Was lange währt, wird hoffentlich gut.

"Fraunhofer spectroscope" by Richard Wimmer - "Essays in astronomy" - D. Appleton & company, 1900 (LCCN 00004435). Licensed under Public Domain via Wikimedia Commons - http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Fraunhofer_spectroscope.JPG#/media/File:Fraunhofer_spectroscope.JPG

Es macht ja schon Spaß. Sich mal eben das kleine Reiseteleskop schnappen und den Himmel nach lohnenden Objekten absuchen. Auffinden, einstellen, staunen. Und ich muss sagen: Bei der reinen Beobachtung hat es sich gut geschlagen. Es ist nicht nur leicht zu transportieren, sondern hat auch eine für den geringen Preis respektable Optik. Obendrein nutzen es die Kinder tagsüber für Tierbeobachtungen. Auch sie kamen in Minutenschnelle mit dem kleinen Teleskop zurecht und haben ihren Spaß damit.

Aber irgendwann will man ja doch mehr. Mehr Details vom Mond sehen. Die Bänder des Jupiter, die Ringe des Saturn, die cassinische Teilung. Und natürlich Fotos! Tja, und da ist leider mit dem kleinen Celestron nicht viel Staat zu machen. Mit dem Handy bekommt man zwar erkennbare Aufnahmen des Mondes hin. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass es für bessere Kameras keine Anschlussmöglichkeit gibt, Planeten auch mit bloßem Auge nur verwaschen zu sehen sind (auch wenn man die galileischen Monde immerhin erkennen kann) und die Optik somit für “mehr” nun eben leider doch nicht ausreicht. Ganz davon abgesehen, dass Brennweite und Öffnungsverhältnis sowieso für keinen Zweck so recht das Wahre sind. Da hilft nur ein anderes Teleskop.

Es wurde nun nach langem Hin und Her ein Skywatcher Maksutov MC 127/1500 SkyMax BD OTA. Für Mond- & Planetenbeobachtung bzw. -fotografie am Stadtrand ist das wohl wesentlich besser geeignet. (DeepSky lasse ich zunächst außen vor.) Obendrein komme ich mit dieser Gewichtsklasse noch spielend ohne Hilfe klar, und wenn ich die gesamte Ausrüstung mal mit in den Urlaub nehmen möchte, ist der Kofferraum des Xsara damit noch lange nicht voll. Für die erste Zeit bleibt’s noch beim (geliehenen) Manfrotto-Stativ mit 3-Wege-Neiger. Dazu kommen – ebenfalls leihweise – ein bis drei DSLR-Kameras für Fotoexperimente. Wenn ich mit dem Teleskop zufrieden bin, setze ich es auf eine EQ-5. Und dann sehe ich mal weiter.

Ute Gerhardt

Ute Gerhardt hat nach dem Abitur einen B.A. in Wirtschaft, Sprachen und Politik an der Kingston University sowie eine Maîtrise in Industriewirtschaft an der Universiät Rennes abgeschlossen. Seit 1994 arbeitet sie in der Privatwirtschaft, derzeit im IT-Bereich. Ute hat zwei Kinder (*2005 und 2006) und interessiert sich neben Raumfahrt und Astronomie auch für Themen aus den Bereichen Medizin und Biologie.

5 Kommentare

  1. hallo Ute
    normalerweise gibt es nach einem Teleskopkauf erst mal drei Wochen Schlechtwetter.
    Aber daß gleich die Planeten alle abhauen, das ist schon eine Leistung.
    Der Saturn duckt sich euch schon weg und für die anderen muß man früh aufstehen.
    Ich denke schon, daß man mit dem Gerät gut beobachten kann aber eine einfaches Stativ wird zu wacklig werden.
    Den Kleinen kann man ja zum Deepsky – Schnellspechteln hernehmen.
    Deep Sky würde ich noch nicht aufgeben wenn der Himmel nicht total mit Licht versaut ist.
    Wenn da ein Garten ist dann ist da für später ein 20 cm Dobson ganz gut.
    Der geht zumindest visuell für alles. Sternfeldaufnahmen mit Weitwinkel sind schon ohne Nachführung interessant und die angestrebte EQ 5 dürfte für das Nachführen von kurzen Brennweiten ganz gut laufen, vielleicht mit Mak als Leitrohr auch für Telebrennweiten.

