Gehirnoperation gegen Zweifeln

Wie sich die Uniklinik Regensburg aufs Glatteis wagt

Um Missverständnisse zu vermeiden, gleich eine Sache vorweg: Ich denke nicht, dass es hier um einen großen Skandal geht. Das Behandeln psychischer Störungen mit Gehirnoperationen ist aber natürlich ein graues Gebiet. Darüber werde ich im Folgenden kurz schreiben.

Das Hauptproblem besteht hier für mich darin, wie voreilig die Universitätsklinik Regensburg in aller Öffentlichkeit das Schicksal einer Patientin vermarktet. Ist das ein Skandälchen? Warum sich damit die Klinik – und in der Folge nun auch die Süddeutsche Zeitung – aufs Glatteis wagt, will ich ausführlicher darlegen.

Kurze Geschichte der Psychochirurgie

Doch fangen wir mit einem historischen Rückblick an: Gehirnoperationen bei psychiatrischen Patienten – oder kurz Psychochirurgie – waren lange in Verruf geraten. Das lag vor allem an den forschen Behandlungen des amerikanischen Arztes Walter Freeman, der in den 1930er bis 1950er Jahren bei mehreren tausend Menschen, vor allem Frauen und auch ein paar Minderjährigen, eine sogenannte Lobotomie durchführte. Dabei trennte er mit einem Eispickel-artigen Instrument durch die Augenhöhle Teile des Frontallappens vom Rest des Gehirns ab.

Die Methode war von Anfang an umstritten. Patienten wurden nach dem Eingriff oft apathisch und verloren ihr Interesse und ihren Antrieb (übrigens Kernsymptome von Depressionen). Ihre Persönlichkeit schien wie verändert. Nicht wenige starben sogar oder begingen später Suizid. Sensationsberichte in den Medien, Freemans geschickte Selbstvermarktung und spätestens der Nobelpreis im Jahr 1949 für den portugiesischen Neurologen António Egas Moniz, der das Verfahren entwickelt hatte, ließen Kritiker aber verstummen.

Aufgrund der Nebenwirkungen und Komplikationen rückte man nach und nach davon ab – und weil neue Psychopharmaka auf den Markt kamen. Als erstes Land zog 1950 ausgerechnet die Sowjetunion wegen moralischer Bedenken einen Schlussstrich, wie der Medizinhistoriker Benjamin Zajicek von der Townson University im US-Bundesstaat Maryland erst kürzlich beschrieb. In Schweden machte man allerdings noch bis in die 1960er damit weiter, in Frankreich gar bis in die 1970er. In Deutschland war man – wohl unter dem Eindruck der ärztlichen Verfehlungen während des Zweiten Weltkriegs – von Anfang an sehr zurückhaltend gewesen.

Im selben Zeitraum entwickelte der spanische Neurophysiologe José Delgado, der es 1946 an die renommierte Yale-Universität geschafft hatte, Verfahren zur Implantation von Elektroden ins Gehirn weiter. Besonderes Interesse galt dabei aggressivem Verhalten von beispielsweise Katzen oder Affen. Diese Tiere konnte er durch elektrische Stimulation zum Angriff zwingen – oder umgekehrt auch zur Unterwerfung. Sein Versuch, damit einen Stier zu bändigen, ging durch die Medien.

Experimente an Menschen – vor allem sozialen Außenseitern wie Kriminellen oder Prostituierten – folgten. Delgado schwebte gar die Vision einer “psychozivilisierten Gesellschaft” vor, in der sich die Menschen durch elektrische Gehirnstimulation friedlich verhalten. In seinem Buch zur “physikalischen Kontrolle des Geistes” machte er seine Ideen 1969 einer breiten Öffentlichkeit zugänglich (Technologie der Unterwerfung).

Tiefe Hirnstimulation in unserer Zeit

In den 1980ern half man Patienten im Spätstadium von Parkinson durch die Implantation von Elektroden und elektrische Stimulation, wenn die Medikamente nicht mehr wirkten. Das Verfahren gilt heute als erprobt, auch wenn sich Risiken wie beispielsweise Gehirnblutungen durch eine Gefäßverletzung bei dem chirurgischen Eingriff nicht ganz ausschließen lassen. Zurzeit findet übrigens ein Umdenken statt, dass man die Operation bereits im früheren Krankheitsstadium vornimmt, um langfristigere Erfolge zu erzielen.

Der Durchbruch der nun als “tiefe Hirnstimulation” bekannten Prozedur in der Neurologie brachte in den 2000ern auch Psychiater auf den Gedanken, ob sich damit nicht psychische Störungen behandeln lassen. Das scheint im heute vorherrschenden molekularbiologischen Paradigma in der Psychiatrie nur logisch. Voraussetzung für die Operation ist in der Regel, dass den Patienten Psychotherapie und Psychopharmaka nicht halfen, ihr Leiden aber sehr schwer ist. Am häufigsten führte man solche Eingriffe bisher bei Patienten mit einer diagnostizierten Depression oder Zwangsstörung durch.

Zur Theorie psychischer Störungen

Bevor wir uns den neuen Fall genauer anschauen, sei hier noch einmal daran erinnert, dass auch das Gebiet der psychischen Störungen eine Grauzone ist: Eigentlich wissen wir nach wie vor nicht genau, was wir (beziehungsweise Psychiater und andere Ärzte sowie Psychotherapeuten) da behandeln. Experten legen alle paar Jahre wieder neue Richtlinien fest, was als “normal” gilt und was als “Störung” (Die “amtliche” Fassung).

