Mensch in Körper und Gesellschaft: Was heißt Freiheit?

Eine Untersuchung darüber, wie man am besten im Einklang mit seinen Wünschen und Vorstellungen lebt

Prolog

Eines Winterabends lief ich gedankenversunken zum Supermarkt bei mir um die Ecke. Ich dachte über meinen Artikel für die “Cologne Futures” (eine Tagung des Instituts für Medien- und Kommunikationspolitik in Köln) nach, bis mich etwas Unerwartetes aus den Gedanken riss: Wegen einer Baustelle waren die Gehwege auf beiden Seiten aufgerissen. Jetzt musste ich aufpassen, wohin ich trat.

Den Supermarkt erreichte ich zwar ohne zündende Idee, doch auch ohne in eine Grube zu fallen. Dort lief ich an leergeräumten Regalen vorbei. Darauf standen der Name einer beliebten Schokoladenmilch und das Angebot: “Drei kaufen, eines bezahlen. Gültig nur am Mittwoch.” Daneben hatte ein Mitarbeiter etwas fantasielos einen DIN A4-Zettel aus dem Laserdrucker mit großer Arial-Schrift aufgehängt: “Maximal sechs Packungen pro Person!!!”

Dass keine einzige Packung mehr übrig war, zeigte deutlich, was die Kunden von dieser Art Angebot hielten, die sich die Marketingleute inzwischen schon im Tagestakt ausdachten. Ich kam selbst eigentlich nur für Bananen, Saft und Taschentücher im Wert von € 8,91. Der Kassenzettel bezeugte, dass ich den Supermarkt schließlich mit acht verschiedenen Produkten im Wert von € 36,13 verließ.

Der Kassencomputer tröstete mich: “Sie haben € 14,91 gespart.” Dabei hatte ich insgesamt € 21,22 bezahlt, also rund zwölf Euro mehr als geplant. Um die Angebote nutzen zu können, musste ich meine Identität als Kunde Nummer xx6534 an das Unternehmen preisgeben. Dafür gab es aber auch noch drei Sparsiegel für ein Servis – am Ende der Aktion würde ich vier volle Karten haben – und zwölf Fußballbildchen, für die Kinder oft am Eingang in der Schlange standen.

Einführung

Was ich hier etwas salopp aufgeschrieben habe, ist von mir als Einstieg in das Thema “Was heißt Freiheit?” durchaus ernst gemeint. Das hat zugegebenermaßen mit dem Problem der Willensfreiheit, das einige Hirnforscher und Philosophen jahrelang öffentlichkeitswirksam diskutierten, nur sehr wenig zu tun. Zum Glück! Dafür hat es meiner Meinung nach aber sehr viel damit zu tun, wie die Umgebung unser Fühlen, Denken und Handeln beeinflusst, insbesondere unsere Entscheidungsfindung. Um diesen Aspekt geht es mir in diesem Artikel mit der etwas unhandlichen Überschrift.

Dafür will ich zuerst etwas über die Erkenntnis- und Erklärungsmöglichkeiten der heutigen Hirnforschung schreiben. So werde ich in den ersten beiden Abschnitten “Beispiel: ‘Gedankenlesen’ in den Medien” und “Fallstudie: ‘Gedankenlesen/-schreiben'” erst als Wissenschaftssoziologe und -Historiker, dann als Wissenschaftsphilosoph schreiben. In dieser Rolle werde ich danach den “Beitrag der Hirnforschung zur Freiheitsdiskussion” zusammenfassen. Den zentralen Abschnitt, “Freiheit in der Praxis”, schreibe ich aber als Verhaltens- beziehungsweise Sozialwissenschaftler, bevor ich den Artikel mit meinen “Schlussfolgerungen” beende. Die vorangegangenen Sätze könnte man auch als meinen “Plan” bezeichnen. Wir werden sehen, ob mir dessen Umsetzung besser gelingt als die Sache mit den Bananen eines dunklen Winterabends…

Beispiel: “Gedankenlesen” in den Medien

Aus den Medien sind wir inzwischen einiges an sensationeller Berichterstattung über die Hirnforschung gewöhnt. Daher dürfte das folgende Zitat aus einer Tageszeitung nur wenige überraschen:

“Heute sind es noch Geheimzeichen, morgen wird man vielleicht Geistes- und Hirnerkrankungen aus ihnen erkennen und übermorgen sich gar schon Briefe in Hirnschrift schreiben.”

Falls an diesem Zitat doch etwas überrascht, dann ist es nicht sein Inhalt, sondern sein Alter: Es stammt nämlich aus dem Stadt-Anzeiger Düsseldorf vom 6. August 1930, ist also bald neunzig Jahre alt. Der Artikel erschien anlässlich der Entwicklung der Elektroenzephalographie (EEG) durch den Jenenser Professor Hans Berger (zitiert nach Borck, 2005, S. 7). Das Zitat hätte aber genauso gut aus einem aktuellen Artikel stammen können.

Das zeigt zweierlei: Erstens ist die Vorstellung, mit neuen Methoden der Hirnforschung Gedanken “lesen” oder sogar “schreiben” zu können, gar nicht so neu; zweitens sind solche Vorstellungen auch nach bald hundert Jahren immer noch Phantasie. Sind sie das wirklich? Damit nehme ich freilich bereits eine Schlussfolgerung vorweg, auf die ich gleich noch kommen werde.

Eine aktuelle Sensationsmeldung von vergleichbarer Art, jedoch mit kommerziellen Hintergedanken, erschien am 14. Januar 2019 im New Scientist: Laut dem Titel ist ein Gerät zum Gedankenlesen an 10.000 Schulkindern in China getestet worden. Es geht um das “Focus 1” genannte Gerät der Firma BrainCo, das als Bügel über den Ohren aufliegt und über die Stirn verläuft.

Angeblich werden damit Gehirnströme gemessen, die etwas über die Aufmerksamkeit von Schülerinnen und Schülern beziehungsweise Studierenden verraten sollen. Laut dem Werbevideo kann das Lehrpersonal in Echtzeit sehen, wer aufpasst und wer nicht – und dann entsprechend reagieren. Das könnten gleichermaßen motivierende wie strafende Maßnahmen sein.

In der Werbung wird mit bekannten Namen wie Harvard oder NASA suggeriert, dass es sich um ein wissenschaftlich erprobtes Verfahren handelt. In einer Fachzeitschrift publiziert und damit nachprüfbar scheint das Gerät aber nicht zu sein. Jedenfalls werden keine entsprechenden Quellen angegeben.

Bedenklich stimmt mich aber auch der Aufmacher des New Scientist: Direkt unter der Überschrift mit den 10.000 Schulkindern prunkt nämlich ein Foto, das “Focus 1” im Einsatz zeigen soll: Ein junger Lehrer in hellblauem Hemd und dunkler Krawatte beugt sich über einen Tisch, an dem vier junge Frauen sitzen, vielleicht im Alter von 16 bis 18 Jahren. Die Schülerinnen schenken dem Mann ihre ungeteilte Aufmerksamkeit. Über ihre Stirnen wölbt sich das angebliche Gedankenlesegerät.

Die Bildunterschrift lautet, ins Deutsche übersetzt: “Schülerinnen trugen das Focus-Headset und Lehrer konnten mit einer App ihr mittleres Aufmerksamkeitsniveau überwachen.” Es scheint also zu funktionieren.

Zwei Haken hat die Sache allerdings: Erstens handelt es sich um eine Abbildung aus dem genannten Werbevideo, was wohl nur denjenigen auffallen dürfte, die es bereits gesehen haben. Die Szene ist also gestellt. Zweitens stammt das Foto deutlich aus einem westlichen, wahrscheinlich nordamerikanischen Kontext und nicht aus China. Es passt also gar nicht zur Überschrift.

Wir sehen, wie die Vorstellung vom Gedankenlesen Menschen fasziniert, von 1930 bis 2019, in der heutigen Zeit mit klarer Gewinnabsicht. Nun muss man fairerweise zwischen wissenschaftlicher Forschung und kommerzieller Anwendung unterscheiden.

Aber auch Forscher sprechen seit den 2000ern mit Blick auf neue Möglichkeiten der funktionalen Magnetresonanztomographie (fMRT) ausdrücklich vom Gedankenlesen, was auch zu meinem gleichnamigen Buch anlass gab (Schleim, 2008). Das lässt sich nicht nur in technik- und wissenschaftsnahen Medien wie Technology Review, Nature oder Science belegen, sondern auch in wissenschaftlichen Fachartikeln etwa über mögliche Anwendungen zur Lügendetektion (Gamer, 2014) oder in der forensischen Psychiatrie (Meynen, 2017).

Bevor ich im folgenden Abschnitt ein wissenschaftlich überprüfbares Verfahren genauer unter die Lupe nehmen will, möchte ich aber der Vollständigkeit halber eine historisch wichtige, heute aber vielen nicht mehr bekannte Forscherpersönlichkeit erwähnen, nämlich José Delgado (1915-2011). Dieser implantierte nicht nur verschiedenen Tierarten – dokumentiert sind Katzen, Stiere und Affen –, sondern in Einzelfällen auch Menschen von ihm “Stimoceiver” getaufte Apparate ins Gehirn, mit denen Hirnströme gemessen aber auch erzeugt werden konnten. Man könnte hier also vom “Gedankenschreiben” sprechen, wenn auch anders verstanden als in dem Zeitungsartikel von 1930.

Delgados Idee, mit einem ins Gehirn implantierten Gerät Gehirnströme sowohl zu messen als auch zu beeinflussen, erlebt gerade eine Renaissance. Erst am 11. Februar 2020 berichtete das Universitätsklinikum Regensburg von dem Versuch, einer Patientin mit einer Zwangsstörung mit Tiefenhirnstimulation zu helfen. “Zwanghaft muss die 36-Jährige alles hinterfragen, besonders sich selbst.” Das Gerät übermittelt Signale an das Smartphone der Frau, von wo aus sich die elektrische Stimulation steuern lässt. Nebenbei: In der Mittelung heißt es, die Problematik bestehe seit dem 18. Lebensjahr und weder Medikamente noch Verhaltenstherapie hätten geholfen. Bei so einer tiefgreifenden Problematik wäre aber doch auch eine tiefenpsychologische Psychotherapie einen Versuch wert gewesen, bevor man gleich das Gehirn operiert! Quelle: Universitätsklinikum Regensburg

Delgado baute darauf in seinem 1969 erschienenen Buch “Physical Control of the Mind: Toward a Psychocilivized Society” eine ganze Utopie für eine “psychozivilisierte Gesellschaft”. Dabei überrascht – manche würden vielleicht eher sagen: schockiert –, mit welcher Offenheit der Hirnforscher seine chirurgisch-elektrischen Eingriffe ins Menschengehirn zur Lösung gesellschaftlicher Probleme propagiert (Delgado, 1969).

Delgado war wohlgemerkt kein Außenseiter, sondern arbeitete an einer führenden Universität, publizierte in tonangebenden Fachzeitschriften und wurde so einer der Pioniere auf dem Gebiet der Tiefenhirnstimulation. Dieses Verfahren wird heute in bestimmten Fällen zur Behandlung von Parkinson eingesetzt, jedoch auch in psychiatrischen Klinken erprobt, etwa zur Behandlung von Depressionen (Coenen et al., 2019). Nähere Details habe ich hierzu bereits in meinem Buch “Die Neurogesellschaft” diskutiert (Schleim, 2011).

