Myzel im Untergrund: Nachlese Juli 2008

BLOG: Labyrinth des Schreibens

Die Suche nach dem roten Faden
Labyrinth des Schreibens

Wenn ich mit einem einzigen Wort charakterisieren sollte, was für mich das Labyrinth-Motiv bedeutet, so würde ich sagen: Es ist eine Art mythisches Pilz-Myzel im Untergrund der europäischen Kultur.

Was da, mehr oder minder wild, wuchert, kann man allenthalben in den Medien entdecken. Hier wieder eine Nachlese zu diesem Monat, in der ich das vorstelle, was keinen eigenen Blog-Eintrag wert war, aber eben doch wert-voll ist. Dabei begegnen uns:

5 Ikaros, 2 Irrgärten, 7 Labyrinthe, 1 Medea, 1 Phaidra, 5 rote Fäden, 2 Theseus.

Dazu kommen noch die entsprechenden Nennungen dieser Stichwörter (Kategorien) in den ausführlicheren Blog-Beiträgen des Monats Juli, die ich hier jetzt nicht auch noch auflisten will. Es ist nämlich nur noch eine Minute bis Mitternacht. Gute Nacht allerseits.

 

1. Juli: Im P.M-Magazin für diesen Monat werde ich ausgerechnet in einem Artikel über die Kulturgeschichte des Kochens von Sabine Schwabenthan fündig (S. S. 94):

Ganz auf Bekömmlichkeit war […] das etwas ältere indische Vasavarajeyam abgestimmt: In diesem Sanskrit-Kochbuch wurden Gesundheit und Lebensverlägerung durch die richtige Auswahl der Speisen zum Ziel der guten Küche erklärt. Ein Gedanke, der ebenso alt ist wie hochmodern. Er zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte des Kochens.

 

2. Juli: Ein Schauspieler liest im Wiener Burgtheater aus seinem Leben (Schmidt 2008):

Unspektakulärer geht es nicht: Ein Mann sitzt auf der Bühne und liest eine Geschichte vor, und die Sache wird dadurch nicht weniger heikel, dass diese Geschichte seine eigene Lebensgeschichte ist. Joachim Meyerhoff hält einen Stoß loser Blätter in den Händen. Wenn er mit einer Seite fertig ist, legt er sie vor seinen Füßen auf den Boden, als sinke damit die Vergangenheit zurück in den Hades, aus dessen Labyrinthen er sie befreit hat.

 

4. Juli: William Blakes frühe utopische Satire Eine Insel im Mond aus dem Jahr 1784 ist in einer zweisprachigen Ausgabe neu erschienen. Kai Wiegandt schreibt dazu:

Am ehesten ähnelt die Satire einem anarchischen Marionettentheater. Die zahllosen Figuren stehen unvermittelt auf der Bühne, fallen sich ins Wort, treten unmotiviert wieder ab, werfen mit verbalem Unrat um sich, singen Nonsense-Lieder, schlagen Schaum und schneiden den roten Faden hundert Mal ab . . . 

 

5. Juli: Eigentlich wollte ich hierzu einen eigenen Beitrag schreiben – weil Musik, und da insbesondere der Jazz und die indischen Ragas, mir sehr wichtig sind. But you can´t have everything. Deshalb hier nur der Hinweis auf eine Studie am kanadischen Brams-Institut, wo Forscher ergründen, warum Musik die Menschen so sehr berührt:

Bislang führt die Erforschung des Homo musicalis Wissenschaftler ständig auf neue Wege. Wie ein roter Faden ohne vorherbestimmtes Ziel führt sie die Forscher durch die verwinkelte menschliche Psyche von der Humanevolution zum verzückten Musikerlebnis, von der Feinmotorik des Musizierens zu den Finessen des Hörsinns . . .

Das muss an diesem Ort genügen – mehr dazu in der SZ bei Breuer 2008.

 

5. Juli: In einem Nachruf zum Autor Hans Dietrich Lindtstedt schreibt Detlef Gojowy in der Zweimonatszeitschrift DER LITERAT:

Europa in seiner römischen Geschichte und nachbarlichen Verbundenheit, die absurde DDR und weitere wechselvolle Lebensstationen einschließlich amerikanischer Eindrücke bilden den roter Faden seines Werkes…"

(Wie sich aus solch einem thematischen Sammelsurium ein "roter Faden" bilden soll, ist mir zwar schleierhaft – aber sei´s drum, hir steht´s gedruckt.) 

