Crystal Meth: Deutsche Herzstiftung warnt vor Folgen des Amphetaminkonsums

Insbesondere 20- bis 25-jährige von schwersten Nebenwirkungen betroffen

Das erstmals 1887 vom rumänischen Chemiker Lazăr Edeleanu in Berlin hergestellte Amphetamin kennt viele Leben: Bereits in den 1930ern und 40ern verwendeten es sowohl Soldaten als auch Studenten, um Müdigkeit zu überwinden und wegen der euphorisierenden Wirkung. In den 1950ern und 60ern war es in der Zivilgesellschaft beliebt, um abzunehmen oder als Fernfahrer beziehungsweise im Büro länger durchzuhalten (Buch-/Filmtipp: Hubert Selbys “Requiem for a Dream” – das Buch ist noch einmal viel heftiger als der Film). Sogar Regierungsbeamte bedienten sich der Droge, um mehr zu arbeiten.

Danach folgte die Dämonisierung, die neben psychedelischen Substanzen wie LSD auch Aufputschmittel wie Amphetamin (Szenename “Speed” oder “Pep”) verbot. US-Präsident Richard Nixons “Krieg gegen die Drogen” begann und damit drakonische Strafen für den Drogenbesitz. Trotz des Verbots verschwanden die Substanzen aber nie ganz. In der aufkommenden Technoszene wurde Amphetamin und sein Abkömmling MDMA (“Ecstasy”) zur populären Partydroge, mit der man tagelang durchfeiern und Euphorie erleben konnte oder sich auch verbundener mit den Mitmenschen fühlt.

Medizinischer Konsum

Nicht unwesentlich zur Verbreitung trugen aber seit den 1980ern Ärzte bei, denn Amphetamin oder das damit verwandte Methylphenidat (“Ritalin”) wurde ein beliebtes Mittel zur Behandlung der sogenannten Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung ADHS (30 Jahre Aufmerksamkeitsstörung ADHS). Diese Praxis betraf vor allem Kinder und Jugendliche. Seit einigen Jahren werden die Mittel aber auch zur Behandlung der lange umstrittenen Erwachsenen-ADHS verschrieben.

In den USA, wo man mehr Amphetamin und Methylphenidat konsumiert als im ganzen Rest der Welt zusammen, erreichte allein der medizinische(!) Verbrauch in unserer Dekade epidemische Ausmaße. Inzwischen werden dort jährlich mehr dieser Substanzen verschrieben als in den ganzen 1990ern zusammen. Dabei erreichte der Konsum 2014 seinen bisherigen Höhepunkt und ist seitdem wieder rückläufig – jedoch verglichen mit den 1990ern immer noch auf einem extremen Niveau.

Jährlichen Produktionszahlen von Amphetamin (rot) und Methylphenidat (blau) in den USA (in kg). Quelle: Federal Register/U.S. Department of Justice

Nebenbemerkung: Der starke Anstieg seit den 1990ern – schon damals warnte die WHO vor den Psychopharmaka für Kinder und Jugendliche – wurde damit erklärt, man könne ADHS nun besser diagnostizieren. Wenn nun der medizinische Konsum wieder zurückgeht, diagnostiziert man darum schlechter? Oder verbergen sich hinter der Praxis vielleicht doch soziale Ursachen? Diese Frage habe ich schon vorher diskutiert (Kapitalismus und psychische Gesundheit).

Erwähnenswert sind auch Länderunterschiede: In den USA umarmt man Psychopharmaka förmlich. In den Niederlanden verschrieb man aber 2011 erstmals mehr der Aufputschmittel an Kinder und Jugendliche als dort. In Deutschland besann man sich in jener Zeit, Medikamente nicht als erste Lösung an Minderjährige zu verschreiben, sondern es erst mit Verhaltenstherapie zu probieren. In Dänemark war man ohnehin zurückhaltender und in Großbritannien hielt man noch nie viel von der Idee, die Mittel an Kinder und Jugendliche zu verschreiben.

Risiken von Lifestyle-Drogen

Die Deutsche Herzstiftung warnt nun in einer Pressemitteilung und in der neuen Ausgabe ihrer Zeitschrift “HERZ heute” vor bisher unbekannten Nebenwirkungen von Amphetamin in seinen unterschiedlichen Varianten, insbesondere Methamphetamin (“Crystal Meth”). Der Kardiologieprofessor Heinrich Klues, Leiter der Klinik für Kardiologie am Helios-Klinikum Krefeld, fasst dafür neue Befunde aus dem klinischen Alltag und der Wissenschaft in seinem Artikel “Von der Technoparty auf die Intensivstation: Die gefährlichen Lifestyle-Drogen” zusammen.