Fallstudie: “Gedankenlesen/-schreiben”

Die Studie, die ich genauer analysieren will, ist “Conscious Brain-to-Brain Communication in Humans Using Non-Invasive Technologies” (Grau et al., 2014). Bewusste Kommunikation zwischen Menschengehirnen also, die in Medien etwa als “erstmalige Hirn-zu-Hirn ‘Telepathie‘” oder “Telepathie und Gedankenkontrolle” dargestellt wurde. Vielleicht könnte man auch von “Neurotelepathie” sprechen.

Der Versuchsaufbau war wie folgt: Versuchspersonen sollten sich nach Vorgabe vom Versuchsleiter die Bewegung ihrer Füße oder Hände vorstellen. Ersteres stand für den binären Code “0” und Letzteres für “1”. Ein EEG-Gerät beziehungsweise die Gehirn-Computer-Schnittstelle maß Gehirnströme im motorischen Kortex, der mit Bewegungen zusammenhängt. Ein Computer erkannte die gemessene Aktivität dann als “0” oder “1” und sendete schließlich eine gesamte Botschaft der Form “00101110…” an einen zweiten Computer, den Empfänger.

Dieser erzeugte mit einer Magnetspule (Transkranielle Magnetstimulation, TMS) am Kopf einer zweiten Person einen Impuls, der entweder zur Wahrnehmung eines Lichtblitzes, genannt Phosphen, führte oder nicht. Diese Versuchsperson berichtete dann, ob sie etwas gesehen hatte, was schließlich als “1” oder “0” interpretiert wurde. Die so übermittelten Botschaften waren übrigens binäre Übersetzungen der Wörter “hola” und “ciao” (Grau et al., 2014).

Dem geneigten Leser fällt hoffentlich von selbst auf, dass es unter diesen Versuchsbedingungen ziemlich weit hergeholt ist, von “bewusster Gehirn-zu-Gehirn-Kommunikation” oder gar “der Verwirklichung der ersten menschlichen Gehirn-zu-Gehirn-Schnittstelle” (Grau et al., 2014) zu sprechen, geschweige denn von Gedankenübertragung (Telepathie).

Das liegt daran, dass der Übertragung zahlreiche Akte kommunikativer Verständigung und Interpretation vorangingen: Verabreden wir, dass “Fuß-Aktivierung” im Gehirn “null” bedeutet und “Hand-Aktivierung” “eins”. Und vereinbaren wir, dass kein Phosphen “null” bedeutet und ein Phosphen “eins”. Die angeblich so direkte Gehirn-zu-Gehirn-Kommunikation setzt auffallend viele zwischenmenschliche Absprachen voraus.

Es wäre wohl eine viel direktere Form der Kommunikation gewesen, hätte die erste Versuchsperson die zweite schlicht angerufen – eine Technologie aus dem 19. Jahrhundert – und “hola” und “ciao” gesagt. Auch diesem Kommunikationsvorgang kann man so beschreiben, dass ihm Gehirnprozesse zugrunde liegen, nämlich in den Sprech- und Hör-Arealen des Gehirns.

Manche Forscher, die sich intensiver mit neurowissenschaftlichem Gehirn- oder Gedankenlesen auseinandergesetzt haben als Grau und Kollegen (z.B. Haynes & Rees, 2006; Kay et al., 2008), mögen vielleicht einwenden, dass die hier besprochene Studie von schlechter Qualität ist. Ich vertrete aber den Standpunkt, dass auch anspruchsvollere Versuche, mit denen man etwa gesehene Bilder anhand von Gehirnaktivierung rekonstruieren wollte, letztlich auf statistische Interpretationsvorgänge hinauslaufen, die auf bestimmten Vereinbarungen beruhen.

Es ist also keinesfalls so, als würde man einen konkreten Gedanken oder auch nur einen bestimmten psychischen Prozess im Gehirn identifizieren beziehungsweise lesen (Schleim, 2008; 2011). Das vollständige Argument hierfür muss ich aus Platzgründen aber auf eine andere Gelegenheit verschieben.

Nur so viel sei noch gesagt: Zur vorläufigen Beurteilung, wie “echt” ein Versuch des Gedankenlens ist, sollte man die folgenden beiden Kriterien berücksichtigen: Erstens, wie viel Mitarbeit und Interpretationsarbeit durch Menschen ist notwendig? Zweitens, würde das Verfahren auch bei Personen funktionieren, die nicht kooperieren – oder sich sogar aktiv widersetzen? Wie wir bereits gesehen haben, werden entsprechende Versuche bereits im Kontext von Lügendetektion und kriminellem Verhalten diskutiert.

Nach dieser Diskussion der Geschichte und einiger neuerer Versuche des neurowissenschaftlichen Gedankenlesens möchte ich in der Mitte des Artikels aber noch auf den Beitrag der Hirnforschung zur Freiheitsdiskussion eingehen.

Beitrag der Hirnforschung zur Freiheitsdiskussion

Freiheit in der Praxis

Nach dieser Zusammenfassung des Beitrags der Hirnforschung zur Freiheitsdiskussion können wir uns jetzt dem praktischen Freiheitsproblem widmen.

Nein, ernsthafter als mit einem leeren Abschnitt kann man es auch wie folgt in wenigen Absätzen zusammenfassen: Das von einigen namhaften Hirnforschern in die Medien und dort von Philosophen und Wissenschaftlern kommentierte Problem der Willensfreiheit begegnete uns in zwei Varianten: Die Erste bestand im Leugnen eines bewussten Willens, das heißt, in dem Moment, in dem ein Mensch behaupten würde, eine freie Entscheidung getroffen zu haben, hätte sein Gehirn längst unbewusst entschieden.

Den Anstoß hierfür gaben in den 1980er Jahren die Versuche Benjamin Libets (1916-2007), die teilweise bis heute, leider sehr oft aber auch falsch, diskutiert werden. In der Psychologie wurde aber auch schon lange Zeit vorher, nämlich von Sigmund Freud (1856-1939), die Bedeutung des bewussten Willens relativiert (Schleim 2011; 2012), wobei Freud auf Gedanken der damaligen Philosophie zurückgriff.

Die heutige Hirnforschung kann meiner Meinung nach allein schon aus dem Grund wenig Neues zu dieser Diskussion beitragen, weil die Feststellung, was Merkmale bewusster oder unbewusster Gehirnaktivierung sind, auf der Interpretation der Forscher beruht und eben gerade nicht direkt im Gehirn erkannt werden kann. Ferner werden diese Interpretationen dann mit bestimmten postulierten psychischen Vorgängen in Zusammenhang gebracht, wobei die Erklärungslücke zwischen Gehirn, Geist und Verhalten nie völlig geschlossen wird (siehe hierzu auch Schleim, 2018a).

Die zweite Variante der Willensfreiheitsdiskussion bestand darin, auf die Determiniertheit des Gehirns zu verweisen und damit Willensfreiheit auszuschließen. Dieses Determinismus-Argument ist nun schon so alt wie die abendländische Philosophie (Schleim, 2008). Das Argument ist aber darum schon nicht schlüssig, dass auch innerhalb der Neurowissenschaften strittig ist, ob das Gehirn beziehungsweise biologische Organismen allgemein deterministische Systeme sind (Heisenberg, 2009). Davon unabhängig ist die Beziehung zwischen Determinismus und Willensfreiheit komplex.

So behaupten etwa die sogenannten Kompatibilisten, was wohl der Mainstream der heutigen analytischen Philosophie sein dürfte, gerade, dass Willensfreiheit die richtige Form der Determinierung voraussetzt: Der Wille ist also genau dann frei, wenn seine Entscheidungen beispielsweise von der betreffenden Person selbst und im Einklang mit ihren Wünschen und Überzeugungen getroffen wurde und nicht etwa durch äußeren Zwang. “Kompatibilistisch” steht so für die Kompatibilität – oder schlicht: Vereinbarkeit von – Determinismus und Willensfreiheit.

Ein meines Wissens bis heute nicht vollständig gelöstes Problem hat aber auch diese Sichtweise damit, dass die Wünsche und Überzeugungen der Person nicht unbedingt ihre Eigenen sein müssen, nämlich in dem Sinne, dass sie Anpassungen an beziehungsweise Konditionierungen durch die Umgebung sind. Oder anders formuliert: Die Person entscheidet sich zum Zeitpunkt t vielleicht im Einklang mit ihren Wünschen und Überzeugungen für die Alternative A, etwa Käsekuchen zu essen statt Marmorkuchen; das Entstehen dieser Wünsche und Überzeugungen selbst unterlag aber nicht der bewussten Kontrolle dieser Person (siehe hierzu auch Sie & Wouters, 2010). Das erstgenannte Problem des bewussten Willens lässt hier wieder grüßen.

Dies ist zugegeben nur ein kurzer Abriss der philosophischen Diskussion, in der auch tiefgründigere Beispiele diskutiert werden als die Wahl eines Kuchens. Dennoch bleiben bei den Bedingungen der tatsächlichen Entscheidungsfindung zahlreiche psychologische und philosophische Fragen offen.

Dass die weitreichenden normativen Schlussfolgerungen etwa zur Abschaffung des Strafrechts angesichts dieser Faktenlage überzogen waren, sollte deutlich sein (Schleim, Spranger & Walter, 2009). Die Diskussion wurde unter sehr ähnlichen Prämissen auch bereits im 19. Jahrhundert geführt. Damals wie heute führte sie in keinem Land zur Einführung eines Neuro-Strafrechts.

Inzwischen hat es zwar in den Niederlanden eine Gesetzesänderung gegeben, die – unter bestimmten Voraussetzungen – Regelungen des Jugendstrafrechts auf bis zu 22-jährige Täter ausdehnt und die man durchaus als “Neuro-Strafrecht” bezeichnen könnte. Wie ich hier aufzeigte, beruhte diese Entscheidung des Gesetzgebers aber gerade nicht auf einem (falschen) Verständnis der Ergebnisse der Hirnforschung zur Willensfreiheit, sondern auf einem (falschen) Verständnis der Ergebnisse der Neurowissenschaften zur Gehirnentwicklung (Schleim, 2019b).

Anstatt sich mit der meiner Meinung nach wenig ergiebigen Diskussion der Willensfreiheit zu beschäftigen, scheint es mir sinnvoller, sich mit einem praktischen Freiheitsproblem zu beschäftigen, nämlich mit der Frage, wie jemand – im Rahmen seiner Möglichkeiten – mit seinem Körper und in seiner Umwelt das Verhalten ausdrücken kann, das er oder sie ausdrücken will. Es geht also nicht so sehr darum, wie man frei Wollen und Entscheiden kann, sonder wie man am besten im Einklang mit seinen Wünschen und Vorstellungen lebt.

Damit kann ich auch endlich auflösen, was sich hinter der Wendung “Mensch in Körper und Gesellschaft” des Titels verbirgt: Dass sich nämlich unser Verhalten in ständiger Wechselwirkung von Körper beziehungsweise Individuum und Umgebung ausdrückt. Auch wenn ich selbst nicht davon ausgehe, dass sich unsere psychischen Vorgänge vollständig auf der körperlichen, zum Beispiel neurophysiologischen Ebene beschreiben lassen, rechne ich hier der Einfachheit halber die psychischen Vorgänge zum Körper/Individuum: Vereinfacht gesagt ist der Körper die Entität, die den Geist in die Welt bringt; oder der “Träger” mentaler Eigenschaften, wie man in der Philosophie des Geistes sagt.

