Razzia im Techno-Club: Was ist hier eigentlich die Straftat?

Warum die Drogenpolitik voller Widersprüche ist und was ein besserer Umgang wäre

Der öffentlich-rechtliche Nachrichtensender BR24 begleitete in seiner Sendung “Die Story: Kontrovers” vor Kurzem die Spezialkräfte des Unterstützungskommandos (USK) der bayerischen Polizei beim Training und bei zwei Einsätzen. Das allein auf YouTube rund 900.000-mal aufgerufene Video zeigt insbesondere die nächtliche Razzia eines Techno-Clubs.

“Sie kommen dann, wenn es für Streifenpolizisten zu gefährlich wird”, leitet die Sprecherin gleich am Anfang die Dokumentation ein. Dazu martialische Musik – und Kampfschreie. Letztere stammen allerdings nicht von Kriminellen, sondern von Polizisten, die sich für eine Übung auf dem Polizeigelände es USK in Dachau als Hooligans vermummt haben. Das erfährt man erst im späteren Verlauf der Sendung.

Die Aufmerksamkeit der Zuschauerinnen und Zuschauer dürfte jedenfalls nach den ersten 20 Sekunden gebannt sein. Doch die Bilanz an Straftaten wird am Ende der Sendung eher ernüchternd ausfallen. Das gilt insbesondere dann, wenn man Vergehen abzieht, zu denen es ohne die Polizeieinsätze erst gar nicht gekommen wäre.

Razzia im Techno-Club

“Bereit zum Einsatz. Ab jetzt zählt jede Sekunde”, erfährt man zwei Minuten später. Rund 100 Polizeibeamte teilen sich in zwei Gruppen auf, um “eine für Drogenmissbrauch bekannte Diskothek” nach Mitternacht zu stürmen. Die eine Hälfte zum Haupteingang, die andere durch den Keller, wo eine Tür aufgebrochen werden muss. Wer schließt schon seine Kellertür ab? “Hände nach oben! Hände aus den Taschen!”, rufen die Polizisten gleich am Anfang und dann immer wieder während der Razzia. Mobiltelefone dürfen nicht verwendet und müssen ausgeschaltet werden.

Wer sich in dem Club aufhielt oder auch nur auf dessen Gelände, muss stundenlange polizeiliche Maßnahmen über sich ergehen lassen: Warten, Identitätsfeststellung, Durchsuchung. Die Polizei kann nicht alle gleichzeitig abfertigen. “Niemand darf sich mehr bewegen oder in irgendwelche Taschen greifen”, erklärt das BR-Team. Ein Polizist hält Gäste dazu an, ihre Hände zu falten.

Ein Mann erklärt, er sei nicht einmal im Club gewesen. “Falschen Tag erwischt. Tut mir leid”, entgegnet ein Polizist. Ein anderer gibt an, nur zum Tanzen gekommen zu sein. Jetzt müsse man warten. Ein Mann, der verdächtigt wird, auf der Toilette Drogen verkauft zu haben, wird vor laufender Kamera gefesselt. Praktischerweise kleben die Polizisten den Gästen Identifikationscodes auf, zum Beispiel: “P-10-01”.

Die Bilanz: “Die USKler finden fast alles an Drogen: Koks, Ecstasy, Gras und Pillen, die sie nicht zuordnen können.” Nach fünf Stunden ist der Einsatz beendet. “Die Polizei war erfolgreich. Bei 25 Clubbesuchern haben sie illegale Substanzen gefunden”, schlussfolgert das BR-Team.

Illegale Substanzen

Wie wird eine Substanz eigentlich illegal? Ganz einfach: indem Behörden sie auf eine Liste illegaler Substanzen setzen. Auch die Grenze zwischen Medikamenten und Drogen ist willkürlich und gibt es in manchen Sprachen gar nicht.

Vergessen wir nicht, dass bis ins 19. Jahrhundert noch die Staaten die größten Drogendealer waren: Unter anderem Preußen, England und Frankreich verdienten sehr gut am Opiumhandel. Die beiden letztgenannten Kolonialmächte zwangen China sogar mit Krieg dazu, sein Verbot des finanziell lukrativen Rauschmittels aufzuheben. Das Elend opiumabhängiger Chinesen interessierte die Westmächte nicht.

Im 20. Jahrhundert wendete sich dann das Blatt: Vor allem in den Vereinigten Staaten von Amerika widersprach der Kontrollverlust unter Einfluss psychoaktiver Substanzen den herrschenden Moralvorstellungen. Über völkerrechtliche Verträge setzte man diese Normen ab 1912 auch international durch.

Dabei spielten rassistische Motive ebenfalls eine Rolle. Beispielsweise wollte man in den USA die chinesischen Gastarbeiter, die dort das Eisenbahnnetz aufgebaut hatten, wieder aus dem Land haben. Weil sich das rechtlich nicht durchsetzen ließ, verbot man stattdessen das bei ihnen beliebte Opium. Dadurch wurden viele von ihnen zu Kriminellen abgestempelt, gegen die man strafrechtlich vorgehen konnte.

Mit Drogenpolitik wurde also Sozial- und Migrationspolitik gemacht. Auch die bei anderen Randgruppen – Afroamerikanern, Latinos, später ebenso Hippies – beliebten Substanzen wie Cannabis, Kokain oder LSD verbot man schließlich.

Um dies in der Bevölkerung durchzusetzen, lancierten staatliche Akteure Dämonisierungskampagnen. Beispielsweise wurde die damals in den USA gängige Bezeichnung “Hanf” (engl. hemp) für Cannabisprodukte in den 1930ern durch das lateinamerikanische Fremdwort “Marihuana” ersetzt. So ließ sich die Substanz besser als Teufelszeug darstellen, als man das gescheiterte Alkoholverbot aufgab und die Drogenpolizei neue Einsatzgebiete suchte.

Als “Höllenkraut” im wörtlichen Sinne verteufelte dieses Beispiel der Anti-Drogen-Kampagne in den USA der 1930er Cannabisprodukte. “Bizarre Orgien, wilde Partys, entfesselte Leidenschaft” wollte man der amerikanischen Öffentlichkeit nicht zumuten. (Abbildung aus Mike Jay, 2010, High Society: Mind-Altering Drugs in History and Culture. Thames & Hudson.)

1961 kam es über die Vereinten Nationen schließlich zum Einheitsabkommen über die Betäubungsmittel. Dieses verpflichtete die Mitgliedsstaaten zum Verbot von Opiaten, Kokain- und Cannabisprodukten. Die Liste verbotener Substanzen wird seitdem regelmäßig ergänzt.

Somit wissen wir also, warum in jener Nacht in Bayern die Besucherinnen und Besucher eines Techno-Clubs nicht tanzen konnten und stattdessen stundenlang Zwangsmaßnahmen über sich ergehen lassen mussten: Weil die USA bestimmte Substanzen im frühen 20. Jahrhundert dämonisierten und ihre Verbotspolitik in den Jahrzehnten danach international durchsetzten.

Irrationale Unterscheidungen

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die die Wirkungsweise psychoaktiver Substanzen erforschen, kritisieren diese Drogenpolitik seit langem als irrational. Laut dem Independent Scientific Committee on Drugs unter Führung von David Nutt, Professor für Neuropharmakologie in London, sind beispielsweise Crack, Heroin, Crystal Meth und Alkohol gefährlicher als das in der BR-Sendung erwähnte Kokain. Dichtauf liegt Amphetamin (“Speed”), das Psychiater – auch in Deutschland – immerhin Kindern(!) mit Aufmerksamkeitsproblemen verschreiben.

Weit abgeschlagen auf der Liste der Forscher folgen Cannabis und Ecstasy. Da ich selbst mit Medikamenten und Drogen sehr vorsichtig bin (Ausnahmen: Alkohol und Koffein), erschließt sich mir die Wirkung von Letzterem, einem Amphetaminderivat, nur aus dritter Hand: Wissenschaftliche Studien und Aussagen von Konsumenten versichern mir aber, dass die Substanz zu einem wohligen Körpergefühl führt, zur intensiveren Erfahrung von Berührungen und Musik, zum Abbau von Hemmungen sowie zu einem höheren Kontaktbedürfnis und Empathie. Man fühle sich mit anderen verbunden.

Worin genau soll die Straftat bestehen? Warum muss ein demokratischer Rechtsstaat hier zu seinem schwersten Mittel greifen? Einem Verbot, das zu Polizeimaßnahmen, Geld- und Freiheitsstrafen führen kann.

Doppelte Stigmatisierung

“Zum Gesundheitsschutz!”, werden hier manche erwidern. Dann ist es aber zumindest einmal ein schwer zu erklärendes Phänomen, dass ausgerechnet Bayern mit seinem harten Durchgreifen konsistent mit die meisten Drogentoten von Deutschland hat – und, wie auch die Faktenfüchse des Bayerischen Rundfunks bestätigen, mehr Drogentote als die liberaleren Niederlande.

“Die Substanzen können aber psychische Störungen und insbesondere Psychosen auslösen!”, lautet die nächste Verteidigungslinie der Drogengegner. Psychosen – zum Beispiel Paranoia, Wahnvorstellungen, Halluzinationen, Stimmenhören – kann man aber auch ohne Substanzkonsum haben. Korrelation ist eben, wie so oft, nicht gleich Kausalität.

In welche Richtung hier der Ursache-Wirkung-Pfeil zeigt, ist bis heute noch gar nicht klar. Vielmehr scheint es so zu sein, dass Menschen, die ohnehin anfälliger für psychische Probleme sind, eher zu Drogen greifen. Zum Teil sind es schlicht Bewältigungsstrategien für die Härten im Leben, zum Teil handelt es sich um Selbstmedikation.

Beispielsweise sind Ängstlichkeit und Einsamkeit typische Merkmale psychischer Störungen wie Angststörungen oder Depressionen. Nicht jeder will deswegen zum Psychologen oder Psychiater rennen, wo man einen diagnostischen Stempel aufgedrückt bekommt, der sich zudem bei der beruflichen Laufbahn, beim Abschließen bestimmter Versicherungen oder Hypotheken negativ auswirken kann. Ecstasy wirkt beispielsweise über das Serotoninsystem im Gehirn, wie auch millionenfach verschriebene Antidepressiva.

Der bereits erwähnte Pharmakologe und Drogenexperte David Nutt verglich einmal in einer wissenschaftlichen Fachzeitschrift die Risiken von Ecstasy-Konsum mit denen des Reitsports. Demnach führt das Reiten ungefähr alle 350 Vorkommnisse zu einem unerwünschten Ergebnis, die Droge aber nur alle 10.000 Vorkommnisse. Die britische Öffentlichkeit dankte ihm diesen Vergleich nicht und Nutt musste den Vorsitz eines Drogenberatergremiums aufgeben.

Im Endergebnis sind Traumata, schwere Lebensereignisse, Stress und soziale Ausgrenzung gleichermaßen Risikofaktoren für psychische Störungen und Drogenkonsum. Dazu kommen eine leichte genetische Veranlagung, die Verfügbarkeit von Substanzen sowie Vorbilder im eigenen Umfeld.

Was genau hiervon soll nun eine Strafe verdienen? Vielmehr droht eine doppelte Stigmatisierung, dass der Staat, dass Polizei, Staatsanwaltschaften und Gerichte Bürgerinnen und Bürger, die es ohnehin schon schwerer haben als andere, weiter aus der Gesellschaft ausgrenzen.

Und wo wir über Traumata sprachen: Die Dämonisierung hat auch wissenschaftliche Forschung zu therapeutischen Anwendungen psychedelischer Substanzen wie Ayahuasca, LSD oder Psilocybin behindert. Auch das lässt sich nicht mit angeblichem Gesundheitsschutz vereinbaren. Der neue Hype ist nun das “microdosing” solcher Substanzen, was ich in meinem Bericht über Gehirndoping aufgegriffen habe.

Lösungen

Vergessen wir nicht, dass der Status quo trotz und in Teilen wahrscheinlich sogar wegen der Verbotspolitik zustande kam: Wenn Drogenkonsum stigmatisiert ist, gibt es weniger Hilfsangebote und nehmen sie diejenigen, die sie nötig haben, seltener wahr. In einem Notfall wird eher kein oder später ein Notruf unternommen, weil der Besitz der konsumierten Substanz ja eine Straftat darstellt.

Man kann natürlich weiterhin Bürgerinnen und Bürgern, die sich treffen, um gemeinsam Spaß zu haben, Repressionen aussetzen. In vielen europäischen Großstädten sind trotzdem Drogen so einfach zu beziehen wie eine Pizza beim Lieferservice. Dieser Konsum birgt eigene Risiken, da die Substanzen aus unkontrollierten Quellen stammen, unterschiedlich dosiert oder verunreinigt sein können. Wo bleibt hier der Gesundheitsschutz?

Man kann kritisieren und bekämpfen, dass kriminelle Banden beispielsweise tonnenweise Kokain über den Rotterdamer Hafen nach Europa importieren oder in Drogenlaboren in Osteuropa oder dem Süden der Niederlande massenweise synthetische Drogen wie Ecstasy oder Crystal Meth herstellen – dass die Mittel gekauft werden, beweist aber auch eine große Nachfrage in der Bevölkerung.

Die meisten Menschen können damit – ebenso wie mit Alkohol – gut umgehen. Den wirklichen Problemfällen wäre mit Prävention und Hilfsangeboten besser geholfen. Was so ein mehrstündiger Nachteinsatz einer Spezialeinheit der Polizei mit 100 Beamten stattdessen den Steuerzahler kostet, verrät uns die Dokumentation des Bayerischen Rundfunks leider nicht.

Polizeiarbeit

Die Polizisten werden zum Beispiel freundschaftlich als Max und Leon vorgestellt. Max rutscht einmal das Wort “Gift” heraus, bevor er korrigiert: “Betäubungsmittel”. Der Alkohol, den er wahrscheinlich auf einem der vielen bayerischen Volksfeste konsumiert, ist übrigens ein viel stärkeres Zellgift als viele der verbotenen Substanzen. Er wirkt im Gehirn – in geringen Mengen – vor allem über das GABA-System, in größeren über das Glutamat-System. So richtig hat man es noch nicht verstanden.

