Doggerbank – versunkene Landschaft in der Nordsee
BLOG: Meertext
Die Doggerbank ist heute eine ausgedehnte, untergetauchte Sandbank in der zentralen Nordsee. Teile davon in der Ausschließlichen Wirtschaftszone Deutschlands und der Niederlande sind aufgrund ihrer reichen Biodiversität als Meeresschutzgebiete ausgewiesen.
Doggerlands Steinzeit-Landschaft
Wie die ganze Nordsee ist auch die Doggerbank geografisch sehr jung: das Gebiet von 300 bis 350 km Länge in Ost-West Richtung und bis zu 120 km Breite entstand erst nach dem Ende der letzten Eiszeit, zunächst war sie vermutlich eine Moränenbildung des Pleistozäns in der Mündung des zu dieser Zeit viel weiter reichenden Rheins. Als während der Vereisung der Meeresspiegel bis zu 100 m niedriger als heutzutage lag, war Doggerland eine Landverbindung zwischen England und dem Festland und von Menschen besiedelt.
In der Mittelsteinzeit um etwa 6500 v. Chr. zerbrach die Kreidefelsverbindung zwischen dem heutigen Dover und Calais, Doggerland wurde allmählich von Atlantik und Nordsee überspült. Um 6150 v. Chr. löste dann eine gigantische Hangrutschung am Kontinentalschelfabhang der norwegischen Küste die gewaltige Storegga-Rutschung aus. In den anschließenden Tsunamis versank das nur wenige Meter aus dem Meer ragende Doggerland endgültig und wurde zur untergetauchten Sandbank Doggerbank. Damit versanken auch zahlreiche Relikte steinzeitlicher Besiedlung, so finden heutige Fischer regelmäßig Reste von Mammuts oder Hirschen sowie steinzeitlicher Werkzeuge und Waffen in ihren Schleppnetzen. Außerdem tauchten gerade vor den englischen Küsten bei flachem Wasser immer wieder versunkene Baumreste auf, Relikte einstiger Wälder.

Obwohl bereits um 1959 erstmals beschrieben und seit 1965 von der University Warwick erforscht, wurde diese versunkene Steinzeitlandschaft erst in den letzten Jahrzehnten bekannter – technische Fortschritte erlaubten die detaillierte archäologische Forschung unterhalb der Oberfläche der launischen Nordsee. Das North Sea Palaeolandscape Project kartiert den Nordseeboden und rekonstruiert mit 3D seismischen Daten die Landschaft, in der die Menschen des Mesolithikums lebten.
2025 ermöglichte sedimentary ancient DNA (sedaDNA) aus Bohrkernen des Nordsee-Sediments die Rekonstruktion längst vergangener Pflanzengesellschaften wie Wälder – hier wuchsen um 16.000 v. Chr. und damit viel früher, als bislang gedacht, Baum-Arten „aus gemäßigten Waldgebieten, darunter Eiche, Ulme und Hasel, bereits Tausende von Jahren früher […], als dies aus britischen Pollenaufzeichnungen hervorgeht. Auch die Linde (Tilia), ein wärmeliebender Baum, taucht etwa 2.000 Jahre früher auf, als bisher auf dem britischen Festland dokumentiert, was darauf hindeutet, dass Gebiete in Doggerland während der letzten Eiszeit möglicherweise als nördliches Refugium gedient haben“. Doggerland war offenbar während des kühleren Klimas eine
Zeitkapsel für Bäume, so wie das Sediment eine Zeitkapsel für die Baum-Diversität ist.
Diese Erhaltung von Holz, Knochen und anderen Materialien wurde durch die anoxischen Bedingungen im Nordsee-Sediment ermöglicht: Wenn man am Nordseestrand die obere Sandschicht im Watt wegkratzt, kommt darunter oft schwärzlicher, nach Schwefelwasserstoff stinkender Matsch zum Vorschein. Darin werden Knochen, Holz u a organische Bestandteile schwarz gefärbt, aber vor bakterieller Zersetzung bewahrt.
