MindCatcher

Labyrinth des Schreibens

Nicht jeder Schreiber will veröffentlichen. Aber sobald man als Journalist, Schriftsteller, Werbeetexter Beachtung finden möchte, sollte man sich Gedanken darüber machen, was Aufmerksamkeit erregt. Ein Hilfsmittel dabei sind Begriffe, die sofort auffallen und Neugier “auf mehr” wecken. Erst dann ist man bereit, einen Artikel, eine Kurzgeschichte oder gar einen ganzen Buch zu lesen.

Ein EyeCatcher ist in der Welt der Reklame und überhaupt der Medien ein optisches Signal mit hohem Informationsgehalt. Dieser macht unser Gehirn darauf aufmerksam, dass da “etwas anders ist als erwartet”.

Analog dazu ist ein EarCatcher ein solches Signal aus dem akustischen Bereich – ein schriller Misston, meinetwegen. Der Jazzpianist Thelonious Monk machte sich ganze schräge Tonleitern zu seinem unverwechselbaren Markenzeichen. Schon bei den ersten Klängen weiß man ziemlich sicher: Das ist Monk!

Und ein MindCarcher? Die Wikipedia kennt diesen Begriff noch nicht (Stand: 19. Januar 2013). Bei Google wird man schon eher fündig. So entdeckt man eine taiwanische Firma, die mit diesem Begriff ein witziges Produkt belegt hat: einen Kugelschreiber mit integriertem Papierstreifchen. 

Und was bedeutet dies im Rahmen meines Blogs Labyrinth des Schreibens und dieses BloXikons? Wie beim EyeCatcher handelt es sich um…

… ein Signal mit hohem Informationsgehalt, das unser Gehirn darauf aufmerksam macht, dass da etwas “anders ist als erwartet”.

Das Wort Bloxikon ist dementsprechend ein MindCatcher. Ja sogar der Begriff MindCatcher selbst ist, gewissermaßen selbstreferentiell, ebenfalls ein MindCatcher:

° Man weiß – wie beim BloXikon – so ungefähr, um was es sich handeln könnte,
° stutzt jedoch, weil “irgendetwas nicht stimmt” beziehungsweise “anders ist als gewohnt”.

Das liegt sicher auch ander BinnenVersalie, also an dem Großbuchstaben dort, wo die beiden Begriffsteile Mind und Catcher zusammengefügt sind.

 

Allgegenwart des Labyrinth-Mythos

Auch das Labyrinth ist ein MindCatrcher – sogar ein sehr mächtiger. Warum sonst ziert es den Titel von so vielen Büchern und Filmen?

Hier einige Bücher:
Betz, Otto Labyrinth des Lebens
Blazon, Nina Im Labyrinth der alten Könige
Candolini, Gernot Die Faszination der Labyrinthe
Durrell, Lawrence Das dunkle Labyrinth
Hillerman, Tony Das Labyrinth der Geister
Jaskolski, Helmut Das Labyrinth
Kern, Hermann Labyrinthe
Küstenmacher, Marion und Werner (Neue Wege finden) Labyrinthe
Langgässer, Elisabeth Das Labyrinth
Mosse, Kate Das verlorene Labyrinth
Roth, Gerhard Das Labyrinth Siebenmorgen, Harald (Hrsg.) Im Labyrinth des Minos
Stanfill, Francesca Das Labyrinth von Wakefield Hall
Sullivan, Mark T. 66095 (Labyrinth)
Wolff, Uwe Reise ins Labyrinth 

Hier einige Beispiele für Filme:

Almodóvar, Pedro (Regie): Labyrinth der Leidenschaften
Henson, Jim (Regie): Die Reise ins Labyrinth
Smith, Christopher (Regie): Das verlorene Labyrinth Stern,
Steven Hilliard (Regie): Mazes and Monsters
Toro, Guillermo del (Regie): Pans Labyrinth
unbekannt (Regie): Terra X: Labyrinthe – Alamut – Osterinsel

