Bloggen oder Maul und Haken halten?

BLOG: Medicine & More

Aude sapere!
Medicine & More

“Veröffentliche das bloß nicht”, warnten mich besorgte Freunde, als ich von meinem Vorhaben erzählte. “Du wirst in keiner deutschen Uniklinik mehr arbeiten können.” Auch wenn ich ihren gut gemeinten Rat verstanden habe, entschied ich mich dennoch fürs Bloggen. Gerade weil die Überanpassung an ein krankes System zu immer mehr Patienten führt.

Bloggen und Karriere

Höhenflüge

“Guten Morgen, hier spricht Kapitän Dietrich Wonneflug. Ich begrüße Sie bei uns an Bord der Maschine Sausewind und kann Ihnen voller Stolz mitteilen, dass ich mit meiner Crew im Laufe des heutigen Tages schon seit über 23 Stunden ununterbrochen fehlerfrei geflogen bin. Daher wird nach den geltenden Vorschriften dieser Flug der letzte für unser Team werden, denn wir dürfen nach aktueller Gesetzeslage leider nicht mehr offiziell länger als 24 Stunden pro Schicht fliegen.

Da wir ein gutes Team sind und viel Erfahrung besitzen, seien Sie dennoch unbesorgt. Denn das Konzept unserer Fluggesellschaft ist so einfach wie genial: Durch Personaleinsparungen und Spezialtraining der verbliebenen Besatzungsmitglieder ist es uns gelungen, die Flugkosten drastisch zu senken. Unser Controlling-Team prüft die Zahlen regelmäßig und ist immer wieder begeistert. Ein Punktesystem am Ende des Quartals sichert dann noch zusätzliche Boni, vorausgesetzt die Passagierzahlen sind gestiegen. Nicht nur Ihre Tickets wurden dadurch billiger, verehrte Kundinnen und Kunden, auch konnten wir viel Geld in immer bessere Technik investieren.

Für den äußerst unwahrscheinlichen Fall eines Notfalls wurden für die Passagiere der Business-Klasse und für unsere Crew Fallschirme unter den Sitzen montiert. Die aktuellen Ergebnisse unserer von weltbekannten Forschungsinstitutionen durchgeführten Studien zeigen, dass diese Fallschirme bislang alle retten konnten, die sie benutzten.

Aber auch die restlichen Passagiere werden von uns gut versorgt. Ihnen wird gerade von den Flugbegleiterinnen unser wohlschmeckender Sorgloscocktail® serviert. Dieser wurde freundlicherweise von einem unserer Hauptaktionäre, der HealthyLife AG, gespendet. Für die Kinder an Bord gibt es das Präparat in Form von leckeren Farblutschern in Himbeer-, oder Waldmeistergeschmack. Liebe Kids, Eure Zungen färben sich davon lustig rot oder grün. Ist das nicht toll?

Verehrte Fluggäste, ein Applaus unseren Aktionären! Ich wünsche allen einen angenehmen Flug und falls doch etwas schief gehen sollte, was aber zum Glück nicht häufiger als einmal im Quartal passiert und dann selbstverständlich von unseren Qualitätsmanagern streng vertraulich behandelt wird, wünsche ich den Damen und Herren der Business-Klasse und unserer gesamten Crew eine sanfte Landung und den restlichen Passagieren fröhliche Träume.”

Mal Hand aufs Herz: Wer würde nicht sofort den dringenden Wunsch zum Aussteigen aus dem Flugzeug verspüren, wenn der Kapitän seine Passagiere wie folgt begrüßen würde? Sofort würde der natürliche Fluchtreflex ausgelöst und die Fluggesellschaft könnte mit ihrer Crew alleine fliegen, auch wenn das Angebot noch so preisgünstig und die Besatzung noch so erfahren wäre. Kaum jemand käme auf die Idee, einen Piloten nach 24-stündiger Arbeit noch ins Cockpit eines Fliegers einsteigen zu lassen.