Was könnte nun dazu führen, dass unser Verhalten nicht im Einklang mit unseren Wünschen und Vorstellungen steht? Eigenschaften der Umgebung. Welche Eigenschaften? Denken wir an ein konkretes Beispiel, nämlich unser Kaufverhalten:

Da wir – freilich mit bedeutenden Unterschieden untereinander – einen relevanten Teil unseres Lebens mit dem Kaufen von Dingen und Dienstleistungen verbringen oder, in konkreten Zahlen ausgedrückt, 2018 im Einzelhandel rund € 520 Milliarden ausgaben (siehe die Abbildung), womit man den Haushalt der ganzen Bundesrepublik Deutschland eineinhalbmal bezahlen könnte, ist dies ein bedeutendes Beispiel.

Umsatz Einzelhandel Deutschland.png
Beschreibung: Der Konsum in Deutschland ließ sich auch durch die jüngste Schulden- und Finanzkrise nicht nachhaltig nach. Im Gegenteil stieg er insgesamt deutlich stärker als die Inflation. Quelle: Statistisches Bundesamt.

Interessanterweise ist dieser Umsatz nun seit dem Jahr 2007 stetig gestiegen, nämlich um rund 22%, nur 2009 und 2010 sorgte die Finanzkrise für einen kurzzeitigen Dämpfer. Diese Zunahme liegt deutlich über der Inflationsrate. Wir konsumieren also immer mehr.

Liegt das daran, dass wir überzeugte Konsumenten sind und unsere Freiheit in dem Sinne maximieren, dass wir immer mehr Produkte und Dienstleistungen kaufen? Oder liegt es vielleicht (auch) an Eigenschaften unserer Umgebung? Dass wir immer mehr kritische Diskussionen über die Produktionsbedingungen unserer Konsumgüter haben, ist ein Indiz dafür, dass wir nicht alle aus voller Überzeugung konsumieren.

Schauen wir uns zum Schluss ein konkrete Umgebung an, in der Kaufentscheidungen getroffen werden, etwa einen modernen Supermarkt. Dabei sollten wir berücksichtigen, dass Supermärkte für uns selbstverständliche Einrichtungen sind und wir von der Kindheit bis zum Greisenalter verstehen, wie sie funktionieren. Jedenfalls in dem Sinne, dass wir unsere Produkte aussuchen und bezahlen, ohne dass die Polizei gerufen wird.

Für jemanden, der im Urwald oder in unserer Gesellschaft vor hundert Jahren aufgewachsen ist, wäre das nicht so selbstverständlich. Es handelt sich also um eine Kulturleistung.

Diese Leistung wird aber auch von bestimmten Experten derart optimiert, dass sie Sie und mich, uns alle zu bestimmten Entscheidungen motiviert. Erinnern Sie sich an den Prolog. Und wissen wir bei genauerem Hinsehen wirklich, wie ein Supermarkt funktioniert, sozusagen hinter den Kulissen?

Auf der Grundlage psychologischer Forschung im Bereich des Marketings wurden Supermärkte nämlich in den letzten Jahren bis Jahrzehnten zu stets kauffreudigeren Umgebungen.[1] Es beginnt bereits beim Eingang, wo uns vielleicht ein Bäckerladen mit der Möglichkeit zum Kaffeetrinken erwartet. Das ist nicht nur selbst Konsum, sondern bringt uns auch in eine ruhigere und konsumfreundlichere Stimmung. Danach kommen wir in eine marktähnliche Sphäre mit frischem Obst und Gemüse, was nicht nur einen gewissen Luxus ausstrahlt – anders als beim Discounter –, sondern uns später auch eher zu ungesunden Produkten greifen lässt.

Produkte wie Milch oder Eier, die jeder mal braucht, finden sich oft im entlegenen Winkel, sodass wir eine möglichst weite Strecke ablegen müssen und dabei möglichst oft in Versuchung kommen, weitere Produkte zu kaufen. Der Einfachheit halber sind dann Waren, die häufig zusammen gekauft werden, etwa Nudeln und Tomatensoße, auch nahe beieinander, damit wir leichter zugreifen können.

Wenn der Weg durch den Supermarkt übrigens gegen den Uhrzeigersinn verläuft, dann liegt der Umsatz etwa zehn Prozent höher. Wissenschaftlich erklären lässt sich das bisher nicht.

Wie wir über Preise und Angebote beeinflusst werden, habe ich bereits im Prolog geschildert. Dabei lassen sich nicht nur dank “Big Data” die Erfolge bestimmter Werbeaktionen in Sekundenschnelle quantifizieren, sondern wegen der personalisierten Rabattkarten auch in einem konkreten Individuum nachvollziehen. Von so viel Wissen über einen Menschen kann ein akademisch arbeitender Psychologe oft nur träumen!

Wenn wir auf dem Weg zur Kasse noch einen Kugelschreiber kaufen wollen, dann liegt neben dem Modell für € 0,99 und für € 1,99 wahrscheinlich auch noch ein teures für € 9,99. Das teuerste Modell wird zwar nicht oft gekauft, sorgt aber dafür, dass mehr Kunden den Mittleren wählen an Stelle des Billigsten. Auch das ist gut für den Umsatz. Ob wir deshalb besser schreiben, steht auf einem anderen Blatt.

Bevor wir endlich wieder draußen sind, müssen wir wahrscheinlich noch eine Weile an der Kasse anstehen. Dort finden sich vorzugsweise Süßigkeiten, auf die auch gerne Kinder ansprechen, für die es in Greifhöhe eigene Angebote gibt. Es finden sich also Produkte, die wir dann impulsiv aufs Band legen – und gekauft ist gekauft.

Beinahe pervers erscheint vor diesem Hintergrund das Anbieten von Alkohol- und Tabakprodukten im Wartebereich, was nicht nur abhängigen Menschen die Abstinenz erschwert. Aber auch das ist gut für den Umsatz.

Schlussfolgerungen

Dieser kurze Ausflug in eine Kaufumgebung war vielleicht nicht sehr akademisch, doch hoffentlich aufschlussreich. Auf wissenschaftliche Forschung gestützt war er allemal. Aber was hat das nun mit der praktischen Freiheit zu tun?

Um unser Kaufverhalten – um bei dem konkreten Beispiel zu bleiben – im Einklang mit unseren Wünschen und Vorstellungen zu gestallten, müssten wir uns erst einmal bewusst darüber werden, was und wie viel wir eigentlich konsumieren möchten. Ein erster Schritt hierfür wäre Selbstreflexion, also eine zielgerichtete Veränderung des Körpers/Individuums in der Gleichung.

Auch ein Wissen darum, mit welchen Tricks die Kaufumgebung eingerichtet ist, kann uns bei der Entscheidungsfindung und Selbstkontrolle helfen. Dass die Tricks aber selbst dann noch funktionieren können, wenn man sie schon kennt, haben wir bereits im Prolog gesehen.

Um auf die Hirnforschung zurückzukommen, ist es überhaupt nicht klar, was dieser Wissenschaftszweig zum praktischen Freiheitsproblem beitragen könnte. Sie scheint noch nicht einmal über die richtigen Kategorien zu verfügen. Damit ist mitnichten bestritten, dass etwa auch beim Kaufverhalten Gehirnprozesse stattfinden. Das ist eben nur nicht die Erklärungsebene, die für dieses Verhalten relevant ist.

Aber Eigenschaften der Umwelt und des Verhaltens lassen sich doch am direktesten mit den Methoden der Verhaltenswissenschaften wie der Psychologie erforschen und nicht etwa eingezwängt in die Röhre eines fMRT, in der man sich bestenfalls durch eine virtuelle Computerwelt bewegt, schlimmstenfalls die Darbietung relativ sinnfreier Stimuli mit Knopfdrücken links/rechts quittiert. Und selbst wenn Verfahren der Hirnforschung zu dem Zweck entwickelt werden, Gedanken zu lesen, zu schreiben oder zu kontrollieren, dann liegt der Maßstab zur Kontrolle des Erfolgs bis auf Weiteres im Verhalten.

In diesem Zusammenhang ist es aufschlussreich, auf einen populärwissenschaftlichen Artikel von Gerry van der List im traditionsreichen niederländischen Wissenschaftsmagazin Elsevier zu verweisen. Der Redakteur schrieb in einem Artikel über das Willensfreiheitsproblem, dass diejenigen, die noch nicht von der großen Bedeutung dieses Problems überzeugt sind…

“…trotzdem die Relevanz der Hirnforschung verstehen können. Beispielsweise profitieren Unternehmen erheblich von Erkenntnissen darüber, wie unser Gehirn arbeitet. Sie wissen, dass es schlau ist, die Einkaufswagen in Supermärkten so groß wie möglich zu machen (damit die Kunden mehr Dinge hereintun können), Gemüse und Früchte gleich am Eingang zu platzieren (damit die Kunden ein gutes Gefühl bekommen und sich später trauen, weniger gesunde Produkte zu kaufen)…”)

Elsevier Magazine vom 5. März 2016, S. 19; meine Übersetzung

Die Beispiele, die in diesem immerhin als “Artikel der Woche” hervorgehobenen Bericht verwendet werden, sollen die besondere Bedeutung der Hirnforschung belegen. Tatsächlich handelt es sich bei ihnen aber um Ergebnisse von psychologischer beziehungsweise Marketingforschung durch langjährige Beobachtung der Umwelt, in der Menschen ihre Kaufentscheidungen treffen. Dieses Vorgehen, solche Erkenntnisse irrtümlich der Hirnforschung zuzuschreiben, ist beileibe kein Einzelfall.

Natürlich finden bei einem Supermarktbesuch auch Gehirnprozesse statt. Dass bestimmte Eigenschaften der Umwelt bestimmte Entscheidungen wahrscheinlicher machen, wissen wir aber aufgrund der Beobachtung des Verhaltens, nicht des Gehirns. Die Mechanismen zu verstehen, die diesen Entscheidungen zugrundeliegen, wäre nicht nur sehr kompliziert, sondern würde für die Praxis wenig bis nichts zufügen.

In ähnlicher Weise hat der Anthropologe Joseph Dumit, der als einer der Ersten die Wissensproduktion durch die bildgebende Hirnforschung kritisch untersuchte, das Vorgehen der Neuro-Pädagogik hinterfragt (Dumit, 2012): Wenn wir etwa herausfinden, dass Schüler durch das Einüben bestimmter Meditationstechniken besser lernen, wäre es dann nicht sinnvoller, dieses Wissen so schnell wie möglich in die Praxis umzusetzen, als ewig nach den Mechanismen zu suchen, die diesem Effekt zugrundeliegen?

Bei den hier diskutierten Beispielen ging es nur um das Kaufen von Produkten oder das Lernen. Eine ganz andere Dimension erhält mein Argument aber im Kontext der Psychiatrie, wo die Hirnforschung seit den 1980ern zunehmend zum führenden Forschungparadigma geworden ist:

In einem kritischen Weckruf einiger führender Psychiaterinnen und Psychiater aus dem englischsprachigen Raum wurde nämlich kritisiert, dass wegen der schier ewig dauernden Suche nach den neuronalen Mechanismen Behandlungsmethoden nicht eingesetzt oder verbessert werden, die heute schon Menschen helfen oder – im Bereich der Suizidprävention – sogar Leben retten könnten (Lewis-Fernández et al., 2016). Ein übertriebener Glaube an die besondere Bedeutung der Hirnforschung zur Erklärung des Menschen könnte, krass formuliert, sogar Menschenleben kosten (siehe zur Vertiefung auch Schleim, 2018a; 2018b; 2019a).

