Der Buckelwal in der Ostsee – der nächste Akt des Wal-Dramas

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Der seit Ende März wiederholt auf Sandbänken in der Ostsee gestrandete Buckelwal hatte eine große Rettungsaktion ausgelöst: Wal-ExpertInnen von ITAW (Instituts für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung), dem Deutschen Meeresmuseum und Greenpeace sowie andere hatten sich bemüht, den gestrandeten Meeressäuger wieder freizubekommen. Das um 11 Meter lange halbwüchsige Männchen hatte sich aus dem Nordatlantik bzw. der Nordsee kommend in die Ostsee verirrt. Dort hatte er sich in Fischereigerät verheddert und war schließlich gestrandet.

Warum geht es dem Wal nicht gut?

– ein fitter, gesunder Wal strandet äußerst selten – meist sind Schwäche, Krankheit oder Verletzungen der Grund
– aufgrund des schwachen Salzgehalts in der Ostsee muss ein Wal hier viel mehr Schwimmleistung aufbringen
– der schwache Salzgehalt wirkt sich auch negativ auf seine Physiologie und die Haut aus
– außerhalb des Wassers wächst der Druck der Luft auf seine inneren Organe an, er bekommt Atmungs- und Kreislauf-Probleme
– dieser Wal hatte sich in Fischereigeschirr verheddert, dies konnte nur teilweise entfernt werden
– er hat an der Seite zumindest eine weitere Fleischwunde durch einen Schiffspropeller
– mittlerweile hat er seit Wochen nichts gefressen
– da sein Rücken aus dem Wasser ragt, ist seine Haut mittlerweile erheblich geschädigt
– die Strandung und die Nähe der Menschen bedeuten für einen Ozeanbewohner viel Stress

Für Großwalstrandungen in deutschen Gewässern gibt es noch keine detaillierten Protokolle wie in den USA, Kanada oder Groß-Britannien, da sie bei uns äußerst selten vorkommen.
Nach Konsultationen anderer europäischer Walstrandungs-Netzwerke wie den British Divers – Marine Life Rescue (hier ist ihr Statement dazu), der Internationalen Walfang-Kommission, die seit den 1980-er Jahren eine Walschutz-Organisation ist (hier das IWC-Statement zum Ostsee-Buckelwal) und anderen Institutionen kamen ITAW und DMM zu ihrem Gutachten und ihrer Einschätzung.
Solche Expert:innen in Deutschland und anderswo forschen und publizieren ihre Erkenntnisse und Erfahrungen. Ihre Ergebnisse und Handlungen müssen sie vor anderen Forschenden begründen. Auf der Basis solchen Austausches auch auf Wal-Konferenzen und Workshops entstehen Handlungs-Leitfäden etwa für die Strandung lebender Wale. Dann werden auch weitere Personen wie etwa Taucher:innen oder andere mit einbezogen und sie arbeiten alle gemeinsam an Walstrandungen.

Mehrere Tage versuchte das Team den Wal mit verschiedenen Methoden wieder zum Schwimmen zu bringen (Refloating). Letztendlich vergeblich. Sein Überleben ist unwahrscheinlich.

So zogen sich die deutschen Biolog:innen, Tierärzt:innen und anderen Helfenden schließlich zurück, um den Meeressäuger nicht noch weiter zu stressen.
Selbst ausgewiesene Walschutz-Organisationen wie Greenpeace, Sea Shephard oder Whale and Dolphin Conservation (WDC) halten die Rettung des Buckelwals längst für aussichtslos.

Wäre eine Euthanasie möglich?

Auch die Euthanasie des Buckelwals wurde diskutiert.

Grundsätzlich ziehen Tierärzt:innen Euthanasie in Erwägung

  • bei schweren Verletzungen
  • schlechtem Gesundheitszustand (abgemagert, …)
  • wenn ein Wal zu lange auf dem Trocknen liegt – nach 24 Stunden (British Divers) bzw nach 1 – 2 Tidenzyklen (NOAA)

Die British Divers – Marine Life Rescue schreiben in ihrem Statement dazu:

  • Euthanasie kommt vor allem bei kleinen und mittelgroßen Walen in Betracht
  • in UK werden zurzeit chemische (tödliche Injektion) oder ballistische (Hochleistungsgewehr) Verfahren angewendet
  • die schiere Größe des Tieres ist ab einem bestimmten Punkt ein limitierender Faktor – für beide Methoden

Die sehr erfahrenen Strandungs-Experten der NOAA (USA) schreiben dazu:

  • es gibt verschiedene chemische und physische Methoden:
    Chemisch: Injektionen oder Inhalation
    Physisch: ballistische Methoden
  • die humanste Methode ist:
    „Dem Wal wird
    zunächst eine hohe Dosis eines starken Beruhigungsmittels und eines Analgetikums (Schmerzmittel) verabreicht, bevor ihm die Dosis Kaliumchlorid verabreicht wird, um das Herz zum Stillstand zu bringen. Die ersten Dosen werden mit langen, dünnen Nadeln verabreicht, die kaum Schmerzen verursachen, ähnlich wie bei einer Impfung. Das Kaliumchlorid wird dann über eine große intrakardiale Nadel verabreicht, die bis zum Herzen reicht.“
  • Ein Erschießen des Wals durch ein großes Kaliber muss mit einem Schuß ins Hirn treffen und töten.
    Bei größeren Walen können die Größe und Dichte ihres Schädels das Eindringen der Kugel behindern

Alle Stranding Networks weisen darauf hin, dass solch sehr nahe Arbeit an einem lebenden größeren Wal vor allem durch Bewegungen der Brust- und Schwanzflossen-Bewegungen die menschlichen Helfenden gefährdet.

An einem so großen Tier wie dem in der Ostsee gestrandeten Buckelwal, der sich bei Annäherung von Menschen immer wieder bewegt, wäre der Versuch der Euthanasie wirklich gefährlich und sicherlich auch sehr schwierig. In diesem Fall kam die Euthanasie also aufgrund der Größe des Wals und seiner Strandung auf der Sandbank nicht in Frage.

Wal-Kampf

Jetzt ist um den Buckelwal ein wütender Kampf entbrannt:
bÖhZe Biolog:innen und Tierärzt:innen sollen den Wal aufgegeben haben, weil sie sein Skelett im Museum ausstellen und den Rest des Körpers zu Biodiesel verarbeiten wollten. Eine Gegenbewegung – offenbar ein Ableger des US- StrandedNoMore-Netzwerks gründete sich und erhob in einem gewaltigen Manifest schwerwiegende Anklagen.
Dazu kamen die Initiative einer Hauruck-Rettungsaktion von Mediamarkt-Gründer Walter Gunz und Karin Walter-Mommert, einer Unternehmerin im Pferdesport, die allerdings auch ins Leere verlief: Stattdessen löste sich der Wal am 20.04. morgens von seiner Sandbank und schwamm selbst ein wenig – um dann nach einigen Kilometern wieder zu verharren. Einige Boote wollten ihn geleiten, was aber nicht klappte.

So ist der bedauernswerte Wal längst vom gestrandeten Meeressäuger zu einer Projektionsfläche für die erbitterte Auseinandersetzung um die Deutungshoheit der Strandung, Motive von Walforschenden und Walschutz geworden. Und darum, wer denn nun Expert:in ist und für einen Buckelwal sprechen und entscheiden darf.

Warum ich die Leute von ITAW, DMM und andere genannte für kompetent halte, habe ich oben schon erklärt.

Das Grüppchen um Gunz und Walter-Mommert ist bunt gemischt und hat offenbar sehr unterschiedliche Vorstellungen: Eine Tierärztin aus Hawaii scheint Wal-Kompetenzen zu haben, ist aber nach einem Tag schon wieder wütend abgereist. Andere Beteiligte scheinen mehr an Selfies und ihren Social Media-Posts interessiert zu sein.
Es scheint keinerlei Einigkeit oder Idee zu geben, wie man den Wal, der offenbar verwirrt hin- und her schwimmt, nun wirklich helfen könnte. Der Bericht im Nordkurier erweckt den Anschein, als ob die meisten Beteiligten eine Wal-Show abziehen, ohne Sinn und Verstand.

