Intermezzo: Bildung und Individualismus

Oder: Wie wir uns Tag für Tag selbst an der Nase herumführen

Bildung. Ein großes Wort. Oft wird sie gefordert. Wir haben Bildungspolitiker, Bildungsaufträge, etwas altmodisch anmutend auch Bildungsanstalten, so wie es früher einmal Badeanstalten gab. Aber was heißt Bildung? Wofür brauchen wir sie?

Der eigentliche Wortsinn fiel mir erst auf, nachdem ich merkte, dass im Niederländischen für “Bildung” das Wort “vorming” (Formung) verwendet wird, etwa in der Form: “academische vorming”, die meine Kolleginnen und Kollegen mitunter fordern, also akademische Bildung.

Nun ist aber in Diskussionen “academische vorming” hier in aller Regel so unbestimmt, dass viele Niederländer auf das deutsche Wort “Bildung” ausweichen. Es steht sogar im Wörterbuch und wird dort als “algemene ontwikkeling” (allgemeine Entwicklung) erklärt. Das ist für die drei dicken Bände des Grote van Dale, vergleichbar mit unserem Duden, doch eher dünn. Gerade dann, wenn man bedenkt, dass gebildete Menschen dieses Wörterbuch zusammenstellten.

Also dann doch wieder zurück zur Muttersprache. Vom Deutschen Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm hätte ich mir jedenfalls mehr erwartet, waren das doch gestandene Sprach- und Literaturwissenschaftler sowie Juristen und übrigens auch zwei der Göttinger Sieben, Professoren also, die sich für die Freiheit der Universität gegen den neuen König stellten, dabei vom Rest der Bildungseinrichtung im Stich gelassen und schließlich vom König verbannt wurden.

Selbst ihr Wörterbuch erklärt Bildung eher im Sinne von Formung, wie etwas gebildet ist, beispielsweise ein Kunstwerk aber auch ein Menschen- oder Tierkörper. Unser heutiger Duden ist auch nicht viel ergiebiger, sieht darin in Anlehnung an das Bilden schlicht Erziehung oder erworbenes Allgemeinwissen.

Für ein Wort, dass die Nabe so vieler Diskussionen, vielleicht sogar unserer ganzen Kultur ist, ist das alles erstaunlich vage. In der Dezemberausgabe der Psychologie-Zeitschrift Gehirn&Geist erklärte dann aber der Bildungsforscher David Kergel von der Hochschule Niederrhein in Krefeld, dass Bildung “mehr als nur Wissen” ist.

Er greift darin auf keinen Geringeren als Meister Eckhart (ca. 1260-1328) zurück, den großen Mystiker unserer Kultur. Für den bedeutete Bildung, “sich selbst nach dem Ebenbild Gottes zu formen.” Dabei dachte der Mystiker aber nicht daran, sich als Schäfchen in der Kirche berieseln zu lassen, sondern die Begegnung mit Gott selbst zu suchen. Für solche aufrührerischen Ideen wollte man ihm den Prozess machen, bloß konnte man ihn nicht dingfest machen. Es hatte auch seine Vorteile, im 14. Jahrhundert zu leben.

Und dann ist da natürlich der preußische Bildungsvater Wilhelm von Humboldt (1767-1835) mit seiner humanistischen Bildung zur Entwicklung der Persönlichkeit: Die Bildung wird dem Menschen eben nicht aufgrund äußerer Zwecke auferlegt, sondern soll ihm schließlich die Selbstbestimmung, man könnte wohl auch sagen: Selbst-Formung, ermöglichen.

Kergel widerspricht sich aber doch etwas, wo er nämlich feststellt: “So wenig Bildung bloße Ausbildung ist, so wenig darf man sie mit Erziehung verwechseln, jenes ‘Einpassen’ in die Gesellschaft.”, an anderer Stelle aber schreibt:

Natürlich muss sich der Inhalt von Bildung immer auch an den Erfordernissen der jeweiligen Zeit orientieren. Technisch-naturwissenschaftliche Kenntnisse und Fähigkeiten sowie Knowhow im Umgang mit digitalen Medien sind heute nicht umsonst ein wichtiger Bestandteil des Lehrplans. (David Kergel, Gehirn&Geist 12/2018, S. 14)

Also doch An- beziehungsweise Einpassung? Und wie viel Bildung ist heute noch in Lehrplänen enthalten, wenn der Bildungsforscher darüber schreibt:

Griechisch und vielfach auch Latein sind aus dem Unterricht der meisten Schulen verschwunden, stattdessen rückten die MINT-Fächer ins Zentrum des Interesses. Auch der Unterricht in Kunst, Musik und schöner Literatur gilt häufig als weniger wichtig, Sport nur als Regeneration für müde Lernende. (David Kergel, Gehirn&Geist 12/2018, S. 14)

Und warum wird wohl alles diesen MINT-Fächern untergeordnet, also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik, wenn nicht, weil diese für den Wirtschaftsstandort wichtig sind? Oder weil diese eben in den PISA-Studien (Kritik an PISA-Studien: “teilweise fehlerhafte Daten und gewagte Schlussfolgerungen”) eine große Rolle spielen? Den Studien also, die die OECD, die Institution zur Förderung der Wirtschaft, in einem geschickten Coup den meisten Gesellschaften oktroyiert hat.

Hat vielleicht die Politik eine Antwort auf die Frage, was Bildung ist? Dafür habe ich ein Beispiel aus den Niederlanden: Dort gab es schon 1806 einen Gesetzesparagraphen, der Bildungseinrichtung zur Förderung der persönlichen Entwicklung und des gesellschaftlichen Verantwortungsgefühls verpflichtete. Das dürfte damals vor allem bedeutet haben, Menschen zu guten Christen zu erziehen.

Im heutigen Gesetz für die Hochschulen findet sich immerhin Artikel 1.3, in dessen fünften Absatz es heißt: “Die Universitäten, … Hochschulen und die Offene Universität schenken auch der persönlichen Entfaltung und der Förderung des persönlichen Verantwortungsgefühls Aufmerksamkeit.” Wobei das mit dem “heutigen Gesetz” nicht ganz stimmt. Dies war die Version vom 1. September 2010. Seit 1. Februar 2018 ist dieser Teil vorübergehend außer Kraft gesetzt.

In der in Zukunft in Kraft tretenden Fassung des Artikel 1.3 wird ausgeführt, was es mit dem “persönlichen Verantwortungsgefühl” auf sich hat: “Die Förderung des persönlichen Verantwortungsgefühls beinhaltet zumindest, dass die Bildungseinrichtungen, einschließlich ihrer Repräsentanten, sich diskriminierender Verhaltensweisen und Äußerungen enthalten.” Aha. Dadurch, dass Menschen etwas nicht tun, fördern sie das Verantwortungsgefühl der Studierenden?!

Aufschlussreicher als der Gesetzestext sind in der Regel aber die Gesetzesbegründungen. Und in dem immerhin mehr als 300-seitigen Begründungstext aus dem Jahr 2006 heißt es, dass den Verpflichtungen aus Artikel 1.3 zumindest auch im Unterricht nachgekommen werden muss. Denn, jetzt kommt es: “Die Studenten müssen die Möglichkeit bekommen, sich so zu entwickeln, dass sie nach dem Abschluss ihrer Ausbildung für den Arbeitsmarkt bereit sind” (S. 315).

Der letzte Teil lautet im niederländischen Original: “klaar zijn voor de arbeidsmarkt.” “Klaar zijn” könnte man auch mit “fertig” oder “fertiggestellt zijn” übersetzen. Das Bild, das dabei bei mir aufkommt, ist das von Sardinen in der Büchse, die fertig zum verzehr ausgeliefert werden. Essensklar abgefertigt. Guten Appetit!

Nein, sind die ewigen Diskussionen über Bildung mehr als nur ein Feigenblatt für das dahinschwindende Bildungsbürgertum? Gehirn&Geist ergänzt seinen Schwerpunkt zum Thema Bildung mit Statistiken, dass Gebildete weniger rauchen, mehr Sport treiben, sich gesünder ernähren, also insgesamt gesünder sind. Auch seien sie mit dem Leben zufriedener und würden sie sich häufiger ehrenamtlich engagieren.

In dem anschließenden Interview mit dem Wiener Philosophieprofessor Konrad Liesmann wird immerhin Tacheles geredet, etwas Klartext gesprochen:

Bildung heißt auch, nicht alles für bare Münze zu nehmen, sondern die dahinterstehenden Interessen zu erkennen und zu berücksichtigen. Werbung beispielsweise oder die medialen Inszenierungen von Politik produzieren viele Klischees, Mythen, ja blanke Lügen. Gebildet zu sein bedeutet, diesen Dingen gegenüber wach und aufmerksam zu sein. (Konrad P. Liessmann, Gehirn&Geist 12/2018, S. 15)

Wie kritisch sind wir wirklich? Quelle: geralt / Pixabay-Lizenz

Damit sehen wir auch den ganzen Haken an der Sache: Unsere heutige Gesellschaft braucht für ihr ökonomisch-ideologisches Rückgrat vor allem Menschen, die ökonomisch, am Arbeitsplatz, in der Familie und in der Schule funktionieren. Alles ist vom Pragmatismus beherrscht, der eigentlich blanker Opportunismus ist. Bildung und damit kritisches Nachfragen steht dem nur im Wege.

Eine gebildete Gesellschaft hätte sich den PISA-Bären erst gar nicht aufbinden lassen. Warum hätte sie sich sonst von einer Wirtschaftsinstitution ohne jegliches demokratische Mandat diktieren lassen, wie sie ihr Bildungssystem ausgestalten muss? Unsere “vierte Gewalt”, die Presse, hat uns auch nicht davor bewahrt, sondern im Gegenteil den PISA-Schock erst herbeigeschrieben, frei nach dem Motto: Vielleicht ist es Bullshit, was da gemessen wird, aber immerhin ist es gemessen; und wie können wir großen Deutschen dann so niedrig auf der Rangliste stehen?! Daraus spricht der Geist des New Public Management im Sinne Reagans und Thatchers.

Dennoch sagt man, alles drehe sich ums Individuum. Das möge man ja einmal probieren, mit seinen ganz eigenen Werten und Vorstellungen zu leben – und damit bei anderen anzuecken. Die werden das wohl eher nicht als Ausdruck von Freiheit willkommen heißen, sondern vielmehr als störende Extrawurst geißeln. “Individualismus” heißt bei uns heute, sich mit dem Erwerb von Konsumgütern einschließlich Nahrung und Reisen so zu inszenieren, dass alle sehen, dass man zum wohlhabenden Teil der Gesellschaft gehört.

Wären wir wirklich gebildet, dann wüssten wir mit den antiken Philosophen, dass Konsum und Besitz unserem Leben keinen höheren Sinn verleihen. Dann würden wir auch nicht so viel für den Erwerb von Statussymbolen arbeiten. Dann würden wir auch nicht einfach so hinnehmen, dass in dieser Gesellschaft das Prinzip “Arbeit muss sich lohnen” durch Steuerschlupflöcher und ein sozial ungerechtes Erbrecht krass verzerrt wird: Wer hat, dem wird gegeben.

Dennoch wundern sich unsere Intellektuellen beziehungsweise diejenigen, die sich in den Medien als solche inszenieren, über die Verführbarkeit des “Volks”, dass Menschen massenweise Populisten hinterherlaufen und in den USA sogar ein Trump an der Macht ist. Das Problem ist aber hausgemacht: Denn unabhängig von der Frage, ob etwa ein Putin oder dessen Handlanger Wahlen manipuliert haben (Philosophischer Schnellschuss zu Wahlmanipulationen), mussten die Bürgerinnen und Bürger für solche Manipulationen erst einmal anfällig sein.

Ein demokratischer Rechtsstaat lebt nicht vom Herdendenken. Wie oft haben wir in der Geschichte schon miterlebt, wie schnell die Herde einem Wolf im Schafspelz hinterherläuft? Eine echte Demokratie lebt nicht nur von der Freiheit, sondern vor allem auch von der tatsächlichen wie wirklichen Präsenz der anderen Meinung. Und nur mit genügend Hintergrundwissen und Analysefähigkeiten kann man der Meinung, den Argumenten, schließlich den Dingen selbst auf den Grund gehen.

Wie schön diese Suche sein kann, hat in jüngerer Zeit niemand so gelungen ausformuliert wie der italienische Literaturprofessor Nuccio Ordine in seinem Buch “Von der Nützlichkeit des Unnützen: Warum Philosophie und Literatur lebenswichtig sind.” Er zitiert gegen Ende erst unseren guten alten Lessing:

Nicht die Wahrheit, in deren Besitz irgendein Mensch ist oder zu sein vermeinet, sondern die aufrichtige Mühe, die er angewandt hat, hinter die Wahrheit zu kommen, macht den Wert des Menschen. Denn nicht durch den Besitz, sondern durch die Nachforschung der Wahrheit erweitern sich seine Kräfte, worin allein seine immer wachsende Vollkommenheit besteht. Der Besitz macht ruhig, träge, stolz. (G. E. Lessing, “Eine Duplik”, 1778)

Woraufhin Ordine ergänzt:

Diese Worte Lessings wie auch der anderen Autoren, die wir davor gelesen haben, haben die Kraft, etwas in uns in Schwingung zu versetzen und zu bezeugen, als was für ein höchste nützliches Instrument sich die angebliche Nutzlosigkeit der Klassiker ganz im Gegenteil erweisen kann, um uns und zukünftige Generationen – alle Menschen, die bereit sind, sich entflammen zu lassen – daran zu erinnern, dass Besitz und Profit töten, während die von jeder Art von Utilitarismus losgelöste Suche die Menschheit freier machen kann, toleranter und menschlicher.” (Nuccio Ordine, 2014, S. 207)

Solange wir Schule, Studium, Arbeit, ja das ganze Leben den Nützlichkeitserwägungen, also dem Utilitarismus im wahrsten Sinne des Worts, unterordnen, wird sich nichts daran ändern: Dass wir Liebe predigen aber Hass säen; dass wir ein Lied vom Frieden singen aber Kriege abnicken; dass wir die Menschenrechte beschwören aber Folter in schöne Worte kleiden; dass wir unseren Müll trennen aber unsere Natur vernichten.

Hinweis: Dieser Beitrag erscheint parallel auf Telepolis – Magazin für Netzkultur.

Veröffentlicht von

www.schleim.info

Die Diskussionen hier sind frei und werden nicht moderiert. Gehen Sie respektvoll miteinander um, orientieren Sie sich am Thema der Blogbeiträge und vermeiden Sie Wiederholungen. Beim Gedankenaustausch darf es auch mal heiß hergehen, jedoch nicht beleidigend werden, vor allem nie unter die Gürtellinie gehen. Stephan Schleim ist studierter Philosoph, Psychologe und promovierter Kognitionswissenschaftler. Seit 2009 ist er an der Universität Groningen in den Niederlanden, zurzeit als Assoziierter Professor für Theorie und Geschichte der Psychologie. Der Autor schreibt auch für zahlreiche andere Medien.

Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Ein guter Artikel. Sicher ist es so, daß Bildung heute eher im Sinne der wirtschaftlichen Nützlichkeit angesehen wird. Daher auch die Betonung der MINT-Fächer. Zur “Ehrenrettung” dieser Fächer ist aber zu sagen, daß auch gesellschaftliche Fragen (Umwelt, Klima) mit Naturwissenschaften zu tun haben. Ökologie ist zum Beispiel ein Teilgebiet der Biologie.

  2. Eine anekdotische externe Perspektive auf deutsche akademische „Bildung“ findet sich in einem Kommentar von T. Waters, DOI: 10.1057/palcomms.2015.26 (open access)
    Ähnlich wie in ihrem Artikel beschreibt er: „Bildung is the cry of the land of poets and thinkers against the demands of credentialism, professionalism, careerism and the financial temptations dangled to graduating students.“

  3. “daran zu erinnern, dass Besitz und Profit töten, während die von jeder Art von Utilitarismus losgelöste Suche die Menschheit freier machen kann, toleranter und menschlicher.”

    Ich finde es ja eher etwas witzig, wenn jede Art von Utilitarismus kritisiert wird und anschließend die tollen Folgen dieser nicht nützlichen Suche habe. Es ist irgendwie ein Paradox: Die Abkehr vom Utilitarismus sei selbst wieder nützlich für geschätzte Ziele.
    Ich weiß nicht, ob man sich damit einen rhetorischen Gefallen tut, wenn man Utilitarismus mit Besitz und Profit verbindet und nicht betont, dass die Werte, die man vertritt, auch von andere geschätzt werden können und dafür freie Suche und Persönlichkeitsbildung nützlicher ist.

  4. @Knoth: Naturwissenschaften

    Danke, dass Sie diesen Punkt hier ergänzen.

    Ich habe auch gar nichts gegen Naturwissenschaften. Im Gegenteil. Aber auch diese sind geprägt von Grundlagenforschung und nicht nur von dem, was irgendeiner kurzzeitigen Nützlichkeit unterliegt; insofern unterliegen auch sie dem Verwertungszwang unserer Zeit.

    Früher einmal war übrigens alles, was nicht eine der “angewandten” Disziplinen Theologie, Medizin oder Rechtsgelehrtheit war, Philosophie – einschließlich Mathematik, Naturforschung und Literatur.

