Bis bald, Philae!

Nach nur zweieinhalb Tagen Aktivität ist Philae vorerst der Strom ausgegangen. Die ursprüngliche Planung sah vor, dass der Lander zunächst seine Batterie mit knapp 60 Stunden Kapazität aufbraucht, in der Zeit aber einen Akku mit Sonnenlicht auflädt. Nur leider war Philae bei seiner unvorhergesehenen Hopserei auf dem Kometen so unglücklich zwischen ein paar Felsen gelandet, dass das Sonnenlicht nur noch eines seiner Solarpanele erreichen konnte – und auch das nur zeitweilig. Bis der zweite Akku also wieder aufgeladen ist, könnte es ca. 2 Monate dauern.

We still hope that at a later stage of the mission, perhaps when we are nearer to the Sun, that we might have enough solar illumination to wake up the lander and re-establish communication, ” added Stephan.

From now on, no contact will be possible unless sufficient sunlight falls on the solar panels to generate enough power to wake it up. The possibility that this may happen later in the mission was boosted when mission controllers sent commands to rotate the lander’s main body with its fixed solar panels. This should have exposed more panel area to sunlight.
(Quelle: ESA Pressemitteilung)

Der genaue Standort des Landers ist noch immer unbekannt, aber Philae hat es erstaunlicherweise geschafft, auch in dieser kurzen Zeit all die Daten zu liefern, die man sich von ihm erhofft hatte. Die Mission war also trotz aller Widrigkeiten ein voller und schier unglaublicher Erfolg. (Übrigens kann es durchaus sein, dass genau die Felsen, die jetzt das Sonnenlicht abhalten, dafür gesorgt haben, dass Philae überhaupt noch auf dem Kometen steht und nicht komplett abgehoben hat.)

ESAs Spacecraft Operations Manager Andrea Accomazzo gab bekannt, dass die Sonde Rosetta auf eine Umlaufbahn in ca. 30 Kilometern Höhe gebracht wurde, die ihr Kontakt zu Philae mit nur wenigen Tagen Abstand erlauben soll. Anschließend setzt sie ihr eigenes Forschungsprogramm weiter fort. Sie soll den Kometen aus verschiedenen Höhen beobachten, während er sich der Sonne annähert. Rosettas geringster Abstand zu “Tschuri” wird dabei zeitweilig nur 8 Kilometer betragen. Selbst falls Philae nie wieder ansprechbar sein sollte, können wir uns also höchstwahrscheinlich auf eine ganze Reihe weiterer faszinierender Bilder und Daten freuen.

Ute Gerhardt hat nach dem Abitur einen B.A. in Wirtschaft, Sprachen und Politik an der Kingston University sowie eine Maîtrise in Industriewirtschaft an der Universiät Rennes abgeschlossen. Seit 1994 arbeitet sie in der Privatwirtschaft, derzeit im IT-Bereich. Ute hat zwei Kinder (*2005 und 2006) und interessiert sich neben Raumfahrt und Astronomie auch für Themen aus den Bereichen Medizin und Biologie.

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