Grüner Schmu

Gesund. Welches Lebensmittel das wir kaufen können behauptet das nicht von sich. Es wäre auch verdammt komisch, würden wir sagen, dass ein Lebensmittel was gekauft werden soll, krank machen würde. Mittlerweile gibt es immer mehr dieser ‚gesunden‘ Lebensmittel, seien es nun Joghurts mit extra-tollen Bakterien oder Wasser mit Vitaminen. Neu sind allerdings die „Grünen Smoothies“, also pürierte Früchte gemischt mit Gemüse und grünen Blättern jeglicher Art. Das kann Löwenzahn sein, aber auch Kräuter, Spinat, Salat und die Blätter handelsüblichen Gemüses wie Brokkoli, Möhren und so weiter. Hauptsache Grün.

Die Anbieter der grünen Smoothies versprechen das Blaue vom Himmel. Die grünen Blätter seien antibakteriell, antiviral, antitumorigen und toll für die Darmflora und so weiter. Eigentlich gibt es nichts, was sie nicht können. Und eventuell ist das auch gar nicht so falsch. Wenn ich 20 Pflanzen mit tausenden Bestandteilen zusammenwerfe wäre ich schwer verwundert wenn nicht ein paar Bestandteile irgendeine Wirkung haben. Allerdings kommen sie in solchen Mixturen viel zu gering vor. Gleichzeitig wird es auch Stoffe geben, die gegenteilige Wirkung haben. Mein persönliches Credo bei solchen Alleskönnern ist übrigens, dass je mehr angebliche Wirkungen es haben soll desto weniger Wahres ist dran. Aber schauen wir uns das Ganze mal genauer an.

 

Grün, Grün, Grün sind alle meine Blätter

Einer der angeblich wichtigsten „Wirkstoffe“ im Grünen Smoothie soll das Chlorophyll (E140) sein. Wir kennen Chlorophyll alle als den grünen Blattfarbstoff und haben ihn spätestens nach der 6. Klasse Biologie vergessen. Chlorophyll, so sagen die Verfechter der Grünen Smoothies, ist dem Hämoglobin, dem roten Blutfarbstoff, sehr ähnlich und deswegen wichtig für die Blutbildung. Das ist aber absoluter Quatsch. Zum einen besteht die Ähnlichkeit nicht zum Hämoglobin, sondern zum Hämin, nur einem kleinen Teil des Moleküls. Zum anderen wird die Art und Weise wie Chlorophyll sich denn zum Hämin wandeln soll nirgends besprochen. Chlorophyll absorbiert in den Pflanzen Sonnenlicht und ist für die Photosynthese wichtig. Wir Menschen binden mit unserem Hämoglobin aber Sauerstoff und betreiben keine Photosynthese. Während es vielleicht möglich ist, einige Vorstufen von Chlorophyll in unserem Körper zu Hämin zu verarbeiten (dann muss das Chlorophyll aber irgendwie ins Knochenmark gelangen wo die roten Blutkörperchen gebildet werden) finde ich nichts dazu, dass man Chlorophyll einfach Umbauen könnte. Das wäre natürlich toll, dann müsste ich nicht dauernd Blutspenden gehen. Der Nutzen von Chlorophyll in der Nahrung ist also sehr zweifelhaft.

Blutspende
Noch kann nichts unsere Blut ersetzen. Schön wär’s ja, dann müsste ich weniger Blutspenden.

 

Mehr oder weniger Ballast?

Des Weiteren enthalten Grüne Smoothies tatsächlich viele Ballaststoffe. Ballaststoff ist ein Oberbegriff für faserige, unverdauliche Stoffe wie Cellulose oder Dextrine. Sie haben in unserer Ernährung nur einen Sinn: Im Darm aufquellen und die Passage des Stuhls erleichtern. Dabei sind Ballaststoffe Bestandteil der ganz normalen Ernährung: Getreide wie Roggen, Weizen Hafer; Gemüse wie Kohl und Salat und auch Kartoffeln, einige Obstsorten und Nüsse sind reich an Ballaststoffen. Wer also nur ein bisschen darauf achtet muss also nicht nachhelfen. Dabei ist es ratsam, auf die Trinkmenge zu achten, denn die Ballaststoffe benötigen Flüssigkeit zum Quellen. Sinnvoll sind die Ballaststoffe eher als Füllmaterial, über krebsvorbeugende oder cholesterinsenkende Wirkungen ist man sich bislang uneins.

Süßkram

Vor ein paar Jahren sagten meine Freundinnen zu mir, sie wüssten ja, dass der Trinkjoghurt zur Verbesserung der Abwehrkräfte nicht wirkt, aber er würde eben soooo gut schmecken. Auch der Joghurt zur Regulation der Verdauung sei halt einfach lecker. Jetzt sagen mir die Grünen Smoothie Verfechter, dass ihnen das Gesöff eben gut schmeckt. Alle drei Lebensmittel haben jedoch eins gemeinsam: Sie sind einfach reich an Zucker. Es ist also kein Wunder, dass sie uns gut schmecken. Ein typischer „Abwehraktivierender Trinkjoghurt“ hat um die 11 Gramm Zucker auf 100 ml, der Verdauungsoptimierjoghurt kommt auf etwa 13 Gramm. Die Grünen Smoothies halten da ziemlich genau mit (alle Daten von fddb.de). Das sind 10 % Zucker, genauso viel wie Coca Cola. Zunächst einmal ist Zucker natürlich nichts Schlimmes. Er liefert Energie. Aber der versteckte Zucker in unseren Lebensmitteln ist mit ein Grund, weswegen wir den Kaloriengehalt unserer Nahrung unterschätzen und zu viele Kalorien konsumieren. Die Folge davon ist Übergewicht. Weil Flüssigkeiten wenig Sättigungspotential haben, werden wir trotz der hohen Kalorienaufnahme wohl trotzdem genau so viel essen wie ohne Smoothie. Zuviel Zucker sorgt auch dafür, dass unser Insulinspiegel schnell ansteigt, damit Glucose in die Zellen strömen kann (das ist wichtig und gut). Damit ist aber aller Zucker weg und wir bekommen wieder Lust auf Süßes.

