Gegen Omikron-Variante: Niederlande umgehend in harten Lockdown

Präventive Maßnahme soll erwartete fünfte Welle brechen. Außerplanmäßige Pressekonferenz führte zu vollen Innenstädten und Chaos auf den Straßen. Laut Wissenschaftler vieles unsicher.

“Die Niederlande gehen in einen Lockdown”, brachte der geschäftsführende Ministerpräsident Mark Rutte die Botschaft gleich am Anfang der spontan anberaumten Pressekonferenz am Samstag, den 18. Dezember auf den Punkt. Nach wenigen einleitenden Worten gab er das Wort an Jaap van Dissel, Professor für Infektionserkrankungen und Direktor des niederländischen Reichsinstituts für Volksgesundheit (RIVM). Dieser sollte der Öffentlichkeit die Notwendigkeit der Maßnahmen erklären.

Bereits am Morgen gab es Gerüchte, die Regierung würde eine außerplanmäßige Pressekonferenz abhalten. Und das würde natürlich nur Sinn ergeben, wenn die Maßnahmen zur Einschränkung des Coronavirus verschärft werden. Es wurde erwartet, dass diese umgehend in Kraft treten, um Menschenmassen in den Städten zu verhindern. So feierten bei der Ankündigung des Teil-Lockdowns zum 13. November oder des Abendlockdowns zum 28. November viele noch einmal ausgiebig oder gingen aus.

Am heutigen Samstag ist das jedenfalls nicht gelungen. Insbesondere Menschen, die noch nicht alle Weihnachtsgeschenke hatten oder dieses Jahr noch zum Friseur wollten, strömten in die Stadtzentren. Aus Den Haag, Nijmegen oder Utrecht gab es Berichte über volle Innenstädte. In Rotterdam war die Situation so schwierig, dass die Stadt die Bürgerinnen und Bürger dazu aufrief, zuhause zu bleiben. Die Parkhäuser waren voll, es wurden zusätzliche Verkehrsleitsysteme eingesetzt und eine Zufahrtsstraße sogar ganz gesperrt.

Omikron-Variante soll dominant werden

RIVM-Direktor Jaap van Dissel berichtete, in der Hauptstadt Amsterdam würde die Omikron-Variante bereits 25 Prozent aller neuen Infektionen ausmachen. Er gehe davon aus, dass zwischen Weihnachten und Neujahr die neue Form des Coronavirus dominant geworden ist und dann die Delta-Variante verdrängt hat. Zur Gefährlichkeit der neuen Variante seien zurzeit aber noch viele Fragen offen.

Dabei waren nach Einführung des Abendlockdowns Ende November die Infektionszahlen und auch die Krankenhausaufnahmen der vierten Welle endlich gesunken. Omikron scheint hier nun einen Strich durch die Rechnung zu ziehen. Die Erwartung der harten Maßnahmen führte aber auch zur Kritik, die Niederlande hätten zu spät mit den Auffrischungsimpfungen (“Boostern”) angefangen. Zudem hieß es, der Druck auf das Gesundheits- und Pflegesystem sei auch deshalb so hoch, weil man die Maßnahmen im Sommer zu schnell gelockert hätte.

Van Dissel räumte ein, dass sich die Omikron-Variante als harmloser herausstellen könne. Wenn man aber nicht jetzt reagiere, dann sei es im Januar 2022 zu spät für härtere Maßnahmen. Somit ist der Lockdown ab 19. Dezember der Erste, der präventiv wirken soll.

Die neuen Maßnahmen bedeuten unter anderem, dass “nicht-essenzielle” Geschäfte gar nicht mehr öffnen dürfen. Diese konnten bisher bis 17 Uhr Kunden empfangen. Das gilt beispielsweise für Kaufhäuser, Kinos und Restaurants aber auch für Friseure und Fitnessstudios oder Sportvereine. Restaurants können Essen aber weiterhin abholen beziehungsweise liefern lassen.

Auch die Schulen und Hochschulen werden geschlossen. Grundschulkinder wollte man sowieso schon eine Woche früher in die Weihnachtsferien schicken. Für den Rest wird der Unterricht jetzt wieder online stattfinden müssen. An den Weihnachtstagen und an Sylvester soll man nicht mehr als vier, sonst maximal zwei Gäste zuhause empfangen. Die neuen Maßnahmen gelten auf jeden Fall bis zum 14. Januar.

Ministerpräsident Rutte, RIVM-Direktor Van Dissel und der geschäftsführende Gesundheitsminister Hugo de Jonge betonten in der Pressekonferenz die Bedeutung der Auffrischungsimpfungen. Bis zum 7. Januar 2022 sollen alle ab 18 Jahren hierfür eine Einladung bekommen haben. Um das zu bewältigen, werden die Impfzentren vergrößert.

Wie groß die Zustimmung in der Bevölkerung ist und ob es vielleicht wieder zu Ausschreitungen kommt, muss sich erst noch zeigen. Fest steht jetzt aber schon, dass der harte Lockdown die Unternehmen sehr hart treffen wird. Für diese ist das Weihnachtsgeschäft besonders wichtig. Nach den vorherigen Lockdowns sind viele bereits verschuldet, da beispielsweise Mietkosten weiterlaufen, während Kunden wegfallen.

Hinweis: Dieser Beitrag erscheint auch auf Telepolis. Titelgrafik: geralt auf Pixabay.

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69 Kommentare

  1. Es schon beachtlich, dass die Politik in den Niederlanden, im UK und auch in Deutschland ähnliche Fehler gemacht hat: zu frühe Lockerungen, zu späte Boosterimpfungen und eine verzögerte Reaktion auf die neue Situation durch Omikron. In Deutschland kann man noch hinzufügen: Aufgabe der Inzidenz als Frühindikator für Maßnahmen anstelle von einem nachlaufenden Indikator, der außerdem verzögert erhoben wird. In einer so schnell veränderlichen Situation wie in dieser Pandemie, mit exponentiellem Wachstum, verzögerter Wirkung der Maßnahmen, schlechter Planung der Impfungen rächt sich das alles schnell. Jetzt hängt vieles nur noch an der Hoffnung, dass Omikron nicht so schwere Symptome hervorrufen könnte wie Delta, mehr kann man nicht machen. Leider wird zu wenig auf Leute wie Karl Lauterbach gehört, die zwar mit ihren dauernden Warnungen “nerven” mögen, aber doch in solchen Situationen den oft besseren Weg zeigen.

  2. Ob statt des lockdowns boostern helfen könnte?

    Dr. Avi Dascalu, MD, PhD@AviDascalu
    · 11 Std.

    UK, Prof N. Ferguson: Vaccine effectiveness against symptomatic Omicron is 0%-20% after TWO doses, and between 55% and 80% after a 3rd booster dose

    Vaccine efficacy jump between 2nd and 3rd is unreal.

    Contrary to Israeli REAL data: 69% of infected by omicron are 3rd boostered.

    https://twitter.com/AviDascalu/status/1472158960090333185

  3. @Da lacht der Geimpfte:

    Da C19 Infektionen oft zu einer Myocarditis führt, ist es nur logisch wenn man in Medikamente dafür investiert. Außerdem wird diskutiert, ob long covid eine Autoimmunkomponente hat. Wo ist also das Problem?

    Als Geimpfter bin ich von diesen Auswirkungen einer Infektion gut geschützt, der Ungeimpfte nicht.

