Neue Podcast-Folge: Corona-Mutanten, Tests und Erfahrungsberichte

Schmetterling auf Pflanze

Seit unserer letzten Folge, die unvorhergesehenerweise schon etwas länger zurück liegt, ist einiges passiert. Zum einen wurden erfolgreich mehrere Impfstoffe gegen das SARS-CoV-2 Virus zugelassen und finden dank zunehmender Produktion immer breitere Anwendung in der Bevölkerung. Zum anderen gibt es jetzt für alle Schnelltests zum selbst durchführen. Die Schnelltests weisen infektiöse Viruspartikel nach und funktionieren ähnlich wie Schwangerschaftstests, wobei ihre Aussagekraft sowohl durch Sensitivität und Spezifität als auch durch die Inzidenz beeinflusst wird. Ein positives Ergebnis zählt deswegen nicht in der offiziellen Statistik und sollte in jedem Fall durch den sowohl sensitiveren als auch spezifischeren PCR-Test bestätigt werden. Dieser ist allerdings langwieriger und darf nur von geschultem Personal durchgeführt werden. Bis dessen Ergebnis vorliegt sollte sich die betroffene Person auch isolieren. Die Schnelltests sind immerhin zumindest geeignet um als Teil einer Eindämmungsstrategie wirklich unvermeidliche Treffen ein bisschen sicherer zu machen. Als Teil einer Öffnungsstrategie sind sie zu unzuverlässig und können im Wesentlichen nur zur Clustererkennung beitragen

Da neben der Tröpfchen-Infektion vor allem Aerosole bei der Ansteckung mit SARS-CoV-2 eine entscheidende Rolle spielen, insbesondere in Innenräumen, wird zur Risikominimierung auch zu Treffen im Freien geraten. Tröpfchen-Infektionen lassen sich dort durch das Tragen von Masken und durch Abstand halten aus dem Weg gehen. 

Außerdem erzählt Anna in dieser Folge von ihrer eigenen Corona-Erkrankung. Mittlerweile hat sie sich von der Krankheit erholt und weiterführend an einem Antikörpertest teilgenommen um zu schauen, ob sie für eine Rekonvaleszenten-Plasmaspende in Frage kommt. Dieses Plasma kann dann in der Therapie von akut Covid-19-Erkrankten verwendet werden. Und jetzt im Nachhinein kann sie sagen: Ja, sie hat Antikörper und ja, sie wird die möglichst bald Covid-Patienten bereitstellen-

Ob diese Therapie auch für die “Mutanten” genannten Varianten des ursprünglichen SARS-CoV-2 hilft ist noch fraglich. Ganz generell wurde gegen Covid-19 ein effektivere “Therapie” als die Impfung bisher noch nicht entwickelt. Immerhin weist die bisherige Datenlage darauf hin, dass auch bei den bekannten Coronavarianten (VOC) die Impfungen zwar Infektionen nicht verhindern aber den Krankheitsverlauf abmildern. Etliche der Mutanten, vor allem die in Deutschland aktuell vorherrschende B.1.1.7.-Variante haben allerdings eine höhere Basis-Reproduktionsrate (R-Wert), was für uns bedeutet, dass die angestrebte “Herdenimmunität” erst später erreicht wird. 

Die Folge könnt ihr hier herunterladen. Hier könnt ihr den Podcast kostenlos abonnieren.

ZK029 – Corona-Mutanten, Tests und Erfahrungsberichte

Wenn euch die Folge gefallen hat, werft uns doch via Paypal ein paar Groschen in den Hut😉 Oder schreibt unserem Podcast eine Bewertung auf iTunes, Spotify oder anderen Podcastportalen.

 

 

Veröffentlicht von

zellmedien.de

Mein Name ist Anna Müllner, ich bin Biologin und habe in der Krebsforschung promoviert. Ich wohne im schönen Hessen und bin als PR-Beraterin für Gesundheitskommunikation tätig. Nach meinem Abitur beschloss ich Biologie zu studieren. Das tat ich zunächst an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, die weder in Bonn ist, noch am Rhein. Aber einer der drei Campusse liegt wirklich an der Sieg. Das letzte Jahr dieses Studiums verbrachte ich in Schottland, an der Robert-Gordon University of Aberdeen wo ich ein bisschen in die Biomedizin und die Forensik schnuppern durfte. Danach entschied ich mich für ein Masterstudium an der Universität Heidelberg in Molekularer Biotechnologie was ich mit der Promotion fortsetzte. Weitere Informationen und Möglichkeiten zu unterstützen finden Sie hier: https://linktr.ee/_adora_belle_

2 Kommentare

  1. Zitat:

    Ob diese Therapie auch für die “Mutanten” genannten Varianten des ursprünglichen SARS-CoV-2 hilft ist noch fraglich. Ganz generell wurde gegen Covid-19 ein effektivere “Therapie” als die Impfung bisher noch nicht entwickelt. Immerhin weist die bisherige Datenlage darauf hin, dass auch bei den bekannten Coronavarianten (VOC) die Impfungen zwar Infektionen nicht verhindern aber den Krankheitsverlauf abmildern.

