#scilogs13, alles geht!

BLOG: Medicine & More

Aude sapere!
Medicine & More

Ruppertsberger HahnSeit sechs Jahren pilgern die SciLogger jeden März in die Pfalz, um ihren auserkorenen Schutzheiligen, den Geist von Deidesheim, mithilfe der besten Riesling-Sorten zu beschwören. Zum ersten Mal in dieser langen Tradition bestiegen sie dafür sogar einen Weinberg – und zwar zu Fuß.

Was treibt eigentlich einen Haufen ganz unterschiedlicher Menschen dazu, an einem Wochenende freiwillig teils schon um 4 Uhr morgens aufzustehen, um nach einer oft abenteuerlichen Bahnreise mit quietschenden Bremsen und etlichen Umsteigeaktionen in einem Ort zu landen, in dem sich Huhn und Blume nicht nur gute Nacht sagen?

Krokusse
Erste Frühlingsboten: Deidesheimer Krokusse
 

Panta rhei, alles fließt“, überschreibt Blog-Nachbar und Neurophilosoph Stephan Schleim (Menschen-Bilder) seinen hervorragenden Bericht über die besondere Philosophie des Bloggertreffens der SciLogger, das am 9. und 10. März stattfand. Wie immer war dieses Ereignis ein voller Erfolg.

Selbst den Nicht-Philosophen dürfte dabei klar sein, dass es bei diesem Titel nicht nur um die Diskussion über im Laufe des Lebens unvermeidliche Veränderungen ging. Kein Mensch kann denselben Wein zweimal trinken. In vino veritas. Und so wird eben jedes Jahr anderer Wein getestet.

Blogging à la française

Doch vor diesem Vergnügen stand erst einmal die Arbeit. Zum Glück erleichterte Historikerin und Frankreich-Expertin Mareike König diesen in der Regel eher trockenen Teil des Treffens: In einem mitreißenden Vortrag, der hier nachzulesen ist, entführte sie uns in die faszinierende Welt der Blogosphäre in Frankreich.

Die französischen Wissenschaftsblogger zeigen eine starke Vernetzung über Blogportale, die so vielfältige Blogtypen unter einen Hut bringt wie Tagebücher zu Forschungsprojekten bis hin zu Themenblogs zu wissenschaftlichen Debatten über Berufsaussichten oder auch Monitoring-Blogs, in denen Informationen fremder Blogbeiträge zu einem bestimmten Thema gesammelt werden.

In Frankreich darf Wissenschaft sogar humorvoll sein. Das Blog “Freaky Friday Parasite” stellt jeden Freitag ein verrücktes Parasit vor, z.B. einen Wurm, der seinen Wirt ins Wasser in den Selbstmord treibt, damit sich der Parasit dann weiterentwickeln kann. Ob das nun eher Horror oder Humor ist, mag jeder für sich selbst entscheiden.

Quoi de neuf?
Was gibt’s Neues? Oh schau Papa, ein Rind! Nein, meine Liebe, das ist ein Pferd…Wissenschafts-Comics in Frankreich, humorvoll präsentiert von Mareike König.

Was für ein Zufall (vgl. auch Serendipität), dass Mareikes “Baby”, das deutschsprachige Blogportal de.hypothesis.org, am Samstag seinen ersten Geburtstag feierte. Ein guter Grund, um zu späterer Stunde noch mehr Riesling fließen zu lassen und auf eine weiterhin so spannende Entwicklung anzustoßen! 

Zunächst mussten jedoch noch verschiedene Workshops überwunden werden, in denen es diesmal um so vielfältige Themen wie Podcasts, Social Media, Refinanzierung bis hin zu Offline-Aktivitäten ging.

Versuch(ungen)!

Nachdem Lou Woodley, Spezialistin für soziale Netwerke bei nature.com, die Wichtigkeit und Möglichkeiten aufgezeigt hatte, das virtuelle mit dem reellen Leben zu verknüpfen, begann endlich der langersehnte Feldversuch: Eine Weinwanderung! 

Traubensaft & Brezeln
Es gab durchaus auch Traubensaft und Brezeln…

Doch würden Orientierungssinn und Ausdauer der Blogger ausreichen, dieses neuartige Experiment in den Bergen zwischen Deidesheim und Ruppertsberg erfolgreich durchzustehen? Was würden die Wettergötter zu diesem bislang so unbekannten Verhalten der SciLogger sagen? 