  4. Omicron ist eine Generalprobe für die nächste Pandemie
    Gemäss New York Times ist die politisch/gesellschaftliche Reaktion auf die Verbreitung der neuen Virusvariante Omicron eine Generalprobe für die nächste Pandemie (die so sicher kommt wie das Amen in der Kirche).
    Der Fortschritt gegenüber dem ersten Auftreten von Covid in den USA zeigt sich darin, dass schneller begründet reagiert wird. Begründet, weil die Epidemiologen heute bereits recht genau vorausberechnen können haben wie und wie schnell sich die Omicron-Variante verbreiten wird und welche Massnahmen am wirksamsten sind. Oder in den Worten der New York Times:

    Erkennung, Verfolgung und Verlangsamung der Ausbreitung einer Gesundheitsbedrohung, die wir nicht vollständig verstehen ist die gleiche Arbeit, die erforderlich sein wird, um einen zukünftigen Ausbruch in seinen Bahnen zu stoppen.

    Nicht Jein, sondern ja oder nein: Bei einer Pandemie sollte meiner Meinung nach entweder überhaupt nicht eingegriffen werden oder aber es sollten die effizientesten Massnahmen ergriffen werden, die es gibt. Ein dazwischen ist falsch. Es ist also falsch, einfach zuzuwarten bis nichts mehr geht und man dann erst massiv in das öffentliche Leben eingreift. Auch überhaupt nichts tun, kann eine sinnvolle Reaktion sein. Dann nämlich wenn massive Eingriffe ins öffentliche Leben unverhältnissmässig wären. Die Corona-Pandemie ist für mich gerade an der Schwelle wo beides möglich wäre. Denn sicher rettet man durch Lockdowns viele Leben und verhindert schwere Krankheitsverläufe. Aber je länger die Pandemiesituation anhält umso mehr andere Schäden erleiden viele Mitglieder der Gesellschaft. Doch jetzt vorzeitig aufzugeben wäre nur schon darum falsch, weil es alle vorherigen Anstrengungen zunichte machen könnte.

  5. @Physiker
    “Da C19 Infektionen oft zu einer Myocarditis führt, ist es nur logisch wenn man in Medikamente dafür investiert. Außerdem wird diskutiert, ob long covid eine Autoimmunkomponente hat. Wo ist also das Problem?”

    Kanadische Ärzte und Wissenschaftler sehen ausser C19 noch eine andere Ursache für Myokarditis, die für Pfizer relevant sein könnte. Ob da das Problem liegen könnte?

    https://www.skirsch.com/covid/MoreHarm.pdf

  6. @Theobald:

    Nein, die kanadische Studie ist Unsinn, siehe die genaue Analyse hier:
    https://scilogs.spektrum.de/medicine-and-more/myokarditis-und-covid-19-risiko-impfung-versus-infektion/

    Allein die Tatsache, dass in der Studie reißerisch behauptet wird Sportler würden reihenweise auf dem Platz zusammenbrechen (mit der unausgesprochenen Behauptung, dass die Impfungen schuld seien) müsste alle Alarmglocken läuten lassen. Und das Scheinargument dass die Zulassung der Impfstoffe viel zu schnell erfolgt sei, hat Herr Schleim sehr gut gekontert: es ging eben schnell, weil es schnell gehen musste.

  7. @Holzherr:

    In einer Pandemie muss man aber schnell entscheiden; man kann nicht warten bis es vollkommen klar ist, ob und wie wie gefährlich die Krankheit ist. Es ist daher unerlässlich, eher zu stark als zu schwach zu reagieren.

  8. @Holzherr 19.12. 10:48

    „Bei einer Pandemie sollte meiner Meinung nach entweder überhaupt nicht eingegriffen werden oder aber es sollten die effizientesten Massnahmen ergriffen werden, die es gibt.“

    Finde ich nicht. So wie wir es gemacht haben, ging das ganz gut. Erstmal haben wir soviel Zeit gewonnen, dass wir allen Impfangebote machen konnten, und aktuell sind wir dabei, dass sich die Ungeimpften nach und nach infizieren und so zu Genesenen werden. So wie es aussieht, werden wir mit den getroffenen Maßnahmen bis zu 90% der möglichen Toten vermieden haben, das ist doch gut. 98% wären einfach zu unbequem geworden, und 50% wären zu viele Tote gewesen.

    Ärgerlich sind wohl vor allem die Ungeimpften in den Risikogruppen, die sind nun aber auch wirklich selber schuld.

    Auch wären die Erfolge nicht dahin, wenn wir jetzt Omikron einfach freien Lauf lassen würden. Geimpft bleibt Geimpft. Nur wenn jetzt Omikron die Geimpften nicht nur schnell infiziert, sondern auch noch schwerer krank macht, wären wohl die Erfolge tatsächlich beeinträchtigt.

    Die akute Lage in den Krankenhäusern ist aber relevant. Wenn die Beschäftigten dort massiv auf Erleichterung drängen, folgt dem die Politik, schon weil die eine gute Lobby haben. Die werden dafür sorgen, dass wir auch mit Omikron genau so viel Lockdown machen, dass die dort mit dem Andrang noch irgendwie klar kommen. Das ist wohl Fakt, ob es Sinn macht oder nicht.

    Wenn sich eine Pandemie direkt beim ersten Ausbruch stoppen ließe, wären sicherlich ganz harte eher lokale Maßnahmen attraktiv, so wie mit Ebola vor einigen Jahren. Wenn das aber nicht geht, weil einerseits zuviele ganz ohne Symptome herumlaufen, und andererseits totale Ausgangssperren nur kurzfristig und lokal praktizierbar sind, dann geht das eben nicht.

    Australien und Neuseeland sind ihren eigenen Weg gegangen, allerdings mit langfristiger Abschottung, und ganz los geworden sind die Corona doch nicht.

    @Da lacht 18.12. 22:44

    „Pfizer hat am 13. Dez mitgeteilt, dass man “Arena Pharmaceuticals” übernommen hat. Ein auf Herzmedikamente und Autoimmunerkrankungen spez. Arzneimittelunternehmen.“

    Dass die nach den Milliardengewinnen mit dem Biontechimpfstoff auf Einkaufstour gehen, wundert jetzt nicht.

  9. @Tobias Jeckenburger: Ich denke Südkorea, Taiwan und China sind mit ihren rigorosen Eindämmungsmassnahmen insgesamt besser durch die Corona-Krise gekommen.

  10. @Holzherr: Abwägung

    Die “härtesten Maßnahmen” würden nicht nur die Grundrechte massivst einschränken, sondern auch die Wirtschaft zusammenbrechen lassen – was in der Folge weitere Grundrechte massiv einschränken würde. Daher muss man immer abwägen. Das Coronavirus ist gefährlich, keine Frage, doch insbesondere für bestimmte Alters- und Zielgruppen. Den allermeisten Erkrankten kann man zudem medizinisch helfen, wenn auch unter hohem Druck.

    Zudem ist auf einer globalisierten Welt nicht einmal klar, ob ein “maximaler Lockdown” die Pandemie wirklich endgültig beenden oder nur vorübergehend verzögern würde.

    P.S. Das es im griechischen Alphabet kein “c” gab, finde ich es nicht sehr intelligent, “Omicron” zu schreiben. Macht man das vielleicht im Englischen so? Die schreiben ja z.B. auch “Socrates” statt “Sokrates”.

