Was ist Liebe? – Teil 1

love, sexually

Was ist Liebe? Eine warmes, fuzzy Gefühl irgendwo zwischen Herz und Magengrube? Eine außerordentlich große Frage, die ich hier direkt in meinem ersten inhaltlichen Blogbeitrag stelle. In einer Reihe möchte ich euch dazu einladen, gemeinsam mit mir Antworten auf diese Frage in verschiedenen Disziplinen zu suchen. Da die Psychologie meine Profession ist, liegt es nahe, dort zu beginnen. Und tatsächlich, mit der Dreieckstheorie der Liebe und den Liebesstilen begegnen uns hier gleich zwei theoretische Schwergewichte der psychologischen Liebesforschung.

Zwei Hände, die sich an den Zeigefingern festhalten

Dreieckstheorie der Liebe

Erste Recherchen führen recht schnell zu Robert J. Sternberg, der 1986 seine Dreieckstheorie der Liebe erstmalig vorstellte. Seiner Ansicht nach muss man Liebe als gemeinsame Ausprägung auf drei verschiedenen Komponenten verstehen, die jeweils eine Ecke eines Dreiecks besetzen (siehe  Abbildung):

  1. Intimität: Eine hohe Intimität geht mit Gefühlen von Nähe und Verbundenheit zum/r Partner*in einher. Sie äußert sich beispielsweise darin, gemeinsam Zeit zu verbringen oder aufrichtig miteinander zu kommunizieren.
  2. Leidenschaft: Meint das starke Bedürfnis nach Einheit mit dem/r Partner*in, das besonders zu Beginn einer Partnerschaft sehr hoch sein kann. Klar, dass damit auch geteilte Sexualität gemeint ist.
  3. Verbindlichkeit: Hiermit meint Sternberg die Entscheidung für die Partnerschaft und die Entscheidung, den/die Partner*in jetzt in diesem Moment zu lieben. Damit handelt es sich um die sehr bewusste Wahl, sich an den/die Partner*in und damit die Beziehung zu binden. Zum Ausdruck kommt sie beispielsweise durch eine Heirat, die Entscheidung sexuell monogam zu sein oder auch zusammenzuziehen.

Welche Liebesformen werden unterschieden?

Vollendete Liebe gibt es nur, wenn alle drei Komponenten in einer Partnerschaft vorhanden sind. Ist keine der drei vorhanden handelt es sich um keine Form der Liebe. Intimität allein bezeichnet Sternberg als Freundschaft, Leidenschaft allein als Vernarrtheit, Verbindlichkeit allein als leere Liebe. Fehlt lediglich Verbindlichkeit handelt es sich um romantische Liebe. Mangelt es an Leidenschaft ist es Kameradschaft. Verbindlichkeit und Leidenschaft ohne Intimität bezeichnet Sternberg als Verblendung.

Unterschiedliche Ausprägungen in den drei Komponenten würden schließlich in unterschiedlichen Formen des Dreiecks resultieren. Vollendete Liebe mit überwiegend ausgeglichener Ausprägung der drei Komponenten kann man sich als gleichschenkliges Dreieck vorstellen.

Abbildung veranschaulicht verschiedene Arten von Liebe in der Sternbergschen Dreieckstheorie der Liebe
Dreieckstheorie der Liebe

Nützlich kann diese Theorie sein, um sich Wunsch und Realität der eigenen Partnerschaft vor Augen zu halten. Wie ist meine Partnerschaft tatsächlich gerade und wie hätte ich sie gerne? Wo sind Abweichungen? Wie sieht mein/e Partner*in unsere Beziehung eigentlich und sind wir uns da überhaupt einig? Nahe liegt ihr diagnostischer und edukativer Nutzen daher auch besonders in der Paartherapie.

Weiterlesen
Sternberg, R. J. (1986). A triangular theory of love. Psychological Review, 93, 119-135.
Sternberg, R. J. (2006). A duplex theory of love. In R. J. Sternberg, &, K. Weis (Eds.). The new psychology of love. Westchester, NY: Yale University Press.

Liebesstile

Schon 1973 stellte der Soziologe John Alan Lee in The colours of love seine Liebestheorie vor, die er auf Basis aufwändiger Literaturrecherchen und Untersuchungen entwickelte. Diese Theorie wurde in den folgenden Dekaden vor allem von Susan und Clyde Hendrick weiterentwickelt.
Grundannahme dieser Theorie ist, dass sich die Menschen in ihrem Stil zu lieben voneinander unterscheiden. Sie verschiebt den Fokus also weg von der Beziehung hin zum Individuum. Interessanterweise scheint dieser Liebesstil aber nicht unbedingt stabil zu sein – eine Person kann mit unterschiedlichen Partner*innen also durchaus unterschiedliche Liebesstile zeigen. Am besten lassen sie sich als eine Art Glaubens- und Einstellungskomplexe verstehen.

