Autokratismus sind.
    Hier wird Terror benannt,die Autoritarismus und Autokratismus wieder einführen wollen. Genau das Gegenteil.
    kann man schon mal durcheinander kommen.
    Wir erleben nicht ein wiedererstarken des Autoritarismus und Autokratismus,sondern eine Hilflosigkeit des politischen Liberalismus gegen Gewalt,Drohung und Willkür.
    Das ist das,was eine liberale Demokratie angreifbar macht. Rechtspositivismus.
    Wir sollten genau schauen,wem wir mit einer Wahl Macht über das Gewaltmonopol des Staates geben.
    Es wurde nicht zu Unrecht entwickelt:freie Kooperation zu ermöglichen. Gegen Autoritarismus,Autokratismus und Totalitarismus,den Freiheitsgegnern.

  92. @Kern des Rundumschlags im Sinne des blogs:

    Der Täter War eindeutig nicht ‘frei?
    Was beherrschte ihn?

  93. @ Herr Rudi Knoth :

    Nun das war auch kein Mittel “gegen die RAF”. Denn nach der Agenda 2010 müsste es eigentlich eine neue RAF geben.</blockquote<
    Geschah halt nicht, Gazprom-Gerd hat halt "nur" die Sozialdemokratie verraten, ist aber ein weiterer Hinweis darauf, dass Terrorismus in liberaler Demokratie eben nicht von innen kommt, sondern auf global verfügbarer Ideologie basiert, an der eine noch so "menschliche und soziale" Gesellschaft nichts ändern kann.

    "Indymedia", dort wo politische, also besonders gesellschaftsrelevante Straftaten geplant und nach Ausführung berichtet werden, kennen Sie womöglich unzureichend.

    Dass der Hanau-Täter ein Irrer war, der wohl in den Staaten sehr ungünstig politisch gefrühstückt hat, ist womöglich mittlerweile in diesem Kommentariat angekommen, das Video und sein (debiles, irres) "Manifest" stehen im Web weiterhin zV und sind zur Kenntnis zu nehmen, wenn hierzu kommentiert wird, wie zumindest Dr. Webbaer findet.

    Mit freundlichen Grüßen und einen schönen Tag des Herrn noch
    Dr. Webbaer

  94. @ Herr Rudi Knoth (die “V-2”, so schaut’s besser aus) :

    Nun das war auch kein Mittel “gegen die RAF”. Denn nach der Agenda 2010 müsste es eigentlich eine neue RAF geben.

    Geschah halt nicht, Gazprom-Gerd hat halt “nur” die Sozialdemokratie verraten, ist aber ein weiterer Hinweis darauf, dass Terrorismus in liberaler Demokratie eben nicht von innen kommt, sondern auf global verfügbarer Ideologie basiert, an der eine noch so “menschliche und soziale” Gesellschaft nichts ändern kann.

    “Indymedia”, dort wo politische, also besonders gesellschaftsrelevante Straftaten geplant und nach Ausführung berichtet werden, kennen Sie womöglich unzureichend.

    Dass der Hanau-Täter ein Irrer war, der wohl in den Staaten sehr ungünstig politisch gefrühstückt hat, ist womöglich mittlerweile in diesem Kommentariat angekommen, das Video und sein (debiles, irres) “Manifest” stehen im Web weiterhin zV und sind zur Kenntnis zu nehmen, wenn hierzu kommentiert wird, wie zumindest Dr. Webbaer findet.

    Mit freundlichen Grüßen und einen schönen Tag des Herrn noch
    Dr. Webbaer

  95. Was übrigens stark hilft den Terrorismus zu verstehen, ist der internationale Blick auf die liberalen Demokratien, bereits in Nachbarländern der BRD können viele vom Leben auf Hartz IV-Niveau nur träumen und es gibt dort kaum Terrorismus.
    Dann wird vielleicht auch klarer, welcher Kollektivismus am gefährlichsten ist.
    BTW, viele politischen Parteien sind dort deutlich “rechter” als die bundesdeutsche AfD, stellen auch Regierungen, werden dennoch nicht dämonisiert.
    Deutsche sind “halt so schrecklich” germanozentrisch.

  96. @Tobias Jeckenburger (Zitat):

    Für uns wäre es sinnvoller, die Wirtschaftstätigkeit ein gutes Stück zu reduzieren, damit nicht mehr so viele EU-Arbeitsmigranten ins Land kommen bzw. besser noch ein oder zwei Millionen wieder nach Hause fahren.

    Sollen die Kapitalisten doch mal weniger bei uns, und mehr in den EU-Ländern produzieren, die reichlich Arbeitslose haben, die dringend Arbeit suchen.

    Antwort: Mehr Wohlstand für alle ist und bleibt das Ziel sowohl für Deutschland als auch für die EU.

    Deutschland muss mehr Pensionierte finanzieren und ihre Infrastruktur wieder auf Vordermann bringen.

    Die EU hat die Ambition einer immer engeren und mächtigeren Union, so mächtig wie heute die USA, so dass sie in der Lage ist, ihr Schicksal selber zu bestimmen und aufstrebenden neuen Mächten wie China zu trotzen. Wirtschaftlich bedeutet dies, dass Handels- und Migrationshemmnisse innerhalb der EU beseitigt werden müssen, denn nur dann kann sich ein bedeutende länderübergreifende Binnenwirtschaft ausbilden und können Konzerne entstehen, die es mit Google, Microsoft und Amazon aufnehmen können.

    Alle EU-Bürger sollen in allen EU-Ländern arbeiten können, damit beispielsweise ein griechischer Informatiker oder Arzt auch dann eine adäquate Arbeitsstelle findet, wenn es diese in seinem eigenen Land nicht gibt. Davon profitieren in der Sicht der EU alle: die wirtschaftlich stärkeren Länder indem sie die benötigten Arbeitskräfte erhalten und die wirtschaftlich Schwächeren, indem ihre Bürger mehr verdienen und mehr Geld nach Hause bringen und vielleicht sogar als Heimgekehrte die eigene Wirtschaft beleben.

    Die EU hat überhaupt nur eine Zukunft, wenn sie von den meisten Mitgliedsländern nicht als Hemmnis, sondern als Chance wahrgenommen wird. Für Deutschland als Export- und Wirtschaftsnation ist die EU eine Chance weil sie nicht nur den Absatzmarkt vergrössert, sondern auch das Rekrutierungspotenzial. Für die Tschechei oder Slowakei ist sie unter anderem ein Vorteil, weil sie es beispielsweise wahrscheinlicher macht, dass deutsche Autokonzerne dort ein Werk hochziehen und betreiben und weil sie von der EU auch speziell gefördert werden. Es muss eine Win/Win-Situation sein und das kann es nur dann sein, wenn alle gute Zukunftsperspektiven haben, was auch bedeutet, dass alle wachsen wollen.

    Verzicht auf Wachstum ist vielleicht ein Denkmodell, bis jetzt aber nicht ein Handlungsmodel – weder für Deutschland, noch für die EU und schon gar nicht für Entwicklungs- und Schwellenländer.

  97. @Dr. Webbaer 23.02.2020, 11:54 Uhr

    “Indymedia”, dort wo politische, also besonders gesellschaftsrelevante Straftaten geplant und nach Ausführung berichtet werden, kennen Sie womöglich unzureichend.

    Das ist mir auch bekannt und wohl auch ein Grund für den Verbotsantrag. Die Leute von “linksunten.indymedia” selber bezeichnen sich als “Journalistische Plattform”.

    Dass der Hanau-Täter ein Irrer war, der wohl in den Staaten sehr ungünstig politisch gefrühstückt hat, ist womöglich mittlerweile in diesem Kommentariat angekommen, das Video und sein (debiles, irres) “Manifest” stehen im Web weiterhin zV und sind zur Kenntnis zu nehmen, wenn hierzu kommentiert wird, wie zumindest Dr. Webbaer findet.

    Nun das denke ich auch. Trotzdem wird seine Tat politisch instrumentalisiert.

    Gruss
    Rudi Knoth

  98. @Elektroniker

    „Die führenden Politikerinnen und Politiker, die sich H4 ausgedacht und/oder sie in Stand gehalten haben, haben schlicht befürchtet dass uns die Wirtschaft und die Arbeitslosigkeit um die Ohren fliegen und der Staat zusammenkrachen könnte.“

    Das mag ja sein, dass man damals die Arbeitslosigkeit als Bedrohung empfand, und deshalb nachvollziehbarerweise mehr Arbeitsplätze in einem damals neuen Niedriglohnsektor schaffen wollte. Aber man ist doch dann bald weit über das Ziel hinausgeraten. Seit Einführung von Harz4 2003 sind doch mindestens 5 Millionen neue Migranten ins Land gekommen, und zwar hauptsächlich aufgrund des Sogs, der hier durch die neuen Arbeitsplätze entstanden ist. In den grassierenden Leistungsgesellschaften Europas und darüber hinaus ist nichts attraktiver, als freie Arbeitsplätze, das bleibt nicht ungenutzt, da wandern die Leute aus, und lassen alles dafür zurück.

    Wir gefährden damit nicht nur den sozialen Frieden im Land, sondern eben auch langfristig den Bestand der EU, weil die hier überschüssigen Arbeitsplätze woanders in Europa fehlen. Dort fördert unser Verhalten letztlich langfristig die dortige Arbeitslosigkeit.

    Der Bauboom und der demografische Wandel tragen sicher entscheidend dazu bei, dass aktuell in Deutschland Arbeitskräfte fehlen. Aber gerade deswegen macht das doch Sinn, das nach Möglichkeit Betriebe ins EU-Ausland umziehen. Das entspannt hier den Mangel an Arbeitskräften, und dort reduziert es die Arbeitslosigkeit. Gerade das würde doch zur Angleichung der Lebensverhältnisse innerhalb der EU beitragen.

  99. @Webbär: Nachbarländer

    Das ist mir inhaltlich zu schwach. Klar, es ist immer auch eine Frage des Vergleichs und diesen Vorwurf kann man mir auch machen…

    …ABER hier kann man eben nicht 1+1=2 rechnen (also linear). Polen hat beispielsweise noch viel stärkere christliche Strukturen, so wie eigentlich fast alle osteuropäischen Länder. Die haben ferner gemeinsam, dass dort seit vielen Jahren jüngere und besser ausgebildete Menschen (aus ökonomischen Gründen) wegziehen. Zurück bleiben die Frustrierten, die die Vergangenheit zurück wollen und dafür von einem starken “Führer” träumen.

    Nun ist in den Niederlanden Wilders PVV zwar schon zweitstärkste Fraktion. Doch das Land ist noch säkularer und hat nicht so eine NS-Geschichte wie Deutschland.

    In Frankreich wiederum ist die Segregation z.T. auch aufgrund der Kolionalgeschichte und falscher Sozialpolitik weiter fortgeschritten. Das kann durchaus mit dem dort sehr eigenen Terrorismusproblem zusammenhängen.

    Kurzum, statt Äpfel mit Birnen zu vergleichen, vergleichen wir doch den einen Apfel mit sich selbst im Laufe der Geschichte. Und überlegen wir uns, welche Änderungen dieses einen Kontexte zu mehr Hass und extremistischen Morden führen könnten.

    P.S. Auf Telepolis erschien gerade ein Artikel über die Durchsetzung kapitalistischer Strukturen durch CIA-Aktionen seit den 1960ern. Darin wird auch “Neoliberalismus” gut definiert. Schauen Sie da doch mal nach.

  100. @Tobias Jeckenburger (Zitat):

    Wir gefährden damit nicht nur den sozialen Frieden im Land, sondern eben auch langfristig den Bestand der EU, weil die hier überschüssigen Arbeitsplätze woanders in Europa fehlen.

    Rein ökonomisch betrachtet müssen sie dort arbeiten, wo die Arbeit den höchsten Mehrwert erbringt, dort wo die Löhne hoch und nicht niedrig sind.
    Länder, die keine solche Arbeitsstellen anzubieten haben, sind weniger attraktiv.
    Es ist aber fraglich, ob diese Länder, wenn sie ausserhalb des EU-Systems wären, attraktiver wären.

    Im Vorteil sind diejenigen Europäer, die sich mehr als EU-Bürger als beispielsweise als Belgier oder Spanier sehen, denn sie können überall in Europa leben.
    Allerdings ist das in Europa schwieriger als in den USA, denn die gemeinsame Sprache und Kultur fehlt in Europa.

  101. @ Webbaer (23.02.2020, 12:30 Uhr)

    bereits in Nachbarländern der BRD können viele vom Leben auf Hartz IV-Niveau nur träumen

    Aus Ihrem o. a. Versuch, die Armut in Deutschland zu relativieren, zu bagatellisieren, zu verharmlosen (das gehört übrigens in die Kategorie >Manipulationstechniken / Unredliche Methoden<) schließe ich, dass Sie offenbar das Meinung sind, dass "Hartz IV" Sie persönlich nicht direkt betrifft. Das ist ein gewaltiger Irrtum: sofern Sie Einkommensteuer zahlen müssen, hat der Hartz-IV-Satz direkte (!) Auswirkungen auf den Inhalt Ihrer Geldbörse …

    Etwas weiter oben wies Stephan Schleim (22.02.2020, 22:55 Uhr) bereits auf unser Grundgesetz hin:

    Die Bundesrepublik Deutschland ist ein sozialer Rechtsstaat (Artikel 20 GG)

    Seit dem sogenannten Kindergeldbeschluss des Bundesverfassungsgerichts gilt (BVerfGE 82, 60, 85):

    der Grundsatz, daß der Staat dem Steuerpflichtigen sein Einkommen insoweit steuerfrei belassen muß, als es zur Schaffung der Mindestvoraussetzungen für ein menschenwürdiges Dasein benötigt wird. Dieses verfassungsrechtliche Gebot folgt aus Art. 1 Abs. 1 GG in Verbindung mit dem Sozialstaatsgrundsatz des Art. 20 Abs. 1 GG. Ebenso wie der Staat nach diesen Verfassungsnormen verpflichtet ist, dem mittellosen Bürger diese Mindestvoraussetzungen erforderlichenfalls durch Sozialleistungen zu sichern (vgl. BVerfGE 40, 121 [133]), darf er dem Bürger das selbst erzielte Einkommen bis zu diesem,Betrag – der im, folgenden als Existenzminimum bezeichnet wird – nicht entziehen.

    Das “Kleinrechnen” der Hartz-IV-Regebedarfs bedeutet für Sie persönlich, dass der Fiscus Ihnen – entgegen den verfassungsrechtlichen Vorgaben – rund 1.860 Euro pro Jahr aus der Geldbörse “klaut” … Vgl. MONITOR, Pressemeldung vom 17.05.2018:
    https://www1.wdr.de/daserste/monitor/extras/pressemeldung-hartz-vier-100.html

    Und wenn Sie ganz genau hinschauen, dann dürfte der Geld-Betrag, der in Ihrer Geldbörse pro Jahr fehlt, sich auf mehr als das Doppelte des vom Politmagazins MONITOR genannten Betrages belaufen – vgl. dazu meine Hinweise (+ Links) im Beitrag 22.02.2020, 23:58 Uhr:

    https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/terror-hat-immer-auch-soziale-ursachen/#comment-41810

  102. @ Tobias Jeckenburger 23.02.2020, 15:45 Uhr

    Die Unternehmen wollen sich dort ansiedeln, wo sie sich gut entfalten können und keine feindselige Bevölkerung oder Politiker gegen sich haben.

    Um den „Dunstkreis“ von gewissen Politikern die meinen dass der Unternehmerlohn, sagen wir einmal, nur das 10 fache des Lohnes der Frauen vom Reinigungsdienst betragen darf, oder den Unternehmern gar das angelegte eingebrachte Kapital weg besteuern wollen, oder es ihnen sonst irgendwie abnehmen wollen, weil sie es „kriminell“ (durch Ausbeutung) erworben haben sollen, die werden einen großen Bogen um solche Gebiete machen. So verwundert es nicht, dass es in der DDR keine DAX Unternehmen gibt. Andererseits will aber auch der Steuerzahler nicht endlos Geld für marode Betriebe bereitstellen, schließlich muss der Steuerzahler dafür arbeiten.

    Dass Schröder 2005 in Davos mit seiner „Werbebotschaft“:

    “Wir müssen und wir haben unseren Arbeitsmarkt liberalisiert. Wir haben einen der besten Niedriglohnsektoren aufgebaut, den es in Europa gibt.”

    um Anleger geworben hat, ist nahe liegend. Er wollte darauf hinweisen dass auch Menschen die in niedrigeren Lohngruppen arbeiten, in Deutschland bereit sind, gewohnte „Deutsche Qualitätsarbeit“ zu liefern. Wo sonst als bei einem WTO Treffen, dort wo massenweise höchst potente Anleger und Unternehmer herumlaufen, musste er als Kanzler der das Wohl des Landes im Auge hat, um Anleger werben.

    Was Sie im Zusammenhang mit der optimalen Verteilung der Arbeitsplätze in der EU bedenken und auch wie weit wir selbst auf neue Arbeitsplätze verzichten sollten, ist sicherlich erwägenswert.
    Aber es dürfte wegen der hohen Komplexität für die Regierenden nicht so einfach sein die richtigen Antworten auf diese schwierigen Fragen zu finden.

  103. @Martin Holzherr // 21.02.2020, 08:21 Uhr
    Ursachen

    »Zitat (Stephan Schleim):

    Was sind denn die Ursachen von Terror, wenn nicht soziale Umstände?

    Eine wichtige Ursache, eine wichtige Motivation für Terror ist […]«

    Ich bin mir nicht sicher, ob Stephan Schleim mit „soziale Ursachen“ lediglich private Motive oder Beweggründe gemeint hat.

    Aber vermutlich läuft es letztlich darauf hinaus, denn nur so wird ein Schuh draus…

  104. @Stephan Schleim // 20.02.2020, 23:50 Uhr
    Ursachen

    »Was sind denn die Ursachen von Terror, wenn nicht soziale Umstände?«

    Ich tippe auf individuelle Fehlentwicklungen.

    V = U x K?

    Was wäre denn der Beitrag der Umwelt (U) am aktuellen Terroranschlag (V) durch (K) in Hanau gewesen?

    Das Überlassen der Waffe durch den Schützenverein? Familie, Freunde, Arbeitsplatz? Shisha-Bars? Menschen mit Migrationshintergrund? Die AfD? Das Internet? Rassistische Pamphlete?

  105. @Schleim
    Hermann Ploppa suggeriert Marktfeindlichkeit.
    Er beschreibt aber eher einen Radikalkapitalismus. Er unterscheidet nicht einigermaßen sauber zwischen Instrument(Geld) und Vehikel(Kooperationsspiel).
    Libertäre Ansätze(so verstandener Marktradikalismus) funktionieren nicht,da nicht jeder gleich stark ist(Menschenbild).
    Mitbestimmung wurde mit der Agenda 2010 deligitimiert. Das gilt es zurpckzudrehen. Der stakeholder-Ansatz verfolgt das. Das Umdenken findet statt. Es muss nur eingefordert werden und das gilt sowohl lokal als auch global.
    Wenn es ein Exportgut gibt,dann ist es die soziale Marktwirtschaft,die viel im stakeholder-Ansatz hat.
    Es gilt,das soziale daran wieder zu stärken. Global wird darüber schon längst nachgedacht. Auch wenn das der ein oder andere germanozentristisch empfindet.

  106. @Martin Holzherr

    „Rein ökonomisch betrachtet müssen sie dort arbeiten, wo die Arbeit den höchsten Mehrwert erbringt, dort wo die Löhne hoch und nicht niedrig sind..“

    Das ist richtig, aber man kann eben alles nicht nur rein ökonomisch betrachten. Wenn hier die Leute genug von immer noch mehr Migranten haben, und den Leuten in den Herkunftsländern das auch immer weniger gefällt, dass sie zuhause keine Arbeit finden und im Ausland arbeiten müssen, wo sie obendrein wenig willkommen sind, dann nützt das alles nichts. Die Briten werden dann womöglich nicht die letzten sein, die da aussteigen.

    Dann geht die ganze EU baden, und dann ist hier überhaupt nix mehr mit starker Gemeinschaft, die gegen die USA und China antreten kann.

    Ich verstehe allerdings auch nicht so recht, wieso wir da wer weis wie mithalten oder die übertrumpfen sollen. Wofür? Die amerikanische Hochrüstung erscheint mir vollkommen sinnfrei, wollen wir gegen die jetzt dagegen rüsten? Und China ist mit 1300 Millionen Einwohnern nun mal potentiell stärker, und das dürfen die von mir aus auch gerne sein.

    „Allerdings ist das in Europa schwieriger als in den USA, denn die gemeinsame Sprache und Kultur fehlt in Europa.“

    Eben, genau deswegen sollten wir hier nicht nur auf die ökonomische Effizienz gucken, sondern im Zweifelsfall den Menschen die Gelegenheit geben, in ihrem eigenem Land Arbeit zu finden. Ich sag ja nicht, gar keine Arbeitsmigration mehr zu haben, ich würde mir nur weniger davon wünschen. Dass das nicht auch noch zu Wohnungsnot führt und der daraus folgende Bauboom noch mehr Migranten anzieht.

  107. @Mussi: Libertarianismus

    Libertäre Ansätze (so verstandener Marktradikalismus) funktionieren nicht,da nicht jeder gleich stark ist (Menschenbild).

    Ja, Zustimmung. Nur hierauf einen etwas zynischen Hinweis: Sie funktionieren schon; die Frage ist nur, für wen!

  108. @Schleim
    Libertarianismus:funktioniert nicht,weil nicht jeder gleich mündig ist. Diese Formulierung trifft es besser.
    Da gilt es,mitverantwortung für mitgeschöpfe zu übernehmen.

  109. @Schleim-für wen….

    Das stimmt auch. Auch dazu hat das Max-Planck-Institut geforscht. Stichwort Ausbeuterstrategie auf Basis der Kooperation. Das verlinke ich morgen mal,wenn ich am Rechner sitze und nicht über das smartphone händele.

  110. @Mussi: Libertarianismus#2

    Ich meinte es ironisch: Der funktioniert schon – aber nur für eine kleine Gruppe.

    Wenn man so gut wie alle Regeln abschafft – darum nennt man ihn ja manchmal auch “Anarcho-Kapitalismus” – dann ist mehr Raum für freie Machtspiele. Und dann haben eben diejenigen die Vorteile, ihre Macht zu vergrößern, die am Anfang schon mehr Macht haben.

  111. @Tobias Jeckenburger (Zitat):

    Das ist richtig, aber man kann eben alles nicht nur rein ökonomisch betrachten.

    Das ist richtig. Und mit ihrem Unbehagen am Primat der Ökonomie sind sie überhaupt nicht allein. Doch in der Konsequenz aller Wünsche aller Deutschen kommt man immer wieder zum Resultat, dass es mehr Geld braucht. Beispiele:
    1) wer krank wird will die momentan beste Behandlung – und die ist meist teurer als die Behandlung, die vor 20 Jahren üblich war
    2) Die immer mehr Menschen, die einer Pflege bedürfen sollen in Zukunft besser und nicht schlechter behandelt werden
    3) mehr Freizeit wünschen sich viele. Doch nicht ohne das nötige Geld. Die meisten wollen nicht zuhause herumsitzen sondern die weite Welt bereisen.

    Die Liste liesse sich beliebig verlängern.

    Zitat 2:

    Ich sag ja nicht, gar keine Arbeitsmigration mehr zu haben, ich würde mir nur weniger davon wünschen.

    Immigration von Arbeitssuchenden ist in der Summe positiv für ein Land. Denn es bedeutet, dass es Arbeit gibt. Und Arbeit und Zuzug schaffen selbst wieder Arbeit , beispielsweise auf dem Bau (für zusätzliche Wohnungen) oder selbst für Handwerker und Künstler (die neuen Reichen investieren oft in Kunst).
    Das Umgekehrte – nämlich Emigration ist viel schwieriger zu bewältigen. Für viele osteuropäische Länder ist die Suche nach Arbeit im Ausland aber nur eine vorübergehende ökonomische Phase und viele kehren später zurück und beleben die eigene Ökonomie.
    Wenn sie schreiben, die Arbeitssuchenden sollen doch bleiben und dort arbeiten, wo sie geboren sind, dann sprechen sie von einem Wunsch den auch die Emigranten haben, den aber ihr Land momentan nicht erfüllen kann. Länder, in denen alles funktioniert oder auch nur so gut funktioniert wie in Deutschkand sind nicht die Regel, sondern die Ausnahme.

  112. @Stephan Schleim (23.02.2020, 16:09 Uhr)

    Darin wird auch “Neoliberalismus” gut definiert.

    Wenn Sie mit Ihrem Hinweis den Telepolis-Artikel von Hermann Ploppa (“Die kontrollierte Abwicklung der Sowjetunion”) meinen, dann ist die dort enthaltene “Definition” nur in einer Hinsicht “gut”: “Neoliberalismus” = eine neue Weltanschauung

    Mit Blick auf Ihren – vor dem Hintergrund der Morde in Hanau – hier zur Diskussion stehenden “Aufruf an die Gesellschaft” sollte meiner Meinung nach (immer und immer wieder) die #Menschenfeindlichkeit des Neoliberalismus thematisiert werden.

    Ihre diesbezügliche Formulierung (“das ökonomische … dehumanisierende Denken”) kritisiere insofern ausdrücklich, denn diese akademische Wortwahl verdeckt sozusagen, dass es zahlreiche Untersuchungen und Publikationen zur (gruppenbezogenen) #Menschenfeindlichkeit gibt. (Diese GMF wird meines Erachtens sowohl induziert als auch verstärkt durch die #Menschenfeindlichkeit des neoliberalen Systems.)

    Ausgesprochen interessant finde ich in diesem Kontext den folgenden Hinweis von Georg Rammer (ossietzky 25/2015):

    Nur Starke sollen überleben (Georg Rammer)
    http://www.ossietzky.net/25-2015&textfile=3339
    {…] Robert J. Eaton, Ex-Vorstandsvorsitzender von Daimler-Chrysler, fasst die Sicht der Wirtschaft zusammen: »Eine Sache, die wir heute ›globalen Kapitalismus‹ nennen, wurde entfesselt, und es gibt keinen Weg, ihn aufzuhalten.« Er sei unausweichlich und kraftvoll, »weil er eine Erweiterung der grundlegenden menschlichen Natur ist« (junge Welt, 8.7.1999).

    Menschliche Natur? Unausweichlich? Die Behauptung ist insofern bemerkenswert, als es in der neoliberalen Ideologie nicht um die Bedürfnisse und Rechte der Menschen oder um ihr Wohlbefinden geht. Wie destruktiv die Folgen für Menschen sind, ist weltweit zu beobachten, denn die Lebensgrundlagen der Bevölkerung zahlreicher Länder werden zerstört. […]
    […] Menschenwürde oder die kodifizierten Menschenrechte spielen in dieser Politik ebenso wenig eine Rolle wie UN-Resolutionen, Völkerrecht oder demokratische Grundsätze. Der neoliberale Kapitalismus hat es nicht nötig, sich gegenüber den Menschen zu rechtfertigen, […]

    Die oben genannte Rede von Robert J. Eaton wird auch in der Einleitung der folgenden Diplomarbeit thematisiert:

    Denkgifte
    Psychologischer Gehalt neoliberaler Wirtschaftstheorie und gesellschaftspolitischer Diskurse

    Thomas Gerlach; Diplomarbeit; Universität Bremen, 2000
    https://www.kritische-psychologie.de/files/tg2000a.pdf

    EINLEITUNG
    “Die Schwachen müssen sich verändern oder sterben”, forderte der Daimler-Chrysler-Vorsitzende Robert J. Eaton im Juli 1999 bei einem Kolloquium der Alfred-Herrhausen-Gesellschaft mit dem Motto “Der Kapitalismus im 21. Jahrhundert”. Nach dem “Ende der Geschichte” schafft sich freies Unternehmertum eine Welt nach seinem Bilde, in der es “den Schwachen”, das bedeutet allen Menschen, die keine Geld- oder Produktivvermögen besitzen, und allen Völkern, die sich dem internationalen Kapital noch nicht “geöffnet” haben, nur die Unterwerfung unter sein Diktat oder den Tod durch Hunger oder Krieg zugestehen will.