Was wäre das wohl für eine Welt, in der die Polizisten mit ihrem Hellen oder Weißbier an der einen Seite des Tisches säßen und ein paar Techno-Liebhaber mit Ecstasy auf der anderen – und am Ende gäbe man sich die Hände und ginge in Frieden nachhause, anstatt ewig dieses Räuber-und-Gendarme-Spiel zu spielen. Übrigens wäre die Wahrscheinlichkeit höher, dass an der Alkohol-Seite des Tisches die Fäuste fliegen, als an der Ecstasy-Seite. Das gilt ebenso für Cannabisprodukte.

Vergessen wir auch nicht, dass die Polizei nur wenige Jahrzehnte vorher auf Partys Razzien durchführte, wo sie Homosexuelle vermutete. In Parks oder Bahnhofstoiletten setzte sie mitunter sogar Lockvögel ein, um die Gesellschaft vor dieser “Bedrohung” zu schützen. Ich gehe davon aus, dass wir uns einmal sehr ähnlich über die strafrechtliche Verfolgung von Drogenkonsumenten wundern werden.

Vom gesellschaftlich finanzierten öffentlich-rechtlichen Rundfunk würde man sich etwas mehr Neutralität wünschen, anstatt die eigenen Vorurteile gegen Drogenkonsum in eine Dokumentation zu gießen. Das gilt umso mehr für eine Sendung mit dem Namen “Die Story: Kontrovers”. Inwiefern die vom Bayerischen Rundfunk dokumentierte Polizeiarbeit nun “zu gefährlich für Streifenpolizisten” war, erschließt sich mir jedenfalls nicht.

Das gilt im Prinzip auch für die in der zweiten Hälfte dargestellten, angeblich gewaltbereiten Fußballfans des VFB Stuttgart, die zu einem Spiel gegen den FC Bayern München in die Landeshauptstadt an der Isar kamen. Deren Busse wurden schon auf der Autobahn abgefangen und dann mit Blaulicht zum Stadion eskortiert.

Einer der Fans äußerte sich etwas aggressiv gegenüber der Journalistin, dass er nicht gefilmt werden wolle. Dass er ihr gegenüber die Polizeibeamten als “Affen” bezeichnete, brachte ihm eine Anzeige wegen Beamtenbeleidigung ein. Ein anderer Fan soll eine Zigarettenkippe in Richtung eines Polizisten geschnippt haben – er wurde festgenommen.

Nun sollte man allgemein Menschen weder beleidigen, noch Zigarettenkippen auf sie schnippen. Polizeibeamte repräsentieren zudem die rechtsstaatliche Ordnung, die unsere Grund- und Freiheitsrechte sichert. In Kampfausrüstung mit Bewaffnung und mehreren Schutzlagen aufzutreten und dann auf kleine Provokationen mit maximaler Härte zu reagieren, wirkt auf mich aber nicht gerade souverän.

Hinweis: Dieser Beitrag erscheint vielleicht auch auf Telepolis. Titelgrafik: 453169 auf Pixabay.

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88 Kommentare

  1. Mal ein Plädoyer für den Polizeibeamten.
    Der kann sich nicht aussuchen, wo er eingesetzt wird. Der muss sich Beleidigungen gefallen lassen, wenn sie unterschwellig gemacht werden. Viele Polizeibeamte haben burnout und werden in den Innendienst versetzt.

    Soll das jetzt hier ein Plädoyer für Drogen werden, Bier eingeschlossen.
    In einer Kulturnation sollten Rauschmittel geächtet werden .
    Wer kontrolliert gehört, das sind die Werbeagenturen zusammen mit den Medien.

  2. @fauv: Kulturnation

    Es wäre doch schön, wenn niemand beleidigt würde! Polizeibeamte führen natürlich erst einmal Aufträge aus. Mit ihrem Auftreten können sie aber beeinflussen, mit welcher Wahrscheinlichkeit es zu einer Eskalation kommt.

    Ich finde diese Razzia, bei der sich unbescholtene Bürger stundenlang nicht bewegen dürfen und mit gefalteten Händen und aufgeklebten Nummern herumstehen müssen, entwürdigend.

    Und zur Kulturnation: Umgekehrt wird wohl ein Schuh daraus. Europa verbindet eine mindestens 2.500 Jahre lang nachweisbare Trinkkultur, archäologisch gesehen wohl schon Jahrtausende länger.

    Manche Wissenschaftler vertreten sogar die Ansicht, dass der Konsum psychoaktiver Substanzen eine Kulturleistung ist, die uns evolutionär von Vorteil war.

    P.S. Ich bin kein Alkohol-Lobbyist. Gegen eine stärkere Regulierung der Werbung hätte ich nichts einzuwenden. Im Gegenteil. Aber die Entscheidung liegt nicht an mir. In Kürze dazu mehr.

  3. Stephan Schleim,
    wir haben Polizei in der Verwandtschaft und damit auch etwas Einblick.
    Also am Tage treten die Streifenpolizisten zivilisiert auf und wenn Spannungen auftreten, dann von Seiten einiger Proleten, die provozieren . An dieser Stelle geht der Schwarze Peter an die Politik, die nicht genügend Gefängnisse bereit stellen.
    Die Polizei darf die nicht verhaften, weil kein Raum bereit steht.
    In der Nacht treffen diese Beamten, die Schichtdienst machen, auf eine andere Klientel, Betrunkene, Kleinkriminelle aber auch auf Kriminelle.
    Wie sollen sie sich jetzt verhalten ? Zivilisiert, dann werden sie ausgelacht.
    Die müssen jetzt stringent auftreten, wenn sie überhaupt ernst genommen werden wollen. Dass es dabei zu unschönen Szenen kommt, das bedauern die Beamten genau so wie unbescholtene Bürger.

  4. @fauv: Durcheinander

    Mit Verlaub, was für ein Durcheinander an Gedanken! Ich habe privat übrigens auch schon einige Polizeibeamte kennengelernt, sogar in der bayerischen Drogenfahndung.

    Erst einmal ist “Provokation” kein Straftatbestand. Ich bin für den Rechtsstaat – und nicht für Polizeiwillkür. Ihre Schwarzweißmalerei ist wenig konstruktiv. Und was genau lösen bitteschön Gefängnisse? Wollen Sie etwa Zustände wie in den USA?

    Sie diskutieren hier völlig am Thema vorbei: Um was für einen Straftatbestand es überhaupt gehen soll. Jemand, der psychoaktive Substanzen für den Eigenbedarf mit sich führt, schadet sonst niemandem in der Gesellschaft und oft noch nicht einmal sich selbst; jemand, der so einen Menschen dafür ins Gefängnis steckt, mitunter schon.

  5. Zu Herr Schleim
    “Konsum psychoaktiver Pflanzen eine Kulturleistung ist…”
    Dann haben ja auch Tiere wie Affen oder Elefanten kulturelle Höhepunkte. Ich denke hier an einen Film über das Okawango Delta wo sich Affen und Elefanten an überreifen Früchten berauschten und danach durch die Savanne torkelten. Der “evolutionäre” Vorteil besteht dann darin dass Löwen nur auf solche Besoffenen warten um sie auf ihrer Speiseliste an erster Stelle zu setzen. Ansonsten sind mir die Psychiater/Psychologen die solche “hilfreichen” Drogen verschreiben sehr befremdlich denn sie wissen eigentlich nicht wie oder warum so etwas wie Ängste, Einsamkeit etc. entstehen ,sind also in meinen Augen inkompentent . Mit Drogen können sie diese Gefühle nicht beseitigen , lediglich betäuben. Und der Grund von Einsamkeit ist zum Bsp. das Grundgefühl von Trauer-.und da müssen sie die Ursachen suchen und die Leute nicht mit Drogen zuschütten, was mich daran erinnert dass diese viele dieser Leute keine Ahnung haben ,aber es in ihrer Einfalt glauben da sie ja studiert haben. Und bei ihrer Polizeiproblematik sollten sie wahrscheinlich daran denken dass nicht die Polizei die Ursachen schafft sondern Kartelle und Händler die damit Geld verdienen. Ohne Polizei würde das wohl alles in Anarchie enden.

  6. Drogenkonsum bei der Münchner Polizei

    Schauen Sie, in München lassen sich Polizeibeamte ihr Koks sogar ins Revier liefern. Und bewerben sich dann für die Drogenfahndung. Kein Witz.

    Hier würde ich schon sagen, dass, erstens, wer seinen Dienst nüchtern nicht mehr schafft, besser über einen Stellen- oder Berufswechsel nachdenken sollte; und zweitens geht natürlich eine Gefahr davon aus, wenn Polizeibeamte erpressbar werden. Das ist ungünstig, im Extremfall sogar staatsgefährdend.

  7. Aussichtsloser Kampf

    Und hier räumt sogar ein langjähriger Münchner Drogenfahnder in führender Position ein, dass der “Kampf” gegen die Drogen eigentlich nicht zu gewinnen ist.

    Zu Ecstasy heißt es dann:

    “Die Ecstasy-Pillen sind mittlerweile so stark, dass sie geviertelt werden müssen”. Immer häufiger müssen Partygäste bei Veranstaltungen medizinisch versorgt werden, weil es sie wegen zu starker Pillen oder Badesalzen weghaut.

    Das ist ja nun gerade wieder eine Folge der Kriminalisierung und Verbotspolitik! Könnten sich Interessierte die Substanzen z.B. in der Apotheke kaufen, gäbe es das Problem mit der verkehrten Dosierung oder verunreinigten Mitteln nicht – und würde die Öffentlichkeit sogar noch von Steuereinnahmen profitieren.

    Ich kenne mich aus eigener Erfahrung nicht in dieser Szene aus. Aber ich gewinne doch den Eindruck, dass die meisten Leute in diesen Clubs Substanzen konsumieren, ohne dass das zu Problemen führt. Die Clubbetreiber wollen da doch auch keine Probleme. Ein Problem macht die Justiz daraus.

    (Und damit streite ich nicht ab, dass es eine Minderheit gibt, die damit nicht umgehen kann; das haben wir beim Alkohol aber auch schon. Denen sollte man Hilfe anbieten und sie nicht ins Gefängnis stecken.)

  8. @Golzower: Drogenkriminalität

    Sehr komisch, dass Kulturen, in denen psychoaktiver Substanzkonsum kulturell verankert ist, in der Regel keine Drogenkriminalität und auch keine Drogenmafia haben.

  9. @Golzower: psychische Probleme

    Aha. Kein klinischer Psychologe, kein Psychiater auf der Welt kann sagen, was “die” Ursachen psychischer Störungen sind; doch ein Golzower, der weiß es.

    Da bin ich jetzt aber gespannt! Und vor allem darauf, wie sich deren Probleme ohne Substanzen nicht nur bewältigen, sondern nachhaltig lösen lassen.

    Übrigens habe ich in meinem Leben wohl schon 4.000+ Psychologinnen und Psychologen universitär ausgebildet. Irgendwie scheinen die Probleme aber immer nur größer zu werden.

  10. Es gibt viele Menschen die garkeine Substanzen konsumieren. Also auch nicht jene, die erlaub sind. Diese Menschen psychosozial zu analysieren wäre ein guter Ansatz, wenn das Ziel wäre, herauszufinden unter welchen Umständen der Konsum vermeiden werden kann und ob diese Umstände überhaupt für jeden realistisch sind.

    Die Kriminalisierung mag durchaus ihre Forteile haben:
    Die Polizei hat dadurch mehr Möglichkeiten für einen ”Zugriff, weil Gefahr im Verzug” (persönlichkeitsrechte fallen dadurch weg z.B Schutz der Wohnung, da bei Gefahr im Verzug kein Durchsuchungsbefehl nötig ist). Die Drogendealer bekommen mehr Geld durch die Kriminalisierung, da sie nicht mit großen Monokonzernen konkurieren müssen. Kriminalisiere Waren sind dadurch eine Marktlücke. Auserdem können Drogenclans die Polizei systematisch für ihre Zwecke nutzen indem sie dieser anonym Hinweiße zukommen lässt, wo ihre Konkurenz gerate tätig ist. Die Polizei muss diesen Hinweisen folge leisten und nimmt die Konkurenz der Dealer dann fest, so das die Mafia nicht mehr selbst die Drecksarbeit übernehmen muss. Das ist eine gängige Methode in dem Geschäft und wird kaum von Medien erwähnt, weil es die Justiz an die Wand stellen würde.

    Die Politik macht das übrigents genau so. Die Kriminalisierung von Cannabis führt zu einem Lenkeffekt hin zu anderen Substanzen wie z.B Alkohol. Das der Konsum von Alkohol in Deutschland so viel höher ist als bei unseren direkten Nachbarn ist politisch gewollt.

    Ich bin kein Fan von einer komerziellen Legalisierung von Cannabis, weil es nur eine ganz kleine Gruppe ist, die eine solche fordert. Die Mehrheit der Konsumenten wollen Eigenanbau, Sozialclubs, Straffreiheit. Die Entkriminaisierung wird immer weiter verschleppt, damit der Druck für eine Legalisierung komerzieller Art nicht verschwindet. Besondert diejenigen, die in der Abwegung eher von Konsum profitieren schreien besonderst laut nach einer Legalisierung. Die Politik bietet den Menschen nur zwei extreme Lösungen an. A) Kriminalisierung und den damit verbundenen rechtsfreien Raum oder B) eine komerzielle Legalisierung. Wenn den Menschen nur zwei Extreme angeboten wird, dann ist es nur eine Frage der Zeit bis sich diese für eins der beiden Extreme entscheinden.

    Wer auch immer das hier liest. Für den Fall das sie selber keine ”Drogen” (also Alkohol e.t.c) konsumieren und dennoch nach weiterer Kriminalisierung rufen, fragen sie sich mal ganz ehrlich warum sie selber keine Drogen nehmen… Ist das weil diese Dinge kriminalisiert werden? Oder ist es eher so das sie eine relativ befriedigende Lebensqualität haben und sich diese nicht unnötig durch selbst oder fremdschädigenden Verhalten riskieren wollen?. Die Kriminalisierung verhinder den Konsum nicht. Sie ist nur ein Mittel der Marginalisierung von ihren Mitmenschen. Wären sie Verfassungstreu und würden den aus dem Grundgesetzt ausgehenden gesamtgesellschaftlichen Schutzauftrag ernst nehmen, hätten sie kein Interesse daran das ihre Mitmenschen an dem Ausleben ihrer Rechte behindert werden.