Primäre Liebesstile

Analog zum Farbsystem unterscheidet Lee drei primäre Liebesstile:

  • Eros: Die romantische, leidenschaftliche Liebe. Eine emotional sehr intensiv erlebte Art von Liebe, die auch mit starker körperlicher Anziehung einhergeht.
  • Ludus: Liebe ist ein Spiel, in dem auch die Täuschung des/der Partners*in erlaubt ist. Gerne auch mit mehreren Personen zur gleichen Zeit. Eine Person, die ludisch liebt, hat keinerlei Zukunftspläne mit dem/n aktuellen Partner*innen. Sie fürchtet fast jederlei Zeichen, dass auf eine zu starke emotionale Bindung oder Verpflichtung hinweist. Wem da jetzt Parallelen zum kinderlosen Tindervolk – um einmal den Rapper Marteria zu bemühen – der heutigen Zeit kommen: Du bist nicht allein.
  • Storge: Liebe ist hier eine tiefe Freundschaft, die ohne das fieberhafte Element der erotischen Liebe auskommt. Sie steht stattdessen fest auf einem Fundament aus Vertrauen und gegenseitigem Respekt und Zuneigung.

Farbkreis aus Buntstiften

Sekundäre Liebesstile

Wie die Primärfarben lassen sich die primären Liebesstile zu sekundären Liebesstilen “mischen”, die aber zudem ihre ganz individuellen Eigenschaften mitbringen:

  • Pragma: Setzt sich zusammen aus Ludus und Storge. Der Name ist auch hier Programm: Eine pragmatisch liebende Person sucht vor allem nach einer Person die zu ihm/ihr passt. Regan (2003) vergleicht die Partnersuche mit einer Einkaufsliste und bemerkt treffend, das Online-Dating dem/r Pragmatiker*in wohl ganz gut zupass kommt.
  • Mania: Die manische Liebe ist eine Kombination aus Eros und Ludus. Sie kann kurzzeitig himmelhoch jauchzend und wahnsinnig intensiv sein, endet aber doch häufig in Tränen. Eine solche Liebe ist dominiert von irrationalem, obsessivem und besitzergreifendem Verhalten. Wer manisch liebt ist zu unsicher um den Liebesbezeugungen des/r Partners*in Glauben zu schenken, besteht aber gleichwohl immer und immer wieder darauf.
  • Agape: wird aus Eros und Storge gebildet. Jemand der auf diese Weise liebt tut es selbstlos und erwartet nichts im Gegenzug. Lee erkannte schon 1973, dass dies ein Ideal ist, wonach wohl viele von uns streben. In einer Gesellschaft, die auf Kapitalismus beruht, ist eine ausschließlich altruistische Liebe aber nur schwerlich erreichbar.

Interindividuelle und interkulturelle Unterschiede

Die Liebesstile werden mit einem Fragebogen gemessen, der am Ende ein individuelles Liebesstilprofil über die drei primären und die drei sekundären Liebesstile liefert.
Verschiedene Untersuchungen konnten zeigen, dass Frauen üblicherweise eine höhere Ausprägung von Pragma und Storge aufweisen, während Männer bei Ludus höhere Befragungswerte zeigen.
Auch interkulturelle Unterscheide scheint es zu geben: Lateinamerikaner*innen übertreffen Weiße in ihren Ludus-Werten. US-Amerikaner*innen weisen mehr Übereinstimmung mit Storge und Mania auf als Französ*innen, die wiederum höhere Werte auf Agape erzielen (ein Überblick über diese Studien findet sich in Hendrick & Hendrick, 2006 oder Regan, 2003).

Trivia

Lee unterschied zusätzlich zu den primären und sekundären Liebesstilen sogar noch neun tertiäre Liebesstile (z.B. manischer Eros, manischer Ludus usw.), die jeweils eine Kombination aus einem primären und einem sekundären Stil darstellen. Empirisch konnte er diese neun Stile jedoch nie wirklich trennscharf voneinander abgrenzen.

Inspiration für die Namen der Liebesstile bekam Lee vermutlich von C.S. Lewis, dem u.a. für die Chroniken von Narnia bekannten irischen Schriftsteller. In seinem Buch The four loves untersuchte er bereits mit den vier griechischen Ausdrücken für Liebe, Eros (erotische Liebe), Philia (oder freundschaftliche Liebe), Storge (Affection oder empathische Liebe) und Agape (er nennt sie auch Charity bzw. bedingungslose, göttliche Liebe) den Liebesbegriff aus einer christlichen und philosophischen Perspektive. Für Lewis ebenso wie Lee stellt Agape die höchste und erstrebenswerteste Form der Liebe dar.

Weiterlesen
Lee, J. A. (1973). Colours of love: An exploration of the ways of loving. Toronto: New Press.
Hendrick, C., & Hendrick, S. S. (2006). Styles of romantic love. In R. J. Sternberg, &, K. Weis (Eds.). The new psychology of love. Westchester, NY: Yale University Press.
Regan, P. (2003). The mating game: A primer on love, sex, and marriage. Thousand Oaks, CA: Sage.