Aber wie steht es um die Expertise von StrandedNoMore und das Manifest des deutschen Ablegers?

StrandedNoMore

Zunächst fällt mir an der StrandedNoMore-Website auf, dass weder ein Impressum (im deutschen Internet herrscht Impressumspflicht) noch Personen genannt sind. Stattdessen handelt es sich um eine anonyme WatchDog-Group.

Ich habe mal etwas in deren Reports und Statistiken gestöbert. Da fällt mir zunächst auf, dass die Pottwal-Strandungen an den dänischen Küsten im Februar 2026 als „failed“ und „abandoned“ mit blutrünstiger Graphik plakatiert werden. Ich interpretiere das als Anklage gegen die bösen Wissenschaftler:innen, die keine Rettung versuchten.
Das zeugt von absolut fehlender Sachkenntnis zu Pottwalstrandungen in der Nordsee – diese tieftauchenden verirrten Meeresriesen sind leider verloren. Warum, hatte ich hier anhand der 2024-er Massenstrandung an englischen Küsten erklärt.
Diese Strandungen sind seit Jahrhunderten dokumentiert und gut untersucht – wer diese Fakten nicht kennt, braucht mir nichts über Wale zu erzählen.
Weiter fällt auf, dass unter den Dokumentationen nur wenige Fälle willkürlich herausgegriffen sind.

Unter Statistiken finden sich dann wenig aussagekräftige Zahlen von Strandungen, den wieder ins Meer gebrachten, verstorbenen und euthanasierten Walen. Auch hier stehen wieder willkürlich herausgegriffene Zahlen ohne Quellenangaben und Sachverstand: So soll etwa das Tansanische Fischerei- und Umweltministerium weit mehr Wale wieder refloated haben, als neuseeländische und australische Organisationen. Das kann nicht stimmen. In Australien und Neuseeland stranden jährlich sehr viele vor allem Grindwale, aber auch andere kleinere Zahnwale – mehr dazu hatte ich hier geschrieben. Und von diesen vermutlich verirrten Tieren werden durch gut ausgebildete Stranding Networks meist sehr viele wieder refloated.

Einer der wichtigsten Grundsätze bei Walstrandungen ist:
– Jede Art, in jeder Region strandet aus unterschiedlichen Gründen.
Wale stranden selten in gutem Gesundheitszustand (da sind Grindwale die Ausnahme).
Wer Strandungen nicht differenziert betrachtet, hat keine Wal-Expertise.
Darum halte ich StrandedNoMore für unglaubwürdig.

Hat die deutsche STRANDED NO MORE-Gruppe Wal-Ahnung?
Die Öffentliche Stellungnahme als Antwort auf das DMM/ITAW-Gutachten vom 7. April 2026 liest sich nach einer geharnischten Anklageschrift.

Sie startet unter 1. mit direkten Beschuldigungen namentlich genannter Wissenschaftler:innen (das hat für mich ein Geschmäckle von rechtspopulistischer Taktik – indem einzelnen Wissenschaftler:innen angegriffen werden, sollen sie eingeschüchtert, an den Pranger gestellt und mundtot gemacht werden. In diesem Fall kam es sogar bis zu Morddrohungen.).

Unter 2. werden dann Publikationen angeführt, die angeblich die ITAW und DMM angeblich ignoriert haben.
Hier werden z B US-amerikanische (NOAA) und australische/neuseeländische Strandungs-Leitfäden zitiert.
Allerdings hat StrandedNoMore diese entweder nicht ganz gelesen oder nicht verstanden.

NOAA schreibt nämlich, dass größere Wale grundsätzlich nur sehr selten refloated werden können. Gerade das Zurückziehen ins Wasser am Schwanz sei oft sehr kritisch, weil es den Wal schwer verletzt.

Unter 3. unterstellt StrandedNoMore den beteiligten Wissenschaftler:innen „Unvertrautheit mit Walanatomie und den Mechanismen der Buckelwal-Verfangung“. StrandedNoMore belegt damit eindrucksvoll, selbst nicht einmal mit dem entsprechenden Vokabular vertraut zu: „Verfangung“ ist ungewöhnlich, „mystizete Filtrierer“ dann gar eine Neuerfindung. Der deutsche Begriff für diese Wale ist „Bartenwal“, der wissenschaftliche Mysticeti. Das liest sich für mich wie Geschreibsel von jemandem, der versucht, sich besonders gebildet auszudrücken und dabei Schiffbruch erleidet.

Vielleicht ist es fies von mir, mich über sprachliche Defizite lustig zu machen.
Aber gerade dieser Absatz zeigt besonders deutlich, dass die deutschen Walrettungs-Extremisten wenig Wal-Expertise haben und auch mit der Literatur absolut nicht vertraut sind: Die Behauptung „Sie [die Bartenwale] verschlingen massive Mengen von beutereichem Wasser durch eine sich ausdehnende ventrale Kehltasche […]“ ist einfach falsch. Bartenwale nehmen mit dem sich durch Furchen erweiternden Kehlsack (!) eine große Menge Wasser voller Beute auf. Dann pressen sie mit der Zunge das Wasser durch die Barten hinaus (das ist korrekt) und schlucken die im Maul verbliebene Beute. Das hätte man selbst aus Kinderbüchern besser abschreiben können.

Die Ausführungen zur „Entfangungsarbeit“ und „Maulverfangung“ werden dann nicht besser. Möglicherweise ist das mit einer halluzinierenden KI-Übersetzung irgendwie aus dem amerikanischen Original passiert. Mir tut es beim Lesen weh.

Unter 4. geht es zum Refloating.
Ja, manchmal hat es auch schon bei größeren Walen geklappt. In Ausnahmefällen.
Vor allem bei kleineren Walen gerade an australischen/neuseeländischen Küsten klappt es. Aber einen maximal 5 Meter langen frisch gestrandeten, gesunden Grindwal kann man nicht mit einem doppelt so langen, bereits schwer gestressten und geschwächten wesentlich schwereren Buckelwal vergleichen.

In sehr seltenen Ausnahmefällen gelingt das Refloating auch größerer Wale. Allerdings hat das vor allem in den ersten Tagen nach der Strandung Aussicht auf Erfolg.
Bei einem geschwächten, gestressten Tier besteht kaum Aussicht auf dessen Überleben.

Dann relativiert StrandingNoMore die äußeren Verletzungen und den Zustand des gestrandeten Wals. Dass dieser Meeressäuger neben den sichtbaren Verletzungen extrem geschwächt und gestresst ist, lassen sie unerwähnt.
Stattdessen versuchen sie sich in Cherrypicking und führen Literaturstellen und einzelne Strandungsberichte an.
Ziemlich inkompetent wirkt auch die Anführung der Publikation von Robbins, J. (2025) „Apparent survival of North Atlantic right whales after entanglement in fishing gear im Literaturverzeichnis: Erstens beziehen sich diese erfolgreichen Walrettungen auf die Befreiung von in Fischereileinen verhedderter Glattwale. Diese Tiere waren aber nicht gestrandet – ihre Situation mit dem Ostsee-Buckelwal ist überhaupt nicht vergleichbar.
Zweitens ist die Quellenangabe schlecht ins Deutsche übersetzt, so dass ich sie gar nicht gleich fand.

Gleichzeitig fordert StrandingNoMore eine volle klinische Untersuchung des gestrandeten Wals inklusive Blut-, Haut-, Urin- und anderen Proben sowie anderer Untersuchungen. Echt jetzt? An einem so großen Tier im Wasser, das seinen tonnenschweren Körper bewegt und mit den Flossen schlägt? Blut wird klassischerweise aus der Schwanzvene abgenommen – bei bewegungslos gestrandeten oder trainierten Walen geht das – aber hier? Realitätsfremd.