So könnte man Grüne Smoothies eigentlich zu den Süßigkeiten stellen.

Wenn schon Süßes, dann bitte ehrlich (und trotzdem grün).
Wenn schon Süßes, dann bitte ehrlich (kann trotzdem grün sein).

Aber, aber die Vitamine!

Die Hersteller der Smoothies sowie diverse Blogs preisen auch den hohen Mikronährstoffgehalt ihrer Produkte an. Mikronährstoffe sind Vitamine und Mineralien die unser Körper zum Funktionieren benötigt. Allerdings gibt es in Deutschland bislang keine Probleme, genug davon aufzunehmen, auch mit weniger optimalen Ernährungsweisen. Wer also keine besondere Ernährungsform verfolgt, nicht chronisch krank ist, schwanger ist oder einer besonderen Belastung unterliegt kann seinen Bedarf an Mikronährstoffen für gewöhnlich decken. Die vielumworbenen Antioxidantien, die die Smoothies enthalten sollen, finden sich auch meistens als E-Nummern in unserem Essen. Vitamin C verbirgt sich hinter E300, E160a ist Beta-Carotin (pro-Vitamin A), E306-308 beschreibt E-Vitamine und E101 Vitamin B2.

Viel hilft dabei leider nicht viel. Das zu viele Vitamine auch schädlich sein können hat sich mittlerweile hoffentlich rumgesprochen. Auch andere Mikronährstoffe wie Mineralien brauchen wir nicht in höherer Dosierung zu uns zu nehmen. Überflüssiges wird eben einfach (mit den vielen Ballaststoffen) ausgeschieden.

Currywurst mit Pommes
Nach dieser leckeren Currywurst mit Pommes habe ich die Berliner Museen gestürmt, anstatt mich schuldig zu fühlen.

Den Teufel mit dem Beelzebub austreiben – der moderne Ablasshandel

Ein weiteres Argument auf vielen grünen Smoothie Webseiten ist, dass wir in unserem modernen Leben keine Zeit mehr haben, gesund zu essen. Geschweige denn, lange genug zu kauen um all das freizusetzen was wir an Nährstoffen benötigen. Die These, dass wir uns ‚ungesund‘ ernähren ist in etwa genauso schwierig zu beweisen, wie das Smoothies ‚gesund‘ sind. Denn dazu müsste man eigentlich erst einmal definieren, was überhaupt ‚gesund‘ bedeutet. Bei dem Wort ‚gesund‘ denken viele an Obst und Gemüse, vielleicht an Müsli, mageres Fleisch und Fisch den wir an einem Tisch mit weißer Tischdecke verspeisen. Bei ‚ungesund‘ an Burger, fette Pommes mit Mayo und Döner, die wir uns anonymisiert beim Fastfoodlokal reinstopfen. Aber was davon hat gerade wirklich das Wasser in eurem Munde zusammenlaufen lassen? Ich bin ehrlich, ich mag Burger und Pommes und die Lahmacun von meiner Lieblingsdönerbude hat mir so manchen Arbeitssamstag etwas schmackhafter gemacht. Wir schämen uns aber, das zuzugeben. Insgeheim wissen wir, dass das nicht gut ist, was wir da essen. Das müssen wir wieder gut machen, unseren Körper ‚entgiften‘ und ihm etwas Gutes tun. Das Problem an meiner geliebten Lahmacun ist aber nicht, dass sie keine Vitamine und Mikronährstoffe hätte. Die hat sie sehr wohl. Nur ist die Dichte der Kalorien sehr hoch. Für relativ wenig Gewicht und Sättigung muss man mit etwa 900 Kilokalorien rechnen – das ist aber nur dann nicht gesund, wenn ich über einen langen Zeitraum meine restliche Ernährung nicht daran anpasse.

Gesund oder ungesund sind also nicht die Lebensmittel selbst – sondern ihre Summe. Schütte ich aber auf meinen hochkalorischen Lebenswandel nochmal 150 Kilokalorien extra habe ich nun wirklich nichts gewonnen.

 

Passt perfekt zu unserem Lebensstil des Büßen wollens

Smoothies im Allgemeinen aber vor allem die als so gesund proklamierten Grünen Smoothies bieten ernährungstechnisch keine Vorteile. Die einzige messbare positive Wirkung entfalten sie in der Kasse der Hersteller – die Kompost zu Geld machen. Grüne Smoothies sind Süßigkeiten, wer sie wegen des Geschmacks gerne trinkt sollte sich dessen bewusst sein. Hätten wir eine Lebensmittelampel, so stünde sie bei Grünen Smoothies für Zucker auf Rot. Unseren Lebenswandel des Überflusses mit einem weiteren Produkt zu bereichern, das all unsere ‚Ernährungssünden‘ wieder gut macht ist einfach nur ein gutes Marketingkonzept nach Johann Tetzel.

Anna Müllner

Veröffentlicht von

zellmedien.de

Mein Name ist Anna Müllner, ich bin Biologin und habe in der Krebsforschung promoviert. Ich wohne im schönen Hessen und bin als PR-Beraterin für Gesundheitskommunikation tätig. Nach meinem Abitur beschloss ich Biologie zu studieren. Das tat ich zunächst an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, die weder in Bonn ist, noch am Rhein. Aber einer der drei Campusse liegt wirklich an der Sieg. Das letzte Jahr dieses Studiums verbrachte ich in Schottland, an der Robert-Gordon University of Aberdeen wo ich ein bisschen in die Biomedizin und die Forensik schnuppern durfte. Danach entschied ich mich für ein Masterstudium an der Universität Heidelberg in Molekularer Biotechnologie was ich mit der Promotion fortsetzte.