Der gesunde Menschenverstand misstraut zu Recht der Schaffenskraft eines derart gestressten Spezialisten, egal wie erfahren er auch sein mag. Noch dazu geht es um viel Geld und Ansehen. Teure Maschinen stehen auf dem Spiel. So hatte der Absturz der Concorde am 25. Juli 2000 in Paris nicht nur verheerende Folgen für die 109 Toten und deren Angehörige, sondern bedeutete gleichzeitig das Ende eines Mythos.

Abstürze

Ganz anders sieht es dagegen in unseren Krankenhäusern aus. Dort zählt dieses Horrorszenarium vielerorts zum täglich praktizierten realen Wahnsinn. Die Tendenz für die Zukunft ist steigend bei Fortsetzung des augenblicklichen Kurses.

Es ist nicht verwunderlich, dass wenig Änderungen erwünscht sind in einem System, dessen Ursprung in militärischen Traditionen liegt und das sich noch immer so tief an seine Wurzeln und Privilegien mit starren Hierarchien, Hofstaatbildung und immer rücksichtsloserer Ausbeutung des Personals und zunehmend auch der Patienten klammert.

Im krassen Gegensatz dazu stehen zunehmendes Wissen und Wunsch nach Aufklärung und damit auch das Nachdenken über Lösungsansätze für existierende Probleme und vielleicht sogar die gemeinsame Entwicklung von Visionen. Das Web 2.0 bietet hierfür Möglichkeiten wie nie zuvor.

Jeder muss diese Entscheidung für sich selbst treffen. Es liegt natürlich nahe, dass wir uns an ein bestehendes System zunächst einmal trotz seiner Risiken und Nebenwirkungen versuchen anzupassen. Wenn wir dann erst einmal eine bestimmte Position erreicht haben, so die Theorie, werden wir sicher schon irgend etwas verbessern können. Bis dahin müssen wir eben “Maul und Haken halten”, wie es so schön in der Chirurgie heißt. Doch funktioniert das auch tatsächlich in der Praxis?

Die Zunahme bestimmter Leiden in unserer Gesellschaft wie beispielsweise der Anstieg von Burnout-Syndromen, Depressionen, Übergewicht oder Herz-Kreislauferkrankungen trotz steigenden Wohlstands und Wissens sprechen eine andere Sprache. Wir alle leben immer mehr am Limit und viele von uns geben nicht auf, sich an immer bedenklichere Bedingungen anpassen zu wollen, anstatt besser die Bedingungen zu ändern. Bevor es zu spät ist.

So erging es auch mir im Verlauf meiner Facharztausbildung in diversen renommierten Universitätskliniken wie dem kleinen Pinguin, über den ich vor kurzem berichtete. Auch ich begann mehr und mehr an mir zu zweifeln, da ich es irgendwie allen recht machen wollte, bis ich irgendwann begriff, dass dies nicht nur unmöglich, sondern vor allem gefährlich ist.

Eine Ausbildung selbst im renommiertesten Hamsterrad führt nun einmal in erster Linie zum perfekten Hamster und wer seine Arbeit besonders gut macht, darf sich irgendwann mit stolzer Brust Ober- bzw. Chefhamster nennen. Doch selbst der Chefhamster unterliegt auch weiterhin der ständigen Kontrolle und dem Leistungsdruck durch das System, so dass er allzu oft entsprechend stolz bzw. zunehmend auch angstvoll auf die im Laufe des Quartals erhamsterten Zahlen und Trophäen schaut, während er längst den Blick für das Wesentliche verloren hat.

Neue Wege

“Willst du das Leben leicht haben, so bleibe immer bei der Herde”, wusste schon Friedrich Nietzsche. Doch ist es nicht gerade das selbstständige, eigenverantwortliche Denken und Tun, das Beschreiten neuer Wege, das einen guten Wissenschaftler auszeichnet? Ich kann es nicht besser beschreiben als mein Blog-Nachbar Stephan Schleim: “Denn lieber will ich mit meinem eigenen Weg scheitern, als auf einem fremdbestimmten Weg erfolgreich sein.”

Natürlich ist klar, dass ein solcher Weg nicht einfach ist und sich leider auch nicht für jeden eignet. Es gibt im Leben Situationen, in denen man keine Wahl hat, wo es lebensnotwendig sein kann, “Maul und Haken zu halten”.