Fazit

Bei den hier vorgestellten Theorien handelt es sich also um Taxonomien oder auch Typologien. Typologien haben den Vorteil unsere Erlebenswelt sehr anschaulich und einfach darzustellen. Vorsicht ist aber dennoch angebracht: Sie helfen uns nämlich weder dabei, Prozesse menschlichen Verhaltens zu studieren. Noch ist die Sache mit der Liebe so einfach, wie es hier zu sein scheint; gibt es doch Mischformen, Überschneidungen und Zusammenhänge. Als Orientierungshilfen in unserem emotionalen inneren Wirrwarr taugen sie aber allemal. Wir sollten sie dabei nur nicht zu ernst – sprich zu wörtlich – nehmen.

Jane Hergert

Veröffentlicht von

Dr. phil. Jane Hergert erwarb ihr Diplom in Psychologie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Für die Promotion ging sie ins Ruhrgebiet an die FernUniversität in Hagen, wo sie auch heute noch als Postdoc am Lehrstuhl für Arbeits- und Organisationspsychologie tätig ist. Entgegen der Denomination dieses Lehrstuhls interessiert sie sich in ihrer Forschung aber vor allem für das was uns Menschen zusammenhält bzw. gern auch mal auseinander treibt: Die Liebe und alles was damit im engeren und weiteren Sinne zu tun hat. In ihrer Dissertation, die von der Fakultät für Kultur- und Sozialwissenschaften der FernUniversität 2017 mit dem Dissertationspreis ausgezeichnet wurde, befasst sie sich beispielsweise mit den Ursachen sexueller Untreue.

29 Kommentare

  1. Danke für den interessanten Überblick.

    Am Ende des Beitrags stelle ich mir aber schon die Frage, was es mir jetzt über Liebe Verrät, diese verschiedenen Stile voneinander zu unterscheiden? Zumal Sie ja im Text schon selbst andeuten, dass es andere Unterscheidungsmöglichkeiten gibt.

    Ich hatte mal eine Studentin, die privat hundert Menschen nach ihrer Definition von Liebe gefragt hat. Heraus kamen hundert Definitionen. Wobei es natürlich einige wiedererkennbare Punkte gab.

  2. Liebe ist…
    Sternchen und Schrägstriche wegzulassen- ist ja kaum lesbar. 😉

    Das beiseite.
    Liebe sollte eine innere Haltung sein und sie sollte das sein, was sie ist -intim. Was geht es der Gasse an, was Liebe ist?

  3. Eher schlichte Sicht der Art, dass Liebe a) zwischen Frau und Mann vorliegt, auch um im Rahmen einer längeren Beziehung Kinder zu bekommen und b) zwischen Subjekt, erkennendem Subjekt und Sache (die ebenfalls ein Subjekt sein kann) oder Theorie vorliegt, nachdem jeweils als richtig oder zumindest als gut erkannt worden ist, wobei ständige weitere Prüfung, die Zeit meinend, im skeptizistischen Sinne beigefügt werden darf bis soll, geht dann womöglich als eher minderkomplexe Theoretisierung durch, heutzutage, hmmm…

    Bei der sog. Agape, die wohl die Transzendenz meint, würden einige übrigens nicht Sätze der Art “Muss ich haben, hier und sofort!” aussprechen wollen.

    Gibt es auch entsprechende Theorien zum Antipoden oder Antonym, dem Hass?

    MFG + schöne Festtage schon einmal,
    Dr. Webbaer (den bei “weicher” Begrifflichkeit, durchaus im Sinne von Yin und Yang, oft auch die Gegensätzlichkeit interessiert, die dann manchmal allgemein einzugrenzen hilft, bei der sinnhaften Bestimmung von Begrifflichkeit)

  4. Ein Blog-Beitrag zum komplexen Thema Liebe stellt auf Grund der Fülle an notwendigen und möglichen Aspekten, die zum Verständnis und analytischer Wahrnehmung notwendig sind, bereits eine starke Reduktion der »Materie« dar. Ein Kommentar zu diesem Thema ist erst recht aus technischen Gründen („Zeilenmangel“) stets sehr unvollständig.

    Somit fragmentarisch eher plakativ formulierte Einschätzungen..

    Die »Akademisierung der Liebe« erscheint (mir) sehr schwierig, da zwar Klassifizierungen durchgeführt werden können (…Liebesstile, siehe Hinweis der Blog-Autorin), diese im Einzelfall für die Betroffenen aber selten konkrete Hilfe bedeuten. Epochale oder lokale Unterschiede sind mitunter signifikant aber praktisch bezogen auf eine konkrete Liebessituation zwischen jetzt real existierenden Menschen eher unbedeutend. Die Geschichte der Sexualität ist spannend und unterhaltsam aber kaum auf unsere heutige Zeit anwendbar. Zwei – mehr oder weniger zufällige – Beispiele* sollen das verdeutlichen.