Ich breche die Analyse an dieser Stelle ab, es dürfte deutlich geworden sein, dass StrandingNoMore wenig kompetent ist.

Dass StrandedNoMore dann noch die beteiligten Institutionen und Organisationen als Kartell bezeichnet und ihnen zum Schluß mit wilden Beschuldigungen unterstellt, dass sie dem Wal absichtlich weitere Hilfe verwehren, driftet tatsächlich in Verschwörungsmythen ab.
Dann schwingt sich StrandedNoMore zum Anwalt des leidenden Meeressäugers auf und verlangt eine Überprüfung durch unabhängige Stellen.
Dass die Beurteilung des Gesundheitszustands des Ostseebuckelwals und die schlechten Erfolgsaussichten für seine Rettung von englischen Strandungs-NGOs, der IWC und WDC-Wal-Expert:innen übereinstimmt, haben die StrandingNoMore-Leute ausgeblendet. Gerade WDC ist eine ausgewiesene Walschutz-NGO – unabhängiger geht es nicht.

Fazit

Über das StrandingNoMore-Pamphlet kann ich nur den Kopf schütteln.
Ihre Wal-Kompetenz bewegt sich im sehr überschaubaren Bereich, die wüsten Vorwürfe sind haltlos.
Kein/e Wissenschaftler:in ist am Tod eines Meeressäugers interessiert.
Jede/r Wal-Expert:in wird alles für das Überleben der wunderbaren Meeressäuger geben.
Mir geht das Leiden des Buckelwals wirklich nahe. Aber ich weiß, dass er seit seiner Strandung auf der Sandbank eigentlich keine Chance mehr hatte.

Mein Kopfschütteln erstreckt sich auch auf den populistischen „Rettungsversuch“ der Mediamarkt-Gründer Walter Gunz und Karin Walter-Mommert, einer Unternehmerin im Pferdesport. Nach ihrer Hauruck-Aktion sind sie jedenfalls ganz schnell abgetaucht.
Dass Umweltminister Till Backhaus sie hat gewähren lassen, ist mir unverständlich.

Mittlerweile entwickeln sich in der Walhelfergruppe Konflikte und Personalausfall:
Der Nordkurier berichtet detailliert darüber, z Bhier und hier.
Außerdem ist die amerikanische Tierärztin Jenna Wallace wutentbrannt abgereist und wirft dem restlichen Team Inkompetenz vor. Im Interview erzählt sie, wie sich spirituell Erleuchtete und Social Media-Influencer in den Vordergrund drängen und die Arbeit mit dem Wal offenbar sogar behindern, um gute Selfies zu bekommen – ich kann das nicht verifizieren. Hört sich für mich allerdings glaubhaft an macht mich sehr wütend. Das ist nicht im Interesse des Wals – jemand sollte als Koordinator „den Hut aufhaben“ und solche Leute ggf. aus der Aktion rauswerfen. Jenna Wallace scheint als Veterinärin mit Walen gearbeitet zu haben, ich kann ihre Kompetenz allerdings nicht verifizieren. Sie scheint zu keinem aktuellen Stranding Network oder einer ähnlichen Organisation zu gehören.
Falls dieser Wal noch eine Chance haben sollte, wäre es gut, die Selbstdarsteller aus der Gruppe zu werfen. Jede unnötige menschliche Interaktion stresst den Wal.

Aber manchmal gelingt es nicht, ein Individuum zu retten.
Das ist bitter und führt zumindest bei mir zu tiefer Trauer.
Dann sollten wir unsere Anstrengungen auf den Artenschutz richten – etwa auf die Schweinswale in der Ostsee. Ihnen und anderen Walen in anderen Ozeanen ist am besten durch umfassenden Meeres- und Klimaschutz geholfen. Lasst uns daran arbeiten!

Gestern habe ich der Stern-Reporterin Miriam Hollstein Interview zum Buckelwal gegeben: „Kann Timmy noch überleben?“
Danach habe ich mich entschlossen, auch hier noch mal die neuen Entwicklungen einzuordnen.

PS: Nachdem jetzt nach dem Stern-Interview nun per Mail die ersten Beleidigungen eintreffen:
Nein, es ist mir nicht egal, wenn ein Buckelwal stirbt.
Nein, ich werde nicht gemeinsam wie Greenpeace, das Meeresmuseum und andere von dunklen Mächten im Hintergrund bezahlt, um den Buckelwal sterben zu sehen.
Sachliche Zuschriften beantworte ich wie immer gern, Beleidigungen und Verschwörungsfantasien jedoch nicht.

PS 2: Jenna Wallace hat vielleicht vorher schon mal einen Wal gesehen – aber von ihr stammt die krude Verschwörungserzählung, dass die bÖhZen Wissenschaftler den Wal tot sehen wollen, um sein Skelett im Museum auszustellen. Auweia.

Bettina Wurche in Portsmouth

Veröffentlicht von

https://meertext.eu/

Auf dem Science-Blog „Meertext“ schreibe ich über meine Lieblingsthemen: Biologie, Zoologie, Paläontologie und das Meer. Wale, Fische und andere Meeresgetüme. Tot oder lebendig. Fossile Meere, heutige Meere und Meere der Zukunft. Die Erforschung, nachhaltige Nutzung und den Schutz der Ozeane. Auf der Erde und anderen Welten. Ich berichte regelmäßig über Forschung und Wissenschaft, hinterfrage Publikationen und Statements und publiziere eigene Erlebnisse und Ergebnisse. Außerdem schreibe ich über ausgewählte Ausstellungen, Vorträge, Bücher, Filme und Events zu den Themen. Mehr über meine Arbeit als Biologin und Journalistin gibt´s auf meiner Homepage “Meertext”.

38 Kommentare

  1. @Bettina Wurche

    Ich habe mir das PDF-file von Stranded No More auch durchgelesen und habe einen anderen Verdacht.

    Es gibt keinen deutschen Ableger, der eine deutschsprachiges „Stellungnahme“ verfasst hat. Das riecht mir eher nach einer KI-unterstützte Übersetzung eines ursprünglich englischsprachigen Textes.

    Zur Erklärung: Ich mache diesen Verdacht an verschiedenen Formulierungen und Begriffen fest, die ein Mensch, besonders ein Fachmann, nie in diesem Zusammenhang verwenden würde. Ich habe in meinem Beruf schon häufiger fachliche Texte und Antworten an Kunden maschinell vom Deutschen ins Englische übersetzt, aber selbst ein gutes KI-unterstütztes Übersetzungsprogramm, wie z.B. DeepL, leistet sich durchaus immer wieder Schnitzer. Deswegen werden kritische Dokumente zwar inzwischen durch unser Übersetzungsbüro zuerst maschinell übersetzt. Danach liest aber auf jeden Fall der Diplomübersetzer noch gegen, korrigiert und passt an.

    Weiter im Text: So lief der Fall meines Erachtens ab.
    Die WatchDog-Gruppe, welches aus interessierten Laien und Aktivisten besteht, die aus den USA stammen, ist auf „Timmy“ aufgrund des internationalen Medieninteresses aufmerksam geworden. Sie hat die Stellungnahmen von ITAW und DMM per Übersetzungsprogramm vom Deutschen ins Englische übertragen.
    Dann hat sie KI-unterstützt ihr Pamphlet (im Englischen) aufgesetzt, ohne aber wirklich Ahnung von der Materie zu haben, wie an den fachlichen Mängeln und Unstimmigkeiten der Argumentation zu erkennen ist.
    Diese „Stellungnahme“ wurde dann wiederum maschinell ins Deutsche rückübersetzt, wie die sprachlichen Stilblüten aufzeigen, die auch in diesem Artikel genannt wurden und im Netz veröffentlich.
    Einen deutschen Muttersprachler, welcher zumindest die seltsamen Formulierungen auch ohne Wal- oder Bergungsexpertise hätte anpassen können, hat die „Stellungnahme“ meines Erachtens nie zu sehen bekommen.

