Im Bauch der Bibliothek

BLOG: Labyrinth des Schreibens

Die Suche nach dem roten Faden
Labyrinth des Schreibens

Wieder mal ein Rätsel für die Kommentatoren: Bibliothek als Labyrinth – an wen erinnert Sie das?

Die Bibliothek, die hier als labyrinthös erlebt wird, steht in München. Es handelt sich um die Staatsbibliothek. Fridolin Schley hat sie zum Zweck einer Reportage für die Jugend-Seite jetzt.de der SZ besucht und dabei folgendes entdeckt:

. . . das eigentliche Geheimnis der StaBi liegt woanders. Wenn der Lesessal das Herz der StaBi ist, dann ist das Archiv ihr Gehirn. Ihr Gedächtnis. In einem ewigen Kreislauf des Klassifizierens, Katalogisierens und Konservierens wird hier die Identität der Stadt, die kulturelle Erinnerung ihrer Einwohner erst geschaffen. Als in ständiger Bewegung befindlicher Organismus kämpft das Archiv gegen das Vergessen an. Die Archonten der StaBi gleichen, wenn sie bestellte Dokumente in einem undurchsichtigen, wie einem dunklen Ritus folgenden Prozess aus den labyrinthischen Gängen und Regalen zu Tage fördern, untoten Seelen, die für immer in einer leeren Zwischenwelt gefangen sind. Stets aufs Neue gerät man in Sorge, ob die Wächter auch wiederkehren, wenn sie in die Tiefen des Magazins verschwinden. 

Quelle: Schley, Fridolin: "Von Büchern, Bäuchen und Bekloppten. Ein Erfahrungsbericht aus der Staatsbibliothek". In: Südd. Zeitung vom 2. Jan 2008 Von Büchern, Bäuchen und Bekloppten

Schauen Sie bitte gelegentlich auch mal bei den früheren Beiträge dieses Blog rein! Hilfreich könnte vor allem die Vorbemerkung zu diesem Labyrinth-Blog sein.

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"Zwei Seelen wohnen a(u)ch in meiner Brust." Das Schreiben hat es mir schon in der Jugend angetan und ist seitdem Kern all meiner Tätigkeiten. Die andere „zweite Seele“ ist die praktische psychologische Arbeit plus wissenschaftlicher Verarbeitung. Nach dem Psychologiestudium seit 1971 eigene Praxis als Klinischer Psychologe. Zunächst waren es die Rauschdrogen, die mich als Wissenschaftler interessierten (Promotion 1976 mit der Dissertation "Der falsche Weg zum Selbst: Studien zur Drogenkarriere"). Seit den 1990er Jahren ist es das Thema „Hochbegabung“. Mein drittes Forschungsgebiet: Labyrinthe in allen Varianten. In der Themenzentrierten Interaktion (TZI) nach Ruth C. Cohn fand ich ein effektives Werkzeug, um mit Gruppen zu arbeiten und dort Schreiben und (Kreativitäts-)Psychologie in einer für mich akzeptablen Form zusammenzuführen. Ab 1978 Seminare zu Selbsterfahrung, Persönlichkeitsentwicklung und Creative Writing, gemeinsam mit meiner Frau Ruth Zenhäusern im von uns gegründeten "Institut für Angewandte Kreativitätspsychologie" (IAK). Als "dritte Seele" könnte ich das Thema "Entschleunigung" nennen: Es ist fundamentaler Bestandteil jeden Schreibens und jedes Ganges durch ein Labyrinth. Lieferbare Veröffentlichungen: "Kreatives schreiben - HyperWriting", "Kurzgeschichten schreiben", "Das Drama der Hochbegabten", "Zeittafel zur Psychologie von Intelligenz, Kreativität und Hochbegabung", "Blues für Fagott und zersägte Jungfrau" (eigene Kurzgeschichten), "Geheimnis der Träume" (Neuausgabe in Vorbereitung). Dr. Jürgen vom Scheidt

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