Obwohl das molekularbiologische Denken weit verbreitet ist, lässt sich nach wie vor keine einzige der Störungen im Gehirn oder in den Genen diagnostizieren – obwohl man seit über 170 Jahren nach solchen Merkmalen sucht. Die Idee, dass man es in der Psychiatrie und klinischen Psychologie mit denselben Entitäten zu tun hat wie im Rest der Medizin, steht auf wackeligen Beinen.

Wörter wie “Depressionen” (fachlich korrekter: “Major Depressive Disorder”) oder “Zwangsstörung” geben den Anschein einer Klarheit, die es in der Praxis nicht gibt. Damit ist mitnichten behauptet, dass das Leiden der Betroffene nicht real ist. Es fällt aber in den Bereich der Subjektivität, den die Wissenschaft und insbesondere die biomedizinische Forschung aber gar nicht so genau erfassen können.

Tiefe Hirnstimulation in Regensburg

Nun berichtete die Pressestelle des Universitätsklinikums Regensburg am 11. Februar, dass man dort zum ersten Mal auf der Welt einer Patientin mit einer Zwangsstörung einen “neuen Hirnschrittmacher” implantiert habe. Eine Korrektur noch: Die Abteilung heißt “Unternehmenskommunikation”. Warum ist eine Uniklinik ein Unternehmen? Und warum hat sie eine eigene Abteilung für Kommunikation?

Die Patientin kurz nach der Operation mit dem Neurochirurgen und ihrem behandelnden Psychiater in Regensburg. Quelle: Universitätsklinikum Regensburg

Der öffentliche Auftrag eines Universitätsklinikums besteht doch primär darin, Patienten mit Behandlungen auf dem Stand der Wissenschaft zu versorgen; außerdem soll Forschung stattfinden, um bestehende Behandlungen zu verbessern oder neue zu entwickeln. Nun müssen Kliniken seit einigen Jahrzehnten aber Gewinn erzielen. Das war und ist der politische Wille.

So wurden sie zu Unternehmen. Den ärztlichen wurden betriebswirtschaftliche Direktoren an die Seite gestellt, die in vielen Fragen das letzte Wort haben. Daher also: “Unternehmenskommunikation” mit – in Regensburg – immerhin drei festen Stellen, während viele Wissenschaftler im Prekariat herumkrebsen müssen. Das ist nicht nur ein Seitenhieb aufgrund eigener Erfahrungen (ich arbeitete früher an zwei verschiedenen Unikliniken), sondern auch für das Folgende von Bedeutung.

Die Presseleute der Uniklinik Regensburg veröffentlichten nun am 11. Februar diese Mitteilung. In ihr erfahren wir von einer Patientin, Sarah Ulbrich (Name geändert), die gerade operiert wurde. Dabei bekam sie Elektroden ins Gehirn implantiert. Es heißt, dass die 36-jährige seit ihrem 17. Lebensjahr unter Zwangsgedanken leidet: “Zwanghaft muss [sie] alles hinterfragen, besonders sich selbst.”

Medikamente und Verhaltenstherapie hätten nicht geholfen. Zudem verschlechtere sich ihr Zustand. Zu den störenden Gedanken kämen Unsicherheit, Angst und ein immenser innerer Druck. Seit ein paar Jahren könne sie auch nicht mehr ihrer Arbeit als Sozialarbeiterin nachgehen.

Voller Erfolg?

Nun, direkt nach dem Eingriff, gehe es ihr aber gleich besser: “So gut wie die letzten Tage habe ich mich lange nicht mehr gefühlt.” Der Haken an der Sache ist allerdings: Das Gerät ist noch gar nicht aktiviert. Das soll erst im März geschehen. In dem Zeitungsartikel, auf den ich gleich noch kommen werde, nennt der Neurochirurg, der die Operation durchführte, dies einen “initialen Setzeffekt”. Man könnte auch schlicht “Placebo” sagen.

Aus Forschung wissen wir zudem, dass viele psychiatrische Patienten sich allein schon dann besser fühlen, wenn sie vom behandelnden Personal Aufmerksamkeit erhalten. Ein auffälliger Unterschied zwischen Unternehmenskommunikation und Zeitung ist übrigens: Laut Uniklinik ist der Apparat “noch nicht einmal vollständig aktiviert.” Da scheint eine noch bessere Wirkung kurz bevorzustehen! In der Zeitung steht aber, dass noch gar keine Stromimpulse erfolgen.

Das Besondere und weltweit Einmalige bestehe nun darin, dass der neue “Hirnschrittmacher” nicht nur Ströme erzeugen, sondern auch Gehirnsignale aufzeichnen könne. Da muss ich dem Neurochirurgen aber eine kleine historische Korrektur diktieren: Denn schon der bereits erwähnte Delgado verwendete Geräte, die Gehirnsignale nicht nur stimulieren, sondern auch aufzeichnen konnten.

Diese nannte er passend “stimoceiver” (aus englisch “stimulate” und “receive”). Freilich waren die damaligen technischen Möglichkeiten beschränkter als heute. Die passenden Konzepte aus Behaviorismus und Kybernetik etwa zur Konditionierung von Verhalten waren aber schon vorhanden.