Die kritische Analyse der “Neurotelepathie” oder Delgados Utopie der “psychozivilisierten Gesellschaft” hier im Artikel sollten verdeutlichen, dass auch Funde der Hirnforschung kritischer Reflexion bedürfen. Das wesentlich wichtigere Freiheitsproblem findet meiner Einschätzung nach aber nicht im wissenschaftlichen Labor, sondern in unserem Alltag statt.

Für dieses Freiheitsproblem gibt es wissenschaftliches Wissen, das ein optimistischeres Bild vom Menschen zeichnet als das einer von Schaltkreisen gesteuerten komplexen Maschine: Wir Menschen sind zwar einerseits und in unterschiedlichem Maße den Umweltreizen ausgeliefert. Die Reaktion auf diese Reize kann aber durch Prozesse des Lernens oder der Selbstreflexion wiederum beeinflusst werden. So kann sich Freiheit eines autonomeren Menschen in Körper und Gesellschaft ausdrücken.

Hinweis: Dieser Text ist die überarbeitete und erweiterte Fassung eines Vortrags von Stephan Schleim vom 2. Oktober 2018 auf den “Cologne Futures 2018” des Instituts für Medien- und Kommunikationspolitik, der in ähnlicher Form in der “Medienkorrespondenz” Nr. 15-16 vom 19. Juli 2019 erschien. Wir Danken dem Herausgeber für die Genehmigung der Online-Veröffentlichung. Die Titelgrafik ist von ElisaRiva auf Pixabay.

Fußnote

[1] Im Folgenden beziehe ich mich auf die Darstellung von Ulrich Pontes aus Gehirn&Geist 12/2015, S. 32-33.

Referenzen

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  • Delgado, J. M. R. g. (1969). Physical control of the mind; toward a psychocivilized society (1st ed.). New York,: Harper & Row.
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  • Schleim, S. (2019a). Die Crux mit den Diagnosen. Psychologie Heute(1), 58-62. Schleim, S. (2019b). ‘Neurorecht’ in Nederland. De motivering van het nieuwe adolescentenstrafrecht vanuit een neurofilosofisch perspectief. Algemeen Nederlands Tijdschrift voor Wijsbegeerte, 111(3), 379-404. doi: 10.5117/ANTW2019.3.005.SCHL
  • Schleim, S., Spranger, T. S., & Walter, H. (Eds.). (2009). Von der Neuroethik zum Neurorecht? Vom Beginn einer neuen Debatte. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.
  • Sie, M., & Wouters, A. (2010). The BCN Challenge to Compatibilist Free Will and Personal Responsibility. Neuroethics, 3(2), 121-133. doi: 10.1007/s12152-009-9054-8
Stephan Schleim

Veröffentlicht von

www.schleim.info

Die Diskussionen hier sind frei und werden grundsätzlich nicht moderiert. Gehen Sie respektvoll miteinander um, orientieren Sie sich am Thema der Blogbeiträge und vermeiden Sie Wiederholungen oder Monologe. Beim Gedankenaustausch darf es auch mal heiß hergehen, jedoch nicht beleidigend werden, vor allem nie unter die Gürtellinie gehen. Stephan Schleim ist studierter Philosoph, Psychologe und promovierter Kognitionswissenschaftler. Seit 2009 ist er an der Universität Groningen in den Niederlanden, zurzeit als Assoziierter Professor für Theorie und Geschichte der Psychologie. Der Autor schreibt auch für zahlreiche andere Medien.

49 Kommentare

  1. Über Freiheit muss ich nicht lange nachdenken, Freiheit ist, wenn Mensch nicht mehr von wettbewerbsbedingten Symptomatiken des Kreislaufes im imperialistischen Faschismus manipuliert, abhängig gemacht, ausgebeutet, erpresst, unterdrückt werden kann, wenn Zusammenleben auf der nicht mehr bewusstseinsbetäubten Basis eines UNKORRUMPIERBAREN Menschenrechts zu KOSTENLOSER Nahrung, MIETFREIEM Wohnen und KASSEN-/KLASSENLOSER Gesundheit demokratisch organisiert und NICHT regiert wird.

  2. Die Politik (oder die Einstellung) sollte gemischt christlich-konservativ, rechtskonservativ und ökologisch sein. Mehr dazu auf meiner Internetseite (bitte auf meinen Nick-Namen klicken).

  3. “Bewusster Wille”
    Der Mensch hat meiner Ansicht nach keinen freien Willen. Dass, was da entscheidet , also dieses ICH , ist ein Produkt von Gedanken und Gefühlen, die diesem Menschenanerzogen wurden. Einerseits durch Eltern, die wiederum auch von der Gesellschaft und ihren Werten geprägt wurden und andererseits durch die Gesellschaft selbst .Alles ,was dieses ICH will, ist ein Produkt von Erfahrungen und Erlebnissen, was auf der Basis dieser gesellschaftlichen Werte, geschieht. Diese Muster sind Grundlagen des Unterbewusstseins und werden bewusst, wenn das anerzogene -von gesellschaftlichen Werten geprägte Ego- sich verwirklichen will. Hinzu kommt, dass Triebe (Sexualtrieb/Fresstrieb) den freien Willen manipulieren. Wer diese Handlungs-Muster in der anderen Person erkennt, könnte auch seine Gedanken(Motivationen) lesen. Oder er manipuliert die Person so, dass er ihnen Handlungs-Muster an konditioniert und sie dann wie eine Gnu-Herde durch die Futterstelle, sprich Einkaufsmarkt, steuert.

  4. wie jemand – im Rahmen seiner Möglichkeiten – mit seinem Körper und in seiner Umwelt das Verhalten ausdrücken kann, das er oder sie ausdrücken will.

    Lieber Herr Schleim, das ist Zynismus der gewohnten Kapitulation vor dem zeitgeistlich-reformistischen System und der ungerechten Hierarchie, wenn es nicht ein Fehler aufgrund von fehlender Erfahrung / mangelndem Überblick ist, denn angesichts der Weltbevölkerung und der Probleme mit Umwelt und Gesellschaft, ist das Verhalten eine Frage zu radikal veränderten Möglichkeiten in Vernunft und Verantwortungsbewusstsein, damit am besten nicht mehr zuerst/vor allem systemrational meint.

  5. Der Mensch ist ein soziales Wesen (ein Herdentier). Deswegen ist unser Denken sowohl individuell als auch sozial geprägt.
    Auf die Mischung der beiden kommt es an.
    Kinder lernen das schmerzhaft beim Spiel “Mensch ärgere dich nicht. ”
    Dabei muss man lernen, die Wünsche seiner Mitspieler mit ins Kalkül zu nehmen. Wir müssen lernen, wie unsere Mitmenschen zu denken.
    Das ist neben Liebe die andere große Grundlage der Familie.

  6. hto,
    sehr gut erkannt, auf das System kommt es an. Die Kulturen auf unserer Erde haben da ja schon einiges durchprobiert.
    Bei den Eskimos gab es ursprünglich kein Privateigentum. Die gefangenen Fische wurde in einen Gemeinschaftsbehälter geworfen und jeder entnahm soviel wie er brauchte. Das funktionierte, bis die Wikinger kamen. Diese Volksgruppe ist mit den anderen europäischen Kulturen verwandt und zeichnete sich dadurch aus, dass sie ihre Nachbarn überfielen und ausraubten. Heute machen wir das auch noch, nur heißt das jetzt freier Welthandel.

  7. @Querdenker: freier Wille

    Auf dieses Problem weiß ich eben auch nicht die Lösung…

    …die Kompatibilisten machen es sich meiner Meinung nach zu einfach, wenn sie behaupten: So lange man im Einklang mit seinen Wünschen und Überzeugungen handelt, ist alles gut…

    …denn woher kommen denn diese Wünsche und Überzeugungen?

  8. Kompatibel muss/soll Mensch immer mit der Hierarchie des kreislaufenden Systems “denken”/sein, das hält Mensch dann auch im geistigen Stillstand, in der Unwahrheit, in der Unvernunft, im Glauben der Unmöglichkeit das Zusammenleben anders als menschenUNwürdig zu gestalten, ja sogar die Gene werden für das System herangezogen, so bleibt der Freie Wille, der nur in der Gesamtheit Mensch erzogen werden kann, eine utopiesche Illusion unserer hierarchisch-gebildeten Suppenkaspermentalität!?

  9. @hto: Konditionierung

    Wer oder was hat Sie eigentlich darauf konditioniert, hier seit Jahren immer wieder dieselben altlinken Sprüche zu reißen?

  10. Wenn man sich bestmöglich allem Einfluss/Manipulation, im Bsp. Supermarkt, gezielt entzieht, indem man sich eben nur auf gewichtige Punkte wie Qualität (soweit diese überhaupt dezidiert zu erkennen ist), notwendige Bedürfnisbefriedigung, sowie schnellstmögliche Erledigung konzentriert, ist der Idee “freier Wille” wohl Genüge getan.

    In einer Welt des Überangebot/Übermaß verliert sich der “freie Wille” in seiner Entscheidungsfindung in Orientierungslosigkeit, und wird zur “Qual der Wahl”, bis hin zum “nicht mehr wissen was man noch wollen soll”. Diese ermüdende Beschäftigung der Auswahl, zieht sich durch alle Lebensbereiche, und erzeugt irgendwann eine fremdbestimmte (gewollte?) Gleichschaltung.

    Freiheit in Gesellschaft ist eine Utopie.
    Freiheit lässt sich allenfalls in der Einsamkeit erahnen.
    Wahre Freiheit verspricht/garantiert nur der Tod.

    “Je mehr Erkenntnisse und Vernunft ich habe, umso mehr nimmt der Glaube an die Freiheit ab, es steht uns nicht viel zu wählen offen.”
    (Friedrich Nietzsche, Nachgelassene Fragmente. Frühjahr 1880)

  11. @enoon: Freiheit von/zu

    Der Tod ist dann maximale “Freiheit von”. Ohne Subjekt, das noch etwas davon hat?

    Wie wäre es denn mit “Freiheit zu”…?

  12. @Freiheit in Aktion

    So richtig unsere Freiheit Ausschöpfen tun wir doch, wenn wir uns um ein neues Projekt wirklich kümmern. Z.B. habe ich mir angeregt durch einen Nachbarblog vorgenommen, meinen Fleischkonsum zu reduzieren, vielleicht sogar zu halbieren. Dafür muss ich jetzt gucken, wie ich mehr eiweißreiches Pflanzliches in meiner Küche kulinarisch verarbeiten kann. Also gucken, wo ich guten und günstigen Tofu herbekomme, diverse Bohnen, Linsen und Erbsen nicht nur gelegentlich in der klassischen Suppe mit Fleischeinlage sondern auch so regelmäßig als Beilage zu verwerten. Dafür will ich mir mindestens ein Jahr Zeit für nehmen.

    Ist so ein Ziel erst mal da, kann man systematisch an der Umsetzung arbeiten. Hier entfaltet die menschliche Freiheit ihre eigentliche Kraft. Hirnforschung kommt dabei wohl nicht im geringsten vor. Wie in der groben Auflösung der modernen Hirnscanner da aufgezeichnet wird, kann man den hier durchgeführten Lernprozess mit diesen Geräten nicht sinnvoll beobachten. Hier ist eine persönliche Methode persönlicher und organisierter Problemlösung im Gange, die sich ganz an mir selber und dem Fortschritt des Projektes orientiert, und daran, wie ich meine Tischgäste von den erhofften kulinarischen Erfolgen überzeugen kann.