Dieses Video gibt einen guten Überblick über diese versunkene Landschaft:
Zum Weiterlesen:
Jason Urbanus: Mapping a Vanished Landscape – Evidence of a lost Mesolithic world lies deep beneath the dark waters of the North Sea (Letter from Doggerland March/April 2022
Sandbanksystem voller Meeresleben
Die heutige Doggerbank liegt in durchschnittlich 30 m Tiefe und ist damit wesentlich flacher als die restliche Nordsee mit durchschnittlich fast 90 m Wassertiefe. An manchen Stellen sind es sogar nur 13 Meter bis zur Wasseroberfläche. Damit gehört die Sandbank zum sogenannten Sublitoral und ist als „Sandbank mit nur schwacher ständiger Überspülung durch Meerwasser“ durch die Fauna-Flora-Habitatrichtlinie der Europäischen Union geschützt, in deutschen und niederländischen Gewässern sind Meeresschutzgebiete ausgewiesen. Weitere Teile des Systems aus Sandbänken gehören zu England und Dänemark, auch dort sind MPAs (Marine Protected Areas) ausgewiesen.
Guter Einführungsfilm des BfN für das Naturschutzgebiet Doggerland:
Der flache Sand- und Kiesboden ist wenig von Pflanzen und Algen bewachsen und bietet artenreichen Sandbodengemeinschaften ein Zuhause – von der winzigen Meiofauna im Sandlückensystem über viele Borstenwürmer und Seefedern bis zu grabenden Krebsen.
Außerdem bestehen etwa im deutschen Areal intakte Muschelbänke aus Pferde- oder Großen Miesmuscheln, die ein reich gegliedertes Habitat für viele andere Arten sind. Die mit ihren Byssusfäden fest verklebten Muscheln sind ein künstlicher fester Untergrund, auf dem andere Tiere oder Algen sich ansiedeln können, gleichzeitig bildet ihre dreidimensionale Riff-Struktur wie eine „Stadt unter Wasser“ viele Schlupfwinkel mit unterschiedlichen Licht- und Strömungsbedingungen zum Verstecken.
Das flache Wasser über der Sandbank erwärmt sich stärker und schneller. An den Rändern hingegen wird die Nordsee schnell tiefer und kühler, dort entstehen auch starke Strömungen. Das Aufeinandertreffen dieser unterschiedlichen Wasserkörper und die Strömungen führen zu einem Gewimmel von Plankton, Fischen und anderen Meeresbewohnern. Das massenhaft auftretende Plankton und Benthos (am Boden) bietet viel Beute-Biomasse für Fische, sowohl Jungfische, als auch erwachsene Fische meist kleinerer Arten jagen hier. Der Fischreichtum zieht wieder Schweinswale, Haie und Rochen an. Die Nordseeschweinswale finden dort etwa die kleinen, aber fetten Sandaale – kleine Fische, die hier zu Tausenden aufrecht im Sand stecken (und nichts mit Aalen zu tun haben, sondern klein und gestreckt sind). Vor allem Schweinswalmütter bekommen dort ihre Kälber satt. Auch Gruppen von Weißschnauzendelphinen jagen gern in diesem Revier. Außerdem ziehen die Planktonwolken besonders viele Zwergwale an, die kleinsten Bartenwale des Nordatlantikbereichs, sowie die ebenfalls planktonfiltrierenden Riesenhaie.
Das flache Areal voller Sandaale ist außerdem die Lebensgrundlage der an den umliegenden Küsten lebenden Papageientaucher-Brutkolonien und manch anderer Seevögel. Aber auch Basstölpel, Trottellummen, Eissturmvögel und verschiedene Möwen finden hier reichlich Fisch – sie stürzen sich aus der Luft ins Wasser und erbeuten die leicht erreichbaren kleine Fische und Krebse auf der flachen Doggerbank.

Rewilding Doggerbank
Da die Doggerbank in den letzten Jahrtausenden von vielen Schiffen befahren wurde, von denen so manche sanken, bilden Wracks auf dem Meeresboden künstliche Riffe und reiche Lebensräume – die Dogger Bank Expedition 2021erbrachte Daten und Bilder zu diesen künstlichen Ökosystem. Dazu gehören auch Wracks, bewachsen von Algen, Polypen und anderen festsitzenden Organismen sowie dort festgehakte Hai-Eier und Oktopusse, die es als Deckung nutzt. Außerdem wohnen dort auch große Hummer und ganze Kolonien pastellfarbener Manteltiere.