Im Jahr 2020 sieht das dann so aus: Über eine Verbindung zur Smartphone-App soll die Patientin nun zu verschiedenen Zeitpunkten angeben, wie stark sie unter den Zwangsgedanken leidet. So soll das Gerät lernen, welche neuronalen Aktivierungen damit einhergehen und wie sich die negativen Gedanken am besten unterdrücken lassen.

Die Patientin registriert auf dem Smartphone die Stärke der Symptome in diesem Moment: leicht, mittel, schwer oder schlimm. Quelle: Universitätsklinikum Regensburg

Obwohl es laut den behandelnden Ärzten bis zu ein Jahr lang dauern kann, bis der Apparat richtig eingestellt ist, weiß die Pressestelle jetzt schon: “Das neue Schrittmachermodell ist erst seit Ende Januar überhaupt zur Therapie zugelassen und zeigt im Fall der ersten Patientin bereits Erfolg.” Da passt ja hervorragend, dass es gleich die richtige Patientin für den Eingriff gab, wo andere mitunter Wochen oder gar Monate auf eine Operation warten müssen. Vielleicht passt auch alles irgendwie zu gut?

Auf den Zahn gefühlt

Als Psychologe (allerdings nicht: klinischer Psychologe) wundert mich erst einmal, dass der Patientin offenbar keine tiefenpsychologische Psychotherapie vermittelt wurde. Bei so tiefgreifenden Zweifeln überrascht es mich jedenfalls nicht, dass Medikamente und Verhaltenstherapie, die sich ja speziell auf Symptome und keine Ursachen beziehen, nicht geholfen haben. Aber gut, aus der Ferne lässt sich das nicht beurteilen. Ich vertraue darauf, dass die Ärzte alle Alternativen sorgfältig abgewogen haben – und hoffentlich auch eine unabhängige Ethikkommission eingeschaltet war.

Merkwürdig ist aber dann doch, dass die Klinik bereits am 11. Februar vollmundig von einem Erfolg spricht, wo die Therapie noch gar nicht richtig angefangen hat. Dafür wird sogar das Foto der Patientin im Internet zur freien Verfügung gestellt, wenn man sich nur auf den Sachverhalt bezieht. Jedenfalls wird die Frau mit den euphorischen Worten zitiert: “So gut wie die letzten Tage habe ich mich lange nicht mehr gefühlt.”

Ich schickte am 14. Februar eine freundliche Anfrage an die Ethikkommission der Uniklinik Regensburg, ob das nicht etwas übertrieben ist, eine Patientin für solche Selbstmarketingzwecke zu gebrauchen, wo sich der therapeutische Nutzen noch gar nicht abschätzen lässt. Welche andere Botschaft transportiert die Pressemitteilung als: “Schaut her, wir in Regensburg bieten jetzt auch tiefe Hirnstimulation für psychische Störungen an – und die Methode wirkt.” Im Vergleich hierzu Ziffer 14 aus dem Deutschen Pressekodex über Medizin-Berichterstattung:

“Bei Berichten über medizinische Themen ist eine unangemessen sensationelle Darstellung zu vermeiden, die unbegründete Befürchtungen oder Hoffnungen beim Leser erwecken könnte. Forschungsergebnisse, die sich in einem frühen Stadium befinden, sollten nicht als abgeschlossen oder nahezu abgeschlossen dargestellt werden.”

Pressekodex von 2017

Mich würde nicht wundern, wenn in der Uniklinik Regensburg bereits die ersten Anfragen von Patienten eingetroffen sind, ob sie ebenfalls operiert werden können. Als ich selbst noch in einem angrenzenden Forschungsbereich an einer Uniklinik arbeitete, wurde ich auch ein paarmal gefragt, ob ich eine tiefe Hirnstimulation vermitteln könne. Das waren meist junge Frauen mit depressiver Symptomatik.

Nun legte am 15. Februar die Süddeutsche Zeitung nach und berichtete ebenfalls über den Fall. In der Online-Ausgabe hieß es dazu:

“Medizin: Frei von Sorgen

Was, wenn man Selbstzweifel und quälende Gedanken aus seinem Kopf verbannen könnte? An der Uniklinik Regensburg versuchten Ärzte genau das – und wollen so Menschen mit Zwangsstörungen helfen.”

Süddeutsche Zeitung

Da war die Online-Redaktion meinem Eindruck nach etwas zu euphorisch. In der Druckausgabe (SZ Landkreise für Bayern vom 15. Februar 2020) schrieb Dietrich Mittler nämlich durchaus differenziert über die Therapie. Ob die Überschrift “Die Gedanken sind frei” so passend gewählt ist, ist allerdings Geschmackssache.

In diesem Zeitungsbericht erfahren wir noch ein paar Fakten, die die Pressemitteilung vom 11. Februar in einem anderen Licht erscheinen lassen: So habe die Patientin bereits an der Uniklinik Köln um eine derartige Operation gebeten; dort habe man sie aber abgewiesen, da sie “nicht die typischen Symptome einer Zwangsstörung” zeige. Damit steht aber die Diagnose in Regensburg auf wackeligeren Beinen, als das bei psychiatrischen Diagnosen sowieso schon der Fall ist.