    Für die noch Lebenden hält die kapitalistische Realität indessen Befindlichkeiten bereit, die auch im engeren Sinne von psychologischem Interesse sind: Zunehmende Sinn- und Perspektivlosigkeit, Existenz- und Zukunftsängste, Vereinsamung und Verzweiflung. Den Hintergrund bildet nichts weniger als die globale Krise: In vielen in Unterentwicklung gehaltenen Ländern der südlichen Hemisphäre herrscht weiterhin entsetzliches Elend und auch in westliche Metropolen und vormals sozialistische Länder sind Armut und Massenarbeitslosigkeit zurückgekehrt. Bereits jetzt verheerende Umweltschäden werden nicht beseitigt, sondern vergrößert, die natürlichen Lebensgrundlagen künftiger Generationen ernsthaft gefährdet. Soziale und demokratische Rechte, einst von Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegungen erkämpft, werden im Zuge weltweiter “Deregulierung” außer Kraft gesetzt. Mit der Wiederkehr nationalistischer, teils gar neofaschistischer Bewegungen und dem Aufstieg unverfasster, keiner demokratischen Kontrolle unterliegender Mächte (wie der europäischen Zentralbank) wächst die Gefahr einer autoritären Formierung von Staat und Gesellschaft und vor dem Hintergrund einer heraufziehenden Weltwirtschaftskrise werden militärische Konflikte wieder zum Mittel der Wahl politischer Akteure, die den ökonomischen Verdrängungs- und Vernichtungswettbewerb zur globalen Maxime erhoben haben. […]

  113. @Berger: Sozialdarwinismus pur

    Das ist purer Sozialdarwinismus. Indem man es offen sagt, liegt es aber immerhin auf dem Tisch.

    Kürzlich wurde ich in einem Business-Hotel untergebracht, in dem überall Sprüche wie “gib alles” oder “never stop running” standen: auf Flyern, an den Wänden… Am besten “gefiel” mir noch die Werbung eines promovieren “Life Optimizers”, der den Menschen versprach, dass sie ihr Ich fühlen, wenn sie mehr Muskelmasse aufbauen.

    Der Veränderungszwang heute ist so groß und alles verändert sich so schnell, dass immer weniger Zeit für Reflexion übrig is. Aber na ja, immer mehr gehen inzwischen zum Yoga, meditieren und die jüngere Generation glaubt auch nicht mehr alles, was die Älteren erzählen.

    Lesen Sie doch bitte mal meinen Artikel über das “Café am Ende der Welt”.

  114. @Holzherr: Geld

    Sie denken mir zu viel ans Geld. Geld ist nur eine Rechengröße, eine praktische Illusion, die sich die Menschheit im Laufe ihrer Geschichte ausgedacht hat.

    Wie können Sie behaupten, es gebe nicht genug Geld für irgendetwas, wenn eine Bank über Kredite aus 10 Euro einfach so 100 machen kann? Alles legal! Und von der expansiven Geldpolitik der Notenbanken ganz zu schweigen.

    Fakt ist zum Beispiel, dass noch so viel Geld nicht den Engpass in der Pflege aufheben kann, denn Pflegerinnen und Pfleger kann man nicht einfach so im 3D-Drucker produzieren.

    Viele Menschen werden wahrscheinlich in Krankheit und im Alter in schlimmen sozialen Umständen leben – und dann desillusioniert und wütend extreme Parteien wählen, weil ihnen klar wird, dass sie früher von Mainstream-Politikern für den Stimmenfang an der Nase herum geführt wurden.

    Nein, die Zeit für ein neues Denken in der Gesellschaft und mehr Besinnung auf die wesentlichen Dinge im Leben ist jetzt.

  115. @Stephan Schleim (Zitat):

    Sie denken mir zu viel ans Geld. Geld ist nur eine Rechengröße

    Ich sprach von Geld erwähnte aber in meinen Beispielen explizit die Gegenleistungen, die man für Geld bekommt, zum Beispiel mehr Pfleger und mehr Facharbeiter, mehr Arbeiter, die die Infrastruktur Deutschlands wieder auf Vordermann bringen. Sie schreiben:

    Fakt ist zum Beispiel, dass noch so viel Geld nicht den Engpass in der Pflege aufheben kann, denn Pflegerinnen und Pfleger kann man nicht einfach so im 3D-Drucker produzieren.

    Genau – PflegerInnen wollen zudem einen Lohn der deutlich über dem Hartz 4 Niveau liegt, ja sie kommen nur dann nach Deutschland, wenn sie hier mehr verdienen als in ihrem Heimatland. Jedenfalls muss es ein ökonomisches Gefälle zwischen Deutschland und dem Herkunftsland der Arbeitsimmigranten geben – und dieses Gefälle kann man auch ökonomisch beziffern.

    Ich behaupte noch einmal: eine bessere Versorgung im Alter und in der Krankheit setzt auch eine bessere, stärkere Ökonomie voraus und ist mit gleichzeitigem „DeGrowth“ (Verzicht auf Wachstum) nicht möglich.. In Russland ist das Gesundheitswesen unter anderem deshalb viel schlechter als hier, weil weniger Geld in Spitäler, Pflege etc. gesteckt wird.

    Meine Überzeugung: eine bessere Pflege oder Rente geht nicht ohne eine bessere Ökonomie.

  116. @Holzherr: Immigration

    So funktioniert das aber doch nicht: Wenn immer mehr Einwanderer kommen, auch wenn das gut für die Ökonomie und einige Subsektoren wie die Pflege sein mag, nimmt gleichzeitig auch die Fremdenfeindlichkeit zu. Und wohin das führt, sehen wir doch gerade erst wieder beim Thema dieses Artikels.

    Ich bin selbst seit rund zehn Jahren Einwanderer in den Niederlanden. Man könnte auch sagen: Gastarbeiter. Das sieht man mir bloß nicht so direkt an wie z.B. einem Afghanen. Spätestens wenn man meinen Nachnamen sieht oder meinen Akzent hört, dann kommt diese Frage aber immer wieder auf.

    Und ich kann Ihnen eins sagen: Menschen kann man nicht einfach so von die eine in eine andere Umgebung “umtopfen” wie eine Zimmerpflanze. Und selbst da muss man aufpassen, dass man nicht zu viele Wurzeln beschädigt.

  117. @Stephan Schleim (Zitat):

    So funktioniert das aber doch nicht: Wenn immer mehr Einwanderer kommen, auch wenn das gut für die Ökonomie und einige Subsektoren wie die Pflege sein mag, nimmt gleichzeitig auch die Fremdenfeindlichkeit zu.

    Wenn Zuzug von EU-Bürgern nach Deutschland oder den Niederlanden in Fremdenfeindlichkeit resultiert, dann kann die EU ihr Ziel eines immer engeren Zusammengehens der EU-Staaten gleich aufgeben oder auf das 22. Jahrhundert verschieben – oder aber die EU wird einfach eine Freihandelszone wie es die Briten immer schon wollten.
    Die 4 Freiheiten der EU vier Grundfreiheiten Freier Warenverkehr, Personenfreizügigkeit, Dienstleistungsfreiheit, Freier Kapital- und Zahlungsverkehr. wären dann auf 3 Freiheiten reduziert.
    Die Repräsentanten der EU haben aber immer wieder klar gemacht, dass die Personenfreizügigkeit absolut zentral ist für die EU. Und das ist in sich logisch, denn ohne Personenfreizügigkeit wächst die EU niemals zusammen und jeder Deutsche in den Niederlanden bleibt ein Tourist.

  118. Lieber Herr Dr. Stephan Schleim,

    es macht schon Sinn das Problem mit dem Terrorismus mit dem Blick auf alle liberalen Demokratien zu bearbeiten und sich dabei nicht auf ein Land, auch wenn es nahe liegt, zu konzentrieren.

    Die Tschechische Republik gilt übrigens als der am wenigsten religiöse Staat auf diesem Planeten und in Frankreich, das innerhalb kurzer Zeit ca. 200 Ermordete zu beklagen hatte, vielleicht innerhalb eines Jahre, und den Notstand längere Zeit ausgerufen hatte, wird nun ganz offiziell, Macron fand nun doch deutliche Worte und den Mut zu Maßnahmen, dem thezentrischen Kollektivismus gegengehalten.
    So in etwa wie in der BRD in den späten Siebzigern, als Helmut Schmidt der Kragen platzte und der längere Zeit eher wegguckende Blick, Dr. Webbaer war seinerzeit in der BRD, aufgegeben worden ist dem internationalistischen Kollektivismus gegenüber.
    Nun wird in der BRD wohl verstärkt gegen nationalistischen Kollektivismus vorgegangen.

    Dennoch kann insgesamt nur der internationale Blick auf die verschiedenen Kollektivismen mit ihren terroristischen Ideologien helfen.

    Wer will kann dann, mit diesem internationalen Blick, auch ein wenig in Selbstschuld machen und sich fragen, wie diese für einige so unmenschlichen liberalen Theorien an Terrorismus zu leiden haben, warum und ob eine eigene Schuld vorliegt.

    Dr. Webbaer hat dies nicht vor, also Schuld von liberalen Demokratien am zunehmenden Terrorismus zu suchen, wünscht aber “Good Luck!”

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Webbaer

  119. Frau Sandra Burger,
    diese für einige unmenschlichen Hartz IV-Bedingungen in der BRD sind halt – wir haben den internationalen Blick, gelle? – für andere so interessant und reizvoll, dass sie auch deswegen die Immigration in die BRD vornehmen.
    Es sind nicht wenige und sie suchen sich für die Einwanderung oft gezielt die BRD, belegen so, dass es ihnen nicht nur um (teils auch nur angeblichen) Schutz geht.

    Sofern sie vorhaben sich zu integrieren, ist dies hinnehmbar, es werden ja auch stets in der BRD günstig zu erhaltende Arbeitskräfte gesucht, haben sie aber nicht vor sich zu integrieren, kann es problematisch werden, wenn Gegengesellschaften (vs. Parallelgesellschaften, die gab es immer und können befruchtend wirken) entstehen, die selbst zu “integrieren” suchen, dabei auch das Mittel des Terrorismus kennen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Webbaer

  120. @Freizügigkeit…

    …bedeutet erst einmal, dass Sie sich aufhalten können, wo Sie wollen (natürlich unter Berücksichtigung von Eigentumsverhältnissen und öffentlicher Ordnung).

    Die nationalen Identitäten werden nicht verschwinden, auch wenn noch so viele Masterminds der EU sich das vielleicht wünschen. Ich sage allein, was die empirischen Folgen von Immigration sind bzw. sein werden.

    Wer das nicht ernst nimmt, der plant an der Realität vorbei. Und die Folgen davon sehen wir meines Erachtens ja heute immer deutlicher.

  121. So wie ich es verstanden habe, meinen Stefan Schleim und Sandra Burger, das ausbeuterische, sozialdarwinistische, neoliberale Denken begünstige oder provoziere rassistisch motivierte Gewalttaten wie die in Hanau.

    Nur sehen das viele anders. In der NZZ wurde Hanau mit zunehmendem Rassismus, Chauvinismus, Antisemitismus erklärt, wobei aber der Rechtsextremismus und Rassismus in Deutschland viel älter sei als die AfD (liest man in einem anderen NZZ-Artikel als dem verlinkten). Auch der SPON-Artikel Rapperin Ebow über Hanau “Es gibt einen tiefen Rassismus in Deutschland” schlägt ins gleiche Kerbholz:

    Mein Fazit:

    Es gibt einen tief in Deutschland verankerten Rassismus und Rechtsextremismus

    Das hat mit neoliberalem Denken rein gar nichts zu tun und ist schon lange vor der Erfindung des Neoliberalismus „akut“ gewesen

    Inwieweit rassistisches Denken aber ein typisch deutsches Phänomen ist, möchte ich mich zurückhalten. Vielleicht ist es ein europaweites Phänomen und in den Niederlanden ähnlich akut wie in Deutschland.

  122. Zustimmungsfähiges Fazit (diesmal >:-> ), Herr Holzherr,
    es gibt zudem Linksextremismus, ökologistischen Extremismus und theozentrischen Extremismus, so etwas ist aus Einzelnen nicht herauszukriegen.
    Füttern tun sich diese potentiellen Terroristen, die sich stets als Freiheitskämpfer verstehen, als die Guten, irgendwie aus Büchern, beim geselligem Zusammensein oder heutzutage mehr durchs Web, was das Web nicht schlecht macht, dies nur als Randnotiz, viele machen ja gerne das Medium schuldhaft.
    Da hilft nur Repression, wobei aber zu beachten bleibt, dass verfassungsgegnerische Meinung (vs. “Kämpfen”) erlaubt bleiben muss, denn diese Erlaubnis ist ein Leistungsmerkmal liberaler Demokratien.
    Beobachten geht aber, das tun ja auch die Dienste.
    Präventiv blieben Landesgrenzen und Aufenthaltserlaubnisse zu pflegen, durchzusetzen also, ansonsten muss sich nicht über zunehmenden Terrorismus gewundert werden.
    Diese Zunahme dann bitte nicht dem Gesellschaftssystem, der liberalen Demokratie, anlasten, danke.

  123. @Holzherr: Rassismus

    Fremdenfeindlichkeit und Rassismus gibt es in allen Gesellschaften. Niemand hat hier das Gegenteil behauptet. Sie widerlegen bloß Ihren eigenen Strohmann.

    Das ist aber etwas Anders, als ein Klima zu schaffen, in dem Rassismus als “toleriert” gilt. Dann werden Dinge gesagt, die den Rassismus immer weiter anfeuern. Und da können halt ein paar psychisch labile Menschen auf den Gedanken kommen, es sei eine gute Sache, mal ein paar “Ausländer” abzuknallen.

  124. Es gibt keinen in der BRD tolerierten Rassismus, die BRD hat irgendwann so um 1960 herum, als Altnationalsozialisten medial besonders aufschienen, den Straftatbestand der Volksverhetzung eingeführt, der greift bei rassistischen Äußerungen.
    Anderswo, in anderen liberalen Demokratien, darf sich rassistisch geäußert werden, ist zwar verpönt, aber nicht strafbar.

    Und wer schafft ein Klima in der BRD, in dem Rassismus “hoffähig” gemacht wird?
    A: Für einige die AfD, wobei sich in den Parteiprogrammen nichts derart findet.

    Es sei denn, es sei denn, Kulturkritik wird in diesem Sinne :

    -> https://de.wikipedia.org/wiki/Rassismus_ohne_Rassen

    … als rassistisch verstanden.

    Aber das tut hoffentlich niemand, von derartiger “WIssenschaft” darf gerne Abstand genommen wie gehalten werden, denn Kulturkritik obliegt dem Menschen, ist seine vornehme Aufgabe und darf zumindest in liberaler Demokratie erfolgen, straffrei, hat eben auch zu erfolgen.

    Wobei die Gesetzeslage und die allgemeine Stimmung in der BRD gegenüber kultureller Kritik ein wenig problematisch wird, die Stimmung teils auch hetzerisch gegenüber Kritikern und Gegnern des theozentrischen Kollektivismus beispielsweise.

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Webbaer

  125. @Martin Holzherr

    Vor dem Neoliberalismus gab es mal vorübergehend die soziale Marktwirtschaft, davor aber war der Kapitalismus in Deutschland noch liberaler als wie heute neoliberal. Und das hat nebenbei wohl auch zur Naziherrschaft wesentlich beigetragen. Man bedenke hier beispielsweise den persönlichen Lebenslauf von Adolf Hitler, der hat ja neben seinen grausamen Kriegserfahrungen auch zeitweilig quasi auf der Straße gelebt, und ist in einer sozialen Kälte sozialisiert, von der wir heute zumindest in Deutschland noch etwas entfernt sind.

    Obwohl die AfD gerade weniger gegen Neoliberalismus ist, so gehört das Ausmaß der realen Härte des individuellen Konkurrenzkampfes auch zu den Ursachen von Rechtsextremismus. Das läuft aber in der Sozialisation der betroffenen Menschen ab, ist die rechtsextreme Einstellung einmal da, kann man sie bei den Menschen auch mit einer Entschärfung der Verhältnisse nicht wieder kurieren.

    Wohl aber würden entspanntere Verhältnisse das Entstehen von neuen rechtsradikalen Persönlichkeiten reduzieren.

    Aber das ist für mich gar nicht das Hauptargument gegen den Neoliberalismus. Ich hab einfach keine Lust dazu, dass wir uns hier Stress ohne Ende machen müssen, für nichts als Geld in den Kassen von Idioten, die überhaupt nicht mehr merken, dass sie längst genug Geld haben. Die Menschen in den armen Ländern und die Natur gehen gleich mit dabei drauf. Hier sehe ich einfach ein extremes Sinnproblem.

  126. Vor dem Neoliberalismus gab es mal vorübergehend die soziale Marktwirtschaft (…) [Kommentatorenfreund Tobias Jeckenburger]

    Hüstel, also auf die BRD bezogen ist es so, dass ‘Ordoliberale’ (die anderswo bei annähernd gleicher Bedeutung ‘Neoliberale’ genannt werden), die sogenannte soziale Marktwirtschaft erdacht und mit (neben den Mandatsträgern natürlich) eingeführt haben, Dr. Webbaer nennt hier gerne den Namen Walter Eucken.

    Es darf sich daran gewöhnt werden, dass Neoliberale, der Schreiber dieser Zeilen bevorzugt die Begriffe Ordoliberalismus und Sozialliberalismus deutlich, die Präfix ‘neo’ ist schlechtes Marketing, klingt so als ob es beim ersten Mal mit dem Liberalismus nicht geklappt hätte, was falsch ist, die BRD mit aufgesetzt haben und die BRD eine liberale, in concreto eine ordoliberale Demokratie darstellt.
    Nicht vollkommen, da hatten auch viele noch klar sozialistische Kräfte, also politisch Linke, bei der Verfassung und den ersten Gesetzesvorhaben mitzureden, aber doch im Grundsatz so wie beschrieben.

    HTH (“hope this helps”) – Wb

  127. @ Martin Holzherr (24.02.2020, 09:02 Uhr)

    Ich sprach von Geld erwähnte aber in meinen Beispielen explizit die Gegenleistungen, die man für Geld bekommt, zum Beispiel mehr Pfleger und mehr Facharbeiter […] Meine Überzeugung: eine bessere Pflege oder Rente geht nicht ohne eine bessere Ökonomie.

    sowie @Stephan Schleim (24.02.2020, 09:54 Uhr)

    Wenn immer mehr Einwanderer kommen, auch wenn das gut für die Ökonomie und einige Subsektoren wie die Pflege sein mag

    Ob die Immigration von Fachkräften “gut für die Ökonomie” ist, das ist letztendlich eine Frage der Perspektive.

    Norbert Blüm äußert sich zu diesem Sachverhalt wie folgt (Zitat): “Mit dem Import der Qualifizierten sparen wir die eigenen Ausbildungskosten. (…) Wir lassen ausbilden und “sahnen” so die Tüchtigsten der zurückgebliebenen Länder ab.” Norbert Blüm qualifiziert dieses Gebaren der reichen Länder als >neokolonial<, indem er fragt: "Was dabei ist der prinzipielle Unterschied zum alten Sklavenmarkt?"

    Fakt ist:

    Der Mangel von Fachkräften im Gesundheitswesen stellt ein weltweites Problem dar, das auf mangelhafte Ausbildung, schlechte Arbeitsbedingungen und das Fehlen von Anreizen zurückzuführen ist.
    https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/HTML/?uri=LEGISSUM:r12550&from=ES

    Um den bzgl. der “Immigration von Fachkräften” wichtigen Begriff hier wenigstens einmal zu nennen: “Brain drain” ist ein gutes Geschäft für die reichen Länder (nachdem durch die #neoliberale Politik unter anderem das Gesundheitswesen und der Bildungssektor kaputtgespart wurde):

    http://www.der-ueberblick.de/ueberblick.archiv/one.ueberblick.article/ueberblick5c07.html?entry=page.200503.006
    […] Nancy ist eine von drei Millionen Krankenschwestern und Ärzten aus Entwicklungsländern, die durch wohlhabende Länder angeheuert wurden. Krankenhäuser und Pflegeheime in den westlichen Ländern und weiten Teilen Asiens und Australiens müssten ohne Leute wie Nancy schließen. Heutzutage arbeiten mehr Ärzte aus Benin in Frankreich als in Benin und mehr äthiopische Ärzte in Washington DC als in ganz Äthiopien. Etwa 40 Prozent der Krankenschwestern und über 30 Prozent der Ärzte, die derzeit ihre Arbeit für das britische Gesundheitswesen aufnehmen, wurden im Ausland ausgebildet. Dieser Trend zeichnet sich auch in vielen anderen Ländern ab.

    Es ist ein gutes Geschäft für die reichen Länder, die so im Durchschnitt 184.000 US-Dollar Ausbildungskosten für jeden einzelnen dieser drei Millionen Fachleute sparen. Das summiert sich zu Einsparungen in Höhe von 552 Milliarden Dollar und entspricht in etwa der gesamten Auslandsverschuldung der Entwicklungsländer. Das Geld, das die Krankenschwestern und Ärzte nach Hause schicken, hilft ihren Familien und Heimatgemeinden. In vielen Ländern, wie etwa den Philippinen, stellen die Überweisungen von Arbeitskräften aus dem Ausland die größte Einkommensquelle des Landes dar. […]

    Heike Bredol nennt in ihrem Beitrag (18.11.2019; deutschlandfunkkultur) folgende Zahl (Zitat): “In ganz Deutschland arbeiten 154.000 Pflegekräfte mit ausländischer Staatsbürgerschaft – laut Bundesagentur für Arbeit ein Anteil von neun Prozent.”

    Die aerztezeitung (03.11.2018) informiert (Zitat): “2017 gab es in der Kranken- und Altenpflege bereits 35.000 offene Stellen. In 15 Jahren könnten mehr als 300.000 Arbeitskräfte in Gesundheitsberufen fehlen. (…) Aktuell arbeiten rund 45.000 ausländische Ärzte in Deutschland, diese Zahl ist seit 2013 um fast 50 Prozent gestiegen.”

  128. @ Webbaer (24.02.2020, 11:58 Uhr)

    diese für einige unmenschlichen Hartz IV-Bedingungen in der BRD sind halt – wir haben den internationalen Blick, gelle? – für andere so interessant und reizvoll, dass sie auch deswegen die Immigration in die BRD vornehmen.
    Es sind nicht wenige und sie suchen sich für die Einwanderung oft gezielt die BRD, belegen so, dass es ihnen nicht nur um (teils auch nur angeblichen) Schutz geht.

    Autsch! – Sie wollen damit anscheinend die ur-alte Stammtischparole “das sind alles nur Wirtschaftsflüchtlinge” aufwärmen resp. in die Diskussion einführen …

    Ich empfehle Ihnen, den folgenden Kommentar von Heribert Prantl ein- bis mehrmals zu lesen:

    Wie der Hass entstand (SZ vom 28.05.2018)
    https://www.sueddeutsche.de/politik/25-jahre-nach-solingen-wie-der-hass-entstand-1.3992809-0#seite-2

    (…) Fünf Jahre vor dem Anschlag hatte die politische Kampagne gegen angebliche “Asylmissbraucher” begonnen. Das Wort wurde das beliebteste in Wahlkämpfen. Die CDU/CSU hämmerte den Leuten in den Kopf, dass 95 Prozent aller Flüchtlinge “Wirtschaftsflüchtlinge” und “Simulanten” seien. Der damalige CDU-Generalsekretär Volker Rühe verschickte Pakete mit einschlägigen Muster-Presseerklärungen an alle CDU-Kreisverbände. Die politische Sprache betrieb Mobilmachung; “Fluchtwege” mussten abgeschnitten, “Abschreckung” musste praktiziert werden. (…)

    Und hier dürfen Sie sich über die Folgen derartiger Stammtischparolen informieren:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Asyldebatte#Welle_rassistischer_Gewalt

  129. Howdy, Frau Burger,
    bitte möglichst genau lesen und dementsprechend zu verstehen suchen.
    Da stand nicht : ‘Das sind alles nur Wirtschaftsflüchtlinge’, sogenannte Stammtischparolen sind nicht versucht worden, vielen Dank für Ihr Verständnis.
    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Webbaer (der sich nun zumindest bis morgen wieder ausklinken wird, danke, es war schön)

  130. @Sandra Burger: Volle Zustimmung dazu, dass Deutschland mehr PglegerInnen ausbilden muss. Nur reicht das nicht.
    Gemäss Anzahl der Beschäftigten im Gesundheitswesen in Deutschland in den Jahren 2000 bis 2017
    waren im Jahr 2000 4 Millionen im Gesundheitswesen beschäftigt, im Jahr 2017 aber waren es 5.5 Millionen. Innerhalb von 17 Jahren kamen 1.5 Millionen Beschäftigte dazu, das sind doppelt soviel wie es insgesamt Lehrer in Deutschland gibt (750‘000 Grundschullehrer gibt es in D). Deutschland kann also nicht auf PflegerInnen aus dem Ausland verzichten, denn in den nächsten 20 Jahren werden sicherlich weitere 1.5 Millionen PflegerInnen benötigt.
    Man muss einfach das beste daraus machen und Arbeitssuchenden Arbeit geben ist sicher nicht schlecht genauso wie es für Pflegebedürftige gut ist, wenn es mehr Pflegende gibt.

  131. @Dr.Webbaer 24.02. 13:58

    Was jetzt wie genau neo oder liberal genannt wird ist mir eigentlich schnuppe.

    In Zeiten von Systemkonkurrenz ging es für die kleinen Leute stets aufwärts, und spätestens mit dem Ende des Sozialismus dann ohne die Systemkonkurrenz wieder stetig abwärts. Der Niedriglohnsektor wird gerne als wirtschaftsfördernd betrachtet, hat aber neben der migrationsfördernden Wirkung vor allem die betroffenen Beschäftigten in eine immer prekärere Lage gebracht. Inzwischen kommen viele trotz Vollzeitarbeit nicht aus dem Aufstockerstatus raus und sind noch den Schikanen der Arbeitsämter ausgesetzt. Das ist eine soziale Härte, die wir in den 80ern nicht hatten.

    @Fehlende Arbeitskräfte im Gesundheitssektor

    Die Krankenpfleger wie die Altenpfleger verbringen einen großen Teil ihrer Arbeitszeit damit, Dokumentationen zu führen. Wenn man dieses Problem z.B. durch Überwachungskameras und KI lösen könnte, wäre der Fachkräftemangel damit praktisch erledigt. Und auch befriedigender für die Beschäftigten, das macht keinen Spaß, stundenlang Listen zu führen, die eigentlich keiner hinterher liest, während die Patienten im Bett nebenan vernachlässigt werden.

    Auch führt das derzeitige Abrechnungssystem zu Anreizen, massenhaft lukrative aber unnötige Operationen durchzuführen, während es in anderen Bereichen z.B. in der Psychotherapie für wirklich psychisch Kranke fast nichts angeboten wird. Was schon seit Jahrzehnten läuft, ist, dass die Sterbephase der Versicherten finanziell noch mal richtig ausgenutzt wird. Ich hatte mal gelesen, dass die Versicherungen das halbe Geld für das letzte Lebensjahr ausgeben. Die Sterbenden und ihre Angehörigen versuchen natürlich alles, um das Leben doch noch zu retten, aber die Ärzte nutzen das auch aus, und machen zum Schluss nochmal richtig Umsatz. Auch wird mit immer mehr Früherkennung nicht nur geholfen, sondern oft auch ganz viele falsch-positive Fälle entdeckt, die dann auch vor allem den Krankenkassen Geld kosten und dem Patienten nur Rennerei und unnötige Sorgen bereiten. Auch kommt bei der sehr geschäftigen Durchführung von lukrativen Einzelleistungen ein vernünftiges Arztgespräch regelmäßig zu kurz, was oft schon mit bloßer guten Information über die aktuelle Krankheit mehr nützen würde, aber eben für den Arzt so nicht abzurechnen ist.

    Wenn man hier mal wirklich Ausmisten würde, dann könnten vermutlich die meisten immigrierten Ärzte nach Hause fahren, und dort wirklich Kranke mit wirklich sinnvollen Therapien behandeln. Und die derzeitigen meiner Ansicht nach astronomischen Kosten der Krankenversicherung könnten sich so voraussichtlich locker um ein Drittel reduzieren, wenn nicht mehr.

    Das ist hier auch eine Art von Wirtschaftsförderung, die viel Mühe macht, den kleinen Leuten richtig Geld kostet, ohne dass sie hier ausweichen können, und die rein gar nichts bringt. Nur Probleme hier mit noch mehr Migranten, und wo die herkommen, da fehlen wirklich die Mitarbeiter im Gesundheitssystem.

  132. @ Tobias Jeckenburger 24.02.2020, 16:45 Uhr

    Eigentlich sehe ich fast alles so wie Sie.

    Das Problem ist aber, der ganze “Papierkrieg” und alles was Sie sonst noch angeführt haben „verdanken“ wir unserer Demokratie und unserer Sicht auf das Recht.

    Alles muss protokolliert und rechtlich korrekt und nachvollziehbar ablaufen. Die größte Angst der Mediziner und des Personals ist, auch bei nur einer kleinsten Inkorrektheit verantwortlich gemacht zu werden.
    Wegen kleinster Fehler können die Betroffenen mit dem „Mordparagraphen“ verfolgt werden.

    Sie machen das Beste aus der Situation, passen sich an und machen das große Geschäft.

    Nicht nur die Demokratie, sondern auch unser Rechtssystem hat nun einmal seinen Preis und wir müssen für die Kosten aufkommen.