Der Fischreichtum der Doggerbank zieht seit jeher auch Fischer an. Durch die intensive Fischerei der Neuzeit, die oft den Meeresboden regelrecht umpflügt und Riffe zerschlägt, sowie den schlechten Zustand der Nordsee etwa durch Schadstoffe ist auf Teilen der Doggerbank bereits ein Teil der Artenvielfalt verloren gegangen. Bisherige Einschränkungen der Fischerei reichen bei Weitem nicht aus. Wegen der großen Bedeutung dieses Teils der südlichen Nordsee für Meeressäuger und -vögel sowie ganze Meeresökosysteme fordert eine internationale Koalition im Endangered Landscapes and Seascapes Programme, an der auch die deutsche NGO BUND beteiligt ist, neben einem vollständigen Fischereiverbot das Rewilding dieser großen Sandbank. Der bisherige Meeresschutz geht ihnen nicht weit genug, da er keinesfalls die zerstörerische Nutzung dieses ökologisch bedeutsamen Gebiets ausschließt. Bislang ist nicht einmal die bodenberührende Fischerei vollständig aus dem Gebiet verbannt, die verheerende Auswirkungen hat. Stattdessen fordert die Koalition die „Wiederherstellung geschädigter Lebensräume zur Förderung der marinen Artenvielfalt, zum Wiederaufbau von Riffsystemen und zur Sicherung der langfristigen ökologischen Widerstandsfähigkeit in der Nordsee“.
Die britische Regierung hatte im Juli 2022 in ihrem 12.000 km2 umfassenden Teil der Doggerbank die bodenberührende Fischerei verboten. „Dies könnte eine Erholung und teilweise Rückkehr der ursprünglichen Lebensgemeinschaften zur Folge haben. Denn mit der Strömung gelangen auch Larven der Trogmuschelarten aus anderen Teilen der Nordsee zur Doggerbank. Bisher hatten sie hier jedoch keine Chance, heranzuwachsen. Höchstens als Jungtiere kamen sie noch sporadisch vor.“ Vom Schutz eines Meeresabschnitts profitieren, da dort Jungtiere geschützt heranwachsen können, letztendlich auch die Fischerei.
Auch niederländische Meeresschützer bemühen sich um die Einschränkung der Fischerei: „Am 11. Mai 2026 entschied das Bezirksgericht Den Haag, dass niederländische Grundschleppnetzfischer nicht mehr wie bisher ohne Genehmigung im geschützten Natura-2000-Gebiet Doggerbank fischen dürfen. Eine derartige generelle Ausnahmeregelung für diese schädliche Fischereimethode verstoße gegen geltendes Naturschutzrecht, urteilte das Gericht. Die Entscheidung ist ein bedeutender Sieg gegen die zerstörerischste aller legalen Fischereimethoden.“ Allerdings hat der holländische Landwirtschaftsminister Jaimi van Essen am 1. Juni 2026 eine einstweilige Verfügung beantragt, die die Fortsetzung der Grundschleppnetzfischerei ohne Genehmigung ermöglicht. Gleichzeitig habe er angekündigt, Berufung gegen das Urteil des Bezirksgerichts Den Haag einzulegen.
Eine weitere Folge der Fischerei ist neben der Lebensraumzerstörung des Bodens und der Überfischung der erschreckend hohe Anteil vor allem junger Seehunde und Kegelrobben als Beifang: Die eindeutigen Verletzungen etwa am Hals oder an den Flossen bzw. amputierter Flossen führen oft zum Tod der Meeressäuger. Jungtiere werden dadurch oft skalpiert, bzw. wird der obere Teil des noch weniger verknöcherten Schädels weggerissen. Forschungsergebnisse von 2021 zeigen, dass das Beifang-durch-Fischerei-Problem wesentlich größer ist, als bislang angenommen – in einem Abschnitt des Ärmelkanals sind dort offenbar Hunderte von Seehunden und Kegelrobben vor allem in den Stellnetzen und Stellnetz-Verwickelnetzen gestorben – seit 2017 ist die Todesrate sprunghaft angestiegen.
Windparks auf der Doggerbank?
