Philae ist wieder wach!

Ich hatte es ja kaum noch zu hoffen gewagt, aber Philae, der kleine Lander auf dem Kometen 67P, ist gestern abend tatsächlich wieder aufgewacht und funkt wieder an die Erde.

Mitte November 2014 war Philaes Landung auf dem Kometen nicht ganz planmäßig verlaufen. Infolgedessen lag er an unbekannter Stelle, offenbar zwischen Felsen, so dass er nicht optimal mit Sonnenenergie versorgt wurde. Die ESA erklärte damals:

We still hope that at a later stage of the mission, perhaps when we are nearer to the Sun, that we might have enough solar illumination to wake up the lander and re-establish communication, ” added Stephan.

From now on, no contact will be possible unless sufficient sunlight falls on the solar panels to generate enough power to wake it up. The possibility that this may happen later in the mission was boosted when mission controllers sent commands to rotate the lander’s main body with its fixed solar panels. This should have exposed more panel area to sunlight.

(Quelle: ESA Pressemitteilung)

Offensichtlich haben sich die diesbezüglichen Hoffnungen am 13. Juni 2015 erfüllt. Der Lander befindet sich nun in 305 Mio. Kilometer Entfernung von der Erde und hat bereits erste wissenschaftliche Daten nach Hause gefunkt.

“Philae is doing very well: It has an operating temperature of -35ºC and has 24 Watts available,” explains DLR Philae Project Manager Dr. Stephan Ulamec. “The lander is ready for operations.”
(Quelle: ESA, “Rosetta Blog“)

Falls alles nach Plan verläuft, wird Philae nun seine restlichen gesammelte Daten zur dortigen Auswertung an die Bodenkontrollen senden. Informationen darüber, wie lange der Lander diesmal schätzungsweise aktiv bleiben kann / wird, habe ich leider noch nicht gefunden. Ich werde das ggf. hier ergänzen.

Meinen herzlichsten Glückwunsch an die Teams der ESA! Großartige Leistung, die gesamte Mission!

Ute Gerhardt hat nach dem Abitur einen B.A. in Wirtschaft, Sprachen und Politik an der Kingston University sowie eine Maîtrise in Industriewirtschaft an der Universiät Rennes abgeschlossen. Seit 1994 arbeitet sie in der Privatwirtschaft, derzeit im IT-Bereich. Ute hat zwei Kinder (*2005 und 2006) und interessiert sich neben Raumfahrt und Astronomie auch für Themen aus den Bereichen Medizin und Biologie.

7 Kommentare Schreibe einen Kommentar

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  2. Informationen darüber, wie lange der Lander diesmal schätzungsweise aktiv bleiben kann / wird, habe ich leider noch nicht gefunden.

    Das liegt wahrscheinlich daran, dass einfach noch niemand die Antwort auf diese Frage weiß.

    Dass die Elektrik und Elektronik überhaupt die vielen stromlosen und kalten Monate in einem Zustand überlebt hat, in dem das Aufwachen noch möglich war, grenz laut Aussage des Abteilungsleiters für Operationen am ESOC an ein Wunder. Aber jetzt wird man testen müssen, was überhaupt noch geht … und was nicht. Dass Elektrik noch funktioniert, ist eine gute Sache, aber es gibt auch mechanische Komponenten, und die haben Lager, und in den Lagern sind Schmierstoffe … wir werden es abwarten müssen.

    Auf jeden Fall war das eine fantastische Nachricht.

    • Einer Aussage von Daniel Fischer (@cosmos4u) auf Twitter zufolge hat Philae ein weiteres Kommunikationsfenster gestern angeblich dann doch wieder “verschlafen”. Dazu finde ich allerdings bisher ebenfalls keine Infos von offizieller Seite, deshalb habe ich es im obigen Text gar nicht erst erwähnt. Ich hoffe auch einfach mal weiter.

      Aber dass diese Mission überhaupt je geklappt hat, ließ mich schon im November und lässt mich jetzt erst recht ehrfürchtig staunen. All diese Ideen, Konzepte, Berechnungen, Materialauswahl, Konstruktionen, Software… Und selbst nach zehnjähriger Reise durchs All funktionierte das alles noch. Wow. Was muss alleine das Aufwachen von Rosetta im Januar 2014 für die Beteiligten für ein Wahnsinnsgefühl gewesen sein? Und dann die Landung im Winter? Derart lange auf die Resultate seiner Arbeit warten zu müssen – da braucht man doch Nerven wie Drahtseile. Und dann klappt das tatsächlich. Schon alleine das hat mich so sehr für die Teams gefreut! Von den jüngsten Funksignalen ganz zu schweigen.

      Auf jeden Fall war das eine fantastische Nachricht.

      Absolut. Egal, ob da noch was kommt oder nicht: Ich war begeistert und bin es noch!

  3. Ich finde, dass die genaue Steuerung von Rosetta genial ist.

    Man erhält die momentane Position und Geschwindigkeit von Rosetta ja erst nach einer ziemlich langen Lichtlaufzeit.

    Die Steuerbefehle an Rosetta müssen sich daher auf eine Position und Geschwindigkeit beziehen, die Rosetta nach zwei Lichtlaufzeiten plus den Schaltzeiten haben wird.

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