  133. Das Thema Neoliberalismus ist eigentlich abgegrast.Im Grunde ist es nur so wenig Staat und externe Steuerung der Märkte wie möglich. Über Finanz- und Fiskalpolitik die Geldmenge beeinflusst(aber möglichst nicht die Allokation gelenkt) und der Wert der Eigenverantwortung als Bringschuld für das Individuum und für die Gesellschaft eingefordert und die Hohlschuld für Freiheit priorisiert.
    Die Diskussionen gehen aber tiefer.
    Die Kernfrage jedes Gesellschaftstheoretikers ist,wie kann,muss,soll das Individuum und somit insgesamt eine Gesellschaft konstruiert sein,damit einerseits der größtmögliche soziale Friede erreicht wird,aber auch das individuelle persude of hapiness sein Recht findet. Und das möglichst stabil.
    Es ist die politische nicht nur wirtschaftliche Systemfrage. Starke Staat,schlanker Staat usw.
    Nicht nur hier,sondern auch global (s. z.b. Venezuela-Südamerka).
    Hierbei spielen Gedanken der Vielfalt,Heterogenität,Pluralismus oder Homogenität von Gesellschaften eine Rolle. Ob ob plurale liberale Demokratie oder Gottesstaat mit einem Gott,um den größten gemeinsamen steuernden Nenner hinzu bekommen.
    Da kommen durch die Migration auch durch Kultur geprägte Denkmuster durcheinander.Globale Manager werden auf andere Kulturen getrimmt,um dadurch klar und anzukommen,jetzt kommen Kulturen zu uns.
    Was ist Gewohnheit im Anthropozän,globalen lokalen demographischen Engestress und ständiger Debatte über ökologischer,energietechnischer und ernährungsspezifischer Versorgungssicherheit.
    Wir lebten lange als Exportweltmeister und Papst und Fussballweltmeister in einer Wohlfühlblase.
    Willkommen in unruhigen Zeiten.
    Krise überall….sind wir gar nicht mehr gewohnt bzw. haben wir ausgeblendet.
    Es ist die Frage,wie wir zukünftig leben (lokal global) wollen,sollen,müssen,die mehr oder weniger bewusst wird oder unbewusst in allen schlummert und unruhig macht.
    Und diese Frage ist komplex. Ausweglosigkeit manchen starr vor Augen.

  134. @ Schleim

    Zitat: „Terror hat immer auch soziale Ursachen“

    Das würde ich insofern bestätigen, da viele Terroristen bei uns keinesfalls in guten „Arbeitsverhältnissen“ stehen, eher arbeitslos sind und zusätzlich psychisch beeinträchtigt sein dürften.

    Es ist jetzt die Frage wie weit diese Beeinträchtigungen gleichzeitig der Grund für die Arbeitslosigkeit sind. Möglicherweise haben sich diese Personen z.B. im Vergleich mit Zuwanderern diskriminiert gefühlt, weil sie z.B. subjektiv als ungerecht empfundene Kürzungen der Sozialleistungen oder bei der Wohnungsvergabe ertragen mussten, obwohl dies objektiv nicht stimmt.

    Sie schließen sich radikalen Ideologien/Religionen an, haben möglicherweise latent vorhandene Suizid Gedanken, eigentlich auch nichts mehr zu verlieren und steigern sich in ein immer stärkeres Wahnsystem hinein, bis es zur „Explosion“ kommt.

    Man wird künftig noch mehr die besonderen „Verhaltensmuster“ die derartige Persönlichkeiten „aussenden“, systematisch beachten und analysieren müssen um rechtzeitig gegensteuern zu können.

  135. @Mussi (24.02.2020, 19:16 Uhr)

    Es ist die Frage,wie wir zukünftig leben (lokal global) wollen,sollen,müssen,die mehr oder weniger bewusst wird oder unbewusst in allen schlummert und unruhig macht.
    Und diese Frage ist komplex. Ausweglosigkeit manchen starr vor Augen.

    Schön wäre es, wenn diese Frage im Zentrum der politischen Debatte stünde – indes: die #neoliberale Gehirnwäsche hat ganze Arbeit geleistet:

    […] Die Frage nach dem ‚Wie wollen und wie können wir zusammen leben?‘ ist in Klafkis Schriften eine stets präsente. Er stellt sie unter dem Blickwinkel der Zukunftsorientierung, d.h. er sucht in der Gegenwart die zentralen Probleme der Menschheit, von deren Lösung ihr Überleben abhänge und versucht – ganz Erziehungswissenschaftler –, Möglichkeiten zu entwickeln, die das Potenzial einer Problemlösung in sich tragen.
    Betrachten wir die aktuelle politische Diskussion in diesem Land, fällt recht schnell auf, dass die Frage nach der Ausgestaltung des Zusammenlebens keine wirklich relevante mehr ist. An ihre Stelle rückt die Frage der Finanzierbarkeit. Statt: Wie wollen wir zusammen leben?, heißt es nun: Was können wir finanzieren? – als könnte beides nicht getrennt gedacht werden. Nur wenn es der Ökonomie gut geht, so der heutige Tenor, kann es den Menschen gut gehen. Dies ist ein Satz, dem kaum mehr widersprochen wird. Warum lässt sich ‚Wenn es den Menschen gut geht, geht es der Ökonomie gut‘ heute nichtmals mehr denken, geschweige denn artikulieren?

    Selbst Kindern in der Grundschule ist das Finanzierbarkeitsdenken längst vertraut. So antwortete ein Junge in der 4. Klasse auf die Frage, was denn Politiker machen würden: „… darüber nachzudenken, ähm, wofür sie dann Geld ausgeben sollen, weil, Deutschland ähm, ist ja nicht so ein ganz reiches Land und kann für alles Geld ausgeben. Die haben so viel Schulden.“

    Vielleicht noch deutlicher wird der Zeitgeist sichtbar, wenn wir das ‚epochaltypische Schlüsselproblem‘ der ‚gesellschaftlich produzierten Ungleichheit‘ betrachten. […]

    * Detlef Pech: Dauerzitation ohne Konsequenz. Oder: Sachunterricht ist Politische Bildung. (PDF-Datei; 4 Seiten)
    Eine (essayistische) Annäherung an Wolfgang Klafkis Allgemeinbildungsbegriff im Sachunterrichtsdiskurs auf der Höhe der Zeit.
    http://www.widerstreit-sachunterricht.de/ebeneII/arch/klafki/pechklaf.pdf
    (Ausgabe Nr. 4/März 2005)

    Zur Erläuterung:
    — Zukunftskompetenz —
    Globale Probleme der Menschheit (Schlüsselprobleme)
    Erstes Schlüsselproblem – die Friedensfrage
    Zweites Schlüsselproblem – die Umweltfrage
    Drittes Schlüsselproblem – die ‘Soziale Frage’ (d. h.: die gesellschaftlich produzierte Ungleichheit)

    SIEHE:
    Wolfgang Klafki (Marburg 1998): Zentralprobleme der modernen Welt und die Aufgaben der Schule – Grundzüge internationaler Erziehung
    http://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php/Industrielle_Revolution#cite_note-Klafki-37

  136. @ Sandra Burger

    Das “Neoliberale Konzept”, dass im Prinzip jede Leistung ihren Preis hat, ist auf vielen Ebenen höchst erfolgreich.

    Es dürfte der „Psyche“ von Menschen (und auch Tieren) bestens angepasst sein. Was früher mit primitiver vielfältigster körperlicher und/oder psychischer „Gewalt“ erreicht wurde, gelingt praktisch „von selbst“, es werden Höchstleistungen erbracht. Es kommt darauf an, dass die Erträge möglichst fair verteilt werden.

    Letztlich haben beim europäischen Kommunismus alle Konzepte einen sozialen, besseren Menschen zu schaffen, letztlich versagt.

    Die chinesischen Kommunisten haben umgedacht und setzen bei ihren Zukunftskonzepten letztlich auf Technik „Überwachung und Belohnung“. Im westlichen System dürfte die Überwachung hauptsächlich über die Kontobewegungen und den Konsum erfolgen. Wer sich dem entzieht, kann nicht beweisen Leistungen, z.B. für den Erwerb einer Wohnung, erbracht zu haben. In Amerika kommt man sich mitunter wie ein Geldfälscher vor, wenn man versucht bar und nicht mit Karte zu bezahlen.

    Mit dem im Prinzip neoliberalen Konzept können nicht nur von Menschen und ganzen Gesellschaften Höchstleistungen herausgeholt werden, sondern auch von Tieren.

    Ich will das an etwas skurrilen Beispielen aus dem Tiertrainig festmachen. Aus Hunden oder auch Affen lassen sich Höchstleistungen herausholen, nur indem sie für jede zu lernende Aktion mit einem „Leckerli“ belohnt werden. Sie müssen sich jeden Bissen Nahrung „verdienen“. Letztlich sind die Portionen so groß dass sie optimale Leistung erbringen. Allerdings „streiken“ sie, wenn mit der Ausbeutung übertrieben wird.

    Bei Affen können durch Training intelligente Höchstleistungen z.B. im Bereich „Bilderkennung“ erreicht werden.

    Hunden können schwere „psychische Defekte“ von erfahrenen Tierpsychologe weg trainiert werden, allein mit sorgfältig dosierter Belohnung.

  137. @ Martin Holzherr
    21.02.2020, 21:53 Uhr

    Also: es gibt sogar eine weltweite Wirkung.

    -> Sie verwechseln also auch massenmediale Foure mit “Wirkung” durch den Inhalt der berichte?

    Zitat:
    Nun, keiner überlebt das Leben.

    -> Ich weiß nicht, was ich mit dieser Phrase anfangen soll.
    Ich und sie werden sterben. Irgendwann.

    Zitat:
    Wenn es stimmen würde, dass nur die eigene Lebenszeit, nicht aber die Erinnerung an mich als Person, eine Rolle spielt, dann würde sich niemand mit dem eigenen Begräbnis oder dem Testament beschäftigen.

    -> Aber wieso haben wir denn dann, wenn das alles so viel wichtiger wäre, als das Leben selbst, nicht viel mehr Attentate, als es tatsächlich der Fall ist?
    Normalerweise würde man dann doch praktisch täglich mit Massenmord konfrontriert sein müssen, wenn Andenken so viel wichtiger wäre.

    Vielleicht ist das auch so. Nur, das wir davon nicht so erfahren, das wir es erkennen?

    Ihre Definition von dem, was sogenannte “Terroristen” antreibt und bewegt, funktioniert nur in ihrer schönen Welt-Fantassie, die ergheblich von dem, was die Medien so in den Äther raushauen, geformt ist.
    Aber das ist nur die Perspektive der “dritten Person”.

    Und das taugt natürlich so gar nicht zur hinreichenden Beschreibung dessen, was Attentäter so antreibt.

    Wollen sie wissen, was sie antreibt?
    Am besten tun sie sich dann mti Crystal Meth zudröhnen, das mit Metallen versetzt ist, und dann werden sie sehen, wie ihnen ihr Leben vollends entgleitet und sie zu einem Zombiegleichen Extremfall werden, der am Ende keinen “Ausweg” mehr sieht. Und dann ist alles möglich, aber kaum ein “Andenken” für die Nachwelt.

    Dann sind sie nämlich kein planender Mensch mehr, sondern sie sind ein ständig verteidigender Mensch, der nur noch auf unmittelbare Begebenheiten reagieren kann.
    Derart “eingeschränkt” sind sie nicht meh rim Stande, eine tatsächliche Glorie zu entwerfen, die nur dazu da ist, um der Nachwelt ein Zeichen zu setzen und sie zu “empfehlen”. Sie handeln kopf und Sinnlos.

    Denn sie sind nicht un dnie mehr länger Herr ihrer eigenen Identität, wenn sie solcherart Metal im Gehirn haben.

    Und wahrscheinlich werden sie mich jetzt auch wieder der Verschwöhrungstheorie bezichtigen, wenn ich das mit dem Metall wieder erwähne.

    Deswegen sage ich: tun sie´s…machen sie den indipendent sholar-versuch: Dröhnen sie sich mit Crystal Meth vom Schwarzmarkt zu. Und sehen sie, wie sie sich verändern. Normalerweise braucht es dazu nur eine einmalige Einnahme, um das Gehirn derart zu zerfetzen, sodass sie die Kontrolle über sich verlieren und nie wieder der Alte sind, der sie einmal waren.

    Vorrausgesetzt, dass ihnen auch das mit Metal versetzte Zeug gegeben wird.

    Was glauben sie denn, wieso die Serie “Breaking Bad” so strotzt vor “Plott-Rezepturen” für Crystal Meth, die Metalle enthalten (Platinoxid, Thoriumnitrat, Aluminium(folie), …da waren noch mehr – habe ich aber vergessen).

    Es gibt aus der Derie herraus ein Mem, das sich unweigerlich über die Welt ausbereitet: Das “reinste Zeug” was gibt…kochen. Am Besten soll es blau sein.

    man soltle abe rwissen, das chemische Prozesse bei der Molekühlbildung jedes Atom, das hineingegeben wird, auch erhalten bleibt. Also auch alle Metalle, die darin hineingekocht werden.

    Und im Zusammenhang mit dieser Droge ergibt das eine verheerende Wirkung im Gehirn. Die durch den Rausch im Gehirn angeregten Strukturen werden durch das Metal “stabilisiert”, saodass ab dann eine chaotische, nicht langsam gewachsene, Entwicklung druch einmaligen Konsum etabliert wird.
    Vorher haben sie noch eine deutliche Trennung zwischen dem default mode Netzwerk und dem Wachbewusstsein. Nachher haben sie diese Trennung nicht mehr. Sie haben ein Bewusstsein, das niemals mehr “ausschalten” kann… Tagträumen und so dahintröumen sind nicht mehr möglich, weil jeder externe (und interne) Reiz direkt in ihr Bewusstsein prominent das bewusstsein mit Aktivität anfüllt und sie also nicht mehr ignorieren können.

    Wer in solcher Weise manipuliert wurde, der wird irgendwann automatisch verrückt werden.
    Und ich schätze, das mindestens 50 % der Patienten in der Psychiatrie wegen solchen Manipulationen dort therapiert werden.

  138. @Webbär: wie man es sich zurechtlegt

    Sicher, wenn man “Rassismus” auf den juristisch definierten Straftatbestand der Volksverhetzung reduziert, dann gibt es nur ein kleines Rassismusproblem in Deutschland.

    Ein wunderbares Beispiel für die von mir im Artikel kritisierte Strategie, Probleme so zu definieren, dass es keine Probleme mehr gibt. Dann ist ja alles gut, Love-Bär!

  139. @ Herr Dr. Stephan Schleim :

    Der nächste bundesdeutsche Fall jetzt in Volkmarsen,
    ein anscheinend Irrer verbreitet Schrecken (“Terror”), ist anscheinend kein Terrorist, wirkt aber mit seinem Handeln gesellschaftlich so wie Terrorismus wirkt, also bei solchen Tätern greift der Vortrag des hiesigen werten Inhaltegebers aus diesseitiger Sicht.

    Da kann die Gesellschaft etwas machen, bspw. auf geäußerten Hass verzichten und darauf Personen unbegründet als Träger von Hass zu bezeichnen, was hetzerisch wirkt.

    Gegen Terrorismus, der auf ideologischer Grundlage, idR im kollektivistischen Sinne Täter motiviert, zu beachten auch der Ismus, der im Terrorismus steckt, hilft wohl nur Containment – und selbstanklägerische Aussagen sind zu meiden, denn so etwas kommt von außen, nicht aus dem angelegten Gesellschaftssystem, nicht aus der Liberalen Demokratie.

    MFG – WB (der Rassismus nicht so ‘reduziert’ hat, wie behauptet worden ist)

  140. PS hierzu :

    In seiner Weihnachtsansprache Ende 2018 forderte Bundespräsident Steinmeier in Reaktion auf den gesellschaftlichen Hass, man möge mit Menschen mit anderer Meinung diskutieren.

    Sagt der Nasenbär, der Donald J. Trump als Hassprediger bezeichnete und ihm als BAM nicht einmal zum demokratisch errungenen Wahlsieg gratulieren konnte…

    Die politisch Linke ist heuchlerisch, sie wirft oft ihren politischen Gegnern vor, was sie selbst ausgiebig tut, nämlich : hassen.

  141. WB (der Rassismus nicht so ‘reduziert’ hat, wie behauptet worden ist)

    Dr. Webbaer 24.02.2020, 13:05 Uhr

    Es gibt keinen in der BRD tolerierten Rassismus, die BRD hat irgendwann so um 1960 herum, als Altnationalsozialisten medial besonders aufschienen, den Straftatbestand der Volksverhetzung eingeführt, der greift bei rassistischen Äußerungen.

    Der Nährboden für die Krönung des so offensichtlich hoffähigen Rassismus wurde auch von der Gesellschaft bestellt, die den institutionalisierten Rassismus negiert. Aber so war das bestimmt nicht gemeint, es liest sich allerdings so als wäre etwas per Gesetz passé, das zu den sozialen Ursachen des Nationalsozialismus gehörte wie die allgemeine Blindheit gegenüber gesellschaftlichen Prozessen im neoliberalen Dunstkreis wirkenden Wissenschaftsbetrieb.

  142. @Webbär: schräge Definition

    Jemandem nicht zu gratulieren ist jetzt auch schon Hass? Wenn man dann nur auf einem “Linken” herumhacken kann. Sie überzeugen mich nicht. Und Steinmeier wirkte auf mich übrigens nie sehr links.

    Und das interessante an der “Amokfahrt”, auf die Sie jetzt verweisen, mit Blick auf meinen Artikel, ist doch, dass bestimmte Gruppen die Falschmeldung und wohl sogar ein falsches Foto verbreitet haben, um zu behaupten, es habe sich um einen Moslem und/oder Ausländer gehandelt, als das noch gar nicht fest stand.

    Abbär nein, Deutschland hat kein Rassismusproblem.

  143. Dr. Webbaer 24.02.2020, 13:05 Uhr

    Und wer schafft ein Klima in der BRD, in dem Rassismus “hoffähig” gemacht wird?
    A: Für einige die AfD, wobei sich in den Parteiprogrammen nichts derart findet.

    Es sei denn, es sei denn, Kulturkritik wird in diesem Sinne :

    -> https://de.wikipedia.org/wiki/Rassismus_ohne_Rassen

    … als rassistisch verstanden.

    Aber das tut hoffentlich niemand, von derartiger “WIssenschaft” darf gerne Abstand genommen wie gehalten werden, denn Kulturkritik obliegt dem Menschen, ist seine vornehme Aufgabe und darf zumindest in liberaler Demokratie erfolgen, straffrei, hat eben auch zu erfolgen.

    Bemerkenswert wäre, wenn Sie zufällig ein akademischer Biologe wären und sich diese Wissenschaft nun sozusagen in entgegen gesetze Richtung kämpferisch bemüht, das Ideal der Gesellschaft zu beschwören wo es doch “keinen Rasissmus gibt!”. Das erinnert mich dann an Zygmunt Bauman, der über die Entwicklung von Heterophobie (die dann oben anklingen würde) zum Rassismus schrieb und darin bereits Ende der 1980er eine Form des social engineering ausmachte.

  144. @Tobias Jeckenburger, Elektroniker (Bürokratie macht Gesundheitswesen teuer)
    Im Spiegel Nr. 9 von 2020 liest man dazu in der Kolumne „ Para­grafen-Deutsch­land“

    Dazu passt, wie be­son­ders be­trof­fe­ne Be­rufs­grup­pen in frü­he­ren Al­lens­bach-Um­fra­gen die Lage ein­schätz­ten. Zwei Drit­tel al­ler nie­der­ge­las­se­nen Ärzte sag­ten, die star­ke Re­gu­lie­rung sei ein sehr wich­ti­ger Grund für den Ärz­te­man­gel in Deutsch­land. Ähn­lich ur­teil­ten Al­ten- und Kran­ken­pfle­ger: Nichts sei be­las­ten­der für ih­ren Ar­beits­all­tag als der hohe Ver­wal­tungs­auf­wand.

  145. @Holzherr: Sparmaßnahmen

    Unser System bildet Ärzte zu Spezialisten aus… und lässt sie hinterher immer mehr Sekretariatsarbeiten erledigen. (Analog dazu die Pfleger.)

    Diese Idee entspringt dem wirtschaftlichen Denken und dem Irrtum, dass man durch das Streichen von Sekretariatsstellen Geld einsparen könne: Man vertraut schlicht darauf, dass die Ärzte das “nebenbei” machen, ohne dass ihr Behandlungsauftrag darunter leidet (oder sie sich selbst ausbeuten und dann zum Burn-out Fall werden).

    Sowas bekommt man, wenn Leute (nämlich vor allem Betriebswirte) die Regeln für ein System festlegen, das sie überhaupt nicht kennen oder von innen heraus verstanden haben (etwa das Gesundheitswesen). Sie nennen das: Effizienz.

  146. Herr Holzherr, in diesem Beitrag wird praktisch ihre These widerlegt, das die Täter ein Primärziel solcher Art (Angst und Schrecken verbreiten) hätten:

    https://www.zeit.de/kultur/2020-02/hanau-rechtsextremismus-anschlag-taeter-gewalt-radikalisierung-demokratie

    Es sind ganz andere Instanzen im System “Gesellschaft”, die das gerne so wollten.
    Der einzelne Attentäter ist nur ein Werkzeug, das man bis an den Rand seiner menschenmöglichen Tolleranzgrenze bringen kann, sodass dann solche Taten herrauskommen.

    Ich bin mir sicher, das solche Täter nicht mehr “denken”, wenn sie handeln. Also ist auch keine perspektivisch logische Erklärung ihres Handels möglich, wie sie es tun. Es gibt nur Details, die zur Auslösung von Panik und Angst führen, die dann irgendwie sublimiert oder abgebaut werden müssen.

    Es ist eine behavioristische Konstante, das handelnde “Individuen” nicht denken….oder sie handeln, weil sie dann nicht mehr denken müssen.
    Solche Weißheit bekommt man nur, wenn man Menschen kennt, die an den Grenzen ihrer Tolleranzfähigkeit gebracht wurden. Oder gar selbst derart belastet ist/war.

    Wer aus wohlbehüteter und abgeschirmter Lebenslage dann beginnt, sich eine Erklärung für das Handeln anderer auszudenken, der begeht den Fehler, dass er nicht von sich aus auf andere schliessen kann, ohne notwendigerweise falsch zu liegen.

    Sie können, wenn sie autentisch bleiben wollen, nur ihr Unverständnis darüber kund tun. Aber nicht mehr.

    Passen sie aber beim Lesen des Beitrages auf, dass sie nicht in eine Denkschiene geraten, die ebenso toxisch und folgenschwer Fehlleistung ist, wie sie dem Attentäter unterstellen, das er so sei oder wirke.

  147. Das Ende des Beitrages macht dann das, was sie dem Täter unterstellen: Die Auslösung von Angst und Schrecken und Panik und Chaos und haltlosigkeit, weil er eine Reihe zuspitzenden Fragen stellt, die vollkommen offenlassen, woraufh sie hinaus wollen.
    Stattdessen wird dem Rezipienbten überlassen, was nun zu tun sei.

    Im Grunde ist das wie aus dem Lehrbuch der “Superfaschisten” übernommen, der sich den Massen als “Problemlöser” geradezu anbiedert.
    Diese Masse muß dann allerdings auch die Lösung akzeptieren, die dann folgt.
    Denn es wird klar sein, dass diese Lösung kaum demokratisch zustande kommt und im mindesten den ethischen Standards entspricht, aus denen die Intention des Anfangs des Beitrages hervorging.

    Abschlüsse, wie in diesem Beitrag, gehören ebenso verboten und geächtet, wie Attentate und Morde, die daraus folgen können.

    In diesem Sinne ist der Abschluß dieses Beitrages ein nachgereichter Beweis für die davor aufgestellte These, das Gesellschaften pathologische Tendenzen aufweisen können und zur Ursache von Missständen werden.

    Idealerweise sollte das Ende des Beitrages ab “Falsche Frage” einfach gelöscht werden.

  148. @ demolog 25.02.2020, 18:43 Uhr

    Dass es besondere Instanzen im System “Gesellschaft” geben könnte, die „nützliche Idioten“ als Terroristen „benutzen“ ist nahe liegend. Angeblich müssen sich Terroristen im Islam von einem anderen Moslem „den Segen“ für ihre Tat holen. Was in Zeiten des Internets nicht so schwer ist. Die Nazi Terroristen handeln eher autonom und aus purem Hass, der sie wiederum, wegen ihrem Hass auf die „Ungläubigen“, mit den Islamisten verbindet.

    Zitat: „Der einzelne Attentäter ist nur ein Werkzeug, das man bis an den Rand seiner menschenmöglichen Toleranzgrenze bringen kann, so dass dann solche Taten herauskommen.“

    Dass Terroristen eine verminderte Frustrationstoleranz haben, ist nahe liegend und auch ein Problem, wie bei vielen anderen Verbrechen. Mangelnde Frustrationstoleranz ist Ursache fast aller Verbrechen.

    Terroristische Täter mögen nicht (mehr) rational denken, aber sehr wohl denken sie „wahnhaft“. Sie steigern sich in ihrem Wahn bis sie ihm nachgeben. Ob sie Drogen nutzen ist eine andere Frage. Drogen können völlig irrationale, willkürliche Handlunge auslösen.

    Die Psychologie ist dazu da Denkprozesse zu analysieren, kann auch verborgene Motivationen die zu bestimmten Handlungen führen erklären. Allerdings nicht mit absoluter Sicherheit und im Einzelfall.

    Wenn sich ein Täter, wie Sie es sagen, voll zugedröhnt hat, wird er auch nur begrenzt dazu fähig sein, die mehr oder weniger geplante Tat auch durchzuführen. Ich vermute, dass eher die nicht voll „zugedröhnten“ Täter das Problem sind.

  149. @ Stephan Schleim (Zitat):

    Unser System bildet Ärzte zu Spezialisten aus… und lässt sie hinterher immer mehr Sekretariatsarbeiten erledigen. (Analog dazu die Pfleger.)

    Sehr gut auf den Punkt gebracht – wobei wirtschaftlich ist das nicht (Zitat: „ Diese Idee entspringt dem wirtschaftlichen Denken„), es kann nur das Resultat eines Irrtums sein, wie sie anschliessen sagen – eines sehr teuren Irrtums, denn jeder Einzelne muss das berappen ohne dass er etwas dafür zurück erhält.

  150. Die Wahrheit über unser Gesellschaftssystem erfahren wir dort, wo Menschen auf verantwortliches Handeln angewiesen sind, z.B. in der Medizin. Art. 2 Abs. 2 Satz 1 Grundgesetz behauptet z.B.: „Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit“. Das ist nicht sichergestellt, Beispiele:
    Bei der Zulassung, Sicherheit und Kontrolle von Medizinprodukten liegt ein Multiorganversagen vor. Politik und Kontrollbehörden unternehmen nichts, für Patienten ist diese Lethargie lebensgefährlich (Quelle: https://www.sueddeutsche.de/politik/implant-files-versagen-politik-kommentar-1.4225871). Ähnliche Tatsachen-Berichte unter https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2015/02/06/pharmaindustrie-schlimmer-als-die-mafia und https://www.youtube.com/watch?v=-3-pi_8w6K8. Die gepriesene Computertomographie entspricht der 100- bis 1000-fachen Strahlendosis des konventionellen Röntgens- http://www.pm.ruhr-uni-bochum.de/pm2007/msg00110.htm, wodurch u.a. Krebs und Tod hinzunehmen sind, vgl. z.B. https://www.ippnw.de/commonFiles/pdfs/Atomenergie/Krebs_nach_niedrigen_Strahlendosen.pdf. Schon geringere Röntgen-Bestrahlungen waren früher als Körperverletzung strafbar, vgl. BGH 2 StR 397/97. Implantate mit Schwermetallen werden zugemutet, führen jedoch zu Autoimmunkrankheiten, siehe http://toxcenter.org/artikel/Autoimmunfax.php. Titandioxid (TiO2) ist für Lebensmittel zugelassen, obwohl es krebserregend ist, s. z.B. https://www.focus.de/gesundheit/news/zusatzstoff-titandioxid-e171-zerstoert-darmflora-und-kann-darmkrebs-beguenstigen-farbstoff-auch-in-mozzarella-enthalten_id_10750495.html. Titandioxid-Nanopartikel induzieren bei Mäusen DNA-Schäden und genetische Instabilität- https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19887611. Titanimplantate verursachen durch entstehendes Titandioxid oft chronische Entzündungen, vgl. https://www.welt.de/gesundheit/article8315256/So-gefaehrlich-koennen-Titan-Implantate-sein.html). Sogar Gehäuse der Herzschrittmacher bestehen aus Titan, obwohl Titandioxid zu Rhythmusstörungen und veränderten EKG-Werten führt, wie sie für Herzerkrankungen typisch sind, vgl. https://www.tum.de/nc/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/details/31077/. Wenn das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit nicht gewährt wird, dann kann man auch bei „geringeren Rechten“ nichts besseres erwarten.
    Bei Menschenrechtsverletzungen mitmachen, wegschauen, vertuschen und verdrängen brachte nie Gutes.