Gerade die südliche Nordsee und somit auch die Doggerbank liegen inmitten hochindustrialisierter Länder, die immer mehr dieser Meeresfläche nutzen. Neben Schifffahrt und Fischerei gehört dazu längst auch der Ausbau der Offshore-Windenergie. 2024 betonte eine unabhängige Studie, dass die Doggerbank dafür geeignet sei und so zur Dekarbonisierung Deutschlands mit beitragen kann. Und, welche Grenzen es in diesem Ökosystem für den Windkraftabbau gibt: „Eine Bewertung der Schutzgüter im räumlichen Zusammenhang ergab, dass auf einer dreistufigen Skala (gering, mittel, hoch) dem gesamten NSG „Doggerbank“ ganzflächig für die Schutzgüter Pelagische Primärproduktion, Benthische Lebensräume, Fische, Rastvögel, Zugvögel und Marine Säugetiere eine mindestens geringe bis mittlere Bedeutung zuzuweisen ist (vgl. Abbildung 1), da davon auszugehen ist, dass die genannten Schutzgüter in verschieden hohen Dichten im NSG „Doggerbank“ vorkommen.“ Dabei besteht hier Konfliktpotential mit den vor allem in den Strömungen an den Rändern der Doggerbank jagenden Schweinswale sowie den auf der Sandbank jagenden Seevögeln. Beide Tiergruppen haben höchste Schutzkategorien.
Positiv für diese und andere Zielgruppen dürfte sich der bislang schon an anderen Stellen nachweisbare Anstieg des Bodenlebens auswirken: Windparkfundamente sind künstliche Riffe, auf denen sich viele Lebensformen ansiedeln, die wieder Fische und größere Meeresbewohner anziehen. Beim Ausbau solcher Offshore-Windparks auf dieser Sandbank müssen jedenfalls unbedingt die naturschutzrechtlichen Anforderungen eingehalten werden – vor Zerstörung, Schall und anderen Bedrohungen des reichen Meereslebens. Dafür seien auch noch weitere Grundlagenforschungsprojekte nötig, etwa zu den Routen der Zugvögel in diesem Areal.
Die Empfehlung der Studie lautet: „Im Ergebnis lässt sich festhalten, dass die „Doggerbank-Studie“ die bis zum jetzigen Zeitpunkt bekannten Sensitivitäten der relevanten Schutzgüter gegenüber der Nutzung des NSG „Doggerbank“ durch Offshore-Windenergie aufzeigt. Kenntnislücken wurden konkretisiert und Lösungsansätze für offene Fragestellungen formuliert, sodass zu einem späteren Zeitpunkt vor dem Hintergrund umfassenderer Kenntnisse eine fundierte Entscheidung bzgl. der Nutzung des NSG „Doggerbank“ durch Offshore-Windenergie getroffen werden kann. Da der Bau von Offshorewindenergieanlagen immer einen Eingriff in den marinen Lebensraum darstellt, bleibt diese Entscheidung eine politische Entscheidung zwischen Klima- und Biodiversitätsschutz.“
Neben dem Beifang, dem Unterwasserlärm, der Schadstoffbelastung und Lebensraumzerstörung leiden gerade flache Schelfmeere wie die Nordsee zunehmend unter der Klimakrise – die schnelle Wassererwärmung hatte bereits in den letzten Jahrzehnten zu einem Schrumpfen der Brutkolonien und ausgedehnten Seevogelsterben rund um die Nordsee geführt und diese Populationen dauerhaft verringert. Dazu kommen immer häufiger verheerende Zoonosen wie die Vogelgrippe, die durch industrielle Tierhaltung und Meereserwärmung vorangetrieben werden und immer wieder Artgrenzen überspringen.
Auch wenn ich pro-Windkraft-Ausbau bin: Auch nachhaltige Energien müssen mit möglichst geringem ökologischen Impact geplant und erzeugt werden.
Eine weitere Nutzungsform auch der südlichen Nordsee sind Offshore oder küstennahe Raketenstartbasen privater Unternehmen wie SpacePort North Sea in Esbjerg, Saxavord auf der nördlichen Shetland-Insel Unst oder die geplante deutsche Startbasis GOSA (German Offshore Space Alliance) auf einer beweglichen Plattform. Sie sollen den wachsenden Markt kleiner Satelliten-Starts befriedigen. Das Bundesumweltministerium und NGOs fürchten, dass Abgase, Lärm und mechanische Störungen wie der Abwurf von Raketenstufen das ohnehin angeschlagene Ökosytem noch weiter belasten wird. Ich befürchte das auch. Allerdings habe ich den Eindruck, dass dieses Problem vernachlässigbar ist, da seit Jahren der große Durchbruch vorhergesagt wird, ohne dass wirklich viel passiert. Das Geschäftsmodell scheint zumindest zurzeit eher von Aufbruchstimmung als von Aufträgen zu leben.
