Skribologie

Labyrinth des Schreibens

Die Wissenschaft vom Schreiben und was damit zusammenhängt: Kreativitätspsychologie zum Beispiel und der sinnvolle Umgang mit Schreibblockaden (writer´s block).

(work in progress)

Dazu kommen die Schreibtechniken des Creative Writing, dessen Weiterentwicklung zum HyperWriting, das Konzept der Heldenreise (nicht nur für Romanautoren interessant) und der HyperReise (der Heldenreise des Autors, der einen Roman schreibt: The Writer´s Journey).

Sicherlich gibt es bereits eine Reihe wissenschaftlicher Disziplinen, die sich mit Sprache und Schrift, Schreiben und Geschriebenem beschäftigen: Germanistik, Anglistik und all die anderen Disziplinen, die sich mit bestimmten Sprachen befassen; dazu die Linguistik als eine Art Meta-Disziplin.

An manchen Universitäten, wie in Mannheim, wird Creative Writing inzwischen als Schlüsselqualifikation erkannt und gefördert.

Aber eine übergreifende, quasi eine Meta-Wissenschaft vom Schreiben gibt es meines Erachtens nicht.

Und wie sollte man sie nennen?

 

Skribologie soll sie heißen

Graphologie geht nicht – befasst sich speziell mit der Deutung von Handschriften und ist ohnehin etwas, naja: umstritten in ihren Aussagen und Ergebnissen.

Skriptologie ist ein Terminus, der speziell die Erforschung von Urkunden und frühen Schriften des Christentums benennt. Das ist viel zu eng gefasst.

Skribologie schlage ich vor (analog zur ebenfalls neuen und übergeordneten Meta-Wissenschaft Labyrinthologie). Im Internet (Google) taucht das Wort bisher ganze einmal auf – mit einer tschechischen Quelle, die jedoch etwas völlig anderes meint (nämlich Schreib-Management). Ich leite den Neologismus ab vom lateinischen scribere = schreiben. Latein macht sich immer gut in solchen Zusammenhängen. Und was gibt es Schöneres, als ein neu entdecktes Tier oder eine unbekannte Pflanze mit einem Namen zu belegen – noch dazu in diesem Falle eine ganze Wissenschaft – was ja so etwas ähnliches ist wie ein unentdeckter Kontinent?

Denn neu ist diese umfassende Wissenschaft vom Schreiben. Es gibt sie nach meinem Erkenntnsistand noch nicht. Was sehr verwunderlich ist, denn ohne das Schreiben gäbe es uns moderne Menschen gar nicht.

In diesem Blog befasse ich mich unter anderem auch mit diesem Rätsel: Weshalb etwas so eminent Wichtiges wie das Schreiben – in seiner wahren Bedeutung so unbekannt ist. In Teilen, wie erwähnt, ist da natürlich eine Menge erkundet und dokumentiert. Ganze Bibliotheken sind voll von Rhetorik-Handbüchern, wie man ein erfolgreiches Drehbuch verfasst und Wie man einen verdammt guten Roman schreibt. Alles konzidiert. Aber gerade die Kombination der psychologischen mit den handwerklichen Aspekten, inklusive Abbau von Schreibblockaden (wenn welche auftreten) und wie man in den kreativen Erzählfluss hineinkommt, wie man die Phantasie entwickelt – all dies zusammen ergibt weit mehr als die Summe dieser Teildisziplinen.

 

Wie man ein verdammt gutes Schreib-Seminar leitet

Welche der traditionellen Wissenschaften befasst sich beispielsweise damit, Wie man ein verdammt gutes Schreib-Seminar leitet – und wie man die Interessenten dafür gewinnt? Wie man Schreibseminar-Leiter ausbildet – und warum es für Schrfitsteller sinnvoll ist, diese Tätigkeit des Schreibseminar-Leitens als sinnvolles zweites berufliches Standbein zu erlernen?

Alls dies gehört meines Erachtens in eine umfassende “Wissenschaft vom Schreiben”.

Quellen
Frey, James N..: Wie man einen verdammt guten Roman schreibt (How to write a damn good novel). (USA 1987) Köln 1993 (Emons)
Vogler, Christopher: The Writer´s Journey.

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"Zwei Seelen wohnen a(u)ch in meiner Brust." Das Schreiben hat es mir schon in der Jugend angetan und ist seitdem Kern all meiner Tätigkeiten. Die andere „zweite Seele“ ist die praktische psychologische Arbeit plus wissenschaftlicher Verarbeitung. Nach dem Psychologiestudium seit 1971 eigene Praxis als Klinischer Psychologe. Zunächst waren es die Rauschdrogen, die mich als Wissenschaftler interessierten (Promotion 1976 mit der Dissertation "Der falsche Weg zum Selbst: Studien zur Drogenkarriere"). Seit den 1990er Jahren ist es das Thema „Hochbegabung“. Mein drittes Forschungsgebiet: Labyrinthe in allen Varianten. In der Themenzentrierten Interaktion (TZI) nach Ruth C. Cohn fand ich ein effektives Werkzeug, um mit Gruppen zu arbeiten und dort Schreiben und (Kreativitäts-)Psychologie in einer für mich akzeptablen Form zusammenzuführen. Ab 1978 Seminare zu Selbsterfahrung, Persönlichkeitsentwicklung und Creative Writing, gemeinsam mit meiner Frau Ruth Zenhäusern im von uns gegründeten "Institut für Angewandte Kreativitätspsychologie" (IAK). Als "dritte Seele" könnte ich das Thema "Entschleunigung" nennen: Es ist fundamentaler Bestandteil jeden Schreibens und jedes Ganges durch ein Labyrinth. Lieferbare Veröffentlichungen: "Kreatives schreiben - HyperWriting", "Kurzgeschichten schreiben", "Das Drama der Hochbegabten", "Zeittafel zur Psychologie von Intelligenz, Kreativität und Hochbegabung", "Blues für Fagott und zersägte Jungfrau" (eigene Kurzgeschichten), "Geheimnis der Träume" (Neuausgabe in Vorbereitung). Dr. Jürgen vom Scheidt

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