  151. Der Schreiber dieser Zeilen hat zum Rassismus nur derart Stellung bezogen, dass er ihn in diesem Kommentariat als in der BRD verboten bezeichnet hat, denn geäußerter Rassismus erfüllt den Straftatbestand der sogenannten Volksverhetzung, der in der BRD so um 1960 eingeführt worden ist.
    Die Behauptung, dass es ihn in der BRD nicht gebe, wäre falsch und lächerlich.
    Also bitte immer zu verstehen suchen, was geschrieben worden ist.

    Wer noch zum “Rassismus ohne Rassen” etwas schreiben möchte ist willkommen, der Schreiber dieser Zeilen arbeitet i.p. Rassismus mit dieser aus der Wikipedia.en gemopsten Definition :

    Racism is usually defined as views, practices and actions reflecting the belief that humanity is divided into distinct biological groups called races and that members of a certain race share certain attributes which make that group as a whole less desirable, more desirable, inferior, or superior.

    Diese Definition ist mittlerweile bei der bekannten Online-Enzyklopädie “aufgelöst” worden, so dass das dort Geschriebene keinen definitorischen Charakter mehr hat, schade eigentlich.

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Webbaer

  152. @ Kommentatorenfreund ‘Elektriker’ und hierzu hierzu kurz :

    Terroristische Täter mögen nicht (mehr) rational denken, aber sehr wohl denken sie „wahnhaft“. Sie steigern sich in ihrem Wahn bis sie ihm nachgeben.

    Terrorismus ist als die Anwendung oder Androhung von Gewalt, wobei versucht wird politische Ziele zu erreichen, sinnhaft definiert, Dr. Webbaer kennt keine andere Definition. (Dr. W war auch so freundlich diese Definition weiter oben beizubringen.)

    Insofern ist Terrorismus, hier steckt auch der Ismus drinnen, rational oder vernünftig, ansonsten darf bei Attentaten, die nur wie Terrorismus aussehen, nicht von ihm ausgegangen werden, wenn Irre tätigen.

    Terrorismus benötigt neben der Anwendung von Gewalt, die Schrecken, “Terror” auslösen soll bei den Adressierten, eine vernunftsmäßige Ideenlehre und ein erklärtes (politisches) Ziel.

    Terrorismus ist ein politisch angelegtes Verbrechen, das gesellschaftlich wirkt, funktioniert sozusagen, der mit Schrecken Versehene, aber Überlebende soll sich auf die Seite der Terroristen schlagen.
    “Hübsch” fand der Schreiber dieser Zeilen insofern das seinerzeit (insbesondere in den Siebzigern) nicht selten in der BRD, Dr. W war dort zweifach längere Zeit zu Gast, Gehörte :

    Lieber rot, als tot!

    Verglichen werden darf an dieser Stelle auch mit dem sog. Stockholm-Syndrom, Terrorismus funktioniert und wirkt und ist insofern gesondert polizeilich / staatlich zu bekämpfen.

    Terroristisch angelegte Täter und Tätergruppen sind insofern pfiffig, Dr. W hat seinerzeit, bei seinen zwei oben genannten Zuvorkommnissen, auch gerne der RAF-Ideologie und ihrer Begründlichkeit gelauscht, vely rational sozusagen, die steifen Kräfte hatten auch eine bestimmte Sprachlichkeit entwickelt, die bei Dr. W im Bösen so-o schlecht nicht ankam.

    Terroristen sind mit ihrem in der Regel kohärent formulierten “Befreiungsübungen” ernst zu nehmen, sie sind nicht wahnhaft unterwegs.

    HTH (“hope this helps”)
    Dr. Webbaer

  153. @ Dr. Webbaer

    Es geht um „Wahn und Wirklichkeit“ im psychologischen Sinn. Die Grenzen sind schwer zu ziehen.

    Terrorismus kann natürlich auch vom Staat, oder einer politisch relevanten Mehrheit ausgehen. Dann würde man zumindest bei den Anführern, eher nicht von Wahn ausgehen, da sie den Standpunkt einer Mehrheit z.B. im Staat „vertreten“ können.

    Der Begriff „Terrorist“ wird auch verwendet um den Begriff „Verbrecher“ aufzuwerten. Bei uns wird er eher in diesem Sinne verwendet.

    Die RAF Terroristen erlagen dem Wahn, leicht eine Mehrheit im Staat erlangen zu können, ein kleiner Anstoß sollte reichen.
    War aber nicht so, Deutschland war auf den Trip zum Wohlstand, die Menschen hatten kein Verständnis für die Anliegen der Terroristen. Obgleich die Anführer, außer Baader, hochbegabt waren (Stichwort: Studienstiftung des deutschen Volkes) so waren sie dennoch dem Wahn verfallen, die Gesellschaft verändern zu müssen und zu können.
    „Wahn oder Wirklichkeit“ ist hier zumindest eine Grenzfrage.

    Manche meinen, sowohl beim Islamischen als auch beim Naziterror in Europa, trifft die Definition von Terror zu. Andererseits werden Terroristen als Irre abgestempelt, was auch naheliegend ist. Aus Sicht der Psychologie erscheint das Treiben „unserer Terroristen“ eher pathologisch. Ihre „Denke“ weicht jedenfalls von der „Norm“ stark ab.

    Wenn es so wäre wie Sie vermuten, dass womöglich keine kleinen „verrückten Randgruppen“ in Europa auf beiden Seiten des Terrors stehen, sondern dass insgeheim viel mehr Menschen die jeweilige Terroristengruppen potentiell unterstützen, die Situation womöglich kippen könnte, dann hätten wir den Bürgerkrieg in Europa.

    Meine Hoffnung ist nur, dass die Sicherheitsbehörden derart viel Datenmaterial (aus dem Internet) haben, dass sie zum gegebenen Zeitpunkt die Terroristen nur noch „einsammeln“ müssen.

  154. Terror -entsteht meiner Ansicht nach dort, wo Menschen rationalen Argumenten nicht mehr zugänglich sind, wenn also die emotionale Seite (Gefühle) nur noch bestimmend sind. Medien verstehen es zum Beispiel hervorragend Menschenmassen zu emotionalisieren, in dem sie Fakten und Wahrheiten ausblenden um gewisse Gefühle zu polarisieren ,also Hass und Wut zu erzeugen. Wer einmal von solchen Gefühlen befallen ist, also manipuliert wurde, wir rationalen Argumenten nicht mehr zugänglich sein. Der Terror von morgen wird also heute auch medial erzeugt….

  155. @ Elektroniker
    26.02.2020, 10:58 Uhr

    Ihnen sollte klar sein, dass sie praktisch vollkommen an meinen Kommentarinhalten vorbeireden.

    Das Recht , Fakten zu ignorieren, ist die Grundkonfiguration der modernen Demokratie, nicht war?

    Weder habe ich gesagt, Täter seien im Vollrausch.

    Noch habe ich gesagt, das alle Terroristen an einer verringerten Frustrationstolleranz leiden.

    Einige haben einfach mit dem Leben abgeschlossen und rufen “Alah uakba” (?) nicht aus fundamentalistischem, radikalem Glauben, sondern aus reiner akzeptanz dieser Tatsache, das Gott allmächtig ist….und dieser Mensch sich dem geschlagen gibt. Und waren vorher vielleicht auch gar nicht besonders religiös Gläubig, wie man sich das als typischer Westeuropäer so vorstellt.

    Und das “Nazi-Terroristen” eher “autonom” handeln, mag eine verstärte Fehleinschaätzung sein…oder wunschvorstellung.
    Niemand ist so autonom, wie das Wort bedeutet.

    Man kann natürlich sagen, dass der Attentäter beim Volk nicht nachgefragt hat, ob er es denn dürfe, weswegen sie meinen, hier autonomes Handeln zu entdecken. Was aber absurd ist, es so zu denken.

    Und das islamistische Terroristen, die mit Bomben und mit anderen technologischem Gerät hier per Internet nach der Erlaubnis fragen, ist wiederum absurd. Wer gibt ihnen denn das Gerät dazu? Und mithin quasi eine Erlaubnis (nicht nur die Möglichkeit), es zu verwenden?

    Deutsche Waffengesetze funktionieren so:
    Primär bekommt niemand das Recht Waffen zu kaufen und zu besitzen. Ausnahmeregelungen sind nachrangig geregelt.

  156. @ Querdenker

    Terror -entsteht meiner Ansicht nach dort, wo Menschen rationalen Argumenten nicht mehr zugänglich sind, wenn also die emotionale Seite (Gefühle) nur noch bestimmend sind.

    -> Abgesehen davon, das dadruch auch viele andere Probleme entstehen, wenn die emotionale Ebene überwiegt, haben sie damit ein Szenario beschrieben, wie ich es oben mit neurologischen Manipulation als Ursache von psychischen Belastungen beschrieben habe.

    Sie sind nur ein ausgeglichener, stabiler Mensch, wenn sie ein normal gewachsendes gehirn haben, das keine extremen Entwicklungseinflüssen ausgesetzt war.
    Eine Kontamination mit Metallionen, die in berauschenden Drogen enthalten ist, erzeugt ein solches extremes Entwicklungsungleichgewicht, indem es Netzwerke dauerhaft aktiviert, die vorher nur zum sogenannten “default-Mode-Netzwerk gehärten, das nur dazu da ist, um entspannen und träumen zu können. Aufmerksamkeit aufbringen kostet dann natürlich Kraft und Mühe. Aber das ist der normale, gesunde Zustand.

    Aber weil dieser Zustand zu Lebensweisen und Eigenschaften führt, die in utilitaristisch denkenden gesellschaften nicht erwünscht sind, und man diese gesunde Konstitution leicht mit neurologischen Manipulationen verändern kann, sodass die Menschen, denen man zu viel Unaufmerksamkeit unterstellt, zu erzwungener Maßen mehr Aufmerksamkeit verhelfen kann, weil das gehirn maximal aktiviert und Reaktionsfähig wird, ist davon auszugehen, das dies auch gemacht wird.
    Etwa durch den illegalen Drogenhandel, der solcherart verunreinigte Substanzen verteilt..verteilt an Menschen, die aus der Gesellschaft entschwinden wollen…zumindest temproär.

    Mein Angebot steht noch:
    jeder, der mir nicht glaubt, soll sich solch verunreinigte Drogen besorgen und die Folgen eines einmaligen Rausches an sich selbst beurteilen.

    Allerdings gibt es natürlich noch einen zweiten Faktor, der bestehen muß:
    Es muß sichergestellt sein, dass dieser so manipulierte Mensch auch unter sozialem Stress steht.
    Aber weil das bei vielen der hier üblicherweise schwurbelnden Menschen nicht der Fall ist, reichen sogar einfache Psychopharmaka aus, um die Symptomatik zu lindern, sodass ein halbwegs normales Leben möglich ist.

    Menschen, die unter sozialem Druck leben, die haben keinerlei chance auf Linderung.

    Als beispiel kann ich mich selbst anfphren:
    Ich wurde vor über 10 Jahren mit solchen Drogen vergiftet.
    Als direkte Folge gab es ein epsyachische Krise, die praktisch bis heute besteht und seine extremen Folgen längst ausgewirkt hat.

    Unter anderem dominierte die Symptome der Hypersensibilität und Hypervigilanz.

    Was nur schlüssig ist, wenn man den neuronalen Aparat derart manipuliert, dass er global stark erhötes Bereitschaftspotenzial aufweisst.

    Die Praxis, Menschen derart zu manipulieren, steht ium Sinne un zur Zielsetzung der in der Esotherik bekannten Konstitution der “Normophatie”…ein Begriff und Zustand, der zum Ziel setzt, emotionale Überreaktionen zu verhindern.

    Denn eine Folge solcher Manipulation der globalen erhöhung der neurologischen bereitschaftsaktivität ist, dass durch anhaltend hohe Aktivität das Gehirn an den Stellen altert, die sehr stark erhöhte Aktivität aufweisen. Neurodegeneration aufgrund von Überlastung des Gehirnbereiches.

    Übrig bleibt:
    Der Teil des Gehirns, der gemäßigte Aktivitätswerte aufweisst.

    Und am Ende des Lebens: sogenannte Neurodegenearative Erkrankungen, die praktisch Langzeitfolge dieser Manipulation sind.

    Aber die Zielsetzung wird nicht mit Sicherheit auch erreicht. Es gibt immer Menschen, die weisen eine andere Entwicklung auf.

    Am Beispiel des Hanau-Attentäters, wo inzwischen soziale Hintergrpünde bekannt sind, wird klar, das ungünstige Prognosen der sozialen Situation nach solcher Manipulation zu Extrem-Situationen führt, die so nie jemand gewollt hat. Aber die so immer zu erwarten sind, weil es sich hier um eine subtile Zwangssituation handelt, von der das Subjekt sich primär sicher ist, das an ihm Gewalt verübt wurde und also ein Gerechtigkeitsgefühl dafür sorgt, dass eine solche Gewalttat als Rache subjektiv für gerechtfertigt gehalten wird.

    Jeder, der die “gewaltfreie” Welt verteidigt, muß genau das wissen: Es findet heute Gewalt auf unsichtbaren Wegen statt, die dazu angewendet wird, das man eine Gesellschaft trotz Unwahrscheinlichkeit dennoch unter Kontrolle halten kann.

    gelegendlich vernimmt man die Aussage, dass die Demokratie selbst nicht die Verraussetzungen schaffen kann, auf denen sie beruht.

    Was im Klartext bedeutet, dass man diejenigen Störfaktoren auf andereer Weise ausschlaten muß, weil die Demokratie alleine nicht dazu fähig ist, sie zu bewältigen.

    In nochmehr Klartext bedeutet es, dass man gewisse Subjekte in Gesellschaft eben mit Gewalt dazu bringen muß, sich entweder zu integrieren oder sie als maximalen Gewaltakt assimilieren muß.

    Insofern also existiert die gewaltfreie Gesellschaft nicht.
    Und wenn diese nicht existiert, existiert auch der Rechtsstaat nicht.
    Und auch die propagierte freiheitliche Recht- und Weltsordnung nicht.

    Denn alle diese Bedingungen werden dadruch eingeschränkt, weil Menschen in nur einer Konstitution darin so leben können, das sie nicht mit den Prämissen der Einzelfaktoren kollidiert. Und das ist die Kondition der vollständigen Unterwerfung unter das demokratische Diktat.

    Freiheit durch Unterwerfung?

    Eigendlich ist damit die politische Philosohpie komplett widerlegt und unterminiert und ihres Sinnes beraubt.

    Allein wegen der angeblichen Einsicht, das die Demokratie selbst nicht die Grundlagen und Bedingngen herbeiführen kann, auf denen sie beruht.

  157. Es ist auch der eigendliche Grund, wieso weltweit in der “industrialisierten Landwirtschaft” haufenweise Feldgifte eingesetzt werden.
    Damit die Nahrung durch die Rest-Spuren der Gifte (die meist klassische Nervengifte sind) das zum hinreichenden Aufmerksamkeits-Potenzial nötigen Bereitschaftspotenzial erzeugen.

    In diesem Zustand sind sie makaber ausgesprochen “Aufnahmebereit”….zumindest physiologisch “bereit” dazu, Inhalte von Extern an sie herran zu lassen und zu verarbeiten, welche sie vorher mit einer gewissen Leichtigkeit fähig waren, zu ignoirieren.

    Wenn man so will, ist die Neurodegeneration der einzige Grund und einzige Ursache, das die Menschen in modernen Gesellschaften “frei(er)” leben können und eine durchschnittlich höhere Lebenserwartung haben.

    Nur, weil alle Menschen auf der Welt einen teil ihres Gehirns verlustig gehen, weil sie allesamt (oder größtenteils) schleichend vergiftet werden, mit Giften, die die neurologische Aktivität zwangsweise erhöhen, sodass dadurch das Bewusstsein automatisch auch mehr zu denken in der Lage ist.

    Leider aber ist das eben alles nur aus einer global etablierten Lüge möglich:
    Weil die Bildungsaufwände steigen, wird auch der Mensch intelligenter.

    Was nur zum Teil stimmt:

    Der Teil, der stimmt, ist, das “Bildung” natürlich vorliegt, wenn ich Menschen mit Nervengiftung manipuliere. Denn dann “bildet” sich zwangsweise etwas herraus, was vorher nicht da war.
    Aber der Bildungsaufwand in Schulen ist nur der geringste Teil dieser Bildungs-Methode.

  158. Hier ist ein Beweis dafür, das “Scheinlösungen”, wie Drogen-Prohibition in der Weise, eben Scheinlösungen sind:

    https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/gehirnoperation-gegen-zweifeln/

    Eine chirurgische Operation, die Proleme Dritter lösst (diejenigen der Gesellschaft oder gewissen fundamentalistischen Idealisten), hinterlässt erhebliche Folgen für das Subjekt, mit denen es dann auf sich selbst zurück geworfen ist.

    Und so ist es mit dem Drogen-Verbot auch.

    Und ich wage es auch auf das Waffenverbot zu übertragen.

    Denn ein Verbot des Waffenbesitzes erzeugt eine trügerische Sicherheit, die sich darauf beruft, das der Staat die Sicherheit für seine Bürger garantiert – zumindest das vorgibt zu garantieren.

    Ich nenne das auch aus gutem Grund “Vollkasko-Mentalität”, die extreme Auswüchse angenommen hat. Und…aus solchen Beispielen, wie der Lobotomie (und anderen) wissen wir, das keine Maßnahme die erhoffte Lösung bringt, sondern sehr oft nur Scheinlösung ist und dann unsichtbar haufenweise Problem-Verlagerungen bringt, mit denen dann Betroffene leben müssen, aber keinerlei Schuldzuweisungen auf andere, als sich selbst tätigen dürfen und auch nicht können.

    Wie die Lobotomie damals als Ideallösung anerkannt war und sogar einen Nobelpreis bekommen hat (frei nach verlinkten dem Beitrag), wage ich auch zu bezweifeln, dass die allgemein anerkannte Aussage, Rauchen ist gesundheitsschädlich, weil es Krebs erzeugt, zu bezweifeln.

    Mutmaßlich ist am Tabak hinsichtlich der Krebs-Entwicklung nur schädlich, das er signifikant erhöhte Radioaktivität enthält und die primär in die Lunge gelangt.

    Was damit zu tun hat, das die Düngemittel für den Anbau bei Tabak offenbar nicht selektiert werden, obwohl eindeutig ist, das die Tabak Pflanze offenbar bevorzugt auch radioaktive Elemente in sich aufnimmt.

    Beim Alkohol achtet man auch auf die Vermeidung der mangelhaften Destilation, damit man vom Alkoholgenuß nicht blind wird.

    Beim Autofahren hat man den Sicherheitsgurt und Airbag eingeführt, um den Fahrer zu schützen.

    Analoge Beispiele gibt es natürlich noch viele weitere.

    Wieso führt man also keine sicheren (sauberen) Drogen ein?

    Wieso düngt man Tabak mit radioaktiven Elementen durchsetzen Dünger?

    Ein Tabakfeld hat schlüssigerweise anzunehmen nicht unendlich viel radioaktive Stoffe enthalten. Damit im Tabak also diese Radioaktiven Stoffe enthalten sind, müssen sie auf das Feld gebracht werden.

    Was, ohne andere Kontaminationswege anzunehmen, nur durch den Dünger geschehen kann.

    Die Frage ist also, wieso moderne Gesellschaften trotz besserem Wissens nicht handeln, sondern nur Ächtungen und Mahnungen an den Verbraucher richten, der erwartbar nur mangelhaft und einseitig informiert wird.

    Sie wollen, das die durch Zivilisation erschaffene Aussetzung der “natürlichen Selektion” doch weiterhin wirksam ist.

    Und solchen Gesellschaften kann niemand vertrauen.

    Und die Politik der Nachkriegsjahre unterstützt diese Einschätzung in nahezu allen Entscheidungen, die getätigt wurden.
    Jede Entscheidung wurde ausschliesslich aus dem Statistischem Nutzen für Volkwirtschaften erwägt und eingeführt.

    Die allerwenigsten wurden in die Welt gebracht, um das Individuum zu schützen – den Menschen, wie er unterschiedlich auf die Welt gerbracht werden und sich entwicklen kann.

    Einer der Gründe, wieso man etwa Tabakkonsum nicht wirksam verbietet oder den Anbau so gestaltet, dass keine erhöhte Menge an radioaktiven Stoffen enthalten ist, ist, das man den Tabakkonsum als neurologisch manipulierend erkennt, der in der Weise, wie das Nikotin (und die anderen Stoffe darin) wirken, unter Bedingungen nicht erwünscht sind und man mit dieser so gestalteten Strategie der Ächtung und sonstigen Ignoranz gegenüber wirklichen verbesserungen eine evolutionäre Selektion freien Lauf lässt, die sonst nicht stattfinden würde, was bedeutete, das “Kultivierung” auf anderer Weise stattfinden müsste, als das man sie nur durch Aussterben von Eigenschaften ohne großen Aufruhr stattfinden zu lassen.

    Ich will hier nicht behaupten, das Rauchen unschälich ist. Aber das Problem mit dem Krebs/Atmenwegserkrankungen ist sehr wahrscheinlich ausschliesslich deswegen in der Welt, weil im Tabak radioaktive Stoffe enthalten sind.

    Wer im Zuge seiner eigenen, ungeleiteten “Bildung” solche schwarzen Flecken der Gesellschaften entdeckt, der beginnt dem Gesamtkonstrukt Gesellschaft a priori zu misstrauen. Weil aufgrund solcher Details klar wird, wie Gesellschaften funktionieren, die für sich in Anspruch nehmen, zivilisiert zu sein und sich Ethiken zuschreiben, die sich als Finten rausstellen, weil sie als Zielsetzung nur das statistische Mittel im Sinn haben, aber nicht das Individuum, wie es lebt und leibt…wenn es in solche Verhältnisse hineingebohren wird.

  159. @ Kommentatorenfreund ‘Elektroniker’

    In den Siebzigern war es so, dass in der BRD im Sinne von “Terror hat immer auch soziale Ursachen” zuvorderst eigene Schuld, Schuld der Gesellschaft gesucht worden ist, auch Wahn bei den Täterm, statt den Marxismus-Leninismus mit seinem Roten Terror, das Fachwort an dieser Stelle, als ursächlich anzunehmen und den Tätern gezieltes und aus ihrer Sicht auch sinnvolles Handeln zu unterstellen.
    Es besteht die Gefahr, dass beim theozentrisch-kollektivistisch motivierten Terrorismus nun ähnlich vorgegangen wird, versucht wird zu beschwichtigen und Kritiker dieser Entwicklung als nur angebliche Ausländerfeinde und Rassisten markiert werden, früher war ‘Antikommunist’ eine Art Schimpfwort.
    Warum dies geschieht, ist nicht ganz klar, Dr. W nimmt abär gerne auch die Übungen des hiesigen werten Inhaltegebers zur Kenntnis, mit dem angeblichen Ziel “nun doch endlich” in der Liberalen Demokratie ‘eine tolerante und inklusive Gesellschaft für alle Menschen’ aufzubauen’.
    Denn wenn auch aus seiner Sicht vernünftige Personen so argumentieren, ist die Situation noch problematischer als der Schreiber dieser Zeilen bisher gedacht hat.

    MFG – Wb

  160. @Demolog Massenvergiftung

    So wie Sie ihre eigene psychische Verfassung beschreiben, hört sich das nach einer psychoseartigen Beeinträchtigung an und/oder einem Zustand, der sich nach langjähriger arbeitsmäßiger Unterbelastung einstellen kann.

    Ich würde derartige Deutungen einer Weltverschwörung, die diese persönlichen Symptome mittels Metallionen im Gehirn erzeugt, vorziehen. Einfach weil die Erklärung eines individuellen mentalen Zustandes so viel einfacher ist.

    Die Erklärung wiederum, dass unsere Demokratie ohne Stasiartige Unterdrückung schon so lange auskommt, liegt wohl einerseits in der Grundzufriedenheit der Bevölkerung, andererseits an den öffentlich-rechtlichen Medien sowie dem Großteil der Printverlage, die hier den Staat durchgängig unterstützt haben und immer noch unterstützen. Und man sieht ja jetzt auch, dass mit den neuen Internetmedien auch gleich die ganze Demokratie in Frage gestellt wird. Weder Telephatieartige Kontrolle noch durchgreifende Verblödung brauchen wir hier als Erklärung. Die normale Kommunikation hat schon ihre Macht.

    Was Metallionen angeht, so ist – soweit mir bekannt – Quecksilber und Blei durchaus ein Gift, dass auf das Gehirn wirkt und zu allgemeinen Ausfallerscheinungen führt. Die Entsprechende Belastung mit diesen Schwermetallen kann man allerdings so weit ich weiß ganz gut beim Individuum per Blutuntersuchung feststellen. Ein epidemieartiges Ausmaß von der Art einer Massenverblödung durch Blei oder Quecksilber vermute ich von daher in keinster Weise, das würde eben bei Blutuntersuchungen auffallen.

    Auch radioaktiver Substanzen wirken nicht besonders auf das Gehirn, wenn es da zu strahlenbedingten Ausfallerscheinugen kommt, hat man schon sowieso eine handfeste Strahlenkrankheit mit tendenziell tödlichem Verlauf, das wäre nicht zu übersehen.

    Sollten die Menschen tatsächlich nach Ihrer Theorie Massengeschädigt sein, müsste sich das doch sofort auch auf die Arbeitsfähigkeit auswirken, und auch auf den Lernerfolg in der Schule und an der Uni. Hier gibt keine Hinweise auf ein verbreitetes Nachlassen von mentaler Leistungsfähigkeit.

    Was eindeutig ist, ist dass der psychische Zustand Aufgrund von Langzeitarbeitslosigkeit und von psychischer Erkrankung zu Ihrer Beschreibung ganz gut passt. Das wiederum hat auch soziale bzw. soziologische Ursachen, ganz klar, aber davon sind nicht mehr als 10 % der Bevölkerung betroffen, schätze ich mal.

    Was Drogen vom Schwarzmarkt angeht, so ist deren Konsum wohl tatsächlich riskant. Selbst ansonsten sauberes Gras enthält heutzutage so viel THC, dass die Chancen sich dabei eine handfeste Psychose einzufangen, durchaus relevant ist. Und die Psychose kann einen dann das ganze Leben immer wieder beschäftigen, auch wenn man seit Ewigkeiten kein Gras mehr geraucht hat.

  161. @ Tobias Jeckenburger 28.02.2020, 00:50 Uhr

    Man sollte, was das persönliche, vermutlich schwere Schicksal von „demolog“ betrifft, schon sehr vorsichtig und behutsam urteilen.

    Er könnte nach einer schicksalshaften Erkrankung oder einem Vorfall in einer Psychiatrie behandelt worden sein und einfach Pech mit der Behandlung gehabt haben. Komplikationen kann es immer geben.

    Manche Menschen haben Glück im Leben oder mit einer Behandlung, werden von keinen „unglücklichen bis schrecklichen“ psychischen Empfindungen belastet, können ein relativ „gutes Leben“ führen, andere Menschen haben einfach Pech.

    Ich persönlich hatte ein sehr glückliches Leben, einige sehr kurze „Blicke“ in den „psychischen Abgrund“ habe ich in meinem Leben ertragen müssen und das hat gereicht, mein Verständnis für die „Unglücklichen“ zu schärfen.

  162. @ Tobias Jeckenburger (28.02.2020, 00:50 Uhr)

    Die Erklärung wiederum, dass unsere Demokratie ohne Stasiartige Unterdrückung schon so lange auskommt, liegt wohl einerseits in der Grundzufriedenheit der Bevölkerung, andererseits an den öffentlich-rechtlichen Medien sowie dem Großteil der Printverlage, die hier den Staat durchgängig unterstützt haben und immer noch unterstützen.

    Wie bitte?!? Grundzufriedenheit der Bevölkerung? Diese Einschätzung geht – meilenweit (!) – an der REALITÄT vorbei. Vgl. hierzu beispielsweise die ARTE-Doku:

    „Abschied von der Mittelschicht – Die prekäre Gesellschaft“

    Text zum Video (Youtube-Kanal von ARTE):
    https://www.youtube.com/watch?v=ufv6Jt7TYXY

    Rund ein Drittel aller Beschäftigten in Europa lebt in Unsicherheit. Obwohl sie Arbeit haben, teilweise sogar mehrere Jobs gleichzeitig, kommen sie nur knapp über die Runden. Sie bilden das sogenannte “Prekariat”. Die wachsende Angst vor der #Armut führt zu einem Gefühl des sozialen Ausschlusses und auch zu Zweifeln an der Demokratie. Populistische Parteien profitieren. […]

    Schon im Jahr 2005 “prophezeite” G. Heidenreich, dass angesichts der extremen Ungleichheit (geradezu obszöner Reichtum der Oberschicht einerseits sowie andererseits Armut und Existenz-Angst in weiten Teilen der Bevölkerung) in Zukunft massive Repressionsmaßnahmen gegenüber der Unterschicht zu befürchten sind:

    Gert Heidenreich: Nährstoff des Neides (Kanzelrede Fassung 12/2005)

    http://www.gert-heidenreich.com/41317/41555.html
    ==> (dort: 4. Absatz )
    […] Ich spreche aus Sorge. Aus Furcht. Denn ich kann, zumal mit Blick auf die Geschichte, nicht glauben, dass die weithin empfundene Unsicherheit und die verbreitete Fassungslosigkeit angesichts von Vergeudung und unverhältnismäßig wachsenden #Einkommensunterschieden auf Dauer von Geduld begleitet oder durch Kontrolle ruhiggestellt werden kann – jedenfalls durch keine #Kontrolle, die sich noch mit den Prinzipien des #Rechtsstaates vertrüge.