  11. @ Martin Holzherr

    “Es ist also falsch, einfach zuzuwarten bis nichts mehr geht und man dann erst massiv in das öffentliche Leben eingreift.”

    Nur falls sich diese Aussage auf den aktuellen Lockdown in den Niederlanden bezieht:
    Es handelt sich ja offenbar um eine präventive Maßnahme.

    “Bei einer Pandemie sollte meiner Meinung nach entweder überhaupt nicht eingegriffen werden oder aber es sollten die effizientesten Massnahmen ergriffen werden, die es gibt. Ein dazwischen ist falsch”

    So einfach ist es doch nicht oder?. Es geht doch darum abzuwägen, welche “unangenehmen” Maßnahmen (z.B. Lockdown, Impfpflicht…) man bereit ist zu ergreifen, um ein bestimmtes Ziel (z.B. Vermeidung einer Überlastung der Intensivstationen) zu erreichen.

  12. @Stephan Schleim. Zur Schreibung von Omikron versus Omicron möchte ich suf den Wikipedia-Eintrag Omicron verweisen.

    Früh einsetzendeMassnahmen zur Verhinderung der Krankheitsausbreitung führen fast immer zu weniger Wirtschaftseinschränkungen. Das zeigen die Beispiele Taiwan, Südkorea, Japan und sogar China. China erholte sich nämlich nach rigorosen Einschränkungen viel schneller als die meisten Länder Europas. Und das obwohl der Impfstoff, der in China verwendet wird weniger wirksam ist als die mRNA-Impfstoffe.

  13. @Holzherr: Prävention

    Wie schon im Text steht und I. Hirsch auch noch einmal betonte, weiß man vorher halt nicht immer, wie schlimm es später wird. Ihre Argumentation klingt reichlich naiv.

    P.S. Und warum verweisen Sie jetzt auf die englische Wikipedia und nicht auf die deutsche Seite von Omikron?! Das scheint heute nicht so Ihr Sonntag zu sein.

  14. @ I. Hirsch: Genau, eine präventive Maßnahme wie in den Niederlanden ist weit besser als eine Maßnahme, die einem durch die Verhältnisse aufgezwungen wird.

    Zitat: Es geht doch darum abzuwägen, welche “unangenehmen” Maßnahmen (z.B. Lockdown, Impfpflicht…) man bereit ist zu ergreifen, um ein bestimmtes Ziel (z.B. Vermeidung einer Überlastung der Intensivstationen) zu erreichen.
    Ja. Es kommt auf das Ziel an. Die Verbreitung der Krankheit zu minimieren ist meiner Meinung nach ein besseres Ziel als die Überlastung der Intensivstationen zu vermeiden.

  15. @Stephan Schleim: Meine Schreibung Omicron kam vom New York Times Artikel auf den ich verwiesen habe.

    Wenn sie schreiben: weiß man vorher halt nicht immer, wie schlimm es später wird so haben sie natürlich recht.
    Doch bei Corona wusste Deutschland nach Bergamo wie schlimm es kommen wird und hat dennoch Fasching abgehalten.

  16. @ Holzherr

    Aber warum wollen Sie denn die Ausbreitung der Krankheit minimieren, wenn das Hauptproblem (“Intensivstationen”) zweitrangig ist? Das eine bedingt doch das andere.
    Ich befürchte ich verstehe Sie nicht richtig.

  17. Ein harter Lockdown für eine milde Variante. Das ist Politik mit Vernunft und Augenmaß. Wir sollten uns daran ein Vorbild nehmen.

  18. @I.Hirsch: Richtig: Wenn sie die Ausbreitung der Krankheit minimieren, verhindern sie letztlich auch eine Überlastung der Intensivstationen. Wenn sie aber erst gegensteuern unmittelbar vor Überlastung, dann sind sie meist zu spät.

  19. @Peter Müller:

    Omikron ist ähnlich “milde” wie Delta oder Alpha. Es infizieren sich momentan halt vorwiegend junge Menschen, wie auch Anfangs bei Delta und bei Alpha.

  20. @Holzherr: Vielleicht ist Ihnen schon aufgefallen, dass das hier ein deutschsprachiger Blog – und zudem die Verallgemeinerung von Einzelereignissen auf ein ganzes Land unseriös ist.

  21. @Müller: Wie “mild” Omikron ist, das wissen wir doch noch gar nicht. Viele Länder, aus denen es jetzt vorläufige Daten gibt, haben eine ganz andere Altersstruktur (d.h. sind im Mittel wesentlich jünger als wir vergrauenden Nordeuropäer).

  22. Die Bedeutung der Corona-Epidemie wird selbst von Massnahmenbefürwortern stark unterschiedlich eingeschätzt. Gestern war ich bei einem früheren Schulkollegen, der überrascht war von meinen Aussagen,
    1. das Risiko an Corona zu sterben sei etwa 30 Mal so gross wie das dieses Jahr im Verkehr zu sterben
    2. ohne Coronamassnahmen hätte es viel mehr Tote gegeben, aber die Wirtschaft hätte kaum etwas davon gespürt.

    Er dagegen schätzte Corona als viel gefährlicher ein als nur 30 Mal so gefährlich wie der Verkehr und er konnte auch nicht glauben, dass die Wirtschaft eine ungebremst durchlaufende Coronawelle gut überstanden hätte.
    Doch die Statistik zeigt: Es gibt 5000 Corona-Tote unter 60 Jahren in Deutschland, aber insgesamt mehr als 100‘000 Corona-Tote. Die Wirtschaft wird aber vorwiegend von unter 60-jährigen betrieben.

    Wer die Corona-Massnahmen befürwortet, der befürwortet damit den gleichberechtigten Schutz aller Menschen unabhängig vom Alter. Das ist durchaus nicht selbstverständlich. Ich vermute: Heute werden alte Menschen letztlich vom Staat mehr geschätzt und geschützt als früher. Und ja, sogar 20-Jährige denken heute schon an ihr späteres (gutes) Leben im Ruhestand. Das gab es früher weniger.

  23. @Holzherr 19.12. 13:37

    „Richtig: Wenn sie die Ausbreitung der Krankheit minimieren, verhindern sie letztlich auch eine Überlastung der Intensivstationen. Wenn sie aber erst gegensteuern unmittelbar vor Überlastung, dann sind sie meist zu spät.“

    Mit immer mehr Einschränkungen lassen sich die Infektionszahlen sicher immer mehr senken. Aber hohe Inzidenzen vor allem unter den Ungeimpften, bei gleichzeitig geringerer Hospitalisierungsrate erlauben auch mehr Durchseuchung. Diese zusammen mit immer mehr Impfungen erhöhen auch die Resistenz für die Zukunft. So mögen dann zukünftige Mutanten tatsächlich immer besser vertragen werden, so dass wir aus dem Daueralarmzustand mal wieder heraus kommen, und sich Corona zu den gewohnten Erkältungs- und Grippeviren hinzugesellen kann, die dann zusammen mit der üblichen Grippeimpfung für den erweiterten Risikogruppenkreis dann genug bekämpft sein wird.