Wird Zeit, dass wir Ersatz für Fische als Nahrung entwickeln. Zu viel wird dafür kaputt gemacht.
@Sascha: Definitiv! Oder jedenfalls extrem reduzieren
> war sie vermutlich eine Muränenbildung des Pleistozäns
Eine Muräne ist ein schlangenartiger Fisch. Moräne war gemeint.
> und wurde untergetauchten Sandbank Doggerbank.
… wurde _zur_ Sandbank?
> Rewilding Doggerbank
Renaturierung vielleicht? „Rewilding“ kenne ich nicht.
@Fehlerteufel: Danke, ist korrigiert.
Nein, Renaturierung ist etwas anderes als Rewilding. Beim Rewilding soll ein Ökosystem sich selbst überlassen bleiben und sich dann wieder in einen möglichst ursprünglichen Zustand entwickeln. Dabei geht es ausdrücklich darum, menschliche Aktivitäten zu unterlassen. Ein moderner, etwas naturromantischer Ansatz, der aber an manchen Stellen ganz gut funktioniert. Z B soll wieder Megafauna einwandern. In Deutschland sollen so z B wieder Elche und Wisente einwandern, oder auch Biber und Wölfe. Sie sollen dann wieder für Biodiversität und natürliche Regulierung von Landschaften und Tierpopulationen sorgen.
https://rewildingeurope.com/callforawildereurope/de/
Gleich zu Anfang ein Fehler: Muränenbildung. Richtig ist Moränenbildung.
@Johannes: Auweia – die Muräne hätte mich eigentlich beißen müssen : )
Ob Moräne, Muräne oder Maräne. Egal, fängt alles mit „M“ an. 😆
@RPGNo1: Dieser ganze Wirbel um Mu-, Mo- und Maräne könnte bei empfindlichen Gemütern Migräne verursachen : )
Sehe ich das richtig, dass die Themse zu Zeiten des Doggerlandes in den Rhein gemündet ist?
@Gernot Back: Ja, das ist korrekt
Die Doggerbank ist keine Sandbank „auf der Vögel jagen“. Die dortige Wassertiefe liegt z.Zt. bei mind. 20 Meter. Siehe „Eine neue Meeresspiegelkurve für die südliche Nordsee“ von Prof. Dr. Karl-Ernst Behre, Niedersächsisches Institut für historische Küstenforschung.
@G. Schroeder: Haben Sie von meinem Beitrag mehr als den ersten Satz gelesen?
Ich habe an mindestens 10 Stellen geschrieben, dass die Sandbank Doggerbank vollständig untergetaucht ist. Außerdem steht auch explizit `drin, dass dort Seevögel nach Sandaalen tauchen.
Um weitere Mißverständnisse zu vermeiden, habe ich es jetzt auch im ersten Satz noch ergänzt.
Danke für den tollen Beitrag!
Der Link zu dem Paper über den Storegga Slide geht ja auf eine Kopie beim Internet Archive – hat bei mir auch funktioniert, aber ich glaube es wäre nachhaltiger, (auch) den „offiziellen“ DOI-Link des Papers zu nennen. Open Access ist es unter seiner DOI ja ohnehin zugänglich. https://doi.org/10.4312/dp.35.1
@Lambert Heller: Danke, gute Idee!
Vor 6.500 Jahren war die Doggerbank mehrere Meter über dem Meeresspiegel. Dann stieg dieser an. Vermutlich als Ergebnis der abklingenden Eiszeit. Heute liegt die Doggerbank laut Text mindestens 13 m unter Null. Macht ca 15 Meter Meeresspiegelanstieg in 6.500 Jahren bzw. 2,5 mm pro Jahr. Das deckt sich mit dem heutigen jährlichen Meeresspiegelanstieg.
@Ron Schmitz: Die 13 Meter sind der höchste Punkt der Doggerbank, an anderen Stellen liegt sie bis zu 30 Metern tief. Der Meeresspiegelanstieg verlief seit Ende der letzten Eiszeit nicht linear, sondern auch mit großen Flutwellen, etwa dem Brechen der nordamerikanische Eisbarriere und dem Tsunami nach der Storegga-Rutschung. Temperaturveränderungen können z B mit dem Abtauen von Eismassen und -barrieren die viel zitierten Kipppunkte auslösen und dann z B gewaltige Flut-Events auslösen. Genau davor warnen die Klimaforschenden ja gerade.