    *Noch in den Dreißigerjahren des 20.Jahrhunderts glaubten die Bellonesen auf den Salomoninseln, dass die einzige Funktion des Geschlechtsverkehrs das Vergnügen sei, und auch australische Ureinwohner kannten bis vor wenigen Jahrzehnten noch nicht den Zusammenhang von Kopulation und Zeugung. Für sie war eine Frau einfach „ein Wesen, das während einer langen Zeit ihres Lebens in gewissen Abständen Kinder gebärt“.

    *Die Ehe, noch in homerischen Zeiten nicht auf einen Rechtsakt, sondern auf den sozialen Tatbestand des Zusammenlebens gegründet und daher begrifflos, wurde erst durch die Ehegesetze des Perikles (541/50 v. Chr.) zu staatlichen Einrichtung, die freilich athenischen Bürgern und Bürgerinnen vorbehalten blieb. Doch fand sich bis heute kein Beweis, dass irgendein Athener je eine frei geborene Frau geliebt und nur aus Liebe geheiratet hätte. Auch gibt es keine Darstellung sexueller Aktivitäten von Ehepaaren. Die Ehe war nur eine Institution zur Erzeugung von legitimen Erben, Liebe spielte in ihr keine Rolle, die Rechte der Frau ähnelten den von Sklaven…

    *Quellen Marielouise Janssen-Jureit, Sexismus, München 1976 , Martin Dannecker, Das Drama der Sexualität, Frankfurt 1987

    Im Hier und Jetzt der westlichen Welt dominieren zwei Strömungen die romantische Liebe. Das ist die christliche „Idee“, daß Liebe und Sexualität zusammen gehören und daraus abgeleitet das Normverhalten der Monogamie, und die Verbindung von Kommerz und romantischer Liebe in Form von Verhaltens-Botschaften in Spielfilmen, Büchern und Geschenken, die das Ideal der romantischen Liebe instrumentalisieren, um mit antrainierten Sehnsüchten Profit zu generieren. „Der Film, das Buch und die Blumen der Liebe kosten“.

    Analytisch gesehen ist eine natürliche Grundvoraussetzung für die körperliche Liebe zweier Menschen der eigene Egoismus. Salopp formuliert: Es macht halt mehr Spaß von einem anderen Menschen „angefasst“ zu werden als sich nur selbst anzufassen.

    Die vielfältigen Probleme die von der Suche nach romantischer Liebe und deren Umsetzung ausgehen, sind kaum vermeidbar. Eine Entmystifizierung ist nicht gewünscht. Der Glaube an die „große Liebe“ hat eine enorme Strahlkraft. Tatsache ist, die Liebesobjekte sind (leicht) austauschbar. Das wissen zumindest all’ die Menschen, die gemäß ihrem authentischen Verhalten schon mehr als einer Person im Leben gesagt haben: „Ich liebe Dich“.

    Aus meiner Erfahrung und Sicht** fehlt den meisten Menschen der spielerische Umgang. Insbesondere die Unfähigkeit Sexualität (körperlich-geistiges Begehren) als eigenständige „konstruktive Interaktion“ ohne Liebe leben zu können, führt zu unlösbaren Konfliktsituationen. So genannte „Seitensprünge“ (das „Fremdgehen“) sowie der Gang zu Prostituierten sind inhärent mit der geforderten körperlichen Ausschließlichkeit verbunden.

    **Zur groben Orientierung: Ich komme aus einem sehr konservativen Umfeld (Arbeiterkind im Ruhrgebiet) mit „klassischen“ Werte- und Moralvorstellungen (Arbeit, Heirat, Kinder) und habe einen naturwissenschaftlich geprägten Hintergrund. Ab Mitte Zwanzig habe ich mich dann aus großer Neugierde intensiv mit Erotik und Kunst beschäftigt und u.a. eine zeitlang in Montreal gelebt. Von mir stammt u.a. die Aussage »Pornografie bedeutet für einen Künstler soviel wie Ornithologie für einen Vogel« „Plastisch(er)“ werden meine künstlerischen Arbeiten exemplarisch auf VIMEO abgebildet. Suchstringtipp: vimeo dieetwasandereart

    Erst einmal soweit.

  5. @ Kommentatorenkollege ‘Dietmar Hilsebein’ und hierzu :

    Liebe sollte eine innere Haltung sein und sie sollte das sein, was sie ist -intim. Was geht es der Gasse an, was Liebe ist?