Wieder war das Glück hold. Wetter, Kondition und Smartphones hielten, was jeder von ihnen erhofft hatte. In zwei Gruppen getrennt marschierten die Blogger zunächst zielstrebig voneinander weg, dann aufeinander zu und schließlich aneinander vorbei. 

Besonders Trainierte fanden dabei sogar gleich noch den einen oder anderen Geocache im Gebüsch. Aber auch diejenigen, die eher in die Ferne schauen wollten, konnten vieles auf dieser kleinen Wanderung entdecken.

Hambacher Schloss
Blogger-Hiking mit Blick auf die Wiege der deutschen Demokratie: Das Hambacher Schloss.

Glücklicherweise gab es auf dem Weg drei üppige Versorgungsstationen, von denen so manch ein Marathonläufer nicht nur auf seinen letzten Kilometern träumen könnte. Dank der hervorragenden Getränke, die dort verabreicht wurden, kamen schließlich alle wieder heil und teils auch erheitert ins Hofgut zurück. 

Weinprobe am Teehaus
Weinprobe am Fuße des alten Teehauses hinter dem Hofgut.

Preise und mehr

Zum späteren Abend näherte sich die Veranstaltung diversen Höhepunkten, nicht nur was den durchschnittlichen Alkoholspiegel der Teilnehmer betraf (zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie bitte hier). Die diesjährige Wahl des SciLogs-Preises ergab gleich zwei Sieger: Karl Urban (Astrogeo) und den leider diesmal nicht anwesenden Michael Khan (Go for Launch). Den Gewinnern herzlichen Glückwunsch und viel Freude beim Genuss der flüssigen Auszeichnungen! 

Es gab jedoch noch einen besonderen Sieger. Angesichts der Überzahl gefiederter Stimmen gewann Martin Huhn eindeutig und überlegen die Wahl zum Mr. Scilogs 2013. Dieses Ergebnis muss ihn so sehr bewegt haben, dass er sein Amt als IT-Administrator der SciLogs in Zukunft an Christoph Roloff übergibt. Dennoch hofft nicht nur das zahlreiche Federvieh des Hofgutes, dass Martin den SciLogs, und sei es nur für repräsentative Zwecke, auch weiterhin zur Verfügung stehen wird. 

Mr Scilogs
Testen Sie selbst: Wen würden Sie zum Mr. Scilogs wählen?

Um die Zukunft ging es auch am zweiten Tag. Michael Blume (Natur des Glaubens) stellte seinen eBook-Verlag sciebooks.de vor, den er vor kurzem zusammen mit seiner Frau Zehra gegründet hat. Ein interessantes Konzept, um schnell und günstig Bücher zu veröffentlichen. 

Noch etwas war neu in diesem Jahr: Erstmals gab es runde Namens-Buttons. Eine gute Idee und Gelegenheit, um auch den Leserinnen und Lesern zu zeigen, wer eigentlich hinter der “Marke” Trota von Berlin steht: 

Namens-Button
Neuerfindung mit Potential. Unter Beachtung der etwas erhöhten Verletzungsgefahr (vgl. Panta rei, alles fließt!), floss nach sachgemäßer Anwendung der Anstecknadel nicht das Blut, sondern vor allem der Inhalt aus Flaschen, die mit Kronkorken verschlossen waren.

Fazit

Der Geist von Deidesheim ist ein Riesling oder ein Secco und es macht jedes Jahr wieder Spaß, ihn gemeinsam mit Gleichgesinnten, die doch unterschiedlicher nicht sein könnten, zu beschwören. Allen Beteiligten und vor allem dem Organisations-Team nochmals herzlichen Dank! À la santé et à la prochaine – zum Wohl und bis zum nächsten Mal!

Karin Schumacher

Veröffentlicht von

Dr. Karin Schumacher bloggt als Trota von Berlin seit 2010 bei den SciLogs. Nach dem Studium der Humanmedizin in Deutschland und Spanien promovierte sie neurowissenschaftlich und forschte immunologisch in einigen bekannten Forschungsinstituten, bevor sie in Europas größter Universitätsfrauenklinik eine Facharztausbildung in Frauenheilkunde und Geburtshilfe abschloss. Hierbei wuchs das Interesse an neuen Wegen in der Medizin zu Prävention und Heilung von Krankheiten durch eine gesunde Lebensweise dank mehr Achtsamkeit für sich und seine Umwelt, Respekt und Selbstverantwortung. Die Kosmopolitin ist leidenschaftliche Bergsportlerin und Violinistin und wenn sie nicht gerade fotografiert, schreibt oder liest, dann lernt sie eine neue Sprache. Auf Twitter ist sie übrigens als @med_and_more unterwegs.