    Wer heute noch glaub die Kriminalisierung wäre gut, der ist wirklich naiv und versteht nicht wie massiv der Schaden (für uns alle) dadurch ist. Jeder Krankenkassenzahler und jeder Steuerzahler muss verstehen wir gefährlich es ist, diese Märkte weiterhin illegal zu halten. Bis heute gibt es viele Menschen die trotz Tabak und Alkoholkonsum glauben sie wären eine Drogenjungfrau. Der eigene Drogenkonsum wird sich einfach mit ”wordingtricks” wegdeffiniert wärend mit dem Finger auf andere gezeigt werden.

    Junge Menschen nehmen sämtliche Warnungen im Bezug auf Substanzen wie Cannabis kaum noch ernst, weil diese durch das jahrelange einseitige Aufklären im Bezug auf Cannabis sofort als ”anti-cannabis-propaganda a la Reefer Madness” abgetan werden. Die Drogenpolitik der Unionsparteien war und ist verantwortungslos und produziert jeden Monat neue Negativrekorde bei den Todesfällen. Die CSU ist eine rechtsradikale Partei die den Tod von Schutzbefohlenen in kauf nimmt um parteinahe Alkoholinvestoren zu unterstützen. Alkohol ist in Deutschland eine Wertanlage wie Aktien oder Immobilien. Besonderst deutscher Rießling. Das ist ein Milliardenmarkt. Und der soll geschützt werden. Es ging bei dem Cannabisverbot nie um den Schutz von jungen Menschen (von denen wir kaum noch welche haben) sondern darum die Drogen-Konkurenz auszustechen. Das ist bei Alkohol übrigents immer wieder weltweit passiert und gut dokumentiert. Das durch Verbote von anderen Substanzen der Alkoholmarkt systematisch gefördert wurde kann nicht geleugnet werden. Auch in den USA gab es viele Anti-Cannabis-Kampanien kurz bevor die Cannabislegalisierung beschlossen wurde und raten sie mal von wem diese teilweise finanziert wurde… Prost..

  11. @Alex.B.: Drogenkonsum

    Warum Menschen psychoaktive Substanzen konsumieren oder auch nicht ist eine komplexe psychosoziale Frage, zu der noch ein kleiner Teil Veranlagung (Genetik) kommt.

    Ich erinnere hier nur einmal daran, dass z.B. die Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg den Blitzkrieg auf Methamphetamin (also Crystal Meth) führte…

    …oder dass im Vietnamkrieg viele US-Soldaten das Elend nur mit Cannabisprodukten oder Heroin aushielten.

    Auf kurze Dauer geht das gut. Auf lange Sicht produziert man so Drogenabhängige.

    Hier äußert sich auch eine Doppelmoral der Gesellschaft: Die Soldaten, i.d.R. jungen Männer, sollen die Drecksarbeit erledigen und dafür Leib und Leben riskieren. Nach dem Krieg, wenn sich meist herausgestellt hat, dass der Krieg gescheitert ist (war da ‘was mit Afghanistan oder so?), will die Gesellschaft davon nichts mehr wissen.

    Nach dem Vietnamkrieg haben viele Veteranen ihre Drogensucht mit der Rückkehr in ihr Heimatland importiert. Manche glitten ab, manche nahmen sich das Leben, manche liefen Amok – in der Psychologie/Psychiatrie antwortete man darauf mit der Einführung der Posttraumatischen Stressstörung (PTBS). Damit hat man die Menschen mit ihren Problemen jedenfalls weniger sich selbst überlassen. Dazu kam die Methadon-Ersatztherapie.

    Aber Sie sehen auch hier im Diskussionsforum wieder, mit was für Vorurteilen und Schwarzweißdenken Menschen, die vom Thema offenbar keine Ahnung haben, durch die Welt gehen.

    Ich beglückwünsche jeden, der in seinem Leben keine Drogen braucht; man sollte aber diejenigen, die nicht so ein Glück im Leben haben, wie man selbst, nicht moralisch verurteilen.

  12. Drogenkonsum wirkt sich insgesamt, gemittelt über alle Konsumenten, negativ aus – egal ob der Konsum nun legal oder illegal ist. Tatsächlich gibt es ja fast weltweit und seit Jahrzehnten Bemühungen den Alkohol- und Tabakkonsum durch öffentlich finanzierte Kampagnen und abschreckende Beispiele (Zigarettenpackungen) zu reduzieren. Ich kenne kaum jemanden, der gegen Antialkohlol- und gegen Antitabak Kampagnen ist.

    Genau das gleiche, was hier über Alkohol und Tabak gesagt wurde, gilt aber auch für den Cannabis-, Ecstasy-, Kokain-, Heroin-, Amphetamin- und Crystal Meth -Konsum. All diese Drogen lösen gemäss fast weltweitem Konsens keine Probleme, sondern sie schaffen neue, zusätzliche. Das gilt auch für Partydrogen wie Ecstasy, die nicht selten zu unerwarteten Todesfällen führen oder für Cannabis, das vor allem bei Jugendlichen die Entwicklung einer Psychose wahrscheinlicher macht.

    Wie Stephan Schleim schreibt, wurde Opiumhandel früher von westliche Staaten gefördert bis hin zu Kriegen gegen Staaten, die gegen den Opiumkonsum vorgehen wollten. China war überzeugt, dass der starke, von westlichen Staaten geförderte Opiumhandel mitverantwortlich für den Niedergang Chinas war. Und heute, ja schon längere Zeit teilen sehr viele Staaten die Meinung, dass Drogenkonsum der öffentlichen Gesundheit schadet. Das war und ist wohl der Grund dafür, dass es heute illegale Drogen gibt. Und ich behaupte: Drogenkonsum schadet tatsächlich der öffentlichen Gesundheit und Bemühungen ihn zu reduzieren sind gerechtfertigt. Das heisst aber nicht unbedingt, dass man mit Verboten arbeiten muss. Alkohol wurde ja auch nicht verboten, wird heute aber deutlich weniger konsumiert als noch vor 30 Jahren.

    Fazit: Egal ob Drogen nun legal oder illegal sind: weniger Drogenkonsum bedeutet weniger Drogengeschädigte und mehr physisch und psychisch gesunde Menschen.

  13. @Holzherr: Wunschedenken

    …weniger Drogenkonsum bedeutet weniger Drogengeschädigte und mehr physisch und psychisch gesunde Menschen.

    Das haben Sie gerade nicht gezeigt.

    Dann haben wir halt noch mehr Medikamentenabhängige. Soll das die Lösung sein?!

  14. Stephan Schleim
    …….zu Drecksarbeit……
    die muss die Polizei machen, weil die Politik versagt.
    Kriminalität und Drogenmissbrauch sind ein gesellschaftliches Problem, dass man irgendwie in den Griff kriegen muss.
    Dazu gehört auch , dass man die Polizei wertschätzt, dass man die Polizei rechtlich so unterstützt, dass sie ihre Arbeit erledigen kann , ohne dass der einzelne Polizist krank wird.
    Sie setzen auf „Entkriminalisierung“. Das ist eine gute Methode, die ich auch als Lehrer in der Schule angewandt habe. Funktioniert sehr gut, man darf Jugendliche nicht kriminalisieren.

    Also muss man die Jugendlichen erziehen und das geht im Extremfall nur mit Druck. Das war mit „Gefängnis“ gemeint, man muss Jugendlichen Grenzen aufzeigen können und man muss gleichzeitig dem Polizisten die Möglichkeit eröffnen den Jugendlichen festzunehmen oder körperliche Gewalt anzuwenden. Wenn dem Polizisten danach selbst ein Strafverfahren droht, dann verpufft die Erziehungsmethode.
    Schwer, sehr schwer , da einen gangbaren Mittelweg zu finden.

  15. P.S. @Holzherr

    Zu den angeblichen Erfolgen: Schauen Sie sich einmal die Konsumzahlen Ihrer Schweizer Jugend (jenseits von Alkohol und Zigaretten) an – und staunen Sie!

  16. @Stephan Schleim: auch gegen unnötigen Medikamentenkonsum muss man vorgehen. Allerdings ist es besser eine Depression mit Medikamenten als mit Alkohol zu „therapieren“.

  17. @fauv: Sie verwechseln Ursache und Wirkung. Wie schon im Text stand, der Status quo ist Folge von 60+ Jahren Verbotspolitik, einschließlich Zwang und Gefängnis. Aber wenn Sie das nicht wahrhaben wollen, kann ich daran nichts ändern.

  18. @Holzherr: Depressionen

    Was ist daran jetzt genau besser, wenn jemand eine, sagen wir, leichte depressive Verstimmung mit Antidepressiva behandelt als mit einem Liter Bier am Tag?!

  19. Stephan Schleim,
    nach 42 Jahren Berufserfahrung kann ich Ihnen sagen, dass nicht die Lehrer oder die Streetworker schuld sind, wenn ein Jugendlicher auf die schiefe Bahn kommt.

    Nach meiner Erfahrung beginnt die Störung in der Familie mit der Trennung der Eltern. Der Jugendliche kommt mit dem neuen Lebenspartner nicht zurecht , säuft, protestiert und landet bei falschen Freunden. Dann kommen die Drogen und nicht selten folgt der Tod.

    Wo ist dabei Verbotspolitik ? Das ist eher eine Wegschaupolitik, weil bei den Jugendämtern gespart wird. Selbst bei Notfällen haben wir eine Wartezeit von 2 Wochen.

  20. @fauv: Interessant

    Von “Schuld” hat hier bisher übrigens niemand geredet.

    Aber sehr interessant Ihr Beitrag, danke.

    Sagen wir also, dass gestörte Familienverhältnisse ein Risikofaktor (oder ursächlicher Faktor) für Substanzkonsum sind. Das stand so übrigens schon in meinem Text. (Man könnte natürlich noch weiter fragen, was die Ursachen für die gestörten Familienverhältnisse sind. Und so weiter.)

    Meine Frage jetzt an Sie: Was nutzt ein Verbot der Substanzen, die illegal trotzdem verfügbar sind, dann vielleicht sogar auf gefährlichere Weise? Und was nutzt eine Gefängnisstrafe?

    Das ist eher eine Wegschaupolitik, weil bei den Jugendämtern gespart wird. Selbst bei Notfällen haben wir eine Wartezeit von 2 Wochen.

    Gut. Jetzt bringen Sie die Behörden/sozialen Institutionen ins Spiel. Die haben auch eine wichtige Rolle; haben aber auch keinen Zauberstab.

    P.S. Als Lehrer möchten Sie vielleicht einmal mein Bekenntnis eines Sitzenbleibers und meine Hommage auf meine Schuljahre lesen.

  21. P.S. @Holzherr: Volkswirtschaftlich…

    …sehen wir übrigens seit Jahrzehnten eine Abnahme des Alkohol- und Tabakkonsums, während gleichzeitig die Diagnosen psychischer Störungen massiv zunehmen.

    Was stimmt nun nicht an Ihrer Hypothese?! Alles?!

  22. Stephan Schleim
    Mit dem Sitzenbleiberlend rennen Sie offene Türen ein.
    In meiner Jugend habe ich mal zwei Schüler sitzen lassen, wegen Unreife und schwacher Leistungen. Danach nie wieder.
    Heute ist es leichter einen Jugendlichen nicht sitzen zu lassen. Wir hatten von „oben“ die Auflage niemanden sitzen zu lassen, wegen der Sozialisierung, ein Grund war natürlich auch der Lehrermangel.
    Mal aus dem Nähkästchen geplaudert, die Anforderungen, die Prüfungsanforderungen, die Modalitäten für das Sitzenbleiben wurden so verändert, dass Sitzenbleiber kein Thema mehr waren.

    Thema waren dagegen verhaltensauffällige Schüler und lernbehinderte Schüler, für die wurden extra Schulen eingerichtet mit max. 12 Schüler pro Klasse. Das war auch nicht ideal, meiner Meinung nach. Besser ist es, einen lernschwachen Schüler mitzuziehen und auch verhaltensauffällige Schüler mitzunehmen. Wir hatten ein Mädchen , das mit 18 Jahren nur bis 10 rechnen konnte.
    Unglaublich, wenn ich es nicht selbst erlebt hätte, würde ich es auch nicht glauben.
    Braucht man das wirklich, wenn es doch Taschenrechner gibt.

  23. @fauv: Inzwischen haben wir gestörte Familienverhältnisse, schlecht funktionierende Behörden (Jugendämter) und den Lehrermangel als Fehlerquellen identifiziert –

    – aber ins Gefängnis sollen am Ende die Jugendlichen, wenn sie dann Drogen konsumieren?!

  24. @Stephan Schleim:
    Haben Sie diese Statistik zu Vietnam-Veteranen schon auf dem Schirm?

    https://jamesclear.com/heroin-habits

    Lee Robins was one of the researchers in charge. In a finding that completely upended the accepted beliefs about addiction, Robins found that when soldiers who had been heroin users returned home, only 5 percent of them became re-addicted within a year, and just 12 percent relapsed within three years. In other words, approximately nine out of ten soldiers who used heroin in Vietnam eliminated their addiction nearly overnight.

    Robins’ finding contradicted the prevailing view at the time, which considered heroin addiction to be a permanent and irreversible condition. Instead, Robins revealed that addictions could spontaneously dissolve if there was a radical change in the environment. In Vietnam, soldiers spent all day surrounded by cues triggering heroin use: it was easy to access, they were engulfed by the constant stress of war, they built friendships with fellow soldiers who were also heroin users, and they were thousands of miles from home. Once a soldier returned to the United States, though, he found himself in an environment devoid of those triggers. When the context changed, so did the habit.

    Ich würde noch die stabilisierenden Einflüsse von Partnerin, Familie, Berufsaussichten (Förderprogramme für Rückkehrer!) hinzunehmen, und “constant stress of war” ist mE stark untertrieben.