Zum Glück befinde ich mich im Moment in einer anderen Lage. Ich habe die Chance zu schreiben, nicht das Recht, meine kostbare Lebenszeit als Marionette machtpolitischer Strategiespiele vergeuden zu lassen. Wie sollen wir einen wirklichen Fortschritt erreichen, wenn wir unser Wissen nicht mit anderen teilen, wenn wir uns nicht mit Gleichgesinnten vernetzen?

Der berühmte Theologe, Musiker, Philosoph und Arzt Albert Schweitzer (1875-1965) hat es gewagt, indem er nach Äquatorialafrika ging, um Leid zu lindern. Der Name seines Urwaldspitals “Lambarene” ist nicht zufällig gewählt. Vor etwa 200 Jahren zog ein Häuptling mit seinem Stamm in diese unwirtliche Gegend, um sich vor Angriffen anderer Stämme zu schützen. Er nannte den Ort “Lambarene”, was übersetzt heißt “ich wage es”.

Heute rät uns einer seiner würdigen Nachfolger, der Katastrophenmediziner Professor Bernd Domres: “Hören Sie auf Ihre innere Stimme und tun Sie nichts, nur weil Sie dort gerade eine Stelle bekommen oder viel Geld verdienen.” Auch er ist übrigens seinen eigenen Weg abseits der typischen Universitätskarriere gegangen, was ihm zunächst nur das hämische Lachen seiner stromlinienförmigen Kollegen einzubringen schien. Doch schließlich gelang es ihm dadurch, einen ganz neuen Zweig in der deutschen Medizin aufzubauen. Wie auch sein Vorbild Albert Schweitzer vertraut er auf die drei christlichen Tugenden Glaube, Liebe und Hoffnung, denen er allerdings noch eine vierte aus dem Buddhismus hinzufügte: Gelassenheit. Damit ließe sich vieles meistern. Selbst hoffnungslose Fälle würden so immerhin noch zu Fällen mit “ungünstiger Prognose”.

Angesichts all dessen habe ich mich entschlossen, ein Buch zu schreiben, in dem es um Kontraste gehen soll. Denn bei wem die Höhenflüge des deutschen Gesundheitswesens immer mehr zu Abstürzen, Angst oder Zweifel führen, den nehme ich gern mit in eine andere weiße Welt, die Berge. Hier bläst ein besonderer Wind. Gespielt wird nicht nach von Menschen gemachten Regeln, sondern nach den Gesetzen der Natur. Und dennoch geht es auch hier um die Erfahrung von Grenzen und der eigenen Begrenztheit.

Der französische Schriftsteller, Philosoph und Naturforscher Jean-Jaques Rousseau (1712-1778) war einer der wichtigsten geistigen Wegbereiter der französischen Revolution. Er wusste: “Alle Menschen werden die Wahrnehmung machen, dass man auf hohen Bergen, wo die Luft rein und dünn ist, freier atmet und sich körperlich leichter und geistig heiterer fühlt.”

Wir können viel von Rousseau lernen. 1755 publizierte dieser aus einfachen Verhältnissen stammende Mann seinen “Discours sur l’origine et les fondements de l’inégalité parmi les hommes” (Abhandlung über Ursprünge und Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen), in der er die soziale Ungleichheit aus der Herausbildung der Arbeitsteilung erklärt. Sie ermögliche die Aneignung der Erträge der Arbeit Vieler durch einige Wenige, die anschließend autoritäre Staatswesen organisieren, um ihren Besitzstand zu schützen. Dieses Werk sollte nicht nur für zukünftige Patienten und Ärzte in der Weiterbildung zur Pflichtlektüre zählen, denn es scheint, dass sich der französische Absolutismus nicht nur in etlichen sogenannten Gesundheitseinrichtungen wunderbar wieder entfalten konnte.

Nur wer die Methoden kennt, kann auch mit ihnen umgehen. Nur wer das System versteht, kann es verändern. Nur wer die Ursachen hinter den Symptomen kennt, kann wirklich heilen. Der andere Hausarzt schreibt in seinem Blog: “Wenn tatsächlich die Frage Was brauche ich wirklich?, die mindestens seit den siebziger Jahren gewachsene Frage Was steht mir zu? ablöste, käme das einer Revolution von unten gleich.” Zum Glück gibt es solche Mediziner, die noch dazu sogar bloggen.