Dass es von mir nicht übertrieben ist, von einer “Gehirnoperation” zu sprechen, zeigt übrigens der Originalton des Neurochirurgen: “Sie [also die Patientin, S. Schleim] hat Hautschnitte hinter der Stirn-Haargrenze und zwei Bohrlöcher durch den Knochen, damit man die beiden Elektroden überhaupt in das Gehirn reinbringt.” Auch die Aussage über den zu erwartenden Erfolg klingt in der Süddeutschen eher bescheiden: “Es gibt auch durch die neue Methode keine Heilung von dieser Zwangsstörung, sondern nur eine Linderung der Symptome.”

Am Ende des Zeitungsartikels kommt dann aber die große Ernüchterung: “Mittlerweile hat sich Sarah Ulbrichts Zustand wieder verschlechtert. ‘Die selbsterniedrigenden Zwangsgedanken sind wieder da, die Angst steigert sich’, sagt sie.” Wohlgemerkt: Zwischen der euphorischen Pressemitteilung der Uniklinik und dem SZ-Artikel liegen gerade einmal vier Tage!

Alles nur Marketing?

Um es zusammenzufassen: Es ist nicht klar, ob die Patientin die beste verfügbare psychologische Behandlung bekommen hat. Man möge mal in einer beliebigen Yogastunde die Frage stellen, ob jemand Probleme mit (Selbst-) Zweifeln habe – und sehen, wie viele Hände nach oben gehen. Nun wird das bei der operierten Frau schwerer ausgeprägt sein, wenn sie deshalb sogar ihren Beruf aufgeben musste. Aber wäre eine tiefenpsychologische Psychotherapie oder eine Behandlung gemäß dem neuen Mindfulness-Ansatz, der auf die Verringerung des psychischen Leidens durch Akzeptanz abzielt, nicht wenigstens einen Versuch wert gewesen, bevor man das Gehirn operiert?

Auch die Diagnosestellung ist durch die Entscheidung in Köln in Frage gestellt. Vor allem aber – und das ist mein Hauptpunkt – ist noch lange nicht klar, was der Eingriff überhaupt bringt. Wenn man das alles zusammennimmt und auch noch einmal an die unrühmliche Geschichte der Psychochirurgie zurückdenkt, dann hat sich die Uniklinik Regensburg doch sehr weit – und die Online-Redaktion der Süddeutschen Zeitung zumindest ein Stück weit – aufs Glatteis gewagt.

Ich kann der Pressestelle nur wünschen, die Patientin gut über die Nutzung ihrer Fotos im Internet aufgeklärt zu haben. Falls nämlich nach einem Jahr das Verfahren immer noch nicht wirken sollte und die Ärzte in Regensburg dann schnell das Interesse an ihrer heutigen Vorzeigepatientin verlieren sollte, könnte die Enttäuschung bei der Frau groß sein. Manch ein Patient rennt dann desillusioniert zum Anwalt.

Welche finanziellen Interessen dahinter stecken und wieso das Verfahren erst Ende Januar zugelassen wird und dann sofort die passende (oder doch nicht ganz so passende?) Patientin zur Verfügung steht, könnte auch interessant sein. Im SZ-Artikel wird auf die Firma Medtronic verwiesen, die mit tiefer Hirnstimulation Geld verdient.

Ich glaube nicht, dass sich das Universitätsklinikum Regensburg mit dieser Form des Marketings einen großen Gefallen getan hat; der Patientin wahrscheinlich auch nicht. Wünschen wir “Frau Ulbrich” das Allerbeste – und der Gesellschaft, dass Psychiater und Biotech-Firmen vielleicht einmal einen Apparat entwickeln, um mehr zu zweifeln: In Politik, Medien und an den Finanzmärkten gibt es da so ein paar notorische Fälle.

Hinweise: Dieser Beitrag erscheint auch auf Telepolis – Magazin für Netzkultur.

Stephan Schleim

Veröffentlicht von

www.schleim.info

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23 Kommentare

  1. Nun, wenn die Elektroden implantiert, aber inaktiv sind, sollte sich eigentlich nichts geändert haben – ausser bei der Implantation kam es zu einer ernsthaften Hirnverletzung.

    Was die Kommunikation nach aussen betrifft, so gilt doch: Noch nie wurde soviel kommuniziert und vor allem geschrieben wie heute. Früher galt: es gibt sehr viele Leser und nur wenige Schreiber. Heute ist es geradezu umgekehrt. Sogar scilogs könnte ein Beispiel dafür sein.

    Warum nun haben soviele Einzelne und auch Institutionen ein derartiges Mitteilungsbedürfnis entwickelt? Der wichtigste Grund scheint mir tatsächlich im Bedürfnis zu liegen, wahrgenommen zu werden. Dazu kommt noch der Gedanken: es ist besser ich rede über mich als das es andere tun, denn wenn ich über mich rede, dann definiere ich mich auch sowohl für mich als auch für andere und erhebe damit auch einen Anspruch.