Die neue Ausgabe der Zeitschrift der Deutschen Herzstiftung e.V. widmet ihr Titelthema den Lifestyle-Drogen. Coverfoto/-gestaltung: picturealliance, imageBROKER/R. Unguranowitsch

Klues beschreibt, wie seit 2012 vermehrt junge Erwachsene mit starken Herzproblemen in den Kliniken auftauchten, nachdem sie ein ganzes Wochenende auf Drogen durchgefeiert hätten. Die Betroffenen stammten meist aus stabilen, sogenannten gutbürgerlichen Verhältnissen und wüssten nicht, welche Mittel sie konsumiert haben. Sie könnten lediglich berichten, dass sie Pillen zum Beispiel in Herz- oder Drachenform oder in verschiedenen Farben geschluckt hätten. Urintests hätten aber hohe Konzentrationen von Drogen auf Amphetaminbasis nachgewiesen.

Späte Erkennung

Die Patientinnen und Patienten kämen häufig mit starker Luftnot ins Krankenhaus. Medizinische Untersuchungen würden dann regelmäßig eine Schädigung des Herzmuskels ergeben, vor allem der linken Herzkammer. Herzgewebe sei vernarbt oder die Kammer so stark erweitert, dass sie kaum noch pumpen könne. Bei manchen der Betroffenen, deren Erwachsenenleben erst beginnt, sei das Herz bereits unwiederbringlich geschädigt und lasse sich dessen Leistung auch medikamentös nicht vollständig wiederherstellen.

Laut Klues würden Betroffene aus dieser Altersgruppe ohnehin eher selten zum Arzt gehen, verfügten sie noch über starke körperliche Reserven und würde man bei medizinischen Untersuchungen nicht routinemäßig an Drogenkonsum denken. Daher kämen viele erst im Endstadium einer Herzerkrankung in die Klinik. Dabei erwähnt der Kardiologe, dass die Substanzen nicht nur zum Feiern, sondern auch zum nächtelangen Lernen in der Ausbildung oder dem Studium verwendet würden. Ein Unrechtsbewusstsein bestehe bei den Konsumenten meist nicht. Mit Blick auf die USA schreibt er:

Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass die Anzahl kardialer Erkrankungsfälle mit steigendem Konsum von Amphetaminen auch in bislang verschonten Staaten erheblich gestiegen ist: Inzwischen weist vieles darauf hin, dass der regelmäßige Gebrauch von Amphetaminen (vor allem von Methamphetamin) in den USA die häufigste Ursache für eine schwere Herzschwäche (Herzinsuffizienz) bei jungen Menschen im Alter unter 30 Jahren ist. Die in den USA erhobenen Zahlen aus dem Jahr 2015 zeigen: Über 890.000 Menschen konsumieren dort ab einem Alter von zwölf Jahren regelmäßig Amphetamine… Weltweit gibt es nach Berichten des ‘United Nations Drug Report 2017’ über 37 Millionen Abhängige, die regelmäßig Amphetamine, vor allem Methamphetamin, einnehmen. Angesichts dieser Zahlen ist es sehr wahrscheinlich, dass die Anzahl der Menschen, die aufgrund ihres Amphetaminkonsums eine schwere Herzschädigung erleiden, nicht nur in den USA, sondern auch in Europa stark zunehmen wird.

Prof. Dr. Heinrich Klues, HERZ heute 4/2019, S. 16

Der Kardiologe ergänzt mit Blick auf früheres Kriegsgeschehen, dass plötzliche Todesfälle im Zusammenhang mit hohem Konsum von (Meth-)Amphetamin schon länger bekannt seien. Diese hätte man in der Vergangenheit aber meist als Kreislaufversagen wegen extremer Erschöpfung gedeutet, nicht als Folge von Herzerkrankungen.

Interessant ist auch der Hinweis, dass die Droge im Körper starken Stress auslöst. Dann darf man wohl im Umkehrschluss vermuten, dass auch dauerhaft erfahrender psychosozialer Stress negative Auswirkungen auf das Herz haben kann. Das sollte man mit Blick auf die 24/7-Gesellschaft bedenken, in der wir uns zunehmend befinden.

Kein Alarmismus

Aufgrund des Artikels mit der alarmierenden Überschrift “Von der Technoparty auf die Intensivstation: Die gefährlichen Lifestyle-Drogen” sollte man aber nicht gleich in Panik verfallen. So gab es laut Klues 2012 bundesweit 36 Patientinnen und Patienten, deren Herzerkrankungen höchstwahrscheinlich auf Amphetaminkonsum zurückzuführen seien. Das klingt im Vergleich zu den rund zehn Menschen, deren Leben in Deutschland tagtäglich aufgrund der Teilnahme am Straßenverkehr endet (in den USA sind es mehr als zehnmal so viel bei etwa vierfacher Bevölkerung), nicht unbedingt viel.

Der Bericht macht aber deutlich, dass das Leben auf der Überholspur, das manche mit Amphetamin oder ähnlichen Substanzen verfolgen (siehe dazu auch die Netflix-Dokumentation “Take Your Pills“), unerwartete Risiken mit sich bringt. Es sei im Zusammenhang mit der Gehirndoping-Diskussion daran erinnert, dass noch 2009 der britische Bioethiker John Harris meinte, weil die Mittel so häufig verschrieben würden – insbesondere an Kinder und Jugendliche –, müssten sie sicher sein.