    Mir geht es also gar nicht darum, die Disziplinen gegeneinander auszuspielen, sondern eher herauszuarbeiten, dass es für alle Bereiche ein Bildungsideal gibt, das durch den Verwertungszwang bedroht wird.

  5. libertador: Nützlichkeit des Unnützen

    Dieser Widerspruch ist ja schon im Titel von Ordines Buch ausgedrückt: Von der Nützlichkeit des Unnützen: Warum Philosophie und Literatur lebenswichtig sind.

    Es ist eine Konzession, ein Zugeständnis an den Geist der heutigen Zeit, an die Menschen, die nicht von selbst verstehen, warum Freiheit und Toleranz unentbehrlich sind. Denen wird erklärt, dass Bildung eben auch – aber nicht nur – ihren Nutzen hat.

  6. Ein nützlicher Artikel.
    @Stephan Schleim
    Menschen, die nicht von selbst verstehen, warum Freiheit und Toleranz unentbehrlich sind

    Definiert man Bildung als den “Prozess, in dem der einzelne Mensch als Subjekt in seine eigene Geschichte eintritt”, würde man per Definition jedem einzelnen Menschen wenigstens das Potential zuschreiben, dies eben darin von selbst verstehen zu können.

  7. “Der demokratische Rechtsstaat lebt nicht vom Herdendenken…”

    Was sind Parteien, Vereine, Gewerkschaften… ? Interessengruppen, die nach dem Prinzip des Herdendenkens funktionieren ? Interessengruppen versuchen wiederum ihre Meinung mit Hilfe von Medien zu popularisieren bzw. umzusetzen bzw. andere damit zu manipulieren. Wie überall in Herden gibt es Machtstrukturen vom einfachen Parteisoldaten(Befehlsempfänger) bis zum Befehlsgeber mit Richtlinienkompetenz. Dieses HerdenDenken (Gnu-Herde) scheint also unterbewusst evolutionär zu funktionieren…

  8. @Golzower: Herdenken

    Das Prinzip der individuellen politischen Meinungsbildung sollte man meiner Meinung nach aber gerade auch auf die Ebene der Parteien übertragen: Ich halte es für einen der Gründe für die Krise der ehemaligen Volksparteien, dass es dort gerade keine demokratische Meinungsbildung mit Idealen, Argumenten und Gegenargumenten mehr gab, sondern aufgrund angeblicher Sachzwänge Entscheidungen von oben vorgegeben wurden, die dann nur noch abgenickt werden sollten.

    Ich denke, vielen Menschen ist die Auseinandersetzung schlicht zu anstrengend und sie gehen dann lieber den Weg des geringenen Widerstands und meckern sich etwas ins Fäustchen. Wenn man das wirklich evolutinär erklären wollte, dann müsste man berücksichtigen, dass das Mitlaufen bzw. in den Widerstand gehen oft eine Reaktion auf äußere Umstände ist.

  9. Zu St. Schleim:
    Dieser Zustand, den sie hinsichtlich der Verfassung dieser Volksparteien beschreiben, erinnert mich an die DDR. Hier ordnen sich gebildete Menschen -wohl aus Angst- mehr oder weniger einer von oben verordneten Meinung(Diktat) unter. So ähnlich hatte Erich Honecker in der DDR versucht die Massen zu lenken , mit Hilfe höriger Medien und unterwürfigen Karrieristen (Heinrich Mann : Der Untertan) . Dieses Herdendenken wird meiner Ansicht nach auch von dem Prinzip ANGST gelenkt.(Mit diesem Prinzip kann man beinahe alles erklären) .BILDUNG, die hier gemeint ist, bezieht sich auf intellektuelle Bildung, weniger auf die Bildung die der Volksmund mit dem Begriff “Gesunder Menschenverstand” verbindet. Letztere ist für mich das emotionale Erfassen und Bewerten auf der Basis von Lebenserfahrungen. Menschliche Erfahrungen, die ich im Leben gemacht habe, bilden meiner Ansicht nach auch. Grundlage sind Menschenkenntnisse und humanistisches Denken. Menschliches Verhalten hat für mich immer eine evolutionäre Grundlage bzw. einen evolutionären Sinn.

  10. @Bildungsvergnügen

    Bildung kann dem Beruf dienen, aber auch dem Leben. Bildung kann unterrichtet werden, aber jeder Mensch sammelt selbst Erfahrung im Leben, das bildet auch, wie Golzower das sagt.

    Die Konzentration auf das Berufliche und Wirtschaftliche in der Schule und an der Uni ist nicht nur recht sinnlos, sondern auch gefährlich. Der Mensch sollte lernen, sich nicht so leicht verarschen zu lassen. Und der Mensch sollte lernen, seine eigenen Interessen zu suchen, und nicht die Arbeitgeberposition zu verinnerlichen und voranzutreiben.

    Aber weder die Welt noch der Mensch sind eine Erfolgsmaschine. Wissen ist ein maßgeblicher Bestandteil der Innenwelt des Menschen, und macht einen wesentlichen Teil des Bewusstseins aus. Mathematische Modelle können wunderschön sein, sich damit zu befassen erweitert das Bewusstsein, nur so schon. Astronomische Erkenntnisse erweitern die eigene Vorstellungswelt, machen Fantasiereisen durchs Universum in der Innenwelt möglich. Allein dafür sind die paar Milliarden für Großteleskope sehr gut angelegtes Geld.

    Bildung als Maßnahme, die Innenwelt zu erweitern und dem Bewusstsein Welten zu erschließen, macht für sich richtig viel Sinn. Oft führt des zugleich auch zur Kompetenz, im Durchsetzen des eigenen Lebens wie nebenbei auch beruflich. Berufliche Kompetenz ist ja auch was wert. Aber im Beruf geht es ja meist um handelbare Waren und Dienste, und das eigene Bewusstsein und die inneren Qualitäten des gelebten Lebens sind eher weniger handelbar. Bewusstsein kann man nicht kaufen oder verkaufen.

    Forschen kann man, lehren kann man, und Bücher schreiben und lesen kann man auch. Aber der geistige Austausch dabei ist nur zu einem kleinen Teil kommerziell. Gemeinsam Leben, gemeinsam Träumen, gemeinsam Forschen und gemeinsam Erkennen sind im wesentlichen frei von Kommerz. Bewusstseinsqualität ist von daher eigentlich nicht käuflich. Das sollte uns nicht stören, und wir sollten uns nicht von der Kommerzialisierung durch die vielen Profiteure von unserem Leben abhalten lassen, das letztlich mehr unveräußerliches Innenleben als handelbares Außenleben ist.

  11. @P.R.: über Rankings

    Ich konnte den Artikel jetzt lesen. Nicht nur interessant, sondern auch unterhaltsam! Zwei Aussagen über die Ranglisten der Universitäten haben mir sehr gut gefallen:

    And despite UDSM’s [die Uni in Tansania, an der er lehrte] record of creating much of Eastern Africa’s elite, it made little dent in the ranking systems highlighted by The Economist. After all, creating a future for an area of the world that is growing rapidly is not a metric in such ranking systems.

    Das heißt, diese Universität verändert die Welt und die Zukunft – das wird in den internationalen Ranglisten aber gar nicht berücksichtigt.

    Und dann die Aussage, dass wer die Regeln bestimmt auch zu den Besten gehört:

    I know that the elites, whether in the United States, Singapore, China or Abu Dhabi, will continue to dominate the status rankings—after all, they write the rules of the ranking system.

    Tony Waters (2015): “Teach like you do in America”—personal reflections from teaching across borders in Tanzania and Germany

  12. @P.R.: über Bildung

    Und sehr schön, wie hier über Bildung geschrieben wird:

    Bildung, I discovered in my 2 years in Germany, is an organizing cultural principle for German higher education that trumps both careerism and disciplinary silos. It is generally translated as “education”, but in fact it means more—dictionary definitions often refer to “self-cultivation”, “philosophy”, “personal and cultural maturation” and even “existentialism”. Bildung is the cry of the land of poets and thinkers against the demands of credentialism, professionalism, careerism and the financial temptations dangled to graduating students. It is why, even at Zeppelin University with its putatively “international” emphasis on business education, there was still a grand piano across the hall from my office, and classical music filling the air at odd times—music is important for Bildung, even for Business majors.

    Das ist doch mal etwas, worauf man als Deutscher stolz sein darf.

    Tony Waters (2015): “Teach like you do in America”—personal reflections from teaching across borders in Tanzania and Germany

  13. Golzower: DDR und Opportunismus

    Angst ja, meinen Wissens aber vor allem wegen sozialer Ausgrenzung und nicht um das Leben (wie bei den Nazis). Womit nicht gesagt ist, dass diese Angst nicht furchtbar wäre. In China haben wir mit dem Social Credit System das ganze ja jetzt in viel größerem Maßstab.

    Aber eigentlich verbietet sich ein moralisches Urteil über die Individuen, wenn man nicht weiß, wie man sich selbst verhalten hätte, weil man ohne sein eigenes Zutun den Luxus genossen hat, in einem ziemlich freien Land aufzuwachsen.

    Schlau war es da, seinen Protest und seine Ablehnung des Systems so einzukleiden, dass es dem Staat und seinen Vertretern nicht aufgefallen ist.

  14. Warum wird hier nicht der Religion der Stellenwert eingeräumt, den sie nach der Zugehörigkeit einer religiösen Konfession hat?
    56 % der Deutschen gehören einer religiösen Konfession an.
    Die Grundlage der Individualität ist die persönliche Freiheit. Und die ist von der christlichen Religion garantiert. Die notwendige Bildung liefert sie noch kostenfrei dazu.

    Zum Selbstverständnis der europäischen Kultur gehört ihr stärkstes Bindeglied, die gemeinsame christliche Vergangenheit und die damit zusammenhängenden Werte.

    Jeder Christ ist vor Gott ein Individuum. Er wird am Jüngsten Tag mit seinem Namen gerufen werden. Und diese Tatsache gehört zur Bildung. Sie war es 2000 Jahre lang, man sollte sich daran erinnern !

  15. bote19: “Jeder Christ ist vor Gott ein Individuum.”

    Da bist Du aber sowas von auf dem Holzweg der Bildung zu systemrationaler Suppenkaspermentalität, denn nach Bibel steht und fällt diese Geschichte von Vernunftbegabung und Verantwortungsbewusstsein mit der Bildung einer wirklich-wahrhaftigen Gemeinschaft, denn Mensch bedeutet grundsätzlich ALLE – wenn es allerdings trauriger”weise” nur nach der berechneten Vorsehung geht (die Mensch überwinden kann und soll!), dann stehen am Ende 144000 auf dem Berg Zion und basta. 😇😈😋

  16. @bote19 Religion und Freiheit

    Ich dachte, dass Demokratie und Freiheit das stärkste Bindeglied der Europäischen Kultur ist. Als es nur das Christentum war, wurde hier ständig Krieg gegen einander geführt. Persönliche Freiheit und Religionsfreiheit wurden dann auch eher gegen den Widerstand der Kirchen durchgesetzt.

    Nur die Angst vor dem Sozialismus hat die Kirchen zu opportunistischen Freunden der Demokratie gemacht. Auch kommt die orthodoxe Kirche super gut mit der russischen Oligarchie klar, Sehnsucht nach Demokratie ist da nicht zu beobachten. Die persönliche Freiheit wird von der christlichen Religion garantiert? Mag sein, dass Jesus das im Blick hatte, da bin ich mir nicht sicher. Aber im Kirchenbetrieb ist das regelmäßig untergegangen. Leibeigenschaft und Sklaverei, in der Kolonialzeit weltweit, verbinde ich mit Christentum.

    Die innere Struktur der Katholischen Kirche ist zutiefst hierarchisch und nix von demokratisch. In den übrigen Kirchen sieht das nicht unbedingt besser aus. Wir sind immer noch damit beschäftigt, Patriarchat und Frauenfeindlichkeit abzuschaffen. Da fehlt noch was an Gleichberechtigung. Die Kirchen sind da nach wie vor nur im Weg, bei der Frauenfeindlichkeit erweist sich die Katholischen Kirche als ganz renitent.

    Kirchen stellen sich auch gegen geltendes Recht, z.B. zeigen die Kirchenoberen ihre Kollegen, die Kinder missbrauchen, regelmäßig nicht bei der Polizei an, und setzen stattdessen noch die Opfer unter Druck. Nicht nur das ist Kriminell und Verfassungswidrig.

    Es ist ja gut, das auch Kirchen lernfähig sind, und Religionsfreiheit steht ja auch im Grundgesetz an prominenter Stelle. Christliche Kirchen setzten sich ja neuerdings sogar für die Bewahrung der Schöpfung ein und springen damit über ihren eigenen Schatten. Eigentlich gehört ja zum christlichen Glauben der Weltuntergang und das Jüngste Gericht, und damit ist Natur und Erde ein Auslaufmodell. Dieses Weltenende wäre dann eher eine Frage von Jahrhunderten, in der Tradition des christliche Glaubens. Im Gegensatz zur Wissenschaft, die denkt da in Milliarden Jahren, was die Zukunft des Planeten angeht.

    Im Kalten Krieg zündelten religiös geprägte US-Präsidenten immer wieder mal am selbst herbeigeführten Weltuntergang. Der Bekämpfung des Kommunismus war jedes Mittel recht, auch die Zerstörung des ganzen Planeten wurde eiskalt riskiert. Nicht um der Bevölkerung die Freiheit zu geben, sondern weil die Kommunisten die Kirchen da verboten haben.

  17. Ich bin mir nicht sicher ob man mit intellektueller Bildung eine bessere Welt schafft, da diese Art der “Bildung” das Ego des Menschen, was sich ja auch aus solchen Wesenszügen wie Machtgier, Raffgier, Verlogenheit, Hass, Neid etc. zusammensetzt, beeinflusst. Man könnte sogar vermuten, dass Menschen mit mehr Bildung andere Menschen mit weniger Bildung besser für sich und ihre Interessen manipulieren und ausnützen können und werden. Bildung wird hier also Mittel der Selbstsucht, um schneller und besser Karriere zu machen oder reicher als reich zu werden bzw. Macht über andere auszuüben. Intellektuelle Bildung ist so gesehen für mich kein Qualitätsmerkmal zur Beurteilung von Menschen. Dagegen habe ich schon oft bei Menschen mit “weniger” Bildung mehr menschliche Bildung( Mitgefühl, menschliche Wärme ) erfahren können. In dem Sinne halte ich die Emotionale Bildung, die für ein gesunde Seele so wichtig ist , für zu mindestens genauso so wichtig. Ansonsten züchten wir nur emotionslose Egomanen ohne jede menschlichen Gefühle für eine emotionslose und rücksichtslose Ellenbogengesellschaft…

  18. Golzower
    das ist auch meine Erfahrung:
    “Dagegen habe ich schon oft bei Menschen mit “weniger” Bildung mehr menschliche Bildung( Mitgefühl, menschliche Wärme ) erfahren können.”

    Wir bezeichnen diese Form des Zusammenlebens auch als “Herzensbildung”.

    Also, man muss genau angeben, was mit Bildung gemeint sein soll. Ist es nur Wissen, oder ist es mehr die Fähigkeit sich sozial zu verhalten.

    Tobias Jeckenburger
    diese Zusammenfassung über Religion und Freiheit zeigt, dass wir Menschen lernfähig sind. Es liegt in unserer Hand , was wir aus unserem Wissen machen.
    Und wenn sich dabei ein gleiches Ziel zwischen Wissenschaft und religiösem Glauben abzeichnet, dann haben wir ideales Ziel vor Augen.
    Was das Auslaufmodell “Christentum” betrifft, das entscheiden die Menschen. In 50 Jahren, wenn die Verteilungskriege um Wasser und Rohstoffe auf der Erde beginnen werden, dann kann man diese Krisen nur bewältigen, wenn man solidarisch mit seinen Nachbarn weiß. Was gibt es besseres als einen geistigen “Klebstoff” den wir schon haben, unsere gemeinsame christliche Tradition.
    Die, um menschlicher Fehler seitens der Institution Kirche aufzugeben, das ist kurzsichtig. Das wäre so, den Beruf des Taxifahrers zu verbieten, weil einige Taxifahrer Verbrechen begangen haben.

  19. @Golzower

    “Emotionale Bildung” – geistig-heilendes Selbst- und Massenbewusstsein, nur wenn Mensch den Wettbewerb und die Symptomatik des “gesunden” Konkurrenzdenkens kompromisslos aufgibt, also in der einzigen Sicherheit des gemeinschaftlichen Eigentum zusammenlebt.

  20. Kirchen stellen sich auch gegen geltendes Recht, z.B. zeigen die Kirchenoberen ihre Kollegen, die Kinder missbrauchen, regelmäßig nicht bei der Polizei an, und setzen stattdessen noch die Opfer unter Druck. Nicht nur das ist Kriminell und Verfassungswidrig.