Ich hoffe, ich kann mit meinen Texten nicht nur aufklären, sondern vor allem zum Nachdenken anregen und zum Mitgestalten motivieren. Denn letztendlich sitzen wir alle im selben Flugzeug, genannt Planet Erde. Wir haben nur diese eine Welt und jeder Mensch hat nur ein Leben und damit auch nur eine Gesundheit. All dies gilt es zu schützen und zu nutzen anstatt uns und unsere Lebensgrundlage auszunutzen und ausnutzen zu lassen!

Liebe Leserinnen und Leser, ich wünsche allen eine gute Gesundheit und freue mich über jede Anregung!

 

Veröffentlicht von

Dr. Karin Schumacher bloggte zunächst als Trota von Berlin seit 2010 bei den SciLogs. Nach dem Studium der Humanmedizin in Deutschland und Spanien promovierte sie neurowissenschaftlich und forschte immunologisch in einigen bekannten Forschungsinstituten, bevor sie in Europas größter Universitätsfrauenklinik eine Facharztausbildung in Frauenheilkunde und Geburtshilfe abschloss. Hierbei wuchs das Interesse an neuen Wegen in der Medizin zu Prävention und Heilung von Krankheiten durch eine gesunde Lebensweise dank mehr Achtsamkeit für sich und seine Umwelt, Respekt und Selbstverantwortung. Die Kosmopolitin ist leidenschaftliche Bergsportlerin und Violinistin und wenn sie nicht gerade fotografiert, schreibt oder liest, dann lernt sie eine neue Sprache. Auf Twitter ist sie übrigens als @med_and_more unterwegs.

7 Kommentare

  1. Rousseau

    … mag nicht der “Bringer” gewesen sein, genau so wenig wie die französische Linie der Europäischen Aufklärung, über die sich schon der aktuelle Papst zurecht beklagte und in der er eine gewisse Kontinuität sieht zu den Verbrechen des letzten Jahrhunderts (was gar nicht gut ankam, aber im Grundsatz richtig war), aber ansonsten scheint die geschätzte Inhaltemeisterin schon einen Punkt festgestellt zu haben, nämlich die Ineffizienz des genannten Wesens und die damit Hand in Hand gehende Verlogenheit.

    Wie damit umzugehen ist, ist aber eine schwierige Frage, der Schreiber dieser Zeilen, der aus liberaler Sicht eine Effizienzsteigerung auf Kosten sog. sozialer Gerechtigkeit, aber auch ganz dezidiert auf Kosten von Profiteuren innerhalb dieses Wesens, anstreben würde, sieht das nicht klar vor Augen.

    Eine Grundsicherung wäre eine Idee um den Sozialapparat zu dezimieren und noch einmal zu dezimieren, aber dann wäre die Folgediskussion um die Höhe dieser Grundversorgung gehend. – Vielleicht muss man sich aber genau darauf einlassen.

    MFG + auf das Buch wartend,
    Dr. Webbaer

  2. Hier eine Anregung

    Du hast leider übersehen, liebe Trota, dass das Gesundheitswesen schon die passende Antwort auf diese Probleme parat hat, siehe z.B.

    Sudgen C., et al. (2012). Effect of pharmacological enhancement on the cognitive and clinical psychomotor performance of sleep-deprived doctors: a randomized controlled trial. Annals of Surgery 255: 222-227.

    Lasst die überarbeiteten ÄrztInnen doch einfach Stimulanzien fressen. Die sind seit einigen Monaten in den USA (wo jetzt jährlich gemäß der aktuellen Quote der Regierung 56 Tonnen Methylphenidat und ca. 40 Tonnen Amphetamine produziert werden) knapp geworden – doch keine Sorge, die FDA will daher die Quote für Amphetamin in diesem Jahr um ein ganzes Drittel erhöhen.

    Entschuldige den makaberen Scherz aber das Schlimme ist ja, dass manche das ernst meinen (siehe die Enhancement-Debatte in der Wissenschaft, z.B. auch hier).