38 Kommentare

  1. “des Büßen wollens”

    Genau getroffen. Wie gesund ist es eigentlich , sich immer alles zu versagen und dann frustriert durch die Gegend zu laufen?
    Und welche Rolle spielt Statusdenken , wer “besser” ißt , möchte vielleicht auch zeigen , daß er besser ist.

  2. Grüne Smoothies sind ungesund, weil überzuckert. So einfach ist das gemäss dem Ernährungsexperten Walter Willet, der den Kindern gar verbieten will einen Geburtstagskuchen mitzubringen. Natürlich stimmt das im Einzelfall nicht. Aber statistisch stimmt die Aussage, dass überzuckerte Nahrung schädlich ist genauso wie die Aussage, dass Rauchen schädlich ist,

  3. Bitte nicht kaufen, sondern ausschließlich selber machen.

    Dass die Dinger dann gut für den Körper sind liegt auf der Hand. Oder gibt es jmd. der das ernsthaft abstreiten will??

  4. Was soll denn darasn besser sein sie selbst zu machen?! Der Zucker kommt aus dem Obst.
    Wo bitte siehst du einen Unterschied zwischen selbst zubereitet und industriell zubereitet?

    • Industrielle Nahrungsmittel sind denaturiert, sonst würden sie nicht lange halten. D.h. sie werden durch erhitzen oder sonst wie haltbar gemacht. Streng genommen sind das also keine “Lebensmittel” mehr, weil da nichts mehr lebt. Den Unterscheid schmeckt man. In industrieprodukten werden auch oft ersetzbare Stoffe gegen günstige ausgetauscht. Aus einem 100%igen Nussmus wird dann bei industrieller Herstellung eine Mischung aus Industriefett (Palmfett oderso, wird auch für Kosmetik und Waschmittel benutzt manchmal auch gehärtete Fette wegen der Konsistenz) Zucker, Kakao und vielleicht 4 Nüssen. So in etwa kann man sich den Unterschied vorstellen. Ist keine Anklage an die Industrie – die verkaufen nur das, was die Leute kaufen.

      Im übrigen finde ich Gesundheit schon wichtig. Heute kann man zu jeder Zeit alles nachlesen, das gabs vorher noch nie! Da sollte man das Informationsangebot erstmal ausnutzen und dann urteilen.

      • “Industrielle Nahrungsmittel sind denaturiert”: das sagt gar nichts aus. Das Eiweiß in einem gekochten Ei ist auch denaturiert. Diverse Stoffe in grünen Bohnen oder Kohl u.a. werden beim Kochen auch denaturiert und dadurch die Lebensmittel erst genießbar und verträglich.
        “sonst würden sie nicht lange halten”. Gut so, ich ess nicht gerne vergammelte Lebensmittel.
        “weil da nichts mehr lebt”: Auch gut, viele Bakterien und Parasiten will ich auch gar nicht lebend essen.
        zum Infomationsangebot: ist ein zweischneidiges Schwert, weil im Internet kann jede/r jeden Blödsinn verbreiten. aber klar: informieren ist wichtig und ist mit dem Internet viel einfacher geworden. Man muss nur die richtigen Seiten finden, z.B. Wissenschaftsblogs.

      • Liebe Jade,
        du hast vollkommen Recht. Essen hat auch ein Recht auf Leben. Schmeckt ja auch nicht mehr, wenn man es totkocht. Aber da du ja Expertin bist hab ich zwei Fragen an dich:
        1. Ich esse meinen Salat nur noch direkt aus dem Beet. An die lästige Erde hab ich mich gewöhnt, ist ja auch gesund. Aber wie kann ich vorher die Regenwürmer verscheuchen?
        2. Wie machst du es, dass dir die Hühner beim Essen nicht weglaufen? Neulich wollte ich auch Steak essen, aber die Kuh wollte sich partout nicht beißen lassen. 🙁

      • Industriell hergestellte Nahrungsmittel können genauso gesund sein wie “biologisch” hergestellte. Es stimmt aber, dass viele Techniken zur Erhöhung der Halt- und Lagerfähigkeit potenziell gefährllich sind. Verarbeitete Fleischerzeugnisse wie Wurst, Pökelfleisch etc, sind sogar krebserregend wie die IARC (International Agency for Research on Cancer) der WHO gerae bekanntgab.

        Eine der besten Methoden die Lagerfähigkeit zu erhöhren ohne das Produkt zu verändern ist die Tiefkühllagerung.

        Es gibt also gute und schlechte Methoden der Nahrungsmittelverarbeitung. Ich kann mir gut vorstellen, dass man verarbeitetes Fleisch wie Würste bald einmal ähnlich betrachten wird wie Asbest in Schulhäusern oder Rauchen.

  5. Ich verstehe den Kritikpunkt zu “aber es schmeckt mir doch!!!” nicht. Keineswegs muss man seine Vorliebe auf die Kombination von Kokos, Zartbitterschokolade, Avocado und Grünkohl mit ungerechtfertigten Health Claims verbinden. Ich spreche Mannerschnitten auch nicht die Existenz ab, weil einzelne Personen behaupten, die Vollkorn-Variante sei ja so gesund. Wenn du neben all der berechtigten Kritik diese Smoothies einfach doof findest, schreib das doch so.