    • @RPGNo1: Danke für Dein Feedback. Ja, diese Möglichkeit besteht auch! Wundert mich jedenfalls, dass das sonst noch niemand so benannt hat, was für ein Blödsinn das ist.
      Ich benutze tatsächlich auch Deepl, aber eben mit der entsprechenden Aufmerksamkeit und nur bei bekannter Materie. Man muss solche Texte immer nachbearbeiten.
      Allerdings sehe ich mittlerweile an so vielen Stellen schlechte KI-Texte, dass ich manchmal schon verärgert bin.

    • PS 2: Jenna Wallace hat vielleicht vorher schon mal einen Wal gesehen – aber von ihr stammt die krude Verschwörungserzählung, dass die bÖhZen Wissenschaftler den Wal tot sehen wollen, um sein Skelett im Museum auszustellen. Auweia.

      Das ist gelogen! Ihre „krude Verschwörungserzählung“, entstand bereits in den Tagen als der Wal am 23.03.2026 vor Niendorf strandete. Offiziell dann seit 02.04.2026! Die private Rettungsinitiative begann erst am 15.04.2026!

      Pressemeldungen
      Wissenschaftliche Obduktion des Buckelwales wird vorbereitet

      02.04.2026

      Nachdem das Umweltministerium des Landes Mecklenburg-Vorpommern, das Deutsche Meeresmuseum, das ITAW sowie die Umweltorganisationen Greenpeace und Sea Shepherd mitteilten, dass weitere Rettungsversuche für den Buckelwal vor der Insel Poel nicht erfolgversprechend sind, laufen derzeit vorsorglich die Planungen der Behörden und des Deutschen Meeresmuseums für die wissenschaftliche Obduktion.

      (Stralsund, 02.04.2026)

      Nach dem Transport des Wals zur Insel Dänholm wird die Obduktion mit Beteiligung externer unabhängiger Expert*innen stattfinden und umfassend dokumentiert. Der Walkörper und seine Organe werden dabei vermessen, gewogen und beprobt. Der Körper des Wals und die Proben werden eingehend untersucht, um eventuelle Krankheiten und die Todesursache festzustellen. Anschließend erfolgt eine Sicherung der Proben, um sie der Wissenschaft auch später zur Verfügung stellen zu können. Ein Großteil des Walkörpers wird fachgerecht durch ein spezialisiertes Entsorgungsunternehmen behandelt.

      Dem Institut für Biowissenschaften der Universität Rostock liegt ein Angebot zur wissenschaftlichen Sicherung des Skeletts vor, das derzeit geprüft wird. Ziel wäre es, das Skelett für Forschung, Lehre und öffentliche Bildungsarbeit zu nutzen. Die wissenschaftliche Aufarbeitung solcher seltenen Ereignisse leistet einen wichtigen Beitrag zum Verständnis und Schutz von Meeressäugern.

      Quelle: https://www.deutsches-meeresmuseum.de/presse/meldungen/post/wissenschaftliche-obduktion-des-buckelwales-wird-vorbereitet

      Sie haben wohl vergessen, dass vor Ort auch Menschen leben und dass die Menschen in MV den Herrn Dr. Backhaus ganz genau kennen. Also hatte sich niemand wirklich gewundert, dass der Wal bereits versprochen/verkauft war und keine der Behörden tatsächlich ein Interesse daran hatte, den Wal zu retten.

      Ich bitte um Richtigstellung!

      • @Achterwasser: Die Pläne für die Nekropsie und den Verbleib des Skeletts im Museum sind älter, das ist mir bewusst. Aber soweit ich das mitbekommen habe, entstand erst danach die Behauptung, dass die Wissenschaftler den Wal unbedingt tot sehen wollen, um das Skelett ins Museum zu bringen. Was Blödsinn ist. Kein Biologe will einen lebenden Wal tot sehen.
        Vor Jenna Wallace waren ja auch schon schrägere Gestalten bei der Walrettung beteiligt, diese Verschwörungserzählung könnte früher entstanden. Das war für mich jetzt bloß der erste Nachweis dafür.
        Nein, ich vergesse nicht, dass vor Ort Menschen leben – in meiner Zeit im Meeressmuseum (lange her) habe ich gern mit den Stralsundern zu tun gehabt und Museum, Stadt und Menschen zu schätzen gelernt. Meine Begegnung etwa mit RentnerInnen des FiKo Rostock werde ich nie vergessen, die haben so spannende Sachen erzählt. Die Stralsunder waren zu Recht stolz auf ihr außergewöhnliches Museum.
        Darum wundert mich die mittlerweile so negative Haltung gegenüber den Wal-Forschenden.
        Immerhin war das Meeresmuseum das Zentrum der DDR zur Schweinswalforschung und ich war total stolz, als ich Herrn Schulze in den 1990-er Jahren persönlich kennenlernen konnte. Wir hatten mit unserer studentischen Walgruppe aus Hamburg extra eine Reise ins Meeresmuseum unternommen. Auch heute leistet die Wal-Arbeitsgruppe des Meeresmuseums unermüdliche Forschung.
        Ich finde die Morddrohungen gegen TierärztInnen und BiologInnen sehr befremdlich.

        Außerdem mag ich ein Minimum an Höflichkeit, auch in Kommentaren.

        • Vielen Dank, für Ihre Antwort.

          Vor Jenna Wallace waren ja auch schon schrägere Gestalten bei der Walrettung beteiligt, diese Verschwörungserzählung könnte früher entstanden. Das war für mich jetzt bloß der erste Nachweis dafür.

          Welche schrägeren Gestalten meinen Sie denn?
          Welche Quellen gibt es, bezüglich Jenna Wallace angeblicher Aussage?

          Ich freue mich sehr, dass Sie das Meereskundemuseum und dessen Arbeit verehren und ich freue mich auch sehr für Sie, dass Sie so eine nette Geschichte mit dem Museum haben, aber das war hier nicht der Punkt.

          Die Stralsunder waren zu Recht stolz auf ihr außergewöhnliches Museum.

          Sind sie immer noch, zumindest auf das alte Museum, in der Mönchstraße.

          Darum wundert mich die mittlerweile so negative Haltung gegenüber den Wal-Forschenden.

          Entstand erst in den sozialen Netzwerken, nachdem man live verfolgen konnte, wie mit den Rettern umgegangen wurde und die Leute mehr oder weniger für dumm verkauft wurden.

          Bitte entfernen Sie Ihren Nachtrag unter PS2 oder tragen Sie die Quellen ein.

          Ich beziehe mich übrigens auf diesen Artikel:

          https://www.ndr.de/nachrichten/mecklenburg-vorpommern/ostsee-wal-schwere-vorwuerfe-gegen-rettungsteam,wal-440.html

          Ich glaube Jenna Wallace! Und dann vergleichen Sie mal bitte die Aussage von Herrn Sergio Bambarén ein paar Tage später. Das ist schräg!

          • @Achterwasser: Die Quellen sind im Beitrag verlinkt.

            Jenna Wallace erzählte im Interview (ist im Artikel verlinkt) von spirituell Erleuchteten und Social Media-Influencern – ich halte das für glaubwürdig.

            Die Quelle zu Jenna Wallace Verschwörungsbehauptung ist verlinkt, ein Zeit-Artikel.

            Auch die StrandingNoMore-Gruppe – ob es jetzt einen deutschen Ableger gibt oder nicht – verbreitet krude Behauptungen und spricht von einem Kartell der Institutionen. Klassische Verschwörungssprache.
            Wie ich es in meinem Artikel auch ausführlich analysiert habe.

            Ja, Bambaren ist definitiv schräg.

            Ich habe auch von Marc-Uwe Lehmann nicht den besten Eindruck bekommen. Auch wenn er ohne Zweifel mehr Ahnung von Walen hat, als viele andere, war er sehr um sein Social Media-Profil besorgt. Das war nicht immer sehr sachlich.

