Import nach Japan

BLOG: Labyrinth des Schreibens

Die Suche nach dem roten Faden
Labyrinth des Schreibens

In dem Dokumentarfilm Young Yakuza wird der Weg des jungen kleinkriminellen Japaners Naoki in die Welt der mafia-ähnlichen Unterwelt Tokios dargestellt.
In einer parallel erzählten Geschichte singen zwei japanische Rapper ähnlichen Alters ihren ganzen postpubertären Frust raus. In einem der Lieder im modernen japanisch-englischen Mischmasch heißt es verblüffenderweise:

Dead or alive – im Labyrinth!

Das wird genauso ins Mikrofon gebrüllt wie es hier steht. Das Labyrinth-Motiv ist also inzwischen in der japanischen Kultur angekommen, obwohl es dort ein Fremdkörper ist. Es nahm dabei wohl den selben Weg, den all die anderen westlichen Einflüsse nach Japan genommen haben: Literatur und Film vor allem und, nicht zu vergessen, die Oper.

Das Labyrinth-Motiv ist ursprünglich nur in Europa, Indien und Ägypten sowie bei den Hopi-Indianern bekannt gewesen; in Fernost kannte man es – laut Hermann Kern – nur auf Sumatra. Diesbezüglich ist bis heute unklar, wie es sich verbreitet hat. Hierzu gibt es zwei Theorien. Der einen zufolge entstand das L-Motiv auf Kreta und verbreitete sich von dort über die Welt – nach der anderen entstand es unabhängig an mehreren Stellen des Globus. Mehr hierzu ein andermal. 

Quelle
Limosin, Jean-Pierre: Young Yakuza. Frankreich 2007 (arte France)

Kern, Hermann: Labyrinthe. Erscheinungsformen und Deutungen. München 1982 (Prestel) 

Schauen Sie bitte gelegentlich auch mal in die früheren Beiträge dieses Blog rein! Hilfreich könnten vor allem die Vorbemerkung zu diesem Labyrinth-Blog und die Zeittafel sein.

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"Zwei Seelen wohnen a(u)ch in meiner Brust." Das Schreiben hat es mir schon in der Jugend angetan und ist seitdem Kern all meiner Tätigkeiten. Die andere „zweite Seele“ ist die praktische psychologische Arbeit plus wissenschaftlicher Verarbeitung. Nach dem Psychologiestudium seit 1971 eigene Praxis als Klinischer Psychologe. Zunächst waren es die Rauschdrogen, die mich als Wissenschaftler interessierten (Promotion 1976 mit der Dissertation "Der falsche Weg zum Selbst: Studien zur Drogenkarriere"). Seit den 1990er Jahren ist es das Thema „Hochbegabung“. Mein drittes Forschungsgebiet: Labyrinthe in allen Varianten. In der Themenzentrierten Interaktion (TZI) nach Ruth C. Cohn fand ich ein effektives Werkzeug, um mit Gruppen zu arbeiten und dort Schreiben und (Kreativitäts-)Psychologie in einer für mich akzeptablen Form zusammenzuführen. Ab 1978 Seminare zu Selbsterfahrung, Persönlichkeitsentwicklung und Creative Writing, gemeinsam mit meiner Frau Ruth Zenhäusern im von uns gegründeten "Institut für Angewandte Kreativitätspsychologie" (IAK). Als "dritte Seele" könnte ich das Thema "Entschleunigung" nennen: Es ist fundamentaler Bestandteil jeden Schreibens und jedes Ganges durch ein Labyrinth. Lieferbare Veröffentlichungen: "Kreatives schreiben - HyperWriting", "Kurzgeschichten schreiben", "Das Drama der Hochbegabten", "Zeittafel zur Psychologie von Intelligenz, Kreativität und Hochbegabung", "Blues für Fagott und zersägte Jungfrau" (eigene Kurzgeschichten), "Geheimnis der Träume" (Neuausgabe in Vorbereitung). Dr. Jürgen vom Scheidt

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