    Neben der Impfquote ist auch gerade die Genesenenquote für die Zukunft wichtig. Normalität im sozialem und wirtschaftlichem Umgang sind schon essentiell für ein vernünftiges Leben, eine absolute Sicherheit vor Infektionen dagegen ist eben nicht essentiell. Das ist ein Luxus, der auch einfach unmöglich realisierbar sein kann.

    Und solange die halbe Welt kaum Impfstoffe bekommt, werden auch die Mutationsmöglichkeiten reichlich sein. Da spielen dann mehr oder weniger hohe Inzidenzen in den reichen Ländern auch kaum eine Rolle.

    Der vorsorgliche Lockdown in den Niederlanden könnte aber insofern hilfreich sein, wenn hier Omikron mit derartiger Dynamik zuschlägt, dass die gewohnten Maßnahmen nicht reichen. Die bisherige Ausbreitung von Omikron sieht im Moment jedenfalls gar nicht gut aus. Hier werden die Kliniken womöglich dann doch mit einer Überlastung klarkommen müssen, die sie die ganze Zeit zu vermeiden versucht haben. In einer Pandemie kann eben genau das passieren. So ist das Leben.

  24. Daten aus Norwegen zeigen, dass die Inkubaktionszeit bei Omikron nur 3 tage beträgt. Die Ausbreitungsgeschwindigkeit ist furchterregend, dagegen die Wirkung bei Geimpften “milde”.
    Also, freuen wir uns auf Weihnachten.

  25. @ Martin Holzherr, 19.12.2021, 15:14 Uhr

    Wer die Corona-Massnahmen befürwortet, der befürwortet damit den gleichberechtigten Schutz aller Menschen unabhängig vom Alter. Das ist durchaus nicht selbstverständlich.”

    Ich persönlich bin froh, dass es hier so ist. Ich freue mich, in einer Gesellschaft leben zu dürfen, die den Wert eines Menschenlebens nicht von der wirtschaftlichen Produktivität abhängig macht. Wo wäre denn da die Grenze?

    Allerdings gibt es wohl Umstände, in denen ein anderes Vorgehen sinnvoll erscheint.
    Extrembeispiel: So war es in klimatisch extremen Gebieten (Polargebiet) bei manchen Völkern Brauch, ihre Eltern zu töten, oder zumindest zurückzulassen, wenn sie alt und krank wurden.

  26. @Stepha Schleim

    “Wie “mild” Omikron ist, das wissen wir doch noch gar nicht”

    Nein das wissen wir natürlich nicht. Was wir aber wissen ist, das Omikron, so wie jede neue Variante, ganz, ganz schlimm sein wird.

    “…haben eine ganz andere Altersstruktur…”

    Klar, wenn es wenn es nicht der Panikmache dient, kann man es immer nicht vergleichen. Hat Bergamo nicht auch eine andere Alterstruktur?

  27. Obwohl,die Phantasie scheint dem ein oder anderen Rechtspositivisten ja durchzugehen … 🙂

  28. @Hirsch 19.12. 18:00

    “Ich freue mich, in einer Gesellschaft leben zu dürfen, die den Wert eines Menschenlebens nicht von der wirtschaftlichen Produktivität abhängig macht.”

    Das wäre in der Tat gemein. Immerhin haben die alten Menschen meistens mehr als genug gearbeitet, und wollen noch mal ihr Leben genießen, soweit wie die Gesundheit es zulässt.

    Allerdings finde ich die verlorene Lebenszeit schon auch relevant. Wer recht kurz vor dem Tod steht, und schon ziemlich krank ist, der hat nun nicht mehr soviel vor sich wie ein jüngerer Mensch, der noch mitten im Leben steht. Dagegen steht jetzt auch nochmal, das gerade sehr alte Menschen sehr viel Erfahrung beizutragen haben, und so manche Oma hält noch die ganze Großfamilie zusammen. Wenn die stirbt, ist das oft einschneidend für die ganze Verwandtschaft.

    Dass sich dieses Virus gerade die älteren und vorgeschädigten ausgesucht hat, ist natürlich nicht unsere Wahl. Es gibt auch Viren, die bringen gerade die jungen und fitten Menschen um. Eine Pandemie mit solchen Viren erscheint mir bei gleichen Sterberaten doch als schwerwiegender als diese Pandemie.

  29. @ Tobias Jeckenburger 20.12.2021, 0:06 Uhr

    Auf diese ethischen Fragen (“wer ist schützenswerter?”) gibt es wohl keine objektiv richtigen oder falschen Antworten. Die Menschen einer Gesellschaft müssen sich halt so gut wie es geht einigen, wie sie leben wollen.

    “Eine Pandemie mit solchen Viren erscheint mir bei gleichen Sterberaten doch als schwerwiegender als diese Pandemie.”

    Ja, vermutlich. Möglicherweise hätten wir dann aber in Deutschland auch eine Impfrate von 99%.

  30. @Theobald:

    “Schon vor Omikron hat eine bedenkliche Entwicklung in Europa
    stattgefunden, die auch von Experten noch nicht eindeutig erklärt werden kann.”

    Die Entwicklung ist eindeutig mit zunehmender Verbreitung von Delta zu erklären, und der auch zunehmenden Lässigkeit bei den üblichen Schutzmaßnahmen. Begründung: bei euromomo sieht man einen langsamen Anstieg der Übersterblichkeit in allen Altersgruppen und NICHT nur in der Gruppe 15-44 Jahre. Also hat der “Experte” auf Twitter falsch gezwitschert. Ich hatte ihnen das schon einmal auseinandergelegt, offenbar haben Sie es nicht verstanden.

  31. @Theobald:

    Ja, wenn es brenzlig wird, erinnern sich die Leute, dass man doch besser vorsichtiger wäre und richten sich danach. Alles klar und kein Geheimnis.
    Warum meinen Sie es ist sinnvoll, in einem Blog solche fake Interpretationen zu verbreiten, wo eine Reihe von Leuten ihnen den Unsinn gleich auseinander nehmen können?

  32. @Alle zusammen
    … zumal Omikron nun doch als alles andere als harmlos erkannt worden ist.
    Als “kleine” Selbständige mit Klientel aus den Schichten der weniger Privilegierten sowie kleiner Unternehmen, allenfalls solcher maximal des Mittelstandes, finde ich mich immer wieder zwischen den Stühlen, kann die realen und alles andere als paranoiden Ängste der in den vergangenen zwei Jahren oft genug im Stich gelassenen Genannten durchaus nachvollziehen und (wert-)schätze gleichzeitig Leben und Gesundheit als das wichtigste und kostbarste Menschenrecht at all. Deswegen sagt mir v.a. auch mein Bauchgefühl, dass – anders als der voran- und inzwischen durch demokratische Entscheidung inzwischen glücklicherweise weggegangene – der amtierende Gesundheitsminister (auch wenn mich seine permanente Medienpräsent zuweilen auch etwas genervt hat ) sich wirklich und authentisch in die Problematik reinhängt.
    Gleichzeitig hoffe ich, dass ihm – eben anders als dem Vorgänger, dem in erster Linie seine Lobbyarbeit und seine privaten Interessen vorrangig schienen – die Gesundheit und das Leben aller Menschen dieses Landes eine Herzenssache zu sein scheinen. In diesem Sinne wünsche ich dem neuen Gesundheitsminister eine glückliche Hand!