    Das ist Robins’ Studie:
    https://ajph.aphapublications.org/doi/pdf/10.2105/AJPH.64.12_Suppl.38

  25. @Wort: Abhängigkeit

    Toller Hinweis, danke!

    Das wirft aber die Frage auf, ob die Mehrheit der Soldaten vorher wirklich drogenabhängig war oder Cannabis/Heroin “schlicht” als Bewältigungsstrategie verwendet haben.

    Hinweise auf eine Abhängigkeit wären die folgenden Faktoren, hier aus einem in kürze erscheinenden Artikel über Alkohol zitiert:

    Erstens ein starkes Verlangen oder gar Zwang, Alkohol zu trinken. Zweitens die bereits erwähnte Toleranzentwicklung: Man muss immer größere Mengen für denselben Effekt konsumieren. Drittens ein fortgesetzter Alkoholgebrauch, obwohl es zu Folgeschäden kommt.

    Das vierte Kriterium sind Schwierigkeiten, Anfang, Ende und Menge des Konsums zu kontrollieren; man trinkt also länger und mehr, als man eigentlich will. Das fünfte sind Entzugserscheinungen, wenn man keinen oder nur wenig Alkohol trinkt. Sechstens und letztens vernachlässigt man immer mehr andere Interessen und Hobbys im Leben für den Alkoholkonsum.

    Wenn bei den Soldaten in Vietnam nicht mindestens drei dieser Kriterien vorlagen, würde man – aus heutiger Sicht – eher nicht von einer Abhängigkeit sprechen.

    Man könnte es auch anders interpretieren, dass selbst unter Heroin-Konsumenten die Mehrheit nicht abhängig wird. Man müsste sich einmal anschauen, wie oft und welche Dosen von den Soldaten konsumiert wurden. Aber na ja, jetzt wird die Diskussion ganz schön akademisch. Hierzu sollte man auch einmal einen Suchtmediziner konsultieren.

  26. @Stephan Schleim (Zitat): “sehen wir übrigens seit Jahrzehnten eine Abnahme des Alkohol- und Tabakkonsums, während gleichzeitig die Diagnosen psychischer Störungen massiv zunehmen.“
    Das von ihnen konstatierte Weniger Alkohol- und Tabakkonsum , mehr psychische Störungen, ist ein zufälliges Zusammentreffen, nicht aber ein kausaler Zusammenhang. Meine Suche nach Studien, die eine kausale Verbindung sehen, war negativ, ja ohne einen einzigen Treffer. Man findet dagegen Studien und Information darüber, dass Alkoholkonsum selber ein Risikofaktor für depressive Verstimmungen sind.

    Auffallend für mich ist, dass auf US-Websites von nationalen Gesundheitsorganisationen sehr viel stärker vor Konsum von Alkohol, Cannabis und anderen häufig konsumierten Drogen gewarnt wird als auf europäischen Websites. Zu Marihuana und Öffentlicher Gesundheit liest man auf der CDC-Website etwa folgendes:

    Marihuana ist die am häufigsten verwendete auf Bundesebene illegale Droge in den Vereinigten Staaten; 48,2 Millionen Menschen oder etwa 18% der Amerikaner haben es 2019 mindestens einmal konsumiert.

    Jüngste Forschungen schätzten, dass etwa 3 von 10 Menschen, die Marihuana verwenden, eine Marihuanakonsumstörung haben. Für Menschen, die vor dem 18. Lebensjahr Marihuana konsumieren, ist das Risiko, eine Marihuanakonsumstörung zu entwickeln, noch größer.

    Marihuanakonsum wirkt sich direkt auf das Gehirn aus, insbesondere auf die Teile des Gehirns, die für Gedächtnis, Lernen, Aufmerksamkeit, Entscheidungsfindung, Koordination, Emotionen und Reaktionszeit verantwortlich sind. Säuglinge, Kinder und Jugendliche (die noch ein sich entwickelndes Gehirn haben) sind besonders anfällig für die negativen Auswirkungen von Marihuana.

    Lang- oder häufiger Marihuanakonsum wurde bei einigen Konsumenten mit einem erhöhten Risiko für Psychosen oder Schizophrenie in Verbindung gebracht.

    Die Verwendung von Marihuana während der Schwangerschaft kann das Risiko für Schwangerschaftskomplikationen erhöhen. Schwangere und stillende Personen sollten Marihuana vermeiden.

    Auf EU-Websites findet man zwar ebenfalls Verweise auf ellenlange Studien zum Cannabiskonsum in der EU doch Empfehlungen und Einschätzungen wie auf der eben zitierten CDC-Website fand ich nicht.

  27. @Stephan Schleim:

    Das wirft aber die Frage auf, ob die Mehrheit der Soldaten vorher wirklich drogenabhängig war[*]oder Cannabis/Heroin “schlicht” als Bewältigungsstrategie verwendet haben.

    Guckstu Studie. 🙂

    *

    “The group who were consistent narcotic users before, in, and after Vietnam is very small, only 3 percent.”

    S.a. Table 2 und umgebende Absätze.

    Vielleicht wird diese Studie mal ein Blockpost von Ihnen? Wenn die nicht mal Ihnen bekannt war wäre das sicherlich nützlich.

    @Martin Holzherr
    Die Kriminalisierung von Cannabis in den USA hat einen politischen Hintergrund. C. wurde vor allem von Schwarzen konsumiert, und die Kriminalisierung bot eine Möglichkeit, diese Bevölkerungsgruppe gezielt mittels Strafrecht zu unterdrücken. Das echot noch lange nach, heute. Generell wäre ich seeeehr vorsichtig, die Drogenpolitik ausgerechnet der USA als Beleg für irgendetwas zu heranzuziehen…

  28. @Holzherr: Auf den Kopf gestellt

    Sie haben doch einen Kausalzusammenhang behauptet! Dass nämlich ein geringerer Alkohol- und Tabakkonsum zu gesünderem Körper und Geist führe. Die Daten widersprechen halt Ihrer Hypothese. Ob Ihnen das gefällt oder nicht, ändert an diesen Fakten nichts. Übrigens nehmen auch somatische Erkrankungen zu, obwohl Alkohol- und Tabakkonsum abnehmen. Irgendwie komisch, nicht wahr?!

    …dass Alkoholkonsum selber ein Risikofaktor für depressive Verstimmungen sind.

    Hier beißt sich die Katze in den Schwanz: Manche Menschen trinken Alkohol gegen die Gefühle einer leichten depressiven Verstimmung. Das geht eine Weile gut. Dann kommt es zur Toleranzentwicklung. Dann müssen die Dosen erhöht werden. Irgendwann nehmen dann die Nebenwirkungen zu. Oder es passieren schwere Lebensereignisse, die schwerere Depressionen auslösen. Und dann sagt man: Der Alkohol war’s! Sorry, mir sind solche gedanklichen Kurzschlüsse zu billig.

    Und dieses dämonisierende Zeug von der CDC-Website können Sie sich sparen. Die Behörden mussten halt 90 Jahre lang die Verbotspolitik rechtfertigen. Das sind keine unabhängigen Quellen. Ein konkretes Beispiel fanden Sie doch in meinem Text. Immer mehr US-Bundesstaaten legalisieren Cannabisprodukte, weil sie die verheerenden Auswirkungen ihrer und Ihrer Verbotspolitik nicht länger leugnen konnten (und sich über die Steuereinnahmen freuen).

  29. Stephan Schleim,
    ….Jugendliche und Gefängnis…..nein, sie sollen nicht ins Gefängnis.
    Und sie kommen auch nicht ins Gefängnis, wenn der Staat und alle Institutionen konsequent auf Abschreckung setzen.
    Aber sie kommen letztlich ins Gefängnis, wenn die Justizbehörden keine Möglichkeit haben abzuschrecken.

    Das scheint paradox ist aber praktische Psychologie. Wer mit dem Messer in der Tasche herumläuft, der wird es nie brauchen, weil er nicht angegriffen wird.
    So argumentieren übrigens auch die Republikaner in den USA, wenn es um das Waffentragen geht. Tun Sie das nicht leichtfertig ab.

  30. @Wort: Heroin

    Mit Verlaub, dann ist aber der Titel “How Permanent Was Vietnam Drug Addiction?” irreführend.

    Vielmehr wäre dann doch die Schlussfolgerung, dass nur ein kleiner Teil vom Heroinkonsum abhängig wird.

    Laut Tabelle 1 verwendeten 2% vor, 34% in und 7% nach Vietnam Heroin. Über die Häufigkeit sehe ich da spontan nichts.

    Doch auch eine Zunahme um “nur” 5% kann sozial dramatisch sein, wenn es um viele Tausend Menschen geht.

    Es ist halt ein wichtiger Unterschied, ob man sagt, a) die Soldaten waren in Vietnam Heroinabhängig, doch danach plötzlich nicht mehr; oder b) die Mehrheit der Soldaten war trotz Konsum überhaupt nicht Heroinabhängig.

  31. @fauv: Wie wäre es mal mit Prävention/Hilfe statt Abschreckung?!

    Und noch einmal: Worin besteht beim Konsum/Besitz kleiner Mengen für den Eigenbedarf bitte die Straftat?!

    Zu der Sache mit dem Messer (oder anderen Waffen) dürfte es wohl eher so sein, dass die bewaffneten Menschen sich eher selbst überschätzen und darum mehr Gewalt provozieren. Aber vielleicht habe ich hier Ihre Ironie übersehen?!

  32. Stefan Schleim,
    aus Drogenbesitz sollte man keine Straftat konstruieren. So viel Freiheit muss bleiben.

    Ich stamme noch aus einer Generation, die den Weltkrieg noch erlebt haben und auch die Nachkriegszeit. Man kann sagen, jeder zweite hat sich mit illegalen Geschäften über Wasser gehalten.
    Die Jugendlichen waren sich selbst überlassen und es bildeten sich Jugendbanden. Wer da nicht bewaffnet war, war im Nachteil. Daher kommt meine Einstellung , das hat mit Überheblichkeit nichts zu tun, die diente dem Überleben. Viele meiner Jugendfreunde haben einen kriminellen Weg eingeschlagen mit Straßenraub, Diebstahl, Prostitution und Helerei. Entweder man war körperlich überlegen oder gut bewaffnet, eine andere Möglichkeit hatte man nicht.
    Selbstverteidigung ist gut und provoziert nicht !

  33. Habe selber keine Erfahrung mit illegalen Drogen und bin für die Legalisierung aller Drogen (Herstellung, Handel, Konsum). Zur berechtigten Kritik an der Berichterstattung von BR24 ist zu sagen: Der BR-Rundfunkrat ist fest in katholischer Hand.

  34. @fauv: Überleben

    Dann nähern wir uns jetzt vielleicht doch noch einem Konsens an.

    Ich las gerade, dass hier in den Niederlanden Fälle bei der Polizei nicht nur mangels Erfolgsaussichten, sondern immer häufiger auch wegen Personalmangels eingestellt werden. Läuft das am Ende auf Selbstverteidigung hinaus?

    Wissen Sie, wenn ich mir die sozialen Missstände (insbesondere die strukturelle soziale Ungerechtigkeit) anschaue, dann wundere ich mich, wie wenig in der Gesellschaft schief geht. Vielleicht ist Opium (mit anderen Drogen) eben doch das Opium des Volkes. Das wäre vom humanistischen Standpunkt aus traurig, pragmatisch gesehen aber vielleicht die beste Lösung für die Gesellschaft? Brot, Spiele – und Opiate? (Sehr zu empfehlen: Diese neue Arte-Dokumentation über Schmerzmittelabhängigkeit.)

    Und zur Biografie: Ich kann Sie nur ermutigen, das aufzuschreiben, wenn Sie das nicht schon getan haben. Als eBook/Book on Demand lässt sich das heute leicht publizieren. So habe ich z.B. von Werner Nemitz “Kriegsende eines HJ-Volkssturmsoldaten 1945-48” mit Interesse gelesen. Wie etwa die (selbsternannte) SS-Elite sogar die eigene Jugend missbrauchte (Stichwort: Werwölfe), um sich selbst zu retten, darf nicht vergessen werden; auch, wie leicht sich Menschen manipulieren lassen, was man ja ebenfalls am Beispiel der Dämonisierung von Drogen sieht, auch wieder hier in der Diskussion.

  35. @Gnadl: Sünde und Beichte

    Danke für den Hinweis. Und ich dachte immer, die Sünde* sei sozusagen strukturell in den Katholizismus eingebaut, damit man hinterher etwas zu beichten hat…

    …und die katholische Kirche ist ja nicht gerade bekannt dafür, die weltliche Gerichtsbarkeit sehr ernst zu nehmen.

    (Und auch wenn ich selbst eher in einem protestantisch geprägten Arbeitermilieu aufwuchs, denke ich doch, dass Sünde/Beichte der gesündere Lebensweg ist als die Askese, jedenfalls für das Gros der Menschen.)

  36. @Stephan Schleim (Zitat): „ Sie haben doch einen Kausalzusammenhang behauptet! Dass nämlich ein geringerer Alkohol- und Tabakkonsum zu gesünderem Körper und Geist führe. “
    Das glaube ich weiterhin und alle Artikel, die ich über Drogenkonsum lese, kommen immer wieder zum Schluss, dass Drogenkonsum oft eine Flucht vor Problemen ist, dass aber die Probleme durch Drogenkonsum nicht kleiner, sondern grösser werden.

    Klar ist aber auch, dass Drogen nur etwas von vielem sind, was unser Wohlbefinden beeinflusst. Ohne Drogenkonsum hätten wir nicht das Paradies, wohl aber mehr Menschen, die in der Lage wären, das Leben von sich selbst und anderen positiv zu beeinflussen.

  37. @Stephan Schleim

    Mit Verlaub, dann ist aber der Titel “How Permanent Was Vietnam Drug Addiction?” irreführend.

    Vielmehr wäre dann doch die Schlussfolgerung, dass nur ein kleiner Teil vom Heroinkonsum abhängig wird.

    Stimmt, ist eine etwas unklare Formulierung. “What is the rate of permanent addiction among Vietnamn drug users?” wäre meine Wahl. (Cave: mein Englisch hat große Mängel!). Und längere Nachverfolgung — da gibt es auch was, aber ich finde die Quelle nicht mehr.

