Lichtgrenze – Highlight und Wort des Jahres 2014

Das Wort des Jahres 2014 ist “Lichtgrenze”. Zum 25. Jubiläum des Berliner Mauerfalls ließen die Brüder Christopher und Marc Bauder die Mauer für drei Tage wieder auferstehen – als Lichtband, das am Ende in den Himmel entschwebte. Ein Rückblick auf dieses bewegende Wochenende.

Cariñito

Nur ihre Konturen waren in der Dämmerung zu sehen, während die Instrumente immer mal wieder im Licht der Ballons aufblitzten. Auf dem ehemaligen Todesstreifen im Mauerpark spielten Straßenmusiker “Cariñito”, einen alten Hit aus Peru.

Menschen aus aller Welt flanierten und tanzten friedlich gemeinsam mit den Ballons in der leichten Herbstbrise. An diesem Novemberwochenende war die ganze Stadt in magisch verzauberter Bewegung.

Wissenschaftler, Innovatoren und andere Querdenker trafen sich auf der Falling Walls Konferenz, um die nächsten Grenzen zu überwinden. Denn Freiheit, Frieden und Fortschritt sind leider immer noch keine Selbstverständlichkeiten.

Eine Open-Air-Ausstellung entlang der ehemaligen Grenze erzählte Mauergeschichten und erinnerte an ihre Opfer. Am Sonntagabend entließen schließlich tausende Paten ihre mit persönlichen Botschaften bestückten Ballons in den Himmel der Freiheit. Wünsche, die auch für die Weihnachtszeit und die Zeit danach gelten.

Freiheit Und Frieden-Ballon fallofthewall25.comDie meisten Ballons landeten im Nordosten. So wie der, den Nadine Zabel in der Schorfheide fand. Seine Botschaft: “Freiheit und Frieden für alle Menschen!” Credit: https://fallofthewall25.com/ballon-gefunden/fundorte

Doch lassen wir nun die Musik und die Bilder des Films sprechen. “Nunca, pero nunca me abandones cariñito”, beschwört der Sänger seinen Schatz, ihn nie im Stich zu lassen.

Mögen auch wir die Freiheit nie mehr verraten. Mögen stattdessen die Lichter des Lebens, der Freude und des Friedens in unseren Herzen weiter leuchten.

Ein schönes 4. Adventswochenende, frohe Weihnachten und ein gutes und gesundes Jahr 2015!

Karin Schumacher

Veröffentlicht von

Dr. Karin Schumacher bloggt als Trota von Berlin seit 2010 bei den SciLogs. Nach dem Studium der Humanmedizin in Deutschland und Spanien promovierte sie neurowissenschaftlich und forschte immunologisch in einigen bekannten Forschungsinstituten, bevor sie in Europas größter Universitätsfrauenklinik eine Facharztausbildung in Frauenheilkunde und Geburtshilfe abschloss. Hierbei wuchs das Interesse an neuen Wegen in der Medizin zu Prävention und Heilung von Krankheiten durch eine gesunde Lebensweise dank mehr Achtsamkeit für sich und seine Umwelt, Respekt und Selbstverantwortung. Die Kosmopolitin ist leidenschaftliche Bergsportlerin und Violinistin und wenn sie nicht gerade fotografiert, schreibt oder liest, dann lernt sie eine neue Sprache. Auf Twitter ist sie übrigens als @med_and_more unterwegs.

3 Kommentare

  1. Wort des Jahres?

    Ach ja, von diesen ewiggestrigen Wortwurstlern…… kein Linguistik bekennt sich dazu, im Gegenteil, siehe dazu Anatol…..

    Quatsch hoch drei und umm dazu…..

  2. I.p. “Lichtgrenze” gibt es eine aktuelle Arbeit, die (u.a.) hier verwiesen wird:
    -> http://www.zeit.de/wissen/2014-10/nobelpreis-fuer-chemie-fuer-einen-deutschen-und-zwei-amerikaner

    Die Artikel-Angabe mit dem bundesdeutschen “Wort des Jahres” scheint korrekt gewesen zu sein:
    -> http://www.tagesschau.de/kultur/wort-des-jahres-lichtgrenze-101.html

    Zur bundesdeutschen Ignoranz, Wohlgefälligkeit gegenüber dem “real existierenden Sozialismus” und zu möglicher sittlicher Niedrigkeit auf der gewinnenden Seite, gibt es übrigens einen recht gelungenen und schon etwas älteren bundesdeutschen Film:
    -> http://de.wikipedia.org/wiki/Herr_Lehmann_%28Film%29 (oder “Buch”, der talentierte Sven Regener war hier ursächlich – Ulmen brillierte hier neben anderen als Schauspieler, wie der Schreiber dieser Zeilen findet)

    MFG + schöne Weihnachtstage!
    Dr. W

  3. Vielen Dank für die Kommentare, Links und Wünsche. Ich kann gut nachvollziehen, dass sich Linguisten angesichts der Auswahl der sogenannten Wörter des Jahres die Haare raufen (falls sie noch genug dafür zur Verfügung haben). “GroKo”, der Gewinner des Jahres 2013, klingt ziemlich gruselig. Dagegen erstrahlt die diesjährige “Lichtgrenze” fast schon kometenhaft in ihrem poetischen und metaphorischen Potential.
    Interessanterweise scheint auch die Jury der Deutschen Gesellschaft für Deutsche Sprache (GfdS) nicht vor der Verfügbarkeits- bzw. der Affektheuristik gefeit zu sein. Wir alle nutzen diese emotionalen Prozesse für unsere Urteilsbildung. Ausführliche Erklärungen gibt es, verständlich und amüsant beschrieben, im Buch des Nobelpreisträgers für Wirtschaft 2002, Daniel Kahneman: “Schnelles Denken, langsames Denken”.
    Eine ideale Weihnachtslektüre. In diesem Sinne: Nochmals danke, frohe Feiertage und einen guten Rutsch!

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