  33. Kleine Frage zur Kladistik der “Corona”-Viren, vielleicht kann diese jemand hier beantworten :

    Viren mutieren fortlaufend, kein Virus ist “1:1” identisch mit einem anderen, dies liegt an der Mächtigkeit, der extremen Größe der Lebensdatenhaltung, der DNA oder RNA, so dass hier Gruppen gebildet werden müssen, um neue, nun Familien, zu definieren, um so irgendwann “Omikron” distinktiv von bekannten “Familien” der Coronaviridae absetzen zu können.
    Weiß jemand, wie dies genau gemacht wird?

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Webbaer

  34. @ Kommentatorenfreundin “Sandy”

    Was halt fehlt, ist ein Ausstiegs-Szenario, es wird sich immer wieder neu an bestimmten Größen (“Skalaren” – vs. Kennzahlen, Kennzahlen aggregieren Schäden oder Nutzen oder anderes) festgehalten, wie etwa an der Inzidenz (die wenig aussagekräftig sein kann, denn sie muss nicht mit der Schadwirkung des Virus korrelieren), an der Hospitalisierungsrate, (seltener) an der Mortalität, an der sog. Übersterblichkeit und (noch seltener) an den Impffolgen, die leider leider ebenfalls letal sein können, das Paul-Ehrlich-Institut, das ja auch ehrlich klingt, zählt mehr als 10.000 schwerwiegende Impfschäden auf und mehr als 1.000 mit Todesfolge, wobei selbstverständlich keine Kausalität zwingend feststellbar ist, sondern “nur” zeitliche Nähe.

    Auch misst der Schreiber dieser Zeilen den Vergleich des Schadens durch “Corona”, der anscheinend einen Schaden meint, der einen statistischen Lebenszeitverlust von nicht viel mehr als einem (!) Tag pro Person bedeutet, in keinem Fall höher als eine Woche sein kann, mit dem Schaden, der durch “Corona”-Abwehrmaßnahmen entsteht.

    Insofern lohnt es sich womöglich, bevor sich sozusagen für Jahre “eingegraben” wird, Drosten (oder war es Lauterbach oder waren es beide?) klang vor Kurzem so als hätte er die Zwanziger als ein oder DAS “Corona”-Jahrzehnt ausgerufen, einen Ausstieg aus diesem womöglich in Teilen auch rein delirierten Schlamassel zu suchen?!

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Webbaer

  35. @ Webbaer

    England: 800 bis 900 Patienten werden täglich ins Krankenhaus eingeliefert. Sicher werden da nicht alle auf der Intensivstation landen. Aber rechnen Sie das mal hoch, da muß man keine Eins in Arithmetik besitzen, um hier als Politiker schlaflose Nächte zu bekommen. In deren Haut möchte ich nicht stecken. Sie werden es ja doch immer falsch machen. Entweder es sterben zu viel oder zu wenig. Sie können es niemanden Recht machen.

  36. Kleine politische Kommentatorenmeinung :

    Es gibt Probleme, die mit zeitgenössischen Mitteln nicht lösbar sind, der (partiell anthropogene) Klimawandel gehört beispielsweise dazu, es scheint folgerichtig zu sein anzunehmen, dass besondere Aktivität des hier gemeinten Hominiden, ein “Ape” liegt vor, zu zusätzlicher Ausgasung führt, die die Atmosphäre des hier gemeinten Planeten verdichtet und insofern zur Erwärmung auf diesem beiträgt, allein!, hier scheinen im Moment keine sinnhaften Gegenmaßnahmen möglich, bundesdeutsches sozusagen protestantisches Sparen am regionalen dann CO2-Ausstoß kann keine Lösung sein, nicht einmal sinnhaft mitigieren, wenn andere Staaten (“Developing Countries”) in einem Status der Sich-Entfaltung auch im Industriellen sind.

    Auch “Corona” kann aus diesseitiger Sicht nicht sinnhaft durch immer neue Impfungen bekämpft werden, wenn Geimpfte infektiös bleiben und das gemeinte Virus mutiert, sich mal so und mal so entwickelt, letztlich und hoffentlich, wie andere Viren und Mikroorganismen es geschafft haben, sich mit dem Wirt sozusagen arrangiert.
    Geimpfte bleiben ja infektiös und trainieren, böse formuliert, das gemeinte Virus indirekt.

    Dr. Webbaer kennt derartige Problematik aus dem Bereich der Wirtschaft, so wie dort sozusagen das Geld das Mitläufertum ist, ist im Leben die Virenlast das Mitläufertum, der hier gemeinte Hominide ist in etwa wie folgt befallen :

    -> https://de.wikipedia.org/wiki/Mikroorganismus#Mikroorganismen_im_menschlichen_Körper (gerne mal “reinlesen”)

    Ein Wettlauf mit derartigen Mikroprganismen ist nicht zu gewinnen, insofern schlägt Dr. Webbbaer ein sog. Workaround vor.
    (Sog. Workarounds sind in der Wirtschaft beliebt, es gilt dort sozusagen als cool ein Problem nicht etwa zu lösen, sondern es zu umgehen, die Ressourcen schonend.)

    Soll heißen im Zusammenhang mit Virenfamilie-Freund “Corona” :
    Laissez-Faire, vulnerable Personen bestmöglich schützen, hierfür gerne se-ehr viel Geld in die Hand nehmen, ansonsten : aushalten, denn so geht absehbarerweise vorüber.

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Webbaer (der insofern auch anrät die Grundrechte, die nationalstaatliche die Menschen(und Bären)-Rechte bestmöglich zu schützen, trotz oder vielleicht gerade auch wegen “Corona” – gerne auch in den Niederlanden (und auch dort nicht gegen Ungeimpfte hetzen, danke!))

  37. @ Kommentatorenfreund Dietmar Hilsebein

    Den statistischen Lebenszeitverlust qua “Corona” hat Dr. Webbaer “hochgerechnet”, er liegt bei etwas mehr als einem Tag Lebenszeitverlust pro Person. [1]

    Es entsteht auch ein Lebensqualitätsverlust qua “Corona”, auch sog. Long Syndrome meinend, no problemo hier, der Schreiber dieser Zeilen ist im Alter von 14 Jahren wegen einer “Erkältung” (falsch diagnostiziert, es war etwas anderes), dann genesen viele Monate völlig “platt” gewesen, hat vielleicht nie mehr sein einstmalige Leistungsvermögen erreicht (was nicht schlecht sein muss, LOL), Lebensqualitätsverlust entstand, ganz klar, “Corona” ist nicht nur letal.

    Und doch gilt es zu rechnen, denn fkn Lebenqualitätsverlust entsteht gerade auch durch “Corona”-Abwehrmaßnahme, sehr viel sogar.

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Webbaer

    [1]
    Was halt nicht geht ist, wie einige Politiker bereits in den Siebzigern demagogisch aufscheinend, verkündeten, dem Applaus der Menge in sog. Talk-Shows sich sicher wähnend, dass “Jedes Leben zählt und jeder Verstorbene einer zu viel ist!” – so darf nicht argumentiert werden, derart sittlich niedrig stehend und populistisch sich der Menge widmend.
    Möglicherweise ist es in der BRD heutzutage nicht mehr möglich rational (vs. emotional) zu argumentieren, dies würde dann vom Schreiber dieser Zeilen mit politologischem Interesse notiert werden.
    Sondern die Statistik ist anzuwenden, die die Ratio meint, nicht die Emotio.