    Naja, Stil und Methodologie von kurz vor 1974.

    Da ist vielleicht noch ein semantisches Problem: die Soldaten könnten sich während der Heroinkonsumzeit als ‘abhängig’ erlebt und dies so formuliert haben, aber nicht in heutigem Verständnisch abhängig gewesen sein. ‘Addiction’ ist leider nicht definiert (steht jedenfalls nicht da, oder ich hab’s überlesen).

    Außerdem sind ‘addiction’ und ‘use’ self-reported, antwortbeeinflussende Kontexte sind nicht klar (Vor-/Nachteile je individuellem Proband / für politische/soziale Agenda der Veteranen, individuelle und soziale Moralvorstellungen, kognitive Dissonanzen, …)

    Das sind halt methodische Standards von ≤1974, muß man mit einrechnen.

  38. @Holzherr: Coping

    Ja – aber es ist doch eine Binsenweisheit, dass Bewältigungsstrategien (engl. coping) oft ein Problem nicht lösen, sondern das Leben damit nur erträglich machen, die Probleme manchmal sogar verstärken, vor allem auf Dauer.

    Leuten, die ihr Leben nur mit Alkohol/Drogen stabil leben können, so traurig das auch sein mag, können Sie nicht nur mit dem erhobenen Zeigefinger helfen; da muss schon ein konkreter Lernvorgang stattfinden.

    In meinem Bekanntenkreis gab es einen jungen Mann, einen Musiker, melancholischer Typ, der schon in seinen jungen 20ern alkoholabhängig wurde. Diese Abhängigkeit wurde mit Medikamenten erfolgreich therapiert. Einige Wochen später nahm er sich das Leben.

    Da wäre mir doch lieber gewesen, er hätte noch etwas länger gesoffen und man hätte für ihn eine psychologische/psychiatrische Behandlung und soziale Unterstützung finden können.

  39. @Wort: Was ist Sucht?

    Darauf gibt es übrigens auch heute noch keine eindeutige Antwort. Auf die sechs praktischen Kriterien habe ich ja gerade verwiesen.

    Ich habe in dem Paper gerade mal alle Vorkommnisse von “addiction” gesucht. Das ist tatsächlich nicht klar definiert. Allerdings spricht die Unterscheidung von no use/light use/heavy use/addiction auf der Abbildung 1 auf S. 41 schon dafür, dass eine Sucht vorlag.

    Es wird dort auf eine bestimmte Patientengruppe (NARA) verwiesen, für die die Einschlusskriterien wahrscheinlich in einer anderen Studie definiert sind.

  40. Toller Artikel.
    Bin für die Legalisierung aller Substanzen. Jeder sollte selber entscheiden was er konsumiert und was nicht. Außerdem, wer schonmal einen lsd trip hatte hat weis wie dies einen positiv verändern kann. Tipp: microdosing

  41. @Jakob (Zitat): „Jeder sollte selber entscheiden was er konsumiert und was nicht.“
    Sie idealisieren die freie Entscheidung, die es in Wirklichkeit nicht gibt.
    Beispiel: (Ganz) Früher gab es Diskussionsrunden im Fernsehen wo man vor lauter Qualm kaum noch etwas sah. Fast jeder Schriftsteller und Journalist war Raucher. Klar meinten viele, das sei ihre freie Entscheidung gewesen. Die Firmen, die Rauchprodukte vertrieben aber wussten sehr gut, dass sehr wenig frei war an der Entscheidung, denn sie gestalteten diese Entscheidung mit.

  42. Von drauß’, von der tele Polis, da komm’ ich her,
    doch was ich hier les’, das grauset mich sehr.

    Darüben, in der Polis, würden sowohl Flavor faut als auch Martin Holzkopf sofort ein strammes ROT bekommen, und vermutlich auch die KillFiles vieler bereichern. ROT steht dabei für nicht lesenswert.

    Ich bezeichne deren Ergüsse bewußt nicht als “rechts”, denn es handelt sich eher um extrem autoritäres Gedankengut.

    Daher meinen Respekt für Ihre Geduld auf dieses Geschreibsel auch noch einzugehen. Es ist jedoch eines wissenschaftlichen Blogs unwürdig.

    Vielleicht wäre es für alle nicht so sendungsbedürftigen Leser interessanter, wenn Sie mehr die vielfältigen Aspekte Ihres eigenen Standpunktes ausführten und weniger auf das Geschreibsel der oben genannten eingingen, denn autoritäres/repressives interessiert außerhalb des Müllstroms wirklich niemanden.

  43. Um einen Anstoß in die wissenschaftliche Richtung zu geben:
    “Beziehung statt Erziehung” – Bowlby statt Haarer.

    Damit wären die zwei oben von mir kritisierten Forenposter schon mal im Abseits.
    Weiterführend natürlich Dr. Gerald Hüther und andere…

  44. @Jakob, Holzherr: freie Entscheidung

    Was in einer kapitalistischen, mit Werbung und Marketing durchtränkten Gesellschaft (woher kommen eigentlich die Milliardengewinne von Facebook und Google?!) eine freie Entscheidung ist, ist eine komplexe Frage, zu der es wohl Anfang 2023 auch ein neues Buch von mir geben wird.

    So oder so: Das ist erst einmal kein spezifisches Problem des Substanzkonsums. Es wird allerdings eins, wenn zum Beispiel die Tabakindustrie ihre Produkte dann auf die Suchtwirkung hin optimiert. Das hat die Drogenpolitik aber gerade nicht verhindert.

    Aus ähnlichen Gründen wird wohl der THC-Anteil von Cannabisprodukten immer weiter erhöht. Aber auch das ist gerade eine Folge der Verbotspolitik.

  45. @Doe: Fingerübung

    Ich mache das jetzt noch, bis wir hier den 30.000 Kommentar erreicht haben – und dann höre ich auf.

    Nein, Spaß beiseite. Sehen Sie es als Fingerübung.

    Im Prinzip habe ich hierfür keine Zeit. Aber ich kann’s halt auch nicht lassen.

    P.S. Den Gedanken, wir würden in einer aufgeklärten Wissensgesellschaft leben, in der Menschen wirklich miteinander diskutieren und nicht nur anderen ihre eigene Meinung aufdrücken wollen, hat mir das Internet schon seit Jahrzehnten ausgetrieben.

  46. John Doe,
    Nicht nur Sie können “schreibseln” und mit Ausdrücken wie “strammes Rot” können sie nur bei Anfängern noch eindruck schinden.
    Sie haben es hier mit Leuten zu tun die praktische Erfahrung haben und die sich nicht mit Sprüchen in eine Ecke stellen lassen.
    Stephan Schleim,
    Abschreckung ist eine Form von Prävention.
    Ich habe zu den Schülern gesagt: “Wer Drogen nimmt, der kann auch Scheiße essen”.
    Dieser Spruch wird vielen im Gedächtnis geblieben sein und das ist Prävention.

  47. Zu St. Schleim
    Es geht weniger um die Ursache psychischer Störungen sondern um die von ihnen andeutete Behandlung dieser mit Drogen. Wenn sie meine Anmerkungen richtig gelesen haben sind Drogen kein Heilmittel da sie die Gefühle, die vielen psychischen Problemen zu Grunde liegen, nur betäuben bzw. selbst neue psychische Störungen schaffen in dem sie den Neurotransmittelhaushalt im Gehirn noch weiter negativ. Sie können also ,meiner Sicht nach, mit Drogen niemand heilen weil sie an die Ursache müssen und die liegen oft im Unterbewusstsein. Sie müssen sich also nicht beleidigt fühlen wenn ich die Herangehensweise der heutigen Psychologie nicht teile . Ich wurde nach de Wende 1990 in diesem heutigen System so oft “verarscht” dass ich bezüglich psychischer Erkenntnisse meinen eigenen Weg gegangen bin weil es wirklich hier auf diesem Markt sehr viel geistigen Dünnschiss gibt. Denken sie einmal darüber nach wie ich es gemeint habe.

  48. @Golzower: psychische Störungen

    Der Begriff der “Heilung” ist hier ohnehin schwierig – da man i.d.R. die genauen Ursachen nicht kennt, kann man diese auch nicht beheben; und bei den am besten bekannten ursächlichen Faktoren (wie z.B. Traumata, schwere Lebensereignisse) muss man lernen, damit zu leben, Stichwort: Bewältigung.

    Sie haben Ihre Antworten für sich gefunden. Gut so! Darum können andere Menschen aber doch andere Antworten für sich finden.

    P.S. Dass psychoaktive Substanzen Neurotransmittervorgänge im Gehirn nur Stören ist reine Spekulation und halte ich dann auch für den Ausdruck von Vorurteilen.

  49. @Stephan Schleim

    Leuten, die ihr Leben nur mit Alkohol/Drogen stabil leben können, so traurig das auch sein mag, können Sie nicht nur mit dem erhobenen Zeigefinger helfen; da muss schon ein konkreter Lernvorgang stattfinden.

    Und eine Änderung der Situation. Christiane F. (“Die Kinder vom Bahnhof Zoo”) hätte auch mit der besten CBT keine Chance in ihrer Lebenssituation gehabt (ist im Film vielleicht nicht so deutlich wie im Buch). Den Coping-Anteil kriegen Sie nicht nur mit Lernen weg, mE.

    G. Hüther geht in die richtige Richtung, allerdings fehlt hier noch das Einbeziehen genetischer Vulnerabilität.

    So. Das Leben ruft, bin jetzt raus.
    Danke für den Austausch!

    P.S.:
    @Golzower
    “Denken sie einmal darüber nach…” bedeutet eigentlich immer “Ich hab gar keine Argumente (sonst würde ich sie jetzt einsetzen) — aber Du bist trotzdem der falschen Meinung, und dass nur aus Denkfaulheit!”

    Das war noch nie überzeugend, und es ist bezeichnend, dass diese Redefigur fast immer in Situationen eines Autoritätsgefälles gegenüber der schwächeren Partei geäußert wird, die sich dann dumm und schuldig fühlen soll.

    Sie sind in einem autoritären Staat aufgewachsen, stimmt’s, mit schlechten Erfahrungen gegenüber Autoritäten auch danach? Ich unterstelle deshalb a) misstrauen Sie Autoritäten (auch denen die einfach mehr Kompetenz und/oder Wissen haben) und b) haben nicht sauber argumentieren gelernt. Sie wittern (und bekämpfen) vor allem Macht, auch da, wo die Autorität auf Kompetenz beruht (ist oft nicht völlig trennbar, kompetente Leute bekommen kommen leichter mehr Macht). Leider ist die Abwehr dagegen mit “Ich denke nur noch selbst!” sehr anfällig für Fehler und schiebt einen Richtung Dunning-Kruger-Effekt.

  50. Stephan Schleim,
    ……Dass psychoaktive Substanzen Neurotransmittervorgänge im Gehirn nur Stören ist reine Spekulation……
    Das ist ein guter Gedanke, weil ein gutes Essen auch psychoaktiv ist, es steigert das Wohlbefinden.
    Und ich kann mich an eine Fischsuppe erinnern, die so gut war, so unvergleichlich gut war, dass ich mich nach 50 Jahren noch an sie erinnere.
    Auch ein Glas Sherry kann so eine Wirkung erzeugen, oder eine Praliné mit frischer Sahne.
    Also Drogen sind psychoaktiv (wieder was gelernt) und wenn es keine illegalen Drogen sind, dann ist der Genuss ein Zeichen von Kultur. Wichtig ist dabei das richtige Maß.

  51. @Golzower 26.07. 10:14

    “Sie können also ,meiner Sicht nach, mit Drogen niemand heilen weil sie an die Ursache müssen und die liegen oft im Unterbewusstsein.”

    Heilen nicht, aber das Leben erträglich machen und zuweilen auch den Menschen funktionsfähig machen kann man mit Drogen und Medikamenten schon. In der Psychiatrie werden die eingesetzten Medikamente auch damit beworben, dass etwa eine Psychose zur Neurotransmitterstörung erklärt wird und damit die passenden Medikamente nicht nur die Symptome lindern, sondern an der Ursache ansetzen.

    Nun gut, glauben tue ich diese Legende auch nicht so recht. Aber oft geht es mit einer hartnäckigen Psychose nur noch mit Medikamenten.

    Ich denke mal, man muss grundsätzlich unterscheiden, ob Drogen aus der nackten Not oder aus reinem Übermut verwendet werden.

    Wenn es nur der Übermut ist, und sich keine Sucht entwickelt, dann ist auch wenig Handlungsbedarf von Seiten einer Regulierung. Eine Legalisierung sorgt für kontrollierte Qualität, und gibt dem organisiertem Verbrechen keine Verdienstmöglichkeiten. Und Probleme gibt es eher wenige. Zumindest solange sich keine Sucht entwickelt.

    Gerät der Konsum dennoch außer Kontrolle oder es ist die nackte Not, die Menschen zu Drogen greifen lässt, dann wird es schwieriger. Dann sind tatsächlich ziemlich schädliche Nebenwirkungen zu erwarten. Das muss dann aber im Einzelfall abgewogen werden. So werden etwa ADHS-Kinder mit Medikamenten behandelt, aber wenn einer in der Not starker Langeweile zu Cannabis greift, dann kann das auch angemessen sein.

    Ich finde grundsätzlich, dass Staat und Gesellschaft nur Vorschriften machen sollten, wenn dies eindeutig nötig ist. Das Für und Wider in der Diskussion um die Kriminalisierung von Drogen ist einfach nicht eindeutig genug, um hier den Staatsapparat in Bewegung zu setzen. Der Verdacht, dass sogar die Alkohollobby hier noch Konkurrenz bekämpft, ist letztlich auch nicht unbegründet.

    Statt zweifelhaftem Paternalismus ist Hilfe und Unterstützung von Menschen, die aus Not Drogen nehmen, eher positiv wirksam. Und ein Werbeverbot für Alkohol und Tabak gehört schon mal sowieso ganz oben auf die Todo-Liste. Mehr Aufklärung gerade für Jugendliche ist auch wichtig. Und eben auch mehr und bessere Angebote z.B. von Psychotherapie, nicht nur in der Psychiatrie, sondern für jeden, der in seiner Not zu Drogen greift.