Alter Trend in neuen Worten

Doch wenig später schon wurden auch für das mit Amphetamin verglichen schwächere Methylphenidat (“Ritalin”) neue Warnhinweise verpflichtend. Ähnlich wie Harris, setzten sich auch in Deutschland und anderen Ländern Ethiker, Rechtswissenschaftler und Pharmakologen für eine weitgehende Freigabe leistungssteigernder Substanzen ein. Der Konsum wurde als “Enhancement”, also Selbstverbesserung gemäß unserem Zeitgeist verklärt.

Zusammen mit dem Züricher Professor für Pharmakopsychologie Boris Quednow vertrete ich aber die These, dass hier mindestens seit den 1930ern nachweisbarer instrumenteller Drogenkonsum schlicht als ein neuer Trend umgedeutet wurde. So schaffte man es eben in die Medien und konnte zahlreiche Forschungsanträge für “Neuroethik”, “Neurorecht” et cetera beantragen – und auch bewilligt bekommen.

Ethisch-soziale Fragen

Menschen haben schon immer verschiedenste Mittel ausprobiert, um bestimmte Ziele zu verfolgen. Die Warnung, die Professor Klues nun über Amphetamin ausspricht, sollte man zum Anlass nehmen, noch einmal über zwei Fragen zu reflektieren:

Erstens ist die Unterscheidung zwischen Genussmitteln, Medikamenten und Drogen in weiten Teilen willkürlich und eher gesellschaftspolitischer Natur. Dass viele es toll finden, wenn Kinder und Jugendliche vom Arzt “Speed” oder “Ritalin” bekommen, damit sie in der Schule besser aufpassen, es umgekehrt aber die Staatsanwaltschaft auf den Plan ruft (oder zumindest rufen muss, Stichwort Legalitätsprinzip), wenn junge Erwachsene dieselben Mittel zum Feiern verwenden, bezeugt eine gewisse Doppelmoral.

Zweitens bin ich der Meinung, dass eine informierte Entscheidung nach umfassender Aufklärung über Nutzen und Risiken ein besserer Weg ist als plumpe Verbote, die sich der Erfahrung nach ohnehin kaum durchsetzen lassen, viele Menschen in die Kriminalität rücken und wertvolle Ressourcen von Polizei und Justiz binden. Die wichtige ethische Frage unserer Zeit ist aber, inwiefern die Menschen die Ziele, die sie mit den Mitteln verfolgen, überhaupt noch selbst setzen können oder hier vielmehr ein großer Anpassungsdruck als Folge von Hyperglobalisierung und Hyperwettbewerb besteht (Eine Million dopt regelmäßig am Arbeitsplatz).

Zu beiden Punkten in Kürze mehr. Zur aktuellen Warnung der Deutschen Herz-Stiftung sei noch einmal hervorgehoben, dass Amphetamin und damit verwandte Substanzen nicht nur in der Drogenszene beliebt sind, sondern seit den 1990ern auch von Ärzten immer häufiger verschrieben werden. Somit ist das Problem, ähnlich wie die Opioid-Krise in den USA, zum Teil durch die Mediziner und Pharmakonzerne selbst verursacht.

Hinweis: Dieser Beitrag erscheint auch auf Telepolis – Magazin für Netzkultur. Titelgrafik: EmilianDanaila auf Pixabay.

Stephan Schleim

Veröffentlicht von

www.schleim.info

Die Diskussionen hier sind frei und werden nicht moderiert. Gehen Sie respektvoll miteinander um, orientieren Sie sich am Thema der Blogbeiträge und vermeiden Sie Wiederholungen. Beim Gedankenaustausch darf es auch mal heiß hergehen, jedoch nicht beleidigend werden, vor allem nie unter die Gürtellinie gehen. Stephan Schleim ist studierter Philosoph, Psychologe und promovierter Kognitionswissenschaftler. Seit 2009 ist er an der Universität Groningen in den Niederlanden, zurzeit als Assoziierter Professor für Theorie und Geschichte der Psychologie. Der Autor schreibt auch für zahlreiche andere Medien.

16 Kommentare

  1. Ja, Zustimmung, was als gesund und was als krank(haft) beurteilt wird und damit was medizinisch/pharmazeutisch behandelt werden darf oder soll und was nicht, ist nicht rein medizinisch, sondern auch gesellschaftlich bedingt.

    Das Wissen um die partiell gesellschaftlich/subjektive Bedingtheit dessen was Gesundheit bedeutet ist sogar in die Gesundheitsdefinition der WHO eingeflossen (Zitat):

    Gesundheit ist ein Zustand vollkommenen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht allein das Fehlen von Krankheit und Gebrechen.“ („Health is a state of complete physical, mental and social wellbeing and not merely the absence of disease or infirmity.”)