  38. @ Webbaer

    Eben. Und das müssen Politiker alles im Blick haben. Die sind echt nicht zu beneiden!

  39. Korrektur :
    *
    Ein Wettlauf mit derartigen Mikro[o]rganismen ist nicht zu gewinnen

    [Kontrollieren Sie Ihre Kommentare doch endlich vor dem Absenden. Andere können das auch. S. Schleim]

  40. @Webbaer:
    Wenn der Anspruch: “Jedes Leben zählt und jeder Tote ist einer zuviel” nach Ihrem Gusto “sittlich niedrig stehend ist”, dann möchte ich Ihre Lesart von Sittlichkeit und Moral – nix für ungut – lieber nicht kennenlernen.
    Übrigens ist ein ähnlich wie Sie argumentierender AfD-Abgeordneter des Stuttgarter Landtages gerade an Corona verstorben. Vielleicht bedauern Sie ein solches Menschenleben (keep calm and relax – es war ja kein Linker 😉 ) selbst nach Ihrem “eigentümlich freien” Sittlichkeitskodex doch ein klitzekleines bißchen?- Auch die AfD feiert ihn zynisch als “Helden der Freiheit”, der aus “Liebe zur Wahrheit” gestorben sei. Welcher Wahrheit eigentlich? Dass Corona eine Bagatelle ist? Ziemlich unschlüssig vor dem Hintergrund seines Todes oder blickt hier die “blonde Chickie” wieder nicht ganz durch?

  41. @Sandy: Omikron…

    …ist eine Gefahr, weil die Gesundheitssysteme bereits am Anschlag sind (einige niederländische Patienten werden zurzeit wieder in Deutschland behandelt). Es könnte aber unterm Strich weniger gefährlich sein. Die Daten hierzu sind meines Wissens noch nicht ganz deutlich.

    Wenn wir Glück haben, ist es eine zwar ansteckendere, doch auch harmlosere Variante. Dann könnte die jetzt kommende fünfte die letzte gefährliche Coronawelle sein. Drücken wir die Daumen.

  42. @Stephan Schleim

    “Dann könnte die jetzt kommende fünfte die letzte gefährliche Coronawelle sein. Drücken wir die Daumen.”

    Herr Lauterbach hat doch schon angekündigt, das Corona nicht in seiner Amtszeit beendet wird. Wir können uns also noch auf mindestens 8 Wellen freuen. Und ich prophezeihe schon heute: jede neue Welle wird wieder ganz, ganz schlimm werden und ganz, ganz harte Maßnahmen erfordern. Da werden sich alle “Experten” einig sein.

  43. Genau, @Peter Müller, deswegen sollte man hier auch endlich international solidarisch denken und handeln und den Patentschutz auf Vakzine wenigstens vorübergehend aussetzen, um die Weltbevölkerung schnellstmöglich durchzuimpfen.
    Noch einmal das passende Zitat vom WHO-Chef hierzu (sinngemäß zitiert): Eine Nation kann sich aus einer Pandemie nicht nachhaltig und erfolgreich herausimpfen.
    Denn andernfalls werden sich lokal immer wieder neue Mutanten entwickeln, gegen die dann die bestehenden Impfstoffe binnen kürzester Frist weniger wirksam, schlimmstenfalls völlig obsolet werden.
    Der materielle Egoismus des globalen Nordens gegenüber dem ärmeren Süden, aber auch der des/der Ungeimpften, der/die sich erst einmal entspannt zurücklehnt und abwartet, wie das Zeugs bei den impfbereiten Versuchskarnickeln wirkt, ist gescheitert.
    Er ist schon bei der Klimapolitik gescheitert, die Folgen sind aber für uns im privilegierten Norden nicht ganz so unmittelbar und einschneidend wie jene der aktuellen Pandemie. Unsere Filialgenerationen werden zunehmend damit konfrontiert werden.
    Hätte man die Weltbevölkerung schnellstmöglich durchgeimpft, und wären es auch nur die Impfbereiten, hätte man womöglich eine Herdenimmunität erreichen können und der Bildung der Mutanten vorgebeugt.

  44. @Stephan Schleim
    Danke zunächst für Ihre interessanten Beiträge.
    Dass Omikron milder verläuft, widerlegen wohl die derzeitigen empirischen Fakten insbesondere aus GB.
    Hier – wie auch sonst – vertraue ich den außerhalb meines Horizonts erkennenden Wissenschaften und damit auch dem epidemiologisch ausgebildeten Gesundheitsminister Lauterbach. Ich erinnere mich auch, dass selbst der ebenso von mir geschätzte Virologe Christian Drosten im vergangenen Jahr schon einmal gehofft hatte, dass die Mutationen mit einem milderen Verlauf einhergehen würden. Doch schon damals stellte er dies unter dem Vorbehalt fortschreitender wissenschaftlicher Erkenntnis, die naturgemäß immer nur vorübergehend sein und (im Sinne einer relativen Wahrheit) sich jederzeit als überholt erweisen kann. Und die verschiedenen Mutanten – zuletzt die Deltavariante – haben gezeigt, dass die Tendenz zu einem milderen Krankheitsverlauf mit zunehmendem Durchdeklinieren des griechischen Alphabets eben nicht zwingend ist.
    Aber wie Sie verliere auch ich nicht meine Zuversicht. Seit vier Tagen bin ich drittgeimpft, noch immer ist mir kein drittes Auge gewachsen oder habe ich eine ähnliche chipbedingte Anomalie bei mir beobachten können.
    Aber ich bleibe wachsam 😉 …

  45. @Müller: Dass das Virus nicht mehr ganz verschwinden wird, ist wohl klar; es ging um den Unterschied zwischen einer Pandemie und Endemie, d.h. dass Corona-Infektionen bzw. -Wellen in einem gewissen Sinne “normal” werden, so wie das heute bei der Influenza der Fall ist.

  46. @Sandy: Aus Südafrika gibt es deutlich positive Meldungen – und bei denen verbreitet sich Omikron schon länger. Die haben aber auch ein anderes Klima und eine andere Altersstruktur, das ist wahr.

    Herr L. kennt, glaube ich, keinen anderen Modus mehr als den Alarmismus.

    Die Börsen haben heute rund um den Globus gezeigt, dass sie Omikron nicht für gefährlicher halten; und da geht’s ums große Geld. Ein Beweis ist das, freilich, noch nicht. Aber man geht davon aus, dass die neue Variante zwar ansteckender ist, dafür aber weniger Menschen ins Krankenhaus kommen werden. Das lässt sich meines Wissens in Großbritannien noch gar nicht abschätzen.

  47. @ Schleim

    “Herr L. kennt, glaube ich, keinen anderen Modus mehr als den Alarmismus.”

    Könnte glatt von Jörges stammen. Egal. Vielleicht haben sie beide Recht. Aber was soll L. machen, wenn es dann doch schlimmer kommt als erwartet? Dann wird man ihm wieder den Strick drehen: und das nennt sich Gesundheitsminister, der die Gefahr nicht erkannt hat. Der Druck kommt auch von den Medien, die es gar nicht anders erwarten als endlich Lockdown zu verkünden. Letztlich ist nicht Lauterbach der Apokalyptiker, sondern die Medien. Nur die Apokalypse bringt Klickzahlen. Das haben wahrscheinlich schon die Religionen der Altvorderen erkannt. Wer gehört werden will, muß den Weltuntergang verkünden.