12 Kommentare

  1. Karin Schumacher

    Danke für den gelungenen Beitrag – aber das kann ja jeder sagen, dass Trota von Berlin Karin Schumacher heißt. Kannst du das auch irgendwie beweisen? Wer weiß, vielleicht ist das auch nur ein Streich des Geistes von Deidesheim?

    Der hat ja sogar schon einmal Weintrauben gestohlen. Wieso nicht auch einen ganzen Blog?

  2. @ Trota

    Dennoch hofft nicht nur das zahlreiche Federvieh des Hofgutes, dass Martin den SciLogs, und sei es nur für repräsentative Zwecke, auch weiterhin zur Verfügung stehen wird.

    So ein Jahr ist lang und ich weiß nicht, was dahin so alles passiert (Naja, stimmt nicht, ich weiß das alles ganz genau, aber ich will nicht ständig von anderen Leuten deswegen gefragt werden!), aber das vergangene Wochenende war wieder so schön, daß ich versuche nächstes Jahr wieder mit dabei zu sein. Ich bleibe ja auch noch als Urlaubsvertretung erhalten.

  3. Die von-Trota-Verschwörung… 😉

    Bis eben wollte ich einfach nur meiner Freude Ausdruck verleihen, dass Karin Schumacher aka von Trota auch eine liebe und hervorragende Autofahrerin ist!

    Durch den Kommentar von Stephan Schleim bin ich aber jetzt doch ins Grübeln gekommen, ob Hussein Hamdan und ich nicht nur als unwissende Schachfiguren in einer großen Verschwörung gedient haben, indem wir glauben und bestätigen sollten, dass Karin von Trota sei!

    Und wo wir dabei sind: Fandet Ihr nicht auch, dass Stephan dieses Jahr wieder ganz anders aussah als im Jahr davor? 😉

  4. @ Stephans Geisterschreiber!?

    Lieber Stephan, Du willst Dich jetzt nicht allen Ernstes hier outen, dass Du eigentlich einen Ghostwriter für Dich arbeiten lässt?!? Diesen Geist würde ich dann wirklich gerne mal kennen lernen. 😉

  5. @ Elwetritsch: Tritsche & mehr

    Vielen Dank für diese herrlichen Insider-Infos! Vielleicht sollten wir nächstes Jahr bei Vollmond eine Hang- und Elwetrischjagd veranstalten.

    Bislang haben wir vor uns allem mit Spass- und Schnattertritschen (oft besser als Twitter-Tritsche bekannt) amüsiert.

    Nur unser besonders wertvoller “Wicht-Tritsch” (SciLogs-Preisträger von 2008) war leider dieses Jahr wegen eines akuten Trauerfalls (“Nummer 5 ist tot”, vgl. Nachruf vom 4.März 2013) nicht anwesend.

  6. @ Michael Blume: Verschwörungen & mehr

    Vielen Dank, Michael. 🙂 Vielleicht sollten wir einfach unseren Verschwörungsexperten zu diesem heiklen Thema befragen. 😉

    Ich hoffe allerdings auch, dass Deine augenblickliche Urteilsfähigkeit nicht allzu sehr von irgendwelchen Keimen beeinträchtigt ist und dass Dir die (heidnischen?!) Geister von Deidesheim hier nicht einen Streich gespielt haben. Wie wir weiter oben lesen können, wimmelt es in den Weinbergen nur so vor Tritschen & Co.. Dir jedenfalls nochmals gute und rasche Besserung!!!

    Auch ich fand allerdings, dass Stephan anders wirkte als sonst. Ist Dir nicht auch aufgefallen, dass diesmal seine Klebeblümchen fehlten? Eigentlich war das immer sein eindeutiges Markenzeichen (s. Beweisfoto). Am Ende hat er uns nur seinen GHOSTWRITER (s.o.) geschickt, den er in ein paar seiner teuren Designer-Klamotten (“Kleider machen Leute“) gesteckt hat. Was für ein Glück, dass wir so etwas sofort durchschauen!

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