    Ansonsten wünsch ich mal gutes Spechtelwetter.
    Nächstes Jahr gibt es fast alle Planeten im Frühsommer.
    Felix

    • Macht nix, sollen die Planeten ruhig erstmal Urlaub machen. Der schöne Mond bleibt mir ja erhalten.

      In Richtung Newton 200/1000 geht auch meine Überlegung für “später irgendwann”, für Deepsky. Dabei ist die Lichtverschmutzung eher weniger ein Problem, da wir sowieso am Stadtrand wohnen und ich das recht dunkle Sauerland “direkt um die Ecke” habe. Es ist nur so, dass ich dafür eben doch rausfahren müsste, wenn ich auch (lohnende) Fotos machen möchte, und wenn es nur 5 Kilometer sind. Momentan ist mir eine stundenlange nächtliche Abwesenheit aber noch ein wenig zu heikel. Meine Kinder sind erst 10 und 9 Jahre alt und ich bin alleinerziehend, da kann ich nicht nachts einfach spontan für ein paar Stunden mal eben verschwinden. In zwei, drei Jahren wird das aber wohl anders aussehen.

      Das Stativ ist zum Glück kein allzu simples und hält in der o.g. Kombination 8 Kilo aus. Der Mak-Tubus wiegt ja nicht einmal die Hälfte dessen; das passt schon. Selbst mit einem knappen Kilo Kameragehäuse sollte das eigentlich noch immer hinhauen. Ich muss halt immer darauf achten, den Neiger gut zu arretieren, aber Probleme hatte ich bisher noch nicht. OK, außer dem Wetter. Deine Faustregel scheint zu stimmen. Tagsüber schönster Sonnenschein – und mit der Dämmerung kommen die Wolken. Vielleicht sollte ich lieber auf Sonnenbeobachtung umsatteln? Obwohl… Am Ende ist es aufgrunddessen dann auch noch tagsüber bewölkt. ^^

      Falls ich tatsächlich in einer Weile die EQ-5 kaufe, setze ich die vermutlich auf ein (dann aber eigenes) schwingungsarmes Berlebach-Holzstativ mit einer “Zuladung” von 40 – 60 kg. Das taugt später evtl. sogar noch für eine EQ-6, falls sich die Notwendigkeit ergeben sollte. (Lieber hoffnungslos unter- als auch nur ansatzweise überfordert, sage ich mir mal. Interessanterweise wäre ein Berlebach trotzdem leichter als das ausgeliehene Manfrotto.)

      Clear Skies auch dir, und danke für den ermutigenden Kommentar! 🙂

  2. hallo Ute

    Da bist Du naturlich ganz schön eingespannt mit den Zweien – aber in ein paar Jahren wollen die “Sturmfreie Bude” und haben Dich gern ein paar Stunden weg….. Unsere ist schon so weit..
    .
    Und vielleicht kannst Du sie ja mal mitnehmen (Zelten und so).
    Bei uns (Niederbayern /Landshut) mach ich jedes Jahr zwei Führungen für den Bund Naturschutz zusammen mit einem Nachtfalterspezialisten, der mit einem Lichtzelt im Wald Insekten anlockt und erklärt, während ich draußen mit dem Fernrohr die Sterne zeige.
    Kommt immer ganz gut an wenn das Wetter paßt.

    Also schöne Zeit
    Felix

    • Darauf spekuliere auch ich. 😉 Aber bis dahin muss ich auf minutenlange Langzeitbelichtungen aus dem Garten oder vom Balkon aus wohl erst noch verzichten. Irgendwann hätte ich sonst unweigerlich Baumwipfel etc. mit im Bild. Die paar Sekundenbruchteile für Planeten und Mond sind aber kein Problem. Deepsky nur gucken ginge natürlich. Ich ahne aber schon, dass mir das nicht reichen würde.

      Deine Führungen klingen spannend. Erst gestern las ich von Prof. Antonio Paris, der das in den USA anbietet, und fragte mich, ob es Vergleichbares auch in Deutschland gibt. (Wobei Camping ehrlich gesagt so überhaupt nicht mein Fall ist. ;-))

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