    Und klar, das geistige und soziale Wohlbefinden kann durchaus eingeschränkt sein, wenn die Gesellschaft mit Besonderheiten eines Individuums nicht zurecht kommt – seien diese Besonderheiten nun Hyperaktivität, fehlende Aufmerksamkeit oder früher etwa Hinneigung zum gleichen Geschlecht.

    Selber bin ich generell sehr skeptisch gegenüber Therapien und Medikationen, die den Alltag und das Alltagsverhalten verbessern sollen, denn dann hat man meist implizit die Diagnose einer chronischen Erkrankung oder einer anhaltenden Befindlichkeitsstörung gestellt und die Therapie/Medikation begleitet den „Patienten“ dann oft lebenslang. Doch kaum eine Medikation ist ohne Nebenwirkungen und nicht selten stellt sich insbesondere bei psychotropen Substanzen Gewohnheit oder gar Abhängigkeit ein. Schon von unserer Elterngeneration wurden Schlafmittel, Kopfschmerz- und Schmerzmittel überhaupt, aber auch Anxiolytika wie Valium ab einem bestimmten Alter an von vielen regelmässig konsumiert (eine als Arzthelferin Tätige berichtete mir etwa wie sie vom Arzt die Gewohnheit zur regelmässigen Valiumeinnahme übernahm) zumal ein Problembewusstsein dazumal noch weitgehend fehlte.

    Problembewusstsein aber braucht es um solchen Fallen wie der Dauermedikation aus Gewohnheit bis Abhängigkeit zu entgehen. Es stimmt, dass Verbote bei der Vorbeugung weniger nützen als es die Einstellung tut. Das ist ganz ähnlich zum Alkohol- und Nikotinkonsum, der ebenfalls eher durch gesellschaftliche Ächtung zurückgeht als durch generelle Verbote.

  2. @ Martin Holzherr

    Stimme praktisch total mit Ihnen überein.

    Nur wie wollen Sie realistisch das Problem lösen, dass „Doping Verzichter“ im extrem harten Wettbewerb heutzutage praktisch keine Chancen mehr haben. Man kann ja nicht gut Antidopinggesetze wie im Sport einführen.

    Psychologische Methoden dürften jedenfalls „gesünder“, aber vermutlich teurer sein. Außer es werden geeignete von Computern unterstützte Trainingsmethoden entwickelt um auf Medikamente verzichten zu können.

    Wäre interessant zu erfahren ob es ähnliches schon gibt. Früher gab es auf Tonaufnahmen gestützte Methoden, die scheinen allerdings „eingeschlafen“ zu sein.

  3. @Elektroniker: Gesetze

    Man kann ja nicht gut Antidopinggesetze wie im Sport einführen.

    Braucht man auch gar nicht, denn die Substanzen sind ja schon reguliert.

    Das heißt,

    1) viele Mittel sind nur auf Verschreibung erhältlich. Der Arzt ist der sogenannte Torwächter. Nur sehen wir eben seit Jahrzehnten ein Aufweichen psychologisch-psychiatrischer Kategorien, sodass immer mehr, was einmal als “normal” galt, heute pathologisiert wird. Zusammen mit der Ideologie, dass das alles Gehirnstörungen seien, verschreibt man dann Medikamente/Drogen als Lösung.

    In der Praxis geht es meiner Meinung nach häufig darum, Menschen schlicht etwas zur Beruhigung oder zum Durchhalten zu geben. Auch die hier im Text diskutierten Mittel wirken vor allem auf die Motivation/das Wohlgefühl/subjektive Energie. Mit Chemie ist das einfach zu erreichen.

    2) als Ende der 1960er die starken Verbote eingeführt wurden, gab es in den USA durchaus Urinkontrollen z.B. von Fernfahrern, bei denen Amphetamin im Wettbewerb beliebt war (länger wach = länger fahren = höhere Produktivität = mehr Aufträge = mehr Verdienst) – und auch im Büro konnte einen das überraschen. Bei Verstößen drohte neben einem Strafverfahren auch die fristlose Kündigung.

    Ich sage nicht, dass das in der Form gut war. In heutiger Zeit würde das wahrscheinlich sowieso nicht gemacht, da der Staat völlig auf Arbeitgeberseite ist und eigene Interessen daran hat, dass Angestellte/Arbeiter sich selbst ausbeuten (salopp gesagt: fürs Wirtschaftswachstum), zur Not eben mit Drogen/Medikamenten. Die Ideologie des Förderns und Forderns war (und ist) doch vor allem das: Fordern.

    Meine Empfehlungen:

    1. Menschen über psychische Gesundheit nicht so viele Märchen erzählen.

    2. Harmlosere Drogen (vielleicht Cannabis, MDMA/Ecstasy), die Leute vor allem zur Entspannung verwenden, nach Möglichkeit freigeben.

    3. Leistungsdrogen, die auf Nicht-Konsumenten Druck ausüben und so den Wettbewerb verzerren, nicht nur verbieten, sondern solche Verbote auch am Arbeitsplatz kontrollieren (wobei ich gegen drakonische Strafen wie in den USA bin).