    Jetzt noch zur Therapie und ihren Alternativen: von aussen ist es schwierig zu beurteilen, was die nun mit einem (noch inaktiven) Hirnimplantat versehene Person schon alles durchgemacht hat. Ratschläge wie die, sie solle doch Yoga oder eine Tiefenanalyse durchführen hat sie bestimmt schon x-Mal erhalten. Wenn sie sich nun für ein Hirnimplantat entschieden hat, dann kann das auf den Einfluss von Fachärzten zurückgehen aber es kann ebenso gut sein, dass die Patientin darauf gedrängt hat. Es gibt ja Patienten, die sich x-Mal operieren lassen und operieren lassen wollen. Meist findet sich dann ein Chirurg, der darauf eingeht.

  2. Ist es normal, dass eine Frau Verteidigungsminister(in) ist,
    Ist es normal ,wenn ein(e) Familienminister(in) keine Kinder hat,
    Ist es normal , wenn ein Journalist über Gehirnoperationen schreibt ?

    Wir haben uns daran gewöhnt, dass jeder über jedes redet. Und so werden unsere Zeitungen immer gelber und sie werden immer weniger ernst genommen. Man könnte sagen das Bildzeitung – Syndrom weitet sich aus.

  3. Erfreulich umfassende Enführung zur Mit-Bewertung eines aktuellen Geschehens!

  4. Jetzt können wir sagen: Von der Landwirtschaft bis zur “Operation gegen Zweifel”, wir haben das systematische Zusammenleben und seine absurde Symptomatik bis in alle denkbaren …losigkeiten “verinnerlicht”.

  5. »Unternehmenskommunikation«

    Ja, die „Pressestelle“ nennt sich „Unternehmenskommunikation“. Aber trifft es denn zu, dass diese Uniklinik „Gewinn erzielen“ muss?

    Bei den Unikliniken Gießen und Marburg ist das in der Tat der Fall, weil die irgendwie mit den Rhön-Kliniken verbandelt sind. Aber die Regensburger sind eine „rechtsfähige Anstalt des öffentlichen Rechts des Freistaates Bayern“ (Website-Impressum). Da würde ich vermuten, dass der kaufmännische Direktor nur darauf zu achten hat, dass die Uniklinik nicht allzu sehr in die Miesen gerät (Ziel ist gewissermaßen die „schwarze Null“).

    Und ja, die Pressemitteilung ist kritikwürdig. Pressesprecher(innen) scheinen ihrerseits unter einer Art Zwangsstörung zu leiden, die sie immer wieder dazu bringt, deutlich über das Ziel hinauszuschießen und irreführende Formulierungen zu verwenden. Auch dass man ein „Fotoshooting“ mit der Patientin veranstaltet hat, ist eigentlich ein Unding, wenn man bedenkt, dass die Behandlung erst ganz am Anfang steht. Und weil eben die eigentliche Therapie noch gar nicht begonnen hat, verbietet es sich auch, kurz nach der Implantation den Begriff „Besserung“ zu gebrauchen. Keine Ahnung, was da den Professor geritten hat (unter der Annahme, dass er die Pressemitteilung vor der Veröffentlichung abgesegnet hat).

    Allerdings ist diese Pressemitteilung nicht ganz so daneben, wie es der Blogbeitrag suggeriert.

    Von einem „vollen“ Erfolg ist nirgends die Rede, und dort wo der Begriff „Erfolg“ fällt, wird klargestellt, dass die Elektrode noch gar nicht voll aktiviert war.

    Und der „initiale Setzeffekt”, von dem der Neurochirurg spricht, kann mitnichten mit einem Placeboeffekt gleichgesetzt werden, wie es im Beitrag heißt. Wir haben es schließlich mit einem ins Hirn verpflanzten Draht zu tun, ob da nun Strom fließt oder nicht.

  6. Placeboeffekt – Wenn ich ständig meine Schmerztabletten gegen die drohende Migräne mitschleppe, dann bedeutet das nicht das ich keine Migräne bekomme, aber es gibt mir schon ein Gefühl des Schutzes, was ja wohl auch dazu beiträgt die Migräne besser zu beherrschen!?

    Der Draht im Kopf der Frau wird ihr wohl das Gefühl geben, welches bisher kein Mensch bei ihr hat aufbauen können!?

  7. @Balanus: Presse und Placebo

    Pressesprecher(innen) scheinen ihrerseits unter einer Art Zwangsstörung zu leiden, die sie immer wieder dazu bringt, deutlich über das Ziel hinauszuschießen und irreführende Formulierungen zu verwenden.

    Denkst du, das könnte eine Indikation für eine tiefe Hirnstimulation sein? 😉

    Wir haben es schließlich mit einem ins Hirn verpflanzten Draht zu tun, ob da nun Strom fließt oder nicht.

    Das stimmt schon… Nennen wir es ein Drähtchen.

    Der Neurochirurg sagt aber doch im Prinzip ganz deutlich, dass man es hier sehr mit dem Prinzip “Versuch und Irrtum” zu tun hat. Vergiss nicht, dass der “Setzeffekt” nach ein paar Tagen schon wieder verschwunden schien. Da war das Drähtchen aber doch immer noch im Gehirn. Wie erklärst du dir das?

    Und umgekehrt: Wenn schon die Gabe eines Zuckerkügelchens einen erheblichen psychologischen Effekt auf das Wohlbefinden eines Menschen haben kann, was muss dann erst die lange ersehnte Gehirnoperation für eine große Erleichterung bringen?