          • Sorry, ich bekomme keinen Antwort-Button mehr, habe keine Abo. Deshalb zurück unter diesen Beitrag.

            @Achterwasser: Die Quellen sind im Beitrag verlinkt.

            Jenna Wallace erzählte im Interview (ist im Artikel verlinkt) von spirituell Erleuchteten und Social Media-Influencern – ich halte das für glaubwürdig.

            Die Quelle zu Jenna Wallace Verschwörungsbehauptung ist verlinkt, ein Zeit-Artikel.

            Auch die StrandingNoMore-Gruppe – ob es jetzt einen deutschen Ableger gibt oder nicht – verbreitet krude Behauptungen und spricht von einem Kartell der Institutionen. Klassische Verschwörungssprache.
            Wie ich es in meinem Artikel auch ausführlich analysiert habe.

            Ja, Bambaren ist definitiv schräg.

            Ich habe auch von Marc-Uwe Lehmann nicht den besten Eindruck bekommen. Auch wenn er ohne Zweifel mehr Ahnung von Walen hat, als viele andere, war er sehr um sein Social Media-Profil besorgt. Das war nicht immer sehr sachlich.

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            Die Quelle zu Jenna Wallace Verschwörungsbehauptung ist verlinkt, ein Zeit-Artikel.

            Hatte ich als Verlinkung nicht wahrgenommen. Führt aber auch zu keinem Ergebnis, weil hinter einer Pay-Wall! Überschrift und kurze Einleitung zum Text, sind schon stark framend. Unwürdig für die „Zeit“.

            Ich habe auch von Marc-Uwe Lehmann nicht den besten Eindruck bekommen.

            Marc-Uwe könnte Kling heißen. Sie meinen sicherlich Robert-Marc Lehmann?

            war er sehr um sein Social Media-Profil besorgt. Das war nicht immer sehr sachlich.

            Ok, also geht es hier um Ihren Eindruck. Allerdings lässt Ihr gesamter Text auf Ihren Eindruck schließen m.E.

            Kurz zur ITAW:

            „Nach Angaben der Hochschule liegen die Schwerpunkte in Forschung, Diagnostik, Monitoring und der fachlichen Beratung von Behörden. Das Institut ist damit kein Tierschutzverein und nicht auf akute Rettungseinsätze ausgerichtet, sondern arbeitet vor allem wissenschaftlich und begutachtend.“

            Quelle: https://www.msn.com/de-de/finanzen/top-stories/fall-timmy-welche-rolle-das-itaw-im-wal-einsatz-spielt/ar-AA21jy8T?apiversion=v2&domshim=1&noservercache=1&noservertelemetry=1&batchservertelemetry=1&renderwebcomponents=1&wcseo=1

            Artikel von Patrick Schiller/ Institut Hannover Fall „Timmy“: Welche Rolle das ITAW im Wal-Einsatz spielt

            Positiv ist auf jeden Fall zur erwähnen, dass die ITAW nun an Bekanntheit gewonnen hat.

            Robert-Marc Lehmann ist u.a. Tierschützer, also gehe ich von einem starken Interessenskonflikt aus.

            Der Konflikt zwischen stranded no more und Sea Shepherd, u.a. durch den Streit mit Captain Paul Watson, finde ich persönlich sehr schade. Aber wir brauchen Umwelt- und Tierschützer, wer soll es denn sonst tun, und beides hat seine Berechtigung, u.a. Geisternetze entfernen mit Einbindung von Regierungen (auch logisch) und der stetige Kampf gegen den Krill-Fang und Wal-Abschlachtungen.

            Von Verschwörungserzählungen distanziere ich mich ausdrücklich. Möchte aber noch erwähnen, dass der Aufruf von Captain Paul Watson am 12.04.2026 erschienen ist, wohingegen der Artikel vom Meereskundemuseum bereits am 02.04.2026 veröffentlicht wurde. Was meinen Sie denn, worauf sich der Captain wohl beziehen könnte?

            Leider lässt sich ja nun der „Zeit“-Artikel nicht überprüfen, was u.U. auch für andere Leser Ihres Artikel zutreffen könnte. Es wäre ja schön, wenn man darauf achtet, ob eine Informations-Quelle auch frei zugänglich ist. Vielleicht sollten Sie auch deshalb Ihre Aussage unter PS2 nocheinmal überdenken!

            Dankeschön und mit freundlichem Gruß

          • @Achterwasser: Sie brauchen kein Abo, um meinen ehrenamtlich geschriebenen Scienceblog zu lesen.

            Sie haben wenig Ahnung davon, wie Walschutz läuft.
            Arbeitsgruppen wie ITAW und Meeresmuseum liefern die Daten dafür, seit über 20 Jahren. Dafür legen sie regelmäßig Rechenschaft ab – in den Berichten für Deutschland/EU. Diese Leute haben Anfang der 90-er Jahre gemeinsam mit der Schutzstation Wattenmeer überhaupt darauf aufmerksam gemacht, dass es in deutschen Gewässern wieder Wale gibt.
            Walschutz läuft, wie Artenschutz auch, sinnvoll nur über weiträumige Schutzgebiete – dafür liefern sie die Daten.
            In Schleswig-Holstein sind auf Basis wissenschaftlicher Daten gerade drei neue Meeresschutzgebiete eingerichtet worden (steht in meinem früheren Beitrag zur Buckelwalrettung). Die Rettung eines Individuums ist nett, hat aber nichts mit Artenschutz zu tun – den die Wale dringend brauchen. Auch das steht in den Buckelwal-Beiträgen sowie an anderen Stellen auf meinem Scienceblog.
            Auch ich trage dazu bei – früher habe ich bei Walstrandungen und Nekropsien mitgeholfen, heute gebe ich Walen meine Stimme in der Öffentlichkeit. Auf diesem Blog, in Beiträgen z B für Bild der Wissenschaft/Natur und in vielen Vorträgen.

            Wenn Sie mit mir auf Augenhöhe diskutieren möchten, beschäftigen Sie sich bitte erstmal mit der Arbeit der von Ihnen so geschmähten Wissenschaftlerinnen. Und wie Walschutz in Deutschland, Europa und weltweit funktioniert.
            Die Regulatorien für Strandungen z B in den USA und Australien können Sie auch auf Meertext in den Buckelwal-Artikeln und zu anderen Strandungen nachlesen. Oder gleich bei NOAA. Ich habe alles verlinkt.

            Dieser Buckelwal ist tatsächlich anders – normalerweise ist das Zeitfenster bei einer Walstrandung sehr eng, meist nur 24 h.
            Ich hoffe für diesen Wal wirklich, dass er den Stress seiner Rettung überlebt, tatsächlich im Nordatlantik ankommt und dann hoffentlich dort auch wirklich weiterschwimmen kann.
            Aber glauben tue ich das erst, wenn ich es sehe. Und wenn wir die ersten weiteren Sichtungen haben und er in den nächsten Monaten und Jahren immer mal wieder auftaucht – seine Fluke ist ja nun bekannt.

          • @Achterwasser: Sie brauchen kein Abo, um meinen ehrenamtlich geschriebenen Scienceblog zu lesen.

            Ich schrieb „antworten!“, ich bekomme keinen Antwort-Button!

            Sie haben wenig Ahnung davon, wie Walschutz läuft.
            Arbeitsgruppen wie ITAW und Meeresmuseum liefern die Daten dafür, seit über 20 Jahren. Dafür legen sie regelmäßig Rechenschaft ab – in den Berichten für Deutschland/EU. Diese Leute haben Anfang der 90-er Jahre gemeinsam mit der Schutzstation Wattenmeer überhaupt darauf aufmerksam gemacht, dass es in deutschen Gewässern wieder Wale gibt.
            Walschutz läuft, wie Artenschutz auch, sinnvoll nur über weiträumige Schutzgebiete – dafür liefern sie die Daten.
            In Schleswig-Holstein sind auf Basis wissenschaftlicher Daten gerade drei neue Meeresschutzgebiete eingerichtet worden (steht in meinem früheren Beitrag zur Buckelwalrettung). Die Rettung eines Individuums ist nett, hat aber nichts mit Artenschutz zu tun – den die Wale dringend brauchen. Auch das steht in den Buckelwal-Beiträgen sowie an anderen Stellen auf meinem Scienceblog.