    Stilkritik ist ja OK, Dr. W mag die geschlechter-, nein, gender-gerechte Sprache ebenfalls nicht, abär hier will Dr. W die Allgemeinheit nicht als ‘Gasse’ bezeichnet sehen, äh, wollen.
    Liebe ist eine ‘innere Haltung’, eine an das Subjekt, an die Person, gebundene, was sonst, und sie muss nicht rein privatim bearbeitet werden.
    Liebe ist ja nicht nur Gefühligkeit, die dann tatsächlich, wie einige finden, eher etwas für den privaten Usus ist.
    Wobei Sie hier auch ein wenig Zustimmung erfahren sollen, Herr Hilsebein, Liebe könnte in ihrer Ausübung (vs. in der Definition, in ihrer (möglichst sinnhaften) Bestimmung) schon privat sein, Gefühle meinend, die dann idT oft zu Hause bleiben dürfen, nicht für den Publikumsverkehr geeignet sind.
    Es irritiert den Schreiber dieser Zeilen oft ein wenig, wenn bspw. Hass korrekterweise, wie er findet, als Emotion öffentlich ausgetragen kritisiert wird, denn Hass als Emotion dient sozusagen explizit nicht der Sacharbeit, und andererseits Liebe -wiederum : öffentlich ausgetragen- als gut und so verstanden wird, denn auch Liebe darf als Emotion in Sachdiskussionen zu Hause bleiben.

    MFG + schöne Weihnachtstage,
    Dr. Webbaer

  6. Liebe könnte ZU-NEIGUNG sein. Zu-neigung ist das Gegenteil von Abneingung und beinhaltet Vertrauen .Ohne Vertrauen neige ich mich keiner fremden Person zu. Vertrauen beinhaltet Geborgenheit,Begehren und Verlässlichkeit.Unsere uralten evolutionären Instinkte,die darauf beruhen,erfassen diese zum “Leben” wichtigen Eigenschaften impulsiv auf unbewusster emotionaler Ebene.Bsp.: Liebe auf den ersten Blick.Und als Regisseur von allem im unbewussten Hintergrund der Trieb,oder wie Sigmund Freud sagt: Die Libido.LIEBE als evolutionäreres Programm zur Art-Erhaltung.Vom Gehirn gesteuert mit einem berauschenden Hormoncoctail der besonderen Art: Oxytocine ,Endorphine,Serotonin… Durch Befriedigung ausgelöste und konditionierte Glücks und Wohlgefühle.Menschen können wohl ihre Zuneigung(Liebe) nicht nur einer Person sondern auch einer Sache oder Idee schenken- und darin Befriedigung suchen und finden.

  7. @ Webbaer

    Liebe ist ja nicht nur Gefühligkeit, die dann tatsächlich, wie einige finden, eher etwas für den privaten Usus ist.

    Eben. Und weil das so ist, ist es eben eine innere Haltung. Die innere Haltung schließt das mit ein, was die Menschen bisher als Vernunft bezeichnet haben. Gefühle kommen und gehen. Es ist schön, wenn die Gefühle sich mit einstellen. Sie aber allein zu einem Indikator der Liebe zu machen, ist nichts weiter als pubertäre Gefühlsduselei. Vernunft hinterfragt weiter, je nach Reflexionsfähigkeit des Einzelnen. Die Liebe taugt nicht für die Masse.

  8. Herr Dirk Freyling und hierzu :

    Von mir stammt u.a. die Aussage »Pornografie bedeutet für einen Künstler soviel wie Ornithologie für einen Vogel«.

    In etwa so.
    Wobei die Human-Anatomie für den hier gemeinten Primaten, ein sog. Nasentrockenprimat liegt aus biologischer Sicht zweifelsfrei vor, womöglich kein “Porno” ist, Ihr Vergleich womöglich ein wenig hinkt.
    Dr. W kann sich in diesem Zusammenhang an einen Roman der Science Fiction erinnern, in dem ein (kluger) Käfer (!) i.p. Pornographie anzumerken wusste, dass er selbst gerne auf Saatgutkataloge schaue.
    Insofern muss die Liebe nicht auf die Körperlichkeit Begattbarer reduziert werden.

    Liebe wäre in diesem Zusammenhang unterkomplex nicht ausreichend zu greifen, vgl. auch mit Ihrem ‘Tatsache ist, die Liebesobjekte sind (leicht) austauschbar’, denn dies sind sie nicht.
    Fortpflanzung kann auch ganz ohne Liebe geschehen und sie fand auch lange Zeit im hiesigen Primatenwesen derart statt, die hier gemeinte Liebe zwischen zwei Partnern unterschiedlichen Geschlechts ist als romantische Liebe zivilisatorisch vglw. neu (deshalb heißt sie auch : romantisch) – und hier werden Sie womöglich ebenfalls ein wenig staunen : selbst die Liebe zum eigenen Kind ist eine zivilisatorische Errungenschaft, wie Ihnen Anthropologen zu bestätigen wissen.