 

7. Juli: Die zweite Ausgabe von Humanglobaler Zufall ist erschienen – die neue Zeitschrift mit dem roten Faden resp. roten Bändchen. Sie bringt wieder eine Serie von sechs durch Bekanntschaften / Freundschaften miteinander verbundenen Reportagen. Was mich enttäuscht hat ist, dass man nicht eine der sechs Stories aus dem ersten Heft fortsetzte, sondern eine neue Kette begann. Diese Variante ist natürlich redaktionell leichter zu betreuen – aber wesentlich spannender und interessanter hätte ich eine echte Fortsetzung gefunden. (Vergl. auch meinen Beitrag vom 5. Mai 2008: Humanglobaler Zufall)

 

11. Juli: Ein wenig Flugangst gefällig? Da sind Sie im Labyrinth-Blog gerade recht, wenn Sie Tobias Kniebe begleiten:

Die Tatsache, dass sich eine tonnenschwere Metallröhre in die Luft erhebt, nur weil ein ein starker Luftstrom ihre vergleichsweise winzigen Flügel in einem sorgsam berechneten Luftstrom umfließt, scheint jedes Mal wieder an ein Wunder zu grenzen. Diesen Gesetzen der Aerodynamik zu trauen, die Kontrolle des eigenen Lebens in die Hände eines Piloten zu legen und sich dabei in schwindelnde Höhen zu begeben, widerspricht einem tiefen Gefühl für das Machbare und Vernünftige der menschlichen Natur. Es kann – siehe Ikarus – im Grunde nur böse enden.

 

12. Juli: Und gleich noch was zum Gruseln. In ihrem Beitrag "Der Weltuntergang, millimeterweise" schreibt Maureen Nandini Mitra aus Bangladesh über die Sundarbans (Mangrovenwälder) an den Küsten ihrer Heimat, die von den dank Klimawandel steigenden Meeresfluten bedroht sind:

Die Region ist eines der größten Flussdelta-Gebiete der Welt, das aus Sedimenten der Flüsse Ganges, Brahmaputra und Meghna entstanden ist. Die gesamte Landschaft ist durchzogen von einem Labyrinth aus Meeresarmen, Tideflüssen und Bächen, die Wasser aus dem Golf von Bengalen fast 300 Kilometer ins Landesinnere bringen.

 

15. Juli: Wolfgang Koeppens Roman Tauben im Gras erschien bereits 1951 und wurde jetzt in der Süddeutsche Zeitung Bibliothek neu aufgelegt. Sehr lesenswerter Roman mit rund 200 ineinander verschlungenen Vignetten über das München des Jahres 1950. Damals war noch ein großer Teil der einstigen braunen Hauptstadt der Bewegung von jenem Krieg zerstört, den eben diese Bewegung über die Welt gebracht hatte. Amerikanische Soldaten, dunkelhäutige wie weiße, mischten sich mit der einheimischen Bevölkerung. Ein englischer Dichter namens Edwin (T.S. Ellliott?) bringt dem alten Europa neue Werte – und landet selbst im Dreck. Sehr gut und anschaulich ist das alles beschrieben, mit viel authentischer Atmosphäre.

Ein echtes Déjà-vu, wenn man einige von Münchens Ruinenlücken selbst noch gesehen hat (ich zog im März 1956 in die Stadt). Heute ist das alles nur noch Geschichte; wobei manche Stellen in der Stadt sicher besser aussehen würden, wenn man die Ruinen hätte bestehen lassen. Ach ja: Labyrinth-Bezug. Auf S. 116 kommt er über das Ikaros-Motiv in den Roman. Ein amerikanische Pilot besucht die besiegte Stadt als Tourist, will deutsche Verwandte besuchen und bandelt mit einer jungen Münchnerin an:

Richard, sie sah es, war ein einfacher Soldat, wenn auch ein Flieger. Die Flieger waren natürlich etwas besseres als die gewöhnlichen Soldaten, der Ruhm des Ikarus erhöhte sie, aber die Tochter der Hausbesorgerin wußte nichts von Ikarus.