    Dabei möchte ich hier als Fußnote ergänzen, dass es sich bei vielen dieser Katastrophenunternehmen, auf die du in deinem schönen Beitrag verweist, übrigens um staatliche Stellen handelt, die in besonderem Maße zur Einhaltung der Rechtsordnung verpflichtet sind.

  3. P.S. Was Nietzsche wusste,…

    …das wusste Seneca schon lange:

    Wenn vom glücklichen Leben die Rede ist, darfst du nicht wie bei Abstimmungen zu mir sagen: “Hier ist offenbar die Mehrheit.” Gerade deshalb ist es nämlich das Schlechtere. Es steht mit der Menschheit nicht so gut, dass das Bessere der Mehrzahl gefiele: Die Einstellung der Masse ist geradezu ein Beweis des Verkehrtesten! Wir müssen fragen, was am besten zu tun ist, nicht was gewöhnlich geschieht; was uns in den festen Besitz beständigen Glücks bringt, nicht was der Masse gefällt, die in Sachen der Wahrheit ein gar zu schlechtes Urteil hat. (De vita beata/Vom glücklichen Leben)

  4. @ Dr. Webbaer: Grundsicherung

    Um beim Beispiel Frankreich zu bleiben – dort wird das Prinzip der Grundsicherung mehr oder weniger erfolgreich angewendet. Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt 75% der Arztkosten und etwa 70% der Arzneimittelkosten. Darüber hinaus kann sich jeder bei Bedarf zusätzlich versichern, was ungefähr die Hälfte der Bevölkerung tut. Durch ein „Hausarztsystem“ sollen die Patienten zudem zuerst zum Allgemeinmediziner gehen, damit unnötige Facharztkosten eingeschränkt werden.

    Auch wenn ich persönlich den Eindruck habe, dass in Frankreich beispielsweise weniger “unnötige” Operationen und Behandlungen als in Deutschland durchgeführt werden, sind die generellen Probleme dennoch in beiden Staaten leider vergleichbar.

    In Norwegen dagegen (wo es überhaupt wesentlich weniger Ärzte gibt) werden Hausärzte beispielsweise auch für ihre gesunden Patienten bezahlt. Das halte ich für einen sehr interessanten Ansatz.

  5. @Stephan: Pro Seneca!

    Danke, lieber Stephan, für die Anregungen… 🙂 So ganz “übersehen” habe ich die Antwort unseres “Gesundheitswesens” übrigens nicht, schließlich habe ich vor zwei Jahren schon mal darüber gebloggt: Neuro-Enhancement – Die unerträgliche Leichtigkeit des Arbeitens

    Dass diese Entwicklung allerdings jetzt auch wissenschaftlich vorangetrieben werden soll, gibt dem Ganzen natürlich noch eine ganz andere Note.

    Die Bandbreite der Stimulanzien und ihrer Anwender ist ja weit gefächert und beschränkt sich keineswegs nur auf das “Gesundheitssystem” oder auf Politiker ausgewählter Mittelmeerstaaten wie beispielsweise Berlusconi und Co.

    Auch daher hast du natürlich völlig recht mit deinem Seneca-Zitat. Ich finde, dass jeder sein “Vom glücklichen Leben” (De vita beata) nicht nur einmal im Leben gelesen haben sollte…

    In diesem Sinne gleich noch ein Auszug für alle aus diesem Werk:

    Glücklich ist also ein Leben in der Übereinstimmung mit der eigenen Natur, das nur gelingen kann, wenn die Seele erstens gesund ist, und zwar in dauerndem Besitz ihrer Gesundheit, sodann tapfer und leidenschaftlich, ferner auf schöne Weise leidensfähig, den Zeitumständen gewachsen, um den ihr zugehörigen Körper und was mit ihm zusammenhängt besorgt, aber ohne Ängstlichkeit, ferner in Bezug auf die anderen Dinge, die zur Lebensgestaltung dienen, gewissenhaft, aber ohne übertriebenes Interesse für irgend etwas, willens, die Geschenke des Glücks zu nutzen, nicht aber, ihnen zu dienen.”

  6. scilogs.de bloggen-oder-maul-und-haken-h

    google eingeben: kinderklau.blogspot.de —-(scheinbar laufen öfters irre sachen )

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