    MFG
    Wb (der sich nun hier einstweilen ausklinken wird, insbes. für den angebotenen Primär-Inhalt dankend)

  9. Pardon, hierzu noch, bevor sich Dr. W, wie angekündigt, einstweilen zurückziehen wird, aus dieser Kommentatorik :

    Es ist schön, wenn die Gefühle sich mit einstellen. Sie aber allein zu einem Indikator der Liebe zu machen, ist nichts weiter als pubertäre Gefühlsduselei. Vernunft hinterfragt weiter, je nach Reflexionsfähigkeit des Einzelnen. [Kommentatorenfreund Dietmar Hilsebein]

    Alles richtig.
    Allerdings sind Gefühle nicht so-o schlecht, sie verlangen, wie Dr. W findet, nach Privatheit, wobei sie aber Theoretisierung anleiten dürfen, die dann wiederum an die Öffentlichkeit gelangt.
    Allerdings wird die Menge, vgl. mit Ihrem ‘Die Liebe taugt nicht für die Masse.’, schon oft emotional gesteuert, Dr. W mag dies auch nicht, weil die Liebe aber für die Masse taugt, wollen wir hier i.p. Ent-Emotionalisierung, die Verantwortungsethik meinend und promovierend, besonders gegen reden.
    Ist ein hartes Brot, diese Liebe, vgl. auch mit dem ebenfalls zähen Hass, und auch bspw. der Humor ist ein “weicher” Begriff, über den sich gerne in einem nie enden währenden Diskurs weiter ausgetauscht werden soll.

    MFG
    Dr. Webbaer (der nun abär wirklich…)

  10. @ Kommentatorenfreund ‘Golzower’ und hierzu :

    Liebe könnte ZU-NEIGUNG sein. Zu-neigung ist das Gegenteil von Abnei[]gung und beinhaltet Vertrauen .

    Liebe ist schon etwas Besonders, das über bloße Zuneigung herüber geht.
    ‘Vertrauen’ wäre in diesem Zusammenhang erfahrene und zusammen bewältige Kooperation in einem Sinnzusammenhang.

    Der Schreiber dieser Zeilen weiß nicht so genau, ob Liebe sinnhaft und so umfänglich beschrieben als kooperativ durchzugehen hat, im Philosophisch-Intellektuellem Sinne, neigt derartiger Sicht abär zu.

    Allerdings ist Liebe nicht nur Veranstaltung, sie kann auch am Objekt geübt werden, das bspw. eine Briefmarke sein kann, der FC Bayern oder eine Theorie, die gefällt.

    Ihre Gegensätzlichkeit bleibt zu beachten.

    MFG
    Wb

  11. Off topic:
    ein netter Beitrag – aber es wäre schon unbedingt notwendig, sich zu überlegen, wie Liebe überhaupt entsteht.
    Tipp:
    Experiment von Donald Dutton bei/auf der Capilano-Hängebrücke, 1974
    ´Some evidence for heightened sexual attraction under conditions of high anxiety´

    Als Psychologin sollten Sie bestimmte Erfahrungen (Liebe) nicht einfach als gegeben annehmen – sondern auch versuchen, Hintergründe zu betrachten

  12. Im Wikipedia-Eintrag zu Sternbergs Dreieckstheorie der Liebe heißt es ganz zum Schluß:

    „Vollkommene Liebe: Diese Form der Liebe wird von vielen angestrebt, aber von den wenigsten erreicht und setzt voraus, dass alle drei Komponenten erfüllt sind. Sie kann in langfristigen Beziehungen stattfinden, allerdings nur zeitlich begrenzt, da die Komponente Leidenschaft nicht ewig stabil bleibt.”

    Also unter „vollkommene Liebe” hatte ich mir bisher ja immer etwas „vollkommeneres” vorgestellt, da halte ich mich doch lieber an Erich Fromm, die Liebeslyrik unserer Klassiker oder indische Mystiker 😉 .

  13. Jane Hergert,
    Wow, so etwas kann sich nur eine Frau ausdenken. Ich bin begeistert.
    Man muss sich aber im Klaren sein, wenn man “Liebe” versucht aufzudröseln, dann beschädigt man sie. Liebe ist in ihrem tiefsten Innern irrational und ewig. Ja ewig, das betone ich hiermit nochmals. Die Engländer nennen diesen Zustand “Destiny.” Und das ist es ,was die Menschen in Tränen ausbrechen lässt, Flügel verleit ,und das Herz bricht.
    Ja man kann am Verlust der Liebe leiden und sterben. Und selbst wenn der Körper noch lebt, das Herz ist gebrochen und verbrannt.
    Jetzt zur Weihnachtszeit ist das die Gelegenheit seiner Liebe eine Rose zu schenken, keinen Weihnachtskitsch, eine Rose , eine leuchtende Rose, eine Duftrose, bei deren Duft man die Welt vergisst.
    Anmerkung: Ich hatte so einen Rosenstrauch. Und ohne zu übertreiben, wenn ich an dieser Rose gerochen habe, dann habe ich die Welt vergessen und alle ihre Sorgen.
    Also, Liebe und Rose gehören zusammen!!
    2. Anmerkung zu Dr. W. : Der Hass ist nicht das gegenteil der Liebe, das ist die Gleichgültigkeit. Der Hass erwächst aus der geschundenen Liebe .