16. Juli: Ausriss aus dem Spiegel. Eine Anzeige für das Buch Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod von Bastian Sick. Im Untertitel dazu heißt es:

Ein Wegweiser durch den Irrgarten der deutschen Sprache.

 

17. Juli: Auch in der Pflanzenwelt schreitet die Globalisierung unaufhörlich voran. "Fremde Pflanzen erobern Deutschland" meldet Tituas Arnu in der SZ und gibt diesen "Stil-Trends im Garten" den passenden, sehr wortwitzigen Titel "Der Irr-Garten".
(Was mir dazu noch einfällt: Erobern eigentlich auch deutsche Planzen fremde Länder? Wäre doch interessant zu wissen, ob sich da anderswo auch "Irr-Gärten" etablieren! Und im Erobern fremder Länder haben wir ja eine Menge Erfahrung.)

 

19. Juli: Wieder mal was aus dem Sportteil der Süddeutschen Zeitung (Hahn 2008). Es ging darin u.a. um einen neuen Doping-Skandal und die Rolle des amerikanischen Labors Balco darin sowie um die deutschen Olympia-Radler:

Die deutsche Olympia-Nominierung… Im Sinne eines geschärften Antidoping-Bewusstseins wäre es gewesen, die Mannschaft frei zu halten von erfahrenen Mitradlern des verseuchten Peletons… Der Sport ringt doch noch sehr um Orientierung in seinem Labyrinth der Doppelmoral.

 

19. Juli: Diana Rigg war – als Emma Peel – in den 1960-er Jahren eine der Ikonen des Fernsehens, in der britischen Serie The Avengers, die auf deutsch den wunderbaren Titel Mit Schirm Charme und Melone trug. Schon davor hatte sie die höchsten möglichen Höhen britischer Schauspielkunst erklommen und war Darstellerin in Shakespeare-Dramen gewesen. Nun feiert man sie erneut im Theater, "wo sie bis heute wehrhafte Frauen wie Medea und Phädra spielt". (Sterneborg 2008).

 

19. Juli: Anlässlich des 850 Geburtstages der Stadt München konnte man viel aus der Geschichte der bayrischen Metropole erfahren. Hier – von jkä – etwas über einen der zentralen Plätze, den Karlsplatz oder – wie der Volksmund ihn viel lieber nennt: Stachus. Und warum nennt er ihn so?

Keinem Kurfürsten waren die Münchner mit einer so von Herzen kommenden Undankbarkeit verbunden wie Karl Theodor (1724-1799), nach dem der Platz benannt ist, dem aus der Pfalz zugereisten Herrscher, der tun konnte, was er wollte: Sie mochten ihn nicht. Sie nannten den Platz lieber nach einem volkstümlichen Wirt namens Eustachius. Karl Theodor ließ die alten Befestigungen abreißen und einen schönen Platz anlegen. Nicht alle Schönheit hat überdauert, der Verkehrsknotenpunkt und das labyrinthische Schattenreich der Tiefebenen sind das, was viele vom Stachus sehen. Zur Innenstadt hin aber hat er nichts von seiner Würde verloren.

(Zum Stadtgeburtstag s. auch Lichter-Labyrinth)

 

21. Juli: Die dänische Theatertruppe des international besetzten Odin Teatret von Eugenio Barba führt mit großem Erfolg The Marriage of Medea auf. Die mörderische Stiefmutter des Theseus ist offensichtlich nicht totzukriegen – zu aktuell ist der Stoff der Kindsmörderin, die sich an ihrem treulosen Lover Jason rächt, indem sie ihre eigenen Kinder meuchelt. (Bericht von Sally McGrane in der New York Times.)

 

21. Juli: Florian Welle stellt in der SZ ein weltberühmtes Stück vor, dem man nicht so weiteres ansieht, dass es mit der Labyrinth-Sage aufs engste verbunden ist: William Shakespeares Sommernachtstraum, wahrscheinlich im Jahr 1594 entstanden.

Es ist etwas faul im der Stadt Athen. Die Amazonenkönigin Hippolyta willigt nur widerstrebend in die Hochzeit mit Theseus, Herzog von Athen ein.

Rezensiert wird eine aktuelle Aufführung der tiefsinnigen Komödie, die Jochen Schölch mit Studenten der Münchner Theaterakademie inszeniert hat.