  21. Eine wichtige Rolle scheinen mir auch-wie oben bereits erwähnt-bei der BILDUNG die Medien zu spielen. Diese, den Gesetzen des kapitalistischen Marktes untergeordneten Wirtschaftsunternehmen, wo es nur um Einschaltquoten, Werbeeinnahmen etc. geht, gestalten oft ein Menschenbild, was zum Teil nur aus kriminellen Charakteren besteht. Krimis wie TATORT etc. prägen das Sehverhalten und die Sucht nach möglichst viel Gewalt und durchgenknallten Abgeknallten. Bildung findet hier in dem Sinne statt, dass Zuschauer Morde ,Vergewaltigungen, Brutalitäten, Erpressungen etc. wie selbstverständlich als Bestandteil ihrer Gegenwart konsumieren . Diese Brutalität ist also fester Alltagsbestandteil. Medien prägen somit die Realitätssicht und damit die Ver-Bildung vieler Menschen. Durch permanente Wiederholungen und Suggestionen, durch die gezielte Auswahl von Informationen bzw. weglassen von Informationen, durch die dauernde Negativzeichnung bestimmter Politiker, durch die manipulative Bildauswahl, durch huldigende Hofberichterstattung einer bestimmten Frau etc. gestalten Medin im Auftrag von Lobbyistengruppen die Meinungsbildung der Öffentlichkeit und “bilden” somit die gewünschte gesellschaftlich gültige Meinung, die dann von vielen Manipulierten als wahre WAHRHEIT empfunden wird..(Auf Deutsch: Erfolgreiche Gehirnwäsche)

  22. “Individualismus” heißt bei uns heute, sich mit dem Erwerb von Konsumgütern einschließlich Nahrung und Reisen so zu inszenieren, dass alle sehen, dass man zum wohlhabenden Teil der Gesellschaft gehört.

    Das ist mir eigentlich neu. Ich dachte immer, daß man nach diesem Begriff sein Leben nach eigenen nicht unbedingt konsumorientierten Wünschen und Vorstellungen einrichtet.

  23. Mensch Rudi, dieses protzende “Individualbewusstsein” kannst Du sogar noch auf den Friedhöfen studieren. 😎

  24. Golzower
    Ihre Kulturkritik ist berechtigt weil wir keine Unkultur à la USA wollen.
    Nur, wie kann man gegensteuern? Die Linken und auch die Grünen und auch noch die SPD haben sich einen Teil Solidarität für Kultur bewahrt.
    Ein praktischer Vorschlag wäre : Leute, kauft eine Tageszeitung !
    Oder , Leute , unterstützt Carritative Einrichtungen !

    Und jeder, der sich so verhält, der hat seine Individualität bewahrt.
    Um es auf eine Formel zu bringen: Individualität erzeugt Freiheit.

  25. @bote19 15.02.2019 17:30

    Unsere gemeinsame christliche Tradition würde ich auch als Pluspunkt ansehen. Obwohl ich mich nicht als Christ sehe, und das auch nie gewesen bin, gehört diese Tradition teilweise auch zu den Grundlagen, auf denen ich aufbauen kann.

    Ich habe mal ein Plakat gesehen von dem Arbeitskreis der Abrahamsreligionen in meiner Wahlheimatstadt Dortmund. Da fühlte ich mich als spiritueller Agnostiker im ersten Moment ausgegrenzt. Mir kam sogar gleich die Idee, einen Arbeitskreis gegen die Abrahamsreligionen aufzumachen.

    Aber Sie haben recht: wir Menschen sind lernfähig. Die Hoffnung ist berechtigt, das moderne Menschen auch in diesem Arbeitskreis vernünftig, weltoffen und tolerant sind, und nicht nur ein Miteinander der Abrahamsreligionen im Sinn haben, sondern auch alle Arten von Atheisten, die asiatischen Religionen und auch Naturreligionen respektieren können.

    Was die Zukunft der Menschheit angeht, so ist das Ziel eines guten Zusammenlebens angesichts der umweltbedingten Herausforderungen ein gemeinsames Ziel. Wissenschaft, Christentum und alle anderen Beteiligten können sich hier ins Zeug legen, und Vernunft walten lassen.

    Solidarität unter den Menschen ist hier wohl tatsächlich das entscheidende Element, um insbesondere auch die wirtschaftlichen Schwierigkeiten auflösen zu können. Der derzeitige Neoliberalismus kann nicht ohne Wachstum funktionieren, und dieses Wachstum verträgt sich nicht mit der Begrenzung der Ressourcen und der Toleranz der natürlichen Systeme, insbesondere des Klimasystems. Den überflüssigen Stress, den das in Deutschland macht, der kann dann auch gleich weg.

    Wir brauchen hier wohl tatsächlich sowas Ähnliches, das hto in konstanter Regelmäßigkeit anmahnt. Nicht gleich sofort, die Wirtschaft kann vielleicht noch einige wenige Jahrzehnte weiterwachsen, aber wenn Afrika und Südamerika als letzte Niedriglohngebiete eingebunden sind, brauchen wir ein Wirtschafts- und Steuersystem, das ohne Wachstum und sogar mit einer Wiedergesundschrumpfung der Umsätze bei uns klar kommt.

    Da ist die christliche Kulturbasis bei uns sicher hilfreich, aber das Christentum ist nicht überall Kulturgrundlage. Die andere Kulturen müssen wohl auch mitmachen. Da empfehle ich auch den Christen, mal über ihren Tellerrand zu gucken, und die anderen Weltanschauungen zu respektieren, und nach Wegen der Zusammenarbeit zu suchen. Bekehren wird nicht funktionieren, schätze ich.

    Die Idee, neue Mythen und neue Religionen zu entwickeln, finde ich nach wie vor interessant. Insbesondere die Religionswissenschaft könnte doch hier mal nicht nur beschreibend, sondern auch mal inhaltlich produktiv werden. Wer Christ sein will, kann das ja bleiben, ich kann es nicht verhindern.

  26. Tobias Jeckenburger
    Solidarität ist das Zauberwort. Wir müssen uns nicht nur zu Andersdenkenden solidarisch zeigen sondern auch zur Natur und zu den Tieren.
    Der Gedanke, dass wir nicht auf das Prinzip Wachstum setzen dürfen, das ist das zweite Zauberwort. Stoppt das Wachstum !
    Wir müssen lernen, mit dem immer kleineren Kuchen der Ressourcen auszukommen.
    Dass wir hto zufrieden stellen können, da habe ich meine Zweifel. Von einer Ameisenstaat- Mentalität sind die Europäer weit entfernt. Die Europäer waren schon immer Räuber und haben ihre Nachbarn überfallen, und sich später als Kolonialstaaten breit gemacht.
    Mit den neuen Mythen habe ich auch keine Schwierigkeiten. Einen modernen Mythos habe ich schon vorzuschlagen. Albert Schweitzer.
    Der wurde in den 50iger und 60iger Jahren hoch gehandelt, jetzt ist er in Vergessenheit geraten.
    Eine wissenschaftlich orientierte Religion kann ich auch empfehlen, die Bahai. In Frankfurt gibt es einen Bahai-Tempel.
    Und es gibt die steigende Zahl der Veganer. Wer vegan isst, hat einen niedrigen Blutdruck und ist weniger aggressiv.
    Ein prbates Mittel um den Verkehr zu beruhigen, wäre das Schweinefleixh so stark zu besteuern, dass den Leuten der appetit vergeht. Als Nebeneffekt werden sie im verkehr ruhiger. (kleiner Spaß zum Ende)

  27. bote19: Individualität im Wettbewerb erzeugt Gleichgültigkeit, Ausgrenzung, Zynismus, Heuchelei, bei einigen Zeitgenossen die Illusion in Mikrokosmen – man bedenke die “christlichen” Gemeinschaften -, aber vor allem erzeugt sie gleichermaßen in Unwahrheit und Unfreiheit zentrierten EGOISMUS!

  28. @Stephan Schleim 16. Februar 2019 @ 13:06

    So Wünsche wie keinen Chef zu haben. Es ist richtig, daß man dann Kunden braucht, die für die Arbeit zahlen. Eine andere Möglichkeit wären Aussteiger. Nu gut eventuell sind meine Vorstellungen dazu unrealistisch, weil auch ein Aussteiger von etwas leben muss.

  29. @Bote 19 16. Februar 2019 @ 17:05

    Die Europäer waren schon immer Räuber und haben ihre Nachbarn überfallen, und sich später als Kolonialstaaten breit gemacht.

    Wirklich? Das antike Griechenland wurde von den Persern angegriffen. Und haben Sie Attila vergessen? Und wollten die Türken 1683 vor Wien nur den Kaffee vorbeibringen?

  30. RK
    den Attila haben die Engländer getoppt. Die haben die ganze Erde umrundet um sich ihr Commonwealth aufzubauen.
    Die Türken gehören geopolitisch zu Europa und Vorderasien gleichermaßen. Die wollten uns nur tributpflichtig machen. Bei einer kulturellen Vermischung ist noch nicht klar, wer die Oberhand behält. In Berlin scheinen die Türken die stärkeren zu sein. In anderen Städten ordnen sie sich unter.

    hto
    du hast Recht, Egoismus kommt unter dem Deckmantel von Individualität daher.
    Jetzt müsste man nur noch klären, ob ein Einsiedler ein Individualist ist, und ob diese Form zu leben die ausgeprägteste Form von Egoismus ist.
    (Wer sich der Ehe verweigert, ist ein Egoist !)

  31. Es lohnt sich vielleicht, auch noch dem Begriff ‘Bildungsroman’ nachzugehen, der ja auch Bildung in erster Linie als Persönlichkeitsentwicklung begreift. „… mich selbst, ganz wie ich da bin, auszubilden, das war dunkel von Jugend auf mein Wunsch und meine Absicht“, gesteht [Goethes] Wilhelm [Meister] in einem Brief seinem Schwager Werner. (Herv. von mir)

  32. Ausbildung ist für die Gesellschaft tatsächlich wichtiger als Bildung. Alle nennen das Erlernen eines Berufes über ein Universitätsstudium aber gern Bildung, denn als Gebildeter gehört man zu einer gehobenen Schicht.
    Letzlich ist für die meisten die Stellung innerhalb der Gesellschaft recht wichtig und das ist auch der Grund, dass das Streben nach mehr Einkommen nie aufhört, denn wer mehr verdient ist mehr wert und hat beispielsweise bessere Chancen einen attraktiven Partner zu finden und ein interessanteres Leben zu führen.
    Der Ökonom John Maynard Keynes glaubte noch, wenn der Wohlstand ein gewisses Niveau erreicht hätte (und er meinte etwa das heutige Niveau), würden die Menschen nur noch 20 oder weniger Stunden pro Woche arbeiten und den Rest der Zeit mit ihren Freunden verbringen. Doch da täuschte er sich gewaltig und sah womöglich auch nicht voraus, dass später einmal Fernreisen, Fliegen, Kreuzfahrten und vieles mehr zum Alltag gehören würden und die Leute lieber länger arbeiteten als auf diese neuen Möglichkeiten zu verzichten.

  33. @bote19

    Bildung und Individualismus – Wenn Individualismus vom Ideal des Einsiedlertums ausgeht, also meint jeder von uns kann einfach so in den Wald gehen und machen was ihm / ihr in den Sinn kommt, dann ist das angesichts der derzeitigen Weltbevölkerung purer Egoismus.

    Somit sind wir wieder bei Vernunftbegabung zu Verantwortungsbewusstsein, bzw. zu geistig-heilendem Selbst- und Massenbewusstsein, was den Mensch wirklich-wahrhaftig werden lassen soll / kann!? 😎

  34. Bildungserwerb bedeutet Statusgewinn und Aufstieg in eine neue Schicht wie auch der Artikel „Gebildeten Frauen gehen die Partner aus
    An den Universitäten nimmt der Anteil an Studentinnen seit Jahren zu. Das bleibt nicht ohne Folgen für den Heiratsmarkt“ zeigt. Dort liest man: Frauen, insbesondere die mit sehr hoher Ausbildung, wünschen sich weiterhin einen Mann, der mindestens genauso gut qualifiziert ist wie sie selbst oder genauso viel verdient, wenn nicht sogar mehr. Viele der gut ausgebildeten, erfolgreichen Mittdreissigerinnen bleiben deswegen partnerlos.

  35. Hinter und vor der Bildung des wettbewerbsbedingten Wohlstands- und Gewohnheitsmenschen, steht das Ideal des scheinbar aufgeklärten Weltbürgers, der mit Beschleunigung und Suppenkaspermentalität sein konsum- und profitautistisches Einsiedlertum in Zerstörung menschlicher wie natürlicher Strukturen umsetzt – ein menschenwürdig-konstruktives Umdenken wird stets übertroffen, von Unwahrheiten in Konfusion, illusionärem Rückzug (“Individualismus”), Unvernunft und wachsender Panik imperialistisch-faschistischer Schuld- und Sündenbocksuche!?

  36. @bote19 16. Februar 2019 @ 19:06

    den Attila haben die Engländer getoppt. Die haben die ganze Erde umrundet um sich ihr Commonwealth aufzubauen.

    Wenn etwas Attila gestoppt hat dann ist es der Ärmelkanal. Und erst durch die von ihm ausgelöste Völkerwanderung kamen Angeln und Sachsen nach Britannien und damit gibt es erst “Engländer”.

    Zur Gleichsetzung von Individualismus mit Egoismus ist zu sagen, daß das Karl Popper in seinem Werk “die offene Gesellschaft und ihre Feinde” anders sieht.

  37. hto,
    du vertritts die Lehre vom sozialen Menschen. Sehr gut.
    Du bemängelst den Wettbewerb ? Die Partnersuche ist nichts anderes als Wettbewerb.
    Du Suche nach einem Ausbildungsplatz ist Wettbewerb. Die Suche nach einer Wohnung ist Wettbewerb.
    Wir leben nicht im Paradies, wo alles vorhanden ist, und wo wir nur noch gerecht verteilen müssen.
    Und selbst wenn es so wäre, wo finden wir die Übermenschen, die das ganze organisieren ?
    Der Kommunismus ist nicht nur an den Sowjets gescheitert, sondern am Menschen selbst.
    Mangelndes Gemeinschaftsbewußtsein ist eine Folge des Charakters aber auch von falscher Erziehung.
    Und wenn wir jetzt die Gleichsetzung von Bildung und Individualismus versuchen, dann zeigt sich , dass Bildung und Individualismus zwei verschiedenen Kategorien angehören.
    Individualismus gehört zu den Charaktereigenschaften und ist zum großen Teil angeboren.
    Bildung ist eine Folge der Sozialisation, also angelernt und anerzogen.

  38. bote19: “Wir leben nicht im Paradies …”

    So, was fehlt denn noch, damit Mensch den Kampf endlich aufgeben kann – Schon wieder nur die Weisheit eines Führers, damit ihr Narren der Hierarchie weiter …???

    Komm mir jetzt nicht mit Jesus, denn der wollte nie Führer / König sein / das war nie der Auftrag “Gottes” – “Der verdorrte Feigenbaum”!!!

  39. hto
    das Paradies ist eine Metapher für “vollkommene Verhältnisse”.

    Was die Hierarchie betrifft, die ergibt sich in einer Familie von selbst. Beim Kochen hat der Koch/ Köchin das Sagen. Beim Baumfällen wahrscheinlich der Mann, beim Strümpfestopfen die Frau, man nennt das Arbeitsteilung.
    Da gibt es philosophisch nicht viel zu deuten.

    Dass der Mensch den Kampf aufgeben kann, …..wenn du das machst und dabei auf Gott vertraust, funktioniert das sicher. Die Wanderprediger haben so gelebt.
    In einem Kibbuz funktioniert das auch.
    In Berlin-Pankow funtioniert das wahrscheinlich nicht. Warum nicht, weil der Mammon dazwischen kommt, “man kann nur Gott oder dem Mammon dienen “.
    Also jetzt wieder konkret wie willst du ohne Mammon auskommen ?

  40. Die Diskussionen hier sind frei und werden nicht moderiert. Gehen Sie respektvoll miteinander um, orientieren Sie sich am Thema der Blogbeiträge und vermeiden Sie Wiederholungen. Beim Gedankenaustausch darf es auch mal heiß hergehen, jedoch nicht beleidigend werden, vor allem nie unter die Gürtellinie gehen. Stephan Schleim ist studierter Philosoph, Psychologe und promovierter Kognitionswissenschaftler. Seit 2009 ist er an der Universität Groningen in den Niederlanden, zurzeit als Assoziierter Professor für Theorie und Geschichte der Psychologie. Der Autor schreibt auch für zahlreiche andere Medien.

    Warum beklagst Du dich ?
    Heute gehts um Selbstverantwortung und
    Selber-weiterbildung ,Selbstreflexion,
    Selbstverständnis,
    Selbstnachvollziehen….
    Aus meiner Perspektive ist in den neuen Medien nun eine Diskussionskultur entstanden,wo es in der Regel um Recht haben bzw um Öffentlichkeitsarbeit und Verkauf geht….
    Synergien der Akteure fast gar nicht….
    mir ist natürlich bewusst auf was diese sog.Systeme basieren
    -hier Bildungssystem …
    Karriere,Erfolg,äußerer Status,Anerkennung….
    aber hat nicht genau das uns in die Sackgasse und Manipulation geführt….betrachte die einzelnen Ebenen u. Metaebene…Unser Bürgermeister Burkhard Jung Leipzig sagte in einem Interview, er wünsche sich mehr gesellschaftliche Teilnahme der Bürger..
    hmmm das kann ich persönlich so nicht nachvollziehen ,
    da in der Regel der bürgerliche Intention wenig Akzeptanz beigemessen wird..

  41. bote19, die Familie siehst du hierarchisch? 😖

    “man kann nur Gott …”

    Weil die Bibel für Mensch, also für alle zusammen geschrieben / gedacht / formuliert ist, bedeutet “man“: Mensch kann nur …!