Quellen

BÜCHER
Betz, Otto: Labyrinth des Lebens. Freiburg i.Br. 2001 (Herder)
Blazon, Nina: Im Labyrinth der alten Könige. Wien 2004 (Ueberreuter)
Candolini, Gernot: Die Faszination der Labyrinthe. (Augsburg 1999 Pattloch) München 2004 (Kösel)
Durrell, Lawrence: Das dunkle Labyrinth. Reinbek 1994 (Rowohlt TB)
Hillerman, Tony: Das Labyrinth der Geister. (Goldmann TB)
Jaskolski, Helmut: Das Labyrinth. Stuttgart 1994 (Kreuz)
Kern, Hermann: Labyrinthe. Erscheinungsformen und Deutungen – 5000 Jahre Gegenwart eines Urbilds. München 1982 (Prestel)
Küstenmacher, Marion und Werner: Neue Wege finden: Labyrinthe… München 2000 (Ludwig Verlag in der Econ-Gruppe)
Langgässer, Elisabeth: Das Labyrinth. Fünf Erzählungen. (Hamburg 1949) Frankfurt am Main 1995 ( Bibliothek Suhrkamp)
Mosse, Kate: Das verlorene Labyrinth (Labyrinth). (Great Britain 2005). München 2005 (Droemer)
Roth, Gerhard: Das Labyrinth. Frankfurt am Main Jan 2005 (S. Fischer)
Siebenmorgen, Harald (Hrsg.): Im Labyrinth des Minos. Kreta – die erste europäische Hochkultur. München 2000 (Biering Brinkmann) [Eine Ausstellung des Badischen Landesmuseums in Karlsruhe.)
Stanfill, Francesca: Das Labyrinth von Wakefield Hall . (New York 1993) München 1996 (Piper TB)
Sullivan, Mark T.: 66095 (Labyrinth). (New York 2002). Frankfurt am Main 2004 (Fischer TB)
Wolff, Uwe: Reise ins Labyrinth. Unterwegs zur eigenene Mitte. Freiburg i.Br. 2001 (Herder)

FILME
Almodóvar, Pedro (Regie): Labyrinth der Leidenschaften ( Laberinto de pasiones) Spanien 1982 (Universum Film)
Henson, Jim (Regie): Die Reise ins Labyrinth. USA 1994 (LucasFilm)
Smith, Christopher (Regie): Das verlorene Labyrinth. (Nach dem Roman von → Kate Mosse). Deutschland – Großbritannien – Südafrika 2013. Sendung auf SAT.1 am 14. und 15. Jan 2013
Stern, Steven Hilliard (Regie): Mazes and Monsters (Labyrinth der Monster) USA 1982
Toro, Guillermo del (Regie): Pans Labyrinth (Il labirinto del Fauno). Mexiko USA 2006
unbekannt (Regie): Terra X: Labyrinthe – Alamut – Osterinsel. Deutschland 2003 (ZDF)Smith, Christopher (Regie): Das verlorene Labyrinth

Schauen Sie bitte gelegentlich auch mal in die früheren Beiträge dieses Blogs rein! Hilfreich sein könnten vor allem Willkommen im Labyrinth des Schreibens und die Zeittafel. Die wichtigsten Personen und Begriffe werden erläutert in Fünf Kreise von Figuren sowie im Register dieses Blogs. Und hier geht´s zum BloXikon.

235 / #854 JvS / #1510 SciLogs / v02-2

 

"Zwei Seelen wohnen a(u)ch in meiner Brust." Das Schreiben hat es mir schon in der Jugend angetan und ist seitdem Kern all meiner Tätigkeiten. Die andere „zweite Seele“ ist die praktische psychologische Arbeit plus wissenschaftlicher Verarbeitung. Nach dem Psychologiestudium seit 1971 eigene Praxis als Klinischer Psychologe. Zunächst waren es die Rauschdrogen, die mich als Wissenschaftler interessierten (Promotion 1976 mit der Dissertation "Der falsche Weg zum Selbst: Studien zur Drogenkarriere"). Seit den 1990er Jahren ist es das Thema „Hochbegabung“. Mein drittes Forschungsgebiet: Labyrinthe in allen Varianten. In der Themenzentrierten Interaktion (TZI) nach Ruth C. Cohn fand ich ein effektives Werkzeug, um mit Gruppen zu arbeiten und dort Schreiben und (Kreativitäts-)Psychologie in einer für mich akzeptablen Form zusammenzuführen. Ab 1978 Seminare zu Selbsterfahrung, Persönlichkeitsentwicklung und Creative Writing, gemeinsam mit meiner Frau Ruth Zenhäusern im von uns gegründeten "Institut für Angewandte Kreativitätspsychologie" (IAK). Als "dritte Seele" könnte ich das Thema "Entschleunigung" nennen: Es ist fundamentaler Bestandteil jeden Schreibens und jedes Ganges durch ein Labyrinth. Lieferbare Veröffentlichungen: "Kreatives schreiben - HyperWriting", "Kurzgeschichten schreiben", "Das Drama der Hochbegabten", "Zeittafel zur Psychologie von Intelligenz, Kreativität und Hochbegabung", "Blues für Fagott und zersägte Jungfrau" (eigene Kurzgeschichten), "Geheimnis der Träume" (Neuausgabe in Vorbereitung). Dr. Jürgen vom Scheidt

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