    Wenn ich spontane Entscheidungen z.B. beim Einkaufen betrachte, so kann man da wohl mit geschickten Psychotricks durchaus immer wieder mal den Umsatz steigern. Ich bin hier aber vermutlich ein ziemlich resistenter Vertreter, auch weil ich als Geringverdiener bewusst gucken muss, was und wie viel ich wovon einkaufen will. Ich reagiere dann durchaus auf Sonderpreise, Neuigkeiten oder Saisonwaren, guck aber eher selten mal einfach durch die Regale, eher schon guck ich ganz unten nach, wo meistens die günstigsten Varianten einer Ware versteckt sind. Dafür merke ich mir lieber, was von den Billigprodukten noch gut schmeckt, und wenn nicht, kauf ich das auch eher nicht mehr.

    Generell muss man unterscheiden, ob man einen Menschen mit einer trickreichen Mogelpackung mal beim Spontankauf psychologisch übers Ohr hauen kann, oder ob es wirklich gelingt, einen Menschen dauerhaft zu manipulieren. Spätestens wenn der Mensch sich mal die richtigen Fragen stellt und sich dann auch die Antworten systematisch erarbeitet, ist erstmal Schluss mit Veräppeln. Dazu kommt dann noch, das wir uns untereinander austauschen, und wenn sich Einer sinnvolle Gedanken gemacht hat und Lösungen entdeckt hat, wie man sich in einer Sache nicht mehr manipulieren lässt, spricht sich das auch schnell herum.

    Die hier im Kleinen ablaufenden Kulturprozesse sind ständig dabei, die Manipulationen von verschiedensten Geschäftemachern nach und nach wieder zu kontern und am Ende wirkungslos zu machen. So hat auch die geballte Macht der DDR-Propaganda und die begleitende Gewalt dahinter nicht zu einem nachhaltigen Rückhalt in der Bevölkerung führen können.

  13. @enoon, wenn Mensch es im Zusammenleben nicht hinbekommt Freiheit/Freien Willen (“wie im Himmel all so auf Erden”) zu gestalten, dann ist der Tod nichts weiter als eine Gnade.

  14. Wenn der Weg durch den Supermarkt gegen den Uhrzeigersinn verläuft, dann liegen die Regale an der längeren Außenwand in der Reichweite des rechten Armes.
    —–
    Ein Mensch kann nur frei sein, wenn er alle Triebe, Instinkte, Wünsche, Ziele, sowie alle anerzogenen und antrainierten Verhaltensmuster ablegt.
    Dann wäre der Mensch im Nirvana und würde überhaupt nichts mehr tun.
    Solange er dabei nicht verdurstet und verhungert, kann er diese Freiheit bewusst erleben.
    Natürlich ist das Ablegen von Durst und Hunger lebensgefährlich, aber man könnte vorher auch den Selbsterhaltungstrieb ablegen.
    Das Streben nach dem Nirvana ist aber selbst eine Folge der Wünsche nach Ruhe und Freiheit.
    Natürlich könnte man auch die Wünsche nach Ruhe und Freiheit vorher ablegen.

  15. Was man in einer Lebensphase als Freiheit empfindet (beispielsweise die Freiheit zur seriellen Monogamie), kann man in einer anderen Phase – nachdem man sich geändert hat (und gereift ist?) – als unfreies Handeln unter dem Zwang eines inneren Diktats empfinden und sich beispielsweise abgeklärt (?) sagen: was war ich doch für ein unfreier Narr, der sich von den Fäden seiner Triebe wie eine Marionette lenken liess.

    Die Freiheit zur seriellen Monogamie – oder was auch immer – ist aber dennoch (trotz der in Wirklichkeit fehlenden freien Wählbarkeit) eine sehr wichtige Freiheit. Sie ist als Handlungsfreiheit bekannt, als Freiheit also, das auszuleben, was man will. Das ist schon einiges. Zumal es wohl sowieso keine Freiheit geben kann zu wollen was man will. Denn, um den Faden weiterzuspinnen: Wenn sich der gereifte Mann oder die gereifte Frau sagt, sie sei nun frei von ihren früheren starken Trieben, dann bedeutet das vielleicht nur, dass sich biologisch etwas geändert hat (beim Mann vielleicht der Testosteronspiegel) , nicht aber dass die neuen Handlungsantriebe nun vollkommen frei entstehen.

    Handlungsfreiheit als Freiheit, das zu verfolgen, was man selber anstrebt, ist eine grundlegende Freiheit. Fehlt sie, bedeutet das, dass man ein falsches Leben leben muss. Ja, die Freiheit zu sagen, was man denkt (“ „Geben Sie Gedankenfreiheit“), macht sogar den Unterschied aus zwischen einem freien System und einem Unfreien. Noch schlimmer ist dann nur noch, dass man das Gegenteil von dem sagen muss, was man denkt, weil man sonst bestraft wird. Doch ein System, eine Umgebung, die einen zur Selbstverleugnung zwingt, ist auf die Länge sowieso nicht überlebensfähig, denn irgendwann sagen sich die darin Gefangenen, dass es besser ist, verdammt und ausgestossen zu werden, als im falschen Leben zu verbleiben.

  16. Mensch in Körper …

    – ja genau, wie sollte Mensch in / von / zu seinem Körper Freiheit erlangen, wenn das in der Gesellschaft ein geradezu unantastbares geschäftsmäßiges und mit manipulierbarer Angst belastetes Dogma ist?

  17. hto,
    was sollen erst die Frauen sagen. Wem gehört ihr Körper ?
    Schon aus dieser Sicht kann man nicht von “Mensch” sprechen und beide Geschlechter meinen.
    Freiheit als politischer Begriff meint das Verhältnis des Einzelnen zum Staat.
    Freiheit als psychologischer Begriff meint einen Zustand, ein Gefühl .

    MH,
    befürworten Sie die Vielweiberei ? (parallel)

    Karl Bednarik,
    ein Mensch, der keine Bedürfnisse mehr hat, der ist psychisch tot.

    Tobias Jeckenburger,
    Ihnen etwas Ketzerisches nahegelegt. Wenn Sie in einem Laden ganz bewusst den doppelten Preis bezahlen, ist das dann nicht eine Form von Luxus ? Beginnt da nicht erst die Freiheit ?

  18. @H.Wied (Zitat): “ befürworten Sie die Vielweiberei ? (parallel)“
    Parallel ist nicht immer besser als Seriell. Wenn alles schön getrennt parallel abliefe ginge es ja noch. Aber im wirklichen Leben verwickeln und verheddern sich die Stränge schnell.

  19. Liest sich gut, wie immer eigentlich, vielen Dank für den Essay!

    Ansonsten ist auch der Aufhänger, das Beispiel mit dem Supermarkt und den eigenen ursprünglichen Intentionen nett.

    Gelernt werden kann daraus 1.) dass Konsequenz keine Tugend ist 2.) das erkennende Subjekt chancenorientiert ist und nicht festgelegt 3.) dass Freiheit, politische Freiheit ebenfalls, am besten negativ formuliert wird, als Freiheit von unnötigen Zwängen 4.) dass sich die Wissenschaft, auch die unbeantwortbare Frage meinend, ob und wie das erkennende Subjekt limitiert, determiniert ist, gerne mal versteigt, was wohl daran liegt, dass die Wissenschaft ungerne eigene Grenzen annimmt, dann zwanghaft wird, nun, jedenfalls einzelne Forschende scheinen dies zu werden, im szientistischen Sinne.

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Webbaer

  20. MH,
    der Sinn der parallelen Vielweiberei ist die soziale Absicherung der Frauen. Der Gesetzgeber hat das nur noch nicht erkannt.
    Ob das jetzt für den Mann ein + an Freiheit bringt, das bleibt fraglich.
    Und wie es bei den Frauen aussieht, das bleibt auch ein Geheimnis, weil hier keine Frau mitpostet. Das sollte auch mal untersucht werden. Das wäre nämlich viel aussagekräftiger als die Gedankenblasen über die Freiheit.

  21. Ein Mensch kann nur frei sein, wenn er alle Triebe, Instinkte, Wünsche, Ziele, sowie alle anerzogenen und antrainierten Verhaltensmuster ablegt.

    Offensichtlich bedarf das Konstrukt ‘Freiheit’ einer sinnhaften kohärenten Definition, die zitierte war womöglich nicht sinnhaft.
    Diese Definition ist dann im gesellschaftlichen Zusammenhang durchzusetzen, wie es ja auch in liberalen und kollektivistischen Gesellschaftssystemen geschieht, so dass gewusst wird, was gemeint ist.
    In der Natur gibt es keine Freiheit, wenn keine erkennenden Subjekte nicht mit diesem Begriff hantieren.
    Mehr ist nicht los.

  22. Freiheit als politischer Begriff meint das Verhältnis des Einzelnen zum Staat.

    Besser womöglich :

    Freiheit als politischer Begriff meint das Verhältnis des Einzelnen zu sich selbst und zu Anderen, wobei die Obrigkeit / der Staat hier oft diese Verhältnisse reglementiert, als Garant versucht aufzutreten.

    Wobei dann noch hilfreich wäre den Begriff ‘Politik’ zu definieren, Politik, hier steckt auch die Polis drinnen, meint allgemeine Regelungen, die notwendig werden, wenn das Nomadensein aufgegeben worden ist und Einzelne geordnet zu handeln haben, bspw. die Landwirtschaft meinend, das Ständewesen, die Verteidigung der Gemeinschaft meinend und die Pflege der Herrschenden und die Bestimmung deren Nachfolgeschaft.
    In diesem Sinne kommt es dann auch zur Bürgerwerdung (“Zivilisation”).

  23. FREIHEIT ist für mich auch Einsicht in die Notwendigkeit. Wenn weiterhin die Erde mit Abfall zugemüllt wird, die Ozean leergefischt werden, das Klima verrückt spielt , die Schere zwischen Arm und Reich immer größer wird, dann ist dieser kapitalistische “Freiheitsbegriff” nicht das Toilettenpapier wert. Diese Gesellschaft erzieht die Menschen zu (Un)Freien, in dem sie ihnen als einzigen Wert den Wert des Konsumenten zumisst. Also immer noch mehr Umsätze, noch mehr verbrauchen, noch mehr noch mehr… Was ist daran freier Wille ?

  24. Bonuskommentar für Fortgeschrittene zum freien individuellen Handeln :

    Auch spieltheoretisch ist diese Fragestellung interessant, so ist es bspw. bewiesen, dass unter Umständen Spieler probabilistisch handeln müssen, um zum Spielerfolg, zum angestrebten Gewinn, zu kommen, vergleiche bspw. hiermit :

    -> http://scienceblogs.de/kritisch-gedacht/2015/12/07/dezemberraetsel-tauschen-oder-nicht/

    Im Pokerspiel ist dies ebenfalls so und der Spieler muss, wenn er setzt, variieren, er darf nicht immer die gute Hand haben, die er mit seinem Setzen repräsentiert, er muss, um für die Gegner unberechenbar zu bleiben, sogenannte Bluffs seinem Setz-Verhalten beifügen.
    Auch dies ist spieltheoretisch klar, teils auch mathematisch bewiesen [1], es gibt für das Pokerspiel mittlerweile sogenannte Solver, die genau Rat geben, wie probabilistisch (prozentuale Angaben sind gemeint, also vielleicht zu 90% so setzen und zu 10% nicht setzen) zu handeln ist.