    Anders gesagt: ich fürchte mich vor einer Akkumulation von Unzufriedenheit, durchwirkt und verstärkt von Existenzangst; vor dem Überschlag des gegenwärtig deutlich zu vernehmenden Zorns in besinnungslose Wut. Gegen wen die sich richten würde, ist geschichtlich bis in unsere Zeit hinein hinreichend belegt: gegen alle. Niemand hat je für irgendwen Sicherheit garantieren können, wenn erst Zerstörung als gerecht, Gewalt als hilfreich galten.
    Da rettet dann keine Nachbarschaft. Wir haben sämtliche Bilder parat. Da wird nicht fein unterschieden zwischen politischen, sozialen, religiösen Motiven, zwischen Jungen und Alten, Kindern und Greisen. Ist erst einmal die Zivilisation entkräftet, erhebt sich Barbarei. Zerfällt das Regelwerk unseres Alltags, wird auch der Freund zum Feind. Nahezu jeder von uns ist derart gefährdet, nahezu jeder dafür talentiert. Auch Kultur schützt nicht. Denn das Hindernis für die Barbarei ist nicht die Kultur. Sondern die Zivilisation. Sind wir als zivilisierte Wesen nicht mehr gefordert, garantiere keiner für sich! In jedem, sieht er sich in die Enge getrieben, lauert ein Barbar.

    Die Anfänge sind nicht spektakulär. Eine Emulsion aus Enttäuschung, Verbitterung und Resigniertheit gießt sich über das Land aus. Zurückgehende Wahlbeteiligung, Ansehensverlust der Demokratie und ihrer Institutionen, fehlende Vorbildlichkeit nicht nur in der Politik, gesellschaftliche Abstinenz der jungen Generationen, Ellenbogenmentalität und Verachtung von Solidarität, propagierter Egoismus, wachsende Korruption und Schlamperei, stetige Verschlechterung öffentlicher Dienstleistungen bei steigenden Gebühren – und nicht zuletzt die Marginalisierung der Bildung.

    Wie auf einem Barometer lässt sich das Klima ablesen. Noch scheint es einigermaßen gut zu sein. Solange keiner ans Deckglas des Messinstrumentes klopft und die Nadel in den Unruhe-Bereich zuckt.[…]

  163. Die angebliche Ungleichheit in der BRD führt zu Immigration in die derartigen Sozialsysteme, insofern kann es – global betrachtet, wir haben ja immer insbesondere auch auf Liberale Demokratien bezogen den internationalen Blick, gelle, Frau Burger? – i.p. sozialer Versorgung, hier hilft auch ein Blick in den Sozialetat der BRD, nicht so-o schlecht aussehen.

    Insofern scheint in der BRD eine gewisse ‘Grundzufriedenheit der Bevölkerung’ gegeben.

    Hier – ‘Auch Kultur schützt nicht. Denn das Hindernis für die Barbarei ist nicht die Kultur. Sondern die Zivilisation.’ – musste Dr. Webbaer ein wenig schmunzeln, sicherlich war oder ist der Zitierte für bundesdeutsche politisch Linke eine Größe, ein wichtiger Denker, Dr. Webbaer kennt ihn nicht, aber es ist schon so, dass (bestimmte) Kultur Zivilisation (“Bürgerwerdung”, vgl. mit ‘Cives’) hervorgebracht hat, nachdem das Nomadentum insbesondere auch zugunsten der Landwirtschaft von den hier gemeinten Primaten aufgegeben worden ist, “A also vor B” war.
    “Die Kultur schützt die Zivilisation” wäre korrekt angemerkt gewesen.

    MFG – WB

  164. @Sandra Burger prekäre Gesellschaft

    Mit der Grundzufriedenheit dachte ich eher an die Jahre 1950 bis 2000. Die prekäre Lage von immer mehr Menschen ist offenbar aktuell dabei, immer mehr Unzufriedenheit zu verursachen, die auch durchaus berechtigt ist. Die neuen Medien fördern nur eine Abkehr von unserer Demokratie. Teilweise wird hier aber auch viel Wind gemacht, nur um die Aufmerksamkeit der Menschen in den sozialen Netzwerken zu fesseln.

    Eine vernünftige und praktikable Alternative sehe ich jetzt allerdings nicht, Reformmöglichkeiten schon. Immerhin kann man innerhalb dieses Systems durch Wählen gehen Einiges bewegen. Eine wesentliche wahlresistente Konstante scheint allerdings die Lobby-bedingte Wirtschaftsförderung zu sein. Aber auch hier sind in der Bevölkerung wohl die meisten für viel Wirtschaft und für viele Arbeitsplätze.

  165. @Webbaer (28.02.2020, 12:08 Uhr)
    Zunächst einmal etwas Grundsätzliches zu Ihrer “Schreibe”: in der deutschen Sprache gibt es eine ganze Reihe von Personalpronomina. Es ist meines Erachtens (a) ehrlicher sowie (b) in einer Diskussion auch zielführender, die entsprechende (eigene) Meinungsäußerung mittels Verwendung des einschlägigen Personalpronomens dem Leser auch als solche zu präsentieren …
    Formulierungen wie bspw. “der Schreiber dieser Zeilen ” oder “Dr. Webbaer kennt ihn nicht” (Sie verwenden im Prinzip permanent die 3. Person) sollen anscheinend eine objektive Sicht der Dinge suggerieren … Ich weiß nicht, wie andere Leser Ihren Schreibstil beurteilen, ich persönlich hab allerdings inzwischen den Eindruck, dass Sie irgendwie Angst vor sich selbst (resp. vor Ihrer als Meinungsäußerung “getarnten” neoliberalen Propaganda) haben.

    ad 1 (Zitat): “führt zu Immigration in die … Sozialsysteme”

    Diese Behauptung gehört in die Kategorie
    ==> Neoliberalismus als Wegbereiter für Rasissmus
    (Scollen Sie bitte auf der verlinkten Seite ein wenig nach unten zum blauen Kasten “Denkanstöße”.)

    http://archive.is/hRPVx#selection-8749.157-8749.177
    (Artikel = Soziale Frage im historischen Kontext)

    ad 2:
    Zum Stichwort “Nomadentum” empfehle ich Ihnen die Lektüre der nachfolgend verlinkten Publikation von Helga Spindler (Professorin für Arbeits- und Sozialrecht):
    https://www.uni-due.de/edit/spindler/Spindler_Konsens_2008.pdf

    »Der sozialpolitische Konsens wird aufgekündigt«

    I Die verschiedenen Ebenen der neuen Steuerung des Sozialen.

    […] Letztlich begründen sich die Veränderungen auf den ersten drei Ebenen (im sozialen Leistungsbereich) darin, die notwendige Haltungsänderung und Umerziehung auf der vierten Ebene zu erreichen, die man auch „ Flexibilität“ oder „Deregulierung“ nennt.

    Erschaffen werden soll der sich ständig selbst auf seine Verwertung ausrichtenden Arbeitsnomade.

    Soziale und gar Arbeitsrechte, der Wunsch nach Mitgestaltung der Arbeitsbedingungen und kalkulierbaren Lebensverhältnissen für den Einzelnen, sind in diesem System eher störend. […]

    II. Der Wertewandel oder Wer hat Angst vor dem kleinen Mann?

    […] Das Problem ist, dass versucht wird, das Denken fundamental zu ändern, dass der sozialpolitische Konsens aufgekündigt, ehemalige Werte in ihr Gegenteil verkehrt werden, dass eine recht aggressive geistige Umerziehung begleitend stattfindet, und wer sich darauf einlässt, der landet auf einer Rutschbahn, auf einer schiefen Ebene im Denken (einer auch »ethisch abschüssigen Bahn« [Soltauer Impulse]), auf der man sich mangels Orientierungspunkten nicht mehr halten kann – oder nur noch mit so großem Kraftaufwand, dass man dem kaum mehr Widerstand entgegensetzen kann. Wenn man es nicht schafft, diesen Denkmodellen entgegenzutreten, kann man dieser Entwicklung nur noch hilflos oder resigniert zusehen oder wird Mitspieler im neuen Mainstream.
    Es geht dieser neuen Denkrichtung gar nicht schlicht um neoliberale Zerstörung von Solidarität, sozialer Gerechtigkeit und sozialen Hilfen, sondern sie definiert sie einfach um, entwindet sie dem bisherigen Verständnis und macht sich bisherige Instrumentarien und Methoden nutzbar. […] »Was sich entwickelt, ist ein autoritärer Fürsorgestaat mit sozialtechnokratischer Grundstruktur« […]

    III. Das sinkende Existenzminimum
    IV. Die Umorientierung der Dienstleister
    V. Die Entrechtung der Betroffenen

    P.S.:
    Den ersten Link hab ich übrigens – aus gutem Grund – auf die dort zitierte Textpassage >Von Bismarck lernen: Sozialreform als Chance< gesetzt.

    Unter 1.1.1 finden Sie oben auf der Seite eine Textpassage aus Otto von Bismarcks Rede im Deutschen Reichstag am 20. März 1884 (Zitat):

    “Der eigentliche Beschwerdepunkt des Arbeiters ist die Unsicherheit seiner Existenz. Er ist nicht sicher, daß er immer Arbeit haben wird, er ist nicht sicher, daß er immer gesund ist, und er sieht voraus, daß er einmal alt und arbeitsunfähig sein wird.”

    Die von Bismarck genannten Risiken müssen letzendlich durch den Arbeitslohn abgedeckt werden (Stichwort: Kosteninternalisierung).

    Dazu (Kosteninternalisierung) zwei Lese-Empfehlungen:

    1.) Mohssen Massarrat: Nachhaltigkeit durch Kosteninternalisierung • Theorieansätze zur Analyse und Reform globaler Strukturen in Wissenschaft & Frieden 1996-3:

    2.) Martin Jänicke und Klaus Jacob, Eine Dritte Industrielle Revolution? Wege aus der Krise ressourcenintensiven Wachstums, BMU Broschüre S. 10 ff. Seite 18:

    […] Die Internalisierung sozialer Kosten von Arbeit hat massive Anreize entstehen lassen, den Faktor Arbeit einzusparen. Damit einher ging eine stürmische Entwicklung der Arbeitsproduktivität, die im 20. Jahrhundert eine strukturelle Arbeitslosigkeit hervorbrachte. Diese Entwicklung gefährdet nicht nur die Massenkaufkraft, sie beeinträchtigt auch die Akzeptanz für einen anspruchsvolleren Umwelt- und Ressourcenschutz. […]

    in:
    BMU Broschüre “Die dritte industrielle Revolution – Aufbruch in ein ökologisches Jahrhundert”

  166. @Elektroniker Psychische Probleme

    Ich wollte hier darauf hinweisen, dass Verschwörungstheorien ungeeignet sind, mit psychischen Problem fertig zu werden. Wirksam kann es dagegen sein, dass man sich Arbeitsmäßig weder mit Unterbeschäftigung noch mit Überbeschäftigung belastet, sondern sich hier ein gutes, zur persönlichen Leistungsfähigkeit passendes Arbeitspensum besorgt. In der derzeitigen Arbeitslandschaft kann das für psychisch Kranke allerdings recht schwierig sein, eine passable Lösung auf diesem Gebiet zu finden. Zwischen dem ersten Arbeitsmarkt und den Werkstätten für Behinderte ist da ein große Lücke im aktuellen Angebot.

    Die allgemeine Rücksichtslosigkeit gegen über den Menschen zum Vorteil der Wirtschaft wirkt sich auch recht negativ auf die Beschäftigungssituation von psychisch Kranken aus.

    Nebenbei kann oft der Psychiater weiterhelfen, eine gut passende Medikation hilft vielen Betroffenen. Leider Vielen auch nicht so besonders. Das Ergebnis kann ein langjähriges Leiden sein, um das man nicht herum kommt. Aber Verschwörungstheorien nützen hier nichts, man sollte lieber versuchen, tatsächlich Aussichtsreicheres zu finden, um wieder ein erträgliches Leben führen zu können.

  167. @ Frau Sandra Burger

    Persönlich gehaltenen Inhalt Ihres dankenswerterweise hier beigebrachten Kommentars tut Dr. Webbaer als “Kokolores” ab, mit Verlaub.

    Ansonsten ist es i.p. Begriffsbestimmung so, dass das hier gemeinte erkennende Subjekt vor einigen tausend Jahren angefangen hat das Nomadentum aufzugeben, um sich verstärkt der Landwirtschaft zu widmen, als zuverlässigere Nahrungsquelle als die Jagd, und es insofern zu Verstädterung (“Politik”, hier steckt auch die Polis drinnen) und zur Bürgerwerdung (“Zivilisation”) gekommen ist, das Bürgertum galt es u.a. auch im Ständewesen zu pflegen und wurde ein wichtiger Teil der Herrschaftsführung, die seinerzeit meist Despoten, Monarchen und nur in seltenen Fällen Gewählten oblegen hat.
    Im Despotismus steckt schon irgendwie die Wahl, denn der Beste soll Nachfolger des Herrschers werden, nicht der Nachgeborene.

    Heutzutage durch Auswüchse des (globalen, globalistischen) Unternehmertums, Stichworte : Social Media, Bezos, Soros, herbeigeführte und so vom Kapital gewollte Arbeitsnomaden, die weitgehend sozial bindungslos sind, keine Heimat kennen und sie vom Kapital meinend auch nicht kennen sollen, spielen in einer anderen Liga.
    Vergleiche mit Ihrem : ‘Erschaffen werden soll der sich ständig selbst auf seine Verwertung ausrichtenden Arbeitsnomade.’

    Also, insgesamt schon ganz OK, Ihre Nachricht, dennoch gerne zukünftig mehr Eigenleistung zu erbringen suchen, nie selektiv sich irgendetwas zusammenstöpseln und sich stattdessen gerne durch eigene Denkleistung auszeichnen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Webbaer (der natürlich erkannt hat, dass es hier vom werten hiesigen Inhaltegeber vorgegebenen Inhalt ein wenig weg geht und sich nur ausnahmsweise erlaubt hat ein wenig Individualtraining zu betreiben, dem hiesigen werten Inhaltegeber für seine Geduld dankend)

  168. @Webbär: Sozialausgaben

    Dass Deutschland immer sozialer Würde, bloß weil mehr Geld in den Sozialhaushalt fließen würde, ist ein gedanklicher Kurzschluss, der mir vor allem deutlich macht, dass Sie sich gerade nicht ernsthaft mit dem Thema auseinandersetzen wollen.

    Wieder einmal definieren Sie es sich so zurecht, wie es Ihnen passt: Problem bärenhaft gelöst.

  169. @ Stephan Schleim 01.03.2020, 14:27 Uhr

    Zitat: „Dass Deutschland immer sozialer würde, bloß weil mehr Geld in den Sozialhaushalt fließen würde, ist ein gedanklicher Kurzschluss, …“

    Genau das behaupten die sehr wenig „sozial eingestellten“ Menschen, die sagen wir einmal, dem „Kapitalismus“ nahestehen. Bei denen laufen Sie mit dieser Aussage offene Türen ein. Für die ist das Sozialbudget ein „bodenloses Fass“, je mehr man hineinschüttet, desto sinnloser ist es, um so mehr „beißen“ die Empfänger von Sozialleistungen in die Hand die sie „füttert“.

    Ich glaube aber, das war nicht Ihre Intention. Mich würde Ihr Lösungsansatz zur Bewältigung des „Klassenproblems“ interessieren.

    Das Problem wurde neuerdings im Fall Dietmar Hopp transparent. Der wurde mit konfektionierter Software „reich“ und betätigt sich unter anderem als Mäzen, besonders für den Fußballverein Hoffenheim. Er wollte auch im Umkreis von Sinsheim höchst professionell den Fußball fördern.

    Er wurde schon öfters mittels riesiger von Fußballfans selbst gemachter Transparente übelst beschimpft. Die kleinen „Fußballer Millionäre“ (von München und Hoffenheim) haben sich gestern aus Solidarität mit Hopp und als Protest gegen die „roten Kämpfer“ in der letzten viertel Stunde auf dem Spielfeld nur mehr planlos gegenseitig den Ball zugespielt.

  170. @Stephan Schleim (01.03.2020, 14:27 Uhr): Sozialhaushalt

    Zu dieser Thematik gibt es eine durchaus interessante Publikation:

    https://novertis.com/wp-content/uploads/2010/03/Per-Saldo-2009.pdf

    “Per Saldo” – Vom Sozialstaat zur Finanzdiktatur
    von Dr. med. Dieter Petschow (Oktober 2009; PDF, 32 Seiten)

    1.0 Einleitung
    2.0 Fragestellung und Methode
    3.0 Netto-Allokations-Quoten
    3.1 Der Staat – die Netto-Steuer-Quote
    3.2 Die Sozialordnung – das Netto-Sozialbudget
    3,3 Das Kapitalertrag – die Netto-Zins-Quote
    3.4 Der „effektive Lohn“ – die Netto-Arbeits-Quote
    4.0 Mehr Netto vom Brutto ?
    […]

    1.0 Einleitung
    Lieber Leser, liebe Leserin!
    Irgendwann – ich kann das Datum nicht mehr genau benennen – hatte ich Politik-Talkshows und auch Politiker-Meinungen aus den Medien satt. Sie stimmten mit meiner Realität nicht überein. Am Morgen jeden Alltags ging ich zur Arbeit, meine Mitarbeiter
    waren auch da. Wir waren fleißig, wie viele meiner Mitmenschen. Ich aber stellte fest: Für unsere gemeinsame Arbeit bekamen wir weniger und weniger an Ertrag. Nach drei Jahrzehnten mittlerweile erheblich weniger! Lag das an mir, oder an den Angestellten? War ich ein zu wenig geschäftstüchtiger Freiberufler? Die Realität meiner Firma waren niedrigere Löhne, niedrigere Einnahmen. […]

    Mit Blick auf die diversen Diskussionsbeiträge zum Gesundheitswesen hier die diesbezügliche Positionierung eines Arztes:

    Jan Erik Döllein:
    Gesundheitssystem in Deutschland – Was derzeit wirklich passiert (geschrieben 2008)

    […] Die ganzen Ziele dieser entsolidarisierten Übernahme der Bevölkerung werden den Politikern von den Initiatoren angepriesen mit den Begriffen Vernetzung, Qualitätssteigerung, Kommunikationssteigerung und so weiter. Ich glaube fest daran, dass viele unserer Politiker insgesamt davon überzeugt sind, es richtig zu machen, denn die Daten, die sie erhalten, bestärken sie.

    Die Initiatoren, die still und heimlich unsere Politiker derart stark beeinflusst haben, dass sie zufrieden und mit reinem Gewissen die Grundfesten unseres Staates auf den Markt werfen, sind klar zu nennen: es handelt sich um Liz und Reinhard Mohn, unterstützt von ihrer Freundin Frieda Springer.

    Sie haben diese Namen fast noch nie gelesen, sie halten sich weitestgehend aus den Medien heraus und doch werde ich Ihnen erklären, dass es nahezu niemand anderes ist, der das deutsche Gesundheitssystem zur Ernte für Investoren vorbereitet hat. Das Ehepaar Mohn besitzt, als reiner Familienbetrieb, sowohl die Bertelsmann AG, als auch die Bertelsmann Stiftung, ein geniales Steuersparmodell, denn die Stiftung ist derzeit immer noch als gemeinnützig anerkannt, obwohl sie zu 75% Besitzer der Aktien der AG ist, 25% der Aktien befinden sich in direktem Familienbesitz. Durch die Gemeinnützigkeit muss die Stiftung die Dividendenausschüttung erheblich begünstigter versteuern, als es die Familie Mohn müsste, wenn sie als privater Eigner Steuern zahlen würde. Die Einsparungen liegen in Milliardenhöhe, denn beispielsweise im Jahr 2006 kursiert ein Gewinn der Bertelsmann AG von 9,7 Mrd. Euro und der Umsatz des Konzerns war 2005 mit 16,8 Milliarden Euro so hoch wie der der nächsten zehn Medienkonzerne zusammen.

    Ein „global player“, der insgesamt in über 60 Ländern vertreten ist und sich vor allem über die Vermarktung von Kommunikation im weitesten Sinne finanziert. Unter anderem gehört der Bertelsmann AG sowohl die RTL Group, als auch der Gruner + Jahr Verlag, aber auch die, auf breiter internationaler Ebene agierende Arvato, die sich auf alle Kommunikationsplattformen zwischen Bürger und Staat spezialisiert hat. Insgesamt gehört dieser unglaublich mächtige Konzern einer einzigen Familie, der Familie Mohn. Frieda Springer, die Witwe von Axel Springer besitzt die Hauptanteile des Springerkonzerns und die beiden Damen sitzen häufig bei einem Plausch bei ihrer Freundin Angela Merkel. Ob sich unsere Kanzlerin diese Freundschaft allerdings frei wählen konnte, ist angesichts der Medienallmacht von Liz Mohn und Frieda Springer, die übrigens einen ausgesprochen sympathischen Eindruck machen, mehr als fraglich. Ein Kaffeekränzchen regiert unser Land. […]

    Siehe hier auch:
    //lobbypedia.de/wiki/Bertelsmann_Stiftung

  171. @Elektroniker: Sozialausgaben

    Das hatte ich nicht im Sinn. Wohl aber den Gedanken, dass aus dem Sozialhaushalt wahrscheinlich erst einmal die Gehälter der Beamten und Angestellten im Sozialbereich bezahlt werden.

    Wenn man tiefer schaut, dann müsste man fragen, ob die “Sozialhilfe” Hilfe zur Selbsthilfe ist (“Empowerment”) oder eher eine Form der Missstandsverwaltung, die die Menschen in ihrer Armut lässt.

    Ich habe mich hiermit noch nicht in allen Details beschäftigt, befürchte aufgrund einiger Indizien aber das Letztere. Oder einmal anders gesagt: Man betreibt doch gerne Symptombehandlung; an den Ursachen tut man nichts.

    Wissenschaftlich hat das übrigens Professor Stefan Selke aufgezeigt, dass etwa die sogenannten Tafeln (Essensausgabe) und ähnliche Maßnahmen vordergründig den Schein erwecken, man täte etwas für die Armen; tiefergründig speist man sie aber vor allem mit ein paar Almosen ab und lässt sie in ihrer Abhängigkeit verweilen.

    Auf Systemebene stabilisiert man so vor allem das Armutsproblem, anstatt es zu lösen.

  172. @Burger: Zitate

    Ihre Teilnahme an der Diskussion ist sehr willkommen, Ihre Zitate scheinen mir aber oft sehr lang. Das könnte unter Umständen sogar zu urheberrechtlichen Problemen führen (Kopieren fremder Inhalte hier in die Diskussionsrunde).

    Wie wäre es, den Umfang der Zitate geringer zu halten als den Umfang der eigenen Beiträge und den Rest einfach zu verlinken?

  173. Lieber Herr Dr. Stephan Schleim,
    es ist schon passend den Grad der Umverteilung anzuführen, wenn sich gefragt wird, wie sozial ein Land ist; was gemessen werden, kann gemanagt werden. (Was nicht heißen soll, dass nur das Gemessene gemanagt werden kann.)
    Ein bundesdeutsches Problem besteht hier in der Verwendung von “weichen” Begriffen wie bspw. der Dignitas, die wohl nur in der BRD Einkehr in die Verfassung, in das Verfassungssubstitut, um präziser zu sein, gefunden hat, auch bspw. die Wirklichkeit (“das, was wirkt” – Meister Eckhart und so) ist “weich” und “wieselflink”, wie auch die gerne von politisch kollektivistischer Seite behauptete “strukturelle” Unterdrückung (oder etwas anderes angeblich “Strukturelles”), denn derart kann immer behauptet werden ohne direkt Nachweise erbringen zu müssen; diese Strukturalität existiert ja oft nur in der Imagination von Personen, die nicht selten schlicht unzufrieden sind, die dann händeringend ‘Ursachen’ suchen, selbst aber leistungs-schlapp sind.
    Hartz IV-Bedingungen bedeuten selbstverständlich keine ‘Armut’, ansonsten wären zu viele, bereits in Nachbarländern der BRD, die ebenfalls mit einer Liberalen Demokratie versehen sind, “arm”, so dass der Begriff der Armut seinen Sinn verliert, sog. rel. Armut ist in ihrer Bestimmung und Pflege aus diesseitiger Sicht ein Mittel der Agitation. (“Wenn viele Reiche immigrieren, steigt die rel. Armut.”, lol)
    MFG – WB

  174. Bonuskommentar hierzu :

    Wenn man tiefer schaut, dann müsste man fragen, ob die “Sozialhilfe” Hilfe zur Selbsthilfe ist (“Empowerment”) oder eher eine Form der Missstandsverwaltung, die die Menschen in ihrer Armut lässt.

    Mal davon abgesehen, dass in der BRD keine Person ‘arm’ ist, wenn sie sozialstaatlich versorgt wird, wenn keine sog. relative Armut, die keine ist, agitatorisch verwendet wird, ist es so, dass auf einem (weitgehend) freien Markt einige Leute “echte” Probleme haben mehr als den Sozialhilfesatz durch Arbeit einzuholen, dies liegt teils an dafür unzureichenden Sprachkenntnissen, an unzureichender Bildung, am Fehlen einer (beruflichen) Ausbildung, an persönlichen Problemen und gar an Drogenproblematiken, nicht jeder kann oder will zu vorgesehenen Zeiten mit Arbeitsleistung verfügbar sein.
    Insofern ist derartige “Missstandsverwaltung” gar nicht so schlecht, wobei der (soziale) Schreiber dieser Zeilen hier eindeutig zu einem sog. bedingungslosen Grundeinkommen rät, so dass der Sozialapparat, der sich um die Bestimmung von Bedürftigkeit kümmert, im Sinne von “Fördern und Fordern” nicht wenige auch überfordert, “weggehauen” werden könnte.
    An sich, aus liberaler Sicht, ist das sog. Empowerment der bloßen Verwaltung von nicht auf dem Markt konkurrieren könnenden Personen vorzuziehen, es gibt aber eben auch Leutz, die nicht mitmachen können oder wollen.
    Also hier nichts gegen die Idee Leutz wieder an den (Arbeits-)Markt heranzuführen, dies kann gelingen.
    Irgendwie musste Dr. Webbaer hier an Kommentatorenfreund ‘hto’ denken, haha, der könnte theoretisch, muss aber nicht, soll auch nicht müssen müssen, wie hier befunden wird.
    Also, Management oder negativ formuliert ‘Missstandsverwaltung’ müssen nicht schlecht sein, statt ‘Missstandsverwaltung’ rät Dr. W an ein anderes Wort zu verwenden, es geht ja um Personen.

  175. @Webbär: Armut

    Danke für Ihre Ausführungen…

    …aber Ihre Annahmen gehen meiner Meinung nach schlicht an der sozialen und psychologischen Realität der Menschen vorbei.

    So unterhielt ich mich kürzlich mit einem indischen Ladenbesitzer, der erzählte, wie er mit dem Servieren von Chai in das Berufsleben einstieg und damit Rs. 60 (nicht einmal ein Euro) pro Monat verdiente. Dieser Mann war objektiv arm – aber eingebettet in eine Familie und in einen sozialen Kontext, in dem er diese Armut nicht als schmerzhaft erfuhr. Auch heute noch ist er sehr bescheiden.

    Demgegenüber stehen die von Ihnen so euphorisch beschworenen Hartz-IV-Empfänger, die in vielen Fällen nicht mehr das Essen kaufen können, das sie brauchen (Stichwort Tafeln), manchmal kein Geld für Medikamente haben (Stichwort chronisch Kranke) und für nötige Sonderausgaben (etwa eine neue Waschmaschine) erst langwierig Formulare ausfüllen müssen (während an anderer Stelle Manager, die schon mehrmals der Korruption und des Versagens überführt wurden, locker das 140-fache des Durchschnittseinkommens verdienen; das Geld muss auch erst einmal verdient werden).

    Aber nein – es gibt kein Armutsproblem in der BRD, ebenso wie es für Sie hier in der Diskussion vorher kein Rassismusproblem gab. Mich langweilt diese Diskussion mit Ihnen zunehmend: Mensch (und Bär), öffne deine Augen und hinterfrage deine Vorurteile!