    Und wenn manch einer lebenslänglich süchtig bleibt, dann muss das auch kein Riesenproblem sein. Insbesondere ist es ein Privatproblem, wo sich andere, die das Glück haben, keine Drogen und Medikamente zu brauchen, doch bitte nicht einmischen sollten. Nicht mit Kriminalisierung, und auch nicht mit ausufernden Tabaksteuern, die längst zum Armutsfaktor geworden sind.

  52. In Bayern mag das anders aussehen, aber im deutschen Strafrecht gibt es keinen Straftatbestand ‘Beamtenbeleidigung’.

  53. schorsch
    beleidige doch einfach mal einen Amtsträger und du läufst Gefahr eine Strafe zu bekommen.
    Sprachlich korrekt hast du natürlich Recht, in der Umgangssprache versteht man aber den Ausdruck.
    Beispiel: Ein “wasserfestes Pappfass” wurde von der Verwaltung abgeändert in “ein Fass aus wasserdichter Pappe” .
    Merke: Das Verwaltungsdeutsch ist nur für Juristen relevant.

  54. Soweit es die gesellschaftliche Bewertung der Prohibition anbetrifft ist dem Artikel inhaltlich voll zuzustimmen.

    Bei den Öffentlich-Rechtlichen sitzt das Problem weit tiefer. Deren eigentlicher Auftrag – neutrale Information, Verzicht auf Propaganda – ist nur noch ein Schatten, eine flüchtige Erinnerung. Gilt außer für (die hier thematisierte) Drogenpolitik auch für Politik allgemein.

    Die Öffentlich-Rechtlichen bedürften eines eigenen Artikels.

  55. @Martin Holzherr

    Drogenkonsum wirkt sich insgesamt, gemittelt über alle Konsumenten, negativ aus – egal ob der Konsum nun legal oder illegal ist.

    Die Behauptung bedarf des Beweises.

    Tatsächlich gibt es ja fast weltweit und seit Jahrzehnten Bemühungen den Alkohol- und Tabakkonsum durch öffentlich finanzierte Kampagnen und abschreckende Beispiele (Zigarettenpackungen) zu reduzieren.

    Das beschreibt ein politisches Bestreben ohne Betrachtung von dessen Sinnhaftigkeit. Vergleiche Alkohol-Prohibition USA 1920-1933.

    Ich kenne kaum jemanden, der gegen Antialkohlol- und gegen Antitabak Kampagnen ist.

    Betrifft persönliche Meinung deiner Bekanntschaft. Diese kann durchaus ehrlich sein, aber gehe nicht von Fachwissen aus.

    Egal ob Drogen nun legal oder illegal sind: weniger Drogenkonsum bedeutet weniger Drogengeschädigte

    Außer Drogenschäden gibts auch solche Schäden, die kurzfristige Droge vermeidet durch Linderung des Seelenschmerzes. Das bedürfte empirischer Untersuchung.

    und mehr physisch und psychisch gesunde Menschen.

    Ganz sicher falsch. Prohibition ist ein Verbot und verhindert nicht, sondern fördert sogar physischen und psychischen Schaden.

    Du benennst zutreffend einiger Schäden bei „Abhängigen“. Die Beobachtung spart aber Analyse von deren Ursache aus, die in der Regel ihre kausale Ursache gerade in der Prohibition haben.

    Naheliegendes Beispiel: Strecken von „Marie Johanna“ mit preisgünstigen Fremdstoffen – wegen der Prohibition ist die Zusammensetzung durch den Staat gerade nicht kontrollierbar wie etwa beim Alkohol. Alle anderen Beispiele folgen den gleichen Gesetzmäßigkeiten.

  56. @schorsch, fauv: Beamtenbeleidigung

    Also wenn man’s schon genau nimmt, dann sollte man die ausdrückliche Ausnahme nicht vergessen – und zusammen mit den weiteren Besonderheiten der Beleidigung von Amtsträgern (Abs. 3) sowie der Tatsache, dass Staatsanwaltschaften diese Beleidigungen eher verfolgen (“öffentliches Interesse”), zum Ergebnis kommen, dass die Beleidigung von Beamten auch strafrechtliche Besonderheiten hat.

  57. Stephan Schleim,
    das öffentliche Interesse macht aus jedem Tatbestand einen Kaugummi.
    Je nachdem wieviel Zellen frei sind wird
    die Bearbeitung von Fällen eingestellt.
    Wenn es nur um Ordnungswidrigkeiten geht, da wird die Verwaltung aktiv.
    Denn dann fließt Geld in das Gemeindesäckel. Gerade habe ich wegen einer Ordnungswidrigkeit 100 € zahlen müssen, dann kommen noch die Bearbeitungsgebühren. Und wenn man sofort bezahlt, dann kommt man nicht in ein Register.

  58. @Bezugsschein vom Arzt

    Man könnte auch eine Teillegalisierung versuchen. Alle Drogen sind im Prinzip frei, aber man braucht einen Bezugsschein vom Arzt. Wer vorhat, Drogen zu nehmen, der muss das mit seinem Hausarzt besprechen, und in schwerwiegenderen Fällen auch noch mit dem Psychiater. Erst dann gibt es einen Bezugsschein für eine ganz bestimmte Droge, mit vorab besprochenen Mengen.

    Hier kann man das ganze Für und Wider ausgiebig im konkreten Einzelfall besprechen, und kommt vielleicht auch oft dazu, eine drogenfreie Lösung zu finden. Auf jeden Fall weiß der Arzt dann, was sein Patient sich reinpfeift, und die so bezogenen Drogen sind auch sauber, berechenbar und der Bezugsschein enthält eben auch die vereinbarten Mengen.

    Auch kann der Arzt hier öfter weiterhelfen, etwa mit den gängigen Psychopharmaka, je nach Einzelfall. Und kann auch eventuelle psychische Krankheiten feststellen und gleich behandeln. Oder einen Heroinsüchtigen davon überzeugen, besser auf Methadon umzusteigen. Ansonsten, wenn es nur um den wöchentlichen Partyrausch geht, dann bekommt man eben einen Schein für eine Dosis Extasy wöchentlich. Den kann man dann in der Aphotheke einlösen, und ist mit bester Qualität für das nächste Jahr versorgt.

    Im Prinzip kann man solches Verfahren auch für Alkohol und Tabak nutzen. Dann bespricht man mit seinem Arzt, wieviel Bier am Abend noch gesund bzw. unvermeidlich ist, und muss sich dann an die Absprachen halten. Und kann eben nur noch die genehmigte Menge einkaufen.

    Drogendealer gibt es dann nicht mehr, höchstens werden hier auch mal die auf Bezugsschein gekauften Dosen getauscht oder auch mal weiterverkauft. Auf jeden Fall haben die dann aber Aphothekenqualität.

  59. @Jeckenburger
    DasBVG hat letztens klar zum Suizid geurteilt,endlich. Konsequent im Sinne der Selbstbestimmung zu Ende gedacht gehört dann auch dazu,sich zugrunde zu richten.
    Wenn ich Soldat werden möchte,dann gehe ich auch bewusst das Sterben bzw. die Versehrtheit ein.
    Wo besteht dann der Unterschied, wenn ich den selben Stoff je nach soziologischer Interpretation als Nahrung,Gift,Genussmittel,Droge oder Medikament bezeichnen kann? Paracelsus und gerade Alkohol lässt grüssen.
    Mir geht ein wenig unter,den guten Grundsatz zwischen Motiv und/oder Ziel für Konsum zu analysieren und zu beachten.
    Die schwierige Grenze scheint mir mal wieder die Grenze zum Freien Willen und der Kontrolle des Konsums zu sein.
    Sicher wissen Dealer um den Suchtfaktor Abhängigkeit. Das Wissen die Pharmazeuten aber genauso beim/über den Lebenswillen.

  60. Eine nicht unwesentliche Baustelle bei Motiv und Ziel scheint mir die zwischen Ernst und Spass.
    @Holzherr: ich werde gerade auf Rheuma getestet. Da habe ich doch sofort ‘Rheuma + Alkohol’ gegoogelt. Ergebnis: es gibt eine Studie aus Schweden die belegt,das Alkoholkonsum das Risiko an Rheuma zu erkranken verringert. Ich würde sagen,alles richtig gemacht mit Alkohol als Medikament.
    Ernst wird es in der Regel,wenn es um Schmerzen geht. Ohne zu Wissen,was Schmerz nu ist,dürfte es unbestritten sein,dass Schmerz sowohl der Physis als auch der Psyche zugeschrieben werden kann.
    Ist eine Argumentation aus einem ernsthaften Schmerz heraus für den selben Stoff gerechtfertigte,wenn er gleichzeitig auch Spass und Freude bringen kann? Cannabis ist so ein weiterer Stoff.
    Wenn eine ‘ernsthafte’ Argumentation mehr zählen sollte als eine ‘spasshafte’,warum ist das dann so und welche Idee(ngeschichte) steht dahinter?
    Wenn beides,Ernst und Spass, in den Eigenschaften eines Stoffes steckt, Ernst und Spass auch zwingend im Leben zusammenhängen,warum,frage ich mich dann, können wir nicht einen entspannteren Zugang zu diesen Polen finden?
    Mir macht es dabei stark den Eindruck,welche Funktion jemand bei in diesem Diskurs in der Gesellschaft einnimmt und welche Erwartung ich an das Individuum darin erwarte.

  61. Herje…vor 6 Tagen hat @Schleim mit den selben Stoffen ‘Doping’ angesprochen,jetzt ‘Drogen’!
    Sehr interessant wie da von den selben Kommentatoren welche Position eingenommen wird…. 🙂

  62. Fazit nach Holzherr:
    Es reichen Schlüsselwörter,um Reflexe,Vorurteile und Überzeugungen abzurufen.
    Danke @Schleim für dieses Lehrstück!!!

  63. @Wolf-Dieter Busch (Zitat):

    “ Das [Antialkohol- und Antitabak-Kampagnen] beschreibt ein politisches Bestreben ohne Betrachtung von dessen Sinnhaftigkeit. Vergleiche Alkohol-Prohibition USA 1920-1933.

    Antwort: Nein, Prohibition bedeutet ein Verbot beispielsweise von Alkohol und das ist etwas völlig anderes als der Appell, weniger zu trinken wie es bei einer Anti-Alkoholkampagne gemacht wird.. Anti-Alkoholkampagnen müssen bei einer Prohibition gar nicht mehr durchgeführt werden, weil Alkohol unter den Verhältnissen einer Prohibition verboten ist.

    Vieles ist in dieser Gesellschaft erlaubt, was aber nicht heisst, dass alles was erlaubt ist und getan wird gut und erstrebenswert ist.
    In den letzten 30 Jahren hat sich etwa die Einstellung der Öffentlichkeit zum Rauchen stark geändert und in Restaurants und öffentlichen Gebäuden ist Rauchen weitgehend verboten oder auf gewisse Zonen beschränkt. Trotzdem ist das nicht das gleiche wie eine Prohibition. Bei einer Prohibition wäre der Konsum von Tabak verboten.

    Meine Einschätzung: Das Zurückdrängen von Alkohol- und Tabakkonsum ist sinnvoll, weil sowohl Trinken wie Rauchen schädlich für Trinker und Raucher ist wie auch für ihre Angehörigen und die weitere Gesellschaft. Besonders gut aber finde ich, dass das ohne Verbote gelungen ist.

  64. @Martin Holzherr

    Nein, Prohibition bedeutet ein Verbot beispielsweise von Alkohol und das ist etwas völlig anderes als der Appell, weniger zu trinken

    Da hab ich wohl was missdeutet, sorry. Keine böse Absicht.

    Alkohol und Tabak sehe ich weniger medizinisch, sondern mehr politisch: wenn der Mensch nicht die Freiheit hat, auch mal was falsch zu machen, dann hat er gar keine Freiheit mehr. Ich selbst habe – aus freien Stücken und Überzeugung – vor ca. 20 Jahren aufgehört zu rauchen, aber – ebenfalls aus freien Stücken und Überzeugung – fröne ich dem Alkohol.

  65. @Stephan Schleim 25.07.2022, 17:11 Uhr

    Zitat: „Ich beglückwünsche jeden, der in seinem Leben keine Drogen braucht; man sollte aber diejenigen, die nicht so ein Glück im Leben haben, wie man selbst, nicht moralisch verurteilen.“

    Ich sehe es genau so. Manche haben eben „Pech mit ihrem Hirn“, besser ihrem „neuronalen System“ und auch „der Umwelt“.

    Die Gesellschaft hat allerdings das Recht, sich vor Problemen die z.B. Betrunkene oder Bekiffte verursachen zu schützen.

    Eigentlich scheint die „0,5 Promille Grenze“ recht wirksam. Es dürfte wesentlich weniger Alkoholtote geben als früher und vermutlich auch weniger Alkoholabhängige denen der Führerschein wichtiger ist.

    Die „Razzien im Techno-Club“ sind einfach „Inszenierungen der Gesellschaft“, weil die Politiker durch „Volkes Wille“ praktisch irgend eine „Alibihandlung“ setzen müssen, wie z.B. auch die Corona Impfungen.

    Würde die Politik nicht „irgendwie plausibel handeln“, machten sie sich „des Mordes aus Unterlassung“ schuldig, jedenfalls würden es Juristen so „drechseln“.

    Gehört eben alles zum „großen politisch gesellschaftlichen Theater“, bei dem wir alle „mitspielen müssen“.

  66. Ich frage mich, warum die Razzia in einem Technoclub gemacht wurde. Gab es schon mal eine Razzia bei einem Schützenfest?

  67. @Holzherr
    Was ist gut für Gesellschaften? Wer will das wie beurteilen? Weder die “Drogenepedemie” in den USA mit ihren Ursachen, noch Putin oder China scheinen wirkliche Vorbilder für Gesellschaften zu sein; wenigstens für halbwegs aufgeklärte.
    Die Frage, wie wir in Zukunft leben wollen, ist aktueller denn je.