  4. @ Stephan Schleim

    Vielleicht bin ich etwas naiv, aber vielleicht meinen Sie beim Stichwort „Märchen“ die Sache mit den „Gehirnstörungen“ die schon in früheren Beiträgen behandelt wurden.

    Sie haben damals meiner Meinung nach sehr differenziert argumentiert, anders als die „Laien“ oder die „Materialisten“.

    Für Materialisten scheint klar, dass es immer eine rein materielle Ursache geben muss, da „Geistiges“ nicht mit Materie wechselwirken kann. Für mich als Elektroniker/Informatiker existieren eben „Interpretermechanismen“ die genau „Geistiges“ interpretieren und daraus „Handlungen“ ableiten können.

    (Nebenbei erwähnt, ich habe einmal Argumente für die Unmöglichkeit von Wechselwirkungen zwischen Materie und Geist gelesen, sie schienen mir damals eigentlich absolut logisch. Diese Argumente sind mir allerdings entfallen und ich kann sie nicht mehr im Internet wieder finden.)

    Laien können Details von Prozessen nicht ausreichend nachvollziehen, gehen einfach davon aus, dass „gestörte Handlungen“ von „Störungen im Gehirn“ allenfalls vom neuronalen Netz ausgehen müssen, was irgendwie auch stimmt. Aber man möchte es halt genauer, mehr ins Detail gehend und besonders die Ursachen wissen.

    Wenn man es aber genauer „wissen“ möchte, bleibt einem kaum etwas anderes übrig als in „Körper – Geist“ praktisch in „Hardware – Software“ zu strukturieren wie die Informatiker.

    Da macht es einen großen Unterschied, ob Störungen z.B. durch Infektionen auftreten oder einfach falsche Lernprozesse die Ursache sind.

    Bei der Optimierung der Gehirnleistung läuft es auf Leistungssteigerung hinaus. Werden die Gehirnprozesse „besser“ organisiert, so hätte dies möglicherweise keine schädlichen Nebenwirkungen. Damit ist gemeint, dass die Arbeitsabläufe bestens organisiert sind, oder bei Lernprozessen besonders der Lehrstoff optimal für die Lernenden aufbereitet wird. Natürlich sollte auch die Motivation besonders gefördert werden. Aber auch die Pausen und z.B. sportliche Aktivitäten zwischendurch sollten optimal gestaltet werden.

    Drogen wirken eher wie eine „Übertaktung“ bei technischen Prozessoren. Dabei entsteht allerdings mehr Abwärme und die verkürzt die Lebensdauer der Prozessoren. Bei Drogen sind es eben wie geschildert, die Auswirkungen auf das Herz.

    Vermutlich sind bei Medikamenten die Nebenwirkungen das besondere Problem, nicht nur die Überlastung einzelner Organe.

  5. @ Stephan Schleim

    Zu Punkt 2 (harmlose Drogen) habe ich keine Erfahrungen außer mit Coffein. Habe früher nur sehr starken Kaffee getrunken, heutzutage trinke ich nur mehr koffeinfrei.

    zu Punkt 3: Mir ist in meinem Berufsleben aufgefallen, dass es bei der Motivation und der dadurch erzielbaren maximalen Leistung sehr stark, neben der fachlichen Leistung, auf die psychologischen Fähigkeiten und das Einfühlungsvermögen der Vorgesetzten ankommt.

    Ich hatte öfter den Eindruck, die Mitarbeiter wollten ihren geschätzten Chef auf menschlicher Ebene „nicht enttäuschen“, was sehr motivierend wirkt.

    Besonders im Spitzensport z.B. Fußball dürfte das eine besondere Rolle spielen. Der Fußballtrainer Jürgen Klopp vom FC Liverpool dürfte ein ganz hervorragender Motivator sein, der zumindest für eine gewisse Zeit besondere Höchstleistungen bei seinen Spielern abrufen kann.

  6. @Elektroniker: Gehirnstörungen

    Man muss hier zwei Fragen unterscheiden:

    (1) Was sind die Ursachen psychischer/psychiatrischer Störungen?
    (2) Wie lassen sich psychische/psychiatrische Störungen beschreiben, diagnostizieren und behandeln?

    Zu (2) schrieb ich diesen Artikel, Antwort auf die Frage: Was heißt es, dass psychische Störungen Gehirnstörungen sind? Kurz gefasst lassen sich (beim heutigen Kenntnisstand) psychische/psychiatrische Störungen weder neurowissenschaftlich beschreiben noch diagnostizieren und die angeblichen Erfolge bei den Behandlungen sind inzwischen durch neuere Studien wieder stark in Zweifel gezogen.

    Wer etwas Anderes erzählt, der ist meiner Meinung nach schlicht nicht ehrlich und verbreitet Märchen (hinter denen natürlich bestimmte Interessen stehen).