  14. Liebe ist zu allererst eine Frage der Prägung / Bewusstseinsentwicklung auf / in Gemeinschaft – partnerschaftliche Liebe?, oh wie öde, ist hier doch wieder nur das mikrokosmologische “Individualbewusstsein” und seine Stellung im nun “freiheitlichen” Wettbewerb angesprochen!?

  15. hto
    Liebe hat mit Bewußtsein nichts zu tun. Sie ist immer und überall. Sie treibt uns an, sie führt uns in den Himmel oder ins Verderben. Bildhaft gesprochen: sie ist der Motor der Schöpfung.
    Frohe Weihnachten !

  16. @Christ

    Also eine emotionale/bewusstseinsschwache Symptomatik unseres Verstandes von und zu Vernunftbegabung und …??? 😎

  17. Zu Dr. Webbaer:
    “Der Schreiber dieser Zeilen weiss nicht so genau,ob Liebe sinnhaft…”
    Ich hatte diese “Sinnhaftigkeit” mit dem Verweis auf die LIBIDO versucht anzudeuten.
    Sinn-Haftigkeit im Zusammenhang mit der Erregung der Sinne durch den Trieb(Libido). Der Tieb ,der uns angeboren ist, der ewige Regisseur im Hintergrund, bewertet permanent und unbewusst die andersgeschlechtliche Person.Diese “erotische” Bewertung erfolgt auf der Basis der “erotischen” Sinneseindrücke die die andere Person mit ihren REIZEN signalisiert bzw. bei uns auslöst.
    Diese Reize sind ,neurologisch gesehen, mit starken Erregungen verbunden,die wiederum entsprechende aktivierende Hormone freisetzen. Dieses Muster ist genetisch vorgegeben.Die Sinnhaftigkeit steht also in der steten Wechselwirkung mit der LIBIDO und ist ihr äußerer Ausdruck. Sie signalisiert -unbewusst- dem anderen Geschlecht die Bereitschaft für eine Beziehung.Sogesehen ein Sexual-Instinkt der sich evolutionär entwickelt hat …
    MfG.

  18. hto
    die Liebe ist ein Gefühl, das nicht dem Willen unterliegt. Du kannst nicht lieben wollen.
    Die Liebe zwischen zwei Menschen, das sexuelle Begehren mit eingeschlossen , ist nicht das gleiche wie die das , was Jesus mit Liebe meint, denn da ist das sexuelle Begehren ausgeschlossen.

    Golzower
    Sie versuchen die Liebe auf Hormone und Psychologie zu reduzieren. Die sind zwar auch beteiligt, aber sie werden der Bedeutung der Liebe nur unvollkommen gerecht.
    Lesen Sie mal Romeo und Julia. Und dann erklären sie den Zuhörern, das ist alles nur den Hormonen geschuldet. Ich denke ein wenig Romantik wäre hier angebracht.

  19. @ christ : “Die Liebe zwischen zwei Menschen, das sexuelle Begehren mit eingeschlossen , ist nicht das gleiche wie die das , was Jesus mit Liebe meint, denn da ist das sexuelle Begehren ausgeschlossen.
    .

    Jesus soll als Mensch entsandt worden, um alles nachempfinden zu können, was wir Menschen empfinden. Warum dann nicht auch Liebe zwischen zwei Menschen? Auf jeden Fall kenne ich eine Legende, die dahin deutet 😉 Sündiges

  20. Guten Abend Frau Hergert!
    Eine indiskrete Frage:
    Was würden Sie wählen, Sex oder eine Liebe, die aus der Ewigkeit kommt
    und da auch wieder hineinfließt?
    Muss nicht beantwortet werden.
    W. B.

  21. @Schleim
    “… was es mir jetzt über Liebe verrät …” 😎

    Der …krat dieser konfusionierten Welt- und “Werteordnung” klassifiziert / spaltet und kontrolliert seine / die so funktionalisierte Bewusstseinsbetäubung stets systemrational💕😎

  22. Interessant, wie sich Psychologen dieser Thematik annähern! Wie Sie, Frau Hergert, schon anregten, finde ich es sehr erhellend, eigene Beziehungen anhand der beschriebenen Modelle zu “verorten” und mit den eigenen Erwartungen und Bedürfnissen zu vergleichen. Ich bin sehr neugierig auf weitere psychologische Erkenntnisse zum Thema “Liebe”.

  23. Ein großes Hallo in die Runde und zuallererst ein frohes neues Jahr. Ganz dankbar für die und freudig überrascht von den vielen interessanten Kommentaren zu meinem Beitrag möchte ich zumindest zu ein paar von ihnen persönlich Stellung nehmen:

    @Stephan Schleim:
    Hundert Studierende nach ihren Definitionen von Liebe zu befragen kann ein erster qualitativer Weg sein, um dieses so schwer fassbare Konzept begreifen oder beschreiben zu lernen. Und genau bei diesen wiederkehrenden Punkten würde es meiner Meinung nach Sinn machen, anzusetzen und genauer zu schauen, was sind diese Punkte, wo sich viele einig sind?

