Gehirndoping: Häufig gestellte Fragen

Eine Zusammenfassung nach zwanzig Jahren Forschung. Teil 4

Serie in vier Teilen

  1. Was ist Gehirndoping/Neuroenhancement und wie verbreitet ist es? (28.12.2020)
  2. Um welche Substanzen geht es und wie wirken sie? (4.1.2021)
  3. Instrumenteller Substanzkonsum und Werte (11.1.2021)
  4. Beantwortung häufiger Fragen und Literaturverzeichnis (18.1.2021)

Im ersten Teil ging es um die Frage, was Gehirndoping/Neuroenhancement eigentlich ist und wie verbreitet es ist. In Teil 2 folgte die Diskussion der Substanzen und wie sie wirken. Der dritte Teil behandelte die Werte: Aus welchen Gründen sollte man Mittel nehmen oder nicht nehmen, um bestimmte Ziele zu erreichen? Jetzt folgen Antworten auf häufige Fragen von Leserinnen und Lesern sowie meinen Studierenden und das Literaturverzeichnis.

Frage: Wo fängt Neuroenhancement eigentlich an? Ist Schokolade essen oder Kaffee trinken dann nicht auch schon Enhancement?

Warum ist die Antwort hierauf wichtig? Ich plädiere ja erst einmal dafür, besser vom instrumentellen Substanzkonsum als vom Gehirndoping/Neuroenhancement zu sprechen. Gemäß den neun Kategorien Prof. Müllers oder den von mir unterschiedenen vier Bedürfnissen fällt in der Tat sehr viel unter instrumentellen Konsum.

Darin sehe ich aber erst einmal einen Vorteil: Es geht dann nämlich nicht mehr um einen prinzipiellen, sondern einen fließenden Unterschied. Mit Blick darauf, dass viele Menschen (und wohl sogar manche Tiere) Substanzen instrumentell verwenden, vermeiden wir so eine Stigmatisierung oder gar Kriminalisierung gewöhnlichen Verhaltens.

Wenn Sie sich dennoch daran stören, womöglich selbst Gehirndoping/Neuroenhancement bzw. instrumentellen Konsum zu betreiben, dann können Sie sich fragen, an welchen Ihrer Werte das liegt. Wie verhalten Sie sich beispielsweise zu den Werten, die von den Professoren Klerman oder Veatch beschrieben wurden? Woher stammen Ihre Überzeugungen?

Frage: Ist instrumenteller Substanzkonsum dann gar kein ethisches Problem?

Im liberalen Rechtsstaat haben wir uns (unter anderem) auf zwei grundlegende Dinge geeinigt: Erstens ist erlaubt, was nicht explizit verboten ist. Zweitens endet die eigene Freiheit an der Freiheit der Anderen.

Gleichzeitig liegt aber das Risiko von Gruppenzwang und sozialem Anpassungsdruck auf der Hand: Wenn in einem Bereich zum Beispiel so viele Konkurrentinnen und Konkurrenten Stimulanzien wie Amphetamin (“Speed”) verwenden, dass das von einem selbst auch verlangt wird, ist das ein Problem. Damit riskiert man nämlich nicht nur Nebenwirkungen und Sucht, sondern übertritt man auch das Gesetz (sofern man keinen Arzt findet, der einem dieses oder ähnliche Mittel verschreibt). Manche (mich eingeschlossen) dürften das auch als Eingriff in die persönliche Integrität erfahren.

In erster Linie sehe ich die politischen Parteien aber auch die Gewerkschaften, Arbeits- und Sozialmedizin in der Verantwortung, für gesunde Lern- und Arbeitsbedingungen zu sorgen, die den Leistungsdruck in Grenzen halten. Schon bei einer früheren Amphetamin-Epidemie in den USA war der Druck zum Beispiel auf Fernfahrer sehr hoch, pro Tag immer längere Fahrten abzulegen und Müdigkeit mit Stimulanzien zu unterdrücken (Rasmussen, 2008). Das dürfte auf Dauer wohl weder für die Fernfahrer, noch für die Verkehrssicherheit gut gewesen sein.