  42. hto
    mir scheint, du verstehst Hierarchie anders. Ein Kind muss sich den Eltern unterordnen. Dazu gibt es keine Alternative.
    Und wenn das Kind alt genug ist, dann bekommt es ja auch von Gesetzes wegen die gleichen Rechte. Also, wo ist die Alternative?

    Wenn wir jetzt die Gesamtschau machen, also von oben auf die Menschen herabschauen, dann wird aus dem Individuum ein “man” oder ein Mensch.
    Wenn du so die Bibel verstehst, dann hast du Recht.

  43. @Individualismus

    Wenn ein Mensch unabhängig vom schon erzielten Reichtum stets versucht, möglichst viel Geld zu verdienen, würde ich das nicht Individualismus nennen. Ab einem bestimmten Ausmaß macht das keinen Sinn mehr und ich würde das dann eher eine Neurose nennen. Ein Freund meinte dazu, der Kapitalismus ist die gefährlichste aller Spielsüchte. Mit erheblichem Potential von Fremdgefährdung.

    @Martin Holzherr: „…hat beispielsweise bessere Chancen einen attraktiven Partner zu finden und ein interessanteres Leben zu führen.“

    Ich finde nicht, das die Frauen, die nach möglichst reichen Partnern suchen, die Attraktiveren sind. Die sind nur besser angezogen und besser zurecht gemacht. Und ich finde es nicht sonderlich interessant, massenweise Geld verpulvern zu können. Ich würde mir damit der Natur gegenüber asozial vorkommen, und dafür noch meine Zeit aufzuwenden, das würde mir meines Lebens berauben. Neugier und die Suche nach Erkenntnis sind mir richtig wichtig, und was Beziehungen angeht, interessiert mich Wahrhaftigkeit und menschliche Wärme als Erstes.

    @Bote19: „Wir leben nicht im Paradies, wo alles vorhanden ist, und wo wir nur noch gerecht verteilen müssen.“

    In der Tat leben wir da noch nicht. Aber wir bewegen uns tatsächlich in diese Richtung. Spinnen wir mal weiter, was uns in vielleicht 60 Jahren erwartet: fast alle Arbeit wird von KI und Robotern erledigt. Die einzige Begrenzung, z.B. bei der Produktion von Nahrungsmitteln, sind die zur Verfügung stehenden Ressourcen. Ansonsten kann ohne nennenswerten Arbeitseinsatz alles zur Verfügung stehen. Es ist fast alles vorhanden, was die Ressourcen hergeben, und es muss nur noch verteilt werden. Soll jetzt nur noch der Leben, der das Kapital hält, und die kleine Minderheit, deren Arbeitsleistung noch nachgefragt wird?

    Die Waren können dann tatsächlich nur noch gerecht verteilt werden, auf einem angemessenem Niveau. Mit Arbeit ihre Beteiligung zu erwerben, wird den meisten Menschen dann nicht mehr möglich sein. Leistungsorientierung hat heute schon destruktive Anteile, und wird in naher Zukunft immer destruktiver werden. Vermutlich wird die Weltgesellschaft schon auf dem halben Weg zur Vollautomatisierung in Gewalt, Elend und Krieg untergehen. Aber vielleicht schaffen wir es ja doch.

    Man muss jetzt sogar damit rechnen, dass es dann mit der Arbeit so wird, wie es heute mit der Jagd ist. Früher war Jagen anstrengende Arbeit, um Nahrung zu beschaffen. Heute zahlen Jäger viel Geld, nur um Wild abschießen zu dürfen, und wenn sie das Fleisch selbst essen wollen, müssen sie das dann noch extra bezahlen. Und die Menschen machen das.

    So kann ich mir sehr gut vorstellen, das in Zukunft die wenige verbleibende Arbeit meistens Ehrenamtlich geleistet wird, und dass Menschen teilweise sogar Geld dafür bezahlen werden, dass sie arbeiten dürfen. Frei nach Tom Sawyer und Huckleburry Finn.

    Individualismus ist für mich was ganz anderes, als sinnlos so viel wie möglich umzusetzen. Mich mit der Welt und dem Kosmos auf eigene Weise in Beziehung zu setzen, das würde ich Individualismus nennen. Die Welt kennen zu lernen, mein Innenleben kennen zu lernen und zu kultivieren, mit Pflanzen und Tieren eine gewisse Gemeinschaft einzugehen, und mir ein persönliches Miteinander und eine gewisse Wärme in meinen Beziehungen zu kultivieren, das macht eben ein Individuum aus, würde ich sagen.

  44. bote19

    Kind braucht Struktur für sein Selbstbewusstsein.

    “… also von oben herab …”
    😖😣😭
    Wir sind alle im SELBEN Maße “durchströmt” vom Geist der “Gott” ist!!!

  45. hto
    wir sind vom gleichen Geist durchströmt. O.K.Wir haben jedoch die individuelle Freiheit, diesen Geist zu akzeptieren oder sich ihm zu verweigern.
    Die Kommunisten haben diesen Gedanken ja für sich genutzt ; “Völker hört die Signale, auf zum letzten Gefecht, die Internationale erkämpft das Menschenrecht”.

  46. TJ,
    die Zukunft wird schwieriger werden. Der Weg zum Dauerstau auf den Autobahnen ist kurz.
    Der Weg zu einer bezahlbaren Wohnung wird immer länger.
    Der Weg zum Arzt auf dem Lande wird fast unmöglich und einen Klempner findest du nicht mehr.
    Also mit freiwerdender Arbeitskraft, das wird so nicht kommen. Die Überalterung der Gesellschaft ist soweit fortgeschritten, dass die Pflegekräfte knapp werden.

    Und dann im Alter dem Individualismus fröhnen, das geht auch nicht mehr. Man sucht ja jetzt schon händeringend Ehrenamtliche für dies und das.

  47. bote19, nicht gleichen, sondern vom SELBEN Geist, von dem wir mit Gemeinschaft abhängig wachsen!

    “Individuelle Freiheit” – OK, das heißt dann aber NICHT darauf einen gemeinschaftlichen Kampf auszurufen, das ist auch nur imperialistischer Faschismus und nicht im Sinne der biblischen Vorgabe – wenn Du diese Freiheit wirklich-wahrhaftig durchziehen kannst, dann bist absolut tot / ist Dein Bewusstsein neutralisiert / “Festplatte” gelöscht, nix Wiedergeburt, nix “Auferstehung”!?

    Ist aber extrem schwierig, muss man mit dem letzten Atemzug wollen können.

  48. hto
    mir scheint, du liebäugelst mit dem Buddhismus.
    Für mich ist das zu radikal, da bleib ich doch lieber beim Christentum.

  49. Nee bote19, schon wieder falsch, bzw. am Thema vorbei, der Buddhismus, den Jesus nach Meinung von einigen Forschern intensiv studiert haben soll, ist mir zu sehr individualistisch. 😎

  50. @Jeckenburger: Interessante Idee, bezahlen um arbeiten zu dürfen… Wurde es hier erwähnt oder in einer anderen Diskussion, dass Keynes schon die 20-Stunden-Woche vorschlug, ebenso wie Bertrand Russell in seinem berühmten Aufsatz über den Müßiggang.

    Es ist möglich, in so einer Welt zu leben. Doch da die erwirtschafteten Gewinne i.d.R. dazu verwendet werden, den Wettbewerbsdruck zu erhöhen, ist an so eine Reduktion kaum zu denken. Im Gegenteil wird es immer mehr Menschen geben, die froh sein müssen, überhaupt noch eine Arbeit zu bekommen.

    Der Staat hat hier mit seinem praktischen Arbeitszwang auch bei offensichtlich unsinnigen Tätigkeiten und Sanktionen in den letzten 20 Jahren klar Stellung bezogen.

  51. @hto/bote: Sie scheinen ein Privatgespräch zu führen, dessen Zusammenhang mit dem Thema dieses Blogbeitrags mir nicht klar ist. Soll ich vielleicht dafür sorgen, dass Sie Ihre Kontaktdaten austauschen können?

  52. Streben nach Bildung und Individualismus kann man als Kern der westlichen Kultur sehen, aber genauso gut kann man heute, in der modernen (von vielen “kapitalistisch” genannten) Welt, dieses Streben nach Bildung und Individualismus so wie es konkret gelebt wird, als Streben nach einem Fetisch sehen, als Streben nach persönlichem Fortkommen und dem eigenen Vorteil und nicht mehr als Ausdruck einer gemeinsam gelebten Kultur, die das Inviduum unabhängig von seinem Nutzen schätzt und die über eine wissensorientierte Haltung ihrer (gebildeten) Mitglieder/Bürger einen besseren Umgang mit Mensch, Umwelt und Ressourcen erreichen will.

  53. Ich glaube kaum, dass die, die sich heute für Individualisten halten, Individualisten sind.
    Vielmehr erfüllen sie ein von der kapitalistischen Gesellschaft vorgegebenes Leitbild, sprich sie sind gleichgeschaltet im Streben nach kapitalistischen Werten und Normen. Sie sind, wie ich bereits oben mal erwähnte, diesem Herdentrieb nach vermeintlichen Vervollkommnung der eigenen Person im Streben nach materiellen Werten unterworfen. “Individualismus” ist dann in dem Sinne gefragt, wie ich diese materiellen Werte bzw. diesen Reichtum erreichen kann, wie gut ich mich verkaufen kann ,welche moralischen Werte ich umgehen kann(Strategie) , um mein individualistisches Ziel, die Befriedigung meines eigenen Egos, zu erreichen.(Nur meines eigenen Egos) Das größte Ziel, was von der Gesellschaft vorgegeben wird, ist also immer die Befriedigung des eigenes Egos. Individualisten (Egoisten) sind für mich ein Ergebnis der Werte dieser Gesellschaft. …

  54. Individualismus in dieser bewusstseinsbetäubten Welt- und “Werteordnung” ist ein extrem brutaler Kampf, besonders wenn man sich der Bildung verweigert hat.

  55. Der heutige angebliche Individualismus besteht in erster Linie in distinktivem Konsum. Das ist aber doch wohl kaum eine Befriedigung des ‘eigenen’ Egos, sondern die eines umfassend und tiefgreifend manipulierten. Dementsprechend wird die innere Leere, die so ein manipuliertes Ego fühlt, durch den Konsum auch nie gestillt. Mehr, mehr! sprach der kleine Häwelmann. Perfekt im Sinne dieser Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung. Während sich das ‘eigene’ Ego vielleicht durchaus nach Solidarität und Gemeinschaft sehnt – die es aber leider nicht zu kaufen gibt.

  56. Stefan Schleim
    Betreff Angebot für Privatunterhaltung. Danke, Danke, so weit geht der Individualismus nicht, dass die Anderen nicht mehr an dem Gedankenaustausch teilhaben dürfen.
    Auch wenn der Inhalt nicht mehr on topic war, so war es doch die Form betreffend. Der Individualismus in der Form von Einzelgängertum , exzentrischem Verhalten oder Intimität zeigt hier deutlich seine Nachteile.
    Was das Verhältnis von Bildung und Individualität angeht, so wünsche ich mir auch Vielfalt in der Bildung. Auch wenn Geschichtswissenschafler von einem bestimmten Zeitalter sprechen z. B . Renaissance, so bedeutet das nicht, dass es nur eine Form von Bildung gab. Das was wir zu lesen bekommen, das war die Bildung des Adels oder der Kirche.
    Was das Volk dachte und wusste, das bleibt im Dunkeln.
    Was die Neuzeit betrifft, die ist viel vielseitiger als wir glauben. Auf dem Land gibt es noch gelebte christliche Bildung. In der Stadt gibt es noch die Erinnerung an die Vergangenheit, wo die sozialen Verhältnisse noch sozialer waren. Es gibt auch die “Unbildung”, die sich nur an den Fernsehserien orientiert. Und diese Art von Fernsehbildung wird die Bildung der Zukunft sein.

  57. Individualismus ist gekennzeichnet durch einen unkonventionellen Weg.
    Sobald eine repräsentative Masse diesen Weg auch / mitgeht, ist es kein Individualismus mehr!?

    Durch Bildung, nimmt die Masse an, wird die Intellektualität geformt!?
    In einer Diskussion habe ich dann die Erfahrung gemacht, dass diese Intellektualität auf die ihr Sicherheit gebenden Formeln zurückgreift, wenn ihr die Argumente ausgehen – So bin ich als Halb-Intellektueller tituliert worden, ohne das ich irgendeinen Anspruch auf solch blödsinnigen Titel … 😁

    Dazu weise ich auf das Zitat von Alain Finkielkraut, im vorherigen thread des Herrn Schleim 😎

  58. @Unbildung

    In Schule und an der Uni wird fast nur noch Berufsvorbereitung gemacht. Sich wirklich zu bilden, dazu fehlt den meisten jungen Menschen schon einfach die Zeit. Gerade das Intermezzo mit dem Abi in 12 Jahren hat nochmal richtig Druck gemacht. Wenn die jungen Menschen dann Erfolg haben, und entsprechende Arbeitsplätze finden, fällt ihnen dann kaum was anderes ein, als ihren Lohn für einen Konsum zu verpulvern, der immer weniger Sinn macht, je größer der Erfolg am Ende ist. Das wird dann auch noch Individualismus genannt.

    Wir erleben gerade in Deutschland eine extrem florierende Wirtschaft, das könnte auch teilweise eine Blase sein, die platzen kann. Im Rest von Europa sieht es sowieso nicht so geschäftig aus. Die Konsequenz von KI und Robotern kann auch in Deutschland in den nächsten 30 Jahren zu nachhaltiger Arbeitslosigkeit führen.

    Das wäre für die Menschen mit der derzeitigen Nichtbildung dann ganz bitter. Sie haben nichts als Arbeiten wollen gelernt, und viele werden dann diese Arbeit einfach nicht finden können. Die stehen dann erst mal vor dem Nichts. Und müssen mühselig selber lernen, sich selbst zu beschäftigen und ein Miteinander jenseits von Geschäftsbeziehungen aufzubauen, woran wohl viele scheitern müssen.

    Auch die Familienstrukturen sind inzwischen sehr reduziert. Viele Menschen wechseln die Stadt oder sogar das Land, weil sie woanders Arbeit finden, und so verteilt sich die Verwandtschaft weiträumig. Auch findet in der Familie immer weniger Bildung statt, weil die Schüler so viel lernen müssen, das neben dem Schulstoff bei den meisten nichts anderes mehr rein passt. Wenn derart entwurzelte Menschen dann die Eintrittskarte in die Gesellschaft nicht mal bekommen, für die sie fast ihre ganze Jugend geopfert haben, wird das auch Auswirkungen auf die Demokratie haben.

    Selbst ein Bedingungsloses Grundeinkommen könnte dann zu spät kommen. Geld und Freiheit wird bei vielen nichts mehr nützen, wenn sie so auf ein Arbeitnehmerleben zugerichtet sind, dass sie nichts anderes mehr können. Jeder noch so betrügerische Populist wird es leicht haben, wenn er nur irgendwie Arbeitsplätze verspricht.

    Aus dieser Überlegung heraus wäre es sehr wichtig, dass in der Schule und an der Uni wieder mehr Inhalte vermittelt werden, die für das Leben als Mensch wichtig sind. Und dass das Lernpensum so gestaltet ist, das jungen Menschen genug Zeit haben, selbstständig auf die Suche nach dem Leben zu gehen. So kann Mensch einen Individualismus finden, der dieser Bezeichnung auch entspricht:

    @Martin Holzherr: „…als Ausdruck einer gemeinsam gelebten Kultur, die das Individuum unabhängig von seinem Nutzen schätzt und die über eine wissensorientierte Haltung ihrer (gebildeten) Mitglieder/Bürger einen besseren Umgang mit Mensch, Umwelt und Ressourcen erreichen will.“

    Finde ich perfekt zusammengefasst!

  59. Tobias Jeckenburger

    (@Martin Holzherr: „…als Ausdruck einer gemeinsam gelebten Kultur, die das Individuum unabhängig von seinem Nutzen schätzt und die über eine wissensorientierte Haltung ihrer (gebildeten) Mitglieder/Bürger einen besseren Umgang mit Mensch, Umwelt und Ressourcen erreichen will.“

    Finde ich perfekt zusammengefasst!)

    Finde ich auch treffend ! Das gibt es schon, das praktiziert die Kirche. Gilt aber im Augenblick als out, woran die Kirchen selbst schuld sind. Leider !

  60. bote19: “… woran die Kirchen selbst schuld sind. Leider !”

    Nein, nicht leider, sondern “gottseidank”, denn Gottes Wege SIND ergründlich. Wenn “seine” Wege, wie von dieser systemrationalen Kirche praktiziert, als unergründlich dargestellt werden, dann ist das UNWAHRHEIT! 😎

  61. Bildung ist bekanntlich das, was übrig bleibt, wenn sozusagen alles vergessen worden, was gelernt worden ist.
    Dr. W hat dieses Bonmot mal vor vielen Jahren entwickelt, um dann festzustellen, dass andere lange vor ihm genau so gesagt haben.

    Ansonsten meint die Bildung das Bild, die Idee, griechisch, auch die Ideologie, auch die politische, die Lehre vom Bild, den Logos und die Logik.

    Bildung erfolgt individuell, also einzelne Erkenntnissubjekte meinend.