    Gerade Smoothie-Bars werben meiner Erfahrung nach ziemlich wenig mit Gesundheit. Okay, irgednwo steht immer das es gesund ist, aber das liegt auch daran, dass einige Konsumenten dies unbedingt hören wollen. Ansonsten läuft aber sehr viel auch einfach über den Aspekt der Qualität und des Geschmacks. Gesundheit alleine zieht für ein lokales Geschäft nicht lange als Hauptargument für den Konsum ihrer Produkte – das geht nur gut bis zur Neueröffnung der nächsten hippen Salatbar ums Eck.

    Die “Grünen Smoothies” hätten pauschal so und so viel Zucker, ist auch Unfug. Da wäre wie wenn ich den Fettgehalt einer vernünftigen Bolognese messe und daraus den Fettgehalt von “Pastasaucen” ableite. Grüne Smoothies sind Smoothies mit was “Grünem” drin, mehr nicht. Das kann Grünkohl sein, oder Salat, oder Kräuter. Saft, Zucker etc. ist kein Muss.

    Wie gesagt, mein Lieblingssmoothie ist der Hulk von dieser Bar: http://superdanke.com/ Das soll keine Werbung sein, aber nur ein Beispiel. Da wird gar nicht mit Säften gearbeitet und nur mit ganzen Früchen und Gemüse, und man kann auf Wunsch auch den Agavendicksaft ablehnen. Dann sieht mein Lieblingssmoothie so aus:
    AVOCADO, BANANE, TRAUBEN, SPINAT, CHIA SAMEN, MEERSALZ, REISMILCH

    Grauenhaft, dieser Zucker!
    Natürlich hast du absolut Recht mit deiner Kritik bei vielen Smoothies aus dem Supermarkt: Saft, Fruchtmark und Zucker zusammen ist halt…nun ja, pappsüß. Allerdings sind solche Smoothies auch selten “grüne” Smoothies, mangels der entsprechenden Zutaten. Viele grüne Smoothies von Herstellern wie Völkel liegen eher bei ~7 Gramm Zucker auf 100ml, haben aber auch oft mehr (ungesättigte) Fette als Viele erwarten würden.

    Viele Bücher, die (oftmals auf Basis unwissenschaftlicher Argumentation…) Smoothies als Allheilmittel bewerben, bewerben diese als Kur oder tägliches Lebensmittel. Gerade die Kunden dieser Leute sind es ja, für die Smoothies nicht einfach ein Nahrungsmittel sind wie für mich, sondern ein ach so tolles Kurmittel. Zieht bei diesen Leuten denn noch das Argument der zu geringen Aufnahmemenge “gesunder” Bestandteile noch? Oder anders gefragt: Findest du eine Portion Salat darf auch nicht mit “gesund sein” in Verbindung gebracht werden, da der impact dieser einen Portion Salat auf die Gesundheit marginal ist? Ich finde das ziemlich unsinnig, aber es ist wohl Ansichtssache.

    Zu guter Letzt: Bei Firmen wie Völkel oder Innocent oder eben auch kleinen Saftbars ist man mit Behauptungen wie der Verhinderung von Krebs sehr vorsichtig. Die Konkurrenz hat schnell Abmahnungen geschrieben, und gerade konventionelle Hersteller haben gar kein Interesse an solchen Claims: Ihre Kunden sind Händler wie Edeka, und die verdienen kein Geld mit Esoterik.

    Ich sehe in deinem Posting ehrlich gesagt viel heiße Luft. Wenn du lecker belgische Pommes mehr schätzt als einen Smoothie, schreib das doch einfach so hin? Ich sehe da kein Problem. Okay, ich habe keine Ahnung, ob so ein Artikel auf scilogs.de erlaubt ist, aber sonst ist das doch voll ok. Deine Argumentation finde ich jedenfalls greift zu kurz: Smoothies sind ein alltägliches Lebensmittel geworden, das man nicht nur wie ein Vitaminpräparat diskutieren sollte.

  6. Der Zucker in den Smoothies wird nicht zugesetzt sondern ist natürlicherweise in den Früchten enthalten. Aber es ist egal, woher der Zucker kommt, auf molekularer Ebene ist es das selbe.
    Du hast außerdem nicht verstanden, dass du ein einzelnes Produkt nie als gesund oder ungesund bezeichnen kannst. Eher den Lebenswandel.

    Tja, aber das ist für dich sicherlich auch nur heiße Luft.

    • Dass man einen grünen Smoothie auch gänzlich ohne bzw. nur mit wenig Früchten herstellen kann, spricht leider denoch gegen die pauschale Kritik, Grüne Smoothies enthielten zu viel Zucker.

      “Gesund” ist ja im Allgemeinen Verständnis IMHO eine Abwägung zwischen Vor- und Nachteilen der Ernährung mit diesem Lebensmittel. Zumindest sind nach meinem Verständnis so die Ernährungsempfehlungen der Behörden aufgebaut, die schließlich auch nicht ausgewürfelt werden. Nach diesem Verständnis des Begriffs belegt dein Posting nunmal nicht, wieso Grüne Smoothies nicht auch “gesund” sein könnten.
      Wieso ist es denn deiner Ansicht nach korrekt, diese Smoothies als ungesund zu brandmarken? Falls du dies nicht tust, wozu argumentierst du überhaupt mit dem Zuckergehalt? Dann müsste es ja nur um geschmackliche Präferenzen gehen, die ziemlich irrelevant sind.

      Deine Kritik bleibt auch weiterhin zu pauschal, auch wenn du mir einfach Unverständnis vorwirfst.