    Weitergehend trifft dieser probabilistische Ansatz auch das Alltagsleben, wenn Kooperationsverhältnisse, in denen es etwas zu gewinnen gibt, und die Politik, die sogenannte Madman-Theorie lebt davon :

    -> https://de.wikipedia.org/wiki/Madman-Theory

    Intuitiv handeln viele Personen in bestimmten Situationen auch probabilistisch, oft ohne dies zu verstehen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Webbaer

    [1]
    Stichwort : Nash-Equilibrium

  25. Thought-Editing anstatt Gene-Editing mag Science-Fiction-Schreiber und Netflixserien-Ausdenker umtreiben, denn was vermag die Körpersäfte mehr in Wallung 😱 zu versetzen als die Vision einer selbst die intimsten Gedanken kontrollierenden Unterdrückungsmaschinerie, die unsere Heldin oder unser Held (Matrix) unter Lebensrisko besiegen muss?

    Tiefe Hirnstimulation 📶 ist heute jedoch etwas ganz anderes. Sie will die Freiheit nicht einschränken sondern überhaupt erst ermöglichen und sie lässt sich nur rechtfertigen, wenn es keine Alternative gibt und wenn damit ein ernsthaftes, lebensbeinträchtigendes Leiden behoben werden kann, ein Leiden wie beispielsweise eine fortgeschrittene (terminale?) Parkinson-Erkrankung oder eine nicht beherrschbare Epilepsie.

    Doch es gibt natürlich auch den Wunsch nach immer besserer und unvermittelter Kommunikation , nach Kommunikation ohne Stift oder Telefonhörer ☎️ sondern quasi von Seele zu Seele 😇🌍😇- mag die andere Seele noch so weit entfernt sein. Das wäre quasi die romantische Version des Wunsches nach technisch ermöglichtem Mentalismus ⚡✝️.

    Daneben gibt es aber auch noch Elon Musks Wunsch nach mehr Gedankeneffizienz (Mein Wunsch sei der Maschine Befehl) – ein Wunsch, der sich bei Musk in der Firma Neuralink materialisiert. Neuralink will das Gedankenauslesen (wobei Gedanken vom Träger des Hirnimplantats auf den Computer übertragen werden (etwas was man Brain-Computer-Interface nennt)) mittels einer Vielzahl ultrafeiner verlinkter Mikrosonden ermöglichen (The system could include “as many as 3,072 electrodes per array distributed across 96 threads” each 4 to 6 μm in width.), die das ganze Hirn durchziehen. In den Interviews und Videos, die ich dazu sah, schien es Musk darum zu gehen, dass Menschen – oder wohl vor allem Elon Musk – seine Gedanken auch gedankenschnell umsetzen kann, also von der Idee her: Musk 👑👅 denkt Grosses und die Maschine macht Grosses (sie setzt Musks Gedankenfürze 🎲 augenblicklich um).
    So gesehen hat das nichts mit dem Thema Freiheit zu tun. Die Freiheit wird erst dann belangt, wenn Andere in mein Tun, Denken und Lassen eingreifen oder wenn sie das Wissen über meine Gedanken für sich ausnutzen. Und tatsächlich sahen Kritiker von Musks Idee des technologisch ermöglichten Gedankenübertragens genau dies als Gefahr (Zitat):

    Die deutsche Kommunikationswissenschaftlerin Miriam Meckel kritisierte, Musk beschäftige seine Firma Neuralink damit, menschliche Gehirne in einer durch künstliche Intelligenz angereicherten Hirncloud zu vernetzen. Die individuellen Gedanken würden damit für jeden verfügbar, der sich an diese Cloud anschließt. Meckel warnt davor, eine solche Entwicklung würde den nahezu unbegrenzten Zugriff auf das Innerste der individuellen Persönlichkeit mit sich bringen.

    Frage 1: Ist der Zugriff auf das Innerste der individuellen Persönlichkeit – auch wenn es nur ein Abhorchen ist – bereits ein Eingriff in die persönliche Freiheit? Oder ist erst es erst dann ein Eingriff in die Freiheit, wenn jemand die Kenntnis von meinem Innersten für sich ausnutzt? Oder ist selbst das kein Eingriff in die persönliche Freiheit? Oder übertragen auf ein verwandtes Problem: Ist es vom Standpunkt der Freiheit besser, auch dem eigenen Psychotherapeuten nicht immer die Wahrheit zu sagen?
    Frage 2: Ist es ein Zeichen der Liebe die Freiheit für einen anderen aufzugeben und dem Anderen das Innerste der individuellen Persönlichkeit preiszugeben?

  26. @ Kommentatorenfreund ‘Querdenker’

    Es ist in liberaler Demokratie den Individuen erlaubt sie abzulehnen, man ist so frei, und ihre Ablehnung öffentlich zu äußern;: dies ist ein Leistungsmerkmal liberaler Demokratie, denn so können sich die Aufwände für die Unterdrückung von devianter Meinung und devianten Meinungsträgern gespart werden; in anderen Gesellschaftssystemen ist dies meist nicht so.
    “Gekämpft” werden gegen diese Demokratie darf allerdings nicht, sofern der Einsatz von Gewalt gemeint ist, auch Gesetzesverstöße bleiben zu ahnden.

    Wobei Sie sich eingeladen fühlen dürfen Alternativen gesellschaftlicher Art aufzuzeigen, am besten verweisen Sie auf funktionierende.

    Nur am Rande notiert :
    Kritik darf selbstverständlich rein destruktiv, zerstörerisch sein, dennoch bringt Dr. Webbaer an dieser Stelle gerne ein wenig fernöstliche Weisheit bei, also:
    Der Meister bietet seinem Schüler einen Teller mit gefüllten Teigwaren an und fordert ihn auf ein Teilchen zu wählen. Der Schüler guckt ein wenig irritiert, denn er kann den Teilchen nicht ihre Füllung ansehen, er greift insofern nach kurzem Zögern wahlfrei zu.
    Dann fragt ihn der Meister warum er genau dieses Teilchen gewählt hat und der Schüler sagt, dass sie alle gleich aussähen und er einfach zugegriffen habe.
    Woraufhin der Meister anfängt darüber zu reden, dass der Schüler doch gewählt habe, und verweist darauf, dass er andere Teilchen nicht gewählt habe.
    Dann erklärt der Meister dem Schüler, dass eine Wahl immer auch die Nicht-Wahl von Anderem bedeutet (und schiebt sich ein ebenfalls wahlfrei zu sich genommenes Teilchen in den Mund, sagt dann noch : “Du hättest dies hier nehmen sollen!”)

  27. @Querdenker (Zitat):

    Wenn … die Schere zwischen Arm und Reich immer größer wird, dann ist dieser kapitalistische “Freiheitsbegriff” nicht das Toilettenpapier wert. …Diese Gesellschaft erzieht die Menschen zu (Un)Freien, in dem sie ihnen als einzigen Wert den Wert des Konsumenten zumisst.

    Antwort: Freiheit ist auch die Freiheit etwas nicht zu tun. Sie, Querdenker, haben die Freiheit, nicht zu konsumieren. Sie können mit Gleichgesinnten eine Gemeinschaft/Gesellschaft gründen, die eben nicht (Zitat) “als einzigen Wert den Wert des Konsumenten” kennt.
    Freiheit bedeutet auch Äusserungsfreiheit. Und die haben sie hier. In China dagegen könnte ihr Kommentar bereits negative Konsequenzen für sie haben. Und glauben sie mir, ein Benutzername wie “Querdenker” hilft ihnen in China überhaupt nicht weiter und ist auch nicht in der Lage ihre Identität zu verbergen.
    Wenn sie zudem schreiben (Zitat): dass “die Schere zwischen Arm und Reich immer größer wird”, so würde in ihrer Logik das Schliessen dieser Schere und damit der neue Reichtum der Armen, nur bedeuten, dass die früher Armen, nun aber Reichen, auch nichts anderes können als konsumieren – und das ist ja in ihren Augen schlecht oder einfach zu wenig.

    Ich stimme ihnen übrigens durchaus zu folgendem zu (Zitat):

    FREIHEIT ist für mich auch Einsicht in die Notwendigkeit.

    Mahatma Gandhi machte den zivilen Ungehorsam quasi zur nationalen Pflicht, zur Pflicht des indischen Bürgers. Gandhi nahm sich die Freiheit, ungehorsam zu sein. Diese Freiheit haben sie auch. Sie können beispielsweise die moralische Pflicht empfinden, Datteln 4 zu verhindern und dafür zivil ungehorsam zu sein. Auch in einer freien Gesellschaft hat diese zivile Ungehorsamkeit aber Konsequenzen. Jedoch überschaubare Konsequenzen. Anders als in einer unfreien Gesellschaft können sie hier beispielsweise deswegen nicht gefoltert oder getötet werden.

    Noch zur Konsumgesellschaft: Genauso wie sie wundere ich mich darüber, dass Supermärkte und alle möglichen Einkaufsläden unser Strassen- und Stadtbild so stark prägen. Anders als sie sehe ich darin aber nicht eine von aussen aufoktroyierte Versklavung des Menschen durch den Konsum, sondern wenn schon einen freiwillige Versklavung, die ihren Ursprung einfach darin hat, dass die meisten mit ihrer Freizeit und ihrer Freiheit nicht sehr viel mehr anfangen können als sie in Konsum zu investieren.
    Doch das ist immer noch besser als dass der Staat bestimmt, was ich in meiner Freizeit zu tun habe.

  28. MH,
    Sie kennen sicher den Roman “1984”.
    Die Wirklichkeit hat den eingeholt. Der Konsum ist zum Hauptbindeglied in der Gesellschaft geworden.
    Wer eine Familie hat, der kann nicht den Konsumverweigerer spielen. Wir müssen alle mitspielen, wenn dieser Staat funktionieren soll.
    Deswegen haben wir alle moralischen Prinzipien schon aufgegeben, wenn wir immer noch Waren aus China kaufen.
    Wo bleibt da die Einsicht in die Notwendigkeit ??

  29. @H.Wied (Zitat):

    Der Konsum ist zum Hauptbindeglied in der Gesellschaft geworden.
    Wer eine Familie hat, der kann nicht den Konsumverweigerer spielen. Wir müssen alle mitspielen, wenn dieser Staat funktionieren soll.

    Der britische, also kapitalistische Ökonom Maynard Keynes dachte da noch anders. In den 1930er Jahren schrieb er ein Buch über die zu erwartende ökonomische Zukunft und darin prophezeite er die 20-Stundenwoche in den 2030er Jahren. In der vielen freien Zeit würden die Leute ihre Bekanntschaften und Freundschaften pflegen und miteinander diskutieren und disputieren. Und was machen die Leute heute wirklich: beispielsweise Reisen um die halbe Welt mit Übernachtungen in teuren Hotel. Mit andern Worten: die Leute verbringen ihre Zeit mit teuren Beschäftigungen, die einen hohen Lohn und damit auch eine 40-Stundenwoche erfordern trotz viel höheren Löhnen als in den 1930er Jahren.

    Dazu kommt: das hohe Konsumniveau verursacht auch Umweltprobleme.