    Hierzu noch kurz :

    Ein demokratischer Rechtsstaat lebt nicht vom Herdendenken. [Artikeltext]

    Die liberale Demokratie betont die Freiheit der Einzelnen und löst so bestimmtes Unternehmertum, das nicht wirtschaftlicher Art sein muss, und ist so in der Lage liberale demokratische Rechtsstaaten aufzusetzen, was wegen der Komplexität dieses Vorhabens gar nicht so leicht ist.
    Monarchien und andere Herrschaftssysteme sind einfacher und lange auch Usus geblieben, allerdings wird so nicht die für das gesellschaftliche Weiterkommen zentrale sozusagen Schwarmintelligenz mitgenommen, so dass derartige Herrschaftssysteme im Vergleich zivilisatorisch zurückfallen, zurückfallen müssen, wie es scheint.

    Wichtig hier also zuvörderst die individuelle Freiheit, nicht die Demokratie, die es auch anders irgendwie gegeben hat, bei den Altvorderen oder bspw. auch vglw. aktuell in der Deutschen Demokratischen Republik oder in der Volksrepublik China oder bei unseren Freunden in Nordkorea (“Demokratische Volksrepublik Korea” – der aktuelle Offspring der Dynastie scheint aber vglw. locker zu sein, Donald J. Trump sitzt ihm sozusagen, mit Duldung Chinas, auf dem Pelz) – oder im alten Griechenland oder im alten Rom.
    Ohne individuelle Freiheit ist Demokratie wenig.

    MFG
    Dr. Webbaer

  62. @ Kommentatorenfreund Herr Holzherr und hierzu ff :

    Streben nach Bildung und Individualismus kann man als Kern der westlichen Kultur sehen […]

    Genau, und statt ‘westlich’, eine ungenügende Metapher liegt vor, und ‘Kapitalismus’, hier liegt marxistisch-kollektivistische Sprachregelung vor, wäre womöglich besser und sparsamer, weil treffender, von aufklärerischen Gesellschaftssystemen zu schreiben und zu sprechen, die liberal sind.
    Der Liberalismus (vs. Kollektivismus) hat gewonnen. (Auch wenn er bspw. in der BRD im dortigen Parteienspektrum sehr sparsam vertreten scheint.)

    Einen ‘Fetisch’ würde Dr. Webbaer in diesem Zusammenhang nicht erkennen wollen, aber, klar!, es ist schon so, dass die Freiheit der Meinungsäußerung, die für liberale Demokratien zentral ist, wenn auch bspw. in der BRD und in F teils unterdrückt, auch dümmste und döfste (die Dummheit meint die Unfähigkeit sich angemessen sprachlich auszudrücken und die Doofheit die Unfähigkeit angemessen zuzuhören) Meinung hochkommen lässt – dies ist sozusagen der Preis dafür dem Individuum der Menge Vorrang zu geben, es aussprechen, auch ausmären, zu lassen.

    Dr. Webbaer wird in diesem Zusammenhang, auch demonstrativ, oft ein wenig dull, um so die Freiheit der Einzelnen ein wenig zu betonen, hoffentlich kommt dies, wie beabsichtigt, auch meist gut an.

    MFG
    Dr. Webbaer

  63. Der Liberalismus hat nicht ‘gewonnen’, sondern geht grad selber krachen, hat uns gleich in mehrere tiefe Sackgassen gleichzeitig geführt. Der immer schon falsche Dualismus individualistisch vs kollektivistisch ist dabei nur eine seine Torheiten, seine größte jedoch, die ‘Freiheit’ an seinem eigentlichen Kern- und Ankerbegriff, dem ‘Eigentum’, aufzuhängen. Die längst gar nicht mehr so allmähliche Faschisierung unserer Gesellschaften ist die Folge.

  64. Der Liberalismus hat ‘gewonnen’, weil die aufklärerischen Gesellschaftssysteme mittlerweile dort aufgesetzt bis durchgesetzt werden konnten, wo dies zivilisatorisch (die Bürgerwerdung meinend, auch die Kultur, mit der Alphabetisierung beginnend) bisher möglich war.

    Die (europäische >:->) Aufklärung hat eine gewisse Kraft und eine gewisse integrierende Wirkung.
    Die integrative Kraft der liberalen Demokratie ist klar.

    Also, dieser ‘Dualismus’ ist sinnhaft feststellbar, die Unterscheidung in “links und rechts” dagegen nicht, Sitzordnungen in Parlamenten meinend, dagegen nicht.
    Es ist bspw. klar, dass Nationalsozialisten in Parlamenten nur deshalb rechts zu sizuen kommen und kamen, damit sie sich nicht mit internationalisten / globalistischen Kräften im Parlament zusammen die Köpfe einschlagen, Pack so bestmöglich isoliert werden sollte.

    ‘Eigentum’ ist freiheitlich, liberal ein zu schützenswerter Gegenstand, korrekt.

    I.p. Faschismus bringt Dr. Webbaer gerne folgende Definition bei :

    Faschismus liegt vor, vgl. etymologisch mit ‘fasces’, wenn eine Gruppe besondere Symbolik eben besonders hervorstellt und aus dieser Sicht auf andere Gruppen herabschaut, uniformiert auftritt und Gegner verachtet und diese Verachtung allgemein promoviert, bewirbt.
    So dass eine Methode (!) vorliegt, die nicht i.p. Links oder Rechts gebunden scheint.

    MFG
    Dr. Webbaer

  65. Bonus-Kommentar hierzu :

    Der eigentliche Wortsinn fiel mir erst auf, nachdem ich merkte, dass im Niederländischen für “Bildung” das Wort “vorming” (Formung) verwendet wird, etwa in der Form: “academische vorming”, die meine Kolleginnen und Kollegen mitunter fordern, also akademische Bildung.

    Bildung meint entweder das Bild und die Idee oder die Edukation, die Aus- oder Herranführung Einzelner, junger, nachwachsender Kräfte,

    In gewissem Sinne ist auch die Formung, hier mit dem Bedeutungsinhalt ‘Anpassung’ gemeint.

    Wir alle wollen i.p. Etymologie besser werden.


    Hier muss u.a. auch im Altsprachlichen, auch die Etymologie meinend, nachgearbeitet werden, Dr. W spielt hier zu späterer Stunde, das Beste hoffend, diesen Song ein :

    -> https://www.youtube.com/watch?v=p6xq3ZnDzk4

    MFG
    Dr. Webbaer

  66. Ich mache mal auf einem Befriff aufmerksam @ Herr Stefan Schleim

    Veredlung u. Entfaltung deines dir innewohnenden Potential.

  67. Frage zum Thema und was Du davon hälst @Stefan Schleim ? …Bildungsförderung hier Sachsen/Leipzig…

    Im MDR lief die öffentliche Diskussion und Interviews aus verschiedensten Gesellschaftsbereichen …”
    Muss mein Kind Gymnasium aufs Gymnasium ?
    polemisch !
    bzgl. Entwicklungsstadien/Lernfenster weiss man ,dass das ganz unterschiedlich bei Mädchen und Jungen als auch vom Alter sehr unterschiedlich ist…?
    Verweis ua. Rudolf Steiner

    1.Weg
    2.offenes -geschlossenes System
    3.Alternativen
    4. Bildungsinhalte,Lerntypen
    5.Sonstiges

    Nun die Quelle Sächsisches Kultusministerium : Mehr Praxisberater für Sachsens Oberschulen

    Insgesamt 160 Praxisberater ab dem Schuljahr 2018/19

    Mit Schuljahresbeginn 2018/2019 werden in Sachsen insgesamt 160 Praxisberater an Oberschulen tätig sein. Bisher waren es 139. Damit wird das Projekt von 123 Oberschulen auf 150 Oberschulen erweitert. Gestartet war das Projekt von Kultusministerium und Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit im Schuljahr 2013/2014 mit 50 Oberschulen. 2018 wird zudem erstmals der „Praxisberater des Jahres“ ausgezeichnet.

    „Die Praxisberater schaffen mit ihrer Arbeit eine ganz wesentliche Basis der Beruflichen Orientierung. Wenn die Schüler ihre Fähigkeiten und Stärken kennen, können sie eine gute berufliche Entscheidung treffen. Eine systematische Berufsorientierung verringert maßgeblich Ausbildungsabbruch, Frustration und Demotivation im beruflichen Werdegang“, betont Kultusminister Christian Piwarz.

    Praxisberater unterstützen Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 7 und 8 individuell auf ihrem Weg der Berufsorientierung. Dies beginnt mit einem Potenzialanalyseverfahren, mit dem die Stärken jeder Schülerin und jedes Schülers ermittelt werden. Diese Stärken und überfachlichen Kompetenzen werden in Beziehung zu passenden Berufsfeldern gesetzt. In diesen Berufsfeldern sammeln die Schüler in der Klassenstufe 8 vielfältige praktische Erfahrungen. Zudem bietet der Praxisberater zusätzliche Module zur Berufsorientierung bedarfsgerecht vor Ort an. Alle Praxisberater erhalten vorbereitend eine Fortbildung.

    „Talente sieht man auf den ersten Blick nicht bei jedem. Genau hier setzen die Praxisberater an und bringen die Talente gemeinsam mit den jungen Menschen ans Licht. Das ist für die Berufswahl enorm wichtig.
    Dabei kommt es im ersten Moment nicht darauf an, was man werden möchte. Vielmehr steht im Fokus, welche Tätigkeiten den Jugendlichen liegen, was Freude bereitet und ihnen gut von der Hand geht. Das ist der beste Weg zum Wunschberuf. Die Ergebnisse der Praxisberater sind eine sehr gute Grundlage für die weitere Arbeit der Berufsberater der Arbeitsagenturen“, sagte Klaus-Peter Hansen, Vorsitzender der Geschäftsführer der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit.

    Das Gesamtprojekt wird jährlich mit 2 Mio. Euro paritätisch von Kultusministerium und der Regionaldirektion Sachsen für 40 Oberschulen finanziert sowie jährlich mit weiteren rund 5,6 Mio. Euro ESF- und BA-Mitteln.

    Zudem ist geplant, 2019 weitere Oberschulen mit Mitteln des Sächsischen Kultusministeriums bei der systematischen Berufsorientierung zu unterstützen und auch dort einen Praxisberater einzusetzen. Zusätzlich wird die noch laufende wissenschaftliche Begleitung durch die TU Chemnitz wichtige Impulse geben. Die Gesamtliste aller bislang in das Projekt involvierten Schulen sowie weitere Informationen sind abrufbar unter: https://www.bildung.sachsen.de/7654.htm

  68. @Praxisberater in Sachsen

    Finde ich eine gute Idee. Wenn schon so viel Berufsvorbereitung in der Schule, dann auch richtig. Durch eine erfolgreiche Berufsberatung in der 7. und 8. Klasse weiß der Schüler, was er lernen muss. Wenn man dann noch mehr Flexibilität der Kurse wie in der gymnasialen Oberstufe realisieren könnte, hätte man so viel effektive Berufsvorbereitung, dass auch wieder Zeit für Bildung für das Leben als Mensch wäre.

    Wenn die Schüler so früh einen guten Beruf gefunden haben, mit dem sie später glücklicher werden können, ist das eine gute Sache. Experimente mit unpassenden Berufen muss man nicht machen. Ich kenne viele psychisch Kranke, die offenbar auch durch eine falsche Berufswahl krank geworden sind. Für Umschulung und Einstieg in einen neuen Beruf reicht die Belastbarkeit dann meistens nicht mehr, hier konkurrenzfähig zu werden. Der Zug ist dann abgefahren.

    Eine Ausnahme ist hier das Ex-In-Projekt. Ex-In steht für Experience-Involved. Da werden psychisch Kranke, denen es wieder besser geht, zu Genesungsbegleitern ausgebildet. Die finden tatsächlich feste Stellen in Psychiatrien und Wohnheimen, und unterstützen dort die Behandlungsteams. Psychisch Kranke können hier konkurrenzfähig sein, weil man für diese Arbeit nur psychisch Kranke nehmen kann.

  69. Was unausgesprochen gemeint ist, wenn diese Öffentlichkeit von “Bildung” spricht, ist “Domestizierung”.

    Da geht es nicht um Lernen, nicht um Intelligent sein oder sonstwie das Übliche, wenn man sich den Kontext der ganzen Schule/Bildung Szenerie mit dem ganzen Rattenschwanz an Folgesuggestionen auf die Szenerie genauer betrachtet.
    Bei “Bildung” geschehen Veränderungen im Gehirn, die fundamental in die Konstitution des Organismusses eingreifen und verändern (gar destabilisieren).

    Deswegen: Wer domestiziert ist, dem fällt das Lernen und Anpassen automatisch leichter. Was nur stattfinden kann, wenn man die gewachsene Konstitution destabilisiert, sodass neue Lebensinhalte (Lernstoffe ,Verhaltensweisen, Identitäten) leichter aufoktroyiert werden können.

    Wir reden nur von “Bildung”, weil die Menschen sich vom Tier abgrenzen wollen.
    Und niemand merkt es…so sieht es aus, wenn ich mir die Kommentare so ansehe.
    Das ist ernüchternd. Dachte ich doch, man könne sich auf auf seine Mitmenschen verlassen. Wie dumm von mir.

    Ausser Dr. Webbaer redet hier jeder in genau dem Nonsens-skeak über “Bildung”, wie nahezu jeder andere im Land. Dabei hat der Schleim diesesmal eine ander Herangehensweise ans Thema gewählt (überraschend gut), der genau auf dieses Missverständnis zum Thema “Bildung” hinweist.

    Und der Bote ist der Meinung, die Kirche würde das Individuum in uns ansprechen und unterstützen?
    Da muß ich auch was vollkommen falsch verstanden haben. Oder es hat sich inzwischen (seit etwa 100 Jahren) etwas fundamental verändert. Hat es? Hat es tatsächlich. Aber das heisst nicht, dass ausgerechnet die im Grunde fundamental kollektivistischen Religionen ausgerechnet das Individuum fördern würden.
    Bei den Religionen steht immer noch Gott und der heilige Geist als funamentale Eckpfeiler im Zentrum der Theologie und beide sind zutiefst kollektivistische Szenerien.

  70. demolog
    Der Einzelne, das Individuum , steht nicht im Widerspruch zum Kollektiv, zur Gemeinschaft.
    Nur durch das „Gegenüber“ kann man sich selbst erkennen.

    Mir scheint der Begriff „Individuum“ und „Individualität“ werden hier mit unterschiedlicher Sichtweise verwendet.
    In der Existenzphilosophie ist der Mensch, „der in die Welt geworfene“, das einsame Individuum.

    Das meine ich nicht mit Individualität. Vielmehr ist der Wert des Menschen gefragt, seine Unverwechselbarkeit die seinen Wert ausmacht.
    Was jetzt die Religion, basierend auf der Bibel, betrifft. Die meint auch den Wert des Menschen, der sich aus seiner Einzigartigkeit ergibt. Aber diese Einzigartigkeit kann nur in der Gemeinschaft wachsen, nicht in der Klausur.

  71. Der Einzelne, das Individuum , steht nicht im Widerspruch zum Kollektiv, zur Gemeinschaft.

    Mehr noch – das eine kann ohne das andere gar nicht sinnvoll gedacht werden. Die beiden ‘Pole’ (wenn man so will) bilden eine unauflösliche Einheit.

    Nur durch das „Gegenüber“ kann man sich selbst erkennen.

    Ganz genau.

  72. demolog: “Bei Bildung geschehen Veränderungen im Gehirn, die fundamental …”

    Und doch vegetiert Mensch immernoch in seiner instinktiven Bewusstseinsschwäche mit Angst, Gewalt und “Individualbewusstsein” auf Sündenbocksuche. Domestiziert als “Vernunft”, wurde stets nur die KAPITULATION vor dem zeitgeistlich-reformistischen System des imperialistischen Faschismus!
    Oder sieht hier jemand noch eine repräsentative Gruppe die glaubt wir könnten ohne die Symptomatik von “Wer soll das bezahlen?” und “Arbeit macht frei” wirklich-wahrhaftig ZUSAMMENLEBEN? 😎

    Nee nee, diese Bildung erzeugt Suppenkaspermentalität(er), im geistigen Stillstand seit der “Vertreibung aus dem Paradies” (unser erster und bisher einzige geistige Evolutionssprung).

  73. @hto diese Bildung erzeugt Suppenkaspermentalität(er)

    Unsere Erziehung also diese Bildung verhindert vielleicht vorsätzlich aufmüpfige Subjekte wie den im Kinderbuch fabulierten Struwwelpeter…

  74. @Arne K.

    Wenn wir uns anschauen wieviele “Konige & Fürsten” des Kapitalismus uns die Revolutionen effektiv gebracht haben, oder wie die 68er, die Hippies, die Linken, ja sogar die “radikalen Sozialisten” in Anpassung das “demokratische” Spiel spielen, dann kann man diese Bildung wohl viel passender mit bewusstseinsbetäubender Assimilierung bezeichnen!?

  75. Arne, hto
    wenn man den Struwwelpeter bzw. den Suppenkasper als unreifen Menschen sieht, also als Kind, dann war das von Hoffmann ja so beabsichtigt.
    Und der hat die Figuren so überzeichnet, dass Erwachsene und Kinder darüber lachen können.

    hto,
    die Menschheit als Ganzes befindet sich noch im Stadium der Vorpubertät. Und wenn wir in noch größeren Zeitsprüngen denken, vielleicht weitere 500 Jahre, dann erreicht die Menscheit das Stadium des Friedens. “In the year 2525, wenn man is still alive…… ”
    Sei zuversichtlich !