    • „Aber es ist egal, woher der Zucker kommt, auf molekularer Ebene ist es das selbe.“
      Hier muss ich widersprechen, der fachlichen Korrektheit wegen.
      Der Ursprung des Lebensmittels hat sehr wohl einen Einfluss darauf, was für Zucker man darin findet.
      In der Lebensmittelindustrie wird meist Saccharose(Haushaltszucker), Glucose(Traubenzucker) oder Fructose(Fruchtzucker) verwendet. Glucose und Fructose sind dabei Monosaccharide (Einfachzucker), Saccharose ist ein Disaccharid(Zweifachzucker) aus Fructose und Glucose.
      Wenn man Fertigprodukte isst, kann sich ziemlich sicher sein, dass einige dieser Vertreter der Zucker in größeren Mengen hinzugegeben wurden.
      Wenn man sich unverändertes Obst und Gemüse anschaut, ändert sich das Bild. Pflanzenzellen synthetisieren den Größten Teil ihrer Baustoffe (Cellulose) und viele andere Stoffe (z.B. Stärke) aus den Traubenzucker der bei der Photosynthese entsteht. Dabei lässt es sich nicht verhindern, dass man in einer Pflanzenzelle viele verschiedene Zucker, die als Zwischen- oder Endprodukte bei diesen Prozessen anfallen, vorfindet. Mono-und Disaccharide bilden hier die Minderheit. Selbst wenn man langkettige Polysaccharide wie Cellulose und Stärke aus der Rechnung nimmt bietet sich immer noch ein vielfältigeres Bild als bei praktisch allen Süßigkeiten die man bekommen kann. Das heißt nicht, dass man in Obst und Gemüse keinen der oben genannten Zucker findet, man findet aber auch noch andere Zucker und die Anteile sind anders.

      Zu der Bewertung für die Gesundheit des Menschen kann man sich anschauen, wie schnell der Zucker aus der Nahrung in de Blutbahn übergeht.
      Auch hier finden sich deutliche Unterschiede.
      In unser Blut gehen ausschließlich Monosaccharide über. Andere Zucker müssen erst abgebaut werden, um vom Darm an das Blut weitergegeben werden zu können. Je komplexer dabei der Zucker (und damit auch seine Abbauprozesse) werden, desto mehr Zeit braucht unser Verdauungssystem um den Zucker weiterzugeben.
      Wenn ich nun Schokolade esse oder Limonade trinke, die viele Mono- und Disaccharide haben, praktisch aber keine längeren Zuckerketten enthalten, bewegt mein Verdauungssystem den enthaltenen Zucker schnell in mein Blut. Dort muss mein Körper teils heftige Prozesse in Gang setzten um die Spitze im Blutzuckerspiegel abzuglätten. Viel Zucker geht in kurzer Zeit in meine Zellen über, die die Überversorgung in Reserven umwandeln. Wenn mein Blutzucker wieder unter den Normalpegel sinkt, weil der Insulinpegel sich nicht Rechtzeitig anpasst, bekomme ich dann auch recht schnell wieder Hunger. Ich nehme zu und bekomme, wenn ich es übertreibe, Diabetes, weil mein Pankreas Probleme damit hat in kurzer Zeit so viel Insulin auszuschütten.
      Bei der Aufnahme von Obst, und gleichbleibender Zuckermenge braucht mein Verdauungssystem länger um den enthaltenen Zucker nutzbar zu machen. Die selbe Menge Zucker braucht länger um in Blut und Zellen über zu gehen. In baue keine Reserven auf und mein Blutzucker- und Insulinspiegel treiben keine großen Spitzen aus. Ich bleibe also länger satt und nehme nicht zu.

      Ich bitte sie also, Frau Müllner, keine derart drastischen Fehlinformationen zu verbreiten. Was Molekulare Biologie anbelangt gibt es bereits genug falsches Wissen.

      Was die grünen Smoothies anbelangt, wird es wohl große Unterschiede zwischen selbstgemachten und erworbenen Smoothies geben. Was meine Erfahrung anbelangt, werden selbstgemachte Smoothies kaum gesüßt, wir haben es also Tatsächlich mit einer Mischung, die im wesentlichen aus pürierten Obst und Gemüse besteht, zu tun. Für Erworbene Smoothies kann ich hier nicht sprechen, da mir keine Daten vorliegen, aber ich kann mir gut vorstellen dass diese eher gesüßt werden als die selbstgemachten.

      „Du hast außerdem nicht verstanden, dass du ein einzelnes Produkt nie als gesund oder ungesund bezeichnen kannst. Eher den Lebenswandel.“

      Auch hier will ich widersprechen.
      Wenn man sich anschaut wie verschiedene Lebensmittel auf den Körper wirken (ein Beispiel is oben zu finden), dann sieht man dass Einzelne Lebensmittel tatsächlich schaden.
      Das heißt aber nicht, dass ein gesunder Lebensstil keine ungesunden Lebensmittel enthalten darf (oder soll). Der unterschied zwischen gesund und ungesund liegt darin, ob die Selbstregulierungs- und Selbstreparaturmechanismen des Körpers mithalten können oder nicht. Mann kann also Gesund und Ungesund der Schädlichkeit des Lebensmittels zuschreiben.
      Wenn man nicht zwischen gesunden und ungesunden Lebensmitteln unterscheidet, und diese entsprechend in seine Ernährung einplant, läuft man Gefahr sich über längere Zeiträume ungesund zu ernähren, und dadurch ernsthaften Schaden zu verursachen.
      Wenn gelegentliche Ungesunde Lebensmittel erwünscht sind, ist es aber durchaus eine gute Idee diese zu essen. Denn sich gegen die eigenen Wünsche zu ernähren lässt sich nicht dauerhaft praktizieren und ist damit eher Schädlich, wenn man dann in ein ungesünderes Essverhalten zurückfällt.