  48. @Hilsebein: Den Alarmismus probt er ja schon seit Anfang 2020; aber in der Sache haben Sie Recht, ja.

    Und für die Medien wird es schwer sein, sich an die niedrigeren Zugriffszahlen der Post-Corona-Welt zu gewöhnen. (Das Muster sehe ich übrigens auch in den Zugriffszahlen dieses Blogs.)

  49. Wenn wir Glück haben, ist es eine zwar ansteckendere, doch auch harmlosere Variante. Dann könnte die jetzt kommende fünfte die letzte gefährliche Coronawelle sein. Drücken wir die Daumen. [der werte hiesige Inhaltegeber im Kommentariat]

    Ganz genau.
    Eine extrem ansteckende, aber sehr wenig für Leib und Leben gefährliche “Corona”-Mutation wäre sozusagen der Jackpot, um aus dem Schlamassel (endlich) heraus zu kommen.
    Wichtiger Punkt, Mikroorganismen, die im ursischen, aber auch hominiden Körper sozusagen unendlich viel vorkommen, was die Variabilität der Gene meint, tendieren dazu den Wirt nicht zu killen, dies wäre nicht in ihrem Sinne, sie wollen sozusagen ja nur leben, sondern tendieren zum Arrangement.

    Dauerimpfungen mit dezent formuliert mäßiger Wirksamkeit, gar im Abstand von sechs Monaten, mittlerweile raten einige zu einem Impf-Abstand von drei Monaten, in NRW wird nun – sage und schreibe – die monatliche Impfung ins Auge gefasst, könnten, nicht nur auf lange Sicht, kontraproduktiv wirken, das Ziel der allgemeinen Gesundheitserhaltung grob verfehlen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Webbaer (der im Abgang nicht vergessen möchte dem werten hiesigen Inhaltegeber für seine stets kritische und überlegte Arbeit zu danken – zugestimmt werden muss abär nicht immer)

  50. @ Kommentatorenfreundin “Sandy” und hierzu kurz :

    Wenn der Anspruch: “Jedes Leben zählt und jeder Tote ist einer zuviel” nach Ihrem Gusto “sittlich niedrig stehend ist”, dann möchte ich Ihre Lesart von Sittlichkeit und Moral – nix für ungut – lieber nicht kennenlernen.

    Es ist schon so, dass bei großen Krisen oder positiv formuliert : großen Herausforderungen, der Staat gefordert ist, die Statistik (hier steckt der Staat witzigerweise bereits begrifflich drinnen, der Status sozusagen) heranzuziehen ist, im Rahmen sogenannter Verantwortungsethik (Max Weber), die Gesinnungsethik hier gerne zu Hause bleiben darf und die Gefühlsethik sowieso etwas für die anderen ist.

    Dr. Webbaer mag insofern bei der Sachbearbeitung, wenn es wirklich wichtich (mittelniederdeutsch) wird, wenn es wirklich einigen sozusagen an den Latz geht, keine Gefühle, keine Agitation im Politischen und keine Demagogie (negativ konnotiert, vs. bspw. Leadership).

    Mit ihren Ausführungen zu einem angeblich mit oder an “Corona” gestorbenen bundesdeutschen Landtagsabgeordneten der AfD vermag Dr. Webbaer im Moment wenig anzufangen.
    Außer vielleicht ursisch-zynisch anzumerken, dass generelle Impfgegnerschaft, gerade auch im hohen Alter und bei denkbarerweise vorgelegen habenden Vorerkrankungen nicht angeraten scheint.

    Dr. Webbaer ist natürlich genereller Impfbefürworter, sieht auch bei “Corona” für alte und kranke Personen, die dann einem persönlichen Präferenzmodell folgen könnten, die (gar monatliche) (Neu-)Impfung gegen “Corona” für angemessen an, für andere abär nicht.

    Es ist allgemein nicht cool sich halbjährlich, quartalsweise oder gar monatlich, gar pflichtig, eine derartige Einfuhr in den eigenen Körper anzutun, antun zu müssen.
    Schrecklichste Folgen sind im Sinne von Murphy’s Law hier denkbar, also möglich.

    Denkbarerweise geht derartige Hysterie auch bald vorbei, die Letalität i.p. “Corona” ist nicht sehr hoch, einige meinen, dass der statistische individuelle Lebenszeitverlust einen Tag nicht viel überschreitet, wobei an dieser Stelle auch mit dem “statistischen” Lebenszeitverlust verglichen werden darf, der wie einige finden, recht hoch ist.

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Webbaer (der sich nur insofern im Nachhinein korrigiert, lieber Herr Dr, Stephan Schleim, weil er oft zitiert und von den im Web möglichen Auszeichnungen von Text Gebrauch nimmt, was die Bereitstellung von Leser-Kommentar dezent formuliert etwas verkompliziert, manchmal – selbstverständlich nicht besonders anecken möchte)

  51. *
    wobei an dieser Stelle auch mit dem “statistischen” Lebens[qualitäts]verlust verglichen werden darf, der wie einige finden, recht hoch ist.

    Solly und nochmals Solly für die Korrektur !

  52. Dr. Webbaer,
    Ihrer utilitaristischen Weltanschaung britischer Prägung kann man nur mit dem Pflichtbegriff deutscher Prägung entgegentreten.
    Kein geringerer als Friedrich Nietzsche meinte: „ Pflicht , das ist das Recht der Anderen an uns.“
    Die Impfung nur nach Nützlichkeitserwägungen zu begründen steht die Pflicht zum Impfen gegenüber die sich auf Ethik gründet. Zufällig beschreibt der Kommentator Herr Blume den Sinn des Lebens als“ Begegnung mit dem Anderen „, und der andere ist der Mensch, dem wir begegnen, dessen Luft wir teilen.
    Gegenrede geradezu erwünscht.

  53. Blöde halt, Kommentatorenfreund ‘hwied’, bleibt die Aussicht sich auf unbestimmte Zeit Unternehmen der Pharmaindustrie anzuvertrauen, sich sozusagen in jeder Beweglage des individuellen Seins neu “boostern” zu lassen, wenn doch die zu erwartende Schadenshöhe gering ist, siehe oben, sofern eben nicht (sonderlich) alt und (schwer) vorerkrankt ist.

    Liberale Demokratien sind insofern mit Pflichten sehr bis extra-sparsam, sie heben primär auf Rechte ab, die Bürgerrechte, die Grundrechte bundesdeutsch, meinen ja die Menschenrechte.


    Dr. W will an dieser Stelle deutlich werden :
    Die Liberale Demokratie befindet sich nicht nur bundesdeutsch im Zerfall, es wird bald schön werden.

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Webbaer

  54. Dr. Webbaer,
    sie treffen den Nagel auf den Kopf. Unser Sozialsystem wir kapitalistisch ausgebeutet. Es geht ja nicht nur um das Impfen in Europa. Dadurch, dass in Afrika kaum geimpft wird können sich dort neue Varianten bilden.
    Es ist so als, ob wir in Europa versuchen das Ventil eines riesigen Gummiballs zu reparieren, während in Afrika ein riesiges Loch klafft.
    Die utilitaristische Lösung ist eine Übergangslösung.
    Bei der Klimakatastrophe ist es das gleiche. Wir sparen an Verpackungsmaterial, während in Brasilien der Wald abgeholzt wird.