Dass heute häufig von Burn-Out gesprochen wird und immer mehr Menschen wegen psychischer Probleme in Vorruhestand gehen, hat wohl seine Gründe. Psychologisch-soziologische Studien sind hier wichtig (z.B. Neckel & Wagner, 2013), um auf deren Grundlage eine gesunde Arbeits- und Lebenswelt zu erhalten oder, wo nötig, wiederherzustellen. Niemand sollte gezwungen oder auch nur genötigt werden, Substanzen instrumentell zu verwenden, um sein Leben zu verwirklichen.

Frage: Welche Auswirkungen hat Ihre Sichtweise auf die Drogenpolitik? Sollten Ihrer Meinung nach alle Drogen legalisiert werden?

Ich war und bin selbst eher zurückhaltend beim Substanzkonsum: Ich sehe die Mittel – einschließlich Medikamente – als letzten Ausweg, wenn nichts Anderes hilft. Ich habe auch im Bekanntenkreis mitangesehen, dass bestimmte Substanzen (vor allem Alkohol und Tabak) Menschen nicht guttun können. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler setzen sich seit vielen Jahren für eine rationalere und konsistentere Drogenpolitik ein (Nutt et al. 2010).

Die Drogenpolitik ist stark in Traditionen und Vorurteilen verwurzelt. Das konservative Lager verwendete das Substanzverbot zudem oft zur Unterdrückung von Randgruppen: Man wollte in der Vergangenheit Afroamerikaner, Hippies oder Arbeitsmigranten aus China und Südamerika (“Hispanos”) nicht mehr im Land haben beziehungsweise lehnte deren Wertesystem ab? Also kriminalisierte man Substanzen, die bei diesen Gruppen beliebt waren (etwa Haschisch, Opium und LSD). Unter Führung der USA schlossen sich im 20. Jahrhundert viele Länder der Verbotspolitik an.

Besonders perfide Züge nimmt das bei der Unterdrückung armer Menschen an: Diese konsumieren vielleicht schlicht verbotene Substanzen, um die Erfahrung sozialer Ausgrenzung besser zu ertragen. Wenn sie dann von der Polizei ertappt werden, drohen harte Strafen, die sie noch weiter in die Existenznot treiben. Es entsteht ein Teufelskreis. Von der Mehrheitsgesellschaft werden sie dann schnell als “Asoziale”, “Junkies” und so weiter abgestempelt und weiter ausgegrenzt, obwohl sie für ihre benachteiligte Ausgangslage oft gar nichts können.

Noch im 19. Jahrhundert waren Staaten die größten “Drogendealer”, man denke zum Beispiel an die Opiumkriege der Kolonialmächte Großbritannien und Frankreich gegen China. Die heutige Drogenpolitik steckt voller Widersprüche. Ich denke nicht, dass eine radikale Legalisierung alle Probleme löst. Ein liberalerer Ansatz würde aber wahrscheinlich viel unnötiges Leid und unnötige Kriminalität verringern.

Man sollte auch bedenken, dass Verbote und Strafen das schärfste Schwert des Rechtsstaats sind. Das Verfassungsprinzip der Verhältnismäßigkeit erfordert aber die Wahl des mildesten wirksamen Mittels.

Frage: Welchen Rat würden Sie jemandem geben, der an Gehirndoping/Neuroenhancement interessiert ist?

Durch meine Analyse sollte deutlich geworden sein, dass man von den Mitteln keine Wunder erwarten darf. Für mich ist es ein wichtiges Kriterium, ob man mit dem instrumentellen Substanzkonsum eine kurzzeitige Phase von Stress beziehungsweise Motivation- und Lustlosigkeit überwinden will oder ob es um einen permanenten Konsum geht.

Im letzteren Fall würde ich überlegen, ob die Situation zu einem passt: Ist das Studium oder der Arbeitsplatz wirklich das Richtige für jemanden, wenn man es dort nur mit Substanzkonsum aushält? Geht es eher um das allgemeine Funktionieren im Leben, dann sollte man einen Termin beim Coach, Psychotherapeuten oder Psychiater erwägen.

Manche (mich eingeschlossen) denken, dass man alles alleine lösen müsste. Das kann natürlich für ein hohes Maß an Selbstständigkeit sprechen. Wenn einem an der Lösung eines aktuellen Problems liegt, dann sollte man aber auch nach effektiveren Möglichkeiten Ausschau halten. Und dabei können einem Andere (auch Freunde oder in der Familie) Möglichkeiten aufzeigen, auf die man selbst nicht so schnell kommt.