      „Tja, aber das ist für dich sicherlich auch nur heiße Luft.“

      Ein solches argumentum ad hominem (Hier gegen die implizierte Sturheit) ist mit Sicherheit nicht dem Diskussionsklima zuträglich.

        • Es geht hier nicht um den Energiegehalt.
          Ob ein Lebensmittel Gesund ist oder nicht, hängt in erster Linie nicht davon ab, wie viel Energie es enthält.
          Banan z.B. enthalten recht viele Kalorien, ich bin aber weit davon entfernt sie als ungesund zu bezeichnen.
          Zuckerfreie Limonaden enthalten dagegen, enthalten kaum mehr Kalorien als Wasser. Sind sie also genauso gut wie Wasser? Nein, denn einige Süßstoffe die verwendet werden, suggerieren dem Körper dass er Süßes bekommt. Wenn dann kein Zucker kommt, bekommt man Heißhunger und nichts ist gewonnen. Also doch lieber Wasser.
          Bei der Ernährung nur auf die Energiezufuhr zu achten ist Schwachsinn.
          Ebenso sollte der Energiegehalt nicht angeführt werden um über einzelne Lebensmittel zu Diskutieren, andere Faktoren haben da einfach ein zu großes Gewicht.

          • Ich habe gesagt, dass man einzelne Lebensmittel nicht als gesund bezeichnen kann, nur ihre Summe zusammen mit anderen. Ich sagte nicht dass irgendetwas ungesund ist. Ich verstehe nicht, wo das herkommt und verbitte mir weitere Behauptungen in diese Richtung.

  7. Extrem kurzsichtiger Artikel.

    Du behauptest ernsthaft, Grüne Smoothies seien wegen ihres aus natürlichen Früchten und Gemüsen stammenden Zuckergehalts UNGESUND?
    Dann sind auch Gemüsesuppe, der tägliche Apfel, Salat und ein Glas Tomatensaft ungesund. Und Orangensaft erst, meine Güte!

    Setzt man einem Green Smoothie keine zusätzlichen Zuckerquellen zu, sind sie ebenso gesund und vitalstoffreich wie frisch zubereitete, roh oder gekocht genossene Gemüsegerichte und Obst.
    Und wenn man sie nicht ZUSÄTZLICH zu einer ansonsten unausgewogenen (z.B. fleisch- und fettlastigen) Ernährung trinkt, sondern ANSTATT tatsächlich ungesunder Lebensmittel .. wo ist Dein Problem?

    Von käuflichen Smoothies mit merkwürdigen Zusätzen wollen wir hier nicht reden, die gehören in dieselbe Kategorie wie Pseudomüslis vom nährstofflichen Gegenwert eines Snickers.

    • Ich habe nicht behauptet sie seien ungesund.
      Selbst wenn du Smoothies keinen Zucker zusetzt haben die Früchte trotzdem Zucker. Das macht ihn sehr süß.
      Es gibt keine per se gesunden bzw ungesunden Lebensmittel. Die Mischung und die Masse macht’s.

      • Öhm, doch, hast Du.

        “Smoothies im Allgemeinen aber vor allem die als so gesund proklamierten Grünen Smoothies bieten ernährungstechnisch keine Vorteile”, schreibst Du, und weiter vorne “So könnte man Grüne Smoothies eigentlich zu den Süßigkeiten stellen.”

        Nun ist es aber so, dass (gute, selbstgemachte) Grüne Smoothies nur einen vergleichsweise geringen Anteil an Früchten haben. Der höhere Anteil stammt aus – meist grünen – Gemüsen, Kräutern, Wasser und vielleicht ein paar Nüssen. Wer sich mit der Materie tatsächlich beschäftigt, wüsste zum Beispiel auch, dass ein BITTERER Geschmack gesundheitlich (die Leber freut sich!) begrüßenswert wäre. Schwimmt man nicht mit dem Smoothie-Mainstream, ist der Green Smoothie also alles ANDERE als süß, nicht mal im Entferntesten.

        Nochmal: Du sagst eben, Früchte haben auch ohne zugesetzten Zucker eine hohe Eigensüße. Sind also Früchte – ab einer gewissen Verzehrmenge und, ACHTUNG!, im Vergleich zum etwa gleichen Gewicht Bratwurst, denn Du redest ja, nicht ganz falsch, immer von “die Menge macht’s”- ungesund? Bei Deiner Argumentation beißt sich leider die Katze in den eigenen Schwanz. 😉

        Irgendwie kann ich mich des Gefühls nicht erwehren, dass man sich hier mit der gesunden (!), unaufgeregten Handmade-Philosophie der Green Smoothies noch nicht wirklich beschäftigt hat. Und irgendwie liest sich das alles wie eine Tirade gegen alles, was irgendwie “hip” ist und was man deshalb schon aus Prinzip blöd finden muss. Aber nix für ungut. 😉

        • Ich sage es ist falsch sie “gesund” zu nennen und nicht, dass sie “ungesund” sind, weil es eben nicht auf einzelne Lebensmittel anwendbar ist. Schade, dass du das nicht nachvollziehen kannst.
          Ich kann deiner wirren Argumentation leider nicht folgen.
          Erkläre mir doch bitte einfach mal den Begriff “gesund”. Und dann den Begriff “ungesund”.

        • “Sind also Früchte – ab einer gewissen Verzehrmenge […] – ungesund?”

          Natürlich. Abgesehen von anderen Effekten: wie ich meinen Brennwert-Tagesbedarf decke, ist erstmal fast egal. Wenn ich in der Summe mehr esse als ich verbrenne, nehme ich zu. “Gute” Kalorien gibt es genauso wenig wie “böse” Kalorien (und erst recht gibt es keine “negativen” Kalorien): Energie ist Energie ist Energie, und nimmt man dauerhaft zuviel zu sich, gibt’s Übergewicht. Damit kann buchstäblich jedes mittel- bis hochkalorische Lebensmittel zumindest indirekt ungesund sein: man muss halt Obst in die Tagessumme genauso einrechnen wie Pizza oder Pommes.