  55. @hwied, Webbär: internationaler Vergleich

    Afrika hat eine ganz andere Altersstruktur und ein anderes Klima als Nordwesteuropa.

    Schauen Sie sich einfach mal die Todesfälle pro Bevölkerungseinheit an (klicken auf: Deaths/1M pop). Deutschland landet dann – trotz seiner ungünstigen Altersstruktur – auf Platz 69. Das haben wir (bzw. haben Sie) wohl den Impfstoffen zu verdanken.

    Dass die Impfstoffe das Immunsystem erst einmal nur vorübergehend zur Produktion von Antikörpern anregen ist eine Tatsache, der wir uns stellen müssen. Man denke aber auch an deren beschleunigte Entwicklung.

    Aus WHO-Sicht wäre es wohl sinnvoller, erst den Rest der Welt zu impfen, bevor man die wohlhabenden Länder boostert. Dann würden hier halt die Krankenhäuser zusammenbrechen und mehr Menschen pro Bevölkerung sterben. Vermitteln Sie das einmal den Wählerinnen und Wählern.

  56. Wenn Sie mal hier schauen wollen, lieber Herr Dr. Stephan Schleim :

    -> https://euromomo.eu/graphs-and-maps

    … gibt es in der BRD (und auch anderswo oft nicht) keine besondere Übersterblichkeit i.p. “Corona”.

    Die sog. Übersterblichkeit ist sozusagen die härteste statistische Größe, wenn es um Seuche geht.
    Sie vermochten mit Inhalt an anderer Stelle so ergänzen.

    Eine gewisse (vs. besondere) so, “Corona” meinend. Übersterblichkeit gibt es.
    Sie ist nicht hoch und sie soll nicht zur Abschaffung liberaler Demokratie anleiten, danke.


    Dr. W rät an im Sinne einer anzunehmenden (und nicht abwehrbaren) Durchseuchung gar nicht allgemein zu impfen.

    Ältere und (schwer) Vorerkrankte sind – gerne auch hier vie-el Geld in die Hand nehmend besonders zu schützen und gerne auch zu impfen, gerne auch x-fach.

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Webbaer

  57. Dr. Webbaer,
    die Abschaffung liberaler Demokratien ist nicht zu befürchten.
    Die Freiheit ist eher durch zu viele Vorschriften bedroht. Versuchen Sie einmal ein denkmalgeschütztes Haus zu renovieren. Das ist fast unmöglich.

    Zurück zum Mammon. Deutschland hat jährlich einen Exportüberschuss von ca. 245 Mrd. Euro. Wir haben gerade 80 Millionen Impfdosen bestellt, die kosten bei einem Preis von 20 € etwa 1,6 Mrd. Euro. Das sind 0,65 % unseres Exportüberschusses, nicht des Bundeshaushaltes.
    Herr Schleim auf dieser Basis können wir dem Wähler vermitteln, dass wir 800 Millionen Dosen Impfstoff für Afrika bereithalten können, zu unserem Nutzen.

  58. Eine vorübergehende Aufhebung des Patentschutzes schlägt deshalb nicht nur Joe Biden vor, angesichts der Ausbreitung der Omikron-Variante sehen dies auch die “Ärzte ohne Grenzen” inzwischen als unerlässlich.

    https://www.swr.de/swr2/leben-und-gesellschaft/aerzte-ohne-grenzen-omikron-macht-aufhebung-des-patentschutzes-fuer-impfstoffe-erforderlich-100.html

    Deutschland könnte sich sehr wohl dafür aussprechen, zumal eine Menge Steuermittel in die Entwicklung des Impfstoffs geflossen sind. Leider hatte sich auch Frau Merkel zugunsten wirtschaftlicher Interessen und inzwischen unanständiger Profite und damit notwendig gegen den Weltgesundheitsschutz ausgesprochen. Hoffen wir, dass es diese Regierung besser macht. Man darf gespannt sein.

    Wir müssen die Produktion von Vakzinen auch in den ärmeren Ländern ankurbeln und die Infrastruktur entsprechend ausbauen.
    Solange die Weltbevölkerung nicht ausreichend mit Impfstoff versorgt ist, werden wir den Teufelskreis neuer Mutationen nicht aufhalten und die Pandemie nicht in den Griff bekommen.

  59. @Sandy 23.12. 11:35

    „Leider hatte sich auch Frau Merkel zugunsten wirtschaftlicher Interessen und inzwischen unanständiger Profite und damit notwendig gegen den Weltgesundheitsschutz ausgesprochen. „

    Die wirtschaftliche Glückssträhne von Biontech reißt nicht ab. Corona macht den Impfstoff nötig, und die neue Variante eine 3. und wohl auch eine 4. Impfung dann mit dem an Omikron angepassten Wirkstoff. Und das Geschäft wird sich wohl noch in Richtung Afrika ausweiten, schließlich verringert das die Gefahr noch weiterer Mutanten. Das sollte uns ein breit angelegtes Sponsoring eigentlich wert sein.

    Wenn wir von je 4 Impfdosen für 20 € das Stück für 3 Mrd Menschen ausgehen, dann macht diese eine Firma einen Umsatz von 240 Mrd € damit. Mit ein bisschen höchst kunstvoll verpackter RNA, das ist glaube ich beispiellos.

    Die Pandemienebenkosten sind noch viel astronomischer, aber die Interessen von Biontech gehen anscheinend vor. Ich kann das schwer nachvollziehen. Die Meinung, dass eine Aufhebung des Patentschutzes eh nichts nützt, weil das keiner sonst herstellen kann, könnte stimmen, aber ich glaube mal eher, dass nach inzwischen mehr als einem Jahr dann doch Impfgenerika auf dem Markt wären, hätte man im August 2020 die Patente aufgehoben, als sich abzeichnete, dass der Impfstoff funktioniert.

    Wer ärgert uns hier eigentlich die ganze Zeit? Macht uns die Natur so langsam mal Schwierigkeiten, angesichts unseres recht rücksichtslosen Verhaltens auf diesem Planeten? Oder haben hier radikale Umweltschützer heimlich im Hinterzimmerlabor erst Corona gezüchtet, und inzwischen mit Omikron nachgelegt? Immerhin weiß man weder genau wo Corona noch wo Omikron hergekommen ist.

    Aber geht das überhaupt? Wenn ja, wer hat denn jetzt diese multimillardenschwere Glückssträhne, der hätte zumindest ein handfestes Motiv. Ich glaube nicht, das das wirklich einer machen würde. Aber selbst wenn es so wäre, würden wir den Schuldigen zwar Vierteilen können, aber wir würden unser Problem nicht los, und müssten uns trotzdem mindestens 4 mal Impfen lassen.

    Die einzige Alternative wäre wohl eine neue Variante, die noch infektiöser, aber in der Wirkung mindestens 10 mal harmloser ist als Delta, Alpha und der Wildtyp.

  60. @ Kommentatorenfreund ‘hwied’ und hierzu kurz :

    Dr. Webbaer,
    die Abschaffung liberaler Demokratien ist nicht zu befürchten.

    Wird kommen, die Tendenz ist klar.

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Webbaer (der sich dann auch Nachricht erwartet, LOL & Lolek, warum die Demokratie bundesdeutsch angeblich nicht abgeschafft worden ist)

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