Frage: Würde sich Ihre Beurteilung ändern, wenn wirksamere Mittel verfügbar wären?

Menschen verwenden Substanzen zum Erreichen bestimmter Ziele. Die oben erwähnte Ethik der “Weisheit der Natur” scheint unnatürliche Eingriffe erst einmal abzulehnen. Doch was ist eigentlich noch “natürlich”? Und was, wenn es um in der Natur vorkommende Substanzen geht? Oder um therapeutische Eingriffe zur Behandlung einer Krankheit?

Ich halte es für schwierig, ein prinzipielles Gegenargument zu entwickeln, das für alle gilt (während ich mir vielleicht selbst ein Glas Wein einschenke, um mich besser zu entspannen). Wichtig scheint mir, wer die Ziele definiert. Heute leben wir in einer Leistungs- und Wettbewerbsgesellschaft. Viele Menschen leiden unter dem Optimierungsdruck. Manche verinnerlichen diesen vielleicht so sehr, dass ihnen nicht mehr auffällt, wie er ihnen gesellschaftlich auferlegt wird.

Wenn man Optimierung mit Substanzen betreibt, sehe ich aber zwei prinzipielle Einwände, selbst dann, wenn diese keine Nebenwirkungen haben (was eine sehr unrealistische Annahme ist). Hierüber schrieb ich schon früher (Schleim, 2011). Erstens stellt sich auf der optimierten Ebene wieder die Frage nach der Optimierung: Wenn man mit 100% Leistungsniveau unzufrieden ist, warum sollte man mit 110% plötzlich zufrieden sein und nicht wieder 10% mehr haben wollen?

Zweitens trifft man diese Entscheidung nicht im isolierten Raum, sondern im Wettbewerb mit Anderen. Diese würden gemäß dem Optimierungsdenken natürlich auch Substanzen verwenden, um ihre Ziele zu erreichen. Entweder verwenden dann viele die Mittel und geht der individuelle Vorteil verloren – oder man hindert die Anderen daran, zum Beispiel durch hohe Preise, und verringert so die Chancengleichheit.

Der erste Gedanke zeigt, dass man durch Gehirndoping/Neuroenhancement wahrscheinlich nicht glücklicher wird. Im Übrigen ist das auch ein Kennzeichen der protestantischen Arbeitsethik und des Kapitalismus, dass das erreichte Niveau nie genug ist (Weber, 1905). Der zweite Gedanke legt nahe, dass es entweder auf ein Nullsummenspiel hinausläuft oder auf eine noch ungerechtere Welt.

Gegen den Punkt mit dem Nullsummenspiel wird manchmal eingewendet, dass das zwar aus individueller Sicht im Vergleich zu anderen gelten würde, die Menschheit als Ganze aber auf einem höheren Niveau ankäme. Das ist ein sehr idealistisches Argument und blendet aus, dass wir auch ohne Substanzen immer klüger und effizienter werden – und doch (oder gerade deshalb) immer mehr Ressourcen verbrauchen und die Natur immer weiter zerstören.

Viele Missstände sind menschengemacht und ihre Ursachen könnten ebenso von Menschenhand beseitigt werden. Dass sich das durch neue Pillen oder Gehirnstimulation auf einmal ändern würde, ist angesichts der technologischen Entwicklung der letzten Jahrhunderte völlig unplausibel. Selbstreflexion, ethisches Handeln und ethische Institutionen scheinen mir der einzige Ausweg aus dem Dilemma zu sein.

Hierzu kann man die Menschen aber nicht zwingen. Ich versuche aber, sie mit Argumenten zu überzeugen. Das sind meine Mittel als Philosoph und Wissenschaftler.

Frage: Wer betreibt eigentlich Neuroenhancement/Gehirndoping?

Wie beschrieben, definieren die Studien zur Verbreitung das untersuchte Phänomen sehr unterschiedlich. Zum nichtmedizinischen Konsum von Stimulanzien lässt sich aber sagen: Die meisten Personen sind männlichen Geschlechts, 18 bis 25 Jahre alt, und haben mit höherer Wahrscheinlichkeit schlechte Noten, traumatische Kindheitserfahrungen und konsumieren ebenfalls Alkohol sowie andere Drogen (Faraone et al., 2020).