  68. @Mussi (Zitat): „ Was ist gut für Gesellschaften? Wer will das wie beurteilen? „

    Das beurteilen diejenigen, die die gesellschaftspolitische Meinungsführerschaft innehaben. Dazu gehören heute sehr unterschiedliche Gruppen, nicht mehr nur Journalisten, Intellektuelle und Schriftsteller, sondern etwa auch die Leute, welche politische Korrektheit oder „Wokeness“ auf allen Ebenen fordern oder auch diejenigen, welche Nachhaltigkeit, Vegetarismus/Veganismus oder eine gerechte, nicht diskriminierende Gesellschaft einfordern.

    Allerdings ist Drogenkonsum heute bei diesen Gesellschaftsverbessern nicht zuoberst auf der Prioritätenliste, weil Drogenkonsum von vielen als individuelles und weniger als gesellschaftliches Problem gesehen wird. Doch das kann sich ändern. Bis vor kurzem etwa wurde das, was in einer Ehe oder Partnerschaft geschah, als private Angelegenheit betrachtet. Doch neuerdings wird etwa gefordert, dass jedem Geschlechtsverkehr, sogar innerhalb der Ehe, zuerst eine deutlich geäusserte Zustimmung vorausgehen sollte.

    Fazit: Was heute als privat betrachtet wird, kann morgen zum gesellschaftlichen Problem erklärt werden.

  69. Hallo Zusammen,

    ich kann nur sagen, dass so mancher Kommentar hier wunderbar unsere Gesellschaft spiegelt und die Vermutung zulässt, dass viele von Ihnen a) noch nie psychoaktive Substanzen benutzt haben b) ihr Wissen aus der “Bild” oder anderen Klatschpressen und weißen, männlichen, paternalistischen Stammtischüberlieferungen beziehen und c) an Polemik, unwissenschaftlichen Geplänkel und konservativen Meinungen gespickt mit unfundierten Wissen unübertroffen sind.
    Ich arbeite seit 20 Jahren im psychosozialen Bereich in einer der größten Kliniken in Deutschland und kann sowohl aus privater, als auch beruflicher Ebene (Stichwort: Ketaminforschung) nur sagen, dass diese def. eine positive Wirkung auf Menschen haben und Ihren Heilungsprozess fördern können – solange eben kontrolliert und in Maßen, wie nun mal alles auf dieser Welt. Zudem belegen diverse Studien, dass eben unangefochten der Alkohol die schädlichste Substanz in unserer Gesellschaft ist (wenn man alle Faktoren wie u.a. Gesundheit, Kosten für die Gesellschaft, Mitmenschen usw. einbezieht). Hier werden die falschen Gespräche über die falschen Themen geführt.

  70. @ Mussi 27.07.2022, 09:52 Uhr

    Zitat: „Ich frage mich, warum die Razzia in einem Technoclub gemacht wurde. Gab es schon mal eine Razzia bei einem Schützenfest?“

    Die gab es früher, entweder nach Schlägereien wenn Burschen aus der Nachbarschaft sich an einheimische Mädels herangemacht haben, oder wenn Polizei bekannte „Provokateure“ aufgetaucht sind.

  71. @ Martin Holzherr 27.07.2022, 11:19 Uhr

    Zitat: „ Doch neuerdings wird etwa gefordert, dass jedem Geschlechtsverkehr, sogar innerhalb der Ehe, zuerst eine deutlich geäusserte Zustimmung vorausgehen sollte.“

    Die Statistik zeigt, das Land mit den meisten Insassen in staatlichen Gefängnissen (absolut und relativ) sind ausgerechnet die Vereinigten Staaten von Amerika, die die „absolute Freiheit gepachtet“ haben wollen. Sie hatten mit rund 2,1 Millionen Inhaftierten den weltweit höchsten Stand an Gefangenen.

    Wie in Amerika, gewinnen auch bei uns die Juristen immer mehr Einfluss und weiten ihre „Geschäfte aus“ (Abmahnunwesen, Scheidungen,…).

    Dieses Problem hatten ehemals auch die Juden und es verwundert eigentlich nicht, dass die „Werbefritzen“ einer jüdische Gruppierung (der das absurde juristische Treiben zum Hals heraus hing) den sensationellen Werbegag, „wenn dir einer auf die linke Wange schlägt, dann halte ihm auch die rechte hin“, erfunden haben.

  72. @ Marlene 27.07.2022, 11:54 Uhr

    Angeblich kann auch Alkohol eine positive Wirkung auf Menschen haben – solange eben kontrolliert und in Maßen, wie nun mal alles auf dieser Welt.

    Das Alko Problem ist eben entartet, genau wie z.B. in Amerika, das Drogenproblem entartet ist.

    Die „Gesellschaft“ sorgt sich halt, dass es womöglich nur eine Frage der Zeit ist, bis das Problem auf uns überschwappt….

  73. @Marlene: Schaden

    Die Frage habe ich erst kürzlich intensiv mit meinen Studierenden (Psychologie) diskutiert, weswegen ich mir die Daten und Berechnungen noch einmal genau angesehen habe.

    Die Einschätzung des gesellschaftlichen Schadens der Drogen basiert u.a.

    * auf der klinischen Erfahrung von v.a. Suchtmedizinern, die tagtäglich vor allem Härtefälle sehen; sowie

    * auf der Verbreitung der Substanzen.

    In der wissenschaftlichen Fachdiskussion – dazu gerne ein anderes Mal mehr Details – wurde bereits angemerkt, dass der Vergleich auf diese Weise von a) frei verfügbaren sowie sozial akzeptierten (z.B. Alkohol) und b) verbotenen sowie stigmatisierten (z.B. Heroin) Substanzen etwas irreführend ist.

    Mit anderen Worten: Dass Alkohol (ebenso wie Tabak) hier so schlecht abschneidet, liegt vor allem daran, dass dessen Konsum so weit verbreitet ist.

    P.S. Wäre es nicht schöner, hier ohne Verwendung verunglimpfender Stereotype (weiße, männliche, Paternalisten) miteinander zu diskutieren? Ich würde mich übrigens freuen, wenn hier mehr Frauen mitdiskutieren. Haben Sie eine Idee, wie das gelingen könnte?

  74. @Marlene: Ich möchte mich Stephan Schleim anschliessen. Sie schreiben von weißen, männlichen, paternalistischen Stammtischüberlieferungen, womit sie 1) andere undifferenziert beschimpfen 2) sich selber in die zeitgeistig korrekte Gruppe einordnen.

    Kommt noch dazu, dass sie die Kommentare hier scheinbar gar nicht gelesen haben, sonst könnten sie nicht schreiben (Zitat) „ Zudem belegen diverse Studien, dass eben unangefochten der Alkohol die schädlichste Substanz in unserer Gesellschaft ist„, denn in vielen Kommentaren wurden ja gerade die negativen Wirkungen des Alkoholkonsums explizit erwähnt.

    Fazit: Personen, die im gleichen polarisierenden Stil wie sie argumentieren, gibt es inzwischen auch im deutschsprachigen Raum mehr als genug. Im Endeffekt läuft es darauf hinaus zu sagen: Ich habe recht und gehe mit der Zeit und ihr seit Hinterwäldler. Auch dass Personen, die so argumentieren wie sie, oft nicht einmal alles lesen, was sie kommentieren, ist typisch und findet sich auch bei ihrem Kommentar.

  75. hallo Herr Holzherr,
    jetzt nimmt einmal eine Frau an der Diskussion teil und was machen Sie, sie erst einmal zurechtweisen.
    So geht das nicht. Marlene hat absolut Recht mit ihrer Meinung, Alkohol ist schädlich.
    Und wenn andere das auch schon gesagt haben, dann ist das als Verstärkung zu sehen und nicht als Beweis, dass Frau Marlene die anderen Meinungen nicht gelesen hat.

  76. @Holzherr
    Wie wohl jeder verständige einigermaßen zumindest wissenschaftlich gebildeter Mensch habe auch ich mich gefragt,wie man Schizophrenitäten, Widersprüche,Gegensätze ,Dilemmata oder gerade Paradoxien auflösen kann.
    Irgendwann kommt man zu dem Ergebnis,wie Gödel, geht nicht.
    Da kann man nur feststellen, ist mit zu leben.
    Stellt man das fest,dann bleibt nur die Erkenntnis, dass es nur plural funktionieren kann.
    Was ist dann die Grundlage von Pluralität?
    In dem man über ‘Führerschaft’ nachdenkt…
    Die Verteilung von Führung ist Demokratie.
    Leben sie einfach damit.

  77. @Holzherr – Ergänzung
    Die jetzige junge westliche und weibliche Generation ist die aufgeklärteste,die sich aktuell Luft verschafft.
    Sie baut auf unser Schaffen auf. Ich denke sie hat nicht nur ein sehr gutes intellektuelles Fundament. Genau das nichtintellektuelle Fundament ist,worauf wir hören sollten…

  78. @Holzherr – Recht

    Sie fragt nach Gerechtigkeit und nicht nach Selbstgerechtigkeit. Das war mal Grundlage für Nachkriegszeiten!

  79. 78 Kommentare zwischen 25. und 27.07. – und kein einziger geht angemessen darauf ein, dass es völliger Unsinn ist – und schon immer war – ‘Drogen’ ständig über einen Kamm zu scheren, statt hier mal realistisch zu differenzieren, nach Substanzklasse, Wirkung, Sucht- und Gesundheitsgefahr, Ziele, Zwecke, Motive und Chancen ihrer Anwendung, bis hin neuro-medizinischen, therapeutischen, weltanschaulichen und metaphysischen Fragestellungen etc.
    Herr Schleim erwähnt im Artikel zwar David Nutt und seine Studie, aber die ganze Debatte bewegt sich dann doch wieder auf dem üblichen Sandkasten-Niveau von wegen ” ‘Drogen’ sind schädlich, keiner braucht sie, man muss sie verbieten … rabääääh” und Gegenpositionen, die kaum je über das Niveau von “Ich hab das Recht mich zuzudröhnen solang ich will” und “Alkohol ist viel schädlicher als XYZ … wääääh” rauskommen.
    Auf der Ebene wird die ganze Thematik politisch und gesellschaftlich NIE aus ihrer Grasnarbe rauskommen – und die Hauptschuld daran tragen – wie bereits erwähnt wurde – letztlich die Medien, die alles dafür tun, mit Hysterisierung und einseitiger, reisserischer ‘Berichterstattung’ (eher: Des- und Falschinformation) dafür zu sorgen, dass die deutsche Spießer-Schlafmütze ja nicht aus ihrem Träumchen eine ‘drogenfreien Gesellschaft’ erwachen muss. Solange in einer x-beliebigen deutschen Fußgängerzohne von 100 Befragten wahrscheinlich 99,5 nicht mal die allereinfachsten ‘Basic-Facts’ über ‘Drogen’ beantworten könnten – aber natürlich trotzdem ihre ‘Meinung’ und das eine oder andere Anekdötchen parat haben, wird sich daran auch nichts ändern. Tatsache ist: beim aktuellen Stand der Dinge kann insbesondere hierzulande kein Politiker, und schon gar kein Medien-Vertreter irgendeinen Blumentopf damit gewinnen, der Bevölkerung die WAHRHEIT zu sagen. Weil die niemand wirklich wissen will, und wir seit den 70ern durch den ‘War on Drugs’ der Amerikaner, dem sich sogar unsere Mediziner und Akademiker- und Intellektuellen-Qlique willfährig untergeordnet hat, ohne dass irgendein nennenswerter Protest erfolgte, von einem Drogen-Klischee zum nächsten am politisch-medialen Nasenring geführt werden. Ja, ich werde es nicht mehr erleben, dass sich da was ändert – beschäftige mich seit über 35 Jahren aus so gut wie jeder Perspektive mit dem Thema – und kenne kein anderes, bei dem man permanent so knietief in Faktenresistenz waten muss, und am Ende jeder langen sachlichen Diskussion mit einem der üblichen Repräsentanten des erschreckend breiten Ignoranten-Spektrums quasi plötzlich wieder am Anfang steht. Denn was will ‘Mr. Besserwisser’ auch machen, nachdem man seine sämtlichen ‘Argumente’ logisch und durch Blick auf internationale Erfahrungen und schlichte FAKTEN entkräftet hat, als mit dem Fuß aufzustampfen – und mit Rückendeckung der Mehrheitsgesellschaft … natürlich trotzdem bei seiner ‘Meinung’ zu bleiben!?
    Na denne … sauft euch doch weiter die Hucke zu und glaubt gleichzeitig den Ober-Nonsens, den euch eure Eltern eingetrichtert haben, dass man ‘auf LSD vom Dach spring, weil man denkt man kann fliegen’. Vielleicht schauen sich dann kurz bevor uns hier auf diesem eigentlich so schönen Planeten der Ar*** gemeinsam komplett auf Grundeis geht die etwas Intelligenteren nochmal kurz um und fragen sich, ob an den Ideen der ‘zugedröhnten’ Hippies nicht doch was dran war – und es vielleicht besser gewesen wäre, nicht zu früh zu jubeln, als die korrupten, konservativen Angsthasen rund um Richard Nixon uns diese ganze Verbots-Kacke vor 50 Jahren eingebrockt haben.

  80. @Belzagor: Fazit

    Dass es hier keine gute Antwort auf die Frage gab, worin eigentlich die Straftat (beim Drogenbesitz, v.a. kleiner Mengen) besteht, ist doch schon einmal ein interessantes Ergebnis.

    Auf eine positive Übersicht zum Thema hätten Sie immerhin verlinken können; haben Sie aber nicht gemacht. Verpasste Chance.

  81. @Stefan Schleim

    “Auf eine positive Übersicht zum Thema hätten Sie immerhin verlinken können; haben Sie aber nicht gemacht. Verpasste Chance.”