  76. @Jeckenburger

    Aus dieser Überlegung heraus wäre es sehr wichtig, dass in der Schule und an der Uni wieder mehr Inhalte vermittelt werden, die für das Leben als Mensch wichtig sind. Und dass das Lernpensum so gestaltet ist, das jungen Menschen genug Zeit haben, selbstständig auf die Suche nach dem Leben zu gehen.

    Ich weiß jetzt nicht, was du genau damit meinst, aber ich hatte woanders schon mal vorgeschlagen mehr Philosophie und auch schon in der Grundschule zu unterrichten. (Wissenschaftstheorie an den Unis wäre dann der nächste Schritt)

    Durch die Philosophie können wir kritisches Denken lernen, reflexives Denken oder vielleicht überhaupt Denken. Zudem können wir auf einen sehr reichen Schatz an Denkern in der Philosophie zurückgreifen. Das würde den Menschen bei der “selbstständigen Suche” durchaus helfen.

    Ich denke auch, dass es hilft, gewisse Gesellschaftliche Strömungen besser einzuschätzen, indem man versucht andere Perspektiven einzunehmen. Bestes Beispiel ist wohl unser Blog-Autor hier. Hätte er Informatik studiert, dürften wir uns wohl weniger an seinen Texten erfreuen. 🙂

  77. @foobar407

    Bildung für das Leben als Mensch wäre: Gute Bücher lesen und besprechen, Philosophie, Denken lernen und sich nicht leicht betrügen zu lassen, kritischer Umgang mit Religion und Ideologien, Gesundheitslehre bzw Umgang mit dem medizinischen System, privater Papierkrieg bewältigen, Kochen, Gartenbau, Nutzzierhaltung, Handwerkliche Grundkenntnisse, Teamarbeit und Beziehungslehre…

    Da fällt mir eine Menge ein, was man im Leben so gebrauchen kann. Das kann als freiwilliger Kurs angeboten werden, oder wenn der Mensch genug Zeit hat, kann er sich auch selber schlau machen, mit ein bisschen Unterstützung vielleicht.

    Die üblichen Fächer wie Geografie, Astronomie, Sozialwissenschaft, Geschichte, Sport, Kunst und Musik kann man auch gerne weiter anbieten, falls es einen Schüler interessiert. Überhaupt meine ich mit Bildung für das Leben als Mensch nicht nur, was man für das praktische Leben braucht, sondern gerade Bewusstseinsbildung mit interessanten bereichernden Inhalten. Das kann sogar Mathematik sein.

    @demolog

    Domestizierung wird nicht nur durch Bildung erzeugt. Wir haben in 5000 Jahren Ackerbau nicht nur unsere Haustiere domestiziert, sondern uns selbst gleich mit. Insbesondere die Eignung zum Sklaven ist in den letzten 2000 Jahren evolutionär bevorzugt worden. Menschen aus Steinzeitkulturen sind als Sklaven kaum zu gebrauchen, die lassen sich eher totschlagen, bevor sie den ganzen Tag Zuckerrohr scheiden, nur für ein bisschen was zu essen. Deswegen musste man ja die ganzen Afrikaner nach Amerika bringen, die waren schon genug domestiziert und gut zu gebrauchen.

    Soweit die genetische Ausstattung noch nicht genug domestiziert ist, hilft auch Erziehung – ich meine nicht Bildung – noch einiges. Wenn das auch nicht hilft, dann am Ende Gefängnis. Man muss das nicht nur negativ sehen, es sollen ja nicht überall Hooligans rumlaufen.

  78. Heh bote19, was du zelebrierst ist der “Glaube an das Schlaraffenland” – klar, so hat die unwahrheitliche Kirche den in Suppenkaspermentalität konditionierten Mensch mitgebildet!? 😎

  79. @Jeckenburger Offtopic: Bürokratie

    bzw Umgang mit dem medizinischen System, privater Papierkrieg bewältigen,

    Sowas gehört aus meiner Sicht nicht in die Schule, sondern abgeschafft. Besonders der Papierkrieg. Als gesunder Mensch in den vielleicht gesündesten Jahren meines Lebens bin ich regelmäßig mit der Bürokratie in Deutschland überfordert. Ich verstehe auch gar nicht, warum ich, wenn ich irgendeinen Rechtsanspruch durchsetzen möchte, irgendwelche Formulare ausfüllen und Nachweise einreichen muss. Da muss ich dann auf die eine Behörde warten, damit die mir etwas schickt, was ich dann an eine andere Behörde weiterreiche. Ich bin doch kein Behördenproxy. Und dann muss ich auf den Anträgen jedesmal so viel Informationen eintragen, die doch sowieso schon bekannt sind.

    Ich als gesunder Mensch bin da überfordert und bei alten Menschen, die vielleicht noch viel schlechter Lesen können, wird das ja noch viel mehr. Extrem-Beispiel: Alte Nachbarin muss zum Arzt, kann nicht mehr gehen und beantragt einen Krankentransport. Irgendeinen notwendigen Nachweis soll sie sich dann bitte beim Arzt abholen, damit der Antrag genehmigt werden kann.

    Auf so etwas gehört der Mensch nicht vorbereitet. So etwas gehört abgeschafft.

    Handwerkliche Grundkenntnisse

    So etwas gibt es heute fast gar nicht mehr in der Schule, oder? So ein Angebot fände ich nämlich auch gut.

  80. hto
    wir reden hier über Bildung. Das ist in der Gesamtheit das, was die Menschen vor uns gedacht haben.
    Du bist über diesem Stadium schon hinaus, weil du Schlussfolgerungen ziehst. Deine Schlussfolgerung ist ziemlich nüchtern und auch negativ. Du betrachtest Menschen als Gattung und nicht als Einzelpersonen, die jede ein individuelles Schicksal hatte und hat.

    Beginne mal konstruktiv positiv zu denken und sage uns, was die Ilse vom Fischmarkt in Hamburg falsch macht oder richtig macht, wenn sie Aale verkauft. Du wirst ihr doch nicht unterstellen, dass sie sich noch im “Suppenkasperalter” befindet. Die ist froh, wenn sie ihre Kinder ernähren kann. (nur als Beispiel)

  81. bote19, das Schicksal des “Einzelnen” ist bis zu einem bestimmten Punkt veränderbar / beeinflussbar, die Buddhisten nennen das wohl Karma-Arbeit.
    Nun stell Dir mal vor, Du hast in den Reinkarnationen den Punkt erreicht, doch das Schicksal von Mensch (einzig darauf kommt es laut Bibel an!) “bewegt” sich unverändert im geistigen Stillstand. Was glaubst Du sollst Du nun tun? Dich auf einen Stein setzen und warten, wie es Buddhisten glauben tun zu müssen? Oder wie Christus versuchen Mensch zu verändern?

    Übrigens, die kleinste Gattung ist das (Ehe)Paar, was sich mit Glück zur Familie vergrößert, und noch besser eine Gemeinschaft OHNE Hierarchie bildet!!!

    Die Ilse vom Fischmarkt solltest Du mal besser nicht vor Dir herschieben 😎

  82. @ hto
    20. Februar 2019 @ 14:40

    -> Du musst lernen zu schweigen. Denn erstens wissen wir, worauf du regelmäßig hinweisen willst und zweitens:
    Was, wenn wir das anerkennen würden? Wie weiter? Was tut man, um genau deine Szenerie abzuwenden?

    Wenn du also das Problem erkannt haben tätest, dan gehe in die Welt und verändere sie.
    Dann komm zurück und erzähl uns davon, wie es funktioniert hat.

  83. @ bote19
    20. Februar 2019 @ 12:17

    -> Abgesehen davon, das man Unveränderliches selten verändern kann, steht die monotheistische Religion für eine universelle Einheit (Gott) und eine weitere Einheit daraus resultierend sei der heilige Geist, der über uns alle kommen soll/wird…Mensch in Erwartung dessen sein soll…weil es mutmaßlich nicht abwendbar ist.

    Die Frage ist nun, inwieweit diese amtierenden Religionsführer ihre Finger in der Bildung dieser Einheiten hat.
    An der Gemeindefront jedenfalls sieht die Szenerie so aus, wie du sie erklärst. Aber das ist nicht die ganze Wahrheit über die Szenerie des Geistes.

    Neulich gab es eine Doku über die Kindesmisshandlungen in kirchlicher Obhut. Da fiel der Satz, das nicht das kind das Opfer sei, sondern Gott.

    An der Stelle bin ich hellhörig geworden, weil ich meine eigenen Erfahrungen mit der Thematik habe und eigene, sehr spezielle Rekonstruktionen der Geistessphäre entwickelte – notwendigerweise, weil die übliche Theologie nur zum Träumen/Hoffen ausreicht.

    Wenn Gott eine solche Einheit ist, das Kind direkt Gott angeschlossen (weil Gott das Opfer sei), bedeutet dann die Annahme des über uns kommenden heiligen Geistes die Freiheit, die uns versprochen? (die mutmaßlich nur dann über uns kommen kann, wenn man gekreuzigt wird)
    Oder ist dieser heilige Geist auch nur die andere Seite der universellen Einheit Gottes?

    Oh, da widerspricht sich ja gar nichts.

    Aber die Frage ist ja, wo die Individualität möglich ist, wenn beide Szenerien Einheiten bedeuten, anstatt Freiheit und vielfalten.

    Oder ist das eher so, dass man mit der Freiheit/Vielfalt in der Einheit nur das Unmögliche als Möglichkeit denken (aka hoffen) tut? Weil Hoffnung doch eine der zentralen Punkte in den Religionen sei. Ohne sie ist nichts, weil allein die Hoffnung Welten Wirklichkeit werden lassen kann.
    (Hoffnung wäre hier das pendant zum biologischen “Bedürfnis”, nachdem sich alles Leben organisiert)

  84. @demolog

    Die Metapher Gott resultiert aus dem heiligen Geist.
    Gott, das Ebenbild zum Mensch, auch Mensch – wahrscheinlich haben diese Heuchler und Lügner deshalb den Spruch von Gott als Opfer formuliert.

  85. “Hoffnung treibt das Schiff der Narren” – Wenn man also nun den zentralen Punkt Glaube schwach hält, indem man die Priester fälschlicher… sagen lässt: “Gottes Wege sind unergründlich”, dann wird deutlich wie die ihre Finger im Spiel haben!?😎

  86. hto
    Wir sind an einem Punkt angelangt, wo man sich klar werden muss, ob man mit Begriffen über Begriffe redet oder ob wir die Begriffe nur benützen um Vorstellungen (Phänomene) zu beschreiben.

    Der Begriff des Individuums, soll der stellvertretend für Mensch (der einzelne Mensch ) stehen , oder bist du es konkret selbst, so wie Descartes es meint, „Ich denke also bin ich“.

    Auch demolog ist sich nicht klar darüber, was er mit „Gott“ meint. Er nennt es eine Einheit, die er dann gleich wieder in Beziehung setzt mit der Einheit „Geist“.

    Gott ist keine Metapher, er ist noch nicht einmal ein Objekt unserer Anschauung.
    „Du sollst dir kein Bild von Gott machen“, steht in der Bibel.
    Wer gegen diese Regel verstößt macht einen logischen Fehler, der zu einem Widerspruch führt.
    Auch der Gedanke, dass im Kreislauf der Wiedergeburten ein Stillstand eintritt,
    führt zu einem Widerspruch.
    Wenn man davon ausgeht, dann verliert der Begriff der Schuld seinen Sinn.
    Schuld gibt es nur, wenn sich zwei Alternativen auftun und man die falsche wählt. (Darauf will ich jetzt nicht eingehen.)

    Also Christentum und Buddhismus vetragen sich prinzipiell nicht.
    Die Rolle der Bildung in diesem Zusammenhang wird auch nicht klar. Das ist eine grundlegende Schwäche der abendländischen Philosophie, dass “Bildung” nicht genau definiert ist, genaus so wie “Philosophie” nicht genau definiert werden kann.

  87. demolog
    Gott als Opfer geht nicht. Damit machst du Gott zu einem Denkobjekt, was nicht erlaubt ist.
    Wer hat da seine Finger im Spiel ?
    Uns ist die Freiheit zu entscheiden garantiert, also können/müssen wir von der Verantwortung des Individuums ausgehen, nur so entsteht Schuld und Sühne.
    “Freiheit des Individuums” ist das Schlagwort dazu.
    Alle diese Gedanken können wir als eine Form von Bildung ansehen, weil wir nicht mehr gefühlsmäßig entscheiden, sondern der Logik gehorchen.
    Bildung ist damit eine Form zu denken und zu entscheiden, im Gegensatz zur gefühlsmäßigen Entscheidung, die entweder von Liebe oder Ablehnung geprägt ist.

    OT
    Die Opfer der Kirche sind keine zwangsläufigen Opfer, die sich aus der Religion herleiten ließen. Sie sind die Folge von falschem und verbrecherischem Handeln von Personen, die ihre Funktionsstelle mißbrauchen. Das hat mit Religion nichts zu tun.

  88. @Frank: Schulprojekt

    Ich sehe darin nichts Falsches, Schülerinnen und Schüler Praxiserfahrung (von außerhalb der Schule) zu vermitteln und individuelle Talente zu fördern.

    Nicht jeder sollte aufs Gymnasium – aber auch nicht jeder sollte aufs Gymnasium müssen. Manche Eltern sind da einfach hysterisch.

    Allgemein kann ich empfehlen: Julian Nida-Rümelin (2014). Der Akademisierungswahn: Zur Krise beruflicher und akademischer Bildung.

  89. Frank
    Unter den heutigen Bedingungen sollte jedes Kind aufs Gymnasium, wegen der Chancengleichheit, (nicht wegen der höheren Bildung)
    Auch wegen der Sprachen. Mit Englisch kommt man zwar weit, gesucht werden aber Leute, die mehr Sprachen beherschen, Spanisch, Chinesisch, Latein.

    hto OT
    Es hat noch nie eine Vorhölle gegeben, das ist mittelalterliches Denken.

    Stephan Schleim
    Zur Bildung sollte man auch manuelle Fähigkeiten zählen, die sogenannten Kulturtechniken, Kochen, Strümpfestopfen, Stricken, Auto reparieren, Fehler in der Stromleitung finden also alles, was unsere Kultur ausmacht.
    Was Parmendides gedacht hat oder Kant , das ist dagegen Buchwissen.
    Oder ganz modern, die Bedienung eines Smartphones, das gehört auch zur Bildung.

  90. Also ich bin mir nicht sicher, ob EINBILDUNG auch etwas mit BILDUNG zu tun hat, aber wenn ich täglich im TV diesen Vorbeimarsch von Künstlern ,Promis, ,Politikern oder TV-Moderatoren sehe, glaube ich ernsthaft, dass hier Einbildung die wichtigste Form der Bildung ist. Die Gesellschaft scheint ja auch so erzogen, dass man die “Bildung” , die solche Promis vor der Kamera absondern, wirklich als eigene Bildungsbereicherung konsumiert.

  91. Golzower
    Das Dilemma mit der Bildung ist, dass der Begriff mißbraucht werden kann.
    Wenn ich weiß, wie die Oberweite von Jennifer Lopez ist, ist das dann schon Bildung ?
    Wenn ich weiß, wie man Benzin herstellt, ist das Bildung ?
    Wenn ich weiß, wie man Menschen beindruckt, ist das Bildung ?
    Am letzten Beispiel sieht man, dass die Einbildung auch als bewusste Geisteshaltung gesehen werden kann, um Leute zu beindrucken.
    Und wenn die Leute glauben, wenn sie am Leben von den Eingebildeten teilhaben, dann werden sie auch gebildet. So gesehen ist Bildung ansteckend.
    Man kann es altmodisch auch als Vorbildwirkung bezeichnen.
    Also meiner Meinung nach gehört zur Bildung auch ihre soziale verbindende Wirkung. Sonst bleibt das Wissen um Bildung totes Wissen.

  92. @ bote19

    “Gott zu einem Denkobjekt machen, was nicht erlaubt ist.”

    -> Fantasieregel? Alles, was denkbar ist, ist “Denkobjekt”. Und “Gott” ist da keine Ausnahme. Zur Erreichung bestimmter Ziele mag das kategorisch nicht erlaubt sein, weil sonst unerwünschte Folgen drohen. Für einen selbst oder für andere.

    “Uns ist die Freiheit zu entscheiden garantiert, also können wir von der Verantwortung des Individuums ausgehen”.

    -> Wieso merken die Menschen nie, wenn sich Aussagen in einem Satz selbst widersprechen?

    Wir seien frei in Entscheidungen, aber es gibt da noch die Verantwortung, die die freie Entscheidung gleich darauf wieder relativiert?

    Und dann gäbe es noch eine andere Ebene der Unfreiheit.
    Nämlich:
    Was, wenn wir nicht denken können, was zu denken möglich wäre?

    Dann gäbe es auch keine Entscheidungsfreiheit, weil nicht alle Eingangsinformationen verfügbar sind.

    Das hiesse dann auf Gott Gott oder der heilige Geist übertragen, dass diese vorgäben, was wsir denken können. Anderes können wir nicht denken, woraufhin sich ergibt, das diese “Freiheit” am fundamentalsten Punkt der “Logik-Kette” beschnitten sei.

    Und ich vermute, das beide Ebenen der Bedingungen situativ existieren.

