Cat Content

Irgendjemand riet mir, wenn ich schon mit Brüsten anfange muss ich – um ein erfolgreiches Blog zu haben – auch etwas über Katzen schreiben.

Ja, Katzen. Die bekannten neun Leben sind natürlich wissenschaftlich nicht verbürgt. Aber wusstest du, das dreifarbige Katzen immer weiblich sind?

Der Grund ist sehr einfach, wenn man sich in der Molekularbiologie ein bisschen auskennt. Zur Bestimmung des Geschlechts haben wir Menschen und alle anderen Säuger (also auch Katzen) Geschlechtschromosomen (Gonosomen) die man auch mit XX (für die weibliche Säuger) und XY (männliche Säuger) beschreibt. Theoretisch sehen alle Chromosomen ein bisschen aus wie ein X, sie haben zwei Ärmchen nach oben, zwei Beinchen nach unten und in der Mitte sind sie über das sogenannte Zentromer verbunden. Chromosomen sind übrigens das gleiche wie unsere DNA, nur schön ordentlich aufgefädelt und hübsch gemacht für die Zellteilung. Denn sichtbar sind Chromosomen nur während der Zellteilung, im restlichen Leben der Zelle liegen sie recht unordentlich im Zellkern herum.

Aber was hat das jetzt alles mit Katzen zu tun? Wie alle weiblichen Tiere haben Katzen zwei X-Chromosomen. Kater besitzen nur ein X-Chromosom. Da Kater (und andere männliche Säuger) normalerweise sehr gut ohne ein zweites X-Chromosom klarkommen (aber wir Frauen wissen ja alle: Es könnte nicht schaden…) ist es eher so, dass weibliche Säuger ein X-Chromosom „zuviel“ besitzen, denn eines reicht ja vollkommen aus. Die DNA der Geschlechtschromosomen ist ein Code für mehr als „nur“ das Geschlecht. Sind aber plötzlich doppelt so viele Kopien der Baupläne vorhanden, für die die Geschlechtschromosomen kodieren, würde unsere Zellen nicht damit klar kommen und auch doppelt so viele Baupläne umsetzen. Folglich müssen diese Baupläne unter Verschluss. Ein gesamtes Chromosom wird also in einer Zelle durch chemische Modifikation stillgelegt und ist danach sogar als sogenanntes „Barr-Körperchen“ sichtbar. Dies passiert schon im Embryo, wenige Tage nach der Befruchtung. Es sind also nocht nicht viele Zellen vorhanden, trotzdem wird per Zufall pro Zelle ein X-Chromosom still gelegt. Es kann also pro Zelle ein anderes X-Chromosom stillgelegt sein. Von diesen Zellen stammen dann alle anderen Zellen des Säugetiers ab und das stillgelegte Chromsom wird nicht mehr verändert.

Da bei Katzen die Färbung des Fells teilweise auf den X-Chromosomen vererbt wird kommt es drauf an, von welcher „Ur-Zelle“ der entsprechende Bereich abstammt. Hat die Katze die Grundfarbe weiß und auf den X-Chromosomen rot bzw grau gibt es eine dreifarbige Katze.

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Veröffentlicht von

zellmedien.de

Mein Name ist Anna Müllner, ich bin Biologin und habe in der Krebsforschung promoviert. Ich wohne im schönen Hessen und bin als PR-Beraterin für Gesundheitskommunikation tätig. Nach meinem Abitur beschloss ich Biologie zu studieren. Das tat ich zunächst an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, die weder in Bonn ist, noch am Rhein. Aber einer der drei Campusse liegt wirklich an der Sieg. Das letzte Jahr dieses Studiums verbrachte ich in Schottland, an der Robert-Gordon University of Aberdeen wo ich ein bisschen in die Biomedizin und die Forensik schnuppern durfte. Danach entschied ich mich für ein Masterstudium an der Universität Heidelberg in Molekularer Biotechnologie was ich mit der Promotion fortsetzte.

Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Auf dem X liegt ein Teil des Phänotyps… na dann verleitet mich das Laientum und die gelebte Hassliebe zur Biologie dreifarbige (weibliche) Katzen als Chimäre von ihrer Veranlagung her zu betrachten.

    http://666kb.com/i/c8t3xn4g46ctrvxx6.jpg
    Das Bauchgefühl meint, dass diese echten Chimäre absolut nicht zwingend weiblich sein müssen, aber als steile These um Biologen zu ärgern reicht es sicher.
    Danke auf jeden Fall für den Input. Sowas kann ne klassische Millionenfrage sein. Falls mal die Blog-Themen ausgehen könnte man davon ausgehend den Leuten nochmal einschärfen, dass ihre kernlsoen Weintrauben aus dem Supermarkt “triploide Mutantenfrüchte” sind. 🙂

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