    Bei (1) muss man sagen: ignoramus, wir wissen es (meistens) nicht. Deshalb sind seit dem DSM-III, also 1980, auch Angaben zu den Ursachen aus der “Psychiatrie-Bibel” entfernt, weil diese eben keinen wissenschaftlichen Standards genügten.

    Natürlich finden im Zustand einer psychischen/psychiatrischen Störungen auch neurophysiologische Vorgänge im betroffenen Menschen statt, so wie jetzt beim Tippen dieses Kommentars solche Vorgänge stattfinden. Damit ist aber nicht gesagt, dass die Ursache ausschließlich im Gehirn läge. Mein Kommentar ist deutlich durch Ihren Kommentar mitverursacht, der wiederum von meinem Artikel mitverursacht wurde.

    Was man aber sehr deutlich sagen kann, ist, dass soziale Faktoren die stärksten bisher bekannten ursächlichen Faktoren sind, siehe Mehr über Ursachen von Depressionen.

    Auch wer dies bestreitet ist meiner Meinung nach unehrlich und verbreitet Märchen (hinter denen natürlich bestimmte Interessen stehen).

    P.S. Das ist nicht wirklich Thema dieses Artikels, doch die Klärung erschien mir wichtig.

  7. @Elektroniker: Führungspersonal

    Zustimmung. Beim richtigen Führungspersonal merkt man gar nicht, dass man arbeitet.

    Es passt aber doch zum Neoliberalismus, die Verantwortung für die Motivation auf den Arbeitnehmer zu verschieben (Stichwort: Individualisierung). Dann schluckt er oder sie im Zweifelsfalle eben Pillen und muss sich das Führungspersonal nicht darum kümmern.

  8. Der obige Beitrag von Stephan Schleim erweckt stellenweise den Eindruck, alle mit Ampetamin verwandten Stoffe seien gleich einzustufen und Ritalin, Crystal-Meth sowie MDMA (Ectasy) seien in ihrer Wirkung verwandt. Das stimmt aber nur bis zu einem gewissen Grad. Für MDMA (Ecstasy) etwa werden Wirkungen/Nebenwirkungen beschrieben wie Störungen des Alltagsgedächtnisses, die für andere Amphetaminabkömmlinge nicht bekannt sind. In der Wikipedia liest man dazu: “ Mehrere, gezielt auf Gedächtnisleistungen fokussierende Studien deckten bei MDMA-Konsumenten statistisch signifikante Defizite bei allen Gedächtnisarten und in Abhängigkeit vom Ausmaß des Konsums auf. Die Beeinträchtigungen korrelieren im Allgemeinen mit der Dauer und der Häufigkeit des MDMA-Konsums, dennoch können prinzipiell nicht nur starke Konsumenten, sondern auch relativ moderate Gelegenheitskonsumenten davon betroffen sein.“

  9. @Holzherr: pharmakologische Fakten

    LOL, die Einen (v.a. auf Telepolis) kritisieren, ich würde die Gefahren von Amphetamin etc. übertreiben, da ich es mit “Crystal Meth” in einen Topf werfe.

    Die Anderen (nun hier) greifen mich an, weil ich durch den Vergleich die Gefahren von “Ecstasy” untertreiben würde.

    Dass die hier genannten Substanzen Amphetamin, Methamphetamin, MDMA, Methylphenidat alle in die Klasse der Phenylethylamine gehören, dass sie, meines Wissens, alle die Konzentration der Botenstoffe Dopamin und Noradrenalin im Gehirn beeinflussen, und dass Amphetamin und Methamphetamin beides Ampehtamine sind, das habe ich mir alles nicht selbst ausgedacht, sondern sind schlicht ein pharmakologische Fakten.

    Schlussfolgerung: Als Autor kann man es nie allen recht machen und jeder liest (versteht) einen, wie er will.

  10. “Menschen haben schon immer die verschiedensten Mittel ausprobiert…”
    Ja, aber noch nie war dieses Doping ein solches Geschäft wie jetzt. Mafia, organisierte Banden, Clans etc. verdienen damit Milliarden ,der Görlitzer Park in Berlin ist inzwischen eine No Go Area weil die Polizei /der Staat kapituliert hat….Drogen können in gewisser Weise manchmal behilflich sein, ja. Aber hier geht es um organisierte Kriminalität, die Menschen physisch und psychisch zerstören, die bewusst Süchte auslösen damit sie daran verdienen können. Die Radprofis bei der Tour de France dopen, weil sie Höchstleistungen bringen müssen, ansonsten fliegen sie raus. Dieses Prinzip ist zum Gesellschaftsmodell geworden, da Höchstleistungen verlangt werden, was für einen normalen Körper Dauerstress bedeutet, was wiederum Krankheiten vorprogrammiert, was den sozialen Abstieg bedeutet. Ist diese Gesellschaft krank oder der Mensch ?

  11. @ Stephan Schleim

    Zitat: „Schlussfolgerung: Als Autor kann man es nie allen recht machen und jeder liest (versteht) einen, wie er will.“

    Sie sagen es.