    Ich arbeite seit geraumer Zeit an einem Buch über das Thema, das sich sowohl was die Form, als auch spezifische Blickwinkel darauf angeht, maßgeblich von dem unterscheiden würde, was der – insbesondere deutschsprachige – Buchmarkt hier bisher her gibt (und irgendein grösserer Verlag sich überhaupt zu veröffentlichen trauen würde).
    Allerdings bekomme ich immer mehr Zweifel an der Sinnhaftigkeit des Projekts: der völlig überwiegende Teil der Personen, die solche Bücher unbedingt lesen SOLLTEN, fassen sie in der Realität nicht einmal mit der Kohlenzange an. Und die, die so ein Buch gern lesen WÜRDEN – die brauchen es gar nicht, weil sie sowieso bereits auf dieser Linie denken und handeln. Selbst in meinem engeren und weiteren Bekanntenkreis, den ich hier seit Jahren als ‘Versuchsfeld’ nutze, bildet sich diese Dichotomie 1:1 ab – da gibt es praktisch nur Leute, die entweder eh schon offen, neugierig und zu Experimenten mit allen möglichen Substanzen bereit sind, OHNE sich überhaupt vorher näher mit irgendwelchen sachlichen Details, geschweige denn ‘Lektüre’ aufhalten zu wollen – und dann natürlich die Mehrheit, die von dem Thema praktisch überhaupt nichts wissen will, die sogar Gespräche darüber schlicht verweigert (‘brauche ich nicht, interessiert mich nicht, lass mich damit in Ruhe’ etc.).
    Selbst Michael Pollan hat hierzulande, wo man sogar eine politisch klar zugesagte Cannabis-Legalisierung nicht ohne grösste Geburtswehen umgesetzt bekommt, nicht annähernd das Echo, das er im englischsprachigen Raum bekam – ob da sein aktueller Netflix 4-Teiler, der den Fokus natürlich auch wieder primär auf den therapeutischen Nutzen legt, was dran ändert, bezweifle ich.
    Und hier sind wir auch schon bei der Crux: jede ‘positive Übersicht’ über das Thema ‘Drogen’ würde aktuell zu 95% rein englischsprachige Einträge (Bücher, Webseiten, Youtube Videos etc.) beinhalten – und allein daran scheitert es leider auch im Jahr 2022 noch bei zu vielen Deutschen, die schon überfordert sind, den englischen Untertitel bei Youtube einzuschalten (oder zu verstehen).
    Ja immer mehr ‘Promis’ wie Bas Kast (siehe ZEIT Online Podcast vor einigen Monaten) oder auch der Stefan Frädrich in seinem neuesten ‘Werk’ bekennen sich zu lebensveränderten Erfahrungen mit Psychedelika. Gert Scobel trommelt da ja auch schon länger, wenn auch zuletzt immer leiser (H. Jungaberle, der sich immer mehr vom Paulus zum Saulus zurückverwandelt hat, nenne ich hier überhaupt nur noch anstandshalber …). Und engagierte junge (wenn auch leider oft etwas zu hemdsärmelige) Aktivisten wie Jascha Renner arbeiten sich in ihren Podcasts etc. auch eher vergeblich den Hintern ab, um dem ‘Deutschen Michel’ hier auf die Sprünge zu helfen. Und Ihre Bemühungen, Herr Schleim, verfolge ich in diesem Zusammenhang natürlich auch schon eine ganze Weile.
    Aber mal ehrlich … das versandet doch trotz der vermeintlichen ‘2. psychedelischen Revolution’ in der Oberflächlichkeit und Ignoranz der ‘grossen’ Medien sang und klanglos.

  82. @Belzagor: Psychedelika

    Na ja – so ein “Trip” gehört heute ja zum Lifestyle dazu, wie früher der Besuch beim Psychotherapeuten. So geht man vielleicht mit der midlife crisis, der Erfahrung der Sinnlosigkeit des eigenen Lebens um. Das Problem habe ich übrigens nicht. Und die Schamanen in Südamerika finden wegen all der “spirituellen” Touristen aus den “reichen” Ländern kaum noch die benötigten Pflanzen für ihre alten Rituale.

    Wenn Sie mir lange genug gewogen bleiben, werden Sie von mir zum Thema sicher noch ein paar Dinge lesen. Ich kann aber nicht alles gleichzeitig tun. Erst einmal diesen Lese-Tipp aus meiner Feder – Psychedelics: New Chance or New Hype for Psychology? – und meine warme Empfehlung für das Buch von Mike Jay (wird darin zitiert), bzw. das über Meskalin, das von ihm bald erscheinen wird (Yale University Press).

    Halten wir Kontakt?

  83. P.S. Gerade für nicht einmal 4 Euro auf meinen e-Reader geladen:

    Suzi Gage (2020). Say Why to Drugs: Everything You Need to Know About the Drugs We Take and Why We Get High.

  84. @Stefan Schleim

    Ich sehe den ganzen Ayahuasca Tourismus auch sehr kritisch; einer der wohl leider unvermeidlichen Irrwege, den die psychedelische Renaissance eingeschlagen hat, und der ihr nur deshalb noch nicht krachend auf die Füße gefallen ist, weil es natürlich eher vergleichsweise wenige ‘Großkopferte’ sind, die sich so ein Abenteuer überhaupt leisten können, und man gleichzeitig noch dem Irrglauben anhängen muss, das ‘Wahre, Schöne und Erhabene’ würde sich nur weit weg in möglichst exotischen Gefilden finden lassen.
    Und ausserdem taugt das Gebräu ja auch absolut nicht zum ‘Bürgerschreck’, weil wohl eher nicht die Gefahr besteht, dass dadurch wieder die Horden langhaariger, arbeitsscheuer, ‘freie Liebe’ machender, Kumbaya-singender Ungewaschener durch die Strassen der nord-westlichen Metropolen ziehen. Das wäre schon anders, wenn jetzt laufend A.-Zermonien öffentlich in amerikanischen, oder deutschen Stadtparks veranstaltet würden… interessante Vorstellung … wie da wohl ein Razzia in München verlaufen würde … “Kollege, nehmen sie da mal ne Probe von dem Erbrochenen aus dem Eimer mit, zur Analyse …” 🙂

    Allerdings lasse ich nichts grundsätzlich drauf kommen, dass man sich im Rahmen der ‘midlife-crisis’ vielleicht doch eher mit SO einem Thema beschäftigen, und überhaupt auf ‘Sinnsuche’ machen kann und sollte – als anderen klassischeren Ausprägungen dieser Lebensphase zu frönen (Sportwagen, neue junge Freundin, auf dicke Hose machen im Skiurlaub usw.).
    Wir reden dann aber nochmal drüber, wenn sie selbst in das nämliche Alter kommen … 😉

    Danke für den ‘mindwise’ Link; Mike Jay kenne ich natürlich; ‘High Society’ und ‘Emperors of Dreams’ sind ja schon ein bisschen älter. Sehr informativ! Aber auch das ‘Mescaline’ Buch (ISBN: 9780300245080) ist doch von 2019 – oder ist in der Neuauflage irgendwas spektakuläres Neues drin?

    Wir bleiben in Kontakt.

  85. @Stefan Schleim: Suzi Gage

    … danke, von der hab ich ehrlich gesagt noch nie was gehört … aber kennen Sie das:

    “High: Drugs, Desire, and a Nation of Users”
    von Ingrid Walker (2017, UNIVERSITY OF WASHINGTON PRESS)

    Leider ein Buch, das etwas untergegangen ist und viel mehr Aufmerksamkeit verdient hätte. Der Verdacht liegt nahe, dass die Autorin schlicht etwas zu direkt, und zu wenig Michael Pollan-artig ‘geschmeidig’ und defensiv rüber kommt. UND sich noch Überschriften leistet wie: ‘The Pleasure and the Eros of Drugs’, statt sich nur geduckt aus der ‘therapeutischen’ Ecke aufs Feld zu wagen. you get the point …

  86. @Belzagor: Midlife

    Wieso – über die Lebensmitte bin ich nun doch wahrscheinlich hin?! Und Krisen gab es genug.

    Aber wenn Sie diese Alternativen nennen, dann würde ich auch für einen “Trip” plädieren. Ich habe an der Uniklinik Zürich übrigens mit Forschern gesprochen, die schon eine Variante entwickelt haben, bei der man sich nicht übergeben muss. (Was wiederum von Schamanen kritisiert wird, die das als Teil der Reinigung sehen.)

    Die wichtige Frage für mich ist immer: Was bleibt? Was nehmen die Menschen von so einer Session mit? Ich weiß nicht, wie oft ich diesen Satz schon gehört habe, die Konsumenten hätten so viele “neue Einsichten” gehabt. Dass sie darum bewusster leben, wäre mir in den meisten Fällen nicht aufgefallen.

    Jay: Da habe ich wohl etwas verwechselt. Sorry! (Ich habe ihn übrigens vor Kurzem in Groningen kennengelernt und mir mit großer Faszination sowie etwas Neid seine Geschichten aus seiner Berliner Zeit – in den 1990ern? – angehört.)

    Walker: Danke für den Hinweis! Über die Uni kann ich sogar gratis darauf zugreifen. Ich bin gerade sehr im Stress, werde mir aber zumindest einmal die Conclusion durchlesen und dann schauen, was ich mit den anderen Kapiteln anfangen kann.

  87. @Stefan Schleim

    über die Lebensmitte bin ich nun doch wahrscheinlich hin?!

    Es verschiebt sich doch alles nach hinten – 60 ist das neue 50; das kann nicht ohne Auswirkungen auf solche Themen wie die m.c. bleiben – ganz im Ernst …
    Bei mir haben die ersten deutlichen ‘Symptome’ angefangen, als ich bereits zehn Jahre älter war, als Sie.

    Dass sie darum bewusster leben, wäre mir in den meisten Fällen nicht aufgefallen.

    Über solche Einschätzungen hatte ich vor einigen Jahren schon ausführliche Diskussionen mit einem Bekannten, der sich auch dazu entschieden hatte seine eigenen überschaubaren ‘psychedelic experiences’ – bzw. solche im Allgemeinen – eher nachträglich schlecht zu reden. Wir haben das ganze Spektrum der Blickwinkel abgegrast, und sind uns nicht einig geworden.

    Ich vertrete die Auffassung, dass man 1. ja nie weiss, wie sich ein Mensch entwickelt hätte, wenn er KEINE solchen Erfahrungen gemacht hätte. 2. hängt es natürlich auch stark von der konkreten Ausprägung der Erfahrung ab; genau so wie ich eingangs kritisiert habe, dass in der ganzen Drogen-Debatte die Substanzen regelmässig und unzulässig ‘über einen Kamm geschert’ werden, findet zu selten eine Differenzierung statt, wie extrem verschieden diverse ‘Trips’ eigentlich ablaufen können. Da wird zwar zum Tausendsten Mal das Mantra von ‘Set, Setting & Dosis’ heruntergebetet – aber was das TATSÄCHLICH heisst, wenn jemand sich halt nie traut, auch mal mehr als 100ug LSD zu nehmen, oder seine MDMA Erfahrungen sich lediglich auf dem üblichen Club & Festival Reizüberflutungs-Niveau bewegen, statt dass er/sie vielleicht mal mit dem Partner allein im Wald unterwegs war – da müssen Sie lange suchen, bis Sie da mal eine etwas tiefergehende, öffentliche Diskussion drüber finden werden. Es gibt zwar mehr als genug ‘Drogen-Youtuber’ – aber die sind halt überwiegend vergleichsweise jung, und gehen sehr unsystematisch und oberflächlich an die ganze Thematik ran, und ‘verballern’ das ganze Thema damit in aller Regel auf ärgerliche Weise.
    Machen wir uns nichts vor: Drogenkonsum ist zwar einerseits viel weiter verbreitet, als das so mancher wahrhaben will, und kann heute auch offener diskutiert werden, als noch vor 10-15 Jahren – ABER: von einer vielreklamierten ‘Drogen-Kultur’ (im positiven Sinne) sind wir doch noch meilenweit entfernt. Da verbieten sich meiner Ansicht nach qualitative Bewertungen und Einschätzungen ‘ob einem das Ganze eigentlich was bringt’ aktuell noch weitestgehend – dazu läuft das alles noch viel zu holzschnittartig und anekdotisch ab.
    Und da ist noch mit keinem Wort erwähnt, dass sich ja beim jetzigen ‘Geistesklima’ auch noch keiner traut, sich mal den komparativen Schuh anzuziehen, und zum Beispiel einen LSD Trip einem einwöchigen Sylt-Urlaub gegenüberzustellen (wobei sich beides eigentlich nicht ausschliesst … aber das ist ein anderes Thema). Tatsache ist für mich persönlich – schlicht aus eigener Erfahrung, und aus langjährigen Gesprächen mit ‘fellow travellers’, dass man es maßgeblich selbst in der Hand hat, wie man sein(e) ‘experience(s)’ bewertet, und in wieweit man sie in sein Alltagsleben einfliesen lässt. Man kann das alles als spassigen ‘Event’ betrachten, wie einen Besuch im Europapark. Man kann die Suppe geniessen, oder zwanghaft nach dem Haar darin suchen. Oder man kann als die ‘Version 2.0’ von sich selbst daraus hervorgehen – wenn man es zulässt, und wenigstens ein kleines bisschen seiner Energie dafür nutzt, sich nicht sofort wieder vom Sog des Banalen (Arbeit, Familie, Hausbau, Konsum etc.) vereinnahmen zu lassen. Dass dieser Sog für die allermeisten Leute ein relativ starker ist, ist leider Fakt … ein Naturgesetz ist er aber nicht.

  88. … übrigens ein Tipp, falls sie nochmal knapp 4 Ebook EURO SEHR gut anlegen wollen:

    “Dropping Acid: A Beginner’s Guide to the Responsible Use of LSD for Self-Discovery” von Dale Bewan

    Ich bilde mir ein, inzwischen so gut wie alles Relevante zwischen zwei Buchdeckeln zum Thema gelesen zu haben (nach einigen Jahren des ‘Studiums’ lechzt man zusehends danach, noch was Neues, oder wenigstens einen originellen Blickwinkel zu finden, statt zum 100. Mal erzählt zu bekommen, wie Sankt Albert das LSD ‘erfunden’ hat – aber das liegt wohl in der Natur der Sache …) – aber dieses kleine, privat publizierte Büchlein ist wirklich das BESTE, und vor allem zugänglichste ‘Werk’ über die ‘LSD Erfahrung’, das ich kenne. Wenn ich mich noch recht erinnere wohnt der Autor sogar bei Ihnen in den NL – aber da es sich um ein Pseudonym handelt wird es wohl leider kaum möglich sein, ihn so ohne Weiteres zu treffen …

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