            Jetzt stellt sich mir hier aber die Frage, wem bitte, haben Sie hier geantwortet? Ich fühle mich Null angesprochen! Bis auf eines, ich habe tatsächlich und ebenfalls wenig Ahnung, wie Walschutz läuft. Da müsste ich mich genauer mit den Behördenstrukturen auskennen.

            Auch ich trage dazu bei – früher habe ich bei Walstrandungen und Nekropsien mitgeholfen, heute gebe ich Walen meine Stimme in der Öffentlichkeit. Auf diesem Blog, in Beiträgen z B für Bild der Wissenschaft/Natur und in vielen Vorträgen.

            Das ehrt Sie sehr! Und ich hoffe, dass Sie für Ihre Arbeit immer die nötige Unterstützung bekommen.

            Wenn Sie mit mir auf Augenhöhe diskutieren möchten, beschäftigen Sie sich bitte erstmal mit der Arbeit der von Ihnen so geschmähten Wissenschaftlerinnen. Und wie Walschutz in Deutschland, Europa und weltweit funktioniert.
            Die Regulatorien für Strandungen z B in den USA und Australien können Sie auch auf Meertext in den Buckelwal-Artikeln und zu anderen Strandungen nachlesen. Oder gleich bei NOAA. Ich habe alles verlinkt.


            Sie können mich mit diesem Abschnitt definitiv nicht gemeint haben.

            Dieser Buckelwal ist tatsächlich anders – normalerweise ist das Zeitfenster bei einer Walstrandung sehr eng, meist nur 24 h.

            Danke nocheinmal für die Info. Darüber hatte Robert Marc Lehmann ja auch aufgeklärt.

            Ich hoffe für diesen Wal wirklich, dass er den Stress seiner Rettung überlebt, tatsächlich im Nordatlantik ankommt und dann hoffentlich dort auch wirklich weiterschwimmen kann.
            Aber glauben tue ich das erst, wenn ich es sehe. Und wenn wir die ersten weiteren Sichtungen haben und er in den nächsten Monaten und Jahren immer mal wieder auftaucht – seine Fluke ist ja nun bekannt.

            Da kann ich mich vollumfänglich anschließen und ich hoffe ebenfalls, er hat noch ein langes Leben. Aber wenn er stirbt, dann wenigstens in seinen Gefilden.

            Frau Dr. Tönnies hat nun auch ein sehr klares Statement abgegeben. Sie haben es ja sicherlich bereits mitbekommen. Ich denke mal, wir haben die ganze Zeit eigentlich genau daraüber diskutiert.

            Ich wünsche Ihnen noch eine schöne Zeit und viel Erfolg, bei Ihrer Arbeit.

    • @RPGNo1: Ja, das stand sehr ähnlich auch im Nordkurier. Ich bin wirklich fassungslos, was da abgeht. Dass niemand Kompetentes den Hut aufhat und solche Selbstdarsteller solchen Freiraum bekommen, macht mich wütend.
      Ich bin jedenfalls überrascht, dass der Wal noch so viel Kraft hatte. Bitter, dass niemand einen Plan hat, das jetzt zu nutzen. Ich fürchte nach wie vor, dass ihm die Rückkehr in die Nordsee/Nordatlantik kaum gelingen kann : (

  2. Endlich sagt es mal jemand.
    Dieser bedauernswerte Wal (ich habe von Walen übrigens keine Ahnung, nur zur Info) wurde zur Projektionsfläche für alles und jedes. Es ist den Aufgeregten und den offenbar von Infektionsmediziner:innen zu Fußballtrainer:innen und nun zu Walexpert:innen Mutierten offenbar völlig gleichgültig, dass ständig Meeressäuger in Fischfangvorrichtungen verenden oder dass die Massentierhaltung inklusive Transporte quer über den Kontinent ständig großes Tierleid verursacht. Oder dass Menschen dauernd im Mittelmeer ertrinken, die wegen der Hoffnung auf ein besseres Leben selbiges in Kleinbooten riskieren. Hauptsache der eine Wal lebt, egal wie krank, verletzt, verwirrt er ist. Es ist eine Perversion der Aufmerksamkeitsökonomie, die dubiose Rettungsinitiativen hervorruft, die von der Politik offenbar aus Angst vor den Wähler:innen genehmigt werden.

    Ich habe zwar keinen Plan von Walen, aber ich bin immer im Team Wissenschaft.

    • @Anne Piepenbrinck: Yep! Gibt allerdings jetzt schon ne Menge Presseartikel, die sich genau damit beschäftigen. Denn diese „Diskussion“ ist längst vom Wal in seltsamere Gefilde abgedriftet

  3. Wenn Männer GENDERN, um Frauen und ihre Anliegen zu diskreditieren und ins Lächerliche zu ziehen, ist das primitiv und verwerflich.
    Wenn allerdings Frauen selbst gendern, sollte das – im besten Fall – auf pathologischer Besessenheit beruhen.
    Schade, wenn man seine eigenen Texte damit zerstört.

    • @Bauer: Das ist natürlich hart, wenn bei gegenderten Texten das Leseverständnis aussetzt. Ich empfehle einen Fortbildung zur Erfassung komplexer Texte, um auch Gendern künftig besser lesen zu können.

      • Es geht nicht um KÖNNEN, sondern um WOLLEN – das sollte selbst Ihnen verständlich sein. Gendern als „komplexer Text“ – der war gut. Für mich als Dipl-Ing ganz besonders.
        Gendern spaltet!!
        Und es stört die Kommunikation – insbesondere für Legastheniker und „Ausländer“, die sich um die deutsche Sprache bemühen.
        Aber da Sie meinen, das wäre alles so einfach…
        dann gendern Sie doch bitte „Ministerpräsidentenkonferenz“ – da geraten selbst eingefleischte Gender:/INNEN an ein Problem.
        Geben Sie sich Mühe – es entsteht ein wahrlich „komplexes“ Wort!

        • @Bauer: Ja, das denke ich auch. Sie müssen es nur lesen wollen.
          Ministerpräsidentinnenkonferenz ist nicht schwierig. Aber was sollen Gender:/INNEN sein? Und warum benutzen Sie so viele Anführungszeichen? Ist Ihre Tastatur kaputt?

    • Wenn allerdings Frauen selbst gendern, sollte das – im besten Fall – auf pathologischer Besessenheit beruhen.

      Sorry, dass ich mich hier einmische. Selten solch einen Bullshit gelesen. Gendern soll inkludieren, nicht trennen. Logischerweise gendern dann auch Frauen. Wie kommt man darauf, dass gendern nur den Männern vorbehalten sei, egal auf welche Weise?!?

      Gendern inkludiert alle Geschlechtsidentitäten, insbesondere nicht- binäre. Das ist das eigentliche Hauptanliegen. Wie, kann man soetwas nicht begreifen wollen, Herr Dipl. Ing.?

      Und es stört die Kommunikation – insbesondere für Legastheniker und „Ausländer“, die sich um die deutsche Sprache bemühen.

      Es wird sich bereits um gender-neutrale Formulierungen bemüht und/oder um einen Schreibstil der den Lesefluss weniger beeinträchtigt (nur mal um ihrer Keule den Wind aus den Segeln zu nehmen).