Frage: Was wäre Ihrer Meinung nach das schlimmste Szenario beim Neuroenhancement/Gehirndoping?

Stellen wir uns einmal vor, der Trend würde sich durchsetzen: Immer mehr Menschen würden immer mehr Substanzen konsumieren, um ihre geistige Leistungsfähigkeit zu steigern. So würde der Druck auf andere Personen zunehmen, es auch zu tun. Nach einer kurzen Zeit, in der die Vorreiter des Gehirndopings einen Vorsprung hätten, würde sich die Leistung aller wahrscheinlich wieder angleichen. Das heißt, man hätte mehr oder weniger dieselbe Situation, nur würden viele Menschen jetzt Zeit und Geld ins Neuroenhancement investieren und ein Gesundheitsrisiko in Kauf nehmen.

Dann würden die Vorreiter wahrscheinlich zu neueren, weniger erprobteren und riskanteren Mitteln greifen. Schließlich wollten sie sich ja von den Anderen absetzen. Und das Spiel würde wieder von vorne anfangen. Es käme zu einer Art “Wettrüsten”. Im Sport hat es das übrigens schon gegeben – und Menschen sind dort sogar an Dopingmitteln gestorben, weil sie immer größere Risiken eingingen, um zu gewinnen. Tatsächlich wäre die Menschheit mit Neuroenhancement/Gehirndoping also in einem schlechteren Zustand, als wenn man damit erst gar nicht anfinge.

Frage: Neuroenhancement ist doch nicht ausdrücklich verboten. Warum sollte man es dann als Täuschung oder Doping ansehen?

So argumentieren tatsächlich einige führende Forscherinnen und Forscher auf dem Gebiet der Neuro-Ethik. Meiner Meinung nach übersehen sie dabei aber, dass die meisten hier diskutierten Substanzen bereits verboten sind: Das heißt, es gibt schon rechtliche Regelungen zum Erwerb vieler Stimulanzien und anderer Mittel. Beispielsweise dürfen Amphetamin oder Methylphenidat nur auf ärztliche Verschreibung erworben werden.

Es käme wohl niemand auf die Idee, dass man seine Kommilitonen an der Universität ermorden darf, bloß weil das an der Universität nicht explizit verboten ist. Man braucht aber Morde nicht an Universitäten zu verbieten, weil es bereits ein strafrechtliches Verbot gibt, das für die ganze Gesellschaft gilt.

Man kann sich natürlich immer noch moralisch Gedanken darüber machen, ob bestimmte Mittel verboten oder zumindest eingeschränkt verfügbar gemacht werden sollten. Faktisch gibt es aber schon rechtlich bindende Regelungen für viele Medikamente, Drogen und Genussmittel, deren Übertretung bestraft wird. Daher greift das Argument mancher Neuro-Ethiker meines Erachtens zu kurz.

Frage: Unter welchen Umständen würden Sie zum Neuroenhancement/Gehirndoping greifen?

Ich kann mir aus heutiger Sicht keine Umstände vorstellen, unter denen ich es machen würde. Meiner Meinung nach braucht unsere Gesellschaft (und die Natur, die unter ihr leidet) nicht immer mehr Leistung, sondern mehr Besinnung und Entspannung. Genau deshalb bin ich Yogalehrer geworden.

Hinweis zum Interessenkonflikt: Von den im Text besprochenen Substanzen konsumiere ich nur Alkohol, Koffein und (bis 9. Juni 1999) Tabak.