          • Lieber Robert,

            dann möchtest Du also behaupten, dass 1.000 Kalorien, die ich täglich via frisches Obst und Gemüse zu mir nehme, auf Dauer ebenso ungesund sind wie 1.000 Kalorien, die ich aus Döner, Pseudomüsli & Co. beziehe? 😉

            Natürlich macht immer die Dosis das Gift … aber Ihr wollt doch nicht alle ernstlich behaupten, dass ein Glas (frischer! ordentlicher! hausgemachter! gemüselastiger!) Green Smoothie täglich gleichzusetzen sei mit einem – eventuell kalorisch gleichwertigen – Schokoriegel?

            Kann hier vielleicht endlich mal jemand verstehen, dass Brennwert, der von frischen Vitaminen, Ballaststoffen etc. begleitet wird, eben sehr wohl gesünder ist als “leere” Lebensmittel? Und ein Green Smoothie ist eben nicht leer. Im Gegenteil: Er steckt, neben sattmachenden Bestandteilen, auf kleinstem Raum proppenvoll mit guten Sachen. Was ja im Artikel nicht einmal bestritten wird – aber im nächsten Satz heißt es dann eben doch wieder “ABER! UNGESUND! ZUCKER UND SO!”. *seufz*

          • Liebe Lillian,
            die Kalorien sind genau die selben. Kalorie ist eine Einheit für Energie, nichts weiter. Die ist weder gesund noch ungesund.
            Deiner Argumentation nach wären 10 Kilo Federn leichter als 10 Kilo Eisen.

          • Schlüsselsatz ist doch der hier:

            “Schütte ich aber auf meinen hochkalorischen Lebenswandel nochmal 150 Kilokalorien extra habe ich nun wirklich nichts gewonnen.”

            Fazit: Es gibt zwei Möglichkeiten. Die erste: Wer meint, Smoothies wegen der Nährstoffe regelrecht zu benötigen, wird schon wissen, warum. Vermutlich macht er nämlich bei seiner restlichen Ernährung einiges falsch und isst entweder generell zu wenig oder sollte vielleicht erstmal die Pommes Schranke zu Mittag und die Tüte Chips auf der Couch durch gescheite Mahlzeiten ersetzen. (Der Hinweis auf das Kauen und Sättigungsgefühl eines anderen Kommentatoren ist nämlich gar nicht verkehrt.) Zweite Möglichkeit: Der verunsicherte Esser irrt sich und braucht die Smoothies gar nicht wirklich, weil er sich im Grunde eh ausgewogen ernährt. Dann kann auch er sie aber weglassen und spart damit auch gleich noch die darin enthaltenen Kalorien.

            Fazit: Der Smoothie, auch der selbstgebastelte, ist kein Grundnahrungsmittel, sondern ein Lifestyleprodukt. Und für sich genommen weder “ungesund” im Sinne von “schädlich” *), noch “gesund” im Sinne von “notwendig”. Über Letzteres sind sich halt leider viele nicht im klaren und nehmen somit bei eh schon kalorienreicher Ernährung noch ‘nen Tacken mehr Kalorien zu sich als sie eigentlich müssten. Weil sie denken, der Smoothie sei der Ablasszettel für ihre tatsächlichen oder eingebildeten Ernährungssünden. Und da tut Aufklärung not. Mehr lese ich aus dem Artikel gar nicht raus.

            *) Immer vorausgesetzt natürlich, es pfeift sich niemand versehentlich die so schön gesund bitteren Schierling, Eibe & Co. rein. “Bitter” ist übrigens ein Warnsignal, kein Qualitätsmerkmal. http://www.spektrum.de/news/warum-krankheit-oft-bitter-schmeckt/1344566

          • Lilian,

            “Ihr wollt doch nicht alle ernstlich behaupten, dass ein Glas (frischer! ordentlicher! hausgemachter! gemüselastiger!) Green Smoothie täglich gleichzusetzen sei mit einem – eventuell kalorisch gleichwertigen – Schokoriegel?”

            Doch. Ganz genau das “behaupte” ich nicht nur, das ist so. Wenn keine Mangelernährung vorliegt, du also sonst nicht unter Vitamin-, Mineral oder sonstigem Nährstoffmangel leidest, sind die “guten Sachen” im Smoothie ziemlich überflüssig, sprich sie bringen dir nicht viel. Deshalb ist ein Smoothie eben auch nicht “gesund” im Sinne von “verbessert dein Wohlbefinden, sofern nicht ein anderes Problem vorliegt”. “Gesund”-Produke sind praktisch sowieso immer Bauernfängerei, Smoothies sind keine Ausnahme.

            Und die Kalorien machen wirklich ganz exakt genauso dick wie die im Schoko-Riegel oder der Cola, tut mir leid. 😉 Man hat ggf. etwas mehr vom Smoothie für dieselbe kalorische Menge als vom Snickers (da insbesondere Schokolade an Energiedichte beinahe nicht zu übertreffen ist). Da sind wir dann aber bei “Geschmackssache” angelangt, sprich: magst du lieber den Smoothie als das Snickers? Dann trink um Himmels Willen den Smoothie. 🙂

            Noch einmal: Voraussetzung ist immer, dass sonst keine Mangelernährung vorliegt. Dann nimmt man halt etwas “zuviele” Vitamine etc. auf, und in Maßen ist das zwar nicht schädlich, aber eben auch nicht nützlich.