    Bei psychischen Störungen ist so ein Erwartungseffekt doch direkt mit der “abhängigen Variable” verbunden ist. Die “Psyche” kann man nicht so ohne Weiteres in verschiedene Schubladen unterteilen.

  8. “… wieder verschwunden schien.”

    Vorsichtig formuliert: Das kann man mit dem gewohnten Verhalten / der “abhängigen Variable” der Systemrational-Konditionierten erklären.

  9. @ Stefan Schleim

    Der Setzeffekt meint einen initialen Effekt und Besserung der Symptome durch das Gewebetrauma und die Schwellung in der Zielstruktur. Beim Parkinson Syndrom tritt das ganz regelhaft auf und ist vorübergehend (Tage bis Monate).

  10. Der Zweifel bildet bekanntlich die Grundlage der Erkenntnis, nicht unbedingt beim Marketing, korrekt, ansonsten tritt die Placebo-Wirkung manchmal auch ein, wenn nicht geglaubt wird bzw. der Effekt vom Patienten vorab verstanden ist.

  11. Und der „initiale Setzeffekt”, von dem der Neurochirurg spricht, kann mitnichten mit einem Placeboeffekt gleichgesetzt werden, wie es im Beitrag heißt.

    Gleichsetzungen sind oft problematisch, sogenannte Homöopathen sprächen womöglich ebenfalls besser von einem ‘initialen Setzeffekt’.

    SCNR – WB

  12. Was die Kommunikation nach aussen betrifft, so gilt doch: Noch nie wurde soviel kommuniziert und vor allem geschrieben wie heute.

    Ist so nicht ganz richtig, pro Person wird nicht mehr kommuniziert als früher, zu Zeiten des Webs hat sich “nur” die Reichweite geändert.
    Auch Marketing ist so günstiger geworden, kostengünstiger.
    Wobei der Trend, die Menge meinend, wohl zum gesprochenen Wort geht, es ist unklar warum, denn das Lesen geht wesentlich schneller als das Zuhören und das Zusehen, muss auch nicht sequentiell erfolgen, aber so ist es nun mal.
    Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch die Persistenz von Web-Nachricht, Nachricht geht heutzutage nicht so leicht verloren, wird multipliziert und archiviert, bspw. vom sogenannten WebArchive.
    Gesellschaftlich liegt eine Art Demokratisierung des Journalismus vor … und sogenannte Standard-, Qualitäts- oder Leitmedien haben zu nagen.
    Auch schlechter Journalismus fällt mehr auf und darum wird auf die Menge bezogen von politischer Seite und von Verlagen zunehmend auf Kontrolle von Inhalten des Webs gesetzt, natürlich zuvörderst im Eigeninteresse, weniger wegen der Qualität. In der BRD gibt es als Vorschläge die Joki anonyme Nachricht im Web zu unterbinden und Inhalte bzw. Autoren dem sogenannten Pressekodex des Presserats zu unterwerfen.

  13. @ Stephan / Setzeffekt

    Dass man diesen initialen Effekt beim Parkinson-Syndrom regelmäßig beobachtet, wie @Dagda schreibt, wusste ich nicht, aber es bestätigt, was mir auf der Hand zu liegen scheint: wenn man eine mehr als 1 mm dicke Elektrode ins Hirngewebe schiebt, bleibt das nicht ohne Folgen im dem Areal, wo später die Stimulation erfolgen soll.

    Trotzdem wäre ich im Falle der Regensburger Patientin vorsichtig und würde ihr sich Besserfühlen nicht alleine auf die initiale Setzung der Elektrode zurückführen. Gerade bei der hier vorliegenden Form einer Zwangsstörung dürfte die gedankliche Fokussierung auf das operative Geschehen (auch) eine Rolle spielen. Das wäre dann der Placebo-Effekt, der zusätzlich zum initialen Setzeffekt „wirksam“ wird.

  14. Für mich unverantwortlich. Wenn bei Tieren das zu Angriffen und Unterwerfungen geführt hat, so wurde doch das Kampf – Fluchtsystem dadurch aktiviert .Unterwerfung ist dann gleich die Freeze Reaktion . Zwangsgedanken könnten meiner Ansicht nach auch auf ein von Angst konditioniertes Muster stammen, was ungelöst ist und dadurch den Zwang beinhaltet, sich damit befassen zu müssen (Überwertige Idee)

  15. Gehirnoperation gegen „problematische“ Denkprozesse und mitunter sehr „leidvolle“ Empfindungen. Darum geht es letztlich.

    Zum Spaß würde sich kaum einer eine Gehirn OP „antun“. Ich persönlich mit meiner ausgeprägten „Weißkittelphobie“ (von Blutabnahmen bis OPs) schon gar nicht.

    Andererseits hatte ich einmal im Zusammenhang mit einer Infektion einen „Fieberwahn“ der sich gewaschen hat. Bekam einen relativ kurzen (für einige Stunden), Einblick in ein heftiges „Wahngeschehen“. Wenn einem immer wieder ein stumpfsinniger Satz durchs Bewusstsein gejagt wird und man nichts dagegen tun kann. Seither kann ich verstehen, dass in ähnlichen aber dauernd anhaltenden Fällen, jemand selbst eine Hirn OP möchte. Jedenfalls dann, wenn Medikamente nicht helfen.