Literatur

  • Babcock, Q., & Byrne, T. (2000). Student perceptions of methylphenidate abuse at a public liberal arts college. Journal of American College Health, 49(3), 143-145. doi: 10.1080/07448480009596296
  • Bernfeld, S. (1953). Freud’s studies on cocaine, 1884–1887. Journal of the American Psychoanalytic Association, 1(4), 581-613.
  • Caviola, L., & Faber, N. S. (2015). Pills or Push-Ups? Effectiveness and Public Perception of Pharmacological and Non-Pharmacological Cognitive Enhancement. Frontiers in Psychology, 6(1852). doi: 10.3389/fpsyg.2015.01852
  • Compton, W. M., Han, B., Blanco, C., Johnson, K., & Jones, C. M. (2018). Prevalence and Correlates of Prescription Stimulant Use, Misuse, Use Disorders, and Motivations for Misuse Among Adults in the United States. American Journal of Psychiatry, 175(8), 741-755. doi: 10.1176/appi.ajp.2018.17091048
  • Davis, J. E. (2020). Chemically Imbalanced: Everyday Suffering, Medication, and Our Troubled Quest for Self-Mastery: University of Chicago Press.
  • DeSantis, A., Noar, S. M., & Webb, E. M. (2009). Nonmedical ADHD Stimulant Use in Fraternities. Journal of Studies on Alcohol and Drugs, 70(6), 952-954. doi: 10.15288/jsad.2009.70.952
  • Faraone, S. V., Rostain, A. L., Montano, C. B., Mason, O., Antshel, K. M., & Newcorn, J. H. (2020). Systematic Review: Nonmedical Use of Prescription Stimulants: Risk Factors, Outcomes, and Risk Reduction Strategies. Journal of the American Academy of Child and Adolescent Psychiatry, 59(1), 100-112. doi: 10.1016/j.jaac.2019.06.012
  • Ferrence, R. G., & Whitehead, P. C. (1980). Sex Differences in Psychoactive Drug Use: Recent Epidemiology. In O. J. Kalant (Ed.), Alcohol and Drug Problems in Women (pp. 125-201). Springer.
  • Franke, A. G., Gransmark, P., Agricola, A., Schuhle, K., Rommel, T., Sebastian, A., . . . Lieb, K. (2017). Methylphenidate, modafinil, and caffeine for cognitive enhancement in chess: A double-blind, randomised controlled trial. Eur Neuropsychopharmacol, 27(3), 248-260. doi: 10.1016/j.euroneuro.2017.01.006
  • Freud, S. (1884). Ueber Coca. Centralblatt für die gesammte Therapie, 2, 289-314.
  • Holmstedt, B., & Fredga, A. (1981). Sundry episodes in the history of coca and cocaine. Journal of ethnopharmacology, 3(2-3), 113-147.
  • Klerman, G. L. (1970). Drugs and Social Values. International Journal of the Addictions, 5(2), 313-319.
  • Klerman, G. L. (1972). Psychotropic hedonism vs. pharmacological Calvinism. Hastings Cent Rep, 2(4), 1-3.
  • Luo, Y., Kataoka, Y., Ostinelli, E. G., Cipriani, A., & Furukawa, T. A. (2020). National Prescription Patterns of Antidepressants in the Treatment of Adults With Major Depression in the US Between 1996 and 2015: A Population Representative Survey Based Analysis. Front Psychiatry, 11, 35. doi: 10.3389/fpsyt.2020.00035
  • Maier, L. J., Ferris, J. A., & Winstock, A. R. (2018). Pharmacological cognitive enhancement among non-ADHD individuals-A cross-sectional study in 15 countries. Int J Drug Policy, 58, 104-112. doi: 10.1016/j.drugpo.2018.05.009
  • McAuliffe, W. E., Rohman, M., Fishman, P., Friedman, R., Wechsler, H., Soboroff, S. H., & Toth, D. (1984). Psychoactive drug-use by young and future physicians. Journal of Health and Social Behavior, 25(1), 34-54. doi: 10.2307/2136703
  • McAuliffe, W. E., Rohman, M., Santangelo, S., Feldman, B., Magnuson, E., Sobol, A., & Weissman, J. (1986). Psychoactive drug use among practicing physicians and medical students. New England Journal of Medicine, 315(13), 805-810.
  • McCabe, S. E., Teter, C. J., Boyd, C. J., Knight, J. R., & Wechsler, H. (2005). Nonmedical use of prescription opioids among U.S. college students: prevalence and correlates from a national survey. Addict Behav, 30(4), 789-805. doi: 10.1016/j.addbeh.2004.08.024
  • McCabe, S. E., West, B. T., Teter, C. J., & Boyd, C. J. (2014). Trends in medical use, diversion, and nonmedical use of prescription medications among college students from 2003 to 2013: Connecting the dots. Addict Behav, 39(7), 1176-1182. doi: 10.1016/j.addbeh.2014.03.008
  • Müller, C. P. (2020). Drug instrumentalization. Behavioural Brain Research, 390, 112672. doi: https://doi.org/10.1016/j.bbr.2020.112672
  • Müller, C. P., & Schumann, G. (2011). Drugs as instruments: A new framework for non-addictive psychoactive drug use. Behavioral and Brain Sciences, 34(6), 293-310. doi: 10.1017/s0140525x11000057
  • Neckel, S., & Wagner, G. (2013). Leistung und Erschöpfung: Burnout in der Wettbewerbsgesellschaft: Suhrkamp Verlag.