            Und natürlich kann man einen grünen Smoothie ausschließlich aus Blattsalat und ähnlichem zusammenpürieren, also ganz ohne Fruchtbestandteile und ohne Nüsse oder ähnliches (die sind nämlich zwar nicht süß, aber ziemlich fettig). Dann ist er sehr kalorienarm (eben wie nackter grüner Salat). Und natürlich ist er dann auch nicht mehr süß (aber es geht ja im Artikel um die käuflich erhältlichen, eben doch ziemlich süßen Vertreter). Ein solcher Smoothie schmeckt dann übrigens auch schlicht nach durchgequirlter Wiese: aber wenn’s gefällt, gern. Ich für meinen Teil esse lieber die Zutaten (i.e., den Salat) direkt frisch. 😉

    • “Setzt man einem Green Smoothie keine zusätzlichen Zuckerquellen zu, sind sie ebenso gesund und vitalstoffreich wie frisch zubereitete, roh oder gekocht genossene Gemüsegerichte und Obst.”

      Leider ist diese Aussage so falsch, und zwar aus verschiedenen Gründen: zuerst wird durch das Mixen Sauerstoff zugeführt, was (ohne Zugabe von Antioxidantionsmitteln wie z.B. Vitamin C) dazu führt, dass leicht oxidierbare Verbindungen oxidieren; ohne Zusatzstoffe (oder Zubereitung unter Schutzgas) geht da schon einmal viel verloren. Weiterhin werden durch das Mixen auch die Zellen zerstört, was zum Beispiel bei Kreuzblütlern Myrosinase freisetzt. Wenn Glykoside von Polyphenolen gespalten werden (durch pH oder Glucosidasen), so sind sie deutlich weniger bioverfügbar. Gekaufte Smoothies können daher sogar besser sein, gerade weil sie stabilisiert wurden.

      Als nächstes kommt dazu, daß ein Smoothie ganz anders verzehrt wird als ein festes Nahrungsmittel: es fehlt die Vorverdauung durch Kauen und Speichel und selbst wenn Ballaststoffe vorhanden sind, so sind sie doch in einer sehr anderen Form vorhanden (die meisten Menschen kauen eben nicht so fein).

      Und als letztes: durch die Zubereitungsform wird eine große Menge sehr schnell konsumiert und damit Magen und Verdauungssystem überladen. Smoothies sind daher eine Ursache von Übergewicht, weil sie scheinbar gesund sind.

      • Nicht zu vergessen, dass Smoothies ein veritables El Dorado für Bakterien wie E-Coli sind – besser noch als die ganzen Blätter. (Die industriell hergestellten Smoothies werden aus dem Grund ja auch pasteurisiert.) Womit die Beantwortung der Frage, ob selbstgemachte Smoothies wirklich besser im Sinne von “gesünder” sind, noch ein klein wenig schwieriger wird. Grundsätzlich haben wir damit aber noch ein weiteres Argument dafür, Obst und Gemüse lieber in größeren Stücken zu sich zu nehmen, statt zu Brei verquirlt.

  8. Vielen Dank für den Artikel. Man kann tatsächlich nicht oft genug betonen, dass Lebensmittel nicht per se gesund oder ungesund sind. Essen muss satt machen, gut schmecken und gut verträglich sein. Eigentlich wäre es für die meisten Menschen so einfach. Wenn es nur nicht so viele Missionierer/Innen gäbe, die Artikel nicht richtig lesen und allerlei hineininterpretieren…

  9. Okay, ich mache es mal so einfach wie möglich:

    1 Green Smoothie (wie man ihn zubereitet, wenn man sich TATSÄCHLICH Gedanken dazu macht) = ungefähr 1 großer Teller frischer Salat mit (Wild-)Kräutern, Sellerie, vielleicht ein paar Nüsschen etc. – einmal durch den Mixer gejagt.

    Das ist also ungesund, ja?
    Dann fangt schon mal an, die Geschichte der Vollwerternährung umzuschreiben. 🙂

    • Ohne jetzt über gesund/ungesund streiten oder Smoothies madig machen zu wollen – sollte man auch einmal die Art des Verzehrs beachten:
      Esse ich feste Lebensmittel, dann muss ich diese kauen; Kauzeit wirkt sich aber auf das Sättigungsgefühl aus – zudem schmecke ich jeden einzelnen Bestandteil.
      Trinke ich aber einen Smoothie, dann kann ich eine große Menge an Nahrung zu mir nehmen – bevor(!) das Sättigungsgefühl aktiviert wird. Zudem kippe ich diese Flüssigkeit hinunter, überwiegend an den Geschmacksknospen vorbei.

      Für mich hat Essen auch etwas mit Genießen zu tun – und ist nicht nur Nahrungsaufnahme.

      • Ja. Süssgetränke scheinen besonders “gefährlich” in Bezug auf das Adipositasrisiko.
        Der Ernährungsforscher Walter Willet empfiehlt folgendes für eine gesunde Ernährung:

        Verschiedene Ernährungsweisen sind gesund. Es gibt aber einige Grundregeln, die man beachten sollte: Schlechte Fette sollte man durch gute ersetzen, also Transfette, die vor allem in industriell produzierter Nahrung vorkommen, durch natürliche, pflanzliche Öle. Bei den Kohlenhydraten sollte man zu Vollkornprodukten greifen. Insbesondere sollte man Süssgetränke meiden, damit nimmt man Unmengen von Zucker zu sich. Möglichst verzichten sollte man zudem auf Produkte aus verarbeitetem, rotem Fleisch, also beispielsweise Wurstwaren aus Rind- oder Schweinefleisch. Sie steigern das Risiko von Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Stattdessen sollte man auf pflanzliche Proteinquellen setzen, auch Poulet und Fisch sind aber sehr gesund. Und natürlich sollte man viele Früchte und Gemüse essen.

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