  176. Wer wen ‘langweilt’, interessiert Dr. Webbaer nicht sonderlich, zentral zu beachten ist für ihn der internationale Blick auf Liberale Demokratien und das dort, anders als in der BRD, festzustellende Wohlstandsgefälle, bereits in Nachbarländern der BRD.
    Dr. W hat nie behauptet, dass es in der BRD kein Rassismusproblem gäbe, ist womöglich nur ungünstig von einigen so verstanden worden, wenn er weiter oben in diesem Kommentariat anzumerken gewusst hat, dass in der BRD verlautbarter Rassismus regelmäßig dem Straftatbestand der sog. Volksverhetzung sozusagen zum Opfer fällt, was nicht in allen Liberalen Demokratien der Fall ist.
    Hartz IV-Empfänger sind in der Lage das Essen zu kaufen, das sie für den Lebensunterhalt brauchen, sog. Tafeln sind entstanden, weil Lebensmittel nicht weggeworfen werden müssen, wenn das Verfallsdatum, “best before (Date)” ginge ebenfalls und wäre sachnäher, überschritten wird.
    Bei bspw. Reis und Nudeln, wie auch bei anderen Getreideprodukten könnte dies sofort klar werden.
    “Tafeln” dienen auch der Beschäftigung von selbst nicht gut Verdienenden und daran ist nicht auszusetzen, sie taugen aber nicht als Beleg dafür, dass der Sozialleistungsempfänger nicht genug zu futtern hätte.
    ‘Formulare’ sind auszufüllen, dies entspricht ihrem Wesen und es schon so, dass Manager, die besonders fähig sind und einen großen und ertragsträchtigen Bereich verwalten nicht einfach ausgetauscht werden können, insofern einem vom generell amoralischen (vs. unmoralischen) Markt folgend i.p. Angebot und Nachfrage vergütet werden.
    Ein Armutsproblem in der BRD gibt es nicht, wenn der internationale, bereits die Nachbarländer der BRD meinende Blick, gewahrt bleibt, keine germanozentrischen Sichtweisen gepflegt werden.
    ‘Vorurteile’ sind übrigens gar nicht schlecht, Sie sind doch ausgebildeter Philosoph, Zwischenurteile, dies klingt doch gleich viel vorkommender, sind insofern anzustreben und Endurteile anderen zu überlassen, finden Sie nicht?

    MFG – WB (der’s nun abär nicht vertiefen wird, nie ein Einzeltraining angestrebt hat, dem werten hiesigen Inhaltegeber, den er sehr mag, nicht weiter im Wege stehen wird)

  177. @Armut Frust und Langeweile bei Langzeitarbeitslosen

    Die Armut von langfristig Arbeitslosen inmitten unserer Verschwendungskultur ist schon speziell. Auto, Flugreisen und Rinderfilet muss man ja wirklich nicht haben. Von daher sind die Regelsätze oft ausreichend. Schwieriger wird das, wenn man spezielle Kosten hat, wie Tabak, Alkohol oder Haschisch, oder noch Haustiere aus besseren Zeiten zu versorgen hat. Alte Abos können auch recht teuer werden, im Bereich Bezahlfernsehen, Telefon und Smartphoneverträgen. Bei diesen Extrakostenlasten ist des nötig, dass man irgendwie was dazu verdient, wenn das dann auch nicht möglich ist, wird es richtig prekär.

    Wenn man gar nicht gut kochen kann, wird das auch schnell zum Problem. Dann hilft auch die Tafel weniger, Essen gehen ist kaum drin, und billige Fertigmenüs führen dann zu einer schlechten und ungesunden Ernährung.

    Soweit die reine Armut. Wenn man dazu noch brav verinnerlicht hat, dass jeder nur so viel Wert ist, wie er verdient, so wie es im Prinzip schon im Biologieunterricht verbreitet unterrichtet wird, kommt dann aber noch ein Riesenfrust dazu. Als Verlierer im halboffiziellen Leistungswettkampf steht man denn nun zweifelsfrei fest. In diesem Sinne sind Managergehälter ein Tritt unter die Gürtellinie, selbst für die, die Arbeiten und gut verdienen. Selbst wenn man sich zum oberen Mittelfeld zählt, macht der Vergleich nach oben mit den Managergehältern verbreitet psychologische Schmerzen.

    Das kann kein Mensch ändern. Nur der Betroffene selber hat natürlich die Möglichkeit, philosophisch Aufzurüsten, und eben anderen Sinn im eigenen Leben zu finden als den maximal möglichen Gelderwerb.

    Das gehaltvollste Problem bei Langzeitarbeitslosigkeit scheint mir allerdings die Langweile zu sein. Die Zuverdienstmöglichkeiten sind begrenzt, und sich eigenständig zu organisieren und zu beschäftigen haben die meisten nie gelernt.

    Hier finde ich wäre ein Ansatzpunkt, schon in der Schule genau dieses zu lernen, dass man sich eigenständig organisiert beschäftigen kann, vor allem auch jenseits von Erwerbsarbeit.

    Auch die biologische Idee, dass der Sinn des Menschen darin liegt, im Konkurrenzkampf mit den Artgenossen möglichst gut abzuschneiden und genau damit die Fortentwicklung der Spezies sicher zu stellen, könnte eine Korrektur gebrauchen. Das ist ja auch nun nicht der Sinn des Lebens, sondern nur ein Mechanismus, der in der Evolution eher sinnfrei stattfindet, und zwar nur, solange man nicht aktiv was anderes macht. Einen Sinn für das aktuelle Leistungswettrennen ergibt sich daraus zunächst mal nicht. Hier haben wir einen Kategoriefehler, den man gründlich aufklären sollte, anstatt ihn noch zu fördern.

  178. sog. Tafeln sind entstanden, weil Lebensmittel nicht weggeworfen werden müssen, wenn das Verfallsdatum, “best before (Date)” ginge ebenfalls und wäre sachnäher, überschritten wird.

    In Sichtweite des Obdachlosenzeitungsverkäufers direkt am Eingang eines örtlichen REWE gab es palettenweise Papiereinkaufstüten mit frischen Produkten als Spende für die Tafel e.V. zu shoppen. “Vom 04.11.2019 – 17.11.2019 konntest du mit dem Kauf einer 5€ Spendentüte helfen, Lebensmittel an Tafeln in deiner Nähe zu spenden. – 481.624 Tüten wurden 2019 gespendet“.

    “Tafeln” dienen auch der Beschäftigung von selbst nicht gut Verdienenden und daran ist nicht auszusetzen, sie taugen aber nicht als Beleg dafür, dass der Sozialleistungsempfänger nicht genug zu futtern hätte.

    Wenn die Tafeln nebst Spendengedanke als Werbung für konzentriert florierende Lebensmittelketten taugt… läuft wie geschmiert, Dr. Webbaer, bitte weiter gehen, hier gibt es nichts zu sehen…

  179. @Webbär: keine Sachkenntnis

    Hartz IV-Empfänger sind in der Lage das Essen zu kaufen, das sie für den Lebensunterhalt brauchen…

    Okay, die soziale Rechtssprechung der letzten zwanzig Jahre, einschließlich zweier Urteile des BVerfG über die Verfassungswidrigkeit von Hartz-IV (sowohl mit Blick auf die Berechnung der Sätze als auch den Kürzungen unters Existenzminimum), sind allem Anschein nach spurlos an Ihnen vorbeigezogen.

    Und meine Empfehlung, sich mal mit der Forschung Professor Selkes auseinanderzusetzen, treten Sie auch gleich in die Tonne.

    Herr Webbär, so hat eine Diskussion von Anfang an überhaupt keinen Sinn und sie ist eines promovierten Wissenschaftlers auch nicht würdig.

    Nennen Sie Vorurteile meinetwegen Zwischenurteile. Das suggeriert aber auch Offenheit für eine Änderung der Urteile, die ich bei Ihnen beim besten Willen nicht erkennen kann.

  180. @Stephan Schleim (02.03.2020, 04:47 Uhr):

    Ihre Zitate scheinen mir aber oft sehr lang. Das könnte unter Umständen sogar zu urheberrechtlichen Problemen führen […] Wie wäre es, den Umfang der Zitate geringer zu halten als den Umfang der eigenen Beiträge und den Rest einfach zu verlinken?

    (A) Ihre “Ermahnung” bezieht sich vermutlich insbesondere auf das Zitat von Jan Erik Döllein. Dieser Text wurde von Urheber (ursprünglich) eingestellt in das arztwiki-de zu den dort geltenden Bedingungen (Freier Inhalt; Creative Commons) . Darüber hinaus ist dem Urheber (mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) daran gelegen, eine möglichst große Anzahl von Lesern zu erreichen, so dass hier keine urheberrechtlichen Probleme zu erwarten sind, zumal vor dem Hintergrund meiner juristischen Ausbildung streng darauf achte, dass den diesbezüglichen gesetzlichen Regelungen in vollem Umfang Rechnung getragen wird.

    //www.doellein.de/blog-dr-doellein/2013/6/15/gesundheitssystem-in-deutschland-was-derzeit-wirklich-passie.html
    //www.arztwiki.de/wiki/Jan_Erik_D%C3%B6llein#Gesundheitssystem_in_Deutschland_.E2.80.93_Was_derzeit_wirklich_passiert

    Sollten Sie wegen meiner Diskussionsbeiträge – was ausgesprochen unwahrscheinlich ist – gleichwohl irgendwann einmal eine Abmahnung erhalten, dann übersenden Sie diese bitte unverzüglich per Email an mich, damit ich den von der Sache her ungerechtfertigten „Schadensersatz“-Foderungen auf dem Rechtsweg einen Riegel vorschieben kann.

    Apropos “Creative Commons” – Rechtsanwalt Markus Kompa hat zu diesem Thema eine ganze Reihe von Blog-Beiträgen publiziert – vgl. bspw.:
    https://kanzleikompa.de/2013/07/18/die-wikipedia-abmahnungen-des-wikipedia-bild-abmahners/
    //kanzleikompa.de/category/urheberrecht/
    //kanzleikompa.de/?s=creative+commons&submit=Suchen
    //kanzleikompa.de/?s=wikipedia&submit=Suchen
    //kanzleikompa.de/?s=wikimedia&submit=Suchen

    (B) Aufgrund der Beschränkungen in diesem Forum (maximal 2 Links; andenfalls landet der Beitrag im “Spam-Filter” – in dieser Diskussion sind beispielsweise definitiv 2 meiner Beiträge, die nur 3 Links enthielten, ins digitale Nirwana entschwunden) ist es nahe zu unmöglich, “den Rest einfach zu verlinken” …
    Da ich persönlich großen Wert darauf lege, die in meinen Diskussionsbeiträgen genannten Sachverhalte zu belegen (das heißt: mittels diesbezüglicher Publikationen zu “beweisen”), führt die o. a. Beschränkung im Prinzip dazu dazu, dass ein Gedankengang auf mehrere Beiträge aufzuteilen wäre, so dass im Ergebnis die Argumentationskette dem Leser nicht mehr als “Einheit” präsentiert werden kann …

    (C) Diese “günstige Gelegenheit” (das heißt: die o. a. “persönliche Ansprache”) nutze ich mal, um den eigentlichen Anlass meiner Teilnahme an dieser Diskussion zur Sprache zu bringen:

    Wenn Sie einen “Aufruf an die Gesellschaft” adressieren, dann schließe ich daraus, dass Sie (siehe oben) eine möglichst große Anzahl von Lesern erreichen wollen. – Durch den “klassischen” Aufbau Ihres Artikels haben Sie indes vermutlich 50 % der Leser mit dem von Ihnen am Schluss des Artikels plazierten Aufruf gar nicht erreicht, wie eine Untersuchung zum Verhalten von Lesern von Online-Kontent zeigt (tp vom 1206.2013):

    Ihttps://heise.de/-3399259

    […] Wer einen Gedanken entwickeln will, sollte ihn wahrscheinlich nicht erst am Schluss zu Ende bringen. […]
    […] Bis zur Mitte eines durchschnittlichen Textes sind noch etwa 50 Prozent der anfänglichen Leser da. […]

    I

    Diesbezüglich kann man kann man sehr viel lernen von der Art, wie neoliberale Propaganda verbreitet wird: das Wichtigste zuerst.
    Googlen Sie doch bitte – zum Beispiel – mal “Trotz guter Konjunktur” (die neoliberale Botschaft: der Wirtschaft geht es gut, demzufolge sind die Leute, denen es NICHT gut geht, selbst schuld (gestiegene Verschuldung; Kinderarmut; gestiegene Arbeitslosigkeit; Langzeitarbeitslosigkeit etc.).

  181. @ Sandra Burger
    28.02.2020, 11:29 Uhr

    Schon im Jahr 2005 “prophezeite” G. Heidenreich, dass angesichts der extremen Ungleichheit (geradezu obszöner Reichtum der Oberschicht einerseits sowie andererseits Armut und Existenz-Angst in weiten Teilen der Bevölkerung) in Zukunft massive Repressionsmaßnahmen gegenüber der Unterschicht zu befürchten sind:

    Gert Heidenreich: Nährstoff des Neides (Kanzelrede Fassung 12/2005)

    -> Kleine Ergänzung und korrektion:
    2005 hat man da praktisch nichts mehr prophezeien müssen, obwohl überwiegend noch Zuversicht in der Unterrschicht bestand (oberflächlich betrachtet).
    Immerhin wurde 2005 Hartz4 eingeführt, und da waren die Reformen schon allgemein bekannt (oder hätten es sein können). Diese Reform-Ideen entstanden schon mindestens 10 Jahre vorher. Und zu dieser Zeit (etwa 1992-96) wäre also die Zeit gewesen, irgendwas zu vorherzusagen.

    Allerdings habe ich da auch Zweidel an solchen Vorhersagen/Prophezeieungen. Sie werden weniger zu einer Warnung vor unhaltbaren verhältnissen (wenn sie so gemeint waren), sondern sind viel mehr Ankündigungen und Festlegungen auf das, was kommt. Somit sind sie zu einem Teil auch selbst Ursprung der Verhältnisse, die scheinbar beklagt werden.

    Das ist subtil, wie potenzielle Wirklichkeiten und deren Vorhersagen oder Präzisierungen…mithin prophetische Zukünfte… als eigendlich zukunbftsbestimmend wirken. In christlicher Kultur, wie sie vor allem bei Evangelikalen in den USA praktiziert wird, besteht sowas, wie ein “kategorischer Optimismus”, was meint, jedes Gedenken an Zukunft muß immer irgendwie “positiv” ausfallen. Wenn dioe Aussichten auch noch so prekär und katastrophal seien.

    Es macht schlicht auch keinen Sinn, eine befürchtete Zukunft auch tatsächlich auf sich zu kommen anzu erkennen, ohne eine wirksame Handlungsmöglichkeit dagegen zu besitzen.

    Und naja, da sind wir dann also bei der Handlungsmöglichkeit. Wenn also niemand diese Zukunft hat verhindern können (wie wir heute erkennen können), dann stellt sich die Frage, ob man also niemals eine Zukunftsprognose aufstellen sollte, wenn man nicht auch eine Handlungsmöglichkeit dagegen verfügbar hätte. Woher man aber eine Handlungsmöglichkeit gegen eine Zukunftsvision bekommen soll, die man noch gar nicht kennt (weil man sie noch nicht erstellt hat), ist natürlich ein ganz spezielles Problem.

    Und weil das so ist, dass man Zukunfte offfenbar nur unzureichend beeinflussen kann (hier also gewisse Tendenzen sozialer udn politischer Art), aber der Glaube an das (für sich und die Seinen) Bessere in der Zukunft tatsächlich wirksam ist, fragt sich, wieso der Autor dieser “Prophezeiungen” seine Prophezeiungen (und er war ja mit Sicherheit nicht der erste oder einzigste) überhaupt veröffentlicht hat?

    Richtig: Mutmaßlich, weil er nicht vor dieer Zukunft warnen wollte, sondern weil er in der allgemeinen Öffentlichkeit genau diese Wirklichkeitsbildung durch die detailierte Beschreibung erzeugen/unterstützen wollte.
    Zu wissen, wie eine Zukunft aussehen könnte, heisst, das man, egal, wie man über diese Zukunft im Detail denkt, Teil der Kraft ist, die diese Zukunft dann auch Wirklichkeit werden lässt.

    In diesem Sinne ist es sogar sehr gut verständlich, wieso gerüchteweise nur in autoritären Diktaturen die öffentliche Informationsflüsse reguliert und kontrolliert (also Zensiert) werden.

    Ein Problem, das die Evangelikalen aber haben, ist die Tatsache, dass sie sich nicht vollkommen an diesen kategorischen Imperativ halten. Sie können in aller Regelmäßigkeit feststellen, dass die Evangelikalen in ebenso regelmäßigen Abständen (und die Jehovas praktisch durchgängig) die Apokalypse vorhersehen.
    Das Interessante daran ist die Regelmäßigkeit. Und ob es tatsächlich ein Bruch ihres ansonsten praktizierten k-Optimismus sei, oder ob sie eine gewisse (für sie nützliche) Hoffnung in der Apokalypse erkennen; also Positives darin sehen.

    Ansonsten ist ein kategorischer Optimimus natürlich auch ein deutliches Anzeichen von konsequenten “Opportunismus”. Denn man muß sich ja, nachdem man die erlebte Wirklichkeit als negativ oder nachteilig erkannt/empfunden hat, nachdem man vorher voller Optimismus war, das nur Gutes kommen wird, in gewisserweise vor sich selbst rechtfertigen.
    Aber hier kommen wir dann in die Sphären der tieferen Theologie und ihrer Überlegungen zum Glauben und Wirklichkeit und dem guten Leben.

  182. Für Herrn Tobias Jeckenburger gilt offenbar auch:
    “Arbeit macht (wirklich) frei”.

    Sind sie sich da auch bewusst, wie eindimensional sie die Szenerie nachzeichnen (und eben haufenweise Bedingungen auslassen)?
    Und wie historisch belastet diese Ansichten sind?

    Aber da ist ja immer derjenige Schuld, der darauf hinweist, nicht derjenige, der genau so denkt oder handelt.

    Das Beschäftigung oder Tätigkeiten von psychischen Belastungen ablenken können (und damit einer utilitaristischen Idee von Mensch und Gesellschaft ausgezeichnet entgegen kommen), heisst nicht, dass sie die ideale Lösung sind.

    Erst neulich habe ich einen BEitrag vernommen, wo eine Schüler(in) beschrieben wurde, die als Schüler(in) in der Klasse Probleme hatte und von Lehrern und Ärzten daraufhin zum Problemfall gemacht wurde.
    ADHS und so.
    Die Person, um die es da ging, wurde später ein/e bekannte/r und erfolgreiche/r Tänzer/in und Choreaograf/in (wahrscheinlich war es in New York).

    Die Geschichte der Problemlösung der Kindes in der Schule ging dann so weiter:
    Ein Arzt hatte sich die Problemschilderung der Eltern (und Lehrer) angehört und beschloß dann, das Kind allein mit Musik in einem Therapieraum zu lassen und beobachtete sie.
    Das Ergebnis davon war, das das Kind begann nach der Musik zu tanzen und zu schlendern.
    Seine passende Antwort auf die Problemschilderung an die Eltern war: Ihr Kind sei nicht krank, es liebe Musik und will Tänzerin werden. (nicht O-Ton)

    Eine schöne zusammenpassende Geschichte, die da eigendlich nur besagt, das “Beschäftigung” von Problemen und psychischen Belastungen ablenkt.

    Daraus aber zu schliessen, das alle menschen, die psychische Belastungen haben, dies deswegen haben, weil sie nicht arbeiteten/vollbeschäftigt sind (sodass sie sich keine “dummen gedanken” machen können) ist aber doch die “Umkehrung” der Szenerie, wo man die Wirkung zur Ursache macht.

    Insofern also vollkommen daneben.

    Abr es passt natürlich prima zur allgemeinen Idee der Vollbeschäftigung als “Teilhabe an Gesellschaft” … laso sozusagen dem Ideal, wo zumindest der Gesellschaft genüge getan wird.
    Hauptsache Arbeit…der ganze Rest ist Privatsache.

    Wissen sie, wie ich jeden Menschen dazu bringen kann, das Beschäftigung in ihrem Sinne dazu führt, dass die psychischen Belastungen in den Hintergrund treten?

    Ich vergifte die Zielpersonen mit Metallionen und Nervengiften.
    Die oben schon geschilderte Folge dieser vergiftung erzeugt dann einen inneren Druck, der bei den üblichen Kindern dazu führt, das man es mit ADHS diagnostiziert.
    Die Gehirninternen Ursachen dessen sind entweder, dass dem Kind schon ein Teil seines Nervensystems degenerierte, oder, das die ins Gehirn integrierten Metalle und das Nervengift eine neue Vernetzung erzeugten, die dem Gehirn eine höhere und andere Signalisierung einbrachten, die dann dazu führt, dass psychische Belastungen entstehen, wie überall so beschrieben und zu beklagen sind.

    Wie auch immer sie über Arbeit und Psyche denken, es läuft darauf hinaus, dass Ursache und Wirkung vertauscht werden, um eine erwünschte “Konsistenz” im Sinne von: wir wollen die Welt lieber so haben, als wie sie sich wirklich entwickelt.

    Die Ursache von psychischen Störungen ist das Metall in den Hirnen, welches zu “Motivationen” führt, die genau dazu führen sollen, seinen inneren psychischen Druck in produktive Arbeit (am besten physisch) sublimieren sollen.
    Die Ursache der Störung ist also nicht die “Arbeitslosigkeit”, sondern, dass Vergiften der Menschen, die sogenannt “desintegriert” sind, um ihnen die erwünschte Motivation zu verschaffen, damit sie dann auch arbeiten gehen, wie von der Gesellschaft verlangt…oder von Finanzstrategen, die Wirtschaften und Gesellschaften koordinieren und planen…letztlich erzwungen.

    Die erste Idee von eienr Akut-Psyachiatrie, die ich hatte, war: Überall Menschen, die Probleme hatten… überall “Suggestionen” ,die alle in eine tendenzielle Richtung gingen.

    Sowas funktioniert natürlich nur, wenn der Geist, dem etwas suggeriert werden soll, auch “aufnahmebereit” ist.

    Und das kann man eben mit diesen beschriebenen Vergiftungen erreichen.

    Ich verstehe wohl, wieso sie eine ganz andere Geschichte erzählen und meine Schilderung einer anderen geschichte ins Irrsinnige beschreiben.

    Aber sie müssen wissen, dass sie damit ein Verbrechen unterstützen und schützen und verbergen.

  183. @ demolog (02.03.2020, 21:50 Uhr)

    2005 hat man da praktisch nichts mehr prophezeien müssen, obwohl überwiegend noch Zuversicht in der Unterrschicht bestand (oberflächlich betrachtet). Immerhin wurde 2005 Hartz4 eingeführt, und da waren die Reformen schon allgemein bekannt (oder hätten es sein können).

    In diesem Kontext (Einführung von Hartz IV) sehr zu empfehlen ist der am 21.10.2004 im Stern publizierte Essay von Arno Luik:

    Der Putsch von ganz oben
    Wirtschaft und Politik bauen diesen Staat rücksichtslos um. Was der SPD gestern noch heilig war, ist heute Teufelszeug. Die Reformen zertrümmern das Land – es wird kalt in Deutschland. Eine Abrechnung von Arno Luik
    http://www.leipziger-montagsdemo.de/daten/041021__arno_luik__putsch_von_ganz_oben.htm

    […] Und in einer ganzseitigen Anzeige der “SZ” rufen einige Dutzende Millionäre unter der Überschrift “Auch wir sind das Volk”: Die Reformen sind “überlebensnotwendig”. […]

    Die von Arno Luik genannte Anzeige in der SZ ist auf der oben verlinkten Seite (leipziger-montagsdemo) als PDF abrufbar (siehe dort die Fußnoten ganz unten auf der Page).

    Speziell zum Punkt “Zuversicht in der Unterrschicht”:
    “Man” hat die Unterschicht letztendlich komplett im Stich gelassen …
    Jürgen Aust thematisiert in seinem Artikel (unter anderem) die unrühmliche Rolle resp. das Total-Versagen der Gewerkschaften:

    https://www.antikapitalistische-linke.de/?p=3318
    Ein Resumee nach 15 Jahre Hartz IV und Agenda-Politik
    von Jürgen Aust – 29.12.2019
    […] Soziale Kämpfe: überwiegend Fehlanzeige
    […] Insbesondere die Gewerkschaften reagierten auf Lohnsklaverei und Leistungskürzungen in Form des Sanktionssystems mit einem nahezu „ohrenbetäubenden Schweigen.“ Bereits unmittelbar nach Veröffentlichung des Berichtes der Hartz-Kommission erklärte der DGB-Bundesvorstand, dass die Zerschlagung des Sozialleistungssystem „ein Schritt in die richtige Richtung“ sei und probte in sozialpartnerschaftlicher Tradition bereits damals den Schulterschluss mit dem Arbeitgeberlager. Dies war meines Erachtens auch einer der wesentlichen Gründe dafür, dass der Widerstand gegen diesen kapitaldominierten Sozialabbau in Gestalt von Hartz IV nahezu kaum wahrnehmbare Dimensionen ereichte. […]

    P.S.:
    Es gibt von der Bertelsmann Stiftung (Hrgb) eine Broschüre mit dem Titel:

    Die Kunst des Reformierens
    Konzeptionelle Überlegungen zu einer erfolgreichen Regierungsstrategie

    Dort wird unter anderem unter dem Gliederungspunkt >Partizipation< hervorgehoben, dass es wichtig sei, relevante gesellschaftliche Gruppen bei "Reform"vorhaben mit einzubeziehen. Allerdings sei zu beachten, dass die Partizipation nicht schon in der Phase des „Agenda-Settings“ stattfinde, weil dann zu befürchten sei, dass "der Policy-Kern der Reform verwässert" werde …

    Das liest sich wie ein schlechter Erziehungsratgeber, der Eltern empfiehlt, Partizipation zu simulieren:
    "Magst du den Kamillentee in der Diddl-Tasse oder lieber im Snoopy-Becher?", um auf diese Weise eine Diskussion über das Getränk selbst schon im Keim zu ersticken …

  184. Eine kleine Playlist von popkultureller Verarbeitung der Wirklichkeit:
    https://www.youtube.com/playlist?list=PLICjTfsn09bpRkiA830KcGDkUNq-OyO-S

    Überall Sternenstaub.
    Also Metalle. Wenn auch zuweilen in Form von sogenannten “Naniten” oder anderen Mikro-Maschinen, die scheinbar in der Zukunft in unseren (jenen Lebewesen, die zukünftig dominieren werden – aka überöebt haben) Gehirnen spezielle Funktionen und features ermöglichen werden.

    Die Liste liesse sich nahezu endlos erweitern:
    In Star Trek mit den Borgs und ihren Assimilations-Injektoren, die Mikro-Maschinen injezieren.
    Oder in Stargate Atlantis, wo menschlich aussehnde Maschinen erzeugt werden können. Natürlich aus kleinen “Naniten”. Oder wo diese Mikromaschinen menschliches Gewebe und ganze Organe “reparieren” oder ersetzen kann.
    Oronenkinder, denen Naniten implantiert werden, die später, nachdem sie viel gelernt haben, das Wissen enthalten, und wo dieses Wissen durch Entnahme der Naniten aus den Gehirnen der Kinder und einpflanzen in den Erwachsenen-Gehirnen dazu führt, dass das gesamte Wissen, das sich das Kind angeeignet hat, auf die anderen Menschen überträgt – nur über einen Naniten im Gehirn.

    Stoff darüber ist also reichlich zu finden.
    Natürlich ist das alles Fiction. Aber auch Fiction kann nur für uns Menschen halbwegs realistisch und “unterhaltend” wirken, wenn davon ein Mindestanteil in unserer Welt Wirklichkeit ist.
    Ausschmückungen und Weitererzählung (etwa Naniten, als Therapie-Mikromaschinen im Körper) sind dann der Idee von einer besseren Zukunft geschuldet.
    Aber das Metal im Gehirn (und iauch in den Körperzellen) ist heute schon und in der Menschlichen Kutlur und seiner Evolution…immer schon von großer Relevanz gewesen.

  185. @Burger: SciLogs

    Gut, dass Sie sich in der Materie auskennen. Bisher hatten wir deswegen noch keine Probleme aber ich dachte vor allem an den Verlag, der diese Blogs anbietet.

    Herrn Kompa kenne und schätze ich für seine Beiträge auf Telepolis, wo ich selbst seit 15 Jahren schreibe.

    Und danke für Ihren Rat. Ich hatte früher ein paarmal die Ehre, an der Deutschen Richterakademie in Trier einen Kurs anzubieten. Dort wurde mir nahegelegt, doch mal einen Rhetorikkurs zu belegen.