  • Nutt, D. J., King, L. A., Phillips, L. D., & Independent Scientific Committee on Drugs. (2010). Drug harms in the UK: a multicriteria decision analysis. Lancet, 376(9752), 1558-1565. doi: 10.1016/S0140-6736(10)61462-6
  • Partridge, B. J., Bell, S. K., Lucke, J. C., Yeates, S., & Hall, W. D. (2011). Smart drugs “as common as coffee”: media hype about neuroenhancement. PLoS One, 6(11), e28416. doi: 10.1371/journal.pone.0028416
  • Parry, H. J. (1968). Use of psychotropic drugs by US adults. Public Health Reports, 83(10), 799.
  • Quednow, B. B. (2010a). Ethics of neuroenhancement: A phantom debate. BioSocieties, 5(1), 153-156. doi: 10.1057/biosoc.2009.13
  • Quednow, B. B. (2010b). Neurophysiologie des Neuroenhancements: Möglichkeiten und Grenzen. SuchtMagazin, 2/2010, 19-26.
  • Rasmussen, N. (2008). On speed: The many lives of amphetamine. New York, NY: New York University Press.
  • Roberts, C. A., Jones, A., Sumnall, H., Gage, S. H., & Montgomery, C. (2020). How effective are pharmaceuticals for cognitive enhancement in healthy adults? A series of meta-analyses of cognitive performance during acute administration of modafinil, methylphenidate and D-amphetamine. European Neuropsychopharmacology. doi: https://doi.org/10.1016/j.euroneuro.2020.07.002
  • Schleim, S. (2010). Second thoughts on the prevalence of enhancement Response. BioSocieties, 5(4), 484-485. doi: 10.1057/Biosoc.2010.32
  • Schleim, S. (2011). Sechs Gründe gegen Gehirndoping. In L. Klinnert & P. Markus (Eds.), Die Zukunft des menschlichen Gehirns: Ethische und anthropologische Herausforderungen der modernen Neurowissenschaften. [The Future of the Human Brain: Ethical and anthropological challenges of the modern neurosciences] (pp. 76-104). Schwerte: Institut für Kirche und Gesellschaft.
  • Schleim, S. (2014). Whose well-being? Common conceptions and misconceptions in the enhancement debate. Frontiers in Systems Neuroscience, 8. doi: 10.3389/fnsys.2014.00148
  • Schleim, S. (2018a). Was sind psychische Störungen? Grundlagenfragen, gesellschaftliche Herausforderungen, Alternativen zur Biologie Hannover: Heise.
  • Schleim, S. (2018b). Medikamente und Drogen im Wandel gesellschaftlicher Erwartungen. In M. Mercer (Ed.), altered states. Substanzen in der zeitgenössischen Kunst. Erlangen: Kunstpalais.
  • Schleim, S. (2020a). Neuroenhancement as instrumental drug use: Putting the debate in a different frame. Frontiers in Psychiatry, 11. doi: 10.3389/fpsyt.2020.567497
  • Schleim, S. (2020b). Psyche & psychische Gesundheit (Telepolis): Philosophen, Psychologen und Psychiater im Gespräch. Hannover: Heise.
  • Schleim, S., & Quednow, B. B. (2017). Debunking the ethical neuroenhancement debate. In R. ter Meulen, A. D. Mohamed, & W. Hall (Eds.), Rethinking cognitive enhancement: A critical appraisal of the neuroscience and ethics of cognitive enhancement (pp. 164-175). Oxford, UK: Oxford University Press.
  • Schleim, S., & Quednow, B. B. (2018). How Realistic Are the Scientific Assumptions of the Neuroenhancement Debate? Assessing the Pharmacological Optimism and Neuroenhancement Prevalence Hypotheses. Frontiers in Pharmacology, 9(3). doi: 10.3389/fphar.2018.00003
  • Schleim, S., & Walter, H. (2007). Cognitive Enhancement: Fakten und Mythen. Nervenheilkunde, 26, 83-86.
  • Smith, M. E., & Farah, M. J. (2011). Are prescription stimulants “smart pills”? The epidemiology and cognitive neuroscience of prescription stimulant use by normal healthy individuals. Psychol Bull, 137(5), 717-741. doi:10.1037/a0023825
  • Teter, C. J., Falone, A. E., Cranford, J. A., Boyd, C. J., & McCabe, S. E. (2010). Nonmedical use of prescription stimulants and depressed mood among college students: Frequency and routes of administration. Journal of substance abuse treatment, 38(3), 292-298.
  • Veatch, R. M. (1977). Value foundations for drug use. J Drug Issues, 7(3), 253-262. doi: 10.1177/002204267700700305
  • Vrecko, S. (2013). Just How Cognitive Is “Cognitive Enhancement”? On the Significance of Emotions in University Students’ Experiences with Study Drugs. AJOB Neurosci, 4(1), 4-12. doi: 10.1080/21507740.2012.740141
  • Weber, M. (1905). Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus (The protestant ethics and the spirit of capitalism). Archiv für Sozialwissenschaften und Sozialpolitik, XX-XXI, 1-51, 51-110.
  • Wittchen, H. U., Jacobi, F., Rehm, J., Gustavsson, A., Svensson, M., Jonsson, B., . . . Steinhausen, H. C. (2011). The size and burden of mental disorders and other disorders of the brain in Europe 2010. Eur Neuropsychopharmacol, 21(9), 655-679. doi: 10.1016/j.euroneuro.2011.07.018