    Gilt aber nicht nur für einen Autor, es gilt eigentlich für jeden, besonders für die Regierenden und da wird es zum Problem.

    Noam Chomsky hat die Entwicklung hin zum Chaos vorausgesagt, jetzt ist es Realität.

    Völker, Regierungen wollen z.B. gleichzeitig in der EU verbleiben und gleichzeitig verlassen. Parteien regieren und gleichzeitig die Regierung verlassen ….

    In der Demokratie werden, hauptsächlich von den Medien, stets möglichst unterschiedliche Meinungen nebeneinander dargestellt und den Menschen „zum Fraß hingeworfen“. Man hat den Eindruck, die Medientreibenden amüsiert es, wenn die so „gefütterten“ emotional werden und womöglich übereinander herfallen. Das belebt das Geschäft.

    Das führt auch zwangsweise zu größeren kognitiven Dissonanzen, weil es Zeit braucht sich für eine Richtung zu entscheiden. Normalos machen sich Sorgen, Zyniker amüsieren sich.

    Psychologen wollen es verstehen, versuchen „Brücken“ zu bauen, möchten Mechanismen finden die ein Zusammenleben ermöglichen.

    Diese neue „Kakophonie“ ist das Problem unserer Zeit. (Aber immer noch besser als ein Krieg um die „Wahrheit“).

  12. @Querdenker, Stephan Schleim: Einige Drogen sind von vornherein mit einem geregelten Leben nicht vereinbar und mit vielen weitere Drogen, die teilweise zu unserem Alltag gehören, können lange nicht alle kontrolliert umgehen. Zu den potenziell gefährlichen Drogen zähle ich Alkohol (in Russland verantwortlich für die tiefe Lebenserwartung von russischen Männern), Nikotin und Cannabis (bei Jugendlichen teilweise für Abbruch/Versagen in Arbeit/Studium und für Psychosen verantwortlich) , zu den kaum beherrschbaren, kaum kontrolliert konsumierbaren Drogen zähle ich die Opiode, aber auch Kokain und viele Amphetamine.
    Drogen können auch ganze Gesellschaften beinträchtigen oder gar zerstören (Beispiel: von England geförderte Opiumsucht im China des 19.Jahrhundert).

    Eine Drogeneinnahme, die dem Individuum der Flucht oder Leistungssteigerung dient, ist von vornherein problematisch, weil sie ständig fortgesetzt werden muss, da sie ihr Ziel nie vollkommen erreichen kann.

    Ich würde nicht von vornherein sagen, die heutige Gesellschaft sei suchtfördernd, indem sie von allen Hochleistungen verlange, aber die heutige Gesellschaft belohnt tatsächlich Hochleistungen – fast unabhängig davon wie sie zustande kommen – mit Karrieren. Für Ehrgeizige und sich selbst gegenüber Skrupellose ist das tatsächlich eine Versuchung es unter anderem auch mit Stimulantien und Drogen überhaupt zu versuchen. Wer Arbeiten zum Leben macht, der begibt sich auf alle Fälle auf einen problematischen Pfad und Motivationsforscher oder Verfechter der Positiven Psychologie, die alles aus Mitarbeitern (Z.B. Lehrern) herausholen wollen und die auch alles (bis hin zur Selbstaufgabe) fordern, die gefährden sogar das Seelenheil der von ihnen „Betreuten“ – und sie können mitverantwortlich für Suchtkarrieren sein.

    Angesichts der Tatsache, dass nur ganz Wenige verantwortungsvoll und kontrolliert mit Drogen umgehen können, sollte man wohl die Versuchung, überhaupt Drogen auszuprobieren, möglichst reduzieren (das Alkohol- und Rauchverbot für Jugendliche und das Nikotinwerbeverbot tut das unter anderem). Ja man könnte so gesehen sogar ein generelles Konsumverbot für Drogen rechtfertigen, denn wenn solch ein Verbot rigoros durchgesetzt wird (wie das etwa in Singapur geschieht), dann bewahrt man nicht wenige vor einer sie versklavenden , lebenszerstörenden Sucht. Eigentlich seltsam, dass sich heute ein Verbot der Prostitution oder das Einfordern Politischer Korrektheit viel leichter durchsetzen lässt als eine Ächtung von Drogen.

  13. @Querdenker: Status quo

    Na ja, die Kriminalisierung nutzt eben bestimmten Gruppen; und abhängige Menschen werden ihre Wege suchen und oft auch finden, um an ihr Mittel zu kommen.

    Für die gesellschaftspolitische Beurteilung erinnere ich noch einmal an das Interview mit Jan Fährmann: Warum repressive Drogenpolitik nicht funktioniert

    Ich will hier aber explizit die gesellschaftliche Ebene miteinbeziehen, wie Sie es auch ansprechen: Der Druck, so schnell wie möglich so erfolgreich wie möglich zu sein; erlebte Langeweile und Sinnlosigkeit unseres Wirtschaftssystems, die zu Eskapismus und anderen Vermeidungsstrategien führen; und so weiter.