    Ich will aber meinen natürlichen Schreib- und Vortragsstil bewahren und entwickeln. Das heißt, Menschen mit Argumenten zu überzeugen und nicht mit schrägen Tricks zu überreden. (Oder mit anderen Worten: Ich biete hier aus Spaß am Schreiben Texte an; wem diese nicht so zusagen, der möge weiterklicken.)

  186. @Burger: Links

    Das haben Sie im Übrigen richtig erkannt: Ab drei Links landen die Kommentare im Spam-Ordner. Das gilt übrigens auch für meine eigenen Beiträge.

    Wir sind hier eben ein Gratis-Angebot des Spektrum-Verlags und die Ressourcen begrenzt. Auf die Ausgestaltung der Plattform haben wir leider nur minimalsten Einfluss. U.a. darum veröffentliche ich meine Blogartikel auch auf Telepolis.

  187. @ Stephan Schleim
    03.03.2020, 06:46 Uhr

    -> Mir war der Sinn nie klar, wieso sie auch auf Telepolis veröffentlichen.

    Das sie hier erklären, die Plattform hier habe “begrenzte Recourcen” und dies als Argument erklären, ergibt für mich auch keinen Sinn. Denn ihre Beiträge sehen dort ja auch nicht anders aus.

    Das Recourcenbeanspruchende ist der Text(inhalt). Und der beansprucht praktisch nur geringe technische Recourcen.

    Man kann nun auch fragen, welche Recourcen sonst noch notwendig sind oder als solche erachtet werden? Etwa Beobachtungs-Recourcen oder Beeinflussungsrecourcen? Oder ist diese Recourcen-Problematik einfach nur eine Nebensache?

    Der Unterscheid zwischen beiden Plattformen aber ist eindeutig:
    Auf Telepolis ist der Kommentarbereich viel separater und unüberschaubarer, als hier. jeder Kommentar ist praktisch auf seiner eigenen Seite.

    Und wenn etwas gegen direkte Kommunikation und Austausch (oder überschaubare Informationsverbreitung) wirkt, dann genau das, wenn die zusammenkommenden Informationen auf einen Beitragsinhalt in multi-Ebenen-Anzeigen verborgen und verteilt (also auch versteckt) sind.

    Deswegen bin ich inzwischen der Meinung, das diese “Alternativ-Plattformen” immer dann erwähnt (und deren Existenz suggeriert werden), wenn man auf der eigenen Plattform jene Kommentatoren nicht haben will.

    Ihnen mag man Telepolis mit anderen Argumenten und Ideen schmackhaft gemacht haben. Aber im Kern scheint mir der Grund darin zu liegen, dass man auf einer Wissenschaftsplattform ein tendenzielles “Reinheitsgebot” auch in den Kommentaren anstrebt.

    Ein Jeckenberger, der mit seinem stillem Link auf seine Plattform wirbt, ist dabei in der gleichen “Tradition”, wie sie, wenn sie ihre Präsenz auf Telepolis hochalten.
    Und ansonsten hört man regelmäßig mal, das man mit seinen wirren Ansichten doch besser bei den Eso´s irgendwo im Netz aufgehoben sei, als hier in einer ausgesprochenem Wissenschaftsplattform.

    Wenn es aber um das Thema Spaltung geht, und wer sie denn vorrantreibt, dann ist man mit solcher Strategie natürlich ganz vorne mit dabei.
    Weil man eben alles unerwünschte oder unangenehme von sich und seienr Umwelt “abspalten” oder fernhalten will. Allzu menschlich halt.
    Und die einfache Suggestion, das man auch woanders “Gleiches” lesen könne und dazu suggeriert wird, dort gäbe es “Gleichgesinnte” oder einem selbst “aufgeschlossenere”, dann ist die Zielsetzung allein durch den aufweand, der betrieben wird, quasi bewiesen.

    Sie, Herr Schleim, müssen dieser Strategie nicht bewusst und vorsätzlich nachgehen. Sie haben, wie erwähnt, vielleicht andere Beweggründe und Motivationen, um zusätzlich auf Telepolis zu posten.

    (wobei erwähnt sein soll, das zuerst auf Telepolis veröffentlicht wird und dann erst auf Scilogs.de – was man als einen weiteren Anhaltspunkt zur Suggestion um die “Richtung” der Manipulation von unerwünschten Rezipienten erkennen kann)

  188. @ Sandra Burger
    02.03.2020, 23:19 Uhr

    Für mich bedarf es keinen Beweis, um die Zielsetzungen damals (und heute noch) der Welt zu vergegenwärtigen.

    Der Westen (und damit dieser sogenannte Kapitalismus) versucht immerzu demonstrativ davon zu überzeugen, das alles am Geld läge…alles auf das Geld zurück zu führen sei.
    Und dann sind plötzlich 700 Milliarden Doller kein Problem, wenn es um die Rettung von einigen sich durch spekulationen ruinierenden Bank-/Finanzinstitution geht. Dann gibt es kein “Geldproblem” und nichts wird gegeneinander aufgerechnet.

    Man muß daher immer kritisch betrachten, wenn jemand Geld (oder Geldwert) als Argument für Begebenheiten oder Zukunftsbeschreibungen vorgibt. Das betrifft Szenen im ganz Kleinen, bis zu den ganz großen Szenarien. Geld ist immer Ausrede. Dahinter steckt immer ein (perspektivisch) viel wichtigeres Detail.

    Es ist in diesem Sinne (das wichtigere Detail) auch kein Widerspruch, dass man zwar hört, das nur solvente und würdige Personen (oder Institutionen) Kredite bekämen, aber es ansonsten an Jedermann (Frau) unendlich viele und regelmäßige Angebote gibt und eine ganze “Industrie” offenbar ständig nach neuen “Schuldnern” sucht.

    Im Kern steht dabei das provlem zur Disposition, das in anderen Kulturen, die für unsere Existenz relevant sind, Kredite und Zins bestimmten Bedingungen unterliegen, die es angesichts der hiesigen Belästigungen mit Kreditangeboten nicht gibt.
    Im Zentrum dieser Belästigungindustrie steht nicht das geld, sondern die Provokation der Sünde. Was nur ein alternatives System ist, das die vorzivilisatorische evolutionäre Selektion ersetzen soll. Was meint: Die Menschen werden in die Sünde hineingelockt.
    Es ist, wie mit dem faustischen Pakt:
    Da kommen sie nur raus, wenn sie ihr wertvollstes geben. Und das ist nicht ihr Geld, sondern auch ihre unschuldige, sündenfreie, Seele.
    Denn jeder Mensch ist dann, wenn er jemandem anderen etwas schuldet, erpressbar und an seiner eigenen Moral (oder Ethik) angreifbar. Und jede Lebensweise liesse sich irgendwie so manipulieren, sodass sie ihre Schuld (Kreditvertrag) nicht erfüllen können.

    Was meint: Wenn sie einen Kreditvertrag eingehen, sind sie nicht nur an den Kreditvertragsinhalt gebunden, sondern auch an die politischen Vorgaben, die von Seiten des Kreditgebers durch die Hintertür diktiert werden.
    Es ist der Grund, wieso manche Menschen arm bleiben wollen.

    Diese Szenerie ist vollkommen vereinbar und kompatibel mit dem Freiheitsversprechen des Westens:
    Denn wenn sie wirklich “frei” sein wollen, dann brauchen sie nur zu sündigen und die Welt (oder Gott oder andere Instanzen) werden sie “freigeben”…in den Zustand der “Freiheit” versetzen.

    Frei sein heisst hierbei: gekreuzigt werden.
    Was uns sehr vertraut aus der eigenen kulturellen Herkunft vorkommt, ist ein fundamentaler Akt der “Tötung” der eigenen Individualität, dessen Aufrechterhaltung viel Kraft braucht, weshalb viele in der Kreuzigung auch Befreiung sehen.
    Die ganze Befreiungstheologie, oder die Schwärmerei von Erleuchtung oder Erwäckung…alles ist Teil oder Folge des Prozesses der Kreuzigung. Denn ihr Bewusstsein verändert sich dadurch fundamental.

    Wenn sie aber Teil der Zukunft sein wollen, dann düprfen sie nicht gekreuzigt werden. Denn dann sind sie nämlich theologisch gesehen “getötet” worden – ihre biologische Identität ist tot, verloren und wird nie wieder in der Welt auftreten. Evolutionär gesehen ist die Kreuzigung nichts anderes, als Aussterben.

    Und wenn sie bis zur Kreuzigung keine Kinder gezeugt haben, dann wird ihre Identität auch tatsächlich aussterben. Was übrigens viel mehr die Männer betrifft, als Frauen. Theologisch gesehen eigendlich nur Männer.

  189. @Demolog 02.03. 22:31

    „Für Herrn Tobias Jeckenburger gilt offenbar auch:
    “Arbeit macht (wirklich) frei”.“

    Erfahrungsgemäß kann viel zuviel Arbeit schneller zu handfesten psychischen Krankheiten führen, viel zu wenig Beschäftigung manchmal aber auch. Der Zusammenhang von zuwenig Beschäftigung und psychischer Krankheit ist aber hauptsächlich der, dass man sich infolge der psychischen Krankheit zu wenig beschäftigt.

    Ansonsten führt ein Beschäftigungsmangel für sich zu einer Symptomatik, dass Kompetenzen verlernt werden und dass man unter Langeweile leidet. Bei dem typischen psychisch Kranken mischt sich dann dieses zur jeweiligen Diagnose dazu.

    Natürlich kommt es den Arbeitgebern entgegen, wenn die Menschen ohne Arbeit schlecht klarkommen. Deswegen mache ich auch bei jeder Gelegenheit Werbung dafür, sich eben auch sinnvolle Tätigkeiten jenseits von Erwerbsarbeit zu suchen, für den Fall, dass man keine erfüllende bezahlte Tätigkeit finden kann, warum auch immer.

    Ich meine, der Mensch braucht einfach körperliche wie geistige Bewegung, sonst stellen sich Probleme ein. Unser System ist darauf eingestellt, und es kommt zu Störungen, wenn das System dauerhaft weit unterm optimalen Betriebszustand läuft.

    Aber zu viel Action geht auch schnell, man muss auch noch genug Zeit haben, zu Betrachten, Miteinander zu Pflegen, einfach mit dabei zu sein. So denke ich, dass die Meisten, die in Vollzeit arbeiten, zuviel des Guten erleiden. Die Dosis ist hier wichtig. Irgendwo hat jeder seien grünen Bereich was Belastung angeht, den sollte man suchen und nach Möglichkeit verwirklichen.

  190. @Demolog: Vermutungen

    Auf Telepolis schreibe ich seit rund 15 Jahren; hier bei den SciLogs seit etwas mehr als zwölf.

    Mit Ressourcen meinte ich schlicht, wie der Verlag für den Online-Auftritt sorgt. Das Diskussionsforum auf Telepolis finde ich übrigens viel übersichtlicher, weil es nach Themen sortiert ist und nicht, so wie hier, alles durcheinander geht.

  191. @ Jeckenberger

    Sie müssten auch Nietzsche eine solche Langeweile und Beschäftigungslosigkeit im Sinne von wenig physische “Bewegung” unterstellen.

    Dann trieb er es also mit seiner intrinsischen Beschäftigung so weit, dass er zum Ende hin eben verrückt wurde.

    Nietzsche wäre doch ein perfektes Beispiel für eine Warnung vor der Suche nach Wahrheit, die ja überall auch immer als sinnlos un dgefährlich beschrieben wird, weil dabei nur “dumme Gedanken” bei rauskommen würden oder sogar tatsächlich die Wahrheit, die man ansonsten nicht im öffentlichen Diskurs und Verständnis haben wollte.

    Es soll ja auch “Verbotenes Wissen” geben. Dies hier nicht als religiöses Dogma, sondern als wissenschaftlich begründet deswegen verboten, weil es all jene schadet, die damit gedanklich hantieren – die es also wissen.

    Wenn man so will, ist dieses “verbotene Wissen” wohl Teil dessen, was Freuds “Todestrieb” wohl verstärkt oder auslösst. Richtig?

    Insofern wäre nicht fehlende Bewegung wirklich schuld an der Entstehung von Pathologie, sondern die Wahrheitssuche, die auf Wahrheit traf. Und daraufhin im Schwarm Dynamiken auslösst, die dazu führen, dass diejenigen, die genetisch gleich (genug) sind, kollektiv aussterben, da sie alle vom verbotenen Wissen beeinträchtigt werden.

    Wie auch immer:
    Ich erwähne es nochmal:
    Man kommt nur an dieses verbotene Wissen, wenn man zu viel mit Metallionen vergiftet wurde und diese dann das Gehirn so in den (Zu)Stand setzen, diese Dynamik überhaupt erst in Gang zu setzen, was vorher gar nicht möglich wäre, weil die Fähigkeit mangels derartig hoher Veschränkung nicht existiert..

    Und weil diese Tendenz eben so eindeutig und zwangsweise ist, sind Vergiftungen mit monoatomarem Metall die übliche Strategie, um Menschen aus ihrer sogenannten “Letargie” zu zwingen. Zu motivieren und ihre Aufmerksamkeit zu steigern ihre Aufnahmeunwilligkeit zu senken (durch die Auslösung von Hypervigilianz)…kurz fundamental behavioristisch dazu zu zwingen, auf die vorgegebenen Reize von Extern auch tatsächlich zu reagieren.

    Und manche tun das eben in nicht erwünschter Weise.

  192. @ Jeckenberger

    Jedenfalls steht hier nicht die Langeweile als Ursache von falschem Verhaltensweisen, wie oben beklagt (Attentate), sondern es ist das Problem, das Menschen, die an ihrem Nervensystem derart manipuliert wurden, ihren inneren Druck tendenziel sublimieren müssen.

    Und da passt es doch prima, wenn man ihnen sozusagen “Arbeit” anbieten kann.

    Und sei es nur einen 1 Euro-Job oder eine Beschäftigung in einer Behindertenwerkstadt.

    Un dich habe meinen inneren Druck eben anders “sublimiert”. Ich habe diese “Hypervigilanz” dazu verwendet, mich weltlich umfassend zu informieren und den Ursachen meiner Probleme auf den Grund zu gehen.

    Das sie dann meine Erklärungen um meine Symptomatik als aus Beschäftigungslosigkeit hervorgehend erklären, ist da schon absurd.

  193. @ demolog

    Ich lese öfter Ihre Beiträge und Ihr „Weltschmerz“ Ihre „Wahrheitssuche“ und Ihre Beschäftigung mit F. W. Nietzsche erinnern mich an einen ehemaligen Kumpel aus der Studienzeit.

    Allerdings hatte er die „Drogenproblematik“ (Vergiftung durch Metallionen) nicht so gesehen, zumal er weder in Behandlung war, noch persönliche Drogenerfahrung hatte. Seine Gedanken waren temporär und verschwanden von selbst wieder, weil er sich mehr auf das „normale Leben“ konzentriert hat. Er führte danach ein vielleicht überdurchschnittlich diszipliniertes, normales Leben.

    Natürlich kann ich mir vorstellen, dass jemand der nach einer schicksalhaften Erkrankung oder einem Vorfall in einer Psychiatrie behandelt wurde, einfach Pech mit der Behandlung gehabt haben könnte. Komplikationen kann es immer geben.

    Manche Menschen haben Glück im Leben oder mit einer Behandlung, werden von keinen „unglücklichen bis schrecklichen“ psychischen Empfindungen belastet, können ein relativ „gutes Leben“ führen, andere Menschen haben einfach Pech.

    Ich persönlich würde versuchen alles „lockerer“ zu sehen.

    Die 700 Milliarden ehemals, waren nötig um uns (und eigentlich die Welt) vor einem riesigen Finanzcrash zu bewahren. Es hätten weder Löhne noch Sozialhilfen gezahlt, noch Rechnungen beglichen werden können, weil alles Geld praktisch „vernichtet“ worden wäre. Es war eine sozusagen „einmalige“ Hilfe und es hat funktioniert.

    Wollte man versuchen das „Elend in der Welt“ ebenfalls mit einer Finanzhilfe zu beseitigen, so wäre dies ein Fass ohne Boden, „Elend“ wird es immer geben, höchstens etwas abgemildert durch die technische Entwicklung. Die „Welt“ würde sich ruinieren, würde sie das „bodenlose Fass“ immer wieder neu auffüllen.

    Wie sich das „Geldsystem“ weiter entwickeln wird, ist eine andere Frage.

  194. Aus psychologischen Gründen dürfte es praktisch unmöglich, sein das Problem der „gefühlten“ Armut zu lösen. Technisch erzeugter allgemeiner Wohlstand reicht nicht, obwohl ich eigentlich einmal daran geglaubt habe.

    Ich habe einige Zeit in einer „68er WG“, hauptsächlich mit Psychologiestudenten gelebt. Habe an die „Vernunft geglaubt“, daran dass die Technik unbegrenzt Wohlstand generieren könnte, damit alle Probleme in der Zukunft gelöst werden.

    Einer von der „Psychofraktion“ meinte, dies widerspräche der eigentlichen Natur des Menschen.
    Dies erklärte er mir recht drastisch. Es gibt den Eigennutz, wie viele Ressourcen auch zur Verfügung stehen. Es macht Menschen erst so richtig glücklich, wenn sie selber möglichst starken Zugriff auf die Ressourcen nehmen können und gleichzeitig die anderen diesen Zugriff nicht haben. Sozusagen die „Armut“ des Anderen, macht sie erst so richtig glücklich.

    Ganz brutal: Wenn einer mit dem Finger „schnippt“ und schon kommen 70 (weibliche) Schönheiten angerannt und betteln darum, sexuell zu Diensten sein zu dürfen. Oder wenn man einen „Speichellecker“ belohnen kann und einen unsympathischen Menschen bestrafen. Aus psychologischer Sicht „wirklich“ angestrebt wird eher hauptsächlich die “Hierarchie der Macht” und erst in 2. Linie der allgemeine Wohlstand ….

    Dies ist den religiösen islamischen „Glaubensdesignern“ frühzeitig aufgefallen und die haben diesen psychologischen Sachverhalt geschickt in ihre Glaubenskonzepte eingebunden.

  195. @Elektroniker: Psychologie

    Sie bringen es auf den Punkt. Ich glaube aber nicht, dass diese Immer-mehr-Mentalität die menschliche Natur ist, denn dann dürfte es keine Mönche, Einsiedler, Gurus in den Bergen und so weiter geben; und in Indien finden sich erstaunlich viele Menschen mit erstaunlich wenig Besitz ab, wohl weil sie u.a. an die ausgleichende Gerechtigkeit durch das karmische Prinzip glauben (ähnlich wie man im Christentum an die Belohnung – oder Bestrafung – im Jenseits glaubte).

    Der Fehler liegt auf der psychologischen Ebene: Menschliches Handeln beginnt im Denken; immer. Und seit Jahrzehnten wird in den “wohlhabenden” Nationen vermittelt, dass Wohlstand und Erfolg die wesentlichen Dinge im Leben sind. Dabei ist der Wettbewerb, in dem Wohlstand und Erfolg verteilt werden, alles Andere als fair, da die Chancen ungleich sind.

    Dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Gesellschaft aus der Balance kommt. Und dass wir in so einer Zeit leben, wird immer deutlicher. Manche gehen jetzt damit um, Ausländer, Juden, Migranten… die Schuld zu geben. Das hatten wir schon so oft in der Geschichte und wir wissen, wohin das letztlich führt.

    Mit Aussagen über “den Islam” sollte man aufpassen. Hätte es dort keine Hochkultur gegeben, die “unsere” antiken Quellen bewährte, dann wäre es so bei uns wohl auch nicht zu einer Renaissance und Aufklärung gegeben.

  196. Als Ergänzung zu Stephan Schleim (05.03.2020, 11:43 Uhr):
    “Hätte es dort keine Hochkultur gegeben”:
    //www.heise.de/forum/Telepolis/Kommentare/Warum-wir-Wurzeln-ziehen/Nachtraeglich-ein-dickes-fettes-DANKE-SCHOeN/posting-26702480/show/

    @ Elektroniker (05.03.2020, 10:30 Uhr)
    1. das Problem der „gefühlten“ Armut
    2. angestrebt wird eher hauptsächlich die “Hierarchie der Macht” und erst in 2. Linie der allgemeine Wohlstand

    Über diese neoliberale Nebelkerze >”gefühlte” Armut< kann ich inzwischen nur noch müde lächeln. "Man" tut so, als sei Armut nicht mittels Zahlen zu erfassen resp. zu beschreiben – das Gegenteil ist der Fall:

    […] der von der Weltbank zum Zwecke der Definition von „absoluter Armut“ errechnete Durchschnittsbedarf von etwa 2.200 Kilokalorien. Laut Weltbank leben etwa 1,2 Milliarden Menschen in absoluter Armut; laut FAO sind über 800 Millionen unterernährt. […]

    Quelle = ://taz.de/!1105524/
    Definitionen: Was ist Hunger? (taz vom 11. Juni 2002)

    Und mit diesem Wissen (2.200 Kilokalorien = absolute Armut) schauen wir mal, was der Sozialstaat den Bedürfigen hierzulande im Jahr 1980 gewährte:

    […] Vom Grundbedarf einer “Tagesmenge von 2250 Kalorien” ausgehend, stellte sodann der Professor eine “Liste der gebotenen Nahrungsmittel für eine nährstoffreiche, vollwertige, abwechslungsreiche und bekömmliche Kost” zusammen, so der “Vereins”-Fachreferent Dr. Robert Imlau. […]

    Quelle = //www.spiegel.de/spiegel/print/d-14330771.html
    DER SPIEGEL 18/1980 (vom 28.04.1980, Seite 257): Einfaches Leben • Ein Verein mit einem Jahresetat von 6,5 Millionen Mark hat festgelegt, was die Armen in der Bundesrepublik zum Leben brauchen: ein grotesker Katalog.

    Richtig finster wird es allerdings mit der Einführung von Hartz IV:

    https://wiki.zum.de/index.php?title=Ern%C3%A4hrung&oldid=184286#Existenzminimum_und_Ern.C3.A4hrung

    […] Die von Hartz IV erlaubten 1.570 kcal für gesunde Ernährung entsprechen nicht einmal dem Ruheenergieverbrauch eines Menschen, der sich nicht bewegt. Die Bundesregierung bringt es dennoch fertig, sich über den indirekt von ihr selbst verordneten Bewegungsmangel der Hartz-IV-BezieherInnen zu beschweren. […]

    — Prof. Rainer Roth (KLARtext e.V., Broschüre): Hartz IV – „Fördern“ durch Mangelernährung (Seite 17 f. von 45 der PDF-Datei)

    Zu Punkt 2: “Hierarchie der Macht”

    Siehe dazu:
    BEATE KÜPPER
    Ideologien der Ungleichwertigkeit und das Syndrom «Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit»
    https://www.weiterdenken.de/sites/default/files/endf_ideologien_der_ungleichwertigkeit.pdf#023

    Seite 26
    Wer die eine Gruppe abwertet, wertet mit recht hoher Wahrscheinlichkeit auch andere soziale Gruppen ab, und er oder sie tut dies aus der allgemeinen Befürwortung sozialer Hierarchien heraus.

    Seite 27
    Auch religiöse Fundamentalismen mit ihrem Glauben an die einzige Wahrheit und die Überlegenheit der eigenen Religion gehören dazu. Ideologien der Ungleichwertigkeit dienen dabei den Interessen des jeweils überlegenen Teils der Gesellschaft und haben die Funktion, soziale Hierarchien herzustellen, zu legitimieren, durchzusetzen und aufrechtzuerhalten. Sie finden ihren Ausdruck in Vorurteilen, die sich in diesem Sinne auch als legitimierende Mythen zur Herstellung und Aufrechterhaltung sozialer Hierarchien verstehen lassen und die in kleineren oder größeren Narrativen begründen, warum einige Gruppen weiter oben, andere weiter unten auf der sozialen Leiter stehen. Beispiel für eine soziale Hierarchie entlang von Gruppenkategorien, die durch Ideologien der Ungleichwertigkeit gestützt und befördert werden, ist die tief im Kolonialismus verankerte Kategorisierung zwischen Schwarz und Weiß, die sich nach wie vor in sozialer Ungleichheit manifestiert, die durch offenen und modernen Rassismus legitimiert wird.

    P.S. (Lesetipp):
    Im Dienst der Macht: Wenn Sprache ideologisch wird
    //www.heidelberger-lese-zeiten-verlag.de/archiv/online-archiv/heuermann%20_2_.pdf

    […] kann Sprache zur willigen Dienstmagd von Machtsicherung, Privilegierung und deren Rechtfertigung werden. Ihre Mittel sind Täuschung, Verschleierung, Verharmlosung der tieferen, wahren Beweggründe der Ideologieträger.Den darin liegende
    n Gefahren kann nur durch aufgeklärtes Bewusstsein und entwickelte Sprachkompetenz begegnet werden. Ideologiekritik als Sprachkritik tut Not – mehr denn je. (Hartmut Heuermann)

    PPS:
    ad “die tief im Kolonialismus verankerte Kategorisierung zwischen Schwarz und Weiß”:

    Vgl. dazu: Mohssen Massarrat: Nachhaltigkeit durch Kosteninternalisierung • Theorieansätze zur Analyse und Reform globaler Strukturen in Wissenschaft & Frieden 1996-3:

    //www.wissenschaft-und-frieden.de/seite.php?artikelID=1169
    […] Formen der Kostenexternalisierung
    Es sind drei Hauptformen der Kostenexternalisierung zu unterscheiden:
    (a) Externalisierung durch kostenlose Belastung der Umwelt,
    (b) Externalisierung durch kostenlose Nutzung nicht erneuerbarer Rohstoffe und
    (c) Externalisierung von sozialen Kosten. […]
    […] Externalisierung von sozialen Kosten im Frühkapitalismus
    Die Vermehrung des Reichtums der Fabrikbesitzer im Zeitalter der industriellen Revolution, mithin die dynamische Expansion des Kapitalismus in Europa, beruhte zum einen auf technologisch bedingter Produktivitätssteigerung und Leistung, zum anderen aber auf flächendeckender Externalisierung sozialer Kosten durch sinkende Löhne, steigende Arbeitszeit und durch den Einsatz von Frauen und Kindern. […]
    […] Externalisierung sozialer Kosten durch kolonialistische Sklavenarbeit
    An der Schwelle der industriellen Revolution entstanden in den Überseekolonien Plantagenbetriebe mit Sklavenarbeit, die Europa mit Nahrungs- und Genußmitteln zu Dumpingpreisen versortgen. Hinter den Dumpingpreisen verbergen sich soziale Kosten, die die Plantagenbesitzer den Sklaven vorenthalten und ihnen zumuten, die ganze Last durch drastische Reduzierung des Lebensalters auf sich zu nehmen. […]

  197. @ Elektroniker
    05.03.2020, 10:28 Uhr

    Ich beschäftige mich kaum mit Nietzsche. Wie kommen sie drauf?

    Und man kann kein Pech haben bei einer Therapie, die aufgrund solcher Eingangsbedingungen vollkommen termionierten Ausgang hat.

    Haben sie es verstanden?
    Ich wurde vergiftet.

    Oben haben sie schon mal vom Pech fabuliert. Es ist natürlich auch Pech, wenn der Schaden vorsätzlich herbeigeführt wird. Aber es ist dann wieder auch kein Pech, wenn die Vergiftung systematisch ist. Dann ist das einfach nur ein systematisches Verbrechen.

    Das ich Nietzsche hier erwähnt habe, hatte einen bestimmten Grund. Nietzsche war Sohn eines Pfaffen. Pfaffen haben Hostien. Und Hostien werden/wurden mit Metalsalzen verbacken, um das christliche Hauptziel zu erreichen: Kreuzigung und heiliger Geist.
    Nietzsche wird also enbtweder als Kind davon zu viel stibitzt haben oder sein Vater hatte andere Pläne mit ihm.
    Seine Eigenartigkeit und Genialität im Wort sind nur so wirklich in dieser Zeit zu verstehen.
    Und auch seine Krankheiten – speziel am Ende seines Lebens – sind nur so erklärbar.

    Metallsalze haben die gleiche Eigenschaft, wie kristalline Drogen: Man kann sie in der Herstellung dazu bringen, einzelne Metallatome in das Kristallgitter einzuschliessen. Und auf die einzelnen Atome (Ionen) käme es hinsichtlich dieses “Neuroenhancemends” und den Folgen von zu viel Metallen im Hirn an.

    Über Beethoven zu reden, hiesse auch, über die Gerüchte über Weinpanscherei zu reden. Gerüchteweise war da auch Metalsalze im Gepansche mit dabei. Und Beethoven selber nur so vorstellbar, weil er ohne dieses Wein-Neuroenhancemend wohl kaum so bekannt und produktiv und charakterlich so “Besonders” geworden wäre.