 

24. Juli: Im neuen P.M.-Magazin (August-Heft) an einer Stelle entdeckt, wo ich es wirklich nicht vermutet hätte: in einem Artikel über Ethnomathematik von Wolfgang C. Goede (Goede 2008):

Unsere beiden Hände sind fast ein göttlicher Fingerzeig: Aus ihren zehn Fingern leiteten Ägypter und Griechen das Dezimalsystem ab. […] Labyrinthisch dagegen die Zahlen der Maya… (S. 39)
Zwischen Euphrat und Tigiris begannen vor 5000 Jahren die Landwirtschaft und die Städte zu blühen, hier ist der Keim unserer Zivilisation. Der Bau von Palästen und Bewässerungskanälen sowie der Warenhandel wären ohne ein fortschrittliches Zahlensystem undenkbar gewesen. Tausende Tontafeln sind überliefert, auf denen die Rechnungen des Alltags dokumentiert sind. Sie basieren auf nur zwei Zeichen: strichförmigen Keilen für die Ziffern 1 bis 9 sowie dreiecksförmigen Haken für die 10. Drei Haken und dahinter vier Keile drücken die Zahl 34 aus. Das scheint einfach – doch schnell wird es labyrinthisch. Denn die Babylonier haten kein Dezimal-, sondern ein Sexagesimalsystem . . . (S. 40)

 

25. Juli: Auf DVD angeschaut: James Bond: Stirb an einem anderen Tag. Der (nordkoreanische) Bösewicht hat diesmal etwas besonders Finsteres – nein: Helles geplant. Mit einem Satelliten will er Sonnenenergie bündeln und damit Ziele auf der Erde abfackeln. Die ersten Demonstrationen verlaufen spektakulär nach Wunsch. Und wie nennen die Schurken diese Höllenerfindung? Ikarus.

Eigentlich Blödsinn (wie so manches andere in diesem Film) – wenn schon, dann sollte man das Ding nach dem Erfindergenie Daidalos benennen. Icarus heißt übrigens das Raumschiff in dem Film  Sunshine, der am selben Abend Tag im Fernsehen lief.

 

26. Juli: Und noch ein dritter Film mit Labyrinth-Bezug: Shining von Stanley Kubrick mit Jack Nicholson – darüber habe ich schon in einem andren Beitrag am 31. Januar 2008 ausführlicher geschrieben: Jack mit der mörderischen Axt.

30. Juli: Im aktuellen P.M. Magazin (S. 72) schreibt Marianne Oertl zum Thema "Herz":

. . . William Harveys Entdeckung des Blutkreislaufs 1628, die die Medizin revolutionierte. Herz und Kreislauf wurden zu einem hydraulich getriebenen Pumpen- und Röhrensystem, für das nicht mehr die Himmelskörper Pate standen, sondern der Takt des neuzeitlichen Uhrwerks. Vom Hort der Gefühle, dem Sitz der Seele und des Gewissens wurde das Herz zum Zentrum einer technisch perfekten Pumpstation. 7200 Liter Blut drückt es in 24 Stunden durch ein Labyrinth von 90.000 Kilometern Blutgefäßen.

 

31. Juli: Zum Abschluss dieses Monats noch was Kosmologisches. Über ein "erstaunliches Gewässer auf dem Saturnmond Titan", einen "See aus flüssigem Erdgas" berichtet Ralf Jaumann in der Zeitschrift Icarus

Icarus gibt es übrigens gleich zweimal: als englischsprachige Fachzeitschrift für wissenschaftliche Erstveröffentlichungen aus dem Gebiet der Planetologie und als deutschsprachige "Zeitschrift für soziale Theorie und Menschenrechte". Das Zitat stammt natürlich aus der erstgenannten Quelle.