  30. @Freiheit zu Alternativen

    Ich finde auch unsere äußere Freiheit nicht unerheblich. Man kann tatsächlich problemlos wenig Geld ausgeben und den teils üblichen Konsumrausch nicht mitmachen. Wer Alternativen hat, was er mit seiner Freizeit machen kann, kann sich dem widmen, und sich dann auch um kürzere Arbeitszeiten bemühen, um dann wesentlich mehr Freizeitaktivitäten nachzugehen. Es gibt schließlich einiges, was Zeit gut ausfüllt und kaum was kostet. Auf Campingtour mit dem Fahrrad gehen, sich mit Gartenbau beschäftigen, hier bei Scilogs kommentieren, Scat, Doppelkopf oder Pokerrunden besuchen bzw. in der Nachbarschaft organisieren. Heimische Kräuter sammeln, mit billigen Zutaten ganz lecker Kochen und sich gegenseitig einladen, Computerspiele spielen. Lernen, philosophieren, sich mit den Fragen der Zeit beschäftigen und sich darüber austauschen…

    Und selbst wer seine Arbeit liebt, und an viel Freizeit überhaupt kein Interesse hat, muss nicht dem Konsumrausch verfallen. Keiner ist gezwungen, sein Geld komplett auszugeben. Das kann man einfach auf der Bank liegen lassen, und irgendwann einfach vererben, stiften oder in gute Projekte investieren.

    Was wesentlich zu kurz kommt, ist die Vorbereitung in Schule und Ausbildung auf andere Aktivitäten als Geld verdienen und wieder ausgeben. Die angesprochenen Alternativen muss man sich alleine erarbeiten, und sie mit Schule und Beruf irgendwie vereinbaren. Dumm ist, dass man für eine gut bezahlte Arbeit länger und intensiver lernen muss, obwohl man gerade bei besserem Verdienst am ehesten weniger Wochenstunden machen könnte. Die fatale Entwicklung unseres Niedriglohnsektors beinhaltet ja gerade, das wer sich wenig Mühe in der Jugend gegeben hat, da hängen bleiben kann, und kaum von unter 40 Wochenstunden leben kann, insbesondere wenn er noch Kinder dabei hat.

    Auch doof ist, dass Erbschaften meistens zu spät kommen, nämlich erst dann, wenn man sie eigentlich gar nicht mehr braucht. Hier würden ordentliche Erbschaftsteuern Abhilfe schaffen, wenn man diese für eine durchgreifende Reduzierung von Steuern und Abgaben auf niedrigere Einkommen verwenden würde. Ebenso würden weniger Abschläge für Aufstocker mit Harz4 und für Grundsicherungsempfänger mit kleinen Nebeneinkünften dafür sorgen, dass man besser mit nicht so viel Arbeit bei geringem Konsum den diversen Alternativen nachgehen könnte, sofern man sie sich denn selbst erarbeitet hat.

  31. @Schleim

    “Neurotelepathie” – von/in einem geistig-heilenden Selbst- und Massenbewusstsein ohne technische “Hilfsmittel”, also von einem zweiten geistigen Evolutionssprung mit Gesamtwirkung, davon können wir nur träumen, solange wir unser Zusammenleben nicht von Grund auf enttabuisiert zweifelsfrei-eindeutig werden lassen!?

  32. hto,
    wenn wir unser Leben enttabuisieren, dann sind wir wieder Tiere.

    MH,
    in welcher Welt leben Sie ?
    Meine Nachbarin (farbig) hat 4 Kinder, die studieren alle. Und diese Frau hat zwei Arbeitsstellen, damit sie ihre Miete bezahlen kann.
    Nix mit Freizeit, nix mit Müßiggang !

  33. M. Holzherr
    “Zugriff auf das innerste der Persönlichkeit- Gedanken lesen”
    Das Problem beginnt ja damit, dass sie suggerieren, dass es so etwas gibt/geben könnte. Letzteres ist mystisches Gedankengut
    ( Religionen/Esoterik). In dem wir so etwas für möglich halten, akzeptiert unser Bewertungssystem dieses als Realität(es glaubt also einer Scheinwirklichgkeit) und wir bewerten jeden Unsinn der darüber geschrieben wird mit diesem uns (gesellschaftlich) anerzogenen Glauben. Wie von mir bereits erwähnt: Der Mensch bekommt sein Welt-und Menschenbild anerzogen/andressiert . Scharlatane(Kartenleger) wenden den Barnum Effekt an um angeblich Gedanken zu lesen. Der Mensch hat täglich tausende Gedanken, die er bewusst nicht wahrnimmt, die aber sein ICH, seine Handlungen prägen. Gedanken lesen durch andere hieße, dass andere diese kurzen neuronalen Blitze wahrnehmen können und interpretieren können. Sie könnten sie aber nur interpretieren, wenn sie sich der Muster der anderen Person, die diese Gedanken hat, bewusst wären (incl. Gefühle und Empfindungen). Es ist also eine Frage der Autosuggestion(Manipulation), denn in dem wir dem Anderen zugestehen dass er unsere Gedanken lesen kann, wird dieser die auch lesen können,da wir all seine vagen Äußerungen vordem Hintergrund dieses Glaubens bewerten und im Sinne dieser “Magie” interpretieren, wie das bei jedem GLAUBEN so üblich ist.

  34. Querdenker,
    wer verheiratet ist, weiß, dass jede Frau seine Gedanken lesen kann.

  35. Schön, dass Du mal wieder das Thema Freiheit aufs Tapet bringst, Stephan.

    Du schreibst, dass die Hirnforschung zum „praktischen Freiheitsproblem“ im Grunde nichts beitragen kann. Weil sie, wie es scheint, „noch nicht einmal über die richtigen Kategorien“ verfügt.

    Das ist sicher richtig. „Freiheit“ ist in der Tat ein Begriff, der bei der Beschreibung biologischer Vorgänge fast immer fehl am Platze ist. In dem von Dir zitierten Essay von M. Heisenberg (2009) wird gut nachvollziehbar ausgeführt, was mit „Freiheit“ im biologischen Kontext eigentlich nur gemeint sein kann, nämlich, kurz gefasst, selbstbestimmtes agieren.

    Wenn aber nun „der Körper die Entität [ist], die den Geist in die Welt bringt“, wie Du der Einfachheit halber völlig zu Recht schreibst, und der Körper keine „Freiheit“ im eigentlichen (höheren) Sinne kennt, stellt sich die Frage, was es denn dann mit dieser von uns empfundenen, geistigen „Freiheit“ im Handeln und Denken eigentlich auf sich hat. Ist sie nicht vielleicht doch eine Illusion? Wenn im Körper keine „Freiheit“ ist, wie kann dieser Körper dann in irgendeiner Form z. B. „schuldig“ gesprochen werden, mit der Konsequenz, dass man ihn einsperrt?

    Meiner Ansicht nach verhält es sich mit der in Wahrheit nicht vorhandenen sogenannten „Willensfreiheit“ ähnlich wie mit der Evolutionsgeschichte des Menschen: Beides ist für das praktische Leben irrelevant.

    Inwieweit es aber für das Selbstverständnis des Menschen, sein Selbstbild und Weltbild irrelevant ist, wäre die Frage.

  36. Man kann tatsächlich problemlos wenig Geld ausgeben und den teils üblichen Konsumrausch nicht mitmachen. Wer Alternativen hat, was er mit seiner Freizeit machen kann, kann sich dem widmen, und sich dann auch um kürzere Arbeitszeiten bemühen, um dann wesentlich mehr Freizeitaktivitäten nachzugehen.

    Sicher, Herr Tobias Jeckenburger, dieser Satz gilt bundesdeutsch :

    Hartz IV – und der Tag gehört Dir!

    …wobei er von Arno Dübel stammen könnte, einem womöglich unterschätzten Philosophen.

    Dr. Webbaer hat letztes Jahr die bundesdeutsche Versorgungslage für nicht arbeitenden Könnende bzw. Wollende geprüft, Datenstand :
    “Rundum-Happy-Paket” liegt vor, einen Betrag in Höhe von 400 Euro plus X wird als Taschengeld bereit gestellt, ein Bierchen (5,2 % Alkohol) ist für 25 Eurocent zu haben, eine gestopfte Zigarette für 7 Eurocent, der Cornerstone eines soliden bundesdeutschen Arbeitslosenfrühstücks sozusagen ist günstig zu erhalten.

    Wichtig auch der Kern Ihrer Nachricht, dass es möglich ist mit wenig Geld gu-ut auszukommen, heutzutage, im Jahre 2020 und in der BRD.
    Freizeitaktivitäten und Selbstverwirklichung müssen nicht zu kurz kommen, Arbeitsaufforderungen des Amtes, das sich immer wieder neue euphemistische Namen zulegt, können vergleichsweise einfach abgebügelt werden, im Web gibt es dafür Beratungszentren, gerne kann der Hartzie auch mal auf Steuerzahlerkosten klagen.

    Konsum ist eigentlich eher für die Doofen, für diejenigen, oft bis 40 Jahre alt, die per Zielgruppenwerbung gut erreichbar sind, dann für Namen (! – sog. Marken sind gemeint) ihr Geld verschleudern, manipuliert werden und so nicht glücklich.

    Dr. Webbaer hat selbst einige Zeit in einfachen Verhältnissen gelebt und war dabei nicht unglücklich, ärgerlicher schon die hohe Steuerbelastung als er noch alleinstehend werktätig war.
    Freiheit entsteht von innen. [1]

    MFG
    Wb

    [1]
    Sofern in liberaler Demokratie gelebt wird, ansonsten natürlich nicht.

  37. Zu H. Wied:
    Gedanken lesen kann meine Frau auch. Scheint bei Frauen zur epigenetischen Grundausstattung zu gehören. Aber auch meine Katze kann Gedanken- lesen ! So weis sie genau was sie von meinen Blicken und Gesten zu halten hat. Vielleicht sollte man sich darauf einigen, dass es keine Gedanken sind sondern Reiz-Bewertungen auf der Basis von Erfahrungen . Wie sagt doch ein altes indianisches Sprichwort: Beurteile nie einen Menschen, bevor du nicht einen Monat lang in seinen Mokassins gegangen bist.

  38. Querdenker,
    Hunde und Katzen sind die wenigen Tiere, die die Körpersprache des Menschen verstehen. Deswegen verstehen wir uns ja so gut mit ihnen.

    Mit den Reizbewertungen, die lernen schon die Säuglinge. Die Gedanken sind ja nichts anderes als Reizbewertungen . Manche können das instinktiv, ohne Worte, ohne Erklärung, andere mussen das verbalisieren, Oh, wouw, neiiiiin usw. Wir beide verstehen uns auch wortlos.

  39. Ist [Freiheit] nicht vielleicht doch eine Illusion? Wenn im Körper keine „Freiheit“ ist, wie kann dieser Körper dann in irgendeiner Form z. B. „schuldig“ gesprochen werden, mit der Konsequenz, dass man ihn einsperrt?

    ‘Freiheit’ ist ein sinnvoll gebildetes Konstrukt, sie stellt so keine Besonderheit dar, denn alle Begriffe sind Konstrukte (um die idR Altvordere hart gerungen haben).
    Es wird nicht der ‘Körper’ strafrechtlich belangt, sondern das vom individuellen Geist abhängige Handeln.
    No problemo here, diesbezügliche Probleme können sich bei Verlangen aber gemacht werden, beispielsweise so :

    -> https://www.google.com/search?q=strafrechtliche+verantwortlichkeit+hirnforschung

    Irgendwas ist da mit der notwendigen Schichtentrennung bei einigen Hirnforschern misslungen.