    Ja, Impfungen werden mit grosser Sicherheit auch in Zukunft den besten Schutz gegen Covid-19 Erkrankungen bieten, denn wer Symptome hat, der hat bereits eine grosse Virenlast und Therapien, die erst dann eingesetzt werden, kommen (zu) spät. Was nicht heisst, dass auch bereits Erkrankte in Zukunft möglicherweise effektiver therapiert werden können.

    Was die Mutanten betrifft, so stimmt es, dass die zugelassenen mRNA-Impfstoffe auch bei Mutanten wirksam sind, wenn sie auch schwache Formen der Erkrankung nicht verhindern können. Besser wäre es aber, einen universellen SARS-CoV-2 Impfstoff zu haben. Und es gibt Bemühungen in diese Richtung wie beispielsweise im Artikel One Vaccine to Rule Them All nachzulesen ist.

    Es gibt verschiedene Ansätze einen solchen universellen, gegen alle denkbaren SARS-CoV-2 Mutanten gerichteten Impfstoff zu entwickeln. Einer davon richtet sich gegen den Stammbereich der SARS-CoV-2 Spikes, denn der ist bei allen Mutanten etwa gleich geblieben. Ein anderer Ansatz verwendet einen Impfstoff, der aus verschiedenen Varianten besteht, von denen jede Variante gegen ein leicht anderes Spikeprotein gerichtet ist. Ein dritter Ansatz will dagegen weniger die Antikörperproduktion des Körpers anstossen, als vielmehr die T-Zell Antwort in der Lunge. T-Zellen scheinen sich mehr gegen Antigene im Innern des Virus zu richten und diese Antigene scheinen sich von Mutante zu Mutante wenig zu unterscheiden.

  2. Danke für den Podcast, an dem mich besonders das Thema PCR-Test begeisterte und dort die Stelle um 00:11:39, wo die Herkunft des Enzyms beschrieben wird, welches DNA in heisser Umgebung vervielfältigt und das deswegen den Kern der PCR-Methode bildet, denn der erste Schritt der PCR-Methode ist die Erhitzung der Probe mit dem Ziel DNA der zu testenden Zellen in seine zwei Wendeltreppenhälften aufzuspalten und das Enzym, welches als nächstes die Verfielfältigung vornimmt, überlebt diese Erhitzung. Dieses Enzym, heute Taq-Polymerase [Thermus aquaticus-Polymerase] genannt, stammt aus dem Bakterium Thermus aquaticus, einem Bakterium das in 100 Grad heissem Wasser im Yellowstone Nationalpark vom Mikrobiologen Tom Brock entdeckt und dann mit seinem Doktoranden untersucht wurde. Der wegen der Erfindung des PCR-Tests mit dem Nobelpreis geehrte Biochemiker Kary Mullis verwendete dann in den 80er Jahren Taq-Polymerase um in einem Wechsel von mehreren Heiss-/Kalt- Durchläufen DNA millionenfach zu kopieren, ein Verfahren, dass sich als so wichtig herausstellte, dass Hoffmann-La Roche dafür 300 Millionen Dollar zahlte. Das war 1991 am Anfang der Biotech-Welle, heute würde wohl noch viel mehr für so etwas gezahlt werden.

    Der Artikel How a 1960s discovery in Yellowstone made millions of COVID-19 PCR tests possible geht vor allem auf die Entdeckung von Thermus aquaticus im Yellowstone Nationalpark ein.

    Hier noch der Ausschnitt aus der Wikipedia, der sehr kurz und recht gut erklärt wie der PCR-Test funktioniert:

    Die Polymerase-Kettenreaktion (PCR) basiert nach dem Prinzip von „Trennen, Koppeln und Kopieren“[4] auf der zyklisch wiederholten Verdoppelung von DNA mit Hilfe einer thermostabilen DNA-Polymerase und Nukleotiden. Heute ist die PCR u. a. unverzichtbar für die Erkennung von Virusinfektionen, Erbkrankheiten, das Erstellen genetischer Fingerabdrücke und das Klonen von Genen.

Schreibe einen Kommentar


E-Mail-Benachrichtigung bei weiteren Kommentaren.
-- Auch möglich: Abo ohne Kommentar. +