  14. @Holzherr: Gesellschaft

    Die Lebenserwartung von Männern ist übrigens in allen Ländern, soweit mir bekannt, geringer als die von Frauen. Aber in Russland ist der Unterschied besonders extrem, ja.

    Und man sollte in der Tat nicht vergessen, dass viele dieser Medikamente und Drogen Bewusstseinszustände erzeugen, wie sie vom gesellschaftlichen Mainstream gewünscht sind: produktiv, anpassungsfähig, zufrieden, wenn auch nur an der Oberfläche. Aldous Huxleys Schöne neue Welt lässt grüßen!

  15. Für Eltern, die ihre Kinder vor Drogenkontakt fernhalten wollen ist das meist eine ganz praktische Frage und nicht unbedingt die Frage ob eine repressive Drogenpolitik wirksam ist oder nicht. Solche Eltern wählen dann – falls sie über die finanziellen und rechtlichen Optionen verfügen – etwa die „richtige“ Schule für ihre Kinder. Eine Schule, die direkt oder indirekt Drogengebrauch verhindert oder aufdeckt.

    Drogenkonsum ist lange nicht für alle das gleiche Problem. Zudem gibt es Phasen der Verletzlichkeit. Etwa in der Jugend/Pubertät wo eventuell die Weichen fürs ganze spätere Leben gestellt werden.

  16. @Holzherr: Kinder/Jugendliche schützen

    Das ist ein hehres Ziel, der Bericht der Deutschen Herz-Stiftung zeigt aber doch gerade, dass die Jugendlichen bzw. jungen Erwachsenen aus “bürgerlichem Hause” in Clubs gehen und da Pillen in Herz-, Drachen- oder anderer Fabelwesenform kaufen und noch nicht einmal wissen, was sie da eigentlich schlucken. Wahrscheinlich machen sie das schlicht, weil das “in” ist und ihre coolen Freunde das auch machen.

    Mal aus meinem eigenen Leben: Ich hatte meinen ersten Drogenkontakt im Alter von 13/14 Jahren (Zigaretten, Alkohol, Cannabis). Zigaretten konnte man damals überall am Automaten kaufen, wenn man nur ein Fünfmarkstück hatte. Alkohol war leicht Zugänglich und ich konnte als Minderjähriger auch ein paarmal “harten Alkohol” kaufen, den man legal erst ab 18 bekam. (Ich war groß und sah vielleicht ein Bisschen asozial aus; da fragte man nicht nach dem Ausweis.)

    Meine “bürgerlichen” Freunde damals wiederholten immer das (vielleicht von ihren Eltern aufgeschnappte) Mantra: “Wir brauchen keinen Alkohol, um Spaß zu haben.”

    Mir wurde das Ganze mit 16 Jahren langweilig und ich hörte im Wesentlichen auf. Jedenfalls folgten keine Exzesse mehr. Gekifft habe ich seit ich 16 bin nicht mehr, mit einer Ausnahme zum 19. Geburtstag meines besten Freundes (Sohn eines “hohen Tiers” bei der Polizei, ha ha); schön war das aber nicht mehr. Mit dem Rauchen habe ich seit 19 völlig aufgehört. Und ich bin Gelegenheitstrinker, ja, nachdem ich vor nicht allzulanger Zeit eineinhalb Jahre lang so gut wie gar nichts mehr getrunken habe.

    Interessant ist aber, was mit den “bürgerlichen” Freunden geschah, als die mit 16 endlich trinken “durften”. “Ich brauche keinen Alkohol, um Spaß zu haben”, war schnell vergessen. Einige sind richtig abgestürzt – zum Teil mit irreversiblen Folgen. Manche kamen gar betrunken in die Schule (Gymnasium) oder es lief dann im Zivildienst/Wehrdienst/Studium völlig aus dem Ruder. Ein paar stiegen dann auch auf harte Drogen um.

    Oder Schauen Sie sich die Exzesse an den amerikanischen Colleges an, wo man erst ab 21 Jahren trinken darf. Und dann kommen mit den Saufgelagen der gutbürgerlichen Kinder in den Burschen- und Schwesterschaften (engl. fraternities, sororities) plötzlich Vergewaltigungsbeschuldigen mit ins Spiel!

    Was will ich hiermit sagen? In unserer Welt kann man seine Kinder nicht ewig von Drogen fernhalten. Man kann ihnen meiner Meinung nach aber beibringen, vernünftiger damit umzugehen. (Ich hatte Glück und hätte mit 14, 15 auch ersticken können.)

    Die jungen Menschen darüber zu informieren, was Amphetamine etwa mit ihrem Herzen machen können, gehört dazu. Die repressive Politik treibt die Konsumenten aber zu zweifelhaften Gestalten in dunklen Ecken in den Clubs oder dunklen Straßen in den Städten, die gefährlichere Mittel verkaufen.

Schreibe einen Kommentar