Mind-Doping für alle? Vortrag in Gießen

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15. April 2010, 19:30 Uhr, Jugendbildungswerk Gießen, Eintritt frei: In eigener Sache möchte ich alle Interessierten in der Region zu meinem Vortrag über Gehirndoping einladen.

In meinem ca. 50-minütigen Vortrag geht es um

  • die Verbreitung des Gehirndopings im Vergleich zur Berichterstattung in den Medien,
  • die verbreitetsten Substanzen und ihre Wirkungsweise sowie
  • die gesellschaftlich-ethischen Aspekte. 

Die Veranstaltung dauert insgesamt bis zu zwei Stunden und bietet daher viel Raum für Diskussionen.

Weiteres Material findet sich in unserem Blog-Gewitter sowie auf meiner Informationsseite www.cognitive-enhancement.info.

Stephan Schleim

Veröffentlicht von

www.schleim.info

Die Diskussionen hier sind frei und werden grundsätzlich nicht moderiert. Gehen Sie respektvoll miteinander um, orientieren Sie sich am Thema der Blogbeiträge und vermeiden Sie Wiederholungen oder Monologe. Beim Gedankenaustausch darf es auch mal heiß hergehen, jedoch nicht beleidigend werden, vor allem nie unter die Gürtellinie gehen. Stephan Schleim ist studierter Philosoph, Psychologe und promovierter Kognitionswissenschaftler. Seit 2009 ist er an der Universität Groningen in den Niederlanden, zurzeit als Assoziierter Professor für Theorie und Geschichte der Psychologie. Der Autor schreibt auch für zahlreiche andere Medien.

7 Kommentare

  1. @ Martin: Danke,

    doch der Vortrag hat nun gestern Abend schon stattgefunden. Wäre das mit Mind Doping auch passiert? 😉

    Ich bin jedenfalls sehr zufrieden damit, wie es lief; überraschend waren sogar zwei Presseleute von Zeitung und Radio vor Ort.

  2. Bericht im Gießener Anzeiger

    Eine flinke Journalistin hat hier schon einen Bericht veröffentlicht.

    Schade allerdings, dass sie die übertriebenen 25%, die Angeblich schon ihr Gehirn “dopen”, nicht mit den realistischeren Zahlen auflöst, die ich genannt habe: ca. 6%, die es im vergangenen Jahr schon einmal ausprobiert haben und vielleicht 2% regelmäßige “Doper”.

  3. Ergänzung

    Die Journalistin vergaß das Wichtigste, und das blieb doch sicher nicht unerwähnt: die mangelnden Kenntnisse der Hirnforscher und Pharmakologen über Langzeitwirkungen dieser Medikamente. Ob die Wahrscheinlichkeit, beispielsweise Alzheimer, Parkinson oder Persönlichkeitsstörungen zu entwickeln, steigt, ist vollkommen unklar.
    Unlängst erschien eine Warnung des Präsidenten der Deutschen Chirurgischen Gesellschaft im Deutschen Ärzteblatt an alle Chirurgen: Sie mögen ihre Arbeitsleistung nicht auf diese Weise steigern; die gesundheitlichen Risiken seien unabsehbar. Recht hat der Mann.
    Sie sehen das auch so, Herr Schleim. Ich hoffe, daß Sie sich damit viel Gehör verschaffen.

  4. @ Ebrahim

    Meine Erfahrung ist, dass es manche Meinungen in den Medien schwieriger haben als andere; wer den Hype und die Möglichkeiten beschwört, findet wohl eher Gehör; aber es gibt da natürlich auch Ausnahmen, wie ich beispielsweise vor kurzem wieder in Gehirn&Geist erfahren durfte.

  5. Zuverlässigkeit

    Den Hype zu beschwören bringt ja wohl auch in manchen Fällen bares Geld von den Pharmafirmen. Das darf man halt nicht übersehen.

    Wie Sie sagen, findet man bei “Gehirn und Geist” gelegentlich auch kritische Aufmerksamkeit. So brachten sie am 18.3.10 einen Artikel über die methodischen Schwächen von fMRT-Hirnscans: “Voodoo statt harte Fakten?”, aus dem man messerscharf schließen kann, daß sämtliche MFT-basierten Studien der Hirnforschung, mit denen wir in den letzten Jahren bombadiert wurden, unter verschäften, im Artikel erwähnten Bedingungen wiederholt werden müßten, um glaubwürdig zu sein.
    Ich stieß vor einiger Zeit auf psychologische Tests, die den Einfluß der Köperhaltung auf die Reaktion des Probanden beschrieben.(Leider kann ich die Quellenangebe nicht mehr liefern.) Es zeigte sich, daß im Liegen andere oder abgeschwächte Reaktionen auftraten. Da man im Tomographen liegt, können schon aufgrund der Körperhaltung nur Meßergebnisse entstehen, die für stehende, sitzende oder sich frei bewegende Personen – also in normalen Alltagssituationen – ungültig sind.

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