Quellen
Arnu, Titus:: "Der Irr-Garten". In: Südd. Zeitung vom 17. Juli 2008
Blake, William: Eine Insel im Mond. (1784). Berlin 2007 (Matthes & Seitz)
Breuer, Hubertus: "Vom Klang der Seele". In: Südd. Zeitung vom 4. Juli 2008 
Goede, Wolfgang C.: "Der große Krieg um die Zahlen". In: P.M.Magazin August 2008, S. 39/40
Gojowy, Detlef: "Seine Stimme klingt weiter. Nachruf auf Hans Dietrich Lindstedt". In: Literat Nr. 6 /2008, S. 7
Hahn, Thomas: "Im Labyrinth". In: Südd. Zeitung vom 19. Juli 2008
Jaumann, Ralf, in: Icarus (zit.n. Bührke, Thomas: "Ein See aus flüssigem Erdgas. In: Südd. Zeitung vom 31. Juli 2008)  
jkä: "Tore, Plätze, Stadtansichten – wo Geschichte heute noch erlebbar ist". In: Südd. Zeitung vom 19. Juli 2008 
Kniebe, Thomas: "Das Prinzip Fliegen". In: Südd. Zeitung Magazin vom 11. Juli 2008
Koeppen, Wolfgang: Tauben im Gras. (1951) München 2008 (Süddeutsche Zeitung Bibliothek: München erlesen Bd. 13)
McGrane, Sally: "A Mix of Cultures Adds Flavor to a Greek Myth". In: New York Times (Beilage der) Südd. Zeitung vom 21. Juli 2008
Mitra, Maureen Nandini: "Der Weltuntergang, millimeterweise". In: Südd. Zeitung vom 12. Juli 2008
Oertl, Marianne: "Verstehen Sie Ihren Herz-Code?" In: P.M.Magazin vom August 2008, S. 70
Schmidt, Christopher: "Der Selbsterzähler". In: Südd. Zeitung vom 2. Juli 2008
Schwabenthan, Sabine: "Fischsauce – der Ketchup der Antike". In: P.M.Magazin Juli 2008, S. 93-98
Sick, Bastian: Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod. (2006). Köln 2008 (Kiepenheuer & WWitsch)
Sterneborg, Anke: "Seine Frasu für alle Fälle". In: Südd. Zeitung vom 19. Juli 2008
Welle, Florian: "Die Liebe nach der Liebe". In: Südd. Zeitung vom 21. Juli 2008
Wiegandt, Kai: "Wo der Stumpfe Winkel auf die Etruskische Säule trifft". In: Südd. Zeitung vom 4. Juli 2008 

Schauen Sie bitte gelegentlich auch mal in die früheren Beiträge dieses Blogs rein! Hilfreich sein könnten vor allem die Vorbemerkung zu diesem Labyrinth-Blog und die Zeittafel. Die wichtigsten Personen und Begriffe werden erläutert in Fünf Kreise von Figuren sowie im Register dieses Blogs.

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"Zwei Seelen wohnen a(u)ch in meiner Brust." Das Schreiben hat es mir schon in der Jugend angetan und ist seitdem Kern all meiner Tätigkeiten. Die andere „zweite Seele“ ist die praktische psychologische Arbeit plus wissenschaftlicher Verarbeitung. Nach dem Psychologiestudium seit 1971 eigene Praxis als Klinischer Psychologe. Zunächst waren es die Rauschdrogen, die mich als Wissenschaftler interessierten (Promotion 1976 mit der Dissertation "Der falsche Weg zum Selbst: Studien zur Drogenkarriere"). Seit den 1990er Jahren ist es das Thema „Hochbegabung“. Mein drittes Forschungsgebiet: Labyrinthe in allen Varianten. In der Themenzentrierten Interaktion (TZI) nach Ruth C. Cohn fand ich ein effektives Werkzeug, um mit Gruppen zu arbeiten und dort Schreiben und (Kreativitäts-)Psychologie in einer für mich akzeptablen Form zusammenzuführen. Ab 1978 Seminare zu Selbsterfahrung, Persönlichkeitsentwicklung und Creative Writing, gemeinsam mit meiner Frau Ruth Zenhäusern im von uns gegründeten "Institut für Angewandte Kreativitätspsychologie" (IAK). Als "dritte Seele" könnte ich das Thema "Entschleunigung" nennen: Es ist fundamentaler Bestandteil jeden Schreibens und jedes Ganges durch ein Labyrinth. Lieferbare Veröffentlichungen: "Kreatives schreiben - HyperWriting", "Kurzgeschichten schreiben", "Das Drama der Hochbegabten", "Zeittafel zur Psychologie von Intelligenz, Kreativität und Hochbegabung", "Blues für Fagott und zersägte Jungfrau" (eigene Kurzgeschichten), "Geheimnis der Träume" (Neuausgabe in Vorbereitung). Dr. Jürgen vom Scheidt

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