  4. Der NABU hat seinen Verstand glücklicherweise noch nicht verloren.

    In einer Mitteilung warnt die Naturschutzorganisation: „Zu geschwächt und krank scheint der Buckelwal, zu lang sein Leiden, zu auffällig die wiederholten Strandungen.“ Die Naturschützer sehen ein Problem: „Durch den nachvollziehbaren Drang der Menschen, dem Wal zu helfen, droht das Wohl des Tieres verloren zu gehen.“
    Die Organisation fordert nun, aus dem Fall Lehren zu ziehen. Kim Detloff, Nabu-Leiter Meeresschutz, macht auf ein größeres Problem aufmerksam: „Jedes Jahr ertrinken dutzende Schweinswale in Stellnetzen oder sogenannten Geisternetzen.“ Seine Forderung: „Nur wenn wir gemeinsam Meeresschutzgebiete wirksam machen, die Fischerei nachhaltiger und die Nährstoffeinträge aus der Landwirtschaft abstellen, hat die Ostsee eine Zukunft, und mit ihr die Wale, Robben und Seevögel an unseren Küsten.“
    Die Naturschützer appellieren an Landes-Umweltminister Till Backhaus (SPD), schnellstmöglich mindestens zehn Prozent des Küstenmeeres vor Mecklenburg-Vorpommern streng zu schützen.

    https://www.bild.de/news/inland/poel-naturschutzbund-nabu-warnt-vor-rettung-von-krankem-buckelwal-timmy-69e8aeb62e4cc9c6eeb219b9

    • @RPGNo1: Ja, viele NGOs (auch Greenpeace) und Medien berichten wirklich gut! Und Kim Dethloffs Forderung nach Meeresschutz mit der Erwähnung der Schweinswale ist wichtig. Meck-Pomm hatte sich nämlich aus der Planung zu einem Meeresnationalpark westliche Ostsee gerade zurückgezogen, so das Schleswig-Holstein (schwarz-grün) jetzt allein drei große MPA ausgewiesen hat.
      (Habe ich übrigens erzählt, dass wir letzten Sommer beim Segeln vor Kiel-Schilksee einen Schweinsnwal am Boot hatten??? Das war sooo aufregend! Meine erste OStsee-Sichtung : ) )

  5. @Bettina Wurche
    Wenn wir schon bei Extremisten sind…vielleicht sollte man Trump das Problem überlassen.
    Der würde das Wal-Volk bedrohen mit der Übernahme aller Grönland-Wale durch die USA, es sei denn die Nato wäre bereit, Timmy mit ein paar Kriegsschiffen zu umstellen- und schon würde dieser einen Deal mit Trump machen, entweder doch davonschwimmen, oder, nach seinem Ableben, seine Rohstoffe den USA zur Verfügung stellen. Problem gelöst, man muß nur die Richtigen fragen….

      • @Bettina Wurche
        Wäre bedauerlich aber schaun wir mal. Trump nutzt gerade das letzte historische Zeitfenster wo eine solche Politik noch durchsetzbar ist.
        Lebenserwartung RiceWal- 60 Jahre.
        Politische Lebenserwartung Trumpismus- eher überschaubar.
        Faszinierend daß es immer noch Neuentdeckungen bei echten Arten gibt, nicht im Bereich der kleinen Tiere, da sollen es ja gerade so um die zwei Prozent sein, die v.a. bei Insekten bekannt sind.
        Aber bei so großen Tieren, das ist schon bemerkenswert.
        Vielleicht gibts den Yeti ja doch…;-)

        • @DH: Es gibt tatsächlich in abgelegenen Dschungel- und Gebirgsregionen immer noch auch neu entdeckte Säugetiere und Vögel.
          Die meisten Neu-Entdeckungen werden allerdings in Museen gemacht: Durch den Vergleich vieler Schädel/Skelette/Exemplare durch ExpertInnen, durch molekulare Methoden und Sprache/Dialektanalysen
          Mehr dazu z B hier
          „Der Ruf der Orcas“
          https://www.wissenschaft.de/erde-umwelt/was-tiere-sagen/
          https://www.wissenschaft.de/bdwplus/wal-verwandtschaften-im-suedpolarmeer-2/?highlight=Wurche+Museum

          Iregdnwann hatte ich für NAtur oder BdW einen Beitrag über Neu-Entdeckungen in Museeen geschrieben, den finde ich leider nicht: Ein englischer pensionierter Arzt schreibt eine Doktorarbeit über Dinosaurier der Isle of Wight – seinem anatomische geschulten Blick fiel in der Museumssammlung eine neue Dino-Art auf, die bis dahin als Iguanodon einsortiert war.

          • @Bettina Wurche
            „Die meisten Neu-Entdeckungen werden allerdings in Museen gemacht: “
            Interessant, insbesondere auch die offenbar große Rolle der sprachlichen Seite.
            Die Kommunikation von Raben ist besonders faszinierend, weil diese regelrechte Gewerkschaften bilden.
            Ältere Raben besetzen gerne mal nahrungsreiche Waldgebiete und verdrängen meist schwächere, jüngere und einzelne Tiere. Wie, weiß die Forschung nicht, aber über Nacht verabreden sich manchmal mehrere Tiere, kehren am nächsten Tag zurück zur besetzten Stelle und fressen einfach dort, der besetzende Rabe kann dagegen nichts mehr unternehmen.
            Wohl nur ein Beispiel von noch vielen die es diesbezüglich zu entdecken gibt.
            Selbst bei Orang-Utans gab es vor kurzem eine Neuentdeckung, allerdings bei einer bereits bekannten Population die kaum zu unterscheiden war von einer bekannten Art und daher übersehen wurde.

          • @DH: Sorry, Tippfehler bei mir: Dialekt sollte das heißen. Und Dialekte müssen nicht Sprache sein, sondern können auch weniger komplexe Kommunikationsformen sein. Gerade bei Vögeln ist das sehr häufig.
            Danke für das Raben-Beispiel! Bei denen ist sicherlich noch viel mehr zu entdecken : )

            In der Biologie ist das Artkonzept mittlerweile nur noch eine Hilfskonstruktion. Wichtiger sind die Bestände/Populationen. Das sind oft auch Fortpflanzungsgemeinschaften – Angehörige unterschiedlicher Populationen pflanzen sich z B bei Orcas nicht mehr miteinander fort, aufgrund zu unterschiedlicher Kommunikation und Kulturen. In der Nordsee gibt es mehrere Heringspopulationen – auch die pflanzen sich untereinander kaum noch fort, da einige im Winter und andere im Sommer laichen. Wir beobachten jetzt gerade die Aufspaltung von Arten in Unterarten, die schließlich eigene Arten werden. Z B bei Orcas hat sich das nach der letzten Eiszeit entwickelt, bei vielen anderen europäischen Arten ebenfalls.

  6. @Bettina Wurche
    Quasi die Entstehung im Live-Ticker…
    Bei kommunikativen Mitteln hat sich erstaunlich viel getan. Vor ein paar Jahrzehnten war das noch gar nicht richtig auf dem Schirm, Tieren hat man sowas kaum zugetraut, außer bei seltenen Beispielen wie dem Bienentanz.

  7. Die Berliner Rockband Tulpe sorgt mit einem satirischen Song über den Buckelwal in der Ostsee für kontroverse Meinungen. In dem rund zweiminütigen Lied mit dem Titel Sprengt den Wal heißt es etwa bewusst überspitzt: „Sprengt den Wal, macht ihn weg, lasst es Wal-Salami regnen und Kotelett.“ An einer anderen Stelle singen sie mit Blick auf den US-Präsidenten: Frag‘ mal jemand Donald Trump, ob der ihn nicht sprengen kann, sag‘ ihm: ‚Timmy ist ein erdölreiches Land‘.“

    https://www.derstandard.at/story/3000000318699/sprengt-den-wal-berliner-band-sorgt-mit-song-ueber-timmy-fuer-wirbel

    https://www.youtube.com/watch?v=0NDVic_nct0

    Ein tiefschwarzer satirischer Song. Ich mag sowas. *Daumen hoch*

  8. Das Schauspiel geht an Land weiter. Jetzt sich die privaten Helfer und Initiatoren der Walrettung untereinander bis aufs Blut. Ich bin nicht überrascht. So viele Egos und Selbstdarsteller so nahe beieinander, das kann nicht gut gehen.

