Münchner Rathaus versteckt sein Labyrinth

Labyrinth des Schreibens

Münchner oder Touristen, welche die Innenstadt besuchen und sich dabei auch eine Rast im Innenhof des Rathauses gönnen, wissen wahrscheinlich nicht, worauf sie da eigentlich Platz nehmen.

Wie das erste Bild zeigt, sind die hellen und dunklen Begrenzungslinien eines sehr verschlungenen neungängigen Labyrinths kaum zu erkennen – vor allem dann nicht, wenn man zu dicht davor steht. Es ist eine Anlage, wie sie auch in manchen französischen Kathedralen ausgelegt wurde.

 Abb. 1: Die Linien des Labyrinths im Innenhof des Münchner Rathauses sind kaum erkennbar, schon gar nicht aus der Nähe (Foto: JvS)

Die Mitarbeiter der SPD-Fraktion des Stadtrats waren so freundlich, mich vom Balkon des Sitzungssaals an der Ostseite des Innenhofs, im ersten Stock, fotografieren zu lassen. Von oben sieht man wenigstens etwas von der Anlage des Labyrinth-Mosaiks. Besser geht´s leider nicht. Im Winter werden zwar die Tische und Stühle und die Sonnenschirme entfernt – aber dann wird der Innenhof abgesperrt und ist dann auch recht düster. (Vielleicht läßt mich die SPD dann aber nochmals von oben fotografieren – wenn gerade die Sonne scheint.)

 Abb. 2: Von einem erhöhten Standort lässt sich das Mosaik mit dem Labyrinth besser erkennen, zumindest im Ausschnitt (Foto: JvS)

Für die meisten Touristen wahrscheinlich nur eine Kuriosität – für den Labyrinthologhen hingegen wieder mal ein Hinweis auf die Allgegenwart des L-Motivs.

Schauen Sie bitte gelegentlich auch mal in die früheren Beiträge dieses Blogs rein! Hilfreich sein könnten vor allem die Vorbemerkung zu diesem Labyrinth-Blog und die Zeittafel. Die wichtigsten Personen und Begriffe werden erläutert in Fünf Kreise von Figuren sowie im Register dieses Blogs.

"Zwei Seelen wohnen a(u)ch in meiner Brust." Das Schreiben hat es mir schon in der Jugend angetan und ist seitdem Kern all meiner Tätigkeiten. Die andere „zweite Seele“ ist die praktische psychologische Arbeit plus wissenschaftlicher Verarbeitung. Nach dem Psychologiestudium seit 1971 eigene Praxis als Klinischer Psychologe. Zunächst waren es die Rauschdrogen, die mich als Wissenschaftler interessierten (Promotion 1976 mit der Dissertation "Der falsche Weg zum Selbst: Studien zur Drogenkarriere"). Seit den 1990er Jahren ist es das Thema „Hochbegabung“. Mein drittes Forschungsgebiet: Labyrinthe in allen Varianten. In der Themenzentrierten Interaktion (TZI) nach Ruth C. Cohn fand ich ein effektives Werkzeug, um mit Gruppen zu arbeiten und dort Schreiben und (Kreativitäts-)Psychologie in einer für mich akzeptablen Form zusammenzuführen. Ab 1978 Seminare zu Selbsterfahrung, Persönlichkeitsentwicklung und Creative Writing, gemeinsam mit meiner Frau Ruth Zenhäusern im von uns gegründeten "Institut für Angewandte Kreativitätspsychologie" (IAK). Als "dritte Seele" könnte ich das Thema "Entschleunigung" nennen: Es ist fundamentaler Bestandteil jeden Schreibens und jedes Ganges durch ein Labyrinth. Lieferbare Veröffentlichungen: "Kreatives schreiben - HyperWriting", "Kurzgeschichten schreiben", "Das Drama der Hochbegabten", "Zeittafel zur Psychologie von Intelligenz, Kreativität und Hochbegabung", "Blues für Fagott und zersägte Jungfrau" (eigene Kurzgeschichten), "Geheimnis der Träume" (Neuausgabe in Vorbereitung). Dr. Jürgen vom Scheidt

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