    @Dietmar Hilsebein:
    Ohne Sternchen und Schrägstriche wird es in meinem Blog vermutlich nicht gehen – für Vorschläge zu ggf. leichter lesbarer genderneutraler Ausdrucksweise bin ich aber dennoch dankbar. Und nehme diesen Kommentar zum Anlass beizeiten einen Beitrag dazu zu verfassen, warum wir genderneutralen Ausdruck im schriftlichen Sprachverkehr brauchen.

    @Dr.Webbaer:
    Sollte der Eindruck entstanden sein, ich bezöge mich lediglich auf partnerschaftliche Liebe zwischen (ausschließlich) zwei heterosexuellen Personen bitte ich um Verzeihung. Liebe in alternativen partnerschaftlichen Modelle zur klassischen heteronormativen monogamen Paarbeziehung sind selbstverständlich mit gemeint. Ich werde sicher auch einmal einen Beitrag zu moderne(re)n Modellen wie der offenen und polyamoren Partnerschaft schreiben.

    Mit Hass als Emotion habe ich mich wissenschaftlich noch nicht befasst, aber werde in die Richtung einmal recherchieren.

    @Dirk Freyling:
    Die Akademisierung der Liebe ist in jedem Fall schwierig, aber ich halte das für eine sehr lohnenswerte Anstrengung.

    Vielen Dank auch für die weiteren interessanten Gedanken, wie die mir bislang unbekannten Anekdoten zur Geschichte der Sexualität und Liebe. Im Subtext meine ich herauszulesen, dass Sie Verfechter der Idee sind, die Liebe ist eine Idee der Romantik, die weit verbreitet ist. Ich teile sie nicht und elaboriere diese Meinung gern bei Gelegenheit im Blog.

    Was romantische Liebe und sexuelle Ausschließlichkeit angeht würde ich zwar zustimmen, dass diese Auffassung sicher von der überwiegenden Mehrheit der Menschen (in unserer westlichen industrialisierten Welt) geteilt wird – offene und polyamore Partnerschaften sprechen aber auch eine andere Sprache: Sie schließen Sexualität mit anderen (offen) bzw. sogar Sexualität und Liebe mit mehr als einer Person (Polyamorie) explizit eben gerade ein.

    @Golzower:
    Die Liebe auf den ersten Blick – davon haben wir sicher schon oft in Geschichten von Freund*innen von Freund*innen gehört. Ich werde mich mal auf die Suche begeben und schauen, ob und wenn ja was die Wissenschaft dazu zu sagen hat.

    Biologische Aspekte der Liebe, wie sie auch @Steinbock anspricht, werde ich in Teil 2 der Liebesreihe behandeln – der Blogbeitrag dazu geht vermutlich Ende Januar online.

    @KRichard:
    Das tolle Hängebrückenexperiment von Dutton und Aron (1974) kenne ich und werde es bei Gelegenheit sicher einmal vorstellen – vielleicht tatsächlich in einem Beitrag zum Thema, wie Liebe denn überhaupt entsteht. Vielen Dank für die Erinnerung daran!

    @Lothar Michael Muth:
    Auch philosophische Perspektiven auf Liebe möchte ich im Laufe dieses Jahres im Blog beleuchten – Erich Fromm wird, neben anderen, dort bestimmt auch zu Wort kommen.

    Mit den besten Grüßen,

    Jane Hergert

  24. Bin leider jetzt erst gekommen, den Artikel (und die interessantesten Kommentare) zu lesen. Da ich seit einiger Zeit auf der Suche bin, Liebe langfristig zu gestalten, bin ich zwangsläufig auch bei der Frage vorbeigekommen, was Liebe eigentlich ist. Dabei bin ich auf einen Forscher gestoßen, der als Pionier der Beziehungsforschung gilt, John M. Gottman. Gottman teilt die Liebe in drei Phasen ein, die Verliebtheitsphase (engl. “limerence”), die Phase des Vertrauensaufbaus, und die Phase von Treue und Commitment (mir fällt gerade kein passendes Wort auf deutsch ein). In einem seiner jüngeren Bücher, “The Science of Trust: Emotional Attunement for Couples” (auf deutsch “Die Vermessung der Liebe: Vertrauen und Betrug in Paarbeziehungen”, die deutsche Fassung erscheint mir aber oberflächlicher) erklärt er, was nötig ist, um langandauernde Liebe zu seinem Partner aufzubauen, nämlich durch Aufbau von Vertrauen, Vertrauenswürdigkeit, Commitment. Er erklärt auch anhand von Spieltheorie, warum das für beide Partner vorn Vorteil ist. Sehr spannend. Ich habe so manches Aha-Erlebnis gehabt und meine ganzen Beziehungs-Sünden wurden mir vor Augen geführt, besser als alle Paartherapeuten das zuvor konnten. Wer sich weiter dafür interessiert, kann seine Suche gerne mit dem Begriff “sound relationship house” beginnen.

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