Hinweis: Dieser Beitrag erscheint auch auf Telepolis – Magazin für Netzkultur. Titelgrafik: GDJ auf Pixabay.

Veröffentlicht von

www.schleim.info

Die Diskussionen hier sind frei und werden grundsätzlich nicht moderiert. Gehen Sie respektvoll miteinander um, orientieren Sie sich am Thema der Blogbeiträge und vermeiden Sie Wiederholungen oder Monologe. Beim Gedankenaustausch darf es auch mal heiß hergehen, jedoch nicht beleidigend werden, vor allem nie unter die Gürtellinie gehen. Stephan Schleim ist studierter Philosoph, Psychologe und promovierter Kognitionswissenschaftler. Seit 2009 ist er an der Universität Groningen in den Niederlanden, zurzeit als Assoziierter Professor für Theorie und Geschichte der Psychologie. Der Autor schreibt auch für zahlreiche andere Medien.

5 Kommentare

  1. Ich hätte da auch noch eine Frage:
    Viele Leute nehmen pflanzliche Mittel ein, wie beispielsweise Ginko, Ginseng, grünen Tee oder Johanniskraut, die Konzentration und Merkfähigkeit steigern oder Erschöpfungszustände sowie Depressionen lindern sollen. Was ist von diesen Phytopharmaka zu halten?

  2. @Mona: natürliches “Enhancement”

    Ich würde vermuten, dass man damit die Motivation und/oder Wachheit (zumindest kurzfristig) steigern kann. Aus genau diesem Grund werde ich gleich einen Kaffee trinken und einen Keks (genauer: eine mit weißer Schokolade überzogene Honigwaffel) essen.

    Zu den möglichen Gesundheitseffekten würde ich lieber auf vorhandene Quellen, etwa von Wikipedia, verweisen, da ich mich hier erst wieder einmal tiefer einlesen müsste.

  3. Stephan Schleim
    Genuss ohne Reue, so könnte man den Gebrauch von Kaffee oder Tee beschreiben. Es kommt eben auf die Menge an.
    Wenn man jetzt weiter denkt, Personen, die im Alter auf Medikamente angewiesen sind, wie soll man das einstufen ?
    Die Nebenwirkungen werden ja aufgelistet.

    Oder die ganzen Nahrungsergänzungsmittel. Vitamin B 12 z.B. was ist wichtiger, das gehobene Lebensgefühl oder die kürzere Lebenserwartung ?

Schreibe einen Kommentar