    Die ganze Philosophie der Freiheit ist demnach vor allem aus der theologischen Perspektive eine Lüge. Aber die sogenannte Aufklärung hat daran auch nichts wesendliches geändert.

  93. @ bote19

    hto OT
    Es hat noch nie eine Vorhölle gegeben, das ist mittelalterliches Denken.

    -> Da wäre ich mir nicht so sicher. Ich bin dagegen sogar der Meinung, das der Mensch schon in seiner Lebzeit in der Hölle schmohren kann.

    Falls du deine Weißheiten aus der Bibel (und aus den eigenen Erfahrungen) entnimmst, müsstes du damit rechnen, dass dir über die Bibel nicht die ganze Wahrheit offenbahrt wird und die eigenen Erfahrungen sind nur soweit in ihrer Reichweite und Wahrheit begründet, inwieweit deine eigenen Ausgangsbedingungen auf die Geschichte der Theologie hinreichend zutreffen.

    Wenn man davon ausgeht, dass das gesamte Christentum von Anbeginn die Religion der “Gekreuzigten” ist, dann ist alle Theologie darin so zu sehen, dass sie zwar die “drohenden” Geschichten aus der Perspektive der zu kreuzigenden beschreiben mag, aber die Hoffnungstheologie in der Hauptsache aus der Perspektive des Gekreuzigten zu sehen ist.

    Denn diese Theologie ist zu einem wesendlichen Teil selbsterfüllende Prophezeiiung, damit dadurch Gott dazu bewegt wird, eben genau im Sinne der Theologie zu sein…zu werden.

    Nehmen wir es platt und vereinfacht:
    Der Jude ist der zu kreuzigende und damit zukünftige Christ.

    Dann ergibt sich, dass der Jude (oder Mulsim) im Zuge der Kreuzigung in die Phase der Hölle eintritt, weil der Prozess eben “höllisch” ist.
    Aus dieser Hölle kann man sich nur befreien, wenn man dem “optimistischen” Teil der Theologie uneingeschränkt folgt.
    Aber das ist, um wieder auf die erste Kritik zu kommen, eine erhebliche Einschränkung der Freiheit, weil nun die Verantwortung sich in ein Diktum verwandelte, ohne dessen Einhaltung man in der Hölle verreckt (und wohl auch sein restliches Leben verwirkt…also der klinische Tot zu befürchten ist. Die Kreuzigung sei hier nur die geistige Tötung).

  94. @ hto
    21. Februar 2019 @ 16:52

    @demolog

    Die Metapher Gott resultiert aus dem heiligen Geist.

    -> Sicher?
    Was, wenn es genau umgekehrt wäre?
    Der “heilige Geist ginge aus Gott hervor! Also primär und ohne menschlicher Manipulation des Szenarios.
    Und dann gäbe es ja noch Jesus.

    Sicher ist anhand der Theologie, das zwischen Gott (Vater), Jesus (Sohn) und Geist (heiliger Geist) unterschieden wird (Trinität). Wahrscheinlich besteht ohne Jesus eine räumliche Bedingung, wie sich das Verhältnis zwischen Gott und heiligem Geist über eine Population aufspannt. Jesus wäre hierbei nur eine “Brücke”, die Räume verbindet und dem heiligen Geist über diese entfernten Räume ausdehnt.

  95. @ bote19

    bote19
    21. Februar 2019 @ 19:08

    Wer hat da seine Finger im Spiel ?

    -> Um den heiligen Geist zu formen, muß man Teil Gottes sein. Und wenn man das ist, dann ist alles, was man darin macht, fundamentale Manipulation.
    An der Gemeindefront besteht eben nur die eine Ebene – in der Regel. Die eine Seite der ganzen Szenerie.

    Gehe davon aus, dass der jeweilige Papst aus dem Land gewählt wird (wie von geistes Hand), indem der amtierende Jesus existiert.
    Das ergäbe dann, dass nachdem der Jesus in Deutschland gescheitert ist, einer in Südamerika gefunden/erzeugt wurde. Und an genau dieser Szenerie wird dann also der heilige Geist manipuliert. Jesus als Fundament eines Patriarchats, das sich über Jesus in andere (geografische) Räume ausbreitet. Wenn dieser Jesus scheitert, bricht aus das auf diesen Jesus gründende Patriarchat zusammen.

    Und das ist im Frühjahr 2011 geschehen (arabischer Frühling). Deswegen gab es diese seit dem stattgefundenen Ereignisse in der Welt, die eine vollkommen andere Tendenz der dahinfliessenden Weltereignisse anstiess.

  96. demolog
    Wenn man über Gott und die Welt philosophiert muss man von einer Grundlage ausgehen. Die ist in meinem Falle die bibel, speziell die 10 gebote. Die halte ich für wahr und richtig.
    Alles andere ist menschliche Interpretation. Und darüber kann ich auch diskutieren , ohne ein schlechtes Gewissen zu bekommen.
    Das Problem mit der freiheit und dem Determinismus, der ist auch in der Bibel beschrieben , in der Genesis, dass ein teil der Engel von Gott abgefallen ist. Die haben also ihre Freiheit verwirklicht.
    Gleichzeitig wird dieser Abfall von Gott als negativ beschrieben, weil sich die Engel für klüger als Gott hielten.
    Und das bedeutet, dass die Geschichte der Erde und der Menschen teleologisch zu sehen ist, also auf eine Ende hin.
    Und dieses Ende ist wie der Anfang , nämlich Gott.
    “Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott” so heißt es in der Genesis.
    Wir sind noch nicht einmal Engel, sondern nur Menschen, die sterblich sind, die sich irren können. Aber wir haben einen freien Willen, das heißt, wir können uns auch gegen uns selbst entscheiden, um der Logik willen.
    Und damit erkennen wir etwas an, was über uns steht, den Logos. In dieser Hinsicht können wir sagen, wir sind nicht frei, aber beim genauen Hinsehen sind wir es doch, wir haben die Wahl unlogisch zu sein.

    Was wir aus diesem Wissen gemacht haben, das zeigt die Geschichte.
    Der Auftritt von Jesus in der Weltgeschichte hat uns weg von diesem transzendeten Gottesgedanken geführt, hin zu einem liebenden Gottessohn, der die Menschen liebt und der für die Menschen gestorben ist.
    Dem gilt es nur nachzueifern.

  97. @demolog

    Wie schon vorher erwähnt, ist Gott auch gleichbedeutend mit Mensch, aber folgender Hinweis: Matthäus 12,31 ist da schon sehr deutlich!?

  98. @demolog

    Im Grunde ist Jesus ein zweiter Moses, der den Juden die Vernunftbegabung und das Verantwortungsbewusstsein als “auserwähltes” Volk mit friedlichen Mitteln klarzumachen versuchte, Moses war da eher gewaltbereit.
    Die Bibel ist das vielfach manipulierte “Drehbuch” VON MENSCHENHAND, vieles ist …, aber die Kernaussagen sind für eine zweifelsfrei-eindeutige Wahrheit / Wirklichkeit / Wertigkeit erhalten geblieben, ” wie im Himmel all so auf Erden”!

  99. @Schleim

    Nicht klar???

    Das konfusionierende Bildungssystem steckt in der Krise wie der Kreislauf des imperialistischen Faschismus wieder auf eine logische Eskalation dieser daraus resultierenden Welt- und “Werteordnung” zusteuert, ich zumindest versuche das Übel der Unwahrheit vom Grund her in die einzig menschenwürdige Bahn zu lenken. Das Leben ansich ist schon lange genug oberflächliches Intermezzo fürIndividualbewusstsein“!?

  100. Stephan Schleim
    Sie haben den Meister Ekkehardt genannt und damit Gott aufgerufen. Bildung war früher hauptsächlich religiöse Bildung, das Wissen um die Bibelzitate. Das geht leider immer mehr verloren.
    Dieses Wissen schafft geistige Unabhängigkeit von materiellen Dingen, das kann man als ein Gewinn von Freiheit sehen, das dem Individuum zugute kommt. Heute liegt der Schwerpunkt der Bildung in beruflichem Wissen, mit dem sich Geld verdienen lässt. Und diese Art von bildung führt zur Abhängigkeit und damit zum Verlust von individueller Freiheit.

    hto
    Intermezzo für Individualbewusstsein ??
    Du übertreibst wieder. Nur durch das Individualbewußtsein können wir sicher sein , dass die Masse Mensch nicht in die falsche richtung läuft und einem falschen Gott oder Ideal hinterherrennt. Auch der Glaube muss sich messen lassen an seinen früchten !

  101. “Nur durch das Individualbewusstsein können wir sicher sein, dass die Masse Mensch nicht in die falsche Richtung läuft und …”

    Das erkläre mir mal genau, bote19!

  102. @bote: Sie erinnern mich an die Leute, die aus der Tatsache, dass ich mal Philosophie und Naturwissenschaft gemeinsam in einem Titel erwähnt hatte, die Notwendigkeit ableiteten, in mehreren Tausend Kommentaren Ihre Ideen über Einstein zu diskutieren.

    Nun, so sei es. Ich habe meinen Standpunkt deutlich gemacht, Ihnen eine alternative Kommunikationsform anempfohlen und stelle gleich auch schon den nächsten Blogbeitrag online.

  103. “Meister Ekkehardt”

    Den gibt es nicht. Der Meister heißt Röhrich, Eckat (Eckhard) ist sein Geselle.

  104. hto
    wenn ich den Sinn dieses blogs richtig verstehe, dann sind Bildung und Individualismus Garanten für Freiheit und Toleranz.
    Bildung ist also notwendig, Individualismus ist die Folge.
    Du selbst bist das Musterbeispiel. Du bist gebildet, hast Wissen, und vertrittst eine Position, die in ihrer Konsequenz einmalig ist. Also , du hast keine Massenmeinung, sondern du hast eine individuelle Meinung und bist somit ein Individualist.
    In kosmologischen Zeiträumen gedacht ist deine Auffassung, dass Mensch (als Gattung) nur überleben kann, wenn er
    seine privaten Rivalitäten zugunsten eines gemeinsamen Zieles überwinden kann, richtig.
    Das NT verkündet die gleiche Meinung in der Form : Liebe deinen Nächsten, liebe Deine Feinde, liebe deinen Gott.(lebe in Eintracht mit der Schöpfung.)
    Die Philosophie betrachtet den Menschen dagegen als Individuum mit all seinen Schwächen und Fehlern und will gar nicht den kosmologischen “Friede Freude Eierkuchen”. Die ist näher am Tagesgeschehen und erklärt dir, warum Marx gescheitert ist, warum D T kapitale Fehler der Politik macht, warum die Weltwirtschaft eine zweischneidige Sache ist.
    und da es im Tagesgeschehen viele Meinungen gibt, auch viele sehr gegensätzliche, neutralisieren sie sich gegenseitig
    Das ist der Grund , warum ich für Meinungsvielfalt bin, und nicht für eine einzige Weltsicht, wie du sie vertrittst.
    Wir sprechen eigentlich über verschiedene Ebenen. Du, über das kosmologische Geschehen der Menschheit , ich und die vielen anderen über das jetzt und wie die Gegenwart gestaltet werden muss.

    Stephan Schleim
    Sie verwechseln mich, wenn sie denken, dass ich “sachfremd” diskutiere.
    Einstein ist für mich kein Diskussionsthema, weil er eine Theorie vertritt. Über Theorien kann man meiner Meinung nach nicht diskutieren. Sie sind in sich logisch , und wenn sie keinen Widerspruch enthalten, sind sie im Sinne der Theorie wahr.
    Über Bildung kann man diskutieren, weil Bildung ein offener Begriff ist, dem erst Inhalt verliehen werden muss. Und dabei berührt der Begriff Bildung zwangsläufig den Begriff Religion. Die wird auch erst mit Inhalt gefüllt, indem man die hl. Schriften interpretiert.
    Nur soviel. auf jeden Fall schafft eine Diskussion über Bildung eine Grundlage für unsere moderne Demokratie.

  105. bote19, ich wollte nicht das Du mich und sonstwas erklärst, sondern Deinen Spruch, aber ist schon gut!!

  106. @bote19
    “Sie verwechseln mich, wenn sie denken, dass ich “sachfremd” diskutiere.”

    Mit wem könnte Stefan Schleim dich denn verwechseln, mit @Robert, @hmann, @dunkler Laie, @dalang, …?

    Egal unter welchem Pseudonym du gerade kommentierst, bei der Sache des Artikels bleibst du selten, stattdessen verfolgst du fleißig deine eigene Agenda, oft faktenbereinigt, eine Melange aus Meinung und Phantasie – Individualismus ohne Bildung.

  107. @Einzigartigkeit

    Dass Individualismus und Kollektivismus gar nicht ohne einander können, wurde hier schon mehrfach erwähnt. Das Kollektiv braucht das selbstverantwortliche Individuum, und das Individuum braucht die Unterstützung und die Kulturgrundlage des Kollektivs.

    Darüber hinaus macht das Kollektiv nur Sinn, wenn es den Beteiligten etwas nützt. Ein sinnloser Kampf von Wahnsinnigen an der Spitze bringt niemandem etwas. Praktisch alle sind nur damit beschäftigt, die finstere Zeit irgendwie zu überleben und auf bessere Zeiten zu hoffen. Selbst wer es schafft, seine Profite aus der Lage zu ziehen, lebt letztlich in Unsicherheit, spätestens wenn der Wahnsinn am Ende scheitern muss. Wenn der Schutz der Eigentumsrechte auf Kosten des Lebens geht, werden hier Grenzen überschritten.

    Die Einzigartigkeit des konkreten Menschen liegt mehr in seinem persönlichem, unverwechselbaren Bewusstsein, als in seiner Nützlichkeit. Dass hier eine Innenwelt existiert, die der Ort aller inneren Qualität ist, ist das entscheidende Faktum. Der Respekt vor dem anderen Subjekt folgt aus dem Respekt vor sich selbst als lebendem Subjekt. Tod und Trennung sind schmerzlich, weil man die Einzigartigkeit des geliebten Menschen vermisst.

    Christlich betrachtet kann man dazu sagen, die Seele lebt erst durch Gott – wobei mir unklar ist, was wer unter Gott versteht. Ich sage lieber, dass ich vermute, dass das Bewusstsein eine Synthese der lokalen Gehirnprozesse mit dem kosmischen Bewusstsein ist. Das gilt nicht nur für Menschen, sondern auch für Tiere und wahrscheinlich auch für Pflanzen, und könnte auch in Zukunft für geeignete Computersysteme gelten.

    Die Einzigartigkeit von Menschen und Erlebnissen trägt auch zur Entwicklung der menschlichen Kultur bei. Die Lust, was Neues zu entdecken, ist in uns eingebaut. Sich an Orte zu begeben, die nie ein Mensch betreten hat, ist eine Faszination für sich. Jede Art von Entdeckung reizt uns, und auf neue Gedanken zu kommen genauso. Selbst zweckfreie Kunstwerke faszinieren besonders, wenn sie was Neues in sich haben.

    Das treibt uns an und unsere Kultur ist die Folge davon. Die Verbindung unter uns lebt von der Arbeit an unserer Kultur, und Verbindung unter uns besteht in unserer Beteiligung am kosmischen Bewusstsein. Das müsste universell gelten, egal was man glaubt, oder wo man Mitglied ist. Die Momente des Seins können in ihrer Einzigartigkeit und in ihrer Verbindung zur Ewigkeit immer Qualität bieten.

    Die Wege des „Herrn“ können tatsächlich vorhersehbar sein: Gute Aktionen werden wahrscheinlich unterstützt, und schlechte Aktionen noch auf die Spitze getrieben, um noch grandioser zu scheitern, dass der Mensch das sieht und daraus lernt. Mit Rückenwind lebt es sich leichter, die Resonanz mit der geistigen Wirklichkeit macht den Unterschied in der Frage der Einsamkeit. Faszination ist Begeisterung im wahrsten Sinne des Wortes.

  108. Joker
    Sie haben kapiert, worauf es ankommt, auf den unverwechselbaren Individualismus. Der ist faktenbereinigt, sonst könnte er nicht individuell sein. Namen sind dabei Schall und Rauch.

  109. @Joker: Danke, dass das hier einmal von unabhängiger Seite bestätigt wird.

    Manchmal denke ich, dass manche Leute die Öffentlichkeit dieser Plattform ausnutzen. Ich sehe aber die Klickzahlen und denke nicht, dass soooo viele Menschen die Diskussionen verfolgen.

    Und das mit dem Vornamen bin ich gewohnt; es gibt zum Teil sogar Leute, die mich seit über zehn Jahren kennen, die das immer noch verwechseln. Aber was soll’s?!

  110. @ bote19
    16. Februar 2019 @ 19:06

    Die Türken gehören geopolitisch zu Europa und Vorderasien gleichermaßen.

    -> Solcher Meinung kann man nur sein, wenn man der Meinung ist, “Migration war immer”.

    Aber das stimmt nicht. Migration in Form von Massenwanderungen gab es in der Geschichte nur Phasenweise in kurzen Schüben.

    Das lässt sich selbst im 20. Jahrhundert noch deultich erkennen, wenn man die Asyl-Antragszahlen über die Jahre betrachtet – besonders über die Generationen seit den 1960´gern bis heute fällt aufr, dass es etwa alle 20-25 Jahre einen deutlichen Anstieg gibt, der daraufhin wieder bis zum Nächsten Hoch abflaut.

    Vor vielen Hunderten jahren waren die Migrationsphasen länger und die Zwischenzeiten erstreckten sich über Jahrhunderte.