    Geldgeber der Walinitiative erheben schwere Vorwürfe
    Der vor Poel gestrandete Buckelwal ist zurück in der Nordsee, nun gibt es Ärger über das Ende des Tiertransports: In einem Schreiben berichten Karin Walter-Mommert und Walter Gunz von Drohungen an Bord.

    https://www.spiegel.de/wissenschaft/wal-geldgeber-karin-walter-mommert-und-walter-gunz-erheben-schwere-vorwuerfe-a-feecf803-333e-4445-b7a7-40dabc538ad2

    • @RPGNo1: Ja, das ist absolut unglaublich. Ohne Plan, ohne Absprachen, ohne Genehmigung (für das Anbringen des Trackers) – dahat jeder so sein Ding gemacht und alle krakeelen gegeneinander. Ohne Worte.
      Ohne verifizierte Tracker Daten mache ich mir immer noch Sorgen, dass er es nicht überlebt hat.
      Die Tracker senden halt immer erst, wenn sie an der Oberfläche sind und Satellitenverbindung haben.
      Keine Signale können sowohl auf einen defekten Sender hinweisen, als auch den Tod des Wals und sein Gleiten zur letzten Ruhe zum Meeresboden bedeuten.
      Unter
      https://timmytracker.de/
      ist die letzte Position immer noch aus dem Skagerrak, in der dichten Schifffahrtsroute.
      Von dort aus wäre es noch ein weiter Weg zum Lebensraum der Nordatlantik-Buckelwale
      https://www.marinemammalhabitat.org/factsheets/north-atlantic-humpback-whale-migratory-corridor-imma/

      Hoffentlich schafft er es und hoffentlich gibt es bald verifizierte Sichtungen von viel weiter nord-westlich

  9. Timmy, ein Rettungsmärchen – Was bleibt vom Wal-Trubel?

    Fachleute renommierter Institutionen wie dem Deutschen Meeresmuseum waren nicht [an der Initiative hinter dem Transport ] beteiligt, dafür unter anderem ein peruanischer Schriftsteller, Kleintierärztinnen ohne Erfahrung mit Walen und mehrere AfD-Sympathisanten. Auch der Initiator der Rettungsaktion, Jens Schulz, soll der AfD nahestehen. Es gab viel Fluktuation, immer wieder gingen sich Teammitglieder öffentlich gegenseitig an, zuletzt wurden beteiligten Schiffsunternehmen schwere Vorwürfe gemacht.
    […]
    Mittendrin im Spektakel stand ein SPD-Politiker, der die Wal-Rettung augenscheinlich über Wochen hinweg zur obersten Priorität seines Minister-Daseins erklärte. Mehrfach lief Backhaus selbst zum Wal, fasste das geschwächte Wildtier sogar an. Einen Termin zum Schutz von Schweinswalen in der Ostsee schwänzte er hingegen einem „Spiegel“-Bericht zufolge. Er werde den Wal bis zum Ende begleiten, betonte Backhaus mehrfach und zitierte und verteidigte die Eindrücke beteiligter Kleintierärztinnen.
    […]
    Bei Themen wie dem Nahostkonflikt gibt es durchaus mal verschiedene Ansichten unter den ausgewiesenen Experten. Und beim Wal? Gar nicht. Als der rund zwölf Meter lange Buckelwal vor der Ostsee-Insel Poel zum mindestens vierten Mal in einer Flachwasserzone liegenblieb, wurde nach einem Gutachten dazu geraten, das geschwächte Tier in Ruhe zu lassen und keine weiteren Bergungs- oder Motivierungsversuche zu unternehmen.
    […]
    Ausgerechnet die AfD und Naturschutz? Die Partei lehnt Klimaschutzmaßnahmen ab, hält an fossilen Brennstoffen fest, will Düngereinschränkungen lockern und auch Einschränkungen der Fischerei abschaffen. Wie passt das zusammen?

    „Hervorragend“, sagt Kai Arzheimer. Das Wal-Schicksal werde genutzt, um vom notwendigen, aber eher technischen Umweltschutz abzulenken. Die Tatsache, dass jährlich tausende Wale und Delfine in Fischernetzen verenden, werde ausgeblendet. „Stattdessen haben Rechtspopulisten hier einmal mehr die Möglichkeit, sich als Vertreter des Volksempfindens gegenüber den unfähigen, korrupten und nun auch noch grausamen Eliten zu inszenieren.“

    https://www.geo.de/natur/tierwelt/drama-in-serie–timmy–ein-rettungsmaerchen—was-bleibt-vom-wal-trubel–37372280.html

    • @RPGNo1: Das ist ein ausgezeichneter Kommentar zum Aufruhr um den gestrandeten Buckelwal! Aufgrund mangelnder Dokumentation dieser ganzen Amateure wird vieles leider nie geklärt werden. Wenn nur die Hälfte der Vorwürfe gegen die Schiffscrew stimmen, haben alle Beteiligten – sowohl die Schiffscrew als auch das selbsternannte Rettungsteam – vollkommen unverantwortlich gehandelt.
      Ich gehe mittlerweile vom Tod des Tieres aus, glaube nicht an angebliche Tracker-Signale.
      Ein Peilsender kann keine Vitalzeichen übermitteln.
      https://web.de/magazine/wissen/natur-umwelt/funktioniert-tracking-wals-angekuendigt-fachleute-zweifeln-42224920

      Ja, dieser Tierschutzextremismus am Buckelwal – individuell für ein Lebewesen – passt exakt zu einem auch ansonsten eher extremistischen Weltbild und ist kein Widerspruch zur Ablehnung von Natur- und Klimaschutz der AfD.
      Das haben wir hier ja auch immer wieder diskutiert, dass „Timmy-Schutz“ nichts mit Walschutz zu tun hat.

      • Ich hätte es in meinem Kommentar noch ergänzen sollen, aber ich sehe in dem GEO-Artikel auch eine hervorragende Analyse, die messerscharf das Drama um den Buckelwal analysiert. Das ist das beste, was man aktuell im Netz zum Thema findet.

        Ob der Wal noch lebt? Die neueste Nachricht von gestern Abend bedient sich vieler Spekulationen.

        Update vom 7. Mai, 21:45 Uhr: Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) hält weiter daran fest, dass der Buckelwal lebt. Nach eigenen Angaben bestätigte ihm die Initiatorin Karin Walter-Mommert, dass es immer wieder Signale von „Timmy“ gebe. Sie war neben Media-Markt-Mitgründer Walter Gunz die wichtigste Geldgeberin der privaten Rettungsaktion. „Das bedeutet, dass wir hoffentlich davon ausgehen können, dass der Wal lebt“, sagte Backhaus zu Bild.

        Laut ihm seien mit der Initiative drei Punkte vereinbart worden: eine Videoüberwachung, die Weitergabe der Tracker-Daten und ein tierärztliches Gutachten nach der Freilassung. „Das sind die drei entscheidenden Aussagen. So war es vereinbart“, so Backhaus zu Bild. Gleichzeitig räumte er ein: „Da haben wir bis heute nichts vorliegen.“ Es bleibe nur die Zusage von Walter-Mommert, dass Daten übergeben werden, sobald sie vorliegen.

        https://www.merkur.de/deutschland/experten-wahrscheinlich-tot-nicht-genug-kraft-in-nordsee-gebrachter-wal-timmy-laut-zr-94292667.html

        PS: Backhaus wirkt zunehmend ratlos und macht auf mich immer mehr den Eindruck von jemanden, der sich von den privaten „Tierrettern“ am Nasenring durch die Manege führen lässt. Nach seinem Umkippen vor wenigen Wochen, was die Rettung des Wales angeht, ist das eine weitere Peinlichkeit.

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