    Trial and Error Eingriffe, ohne wirklich zu verstehen was im Gehirn so „abläuft“, sind natürlich Humbug. Heutzutage weiß man aber schon so allerhand über die grundsätzliche Systematik der Hirnprozesse und die Elektronik/Informatik ist weit fortgeschritten.

    Falls die chirurgischen Eingriffe zur Unterbringung der Elektroden, des Prozessors und der Stromversorgung einmal nahezu völlig harmlos und bestens erforscht sind, sind sie sicherlich ein gutes Mittel der Wahl.

  16. Ich gehe davon aus, dass „elektrische Impulskaskaden“ in der neuronalen Netzstruktur den „Denkprozess“ wesentlich realisieren. Abgesehen von einigen „elektronischen Spezialitäten“ ist der nachstehende Text normales populärwissenschaftliches Know-how.

    „Fehlerhafte Impulskaskaden“ treten im Zusammenhang mit Tremor, Epilepsie, Depressionen, Zwangsstörungen und auch Wahnerkrankungen… auf.

    Üblicher Weise nimmt die Medizin chemischen Einfluss, indem letztlich hemmender oder fördernder Einfluss auf das Impulsgeschehen genommen wird. Für den Erfolg ist es wichtig, dass die Wirkstoffe genau an der „richtigen Stelle“ andocken und fehlerhafte Signalzyklen unterbinden.

    Gelingt dies nicht, oder treten Nebenwirkungen auf, wenn die Wirkstoffe z.B. (zusätzlich) an falschen Stellen oder zum falschen Zeitpunkt andocken, hat man Pech gehabt.

    Es ist aber auch elektrischer Einfluss möglich. Der steuernde Prozessor und die Stromversorgung muss zweckmäßig von den Chirurgen untergebracht werden. Wichtig ist, dass es gelingt (gefahrlos) Elektroden an genau passende Stellen zu bringen und genau zum richtigen (berechneten) Zeitpunkt elektrische Impulse zuzuführen.
    Dies wirkt z.B. bei Depressionen, wenn bekanntlich zu wenige elektrische Impulse wirksam sind, oder wenn es zu unerwünschten Zyklen („Schwingungsvorgängen“) kommt die unterbunden werden müssen (z.B. Epilepsie).

    Mittels der von W. McCulloch gefunden NICHT (Negations) Funktion wird ein Neuron (der Signalkette) etwas vorzeitig getriggert, so dass es zum etwas späteren „problematischen“ Zeitpunkt nicht triggern kann, weil es eine Latenzzeit (sozusagen eine kurze Zeitspanne um sich zu „erholen“) benötigt. Damit können, von einem Mikroprozessor gesteuert, problematische Zyklen die entweder fehlerhaft Muskel ansteuern, oder unerwünschte Bewusstseinswahrnehmungen erzeugen, unterbunden werden.

    Abgesehen von den chirurgischen Problemen und den Gefahren der OP, wäre die elektrische Hirnstimulation vermutlich ein sehr selektiver Weg um schwere Probleme die sich aus fehlerhaften Hirnfunktionen ergeben zu beheben.

  17. Ja, es ist der Setzeffekt und dieser kommt häufig vor.

    Mitnichten hat das etwas mit oder nicht mit Placebo zu tun.

    Ich habe eine THS vor 17 Jahren eben gegen Zwangsstörungen bekommen.

    Es wra damals die erste Studie in Deutschland unter Professor Sturm an der Universitätsklinik Köln und ich hatte einen YBOCS Score von 40 von 40 möglichen: Für den Laien: da ist ein eigenens , unbelastetes Denken, kaum noch möglich.

    Es hat sich dann auch eine ganze Weile hingezogen, bis id e Besserungkam und in diser Ziet wurde ich von Psychiatern und Therapeuten jämmerlich eben wegen dieser Operation im Stich gelassen.

    Ich verstehe nicht, warum in Bausch und Boden eine neuere Methode ablehnt, nur weil sie schlecht kommuniziert ist, weil sie als ” Operation am Gehirn ansetzt “, weil natürlich bei psychischen Verfarehn immer ” der Placebo ” Effekt im Vordergrund stehenmuß un dweil es ” nur ” symptomal ” ist.

    Kurz und gut:

    Meine THS war in einer Doppelblindstudie, asl o wssenschaftlich korrekt, sie war breit angelegt und vor allen dingen wra sie erfolgreich:

    Denn seit 15 Jahren bin ich nun mehr fast komplett zwangsfrei.

    Und durch meine Webseite zur Tiefen Hirnstimulation bei Zwangsstörungen habe ich in den letzten Jahren Hunderte von Kontakten geknüpft.

    Es muß auch mal Schluß sein mit dieser Schwarz – Weiß – Malerei, besonders hervorgerufen aus dem psychiatrischen Bereich.

  18. Was, wenn man eine neue Form von Hirnstimmulation gefunden hat, die in gewisser Weise strukturel angewandt wird?

    Ich gehe davon aus, das Mobilfunkstrahlung im Zusammenhang mit bestimmten Manipulationen des Gehirns sehr wohl eine Wirkung auf das Gehirn und des Bewusstseins ausübt.

    Da das Gehirn selbst mit elektrischen Potenzialen ein Bewusstsein erzeugt, woraufhin auch elektrische Felder entstehen, kann man mit Mikrowellenstrahlung über diese elektrischen Felder des gehirns Reizsignale an das Gehirn übertragen, weil die Feldkonstitution durch Mobilfunkstrahlung beeinflusst werden kann.