    Der “Stein der Weisen” ist nur eine andere Bezeichnung von Etwas, das Metalle enthält. “Stein” deswegen, weil Metalle letztlich in Erzgestein vorkommen. Oder in Edelsteinen, die zu allen Zeiten auch immer besondere Aufmerksamkeit bekamen – und nicht nur, weil sie irgendwie “schön” aussehen, sondern weil in ihnen je nach Farbe, unterschiedliche Metalle enthalten sind. Blei(II)Azetat – ein Metalsalz – war sehr wahrscheinlich eine der “Rezepturen”, die man später erfand, um diesen “Stein der Weisen” künstlich herzustellen. Und es wurde spätestens seit 1478 in Europa allgemein verbreitet angewandt, um nicht nur “weise” zu werden, sondern auch, um mächtig zu werden gegenüber seinen Mitmenschen.
    Aufgrund der Anwendung in England bis 1485 ging aus dieser Praxis der Oberschicht dann auch die Krankheit “Englischer Schweiß” hervor, welche dann, laut Wikipedia, auch tendeziel immer wieder mal mit Pestausbrüchen zusammen auftrat. Hauptsächlich schien sich diese Krankheit aber nur im Ostseeraum und auf den britischen Inseln zu begrenzen. Was, wenn man über die Historie bescheid weiß, geografisch recht genau mit dem Auftreten des Protestantismus übereinstimmt, der wenig später in die Welt kam.

    Zitat:
    Ich persönlich würde versuchen alles „lockerer“ zu sehen.

    -> Ballern sie sich bitte eine ordentliche Dosis Crystal Meth ins Hirn, das mit Metallen versetzt wurde, und dann versuchen sie nochmal alles “locker” zu sehen, wenn ihnen ihr Gehirn immerzu signalisiert, das es da wichtige Reize gäbe, die sie natürlich nicht mehr ignorieren können, weil es nicht erst ihr Geist ist, der da ammock läuft, sondern schon ihre Gehirnfunktion.

    Abgesehen davon:
    Natürlich sehe ich heute alles lockerer, als früher. Der Unterschied zu früher ist nur, dass ich heute alles in vollem Bewusstsein über die Sache lockerer sehe. Früher hingegen kam die äußere “Lockerheit” (oder innerliche Verkrampftheit) daher, weil alles auch nur halb so genau bekannt war (Stichwort “Druchblick”) und man also auch viel weniger an Welt auszuhalten hatte.
    Wenn sie das verstehen, dann sind sie auf dem richtigen Weg.

    Wo man allerdings nie irgendwas “lockerer” sehen wird können, sind die unmittelbar eigenen Dinge: Wenn sie geschädtigt werden, würden sie dann auch “alles locker sehen”? Ein Kratzer am Auto, jemand trampelt auf ihren Rasen, schmeisst Müll auf ihrem Balkon/Garten, …ja genau, alles nicht so arg.
    Aber wenn ihnen jemand die Gesundheit kaputt macht, sieht die Sache doch gewiss anders aus, oder?

    Sie wissen auch, das ein “überdurchschnittlich diszipliniertes Leben” praktisch auch einer Pathologie zugrunde liegt (Zwangserkrankung)? Nur eben einer Pathologie, die gesellschaftlich hoch erwünscht ist, weil sie dann von Menschen mehr erhält, als bei den sogenannten “undisziplinierten” oder “faulen” Menschen.
    Wenn man so will (und muß), dann ist eine Vergiftung mti Metalsalzen also hocherwünscht, weil daraus eben ein Nutzen für die Gesellschaft oder auch für Dritte mit einen Geschäft, das auf diese behavioristischen Konstanten zugeschnitten ist, herrauskommt, und so einen Mehrwert für sich erhalten kann, nur, weil er die behavioristischen Konstanten aus solcher Vergiftung taktisch ausnutzt.

  198. @ Stephan Schleim

    Abgesehen davon dass ich schon der Meinung bin, dass der „Eigennutz bei der Ressourcenzuteilung“ nicht nur bei Menschen, sondern auch bei Tieren zur „psychischen Grundausstattung“ gehört, sehe ich es wie Sie.

    So weit ich weiß, werden Vogelkücken die bei der Fütterung zu wenig „gierig“ sind und mit ihrer Entwicklung zurückbleiben, von den Vogeleltern aus dem Nest geworfen.

    Andererseits bemühten sich eigentlich alle Religionen/Ideologien, relativ erfolgreich, aus Menschen bessere, sozial verträgliche Menschen zu machen. So wie Sie es sehen, auch von Mönchen, Einsiedler, Gurus bis zu den Menschen die sich mit erstaunlich wenig Besitz abfinden. Das karmische Prinzip wirkt bei den Religionen als „Verstärker“.

    Ich meine, es gibt eine Tendenz zu immer mehr „Gleichheit“ in der Gesellschaft. In dem Sinne dass der Anteil den die „Reichen“ an irgend einem Produkt für sich persönlich von den Konsumenten erlösen können, mit der Zahl der immer „weniger Reichen“ ebenfalls kleiner wird. Demnach die Zahl der früher „reichen Menschen“ (Drogeriebesitzer, Bauern, Händler….) immer kleiner wird, weil sie einfach vom Markt verdrängt werden, die wenigen „übrig bleibenden Unternehmer“ aber immer reicher werden.
    Letztlich profitiert der Konsument.
    Die am Ende übrigbleibenden „Superreichen“ fürchten ebenfalls ihren „Untergang“, so dass sie z.B. wie Schlecker (Drogerie), ihre Kinder im Knast besuchen müssen….

    Konflikte gab es immer, entweder interne Auseinandersetzungen oder eben Kriege. Atomkriege würden zu unserer Ausrottung führen. Interne Konflikte werden vermutlich durch systematische Überwachung verhindert.

    Ich meine, es ist mehr Realismus in der Beurteilung so mancher heikler Fragen eingekehrt, siehe Griechenland. Die provozierende „Schreibe der Medien“ (2015) hat die AfD groß gemacht. Ich habe gehört, dass manche Medien mit massiv einbrechende Abozahlen „kämpfen“ mussten.

  199. @Elektroniker (05.03.2020, 22:20 Uhr)

    @ Stephan Schleim
    Abgesehen davon dass ich schon der Meinung bin, dass der „Eigennutz bei der Ressourcenzuteilung“ nicht nur bei Menschen, sondern auch bei Tieren zur „psychischen Grundausstattung“ gehört, sehe ich es wie Sie.
    So weit ich weiß, werden Vogelkücken die bei der Fütterung zu wenig „gierig“ sind und mit ihrer Entwicklung zurückbleiben, von den Vogeleltern aus dem Nest geworfen.

    Ja, genau …
    Genau das sagt ja auch der “Vater” des Neoliberalismus, Friedrich Hayek (er hat das zwar nicht so gut formuliert wie Sie, aber im Prinzip will Hayek eben auch jene Menschen, die zu wenig „gierig“ sind, “aus dem Nest werfen”):

    „In den nächsten Jahren soll sich die Weltbevölkerung erneut verdoppeln. Für eine Welt, die auf egalitäre Ideen gegründet ist, ist das Problem der Überbevölkerung aber unlösbar. Wenn wir garantieren, dass jeder am Leben erhalten wird, der erst einmal geboren ist, werden wir sehr bald nicht mehr in der Lage sein, diese Versprechen zu erfüllen. Gegen die Überbevölkerung gibt es nur die eine Bremse, nämlich dass sich nur die Völker erhalten und vermehren, die sich auch selbst ernähren können.“ (Friedrich Hayek, Wirtschaftswoche vom 6. März 1981)

    […] Das sei – so Hayek – kein Sozialdarwinismus, sondern “bei mir geht es um einen gesellschaftlichen Evolutionsprozeß”. […]

    Quelle = https://www.linksnet.de/artikel/17635
    Bemerkungen zur Nähe von Neoliberalismus und Rechtsextremismus
    von Herbert Schui (08.11.2000)

    Zitat Elektroniker (“Ich meine, es gibt eine Tendenz zu immer mehr „Gleichheit“ in der Gesellschaft. In dem Sinne dass der Anteil den die „Reichen“ … mit der Zahl der immer „weniger Reichen“ ebenfalls kleiner wird.)

    Ja, genau … das sieht man ja zum Beispiel an der Entwicklung der Vermögensverteilung in Deutschland:
    Die ämere Hälfte der Bevölkerung besitzt sozusagen nix, und die Mittelschicht … naja, das ist letztendlich nur noch eine Frage der Zeit, bis “man” deren Vermögen an das obere 1 Prozent der Superreichen umverteilt hat – aber schauen Sie selbst (das sieht man doch richtig gut in der Grafik, dass wir in Deutschland quasi schon 50 Prozent Gleichheit – in IHREM a. a. Sinne – realisiert haben:

    https://www.youtube.com/watch?v=CFrn2JYAdJw
    Georg Schramm – “Aufschwung”

    Wobei “wir” – global betrachtet – im Prinzip sogar schon 99,99 Prozent Gleichheit – in IHREM a. a. Sinne – verwirklicht haben, wie das folgende Video zeigt:

    ://www.youtube.com/watch?v=IigtJDiHI_k
    Die globale Vermögensverteilung

    Ich vermute mal, dass sich da irgendwo ein Fehler eingeschlichen hat bei diesen blöden, komplizierten Formeln zur mathematischen Beschreibung von Ungleichheit …

    ://www.umverteilung.de/ent7828.htm
    Götz Kluge (München, 08.07.2007): Ungleichverteilungskoeffizienten lassen sich sowohl für Einkommensverteilungen als auch für Vermögensverteilungen berechnen.”

    Kurzum:
    Ich bin Ihnen wirklich un-end-lich dankbar dafür, dass Sie mittels leicht verständlicher (“schlichter”) Formulierungen uns allen hier erklärt haben, was Stephan Schleim – eigentlich (!) – meint und sagen wollte.

    Anscheinend hab ich massive Defizite bzgl. meiner Lesekompetenz,

    … denn ich persönlich hab dessen an die Gesellschaft adressierten Aufruf verstanden als grundlegende Kritik am Neoliberalismus (im Sinne von: der Neoliberalismus untergräbt das Grundgesetz und die Menschenrechte – gegen diese menschenfeidliche marktradikale Politik muss die Zivilgesellschaft massiv & entschieden Widerstand leisten).

    P.S.:

    „Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand. Denn jedermann ist überzeugt, dass er genug davon habe.“
    — René Descartes (31.03.1596 – 11.02.1650)

  200. @Elektroniker (05.03.2020, 22:20 Uhr)

    @ Stephan Schleim
    Abgesehen davon dass ich schon der Meinung bin, dass der „Eigennutz bei der Ressourcenzuteilung“ nicht nur bei Menschen, sondern auch bei Tieren zur „psychischen Grundausstattung“ gehört, sehe ich es wie Sie.
    So weit ich weiß, werden Vogelkücken die bei der Fütterung zu wenig „gierig“ sind und mit ihrer Entwicklung zurückbleiben, von den Vogeleltern aus dem Nest geworfen.

    Ja, genau … Genau das sagt ja auch der “Vater” des Neoliberalismus, Friedrich Hayek (er hat das zwar nicht so gut formuliert wie Sie, aber im Prinzip will Hayek eben auch jene Menschen, die zu wenig „gierig“ sind, “aus dem Nest werfen”):

    „In den nächsten Jahren soll sich die Weltbevölkerung erneut verdoppeln. Für eine Welt, die auf egalitäre Ideen gegründet ist, ist das Problem der Überbevölkerung aber unlösbar. Wenn wir garantieren, dass jeder am Leben erhalten wird, der erst einmal geboren ist, werden wir sehr bald nicht mehr in der Lage sein, diese Versprechen zu erfüllen. Gegen die Überbevölkerung gibt es nur die eine Bremse, nämlich dass sich nur die Völker erhalten und vermehren, die sich auch selbst ernähren können.“ (Friedrich Hayek, Wirtschaftswoche vom 6. März 1981)

    […] Das sei – so Hayek – kein Sozialdarwinismus, sondern “bei mir geht es um einen gesellschaftlichen Evolutionsprozeß”. […]

    Quelle = https://www.linksnet.de/artikel/17635
    Bemerkungen zur Nähe von Neoliberalismus und Rechtsextremismus

    von Herbert Schui (08.11.2000)

    Zitat Elektroniker (“Ich meine, es gibt eine Tendenz zu immer mehr „Gleichheit“ in der Gesellschaft. In dem Sinne dass der Anteil den die „Reichen“ … mit der Zahl der immer „weniger Reichen“ ebenfalls kleiner wird.)

    Ja, genau … das sieht man ja zum Beispiel an der Entwicklung der Vermögensverteilung in Deutschland:
    Die ämere Hälfte der Bevölkerung besitzt sozusagen nix, und die Mittelschicht … naja, das ist letztendlich nur noch eine Frage der Zeit, bis “man” deren Vermögen an das obere 1 Prozent der Superreichen umverteilt hat – aber schauen Sie selbst (das sieht man doch richtig gut in der Grafik, dass wir in Deutschland quasi schon 50 Prozent Gleichheit – in IHREM a. a. Sinne – realisiert haben:

    https://www.youtube.com/watch?v=CFrn2JYAdJw
    Georg Schramm – “Aufschwung”

    Wobei “wir” – global betrachtet – im Prinzip sogar schon 99,99 Prozent Gleichheit – in IHREM a. a. Sinne – verwirklicht haben, wie das folgende Video zeigt:

    ://www.youtube.com/watch?v=IigtJDiHI_k
    Die globale Vermögensverteilung

    Ich vermute mal, dass sich da irgendwo ein Fehler eingeschlichen hat bei diesen blöden, komplizierten Formeln zur mathematischen Beschreibung von Ungleichheit …

    ://www.umverteilung.de/ent7828.htm
    Götz Kluge (München, 08.07.2007): Ungleichverteilungskoeffizienten lassen sich sowohl für Einkommensverteilungen als auch für Vermögensverteilungen berechnen.”

    Kurzum:
    Ich bin Ihnen wirklich un-end-lich dankbar dafür, dass Sie mittels leicht verständlicher (“schlichter”) Formulierungen uns allen hier erklärt haben, was Stephan Schleim – eigentlich (!) – meint und sagen wollte.

    Anscheinend hab ich massive Defizite bzgl. meiner Lesekompetenz, …

    — Sarkasmus OFF —

    … denn ich persönlich hab dessen an die Gesellschaft adressierten Aufruf verstanden als grundlegende Kritik am Neoliberalismus (im Sinne von: der Neoliberalismus untergräbt das Grundgesetz und die Menschenrechte – gegen diese menschenfeidliche marktradikale Politik muss die Zivilgesellschaft massiv & entschieden Widerstand leisten).

    P.S.:

    „Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand. Denn jedermann ist überzeugt, dass er genug davon habe.“
    — René Descartes (31.03.1596 – 11.02.1650)

  201. @Elektroniker: Eigennutz vs Kooperation

    Wie man’s sieht: Wenn man sich die Versuche von z.B. Frans de Waal anschaut, dann spricht viel für die Anlage von Fairness und Kooperation im Tierreich.

  202. @Burger: Kommentare

    Nachdem Sie so freundlich waren, mir Tipps zu geben, wie ich die Leser besser erreichen kann, darf ich vielleicht anmerken, dass mich Ihre sehr langen und vielfach verschachtelten Kommentare nicht so sehr zum Lesen einladen.

    Heißt es nicht, in der Kürze liegt die Würze?

  203. Stephan Schleim (06.03.2020, 13:15 Uhr)

    dass mich Ihre sehr langen und vielfach verschachtelten Kommentare nicht so sehr zum Lesen einladen.
    Heißt es nicht, in der Kürze liegt die Würze?

    Yep – “in der Kürze liegt die Würze”.
    (Danke für die wohlwollende & gutgemeinte Retourkutsche *smile*)

    Ich werd mir den Artikel von Florian Rötzer ausdrucken & zur Mahnung derekt neben dem Computer platzieren *zwinker*
    https://www.heise.de/tp/features/Wer-laenger-schreibt-ist-frueher-tot-3399259.html

    Dto. eine “Ermahnung an mich selbst”:

    Nicht alles auf einmal
    https://hubertbaumann.com/2010/09/14/eine-interessante-weisheit

    Der Mullah, ein Prediger, kam in einen Saal, um zu sprechen. Der Saal war leer, bis auf einen jungen Stallmeister, der in der ersten Reihe saß. Der Mullah überlegte sich: „Soll ich sprechen oder es lieber bleiben lassen?“ Schließlich fragte er den Stallmeister: „Es ist niemand außer dir da, soll ich deiner Meinung nach sprechen oder nicht?“ Der Stallmeister antwortete: „Herr, ich bin ein einfacher Mann, davon verstehe ich nichts. Aber wenn ich in einen Stall komme und sehe, dass alle Pferde weggelaufen sind und nur ein einziges dageblieben ist, werde ich es trotzdem füttern.“
    Der Mullah nahm sich das zu Herzen und begann seine Predigt. Er sprach über zwei Stunden lang. Danach fühlte er sich sehr erleichtert und glücklich und wollte durch den Zuhörer bestätigt wissen, wie gut seine Rede war. Er fragte: „Wie hat dir meine Predigt gefallen?“
    Der Stallmeister antwortete: „Ich habe bereits gesagt, dass ich ein einfacher Mann bin und von so etwas nicht viel verstehe. Aber wenn ich in einen Stall komme und sehe, dass alle Pferde außer einem weggelaufen sind, werde ich es trotzdem füttern. Ich würde ihm aber nicht das ganze Futter geben, das für alle Pferde gedacht war.“

    Entnommen aus:
    Nossrat Peseschkian, Der Kaufmann und der Papagei; Fischer Verlag (Taschenbuch)

  204. @ Sandra Burger 6.03.2020, 11:43 Uhr

    Ich möchte mir keine Traumwelt zusammenzimmern, ich möchte soweit als möglich die Realität erkennen.

    Ich möchte mich auch nicht hinter Zitaten fremder Leute verstecken, ich habe meine eigene Meinung und das freut mich.

    Ich gehe davon aus, dass es den meisten Menschen bei uns gut geht, so gut wie eigentlich niemals zuvor. Ich kann mir auch vorstellen, dass sehr viele Menschen die ihren Besitz und das damit verbundene gesellschaftliche Ansehen verloren haben zwar relativ gut leben können, aber mit der Entwicklung nicht ganz zufrieden sind.

    Aber die Masse der “Besitzlosen” genießt es, wenn die Drogeriewaren billig geworden sind weil kein Besitzer einer Drogerie mehr mitnascht, die Milchprodukte billig sind weil sie nicht mehr von vielen Bauern unrationell erzeugt werden, sondern aus riesigen landwirtschaftlichen Betrieben von Computer gemolkenen Turbokühen erzeugt werden. Die Waren vom Diskonter billig sind weil die Verteillogistik optimal ist und der Kunde so gut wie überhaupt nicht nicht mehr zur Wahrung und Mehrung des Besitzes für die vielen kleinen “besitzenden” Händler von ehemals aufkommen muss.

    Die vielen kleinen „Reichen“ von früher (Händler, Grundbesitzer, ….) sterben aus, den „Besitzlosen“ hilft es, weil der Brotkorb viel niedriger hängt als früher.

    Die „Armen“ dürfen sogar in den Sozialmärkten exklusiv (die Porschefahrer sind definitiv ausgesperrt) Superschnäppchen erwerben….

    Weil aber die Masse der Konsumenten aus ökonomischen Gründen genau diese Entwicklung wünscht, wird es so weitergehen, wer verschenkt schon unnötig sein Geld?

    Am Ende besitzt eben absolut alles, sagen wir einmal, der Herr Wang.
    Seine Computer, seine Software, seine Spezialisten ….. werden alle Ressourcen der Welt bestens verwalten.

    Womöglich ist er auch noch „gläubiger Kommunist“.

    Allerdings erschießt er nicht einfach die Reichen, wie es neuerdings wieder in so manchen „Linken Kreisen“ angedacht wird, sondern seine Leistungen wirken überzeugend….

  205. @ Sandra Burger

    Mich würde Ihr Konzept zur künftigen Vermögensverteilung interessieren.

    Kommt es Ihnen darauf an, dass das Vermögen derjenigen die noch Vermögen haben sozusagen „gesetzlich geschützt“ bleibt. Auch dann wenn sie unfähig sind ihr Vermögen auch zum Nutzen der Gesellschaft zu verwenden? Wer zahlt, vermutlich der Steuerzahler?

    Wollen Sie Vermögende enteignen, z.B. Aldi, Lidl, Rossmann …. die Läden abknöpfen und bewirken, dass sich durch Ihnen künftig privilegierte „Besitzlose“ hinter die Kassa hocken und die Kunden abzocken dürfen?

    Oder reicht es Ihnen dass sich die derzeit „Besitzlosen“ Anteilszertifikate von Unternehmungen auf der Wohnzimmerwand eingerahmt aufhängen und Boni kassieren dürfen und die derzeitigen Besitzer weiterarbeiten dürfen. Letzteres hat Herr Riexinger, großzügig wie er nun einmal ist, angeregt. (Er will bekanntlich nicht dass die Reichen erschossen werden).

    Welche Privilegien sehen Sie für die „Besitzlosen“ vor, damit sie mit ihrem neuen Vermögen Kasse machen können ohne arbeiten zu müssen?

    Was wollen Sie, was schlagen Sie vor?

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  207. Zitat Elektroniker: „Aus psychologischen Gründen dürfte es praktisch unmöglich, sein das Problem der „gefühlten“ Armut zu lösen. Technisch erzeugter allgemeiner Wohlstand reicht nicht, obwohl ich eigentlich einmal daran geglaubt habe.

    Ich habe …. geglaubt“, dass die Technik unbegrenzt Wohlstand generieren könnte, damit alle Probleme in der Zukunft gelöst werden.

    Einer von der „Psychofraktion“ meinte, dies widerspräche der eigentlichen Natur des Menschen.
    Dies erklärte er mir recht drastisch. Es gibt den Eigennutz, wie viele Ressourcen auch zur Verfügung stehen. Es macht Menschen erst so richtig glücklich, wenn sie selber möglichst starken Zugriff auf die Ressourcen nehmen können und gleichzeitig die anderen diesen Zugriff nicht haben. Sozusagen die „Armut“ des Anderen, macht sie erst so richtig glücklich.

    Ganz brutal: Wenn einer mit dem Finger „schnippt“ und schon kommen 70 (weibliche) Schönheiten angerannt und betteln darum, sexuell zu Diensten sein zu dürfen. …..

    Dies ist den religiösen islamischen „Glaubensdesignern“ frühzeitig aufgefallen und die haben diesen psychologischen Sachverhalt geschickt in ihre Glaubenskonzepte eingebunden.“

    @ Schleim Zitat: „Mit Aussagen über “den Islam” sollte man aufpassen. Hätte es dort keine Hochkultur gegeben, die “unsere” antiken Quellen bewährte, dann wäre es so bei uns wohl auch nicht zu einer Renaissance und Aufklärung gegeben.“

    Ich habe die Vorgangsweise der islamischen „Glaubensdesigner“ nicht bewertet. Sie haben einfach die Dummheit sozial höchst bedenklicher Typen ausgenutzt um sich selbst aus dem Genpool zu kippen, damit die Gesellschaft „besser werden“ soll und die Betroffenen haben mit ihrem Handeln ihrer Gemeinschaft (einen Teil?) der „Aufzuchtleistungen“ zurück „gezahlt“.

    Es ist eine etwas kaltschnäuzig gesehene Realität.

  208. This is where psychologists should come in and facilitate a research into this issue. A majority of people have negative social experiences that propel them towards extremism. They should probably look at the effect of suppressing traumatic feelings.
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  209. @ Stephan Schleim
    05.03.2020, 11:43 Uhr

    @Elektroniker: Psychologie

    Sie bringen es auf den Punkt. Ich glaube aber nicht, dass diese Immer-mehr-Mentalität die menschliche Natur ist, denn dann dürfte es keine Mönche, Einsiedler, Gurus in den Bergen und so weiter geben;

    -> Einsiedler, welche sich der allgemeinen Geselleschaft entziehen, tun das aus ganz speziellen gründen. Diese entscheidung ist nicht aus “Idealen” entsprungen, sondern womöglich aus puren behavioristischen Zwängen oder weiser Vorhersehung von Folgen, wenn man dies nicht so tut. Es geht ihnen in der Einsamkeit einfach besser oder sie leben länger.

    Das Mönchsleben hat so seine Besonderheiten, die man allgemein so nicht bewusst werden wollte.

    Sier haben es dann ja im Kommentar angesprochen: Die Chancen sind ungleich. Daraufhin ist man früh gezwungen, Schlüsse draus zu ziehen. Inder und Mönche (und Einsidler) tun das, aber nicht, weil sie etwa nicht so einen Trieb haben, der ihnen Besitz etwa verlockend vrkommen lässt, sondern weil sie sich darüber bewusst werden, dass sie es nie schaffen werden.

    Das ist die Lüge der Moderne, das es wirtschaftlich und strukturel gar nie sein darf, dass sich tatsächlich alle Besitz leisten dürften können. Denn dann kommt man in die Lage, das die Bemühungen der Menschen, um Besitz zu erwerben, aufhören, was eine katastrophe für das Wirtschaftssystem ist. Denn die modernen Wirtschaftsysteme sehen keine solche Verringerung der Produktivität vor.
    Unter anderem sind dann auch die Kosten des Unterhalts von Besitz (Versicherungen, Gesetzgebungen an Luftreinheit und Abgas bei Fahrzeugen und Wohnungsheizungen, ..Besteuerung von Besitz..usw) immer höher geworden, damit da keine Leistungslücke entstehen kann.

    Mit Nichts als Besitz hat man all das nicht und muß auch nicht seine Arbeitskraft verkaufen oder eigenverantwortlich nutzbringend aufwenden.

    Aber man hat auch andere Dinge und Lebensinhalte nicht. Oft ist es ja die Rechtfertigung, dass man sich um nichts sorgen müsse, wenn man nichts besitzt. Ich bin nicht sicher, ob das tatsächlich so eintritt. Sorgenfrei wird man eigendlich nie im Leben sein können. Denn dann können andere Sorgen anstatt der Sorge um Haus und Hof im Vordergrung stehen. Und sie werden sich dorthin herraufschleichen, diese Sorgen.
    Aber es hilft offenbar, wenn man mit solchen monetären oder Besitzsorgen, nicht ständig beschäftigt wird und andere Dinge im Leben “erkennen” oder erfahren kann. Besitz ist mit dauernder/immer wiederkehrender ideeller “Aneignung” verbunden. Das kann nervig und anstrengend sein, weil Besitz eben auch Verantwortung ist – mehr oder weniger. Man merkt dann irgendwann, wie Besitz einen selbst “in Besitz” nimmt.

    Und gerade merke ich, wie ich ihre These mit Argumenten untermauere.
    Aber das ist der prozess, den ich meinte, den man frpher oder später anerkennen muß, das man selbst in Konkurenz nicht bestehen kann.
    Und aus der Szenerie herraus war es früher gute Tradition, sich dem vollkommen zu entziehen (Mönch werden, Eremit, Einseidler, indische Seins- anstatt “Habens”-Philosphie.

    Und ich rede hier ja nicht nur aufs Blaue hinaus, wenn ich davon rede, das wir manipuliert werden – mit Metallen und Nervengiften, die uns mehr “unruhe” und zynisch ausgedrückt: “Motivation” einbringen/verschaffen. Die psychische Störung ist da nur die extreme Auswirkung davon, wenn man zuviel und falsch “enhanced” wird. Schizophrenie since 1880 etwa, als die ersten Nervenkliniken entstanden. Und als es möglich und üblich wurde, Menschen mit Metallionen und synthetischen Nervengiften zu vergiften (industrielle Revolution und so).

    Was anzunehmen ist, ist, das man mit zuviel Metall im Hirn kaum mehr das Einsiedlerleben oder das Mönchsleben (was ja eh ein früher Entscheidungsweg sei heutzutage) ertragen wird können. Man ist dann zu sehr in den Geist eingebunden, aber mit den falschen Eingangsbedingungen (weil man erst das andere Leben gelernt hat). Vielleicht hat es auch damit zu tun, wieso Yoga und Meditationstechniken inzwischen überall als allheilmittel und Lösung für (fast) alles angepriesen wird. Weil die Menschen wissen, das darin eine Lösung liegen kann. Aber ob man es damit tatsächlich auch schaffen kann, das werden wir nicht erfahren, weil es keine Doku über Scheiternde am Yoga/Meditation gibt. Sondern nur die Spaß- und Hip-Fraktion, die eben schön und erfolgreich/zufrieden genug aussieht, um sie auf Film zu brennen.

    Und Scheiternde sind nicht fotogen genug…geschweige denn, das irgednwer vom Scheitern überhaupt erfährt. Wer gescheitert ist, mit dem ist die Welt eben fertig. Nach ihnen die Sintflut…ist ein mehrflügeliger Spruch, den niemand wirklich in seiner Bandbreite versteht, aber alle so unausgesprochen praktizieren, die dem Wachstumsmythos affektiv nacheifern.

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