    MFG – WB

  40. @Balanus

    Schuldig, weil der Geist in diesem “praktischen Leben” eben auch nicht frei ist – geistiger Stillstand, weil auch nicht “wie im Himmel all so auf Erden”.

  41. @Querdenker (Zitat):

    “Zugriff auf das innerste der Persönlichkeit- Gedanken lesen”
    Das Problem beginnt ja damit, dass sie suggerieren, dass es so etwas gibt/geben könnte.

    Nein, nicht ich suggeriere das, sondern Miriam Merkel, die dachte, mit Musks Neuralink (Brain-Computer-Interface) sei das möglich.
    Selber sehe ich das etwas differenzierter: Hirnströme müssen genau so interpretiert werden wie Worte. Es ist tatsächlich ein Mythos, das Innerste eines Menschen sei direkt zugänglich – so zugänglich etwa wie der Blinddarm im offenen Bauchraum. Doch, je mehr sie eine Person kennen, desto mehr wissen sie auch was ihre Worte wirklich bedeuten – und wohl auch was für Gedanken mit ihren Hirnströmen verbunden sind.

  42. direkt zugänglich – nur wenn Mensch sich vom symptomatisch-verblödenden Ballast des imperialistisch-faschistischen Kreislauf befreit, dann …

  43. @Innere Freiheit

    Unser Bewusstsein im Sinne der inneren Erlebniswelt ist doch der Freiraum schlechthin. Wir haben in uns selbst ein eigenes Bild von der Welt um uns und von uns selbst. Determiniert sind biologische Organismen eher nicht, und unser Gehirn schon gar nicht. Hier finden massenhaft Zufälligkeiten statt, und inmitten dieser Zufälle läuft dieses System, dass auf der Suche nach Lösungen für die Anforderungen der biologischen Existenz ist.

    Dieses System ist doch das Bewusstsein inmitten des gesammelten Wissens eines Menschens, und es ist im Grunde genommen die Freiheit selbst, als die Freiheit alles, was um uns und in uns passiert, für sich als bewussten Organismus im eigenen Sinne zu nutzen. Wir gehen durch den Supermarkt des Lebens, und packen alles in unseren Einkaufswagen, was wir haben wollen. Und den Rest lassen wir links liegen. Dabei gehen wir systematisch und ziemlich professionell vor, wenn es gut läuft.

    Die Frage, inwieweit unser Bewusstsein und unser inneres Erleben noch was mit kosmischem Geist, in welcher Form auch immer, zu tun hat, steht dazu auch noch im Raum. Vielleicht sind wir noch sehr viel mehr als nur ein lokales biologisches Phänomen, sondern auch ein Teil des lebendigen Kosmos selbst. Alles was Religion ausmacht, könnte hier seine Grundlage in der Wirklichkeit haben. Die Freiheit bekäme damit noch mal eine ganz andere Dimension, die eben ganz weit über den eigenen Tellerrand hinausführt, und so Menschen motiviert und auch befähigt, sich für den ganzen Planeten einzusetzen.

  44. Sehr geehrter Herr Schleim,

    zu Ihrem Thema Freiheit oder besser gesagt Willensfreiheit habe ich mir selbst schon eigene Gedanken gemacht. Wenn Sie es gestatten möchte ich diese sehr gerne vortragen.
    Es kann sein, dass ich ihre Argumente wiederhole. Es kann auch sein, dass viele meine Thesen und Argumente auch schlicht falsch oder widerlegt sind. Wenn ja, dann nicht beabsichtigt. Mein Zugang ist weniger die Welt der Neurowissenschaft sondern die Sprache.
    Basierend auf meinen praktischen Erfahrungen als Verkäufer, diverser philosophischer Strömungen* deren Thesen ich weitgehend zustimme, sowie Selbstversuchen in Meditation: Wille entsteht aus einem subjektiven Leidensdruck heraus. Ich möchte dafür folgende Aussage als Referenz nehmen: „Ich will weg von A hin zu B.“ Wobei A den Ist-Zustand darstellt, der, aus welchen Gründen auch immer, abgelehnt wird; B ist der Zustand der erreicht werden soll. Wille basiert auf Gefühl und nicht auf Vernunft. In diesem Fall kann Wille keine Freiheit beinhalten, weil der Weg (in meiner Referenz das „weg von“ + „hin zu“) vorgegeben ist.
    In Seminaren, genauer gesagt Weiterbildungskurse, für Verkäufer wird dort als erstes erklärt, dass 80% aller Käufer ihre Entscheidungen auf Gefühlsbasis treffen. Die Aussage ist insofern richtig, da ein potenzieller Käufer in der Regel erst durch Werbung getriggert wird (Flyer, Werbeplakate, Online-Werbung) um Wünsche zu wecken (Referenzsatz: „Ich will das haben“), dann in das Geschäft geht und eine Kaufentscheidung trifft. Auf Basis der Vernunft gestellte Fragen wie „Brauche ich dieses Produkt überhaupt?“ spielen keine Rolle. Die Willensbildung ist dabei die entscheidende Brücke zwischen den getriggerten Gefühlen und der Kaufentscheidung.
    Der These, dass wir mehr konsumieren als früher, kann ich nur bedingt zustimmen; mein damaliger Filialleiter hatte mir damals eine Statistik von einem Produkt gezeigt (ein Möbelstück); diese Statistik sagte dabei ganz klar: das Produkt wurde nur dann gekauft, wenn es auch beworben wurde. Ich behaupte: seit der letzten Weltwirtschaftskrise haben durch die veränderten ökonomischen Strukturen PR und Werbung einen enormen Zuwachs (u.a. mit Hilfe der Digitalisierung: Smartphones hat praktisch jeder und der E-Commerce lebt von Werbung) erlebt und die Propaganda wird noch aggressiver an den potenziellen Konsumenten herangeführt.Wenn es diese Konsumsteigerung gibt, dann nur dadurch dass die Propaganda (nach Edward Bernays) dafür verschärft wurde.

    Ich hoffe, ich konnte mit meiner Sichtweise etwas Sinnvolles zu dem Thema beitragen.

    Freundliche Grüße,
    Daniel

    *Die Upanischaden, Buddhismus, Solipsismus, Konstruktivismus, David Hume, Immanuel Kant, Gustav LeBon und Ludwig Wittgenstein.

  45. Daniel,
    das war ein guter Beitrag.
    Im Lebensmittelhandel werden die lebensnotwendigen Produkte, die gekauft werden müssen, ganz unten gelagert, Zucker, Mehl, Salz.

    Produkte, die wir nicht unbedingt brauchen, die kommen weiter oben und für diese Produkte wird geworben. Da kommt es auch auf die Verpackung an.

    Was Sie über Vernunft und Gefühl sagen, das gilt nur bedingt. Wer mit Hartz IV leben muss, der schaut auf den Preis.

  46. @Daniel vorherzusehende Wahl

    „In diesem Fall kann Wille keine Freiheit beinhalten, weil der Weg (in meiner Referenz das „weg von“ + „hin zu“) vorgegeben ist.“

    Es beschneidet doch nicht meine Freiheit, wenn es ganz einfach und ohne Widerstände möglich ist, dass ich das bekomme, was ich brauche. Die Freiheit besteht doch darin, das ich wirklich etwas haben will, und nicht darin, ob meine Entscheidung in gewisser Weise beliebig oder unvorhersehbar ist.

    Selbst wenn ich betrogen werde, und ich z.B. alkoholhaltiges Bier kaufen will, aber auf einer Bierflasche im Supermarkt zwar draufsteht, dass da 5% Alkohol drin ist, aber in Wirklichkeit alkoholfreies Bier drin ist, selbst dann würde ich noch von einer freien Entscheidung sprechen. Spätestens wenn ich das Bier getrunken habe, werde ich merken, dass da kein Alkohol drin ist, und werde nie wieder diese Marke kaufen.

    Wenn ich allerdings in einem Land lebe, in dem Alkohol grundsätzlich verboten ist, genau dann würde ich von einer Einschränkung meiner Willensfreiheit reden. Wenn ich das bekommen kann, was ich wirklich will, lebe ich in für mich freien Verhältnissen. Nicht wenn es schwer vorherzusehen ist, welche Entscheidungen ich treffen werde.

    Und auch dann fehlt es nicht unbedingt an Willensfreiheit, wenn ich ungesunde Wünsche habe. Wenn ich mit mir selber Konflikte habe, z.B. wenn ich ein süchtiger Raucher bin, so würde ich das weniger als ein Problem mit der Willensfreiheit betrachten, sondern einfach als eine Krankheit, die auf die Eigenschaften von Nikotin zurückzuführen ist.

    Die meisten Raucher sind doch nicht vergleichsweise willensschwach, sondern waren meist einfach irgendwann mal ziemlich übermütig, als sie mit dem Rauchen angefangen haben. Ist man erstmal süchtig, ist das meine ich eine simple Krankheit. Allerdings eine Krankheit, die auf eine Fehlentscheidung in der Vergangenheit zurückzuführen ist.

  47. Zu Daniel
    ” Wille entsteht aus einem subjektiven Leidensdruck heraus”.
    Sehe ich auch so. Allerdings kann ich einen Leidensdruck auch erzeugen, wo eigentlich gar keiner ist in dem ich Menschen dahingehend manipuliere, dass diese an etwas leiden, wenn ich ihnen also Werte vorgebe, die sie unbedingt erreichen wollen. So sind Werte dieser Gesellschaft, die man auch als materielle definieren kann, wie Besitz, Reichtum, Haus, Reisen etc… für viele Richtwerte ihres Handelns und Wollens geworden da die Gesellschaft bzw. Menschen sich erst über den Besitz dieser Werte definieren und damit als Maßstab für den Sinn ihres Lebens. Man ist seines Glückes Schmied, man hat es geschafft , man entspricht den Vorbildern aus den Medien, die solche Gewinner preisen, egal wie diese zu Geld gekommen sind. LEID als Wert wird hier also indirekt durch die gesellschaftlichen Vorgaben erzeugt. Der Druck kommt dann danach, nach dem
    Menschen mit allen Mitteln versuchen diesem gesellschaftlich vorgegebenen Werten gerecht zu werden .Die Freiheit besteht hier für mich darin, dass man
    sich dieser massenhaften Manipulation dieser Gesellschaft bewusst wird und seinen Willen nach seinen wirklichen Bedürfnissen ausrichtet.

  48. Darum konnten die Altvorderen eine Vorsehung mit Apokalypse offenbaren:
    “Nicht Mangel an Geist, sondern ein Geist*, der sich ununterbrochen selbst gegenwärtig ist, eine Ausgeglichenheit, gegen die nichts und niemand ankommt. Die Menschen reden, die Karawane zieht vorrüber: Die Dummheit erkennt man an jenem ruhigen Fortschreiten eines Wesens, das Worte von aussen weder ablenken noch berühren können. Sie ist nicht das Gegenteil der Intelligenz, sondern jene Form der Intellektualität**, die alles auf ihr eigenes Maß zurechtstutzt und jeden Anfang in einem vertrauten Vorgang auflöst.
    Der Dummheit ist nichts menschliches jemals fremd; die macht – über die Lächerlichkeit hinaus – ihre unerschütterliche Kraft und ihre mögliche Grausamkeit.” (Alain Finkielkraut) *Bewusstsein(sschwäche) **systemrational-gebildete Suppenkaspermentalität auf Schuld und Sündenbocksuche

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