    Das heisst, die Mikrowellen müssen gar nicht durch den Schädel ins Gehirn hineinreichen, sondern wirken über das vom Gehirn erzeugte elektrische Feld, welches über den Schädel ausserhalb des Kopfes hinausreicht.

    Diese elektrischen Stimmulationen, die über das Feld dann ins Gehirn hinein gelangen, erzeugen eine Reizung, die nicht den Normalfunktionen des Gehirns entspricht, was die Folge hat, dass die normalen Funktionen, die zum Bewusstsein führen sollen, durch die elektrischen Wechselfelder so beeinträchtigt werden, dass eine global stabile Funktion des Gehirns nicht mehr möglich ist.
    Folge ist ein Erregungszustand, der deswegen Angst oder Panik auslösst, weil die Signale und Energieübertragungen nicht normal für die Gehirnfunktionen sind.

    Primär beeinflussen diese externen elektrischen Wechselfeldpotenziale erstmal nur die Funktionen des Neokortex. Bei bestimmten neuronalen Veränderungen aber könnte es auch in tiefere Regionen des Gehirns hineinwirken. Oder über das Nervensystem bis in den Körper hineinwirken, weil sich Nervensysteme praktisch an die neuen, weil dauerhaften, Bedingungen anpassen oder weil Barrieren überwunden werden, die verhinderten, dass über den Neokortex unerwünschte Signalisierungen bis in den Körper hinein wirken.

    Allerdings kennen wir alle die in der Kindheit immer mal wieder erlebte Angsterregung/Angststarrensituation, die sich praktisch vom Neokortex hinunter bis in alle Körterextremitäten ausbreitet und eine den ganzen Körper überspannenden Gänsehaupt-Effekt auslösst.
    Diese Barriere, die diese Ausbreitung verhindert, scheint selbst nur unter bestimmten Bedingungen zu bestehen.

    Also, was, wenn es inzwischen eine (fast) flächendeckende “Hirnstimmulation” über die Mobilfunk-Infrastruktur gibt?

  19. Und weil der übliche Energiefluß durch die übliche Mobilfunkstrahlung meist eher zu gering sei, braucht man notwendigerweise noch einen Proxy oder ein verstärkendes Moment.
    Und das könnte man in den Metalvergiftungen finden, über die ich regelmäßig spreche.
    Diese sammeln sich an den Bereichen des Gehirns an, die die höchste und dauerhafteste Aktivität haben.

    Das Metal erzeugt im Zusammenhang mit den elektrischen Potenzialen der Nervenzellen ein Induktionsfeld und damit eine Vergößerung des elektrischen Feldes des Gehirns, woraufhin es natürlich umgekehrt dazu führt, dass externe Reize um so wirksamer auch in das Gehirn hineinreichen können. Wobei hier nicht die Energie der Mobilfunkstrahlung für Wirkungen relevant ist, sondern deren Frequenz. Hochfrequente Reize überfordern die übliche Gehirnfunktion derart, weil die normalen Frequenzen viel niedriger sind und dadurch die normale Funktion des Gehirns und daraus das Bewusstsein erheblich gestört wird.

    Was also ergibt, das, wenn ein Zielobjekt zu wenig auf Reize reagiert, man es nur mit etwas mehr Metallen vergiften muß, sodass daraufhin die ansonsten gleichgebliebenen externen Reizfelder mehr Wirkungen auslösen.

  20. @ Elektroniker
    20.02.2020, 22:45 Uhr

    Ich gehe davon aus, dass „elektrische Impulskaskaden“ in der neuronalen Netzstruktur den „Denkprozess“ wesentlich realisieren.

    -> Ich bin mir da nicht so sicher. Ich habe sgar große Zweifel an der These, das Neuronale Aktivitätssteigerungen tatsächlich die Entscheidungen im Gehirn sein sollen.
    Aus gewissen Erfahrungen kommt es mir sogar absurd vor, das ein Denkprozess oder eine Entscheidung, die beispielhaft schlicht und unbemüht ausfällt, ausgerechnet einen hohen neuronalen Aktivitätsgrad aufweisen soll, sodass man anhand der Aktivitätsbeobachtung im Gehirn schliessen kann, das dort, wo höhere Aktivität besteht, auch die Entscheidung getätigt wurde.

    Müsste nicht eine Entscheidung, die unkritisch und ohne Zweifel und Hinterfragen und Anzweifeln getätigt wurde, geradezu mit geringstem neuronalem Aufwand / Aktivität getätigt werden? Und diese neuronale Aktivität werden sie auch mit den modernen Messgeräten heute nicht “messen” können.

    Stattdessen messen sie eine “Kaskade” an anderen neuronalen Aktivitäten, deren Ursprung/Ursache oder deren “Inhalte” mit ihrer Erklärung sicher nicht treffend beschrieben wurde.

  21. Warum eigendlich, Herr Schleim, haben sie diesen verlinkten Beitrag (auf Telepolis: Technologie der Unterwerfung ) nicht auch auf Scilogs.de veröffentlicht?

    Sonst werden doch die Beiträge (fast?) immer auf beiden Plattformen veröffentlicht.

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