    Der heutige “Zyklus” ist dabei extrem beschleuinigt – aus vielen Gründen. Die Schnelllebigkeit heute ist einer. Die abstrakt wirtschaftlichen Interessen ist ein anderer Grund. Alle Einflüsse zusammen erzeugen das Problem, welches hier alle so beklagen: die Unpersönlichkeit und die Distanzierte Welt, die im Zeichen des Individualismusses faktisch nur spaltend wirkt. Das hat wieder wirtschaftliche Gründe, weil wer sich “unabhängig” sieht, ist einfacher von den “Bildungssystemen” assimilierbar, sodass sie eben die scheinbar notwendige technische/akademische Ausbildung zum Wohle des Marktes und des “Fortschrittes” absolvieren. Der Lockruf der Freiheit ist der Lockruf in die strukturelle Abhängigkeit ausserhalb sozialer Strukuren.
    Für den Menschen gibt es eigendlich nichts schlimmeres, als solch eine Lebenswelt.

    Kurzum: Die Türken sind um so mehr Zentralassiaten oder Araber, als Europäer. Egal, wie man das sehen will. Auch geopolitisch. Und sie gehören hier auch nicht hin. Der Meinung war nicht erst Luther schon gewesen, der nebenbei bemerkt in der Sache extrem gespalten war, wenn ich dem glauben darf, was mir ersichtlich war.

    Massenmnigration in eine Population findet immer dann statt, wenn die Population, in der eingewandert wird, vorher einer strukturellen Kathastrophe anheim fiel.
    Und das war ja auch der Fall nach den zwei Kriegen. Das die damalige Migration staatlich gesteuert war, lag eher daran, dass die Nachkriegszeit alles andere, als die Kröhnung der Freiheit war, wie man ständig bekundet (Die Gründung der Bundesrepublik als verwirklichte Freiheit und so…nichts davon ist damals in der Lebenswirklichkeit der Menschen wahr gewesen.)

    Zum Thema “Solidarität” wäre zu sagen, dass sowas in einer solchen Sozialstaatsstruktur und der “großen Freiheit” nur dann möglich wird, wenn man von der Gesellschaft (Was heisst Eliten) assimiliert wird, sodass eintritt, was ich oben absprach: Die Freiheit ist dahin, weil man mit anderem Geiste denkt, als vor der assimilierung.

    Altruismus ist im Ursprung (biologisch) den eigenen Kindern vorbehalten. Der sogenannte “ausufernde Sozialstaat” und die wirtschaftsinteressen machen daraus emergent eine skurile Vermischung der Familien und Sozialstrukturen, Wo in keinerlei lebenswirklichen Realitäten mehr eindeutig ist, wer wessen Elternteil und Kind ist.

    Wer schon als junger Mensch assimiliert wurde, der Erzieht seine eigenen Kinder auch ganz anders, als jemand, der noch nicht assimiliert ist. Kinder von Assimilierten Eltern werden eher wie im Leben stehendes Übel behandelt, anstatt als wirkliche Bereicherung. Folge ist meist ein Hospitalisierungssyndrom und eine tiefsitzende Ablehnung der Kinder von ihren eigenen Eltern. Für hospitalisierte Menschen ist “Gemeinschaft” ein irgendwie notwendiges Teilen des Lebensraums, so man den eigenen Lebensraum nicht für sich gegen andere vertreidigen kann.

    Wie man das verhindert?

    Man darf eben einfach nicht drauflos assimilieren – was bedeutet: aus den vielen Identitäten der vielen Menschen eine zu machen, weil nur eine Identität in der Lage ist, eine so große Bevölkerungsanzahl auf so engem Raum in so abstrakten (Staats)Strukturen zu beherrschen.

    Die “Vereinzelung” als schlüssige Folge der Freiheiten und der Indivudualisierung darf man als Mensch in solchen Gesellschaften nicht beklagen, weil die Klage darüber absolut nichts ändert, ausser eh schon sozioal Benachteiligte noch mehr zu benachteiligen. Oder eben die aus den “kinderschuhen” gewachsene Generation aus ihrem Paradies zu vertreiben, um die nächste Generation zu verherrlichen, an der man als allgemein üblicher “Aktivist” gar keinen Anteil hat (meint: keine eigenen kinder hat, sondern für die Kinder anderer Menschen spricht. was eigendlich ein Unding ist, weil übergriffig).

    Und da sind wir wieder bei der Szenerie, wie aus dem Individuum plötzlich ein Neutrum wird, nur, weil dieser heilige Geist über sie gekommen ist – was vorher fundamentale Veränderungen in deren Gehirnen erforderte…nämlich die Trennung von Gott, die durch die Kreuzigung erzeugt werden und woraufhin meistens diese allbekannten Zivilisationskrankheiten daraus hervorgehen.

    Eine wesendliche Bedingung bei dieser Art von Populationsbildung ist, dass die ganze Population schleichend mit Nervengiften vergiftet wird, sodass die Gehirne ein erhöhtes Bereitschaftspotantiel aufweisen, was die Assimilierung / Kreuzigung erleichtert.

    Bote19, ich würde mich nicht mit solch banalen Glaubensbekenntnissen in der Öffentlichkeit blamieren, wie du es tust, wenn du sagst, in der Bibel stünde alles, was man wissen muß. Die Bibel ist so gar nicht dabei behilflich, wirklich frei zu sein. Odfer eine hinreichend opräzise Vorstellung von Welt und den Bedingungen von Gesellschaften zu bekommen.
    Die Bibel erzählt den Menschen, wie sie zu denken haben, ohne, dass sie wissen, was sie da denken.

    Solche Menschen schwurbeln um des schwurbelns wegen in die Welt hinein, und merken nicht, was sie da tun. In diesem Sinne bin ich für eine Kukltur des Öffentlichen Schweigens, weil zu viel Gerede eben zu nichts produktiven führt, als Hetze in schönen Worten.

    Das mag niemand anerkennen, aber es ist so.

  111. demolog
    wir reden hier über Bildung , Bildungsbürgertum , den Wert des Individuums, am Rande auch über Politik und das Einwirken von Bildung auf Politik, wenn man Adorno und Horkheimer mit einbezieht.
    Und dabei müssen wir realistisch bleiben und die tatsächlichen demografischen Verhältnisse mit einbeziehen.

    Wenn Sie jetzt die Einwanderung von Menschen anderer Kultur bedauern, dann ist das ihr gutes Recht.
    Ich gebe zu bedenken, dass die Migration von Türken z.B. , sich segensreich auf die deutsche Gesellschaft ausgewirkt hat und immer noch tut. Die Türken sind ein fleißiges Volk mit einem guten Sozialverhalten, sie passen sich an und sie pflegen die Familie. Daran sollten sich die Deutschen auch orientieren.
    Dass sie eine andere Religion haben, kann man nur bedauern, wenn man sich selbst von der Religion losgesagt hat, und nicht bereit ist , “Geistigem” seinen Stellenwert einzuräumen.
    Die Türken respektieren z.B. die Katholiken, sie schicken ihre Kinder lieber in katholische Kindergärten als in städtische Kindergärten. Das sollte Ihnen doch zu denken geben.
    Wenn man großspurig von Aufklärung spricht und sich dann als intolerant zeigt, dann ist Bildung nur noch ein Wort.

    Herr Schleim,
    Sie haben den Finger auf die Wunde gelegt, indem Sie nebenbei erwähnt haben, dass nicht soooviel die Diskussion verfolgen. Was nützt denn alles schöne Gerede, wenn es nur wenige lesen.
    Aber ich bleibe optimistisch, es reicht ein guter neuer Gedanke, der einmal in die Welt gesetzt , von dort nicht mehr vertrieben werden kann. Deshalb blogge ich hier mit, auch gegen alles Unverständnis, das mir entgegengebracht wird.

  112. @ bote19
    25. Februar 2019 @ 09:31

    -> Auf was haben sie jetzt eigendlich geantwortet, sodass sie ohne Umwege ins Lob der deutschen Türken einschwingen? Ich habe hier keine Türken kritisiert, sodass dies notwendig sein müsste. An ihren Ausführungen dazu ist viel wahr. Sie sind Teil der Populationsbildung der Nachkriegszeit. Es gab dazu eine gewisse Notwendigkeit. Aber Arbeitskräftemangel war es nicht.

    Nebenbei haben sie, wahrscheinlich ungewollt, die These des Austausches von Bevölkerungsteilen (aka Umvolkung) durch das Indiz in ihrem Lob und Ansicht “fleissige Menschen, die da kamen”, bestätigt. Theologisch ist jede Aussage weniger Feststellung, als mehr Ausdruck von Hoffnung.
    Und weil bei einem Teil der herangewachsenen Generation alle “Bildungsmühen” fehlgeschlagen sind, wandert die Hoffnung zu jenen, die kommen wollen. Es gibt da eine wundersame Verbindung. Das müssten sie, so als theologisch affiner, doch verstehen und anerkennen können?

    Dieses “Bildungsbürgertum” scheint also ein Interesse daran zu haben, dass der Gesellschaftsausschuß (jene, die in ihrem Leben in dieser Gesellschaft scheitern) ersetzt werden, damit die geplante Anzahl der Bevölkerung/Arbeitskräfte und das Investment auch nicht durch “Bildungsversagen” infrage gestellt werden.

    Und Bildung ist hier nicht als akademischer Abschluß zu begreifen, sondern die “Bildung” zu einem “fleissigem” Mitglied der Gesellschaft. Das ist es, was ich aus meiner eigenen aktiven Zeit der Arbeit immerzu lernen musste.

    “Menschliches”, Soziales, Individuelles…. waren fast überall zweitrangig oder gar nicht Existent/relevant. Erstmal die “Funktion” erfüllen.

    Und zum Thema Bildung:
    Sie haben entweder nicht verstanden, was mit dieser universel wünschenswerten Bildung hinsichtlich unserer Gehirne verbunden ist, oder sie tun die wirklich interessanten und brisanten Szenerien an den Alltäglichkeiten auch einfach nur ignorieren – sie, als offenbar Kirchenfreundlicher, mit der Bibel unterm Arm.
    Die geneigte Wissenschaftkommunity tuts mit dem Paper an der Hand.

    Was nicht jeweils geschrieben steht, existiert für die Renegaten nicht. Dabei ist Wissenschaft, wie Philosophie (und Theologie als Variante der Philosophie) immer mit positivistischen Ergebnissen überhaupt aussagekräftig. Nichtexistenz kann nicht bewiesen werden/sein.

    Interesssant ist, das die ansonsten immer so unterschiedlich tuhenden und vorgebenden Parteien letztlich die selben Argumentationsstrategien anwenden, um dem wirklich wesendlichen aus dem Weg zu gehen.

    “Bildung” heisst in dieser “Moderne”, dass einem das Gehirn manipuliert wird. Ich habe es erfahrern: Wenn man immerzu sagt, das Gehirn ist “plastisch”, dann meint man, dass es von einem Maximum in ein individuelles Optimum versetzt wird. Mit Nervengiften, mit Metalsalzen (o. ähnlichem) und das bedeutet in dieser Strategie nahezu immer, dass das zielgesetzte Gehirn Degeneriert. Ich habe es am eigenen Hirn an mir selbst erfahren.

    Was für eine contraintuitive Angelegenheit: Weniger ist mehr, was das Gehirn angeht. Freilich nur perspektivisch. Wer nicht “fleissig” ist, dem wird das Gehirn zerschossen.

    Warum das so ist, dafür würde die Theologie eine Erklärung geben können, wenn man sie mit den durchaus sichtbaren und erforschbaren Kenntnissen über das Gehirn und der Wissenschaft des geistes/Bewusstseins verbinden würde. Und ich wiess sie darauf hin: Die Assimilierung des Individuums durch Neurodegeneration. In der theologischen Terminologie: Kreuzigung.

    Was darauf folgt, heisst bei euch Religiösen die “Menschwerdung”. Ungünstigerweise damit verbunden, was man diese “Zivilisationskrankheiten” nennt.
    Konkret meint es, dass man krank gemacht wird. Verletztlich, sterblich.
    Nicht, dass ich je geleugnet hätte, das ich sterblich sei. Aber wie es bei mir geschah, das war faktisch Mord.

    Und ich gehe davon aus, dass ich kein Einzelfall war. Nur ein Sonderfall im Alltäglichen Nationbuildung…in der “Bildung” der neuen Generation.
    Immerhin gab es seit 2011 in vielen Regionen der Welt haufenweise Tote, die nicht ihrer natürlichen Vergänglichkeit zum Opfer fielen.

    All das, was direkt mit dem Gehirn zu tun hat, ist wohl der Grund, warum es hier und anderswo auf Wissenschaftsprotalen keine Neurowissenschafts-Blogs gibt. Das Thema ist zu heiss. Ausserdem waren wahrscheinlich die allermeisten Neurowissenschaftler vollkommen Ahnungslos, wie falsch die gegenwärtige allgemeine Weißheit über unser Gehirn und seine Funktionen ist. Die Lüge um des “Friedens” wegen. Und der Beherrschbarkeit ganzer Populationen.

    Über sowas spricht man auch nicht in der banalen Öffentlichkeit.

    Nennen sie diese Gesellschaft also nicht “aufgeklärt”. Denn das ist eine Lüge. Auch sie sind nicht annähernd aufgeklärt, wie sie es sein könnten…müssten – angesichts ihrer Profession Kirche und Religion.

  113. @ bote19
    25. Februar 2019 @ 09:31

    Die demografischen Verhältnisse…

    Ja, weil die ganze Strategie des modernen Industrie/Technologiestaates zusammenbricht, wenn nicht genügend Rentenzahler und Arbeitskräfte existieren. Es sei denn, man kann sie, die eifrigen Mitglieder der Gesellschaft, aus den Regionen ausserhalb Europas herholen. Wie das schon seit vielen Jahrzehnten gemacht wird – auch, wenn es in Europa kein eindeutiges Einwanderungsgesetz gibt.

    Über die Ursachen von niedrigen Geburtenraten liesse sich vorzüglich allerhand diagnostizieren. Und was, wenn die Gastarbeiter aus dem Osten ein Teilfaktor wären?

    Allem vorran steht aber auch die übliche Ideologie, dass man mit dem Kinderkriegen gefälligst zu warten hat, bis sein Leben den “Bildungsidealen” entspricht. Böse Falle, wenn das Leben nicht so ideal verläuft.
    Aus Sicht eines “Unterschichtlers” und also Ungebildeten mit ungünstigen sozialem Hintergrund sieht dieser Bildungsweg wie ein langer Marsch aus, der nie endet, weil immer ist noch irgendwas nicht “ideal”.

  114. @ bote19

    Was ist los? Haben sie keine Lust mein Schicksal zu bedauern? Last die verlorenen in ihrer Hölle doch schmohren. Was gehts den boten19 an, was die Welt mit solchen gemacht hat. Solange es beim boten19 gut läuft.

    Auch keine Notwenigkeit, sich rauszureden scheinen sie zu sehen.

    Wissen sie, was eine schwere Hypothek das Christentums ist, die sich etwas verändert in die neue Lebenswelt hinübergerettet hat?

    Das die Menschen nur über die schönen Seiten der Existenz sprechen und das auch nur selten mit dem von ihnen so besonders erwähnter geistiger Inbrunst und Seele – also eher oberflächlich und zuweilen sehr poetisch und weit von dem entfernt, was wirklich in einem vorgeht.

    Was dabei auf der Strecke bleibt, ist all das, was einem Menschen an Schlechtem so zustoßen kann. Und wie sich das anfühlt und was dabei in einem vorgeht.

    Inofern unterscheiden sie sich kaum von allen anderen hier, die ansonsten immer darauf bestehen, nicht, wie sie zu sein und zu denken. Die Denkstruktur aber ist doch gleich. Geradezu wie ein Instinkt, der da am wirken ist, für den sich die Menschen nur immer einen anderen Kontext zurechtlegen (oder aus dem Gegebenen einfach übernehmen – siehe Religiösität vs Wissenschaftsreduktionismus).

    Über die Zusammenführung der Theologie und den modernen wissenschaftlichen Methoden, damit man genauer weiß, worum es geht in der Welt, wollen sie auch nicht sprechen.

    Wenn sie mir erklären wollen, sie stünden für alles Gute in der Welt, für Freiheit, für die Bewahrung und akzeptanz der Individuen, dann scheint das weitestgehenst auch nur die übliche Attitüde zu sein, wie sie bei vielen überdeutlich hervorgetan wird. Strohmann.
    Und durch ihre Verweigerung die Konsequenzen des Bösen zur Kenntnis zu nehmen und daran Kritik zu üben, zeigen sie deutlich, wie sehr sie zu genau jenen gehören, die auch sie sonst Ignoranten nennen würden und deswegen ablehnen.

    Tja, was soll man mit solchen Mitmenschen in der Welt machen? Verzweiflung wird die Situation nur noch mehr verschlechtern. Aber vielleicht hilft ja die bedingungslose Unterwerfung? Das würden sie sicher nicht gutheissen. Aber machen sie sich dann auch Gedanken darüber, was als Alternative übrig bleibt? Nein. Wenns an solch Eingemachtes geht, fangen sie alle an zu ignorieren. Für sich selbst läufts doch gut.
    Das Eine muß nicht sein, ansonsten sei man ja frei. Welch grandiose Verwirrung da in